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Jnsertlonsgebnhr: di; gespaltene Zelle oder verenSi rum ISPfg. Ncclaiuen: die Zcitc 30 Pfsi.

Marburg Erscheint wöchentlich siebe» mal.

Mittwoch. 11. September 1907. $n,< M 4213«hrg.

Zweites Blatt

MarLrircs imb Umgrgend.

MarKnra, 10. Septbr.

Ern Verbandstag Deutscher Blmnen-Ge-

den obengenannten 3 Stationen angefordert t!n> Zur Beförderung nach sämtlichen Bahnhöfen der Preus;.-Hessischen Staatseisenbahnen verwendet werden. Die Tragbetten werden nur in Abteil­wagen 3. Klaffe mit getrennten oder abschließ« baren Aborten eingestellt und in allen Fern, zügen, die 3. Klasse führen, mit Ausnahme der v-Züge, befördert. Neben dem Tragbett bleibe« noch 2 Plätze für Begleiter. Für die Beförderung eines Kranken mit Tragbett auf den Strecken der Preussisch-Hessischen Staatseisenbahnen find 2 Fahrkarten 3. Klasse für den Kranken, und je eine Fahrkarte 3. Klasse für jeden Begleiter zu lösen. Weitere Gebühren, insbesondere solche für die Benutzung, Rücksendung und Desinfek­tion usw. des Tragbettes, gelangen nicht zur Er­hebung. Auch für die Benutzung der Tragbetten zur Beförderung der Kranken nach und von dem Bahnhöfe wird eine Gebühr nicht erhoben. So­weit jedoch zur Beförderung des Tragbettes zwi­schen Wohnung oder Krankenhaus und Station etwa verfügbare Eisenbahnbedienstete (Gepäck­träger usw.) in Anspruch genommen werden, ist deren Tätigkeit nach dem Gepäckträgertarif zu vergüten. Wenn auch die Gestellung der zur Be­dienung der Tragbetten erforderlichen Personen Sache der Kranken ist, so sind die Eisenbahnbe­diensteten dessen ungeachtet angewiesen, soweit es ihre sonstigen Dienstobliegenheiten erlauben, hierbei, namentlich beim Hineinheben der Trag­betten in die Wagen und beim Herausheben aus denselben bereitwilligst Hülfe zu leisten. Da die vorbeschriebene Beförderungsweise von Kranken mit verhältnismässig geringen Kosten verknüpft ist, verdient die Einrichtung Beachtung und kann in Rücksicht auf die bequeme Einrichtung der Tragbetten nur empfohlen werden.

teiligten, verschweigt der Bericht rücksichtsvoll. Und man kann auch nichts dagegen haben meint sehr richtig dieTgl. Rdsch.", wenn die Elite derproletarischen Internationale" sich in ihrer Art vergnügt. Rur sollen sie dann auch nicht so sehr über Monsieur Hervä schimpfen, bet das zutreffende Wort von denzufriedenen und satten Spießbürgern" sprach, die er auf dem Stuttgarter Kongreß getroffen habe.

schäftsinhaber findet vom 14. bis 17. September in Mannheim statt. Mit der Tagung ist am Sonntag, 15. September, ein allgemeiner Blu­menhändlertag und eine Ausstellung und Messe von Bedarfsartikeln für Blumengeschäfte ver­bunden, die in den prächtigen Räumen der Gro­ßen Jubiläums-Gartenbau- und Kunstausstell­ung in Mannheim abgehalten wird.

(Nachdruck aller O-igmalartcket ist gemäß g 18 bei Urheberrecht! nur mit der deutlichen Quellenangabe .Oberheff. gestattet!

Hessen-Nassau und NachöargeLiete.

Friedberg, 9. Sept. Der Großherzog ist mit Gemahlin unter grossem Jubel der Bevölkerung hier eingetroffen. Die Stadt ist geflaggt. Es ist das erste Mal, daß der Großherzog mit seiner jetzigen Gemahlin hier weilt. Am Bahnhof an­wesend waren von Behörden Kreisrat Fey und Bürgermeister Stahl, sowie einige Stadträte.

Fulda, 7. Sept. Die Errichtung einer Hand- werkerkreditgenossenschast wurde in einer hier stattgehabten Handwerkerversammlung be­schlossen.

Ems, 9. Sept. Non dem hier abends 11% Uhr fälligen Zuge der Lahnbahn ließ sich gestern Abend ein älterer Korbmacher aus Dachsen­hausen, unweit Bude 70 oberhalb der Wiesbach, überfahren. Der Kopf wurde glatt vom Rumpfe getrennt. Die Leiche wurde heute, nach amt­licher Feststellung des Tatbestandes, in? hiesig« Leichenhaus gebracht.

Koblenz, 9. Sept. Der hier vor Anker lie­gende vollbeladene GüterschraubendampferBa- denia 1" kam heute früh 2 Uhr zum Sinken. Ein Matrose, der die Rettungsarbeiten hindern wollte und mit dem Revolver die Arbeitenden

Deutsches Reich.

Bon den lenkbaren Luftschiffen. Wenn nicht bestritten werden kann, dass das Deutsche Reich in den praktischen Ergebnissen seiner Flot­tenpolitik hinter anderen Mächten zurückgeblie­ben ist, wird der Wunsch begreiflich und be­rechtigt sein, dass derselbe Fehler, wenn auch auf anderem Gebiete, nicht noch einmal gemacht wird. Ueber die Zukunft der lenkbaren Luft­fahrzeuge und ihre Verwendung für militärische Zwecke kann man verschiedener Meinung sein; soviel aber ist sicher, daß in den nächsten Jahren, vielleicht Jahrzehnten, nachdem die drei ersten Mächte Europas im Wettbewerb vor das Forum der Oeffentlichkeit getreten sind, überall da, wo luan von dem Ausbau der neuen Erfindung militärische und wirtschaftliche Vorteile erwar­tet, nrit aller Energie an der technischen Ver­vollkommnung des lenkbaren Luftschiffes gear­beitet werden wird. In diesem internationalen Wettbewerb darf kein Staat Zurückbleiben, wenn rr sich nicht dem schweren Vorwürfe aussetzen will, daß er eine wichtige, vielleicht niemals wie- derkehrende Gelegenheit, seine militärischen Machtmittel zu bereichern, vernachlässigt hat. Besonders in Großbritannien scheint man die Bedeutung der Frage voll zu würdigen, denn dort ist bereits wiederholt in der Oeffentlichkeit die Forderung erhoben worden, dass der gegen­wärtig auf 200 000 Mark jährlich bemessene Be­trag für wissenschaftliche Versuche auf dem Ge­biete der Motorluftschiffahrt bedeutend erhöht werden müßte. Mit Recht wird geltend ge­macht, daß das britische Volk, wenn es jährlich Hunderte Millionen für Marine und Armee auf­bringt, bei einem Unternehmen, dos unter Um­ständen der Nation eine dritte, sehr wirkungs­volle Verteidigungswaffe liefern kann, nicht kargen dürfe. Dieser Gedanke verdient umso­mehr Beachtung, als es sich aller Wahrscheinlich­keit nach bei dem heutigen Stand der Technik und mit Rücksicht darauf, dass die besten Kräfte aller Industriestaaten für das Problem interes­siert sind, nur um eine verhältnismässig kurze Periode handeln, wird, in der die Frage der Brauchbarkeit des Motorluftschiffes für mili­tärische Zwecke zum Abschluss gebracht werden kann. Jedenfalls wäre eine Erhöhung der Mittel für weitere Versuche auf diesem Gebiete in keinem Falle eine unwirtschaftliche Ausgabe.

Wie die Genossen in Stuttgart sich amü­sierten. Das in Aarhus erscheinende sozialdemo­kratische Hauptorgan JütlandsDemokraten" bringt in seiner letzten Nummer einenSpe- i zialvericht" über ein Abendfcst derInternatio­nalen" in Stuttgart. Der Berichterstatter er­zählt erst, wie die Teilnehmer des Kongresses ad libitum Wein tranken und mit Begeisterung zu den Klängen desWitwenwalzers" tanzten, und entwirft darauf folgendesStimmungs- I bild" von dem Verbrüderungsfest:Besonders die galanten Franzosen und Italiener waren unermüdlich in ihrem Bestreben, die Damen

* Das Krankentragbett im Eisenbahnbetriebe. Wie uns mitgeteilt wird, hat der Herr Minister der öffentlichen Arbeiten neuerdings durch Ein­führung besonders ausgerüsteter Krankentrag­betten eine Einrichtung geschaffen, die einen nicht zu unterschätzenden Fortschritt auf dem Ge­biete der Krankenbeförderung bedeutet. Diese Krankentragbeiten, von welchem vorerst je eins auf den Stationen Marburg, Göttingen und Soest aufgestellt ist, sind so eingerichtet, dass der Kranke darin von der Wohnung oder der Uin fallstelle abgeholt, ohne Umbettung in einem besonderen Eisenbahnwagenabteil, in welches das Bett hineingestellt wird, weiter be­fördert und auf der Bestimmungsstation vom Bahnhofe wieder bis an die neue Lagerstätte (Krankenhaus, Klinik, Wohnung usw.) getragen werden kann. Die Tragbetten können von allen Bahnhöfen des Direktionsbezirks Cassel im Be- darfsfalle nötigenfalls telegraphisch bei

getrennt waren von den eigentlichen Hospitä­lern die Anstalten für Krankenpflege, besonders bei den damals herrschenden Krankheiten, wie Pest und Aussatz. Man unterschied dabei Sie- chenhäuser für Kranke und Sondersiechenhäuser für Aussätzige.

Das Hospital St. Jakob hat schon lange vor der Reformation bestanden und diente ursprüng­lich zur Beherbergung von Fremden und Pil­grimen. Ursprünglich war cs wohl dazu gestif­tet. und hatten nebenbei einige alte Bürger ihre Verpflegung, deren es aber bei den ge­ringen Einkünften nur wenige sein durften. Dieses war dis Absicht des Velten-Sinning-Bür- ger zu Marburg, der als Stifter in "einem älteren Jnventarium genannt wird. Das jetzige Haus wurde erst später, als das Hospital inehr Einkünfte hatte und eins erweiterte Be- stintinung erhielt, neu erbaut. Eine Erweiter­ung der Stiftung verdankt das Hospital einem Nachkommen von Sinning, dem Heinrich Sin- ning und dessen Ehefrau Elisabeth, die am

l. August 1530 ihre gesamten Güter schenkten. Andere folgten diesem Beispiele.

Das alte Gotteshaus war baufällig aewor- den, cs versammelten sich deshalb der Statt­halter, Kanzler und die Räte, Pfarrer der Bürgermeister und Rat von Marburg, um zu beratschlagen wie ein neuer Bau zu Stande ge­bracht werden könne. Es wurde ein Neubau beschlossen, und da cs die Stiftungen erlaubten, sollte derselbe so erweitert werden, dass künftig nicht blos Arme, Alte und Anvermögende darin Wohnung und Unterhalt, sondern daß auch Kranke darin schickliche und bequeme Aufnahme finden und haben möchten. Auch sollen beson­dere Gemächer eingerichtet werden, wenn xtwg die Bürger ihr krankes Gesinde wollten pflegen lassen ------ ------

Das Hospital St. Jakob.

Gleich am Eingang nach Weidenhauscn findet inan _ eine altertümlich-malerische Haus- lwlage, cs ist dies das im Volksmund bekannte Gotteshaus". Zur äusseren Restauration dieses Baues haben die städtischen Behörden die Mit­tel zur Verfügung gestellt. Das dermaltge Ge­bäude zeigt in seinem unteren steinernen Stock­werks noch die im Mittelalter-sehr beliebte Ein­richtung einer offenen Laubs oder Halle an der vorderen Seite, deren flachs Holzdecke von einem Pfeiler mit der Jahreszahl 1570 getragen wirb. Die neben der gotischen Spitzbogentüre an zwei Konsolen angebrachten Muscheln erinnern aber ton den Patron des Hauses, den hl. Jakobus, der stets mit einem Pilgermuschelhute dargestellt wird. An der vorderen Wand des Gebäudes ist oberhalb der Laube ein figurenreiches Gemälde, bas vor 50 Jahren einmal restauriert wurde, di» Auferweckung des Lazarus durch den Herrn, aufgehangen, als Bild der Hoffnung aller La- zarusbriider, dis hier auf die Erlösung vom Leibe des Todes warten. Die Gründung der Stiftung für das Hospital ist unbekannt und fällten die Zeit von 12001400.

In diesen Jahrhunderten war ganz Deutsch- E?tod voll von Leibesnot; Seelenangst und Schrecken drängten die Menschen. Zu dieser trostlosen Zerissenheit der Kirche kamen noch Lausig Verwüstungen durch Heuschrecken, dann Hungersnot und Seuchen, besonders der schwarze Tod. Im Jahre 1347 erwartete man allgemein das Ende der Welt. Die geängstigten Herzen suchten Trost in der Hingabe des irdischen Gutes zu Stiften und guten Werken, in denen man nach den Begriffen jener Zeit eist sicheres Mittel zur Errettung der Seele erblickte. Ganz

So«®!11 1569 angefangen wer- I Das Ende der alten Schrift, woraus sich vor«

I . nichts Unnützes und Ileberfliissiges I stehende Nachrichten ergeben, besagt, daß nach

I JT'* 1 0 .?P* das Spitals-Hauptgut I vollendetem Bau eine Ordnung solle entworfen nicht angegriffen werde und die Armen und I werden, wie. cs künftig im Cotteshause gehalten ^ranken im neuen Hause nicht hungern müßten. | werden solle. Alle Notaren wurden angewiesen, r^itHche Baumeister E. Baltwein und an- I bei dem Testamentmachen die Testators an die uu ?uoerlta^)x9e mußten einen Bauriß und I Armen zu erinnern. Nach vollendetem Bau im nu,rS»n r$te rÄciten zum Neubau Jahrs 1572 wurde auf Befehl des Landgrafen

cani^-n Ts1»er^etCt rf<;3U amn^enF5raiI)t: 160 I Ludwig IV. eine Hausordnung gemacht. Di«

lben^aelöit wurden "klu-n^s^ I°kra.mentshaus- I Inspektion wurde dem Bürgermeister nebst ndifJ1 nEdie Kastenherrn zum I einem Prediger, welche die unmittelbare Aus- än weil der KaÄ w 3 615 -40P ®uI* I sicht haben sollen, übertragen. Die Einkünste

! fAnf:,Le |ten ?or 30 2"hren einige an- I sollen durch zwei Vorsteber administriert wer-

' £«n+ Stiftungen eingenommen hatte. Der I den. Die Vorsteher erhalten 12 Gulden Geld, r!Ta,}n o? Zreqenham, R. von Schenk, er- I 2 Malter Korn, 4 Gänse, 6 Hühner und

Son -bervorsieher von Haina 100 Eul- I 6 Hahnen als jährliche Besoldung.» Rat und «Nnn-n wirr und solle das Hospital einen I Pfarrer sollen darüber wachen, daß nur Wür- Wagen stellen, um Holz und andere Bau- I dige ausgenommen werden und das Haus nicht Materialien beizuschaffen. Auch wegen Eisen überfüllt wirb. Es können sich auch Personen unö Deren solle das Spital Haina angegangen | in das Haus einkaufen, die sollen jedoch keinen roet£en- . , , I Vorzug von den Anderen haben. Fremde und

Ferner wurde beschlagen, daß zwei Bürger I durchreisende Arme, so keine Erzbettler und von Haus zu Haus um eine milde Beisteuer I Landstreicher sind, sollen jedoch nicht über zwei bitten gehen, bei dem Fürsten bis zu den I Nächte beherbergt werden. Nach einer Verord- andere» Standen herunter. Auch Dr. David, I nung vom 12. Oktober 1613 soll die Schlüsselfrau der versprochen habe, etwas zu tun, solle «r- I bei Abhörung der Quartalsrechnung ein Ver- innert werden. Ilm Holz solle der Landesfürst I zeichnis der Flucher abgeben, welchen zur Strafe gebeten werden. Zur Eriparnis der Kosten die Kost entzogen werden soll.

wurden die Burger vom Rat aufgefordert, drei I Im Jahre 1803 betrugen die Einkünfte des oder mehrere u.age Handdienste zu tun. Die I Gotteshauses 951 Gulden, 62 Mött Korn, 58 P'arm-J<,I(ten ''"hPredigt die Gemeinde I Mött Hafer, 11 Gänse und 9 Hahnen. Sechs wiL V?rsiever und Hülfe ermuntern. Zur Auf- I Gärten und eine Wiese, woraus 5 Kühe erhalten si/h.. 'her die ^rbelter wurden vom Rat zwei I wurden, hatten die Pfründner in ihrem Nutzen. r bestellt' der Backer Arnold in der Var- I Obst, Gemüse und Milch wurden, da damals die stissergaffe und Johannes Schlaudraff. Die I gemeinsamen Mahlzeiten aufgehört hatten, Pfarrer Schultheißen und Bürgermeister sollen I unter die Pfründner verteilt. ' ~

Baumeister sein, alles eingebrachte Geld ein- I - - Müller.

_ und auf hie Paumaferialien gehörig I '

i nach, dem Karussel zu führen. Die armen Da- men konnten zwar kaum ein anderes Wort Französisch als bon soir, aber trotzdem verstand man sich sehr gut, und mit dem gegenseitigen Vorstellen und Bekanntwerden ging es sehr glatt, dank des Karupels! Bei der starken Fahrt waren die Damen gezwungen, sich an ihre Herren anzuschmiegen. Während der ersten Runde hielt er sie bei der Hand, während der zweiten um den Leib, und nach der dritten Runde halte er den ersten Kuss von ihr be­kommen. Später übersprang man die Einleit- ung. Dagegen glauben wir kaum, dass diese Küsserei nach dem Ringelreiten weiter fortge­setzt wurde. Jedenfalls sahen wir, wie ein glück­licher Franzose, der sich nicht mit einem Handkuß zum Abschied begnügen wollte, schändlich ange­führt wurde von seiner hiibfcken, sckilanken Ge­nossin in schwarzer Seide: mit großer Behen­digkeit und schalkhaftem Lächeln auf den Lip­pen entschlüpfte sie im letzten entscheidenden Augenblick seiner Umarmung. Das Fest dauerte lange bis nach Mitternacht.Flirtende" Pär­chen spazierten in den lauschigen Laubgängen des Gartens umher, und an den Tischen wur­den unterdessen unzählige Hochs ausgebracht. Flotte Kellnerinnen kredenzten den schäumenden Wein. Ein großer schwarzhaariger Italiener I * Neue Eil- und v-Züge richtet die preußische mit langem Bart hob eins der Schankmädel auf I Eifenbahnverwaltung in verstärktem Matze ein. den Tisch, worauf die ganze Gesellschaft unter I Außer den schon angekündigten werden zum L Eesang und Jubelgeschrei ihr Wohl ausbrachte, I Oktober noch zwei Schnellzüge zwilchen Berlin und sie schließlich wie eine neue Freiheitsgöttin I und Köln über Hannover von dem Zuschlag be- die Marseillaise anstimmte. Die Schweden freit. Es sind dies die beiden Mittagsschnellzüge gingen umher und tranken mit allen Nationen I die jetzt von Berlin Friedrichstrasse 1 Uhr 5 Min.' BruderJ)aft, wobei sie die ganze Zeit ihren von Köln 12 Uhr 44 Min. abgehen. Es ist dies S^cachtengeso.ng:Söhne der Arbeit" ertönen das zweite Eilzugpaar zwischen beiden Haupt- licssen. Die Russen saßen still für sich und städten, nachdem zuschlagfreie Eilzüge schon bis- tranten. Aber was die Menschen trinken konn- I her morgens von den beiden Verkehrspunkten len.' Die alten Wikinger würden sich in ihren abgehen. Ein neuer Eilzug geht außerdem von Gräbern umgedreht haben, hätten sie das mit Hamburg über Hannover nach Cassel ab Ham- anfehen können! Der Wein floß überall in I bürg Hauptbahnhof 3 Uhr 1 Min n'achm an Ström-: ober am Tisch der Russen glich der Stelle des bisherigen Schnellzugs. Andererseits Strom den schwellenden Fluten der Weichsel wirb ber Mittagsschnellzug, ab Berlin Pots­oder den braufenben Wogen ber Wolga. Selbst- bamer Bahnhof 11 Uhr 55 Min über Kreiensen verständlich waren auch die Deutschen und die nach Frankfurt a. M., zurück nach Berlin Pots- Engländer keine Kostverächter. Die Süddeut- bamer Bahnhof 6 Uhr 52 Min. abenbs in einen schen jobelten unb beklarnierten. Die Englänber I D-Zug verwanbelt. '

sangen unb tanzten Cakewalk noch jebem Hoch, bas ausgebracht wurde, was umso komischer wirkte, als ihnen ber Wein allmählich anfing, zu Kopf zu steigen unb bie Beine nicht mehr bas Gleichgewicht zu halten vermochten. Die Uhr war weit über Mitternacht, unb der letzte Stra­ßenbahnwagen schon lange iveggesahren, als ich den Festplatz verliess. Ich tp^r so glücklich, drei Schweden zu treffen, die einAutomobil" er­gattert hatten, unb mit Hilfe- dieses modernen Beförderungsmittels waren wir in wenigen Minuten wieder in der Stadt. Aber Tausende von Menschen waren noch auf dem Fcstvlatz zu­rückgeblieben, und gar mancher kam erst am hellen Morgen heim, in fröhlicher Gesellschaft mit Gott Bacchus und seinem ganzen Heere neckischer kleiner Trabanten." Das sind nicht Entstellungen einer giftigen Bourgeois-Seele, sondern das schrieb ein Genosse in einer sozial­demokratischen Zeitung. Wie weit der alte Herzensbrecher Paul Singer und der ver­führerische Stadthagen sich an dem Cakewalk be-