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Marburg
Mittwoch, 4. September 1907.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Slug. Koch, Univcrfitäts-Buchdruckerei 42. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Die Kaisertage in Westfalen.
Die große Kaiserrede.
Münster, 1. Sept. Die Red.', welche der Kaiser gestern im Landesmuseum hielt, hatte folgenden Wortlaut: „Es ist mir ein Herzens- öedürfnis, den Vertretern der Provinz, die sich heute um mich versammelt haben, aus tiefster Seele, meinen herzlichsten Dank auszusprechen für djs Art und Weise, wie ich in dem schönen Westfalenlande allerorten empfangen worden bin. Ich möchte auch zugleich nochmals Ihnen allen im Namen Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin wiederholen, wie unendlich betrübt sie ist, daß es ihr durch den Unfall nicht vergönnt gewesen ist, die westfälischen Tage mitzumachen pnd persönlich mit Ihnen und dem westfälischen Volke in Berührung zu treten. Die Provinz Westfalen bietet ein schönes Bild dafür, daß cs wohl möglich ist, historische, konfessionelle und wirtschaftliche Gegensätze in versöhnlicher Weise zu einen in der Liebe und Treue zum gemeinsamen Vaterlande. Die Provinz setzt sich zu- sammen aus verschiedenen Landesteilen, von denen viele schon lange der Krone Preußens zu- gchören und manche erst später dazu gekommen find. Sie wetteifern aber alle miteinander in der treuen Zugehörigkeit zu unserem Hause. Wie ich keinen Unterschied mache zwischen alten und ■neuen Landesteilen, so mache ich auch keinen Unterschied zwischen Untertanen katholischer und protestantischer Konfession: stehen sie doch beide iauf dem Boden des Christentums und beide sind bestrebt, treue Bürger und gehorsame Untertanen zu sein. Meinem landcsväterlichen Herzen stehen alle meine Landeskinder gleich nahe. In wirtschaftlicher Beziehung bietet uns dis Provinz, gleichfalls ein höchst erfreuliches Bild. Es zeigt, daß die großen Erwerbszweige sich einander nicht zu schädigen brauchen und daß die Wohlfahrt des einen auch dem andern zugute kommt. Der Bauer bebaut seine rote westfälische Erde mit Fleiß, fest am Ueberlieferten, Althergebrachten haltend, eine kernige Statur mit eisernem Fleiß und ehrenhafter Gesinnung, von treuem Wesen, eine feste Grundlage Mr unser Staatswesen. Darunt wird mir der Schutz der Landwirtschaft stets besonders am Herzen liegen. Der Bürger baut seine Städte in immer vollkommener Weise aus, es entstehen großartige Werke gemeiitnütziger Art, Museen und Sammlungen, Krankenhäuser und Kirchen. Im Schoße Ihrer Berge ruhen die Schätze, die von den fleißigen Händen der braven Bergleute gefördert, der Industrie Gelegenheit geben, sich zu betätigen. Dieser Industrie — der Stolz unserer Nation —, wund«' bar in ihrem Aufschwung, beneidet von aller Welt, möge es ihr vergönnt fein, rastlos auch fernerhin Schätze zu sammeln für unser Nationalvermögen und nach außen den guten Ruf von der Tüchtigkeit und Güte
Vom Volksfest auf dem Frauenberg.
1 Auf vielseitigen Wunsch aus unserem Leserkreise bringen wir nachstehenden Wortlaut des von Fräulein Anna Ruth aus Bellnhausen auf Sem Bundesfeste auf dem Frauenberg am IS. August zum Vortrag gebrachten Prologe, der bekanntlich von unserem hessischen Dichter, Schriftsteller H. Naumann aus Nanzhausen, verfaßt wurde:
Deutsche Bauern in Kurhessen,
Die ihr immer treu gewesen,
’ Unsrer Väter Brauch und Recht, Gottesfürchtig wie die Alten
- Stets die Hand am Pflug gehalten, .Grüß dich Gott — du treu Geschlecht!
Hier auf Frauenberges Höhe p' d- Heut' ich deine Heerschau sehe, , ’ Und mein Herz schlägt hoch und weit;
Deine sonnverbrannten Wangen, Schwielen — statt den goldnen Spangen — Sind dein schönstes Ordenskleid.
Aus der Hesienheimat Gauen, Starke Männer, schmucke Frauen. Alle habt ihr euch vereint, Um hier Zeugnis abzulezen, Daß ihr auf den Lebenswegen Für das eine Ziel geeint:
Treu der Sense, treu dem Pfluge, Und was auch im Zeitenfluge
Noch der Wechsel bringen mag, Wollen säen, wollen mähen, Wollen treu zur Heimat stehen, Treu zum deutschen Bauernschlag.
i Ob vom Land auch viele weichen,
; SteLen wir doch fest wie Eichen,
deutscher Arbeit zu wahren. Ich gedenke hierbei auch der Arbeiter, die in den gewaltigen industriellen Unternehmungen vor den Hochöfen und unter Tage im Stollen mit nerviger Faust ihr Werk verrichten. Die Sorge für sie, ihren Wohlstand und ihre Wohlfahrt habe ich als teures Erbe von meinem in Gott ruhenden Großvater übernommen und es ist mein Wunsch und Wille, daß wir auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge festhalten an den Grundsätzen, die in der unvergeßlichen Botschaft Kaiser Wilhelms I. niedergelegt sind. Das schöne Bild versöhnlicher Einheit, welches die Provinz Westfalen dem Beobachter zeigt, würde ich gern auf jinfet gesamtes Vaterland übertragen sehen. Ich glaube, daß zu einer solchen Einigung aller unserer Mitbürger, aller unserer Stände nur ein Mittel möglich ist, das ist die Religion, freilich nicht in streng kirchlich dogmatischem Sinne verstanden, sondern i n weiteren für das Leben praktischerem Sinne. Ich muß hierbei auf meine eigenen Erfahrungen zurückgreifen. Ich habe in meiner langen Regierungszeit — es ist jetzt das 20. Jahr, das ich angetreten habe — mit vielen Menschen zu tun gehabt und vieles von ihnen erdulden müssen. Oft unbewußt und oft leider auch bewußt, haben sie mir bitter weh getan und wenn mich in solchen Momenten der Zorn übermannen wollte und der Gedanke an Vergeltung aufstieg, dann habe ich mich gefragt, welches Mittel wohl das geeignetste sei, den Zorn zu mildern und die Milde zu stärken. Das einzige, was ich gefunden habe, bestand darin, daß ich mir sagte: „Alle sind Menschen wie du, und obgleich sie dir wehe tun, sie sind Träger einer Seele, aus den lichten Höhen von oben stammend, zu denen wir alle einst wieder zurückkehren wollen, und durch ihre Seele haben sie ein Stück ihres Schöpfers in sich." Wer so denkt, der wird auch immer eine Beurteilung für seine Mitmenschen haben. Wäre es möglich, daß im deutschen Volke dieser Gedanke Raum gewänne für die gegenseitige Beurteilung, so wäre damit die erste Vorbedingung geschaffen für eine vollständige Einigkeit. Aber erreicht kann dieselbe nur in einem Mittelpunkt werden, in der Person unseres Erlösers! In dem Manne, der uns Brüder genannt, -der uns allen zum Vorbilds gelebt hat, den persönlichsten der Persönlichkeit. Er wandelt auch jetzt noch durch die Völker dahin, uns allen fühlbar in unserem Herzen. Im Aufblick zu ihm muß unser Volk sich einigen. Es muß fest bauen auf seinen Worten, von denen er selbst gesagt hat: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht." Wenn er das tut, wird es ihm auch gelingen. Zu solcher Mitarbeit möchte ich am heutigen Tage auffordern, insbesondere die westfälischen Männer, denn, wie ich vorhin auseinandersetzte, haben Sie es verstanden, das schöne Bild versöhnter Gegensätze in Ihrer Provinz zu geben. Sie werden mich auch zuerst und am besten verstehen.
Die der Hessenwälder Kron', Treu dem gottgewollten Stande, Treu dem teuren Vaterlande, Treu zum Altar, treu zum Thron!
Und hat je ein Stand hienieden „Seine Last und seinen Frieden", Bis der Wsltenbau zerfällt. Dann ists unser Stand, der allen Ständen, die auf Erden wallen, Nahrung, Kleidung zugestellt.
Darum, wenn die Pflüge greinen, Wenn dis jungen Saaten keimen. Auf der Flur die Sichel blinkt, Wenn die gold nen Aehren rauschen — Wollen wir dem Liede lauschen. Das uns Gottes Güte singt.
Und so lang noch Herzen schlagen, Wird man nach dem Drode fragen. Das der Bauersmann erwirbt: Und cs wird nicht anders werden, Denn mit dem letzten Mensch auf Erden: Erst der letzte Bauer stirbt!!!
Wissenschaft, Kunst und Leben.
# Adolf Wilbrandt, außer Stande, allen Einzelnen, die ihn zum 70. Geburtstag begrüßten, sofort zu danken, sendet aus Heiligenblut (Kärnthen) folgenden Gesamtdank mit dem Ersuchen um Veröffentlichung:
Lieben Wunsch soll Liebeswunsch erwidern. Holder Gruß will holden Gegengruß.
Euch, den Guten, Freunden, Lebenebrüdern, Die mein Herz erfreut mit Gruß und LiÄryi, Dank ich so, «le ich von HeWn Mutz..
In diesem Geist sollen alte und neue Landesteile, Bürger, Bauern und Arbeiter sich zusammentun und einheitlich in gleicher Treue und Liebe zum Vaterlande zusammenwirken. Dann wird unser deutsches Volk der Eranitblock sein, auf dem unser Herrgott seine Kulturwerke an der Welt weiter aufbauen und vollenden kann. Dann wird auch das Dichterwort sich erfüllen, das da sagt: An dem deutschen Wesen wird einmal noch die Welt genesen. Wer bereit ist hierzu, mir die Hand zu bieten, dem werde ich dankbar sein und ich werde ihn freudig als Mitarbeiter annehmen, er sei wer und weß Standes er wolle. Ich glaube, daß ich von den Westfalen am ersten verstanden werde, und deshalb habe ich mich an Sie gewendet. Nun erhebe ich mein Glas mit dem Wunsche, daß Gottes Segen auf der alten westfälischen roten Erde ruhen möge und auf allen ihren Bewohnern, daß es mir vergönnt sei, fernerhin den Frieden zu erhalten, damit sie ungestört Ihrem Berufe nachgehen können. Gott segne Westfalen. Die Provinz Westfalen Hurra, Hurra, Hurra!"
Oberpräsident Frhr. v. d. Recke erwiderte auf diesen Trinkspruch des Kaisers folgendes: „Eure Majestät haben soeben geruht, der Provinz Westfalen in so gnädiger, huldvoller Weise zu gedenken, daß die Herzen Ew. Majestät treuer Westfalen heißer schlagen und Jubel und Dank ihre Seele erfüllt, Jubel und Dank für den langersehnten Besuch in der Provinz, in der altehrwürdigen Stadt Münster, für die Heeresschau über Westfalens Söhne, Jubel und Dank für die Fülle Allerhöchster Gnade, deren so viele Bewohner der Provinz teilhaftig geworden sind. Ew. Majestät betreten in der Provinz Westfalen das Land schaffender Arbeit. Viele Hunderttausende stehen jahraus jahrein in ihr fest, betriebsam, bahnbrechend, bisweilen pfadfinderisch, in reicher Betätigung werktätigen Schaffens. Gewaltig ist die Entwicklung Westfalens in den letzten Jahrzehnten gewesen, aber große Aufgaben harren noch der Lösung, Konzentration der Versorgung mit Licht, Kraft, gesunde Wasserwirtschaft, Anlage von Talsperren, neuen Wasserwegen, sind nicht die geringsten unter ihnen. Wir hoffen diese Aufgaben den Absichten Ew. Majestät entsprechend zu erfüllen, und wenn erst, so Gott will, in wenigen Jahren der von Ew. Majestät so machtvoll geförderte große Waffer- weg vom Rhein über die Weser hinaus sich eröffnet, so wird die weiß-rote westfälische Flagge noch mehr als bisher anderen Ländern zeigen, was Westfalens Eewerbefleiß unter dem Hohen- zollernaar vermag. Durch zwei Jahrzehnte haben Ew. Majestät das Vaterland und unsere Heimat in gesegnetem Frieden geführt und dadurch eine feste Grundlage geschaffen für die Erfolge der Arbeit, auf die wir stolz sind. Unbegrenzt ist das Zutrauen zu Ew. Majestät gesegnetem Walten. So mannigfaltig die Stände in Westfalen sind, nur ein Gedanke beseelt sie:
Mögt Ihr einst wie ich mit 70 Jahren Freudig vorwärts schaun, voll Dank zurück. Hoffend, viel noch weltfroh zu erfahren, Wie auch Wolken sich und Stürme scharen; Ohne Kampf und Sieg was ist das Glück?
Adolf Wilbrandt.
* Amsterdam, 2. Sept. Mit einer imposanten, für holländische Gebräuche ganz ungewöhnlichen Feier wurde heute nachmittag der Internationale Kongreß für Psychologie, Psychiatrie, Neurologie und Geisteskrankenpflege im Konzertgebäude eröffnet. Parterre und Galerien des großen Saales waren gefüllt. Kurz nach 2 Uhr erschien die Königin, die sonst alljährlich nut einmal nach Amsterdam zu kommen pflegt, am Arm des Prinzgemahls. Der etwa dreihundertstimmige Chor des Konzertgebäudes sang die Nationalhymne. Sämtliche Minister, der Bürgermeister von Amsterdam und die Spitzen der Behörden waren anwesend. Die Königin, die am letzten Samstag 27 Jahre alt wurde, ist in den letzten beiden Jahren bedeutend stärker geworden; sie sieht insolgedeffen etwas behäbiger, aber auch gesünder aus als früher. Der Vorsitzende des Kongresses Professor Jelgersma (Holland) begrüßte die Anwesenden und dankte dem königlichen Paare. Daraus hielt der Justizminister van Raalte eine längere Eröffnungsansprache in elegantem Französisch. Der Minister dantte den Regierungen von Argentinien, Amerika, Belgien, England, Frankreich, Griechenland, Japan, Luxemburg, Oesterreich. Spanien und Schweden für ihre offizielle Beteiligung; außerdem sind laut Programm inoffiziell am Kongreß beteiligt: Bulgarien, Brasilien, Chile, Dänemark, Deutschland, Jta- fteft, Norwegen, Portugal, Rumänien, Rußland,
Wir leben, wir sterben für Ew. Majestät, für den Ruhm und die Größe des Hohenzollern» Hauses. Freudigen Herzens wollen die Söhn« der roten Erde ihr Treugelöbnis von neuem be» siegeln. Innige Wünsche für die Genesung der Kaiserin, deren Fernbleiben in diesen frohen Tagen unser einziger Schmerz ist, fügen wir hinzu, und indem wir das volle Maß des Dan- kes der treuen Provinz Ew. Majestät zu Füßen legen, rufen wir einmütig: Se. Majestät der Kaiser und allergnädigster König und Herr Hurra, Hurra, Hurra!"
Heber den schon gestern kurz gemeldeten Besuch westfälischer Landleute beim Kaiser wird noch gemeldet:
M ü n st e r, 2. Sept. Der etwa 30 000 Mitglieder zählende Westfälische Bauernverein ließ vorgestern dem Kaiser durch eine Abordnung Landesgaben aus der Provinz überreichen. Der Empfang fand 6,30 Uhr im Schlöffe statt. Di« Herren hatten auch eine Einladung zu der vorgestern abend im Landesmuseum stattgefundenen Tafel Sr. Majestät für die Provinz erhalten« Freiherr von Twickel, der Präsident des Westfälischen Bauernvereins, wandte sich an den Kaiser mit folgender Ansprache: „Eure Kaiserliche und Königliche Majestät wollen allergnä- digst gestatten, daß wir, alter guter Landessitt« entsprechend, die Erzeugniffe unserer Arbeit alleruntertänigst darbieten und die Bitte aus» sprechen, Eure Majestät wollen geruhen, dies« huldvollst entgegenzunehmen: Schwarzer Pumpernickel und frische Butter, gesunder westfälischer Schinken und herzerwärmender hundert- jähriger Korn. Schlicht und einfach sind dl« Gaben, die wir bringen und einfach sind unser« Sitten und unser Gemüt, aber treu und begeistert schlagen unsere Herzen unserem Kaiser entgegen, und wollen heute dem huldigen, der von Gottes Gnaden und Führer unseres Volkes ist. Indem wir der begeisterten Freude Ausdruck geben, daß Eure Majestät heute im westfälischen Lande weilen, danken wir Eurer Majestät für die Jahre gesicherten Friedens, die es uns ermöglichen, neben einer blühenden Industrie auch einer blühenden Landwirtschaft den ihre zukommenden Platz auf roter Erde und an der westfälischen Sonne in harter Arbeit zu erhalten. So bitten wir denn Eure Majestät, dl« Versicherung und das Gelöbnis entgegenzunehmen, daß die westfälischen Bauern in guten und in bösen Tagen treu zu ihrem Kaiser halten, und wenn es sein muß, Gut und Blut für Gott und Vaterland opfern.
Der Kaiser dankte für die Gaben mit freundlichen Worten und gab seinem Bedauern Ausdruck, daß es der Kaiserin nicht vergönnt fei, dem Empfange beizuwohnen. Die echte Treu« der Westfalen sei ihm bekannt. Auch heute wieder habe er auf seiner Fahrt nach Tecklenburg In
Serbien, Türkei und Uruguay. Von bekannteren Deutschen sind zu nennen Ziehen (Berlin) Binswanger (Jena). Weiter sind anwesend u. a. Janet (Paris) und Ramony Cajäl (Spanien). Heute abend ist der Kongreß zum Bürgermeister geladen. Morgen beginnen di« Sitzungen, die in verschiedenen Sektionen in der Universität stattfinden. (Frkf. Ztg.)
# Di« „Europäisierung" des japanische« Theaters. Das japanische Theater soll einer Umformung nach europäischen Vorbildern unterworfen werden. Der Mikado hat zwei Millionen Mark für die Gründung eines japanischen Nationaltheaters in Tokio zur Verfügung gestellt, das auf dem Wege der Reformen allen anderen voranschreiten soll. Schon seit einiger Zeit spielen die japanischen Schauspieler Bearbeitungen europäischer Stücke; man findet auf ihrem Repertoire einen „Hamlet", einen „Julius Cäsar", einen „Sappho", „Hernani" usw. Nur würde es einem europäischen Theaterbesucher schwer werden, in diesen „Bearbeitungen" das Original wieder zu erkennen. Hamlet ist der Sohn eines japanischen Edlen, der auf der Universität studiert. Eines Abends erscheint ihm auf dem Kirchhof fein Vater und teilt ihm mit, daß er von seiner ungetreuen Gattin ermordet worden wäre, und Hamlet schwört, ihn zu rächen. Die Handlung vollzieht sich dann ungefähr ebenso, wie bei Shakespeare; aber der ganze tiefe philosophische Gehalt des Dramas ist abgestreist, der berühmte Monolog „Sein oder nicht fein" ganz einfach gestrichen, da er dem Bearbeiter entweder zu langweilig oder zu schwer zu übersetzen schien. Ebenso ist es den anderen europäischen Stücken ergangen. May begreift dies, da japanische Dramatiker, deren, Zahl übrigens nicht groß ist, ohne tiefere Bild»' jing Pnd. > - ------ . — —<