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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirckkain.

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Marburg

Sonnlag, 8. September 1907.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck tmb Verlag- Joh. Aug. Koch, Univcrsrtäts-BuchdruckerÄ 42. Jahrg, Marburg, Markt 21. Telephon o5.

Erftes Blatt.

Der Sturm im Wasserglase oder die freisinnige Einigung.

Eigentlich dürfte man ja nur von denLibe­ralen" reden, denn seit längerer Zeit ist es be­liebt offenbar parallel den Bestrebungen auf Verdrängung der Fremdwörter diesen deutschen Ausdruck zu gebrauchen. Seelenkundige haben in dieser Namenänderung ein Zeichen da­für erkennen zu müssen geglaubt, daß das Ec. schäft unter der alten Firma nicht mehr recht ziehen wollte und sich so die Firmen- ünderung zu erklären versucht. In der Tat, es hat etwas Komisches, wenn man von derliberalen" Einigung liest und schliesslich fi übet, daß damit die drei kleinen freisinnigen Grüppchen in Summa 48 gemeint sind, die große nationalliberale" Partei aber damit gar nichts zu tun hat. Seit einem halben Jahre las inan in allen freisinnigen Blättern, der große Schlag ist gelungen, derLiberalismus", soll heißenFreisinn", ist geeinigt. So lange alles auf dem Papier desFrankfurter Mindestpro- granrms" stand, ging die Sache. Aber jetzt kam die Praxis, der Worte waren genug gedrechselt. Nach Taten hungert der Helden Herz. Da kam die Forderung des Freisinns durch den Mund ihres Propheten Friedrich Naumann. Bon ihm wurde der Welt verkündet, daß der Reichs­kanzler das Reichstagswahlrecht in Preußen einführen müsse, wenn nicht usw. Dass die Geschichte nicht so einfach ist, wußte Herr Naumann sehr gut, denn der Reichs­kanzler mußte nichts Geringeres tun, als mit einem Schlage die ganze historische Ent­wickelung des preußischen Staates, der auf kon- Servativer Grundlage ruht, umstürzen, darum and er auch gleich von gerechtem und liberalem Geiste getragene Mittel, die unfehlbar zum Ziele führten. Die Verfassung muß gestürzt werden, sie ist zwar heilig, aber nach der bekannten Melodie:

unsere Verfassung absolut, wenn sie unfern Willen tut."

Bis jetzt ist das Herrenhaus, mag man über seine Bedeutung denken, wie man will, noch ein Teil unserer Verfassung. Wahlbeeinflußung usw. gehören zu den Dingen, die das ständige An- griffsmaterial der freisinnigen Presse liefern, aber die Beamten von oben her mit demokrati- fchem Geiste erfüllen lassen, ist eben wegen Dieses demokratischen Geistes doch ganz etwas Anderes. Arm in Arm mit demBerliner Tage­blatt" fordert Naumann fein Jahrhundert in die Vchranken, in der Hand die Fahne des Prinzips, hie ihm nur noch von der Sozialdemokratie

SB «Nachdruck verboten.)

In den Fluten.

Roman von Jenny Hirsch.

'(Fortsetzung).

, Der Konsul war ein wohlbeleibter und noch recht gut erhaltener jovialer Herr in der Mitte '.l:t Sechziger, der sich schon längere Zeit vom Geschäfte zurückgezogen hatte und hier in seinem hübschen Besitztum der Ruhe pflegen wollte, die er jedoch nie fand. Es waren ihm eine solche Menge von Ehrenämtern aufgebürdet worden, daß er jetzt weniger Zeit hatte, als bevor er [ein umfangreiches Geschäft seinen beiden Söh­nen übergeben hatte.

Er empfing Herrn von Melnik in seinem Ar­beitszimmer, das trotz der behaglichen und wert­vollen Einrichtung doch etwas an ein Kontor erinnerte, und rief, ihm beide Hände entgegen­streckend:Wie liebenswürdig von Ihnen, Herr pon Melnik ich wollte Sie heute aufsuchen, nun kommen Sie mir zuvor."

Ich bin der Jüngere, Herr Konsul," er­widerte Melnik, den ihm dargebotenen Lehn­stuhl annehmend,die letzten traurigen Tage haben Ihnen der Aufregung so viel gebracht, daß Sie der Ruhe bedürfen werden."

Ruhe, die gibt es für mich nicht viel," lächelte derKonsul und deutete nach dem Schreib­tisch und den daneben befindlichen Repositorien, die mit Briefen, Akten, Geschäftsbüchern usw. hoch bepackt waren,ich habe gegen fünfzehn Aemter, die Vormundschaftssachen noch gar nicht mitgerechnet, da gibt es Arbeit. Und wie gern wollte ich noch mehr von meiner Ruhe opfern, könnte ich dadurch unsere Gertrud dem Grabe entreißen, das ihr leider so vorzeitig zu­teil geworden ist," fügte er, eine Träne aus der grauen Wimper wischend, hinzu, sagte aber so­gleich mit einer energischen Handbewegung: ^Vorbei, vorbei! Das arme schöne Kind ist tot. Denken wir an die Lebenden. Wie geht es Srkrlitta?"

- gut," antwortete Melnik und sah I

streitig gemacht wurde, der gegenüber er sie aber mannhaft behauptete.

Man konnte von vorherein darauf gefaßt sein, daß Naumann sich auch in der neuen Partei alsFerment der Dekomposition" erweisen würde. So sind denn auch sofort Stimmen laut geworden, die Naumanns Vorstoß im höchsten Grade für politisch falsch hielten. Sachlich stim­men sie mit ihm überein, aber unter der für den Freisinn nun schon historisch gewordenen Fahne. Der Unentwegtheit wollen sie nicht weiter kämpfen, weil sie ebenPolitiker,, sind und aus der Vergangenheit gelernt haben. Ein heftiger Streit ist in derPartei" entstanden. Auf der einen Seite kämpfen Naumann, Schrader und Träger, und die Fanfaren bläst dasVerl. Tageblatt", von der anderen Seite werden die Herren von derVossischen Zeitung",Weser­zeitung" rc. arg mitgenommen. Jüngst ließ sich Herr Heäscher, der Vertreter von Lauenburg, sehr bitter und ironisch vernehmen, dazu der Abgeordnete Carstens, ferner schreibt Herr Pachnicke imBerl. Tageblatt" Herrn Naumann einiges ins Stammbuch. Er meint:

Der Freisinn dürfte mehr fordern, wenn er die Kraft besäße, mehr durchzusehen. Mit 50 unter den 397 Stimmen des Reichstages, mit einigen 30 unter den 433 des preußischen Abge­ordnetenhauses ist aber eine liberale Aera nicht heraufzuführen.

Das gilt auch im Hinblick auf das Wahl­recht..... Leider haben wir es nicht in der

Hand, unserer Forderung die sofortige und voll­ständige Erfüllung zu sichern. So sehr beherr­schen wir die Lage nicht, daß wir den Kanzler zwingen könnten. Noch weniger vermöchten wir einen etwaigen Nachfolger zu zwingen, der durch nichts gehindert wäre die zerstörte Brücke zum Zentrum wieder aufzubauen und unter die Blockpolitik als unter eine Episode einen dicken Strich zu ziehen.

Wir müssen uns deshalb auch Abschlagszah­lungen gefallen lassen auf die Gefahr hin, daß die Mißgunst dies zur Charakterschwäche stem­pelt. Kein Fortschritt erscheint wertlos, der sich in der Richtung auf das angestrebte Ziel be­wegt. Mit Erfolgen, auch mit kleineren, wächst zugleich die Werbekraft sicherer als mit dem Aufsagen von Parteiprogrammen. Die Leiden­schaft ruft: Alles oder nichts. Die Vernunft mahnt: Etwas ist besser als nichts. Die Ver­nunft behält recht....."

Dann folgt noch für Herrn Naumann das bittere Wort:Auf den Beifall der Sozialdemo­kratie werden wir dabei allerdings verzichten müssen. Unsere Aufgabe ist nicht, ihr Wohlgefallen zu erwecken, sondern von unseren Zielen soviel zu erreichen, als die Lage irgend zuläßt." Jetzt lässt sich auch noch in derBarmer Zeitung" ein freisinniger Abgeord­neter vom Rhein wohl Prof. Eickhoff

schweigend und betrübt vor sich nieder.Ich fürchte Schlimmes,", fügte er halblaut hinzu.

O, nicht doch nicht doch!" rief der Konsul erschreckt:Sie sehen zu schwarz, sind selbst von all den schrecklichen Dingen, die auf Sie einge­stürmt sind, erschüttert."

Das gebe ich zu, aber ich überwinde das schon, anders steht es mit Melitta."

Sie ist doch eine ruhige Natur."

Darin liegt es eben; diese ruhige Natur ist gänzlich aus dem Gleichgewicht gebracht. Es muß sofort energisch etwas für sie getan werden, und ich will es Ihnen nur gestehen, daß ich in dieser Angelegenheit zu Ihnen gekommen bin."

Ich stehe Ihnen mit der größten Bereit­willigkeit zu Diensten," versicherte der Konsul zuvorkommend, ..nur kann ich gar nicht begrei­fen,"in welcher Weise"

Er brach ab und blickte Melnik erwartungs­voll an, der aber spielte mit der Quaste des Sessels, schaute verlegen darein und wußte offen­bar nicht recht, wie er beginnen sollte. Endlich sagte et stockend und zögernd:Es ist eine so delikate Sache, Herr Konsul, es wird mir schwer, sie Ihnen vorzutragen, indes ich hoffe. Sie wer­den mich nicht mißverstehen."

Bitte, bitte," sagte der Konsul und rückte unruhig auf seinem Sitz umher, unfähig, sich vor­zustellen, wo sein Gast eigentlich hinauswollte.

Melnik fuhr mit der Hand über die Stirn und sprach bann, ohne den Konsul anzusehen: Sie wissen, daß die Schwurgerichtsperiode in Eutin, in welcher die unselige Geschichte zur Ver­handlung kommen wird, für den nächsten Monat anberaumt ist?"

Bauer nickt.Gewiß, ich fürchte, ich werde dort auch noch als Zeuge zu erscheinen haben."

Für mich unterliegt das keiner Frage, ich bin einer der Hauptzeugen," fuhr Melnik leb­hafter fort, und man wird auch Melittas An­wesenheit verlangen. Aber das darf nicht fein, es hieße sie geradezu töten. Ich hatte zuerst die Absicht, bis nach den Verhandlungen hier zu bleiben und dann mit Frau und Kindern wäh­rend des ganzen Winters nach dem Guben «i sehen; ich habe jetzt diesen Plan geändert, wft

vernehmen. Er meint, die ParoleAlles ober nichts", wie sie Naumann ausgab, könne in Volksversammlungen ihre Anziehungskraft aus- üben, für den praktischen Politiker sei sie indis­kutabel.

Resultat: abgesägt!

Man braucht sich nicht zu wundern, daß die schöne Einheit bei dem ersten praktischen Anlaß aus dem Leim gegangen ist, wohl aber darf man gespannt sein, wie der Bruderzwist ausläuft. Wird Herr Naumann sagen, ich kann auch an­ders, nachdem er jeden Kompromiß von vorn­herein so energisch abgelehnt hat, ober wird er weiter fortfahren, des Beifalls der geliebten Genossen" sicher, den bekannten ..Wahlrechts- sturm" zu entfesseln, von dem man leider nur immer noch nicht das geringste sanfte Säuseln hören will, die wenigen freisinnig-intransigean- ten Blätter ausgenommen. Die Frage nach dem Wahlrecht selbst werden wir bei einer anderen Gelegenheit einmal näher betrachten. ***

Deutsches Reich.

Kultusminister Holle und der preußische Lehrerverein. Berlin, 6. Sept. Der Vor­stand des Preußischen Lehrervereins, der am 31. August und 1. September in Berlin tagte, hatte dem Kultusminister Dr. Holle ein Vegrüßungs- telegramm gesandt. Darauf ist folgende Ant­wort des Kultusministers eingelaufen:Dem Vorstand des Preußischen Lehrervereins danke ich verbinblichst für den freunblichen telegraphi­schen Gruß, und insbesonbere für die zum Aus­druck gebrachte patriotische Gesinnung. Bei der Förderung der Volksschule, die ich als eine der obersten Aufgaben meines Amtes betrachte, rechne ich auf die treue Mitarbeit der Lehrer. Die Versicherung des Preußischen Lehrervereins, für das Gedeihen unserer Volksschule wirken zu wollen, habe ich deshalb mit herzlicher Freude und aufrichtiger Genugtuung begrüßt."

Die MLdchenschulreform. Berlin, 6. Sept. Die Frage der Mädchenschulresorm dürfte, wie man derVoss. Ztg." von unterrichteter Seite schreibt, durch den Wechsel im Kultus­ministerium in ihrer endgültigen Lösung eine erhebliche Verzögerung erfahren.

Vom Scheckgesetzentwurs. Die Handels­kammer zu Berlin hat zu dem Entwurf des Scheckgesetzes eine Eingabe an den Staatssekre­tär des Reichsjustizamtes eingereicht, in der die Kammer sich mit dem Entwürfe in feinen we­sentlichsten Teilen einverstanden erklärt und nur folgende Abänderungsvorschläge macht:Im § 8 ist lediglich die Annahme des Schecks ausge­schlossen. Damit keine der Rechtssicherheit nach­teiligen Zweifel entstehen können, wäre es nach

werden schon Anfang der nächsten Woche reisen, ich lasse die Meinigen in der Schweiz und komme zu dem Termin nur auf einen oder zwei Tage nach Eutin. Es soll mir nicht schwer werden, für Melitta Dispensation vom persönlichen Erschei­nen zu erwirken."

Das ist sehr fürsorglich und sehr aufopfernd von Ihnen," stimmte der Konsul zu,nur sehe ich noch immer nicht ein, was ich dabei tun kann.«

Unsere Abwesenheit von Hannover wird sich auf Monate, vielleicht auf* ein Jahr er­strecken, da dürfte es vielleicht doch notwendig sein, die geschäftlichen Angelegenheiten zu ord­nen," versetzte Melnik. Er schob dabei seinen Stuhl etwas näher zu dem des Konsuls, dessen Gesicht einen Ausdruck angenommen hatte, als sei er, nachdem er lange in der Irre umher­getappt hatte, in eine ihm wohlbekannte Gegend gekommen.

Ah, ich verstehe, Sie sprechen von Gertruds Vermögen," bemerkte er und setzte das an einet Schnur herabhängende Augenglas auf die Nase.

Dessen einzige Erbin meine Frau ist," fügte Melnik hinzu.

Darüber kann kein Zweifel herrschen, es liegt alles zu Ihrer Einsicht bereit.

Wo denken Sie hin?" rief Melnik erschrocken abwehrend.Melitta darf mit dergleichen nicht behelligt werden, sie würde es nicht ertragen und sie versteht auch von geschäftlichen Dingen nichts. Ich bin ihr Beschützer, ihr Vertreter, ich bitte Sie daher, mit mir zu verhandeln."

Wir können Melitta doch dabei nicht ganz umgehen," wandte der Konsul ein.

Das soll auch nicht geschehen, aber erst im letzten Augenblick, wenn es sich um ihre Unter­schrift handelt. Nicht wahr, Herr Konsul, Sie sehen das ein, und wir überlegen, wie sich alles am schonendsten für sie einrichten läßt."

Wohl, überlegen wir," erwiderte der Kon­sul gemessen,bis jetzt weiß ich aber noch nicht recht, was Sie wünschen. Wollen Sie sich nicht näher erklären Herr von Melnik?"

Ich bat Sie schott einmal. Mich nicht falsch zu Sirstehen*. > -- - - - ----

Ansicht der Kammer angezeigt, auch über die Unzulässigkeit von Avalvermerken entsprechende Bestimmungen wie über die Annahmevermerke aufzunehmen. Im § 12 dürfte, um das Ent­stehen von Streitfragen zu vermeiden, die aus« drückliche Gleichstellung des gestempelten Ver­merks mit dem geschriebenen oder gedruckten nützlich sein. Ferner hält die Kammer die Er­setzung des AusdrucksEirokunden" durch ein« allgemeiner verständliche Bezeichnung etwa: Kunden, die eine Rechnung bei dem Bezogenen unterhalten" für empfehlenswert. In 8 28 wäre eine Zusatzbestimmung vorteilhaft, um entgegen der allgemeinen Vorschrift des § 11 Absatz 3 den Eigentümer eines verloren gegan­genen Schecks zu berechtigen, die Auszahlung auch innerhalb der Vorlegungsfrist zu verhin­dern. Desgleichen ist in § 28 insbesondere mit Rücksicht auf die leichte Möglichkeit einer ver­sehentlichen Außerachtlassung der für die Scheck­urkunden festgesetzten Anforderungen, eine der Bestimmung des § 71 Absatz 2 des Reichsstempel- gefetzes vom 3. Juni 1906 entsprechende Zusatz­bestimmung erforderlich, nach welcher, wenn sich aus den Umständen ergibt, daß eine Steuer­hinterziehung nicht beabsichtigt worden ist, le­diglich eine Ordnungsstrafe eintritt. Vermissen läßt der vorläufige Entwurf die Regelung der Frage der Ausfertigung verschiedener Exem­plare desselben Schecks. Eine solche Regelung wird um so nötiger fein, als im überseeischen Verkehr Duplikate von Schecks vielfach gebräuch­lich und kaum zu entbehren sind. Ferner macht die Kammer darauf aufmerksam, daß die Aus­drücke: Zahlungsempfänger, Inhaber des Schecks und Verleger des Schecks an verschiedenen Stel­len zur Bezeichnung desselben Begriffs ange­wandt sind. Eine gleichmäßige Bezeichnung ist im Interesse der Klarheit wünschenswert. End­lich glaubt die Kammer die möglichste Annäher­ung der Sprechweise des Gesetzes an denjenigen der neueren Reichsgesetze befürworten zu sollen, da die Abweichungen (beispielsweise in § 9 Ab­satz 3 der Ausdruckallgemeine Feiertage" an­statt des sonst üblichen Ausdrucksstaatlich an­erkannte Feiertage") auch sachliche Zweifel Her­vorrufen kann."

Schadloshaltung bei Kontraktbruch. Die mehrerwähnte, dem Bundesrat vorliegende No­velle zum Gewerbegesetz soll u. a. auch bestim­men, daß von den Gewerbeunternehmern zur Sicherung gegen Vertragsbruch auch den Be­triebsbeamten, Werkmeistern und Technikern gegenüber Löhne nicht in größeren Beträgen einbehalten werden dürfen, als dies den Hand­lungsgehilfen gegenüber statthaft ist. Bei die-

Das tue ich auch nicht;" der Konsul sagte et verbindlich, und doch schien es Melnik, als läge eine gewisse Ironie in den Worten.

Er strich sich mit dem Battisttaschentuch über die Stirn und fuhr fort:Das Vermöge meinet Schwägerin ist in Papieren angelegt."

In sicheren Staatspapieren und ersten Hy. potheken. Es wäre, wenn man wollte, in kurzer Zeit realisierbar."

Dessen bedarf es nicht," antwortete Melnik, ich möchte nur als Mandatar meiner Frau um die Auslieferung der Vesitztitel bitten.

Herr von Melnik," fuhr der Konsul auf,das klingt ja beinahe beleidigend."

O, sagen Sie das nicht," bat Melnik und haschte nach der Hand des Konsuls, die ihm die­ser nur widerwillig überließ und bald wieder entzog.Ich bitte Sie, die Umstände zu er­wägen. Wir müssen abreifen, bleiben möglicher­weise ein Jahr fern. Es hat je den Anschein der Unzartheit, es mag Ihnen überstürzt, unpassend erscheinen, niemand erkennt und beklagt das tiefer als ich, aber Not kennt kein Gebot, ich kann nicht anders; nicht wahr. Sie sehen das ein?"

Was Sie da sagen, hat manches für versetzte Bauer nachdenklich,und ich könnt« wol

Ich wußte ja, wir würden uns bald verstän­digen," unterbrach ihn Melnik lebhaft;in wieviel Tagen glauben Sie wohl, daß wir unser Geschäft beendet haben könnten?"

O, dazu bedürfte es nur weniger Stun­den"

Desto besser!" fiel Melnik ein, dessen Augen der Richtung gefolgt waren, welche die Augen des alten Herrn nach dem in einer Ecke des Zim­mers stehenden großen Geldschrank genommen hatten.Alsdann könnte ich unsere Abreise so­gar schon auf übermorgen festsetzen."

Sie haben mich nicht ausreden lassen, Herr von Melnik." sagte Bauer,ich wollte noch bin», zufügen, daß die Erledigung der Angelegenheit dessenungeachtet nicht so schnell, wie Sie wün­schen, «mssührbar ist,-

1 - i '(Fortsetzung folgt.)'