mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Reclamcn: die 3eiTc SO Pm.
Marburg
Freitag 30. August 1907.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck tmb Verlag' Joh. äug. Koch, UniversitätS-Buchdntcker« Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
42. Jahrg.
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„Oberhessische Zeitung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition '(Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch Hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Lan^riefträgern ent- gegengenommen.
Deutsche Gemeinsckastsarbeit in Rußland.
r Zwei Millionen Deutscher ftttb es, die Tm weiten Zarenreich zerstreut leben. Mannigfach ist ihre Geschichte, mannigfach ihre heutigen Interessen: die seit sieben Jahrhunderten in Liv-, Eft- und Kurland lebenden aristokratischen Balten, die städtische Bevölkerung in den inner- russischen Städten, die bäuerlichen Kolonisten in Südrußland und an der Wolga oder im Kaukasus, sie alle kennen sich wenig und gingen bisher meist ihre Sonderwege. Erst die Rot der Russi- fizierungszeit und der Druck der Vureaukratie in den letzten 20 Jahren haben allmählich eine Wandlung herbeigeführt. Jetzt, wo der Druck nachgelassen, die Muttersprache in der Schule wieder zu ihrem Recht zu kommen beginnt, haben nicht nur in den baltischen Provinzen die Deutschen begonnen ihre-- Muttersprache zu pflegen und ihr Volkstum zu heben. Deutsche Vereine sind vielmehr im weiten Rußland hierzu bereits gebildet worden, neue werden noch gebildet werden. Da fragte es sich nun, ob diese deutschen Vereine, die sonst keine Freunde und Helfer haben, sondern ganz allein auf sich gestellt sind, sich nicht gegenseitig aneinander schließen, sich helfen und stützen können. „Denn die Gleichheit des Volkstums und der Sprache, die gleichen geistigen, seelischen und sittlichen Eigenschaften schaffen auch gleiche Bedürfnisse. Es fragt sich, ob die Deutschen Rußlands nicht über alle Entfernungen hinweg, über alle Verschiedenheiten geschichtlicher Entwickelung der Kultur und der Lebensverhältnisse sich die Hand reichen können, um ihnen allen gemeinsame Bedürfnisse mit vereinten Kräften zu befriedigen und ihr Volkstum gegenseitig zu stützen und zu kräftigen." Ganz von selbst drängte dieser Ee- i banke zu praktischer Ausführung. Von den drei baltischen Provinzen erging in diesem Sinne eine Anfrage an die deutschen Vereine in St. Petersburg, Moskau und Odessa, ob es nicht an der Zeit fei, die Vertreter sämtlicher deutscher Vereine zu einer Zusam
menkunft zu berufen, um gemeinsame Angelegenheiten zu beraten. Der Gedanke fand allgemeinen Anklang und Anfang Mai traten in Riga Vertreter der drei baltischen Vereine, sowie der deutschen Vereine in St. Petersburg, Moskau und Odessa zusammen, um in einer privaten Vorbesprechung eine Klärung herbeizuführen. Hier einigte man sich zu Anfang Januar 1008 eine allgemeine deutsche Konferenz nach Moskau einzuberufen, deren Aufgaben vornehmlich auf dem Gebiete des deutschen Schulwesens liegen werden. Die deutsche Bevölkerung Rußlands hat einst eine Hochschule besessen, die die Schätze der Wissenschaft in deutscher Sprache und durch deutsche Gelehrte erschloß. Das war Dorpat. Heute sind 2 Millionen dieser Möglichkeit beraubt. Angesichts dieses Notstandes wird jener deutschen Konferenz der Antrag vorgelegt werdet!, daß an die Staatsregierung das Verlangen auf Wiedererrichtung der deutsch en Universität Dorpat zu stellen sei. Durch die Ausschließung der deutschen Unterrichtssprache aus allen Lehranstalten während der Russifizierungsära ist ferner die Ausbildung von deutschen Lehrkräften ins Stocken geraten, ja es macht sich ein allgemeiner Mangel an Lehrern gelten». Der Konferenz soll daher der Plan vorgelegt werden durch gemeinsame Errichtung von Anstalten zur Ausbildung deutscher Lehrkräfte dem Uebel zu steuern. Ferner will man von der russischen Staatsregierung die rechtliche Gleichstellung der deutschsprachigen mit den andern Lehranstalten verlangen, was um so notwendiger ist, als heute die deutschen Schulen lediglich Privatschulen ohne staatliche Rechte sind, aber alle Pflichten staatlicher Schulen tragen müssen. Endlich wird sich die Konferenz mit der Errichtung einer Zentral- stelle für die deutschen Stellenvermittelungsbureaus beschäftigen, sowie mit der Herausgabe von allmonatlich erscheinenden Vereinsnachrichten.
Man sieht: durch die Vorberatung der Vertreter deutscher Vereine ist der Anfang zu einer kulturellen Gesamtorganisation des Deutschtums in Rußland gemacht. Hoffentlich wird die Moskauer Tagung einen weiteren Schritt auf dem Wege zu diesem bedeutungsvollen Ziele, bedeuten!
Deutsches Reich.
— Der abessinische Besuch. Wie die „Kreuzzeitung" berichtet, wird sich die außerordentliche Gesandtschaft des Regus Menelik von Abessinien vom 31. August bis 4. September in Berlin aufhalten. Später besucht sie die Städte Essen und Köln. Die Gesandtschaft ist vom Kaiser zur
Herbstparade des Gardekorps am 2. September eingeladen worden. Sie besteht aus dem Ded- jasmatsch Meschescha, Gouverneur der Provinz Dem, als Führer, dem Ragaderas Jgasu, Gouverneur von Diredaua als Begleiter und dem Abessinier Gabriel, als Dolmetscher, zur Begleitung der Gesandtschaft ist der Major von Schelling vom Garde-Füsilierregiment kommandiert worden.
— Der Apothekerkammer-Ausschuft hält am 26. und 27. September in der Medizinalabteilung des Kultusministeriums zu Berlin seine diesjährige Sitzung ab.
— Das deutsche Kadettenschiff „Charlotte" ist am 26. August in Cadiz eingetroffen und geht von dort am 5. September nach Tanger ab.
— Um Schülerselbstmorden vorzubeugen oder sie seltener zu machen hat das Kultusministerium ein Rundschreiben in Erwägung gezogen, das den Schulvorständen und Lehrern zugestellt werden soll. Es wird in dieser Denkschrift auf das Steigen der jugendlichen Selbstmorde in Stadt und Land hingewiesen. Es sollen alle Kreise, die mit Schülern in Verbindung stehen, sich dahin äußern, ob und durch welche Mittel dem Umsichgreifen dieses Uebels vorgebeugt werden kann. Als Motive kämen hier in Betracht: Schlechtes Zeugnis, gekränkter Ehrgeiz, Bestrafung durch Lehrer, Furcht vor elterlicher Strafe, jugendliche Liebe, Unlust zur Schule usw. Von dem Ergebnis der Rundfrage wird dann zusammenfassend den Schulbehörden Mitteilung gemacht werden. Man hofft, an Hand des Materials der Lehrerschaft wichtige Fingerzeige für das zeitige Erkennen 'der Neigung zum Selbstmord geben zu können.
Ausland.
— Die englische Thronrede. London, 28. Aug. Das Parlament wurde mit einer Thronrede vertagt worin es heißt: Der neuliche Besuch des Königs und der Königin von Dänemark, die nahe mit mir verwandt sind, bereitete der Königin und mir eine große Freude und wird nicht verfehlen, die freundschaftlichen Beziehungen, die zwischen unseren beiden Ländern bestehen, zu verbessern. Die Thronrede spricht dann den Dank für den Besuch des Prinzen Fuschirni aus, der von dem verbündeten Kaiser von Japan in besonderer Mission nach England gesandt wurde: die Beziehungen zu den anderen Mächten seien fortdauernd freundschaftlich. „Meine Regierung", sagt der König, „ist von dem Wunsche beseelt, auf jede mögliche Weise zur Erhaltung des Friedens beizutragen: sie hat ein Abkommen mit der spanischen Regierung zum Schutze der beiderseitigen Interessen in dem Teil des mittelländischen Meeres und des atlanii-
verboten.)
In den Fluten.
Roman von Jenny Hirsch. (Fortsetzung).
. Verlangen befremdete mich, es war aber jetzt kerne Zeit, ihr Vorstellungen zu machen, trtt "ach 'hrern Willen. Mit dem t.9!nT ""traut, wußte ich auf einem wenig betretenen Fußsteig die Försterei schnell ^r^chen. Mit wenigen Worten war meine Mutter verständigt, beladen mit Kleidern und Wein kehrten wir beide auf demselben Wege nach der Krähenhütte zurück. Rach Verlauf einer Stunde lag Gertrud in Decken gehüllr in Segefeld im Zimmer meiner Mutter auf dem Sofa. Wir beide waren allein mit ihr, denn Förster Dorn war verreist und unserer Magd hatte meine Mutter ein paar Tage Urlaub gege- ben. Gertrud pries diesen Zufall als ein Glück, Denn sie rückte jetzt mit einem Vorschlag heraus, her uns in hohem Grade verwunderlich erschien und gegen den wir anzukämpfen suchten.
Als meine Mutter mich aufforderte, einen Boten nach dem Eodenberg zu schicken und Frau von Melnik zu benachrichtigen, was ihrer Schwester zugestoßen sei, und daß sie sich bei uns befinde, lehnt- sie eifrig ab. Niemand und am allerwenigsten die Ihrigen dürsten das erfahren, sie wolle nicht zu ihnen zurückkehren."
„Und wie motivieren Sie dieses sonderbare Verlangen?" fragte der Amtsrichter: Georg horte sehr deutlich aus seinem Ton, wie wenig Glauben er der ganzen Erzählung schenkte.
„Mit dem Widerstande ihres Schwagers und der von diesem ganz beeinflußten Schwester und ihres Vormundes gegen unsere Verbindung. „Es ist ihnen schon einmal gelungen, uns zu trennen, Georg," sagte sie. „Wenn ich auch jetzt einsehe, daß ich Dir schweres Unrecht getan habe und Dir gelobe, nie, nie wieder an Dir zu zweifeln, fo weiß ich .doch nicht, wie ich allen
Angriffen standhalten soll, die man während der zwei Jahre bis zu meiner Volljährigkeit gegen unsere Liebe richten wird. Laß uns dieser Qual entfliehen, komm mit mir nach Amerika, dort verheiraten wir uns, und ich melde die vollzogene Tatsache nach Europa. Das Schlimmste, was uns geschehen kann, ist, daß mir mein Vormund die Zinsen meines Vermögens verweigert: Du wirst bis zu meiner Großjährigkeit für Deine Frau sorgen können."
„Es konnte Ihnen doch noch mancherlei geschehen, nämlich Anklage auf Fahnenflucht und Entführung einer Minderjährigen," bemerkte der Untersuchungsrichter, „doch lassen wir das vorläufig beiseite. Erklären Sie mir zunächst, wie Fräulein von Kauffel so plötzlich zu einer ganz anderen Ansicht über Sie gekommen sein soll. Sie haben selbst zugegeben, daß Sie kurz vorher von Ihnen nichts habe wissen wollen. Lediglich der Umstand, daß R? von Ihnen aus dem Wasser gezogen worden ist, kann eine solche Sinnesänderung nicht bewirkt haben."
„Und doch muß es so sein. Die Augenblicke, in welchen man sich in der höchsten Lebensgefahr befindet, sollen ja oft eine wunderbare Klarheit über alle Ereignisse unseres bisherigen Daseins geben," antwortete Georg.
„Haben Sie sich wirklich bei dieser Annahme beruhigt und von Ihrer Braut keine andere Abbitte verlangt? Das wäre ja sehr großmütig," spottete Reutern.
„Ich war auch wirklich nicht so großmütig," antwortete Georg in dem gleichen Ton, „aber sie bat mich, nicht in sie zu bringen und mir an der Versicherung ihrer tiefsten Reue genügen zu lassen. Später wollte sie mir alles erklären, für heute hätten wir ja so vieles anbere zu tun."
„Unb Sie gewährten ihr diese Bitte?"
Georg bejahte stumm.
»Fragten Sie denn auch nicht, wie sie in den See gelangt sei?"
„Doch, das fragte ich auch, aber" — er zögerte sichtlich — „ich bin auch daraus nicht remt klug
geworden. Sie ließ es unklar, ob sie hineingefallen sei oder sich absichtlich hineingestürzt habe."
„Und auch das ließen Sie sich gefallen? Wahrlich, eine solche blinde Liebe hätte ich in unserem Jahrhundert nicht für möglich gehalten! Das erinnert ja an den Minnedienst des Mittelalters," bemerkte der Amtsrichter achselzuckend.
„Ich wollte mich nicht so abspeisen lassen, ich drang in Gertrud, mir näheren Aufschluß zu geben, aber meine Mutter legte sich ins Mittel unb redete mir zu, nicht mehr wissen zu wollen, als Gertrud mir jetzt sagen dürfe unb könne."
„So hat sie sich Ihrer Mutter anvertraut?"
„Gesagt hat mir auch meine Mutter später nichts darüber; aber sie erklärte sich schneller mit Gertruds Plan einverstanden als ich. Beide wußten mir die Bedenken, welche ich erhob, auszureden. Wir beschlossen endlich, da Gertrud daraus bestand, daß sie noch in dieser Nacht fort müsse, sie solle mir um einige Tage vorausreisen, damit ich hier meine Angelegenheiten erst ordne, keinen Verdacht errege unb auch der Anklage entgehe, eine Minderjährige entführt zu haben."
„Das haben Sie also auch bedacht?" bemerkte der Amtsrichter. „Nun weiter; Sie Heften sich wohl, um den Verdacht zu beseitigen, noch einmal in Eremsmühlen sehen?"
„Ganz richtig," erwiderte Eltester, „ich schrieb auch an den Förster Dorn, er möge schleunigst zurückkommen, denn ich wuftte, er wollte am anderen Tage von Lübeck Weiterreisen, unb traf alle für Gertruds heimliche Abreise erforderlichen Vorkehrungen."
„Als man in der Nacht bei uns anpochte, unb meine Mutter, anscheinend aus tiefem Schlafe aufgesahren, den Laden öffnete und fragte, wer sie so spät noch störe, hatte sie in Wahrheit soeben eine kleine Reisetasche für Gertrud gepackt."
„Mit den nassen Kleidern?"
Allerdings, unter den geschickten Hande» ■meiner Mutter und dank der herrschenden große»
schen Ozeans, an welchem beide Länder interessiert find, geschlossen". Auf Einladung Rußlands habe er, der König, Delegierte für die Haager Konferenz ernannt; er hege das Vertrauen, daß die Beratungen der Konferenz den Abschluß von Uebereinkommen im Gefolge haben werden, die darauf hinzielen, die Kriegsleiden zu mildern und den Weltfrieden zu sichern. In Indien hätten gewisse vorübergehende Schwierigkeiten die englische Regierung nicht entmutigt, Pläne für die Verbesserung der Verwaltungsmaschinerie zu entwerfen; es seien bereits Schritte getan, um die Teilnahme und den Rat indischer Mitglieder im indischen Staatsrat zu sichern. Die Thronrede nimmt sodann Bezug auf die kürzlich abgehaltene Kolonialkonferenz und die Vereinbarung künftiger ähnlicher Zusammenkünfte unter der Bezeichnung Reichskonferenzen, zur freien Aussprache über Fragen von allgemeinem Reichsinteresse. Der König gibt sodann der Hoffnung Ausdruck, daß die Einführung der Selbstverwaltung des Volkes di« Oranjefluß-Kolonie zur Wohlfahrt und Zufriedenheit führen werde. Bei der Parade über die kürzlich gebildete Heimatflotte habe der König einen tiefen Eindruck von der guten Verfassung unb der wunderbaren Erscheinung der Schiffe sowie der ausgezeichneten Haltung und der Manneszucht empfangen. Weiter gedenkt die Thronrede der erfolgreichen, auf breiter Grundlage durchgeführten Reorganisation der heimischen Streitkräfte durch Einteilung in sechs große Divisionen und Umgestaltung der Hilfs.' streitkräfte zu einer zweiten Heereslinie. Zuletzi gibt die Thronrede einen Ueberblick über die in der nunmehr schließenden Tagung verabschiede' ten Landesgesetze.
Der türkisch-persische Erenzkonflikt in englischer Beleuchtung. Teheran, 27. Aug. Rach Berichten über die Ereignisse vom 4. August, dem Zeitpunkt des Eindringens einer türkischen Truppenmacht auf persisches Gebiet, bis zum 15. August wurden der General Samsam Dauleh und einige andere persische Offiziere, die von den Türken gefangen genommen worden waren, getötet. Viele harmlose Dorfbewohner, darunter Frauen unb Kinber, wurden niedergemacht und viele Weiber weggeschleppt; auch wurde eine Kirche entweiht. Getreidevorräte im Werte von 20 000 Pfund Sterling wurden zum Teil geraubt, zum andern Teil vernichtet. Dem Gouverneur von Taebris, dem Prinzen Ferman Ferma, stehen sechs Bataillone zur Verfügung, die sich auf dem Marsche nach Urmia befinden. Nach einer Nachricht, die noch der Bestätigung bedarf, haben die türkischen Truppen Merioan in Kurdistan östlich von Suleimanie besetzt. In einem Telegramm der Geistlichkeit unb der Bevölkerung von Urmia an das Patla-
Hitze waren sie schon wieder hergerichtet, waii fehlte, wurde aus dem Vorrat, den mein« Schwester im Hanse zurückgelassen, ergänzt, Statt des Hutes, der im See geblieben war^ band sie ein großes Tuch über den Kopf, was si<! auch davor schützte, erkannt zu werden. Sßifl gaben ihr, was wir an Geld besaßen, ich zog ebenfalls ganz unscheinbare Sachen an, unb s<! gingen wir nach Schwarzenau, wo sie eine Fahr.^ karte dritter Klasse nach Kiel löste. Es wäre«' uns auf dem Wege nur ein paar Leute begegnet, unb diese hatten uns wahrscheinlich für Bauern oder Tagelöhner gehalten."
„Und der Beamte, bei dem die Fahrkarte genommen wurde?"
„Ich ging aus Vorsicht nicht mit an den Schalter; er wird Gertrud, die das Tuch tief ins Gesicht zog nicht erkannt haben, da er nicht vermuten konnte, daß Fräulein von Kauffel allein in der Nacht in der dritten Klasse von bet kleinen Station ans nach Kiel fahren werde."
„Als Sie, Herr Inspektor, uns in Segefeld aufsuchten, wat ich von meinem nächtlichen Ausfluge erst vor ein paar Stunden zurückgekehrt unb durch das Bellen des Hundes geweckt worden," wandte et sich an diesen unb fuhr fort: „Gertrud wollte von Kiel nach Hamburg und von dort unverzüglich nach England fahren. Mit einem Schiffe der Whithe Star-Linie, die jeden Mittwoch unb Sonnabend von Liverpool abgehen, wollten wir die lleberfahrt nach Amerika mathen. Wir hatten berechnet, daß ich am nächsten Mittwoch in Liverpool sein könne. Erst auf dem Schifte wollten wir zusammentreffen"
„Warum erst auf dem Schiffe?"
„Weil wir alles vermeiden wollten, was eine vorzeittge Entdeckung herbeiführen konnte, 0, Himmel, wie wirb sie auf mich warten!" • <-
Er sprang auf, als wollte er wegeilen. rU
• (Fortsetzung folgt.)