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Marburg

Donnerstag. 29. August 1907.

Erscheint wöchentlich sieben maL

Druck und Verlag- Joh. Lug. Koch, Universitäts-Buchdrucker«

Marburg, Markt 21. Telephon 65.

42. Jahrg.

Zweites Blatt.

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für den Monat September auf die

Oberhessische 3 eJ t u n g" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch. Hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Lan^briefträgern ent­gegen genom men. -

Deutsches Reich.

Die Bevölkerung in Westgreußen und Posen hat infolge der Tätigkeit der Ansiedlungs- koinmission zugenommen. Der hierauf zurückzu- führende Bevölkerungsgewinn in den Städten und auf dem Lande wird in der dem Abgeord­netenhause zugegangenen Denkschrift auf 135= bis 150 000 Seelen berechnet. Damit ist darge­tan, daß die günstige Bevölkerungsbewegung, die günstige Entwicklung der Provinzen über­haupt mit der Siedlung steht und fällt. Denn der Großgrundbesitz überwiegt noch zu sehr, und die angefetzten Gemeinden sind noch zu wenig zahlreich, den AnsiedlungsproStnzen aus eignem heraus ein weiteres ähnliches Aufsteigen zu ge­währleisten. Die Tragweite dieser Bevölke- rungsverschiebnng unt> -Vermehrung kann, auch wenn man von der nationalen Bedeutung ab- sieht, nicht leicht überschätzt werden. Sie bietet ein Gegengewicht gegen die inneren Wa>ide- rungen, die dem Osten Blut entziehen und es in die ohnehin schon stark bevölkerten Westpro­vinzen leiten. Sie vermag sogar geradezu auf diese Wo.nderbewcgung zu wirken, denn der Deutsche gewinnt überall einen starken Rückhalt an den Ansiedlungen und der wirtschaftliche Aufstieg der Provinzen hält ihn dort zurück. Die alte Bevölkerung des Ostens erhält eine günstige Blutauffrischung durch die Zuführung von be­sonders tüchtigem Menschenmaterial aus dem Westen, das früher über See ging und den Ver­einigten Staaten von Amerika den besten Far­mer lieferte. Die Siedlung verstärkt das Schwer­gewicht der ländlichen und der kleinstädtischen Bevölkerung gegenüber den rasch anwachsenden Großstädten und ihren kulturellen Gefahren, die heute auf andere Weise noch nicht beschworen sind. Eine Vermehrung der selbständigen Schicht in Land und Stadt ist wirtschaftlich und poli­tisch gleich wertvoll in einer Zeit, wo sie das An­wachsen der gewerblichen Arbeiterklasse zahlen­mäßig zu überflügeln beginnt. In gleicher Richtung liegt der Wert der Siedlung für die nationale Wehrkraft. Das kann in den Aus­hebungslisten heute noch nicht voll zum Ausdruck kommen, weil die Ansiedler bei ihrem Zuzug ihrer Militärpflicht schon genügt haben, pflich­tige Söhne aber nur in den älteren Ansied- lu-lgen vorhanden sind. (Rückwandrersöhne ha-

L"anz und Gesang im Bismarck- Archipel.

(Schluß.)'

Ebenso mannigfaltig sind die panto­mimischen Tänze, welche ein besonderes Ereignis darstellen. Sie unterscheiden sich nicht wesentlich von ähnlichen Aufführungen auf der Gazellehalbinsel, es sei denn, daß die Nord- Neumecklenburger dem ruhigeren und mehr ver­schlossenen Gazellebewohner an Humor bedeutend voraus sind und in ihren Tänzen die komischen Momente mehr betonen.

Aeußerst charakteristisch sind die Tänze, die ich in Ermangelung einer befielen Bezeichnung Totemtänze genannt habe. Hier werden die Bewegungen dessenigen Tieres, welches einer bestimmten Gruppe als Stammes- Zeichen dient, dargestellt. In Nord-Mecklen­burg sind es gewisse.Vögel, die als Totem- Zeichen dienen. Die Aufführenden sind immer die Inhaber des betreffenden Totemzeichens. Hier zeigt sich nun, welch scharfer Beobachter der Ein­geborene ist, wie sorgfältig er seinen Totem­vogel und dessen Gewohnheiten kennt und nach- zuahmeil vermag. Als Beispiel schildert hier Parkinson in feiner eingehenden Weise den Tanz der Nashornvogelleute, lieber einen an­deren derartigen Tanz, wo die Taube als Totem­tier und ihre Verfolgung durch die Schlange, d. h. durch den bösen, dem Totem feindlichen Geist dargestrllt wirb, erzählt der Verfafier aus­führlich, - --

bett bereits 343 ihrer Militärpflicht in Heer oder Flotte genügt; im Jahre 1906 allein 101.) Für die heimische Industrie wird die Schicht vergrö­ßert, aus der sie ihre Handwerker, ihre Kauf­leute, ihre Angestellten entnimmt. Auch wird ihr und dem Handel das Absatzgebiet erweitert. Denn mit der Vermehrung der Menschenzahl und der Kaufkraft der ländlichen und kleinstäd­tischen Bevölkerung steigt der Verbrauch von allen Erzeugnissen des Gewerbefleißes: Bau­gewerbe, Majchinenindustrie, Bekleidungsge­werbe, die Textil- und die Lederindustrie, die Industrie der Nahrungs- und Eenußmittel, die Bearbeitung der Metalle ufw. werden gefördert, es dürfte kaum ein Gewerbe geben, das nicht von der Kolonisation Vorteile hätte.

Die neuen Steuern bringen auch jetzt noch fast sämtlich weniger auf, als von ihnen er­wartet wurde. Lediglich die Zigaretten­steuer und der Frachturkunden stem­pel gewähren die Aussicht, daß der Etatsansatz nicht bloß erreicht, sondern überschritten werden wird. Die erstere ist mit 11,2 Millionen dl in den Etat eingestellt und hat im ersten Jahres­drittel bereits 3,8 Millionen -ll abgeworfen, bei der letzteren sind 4,9 Millionen dl vereinnahmt, während der Jahresetatsansatz 13,7 Mill. dl beträgt. Bei der Drausteuer dagegen zeigt es sich schon, daß die Wirklichkeit mit der Schätzung schwerlich übereinstimmen wird. Einem Jah- resetatsansahe von 51,7 Mill. steht eine Jah- resdritteleinnahme von 15,1 Mill. dl gegenüber. Und nun erst die übrigen neuen Steuern! Der Stempel von den Personenkarten war in dem Etatsentwurfe, den die verbündeten Re­gierungen zuerst dem Reichstage vorgelegt hat­ten, in der ganzen Jahreseinnahme auf 45 Mill, -ll geschätzt worden und zwar entsprechend den Berechnungen, die man bei der Einführung der Steuer vorgenommen hatte. Schon bei den Reichstagsberatungen war es, namentlich auf Grund der bis dahin festgestellten tatsächlichen Einnahmeverhältnisse, klar, daß diese Stempel­steuer unmöglich den hohen Betrag abwerfen würde. Im Reichstage wurde deshalb der für 1907 zu erwartende Betrag auf 30,4 Mill. dl herabgemindert. Aber auch diese Summe wird, wenn sich die Einnahmeverhältnisse nicht wesent­lich ändern, schwerlich erreicht werden. Im ersten Jahresdrittel wurden vom Personensahrkarten- stempel 5,7 Mill. dl eingenommen. Danach würde am Ende des Jahres nicht viel mehr als die Hälfte des Etatsansatzes erreicht werden. Die Erträge der Kraftfahrzeugsteuer sowie der Besteuerung von Vergütun- gen an Mitglieder von Aussichts- löten fallen nicht sehr ins Gewicht, aber auch bei ihnen lassen die bisherigen Einnahmen nicht den Schluß zu, daß die Etatsansätze erreicht wer­den können. Bei der Erbschaftssteuer haben ja wegen der Uebergangsbestimmungen immer noch keine geregelten Verhältnisse Platz gegriffen. Man kann hier hoffen, daß der Etatsansatz schließlich doch noch erreicht werden wird, groß ist die Hoffnung aber nicht, wenn man sich ver­gegenwärtigt, daß im ersten Jahresdrittel tat­sächlich nahezu 7 Mill, dl vereinnahmt wurden,

Die Weibertänze sind nun allerdings auch verschieden, jedoch kommen hier keine panto- mimistischen Aufführungen vor, sondern die Tänzerinnen sind bestrebt, durch streng abge­messene Bewegungen die Zierlichkeit und Grazie des weiblichen Körpers zum Ausdruck zu brin­gen. Die paarweise gebildete Tänzerinnenreihe stimmt einen Gesang im allerhöchsten Sopran an. Der Körper ist mit Schmuck, namentlich mit Blumen und bunten Blättern geschmackvoll de­koriert, und in den Händen hält jede Tänzerin einen hübschen, bunten Blumenstrauß. Zierliche, manchmal sehr komplizierte Bewegungen werden dann mit Händen und Füßen ausgeführt, und wenn ein solcher Tanz von einer Anzahl iuiiget Mädchen ausgeführt wird, ist es in der Tat ein schöner Anblick. Die schlanken, braunen Ge­stalten, im Schmuck der Jugend, drehen sich gar zierlich in langsamen Bewegungen, machen kleine Schritte nach vorn und nach rückwärts, treten dabei mit den Füßen so sorgsam und leise auf, als ob sie auf Eiern daherschritten, wiegen sich in den Hüften, heben und senken die Arme und Hände und werten dann und wann ihre Blicke auf die Zuschauer, als ob sie sagen woll­ten: Siehst du wohl, wie schön ich bin? Jede Obszönität wirb aufs strengste vermieden. .

Daß diese Tänze eine langandauernde Hebung erfordern, ist nach dem Gesagten beareiflich. In der Tat wird darauf auch viel Zeit verwendet, und Knaben wie Mädchen werden bereits im frühen Kindesalter von den Aelteren unterrich­tet. Gar stolz und befriedigt blicken die Mütter, wenn ihre kaumzweijährigen Töchter di« Be­

im Etat ober für das ganze Jahr 37 Mill, dl eingesetzt sind. Auf jeden Fall hat man sich von den neuen Steuern mehr versprochen, als sie ge­halten haben.

Die erste Veröffentlichung über die Be­rufs- und Betriebszählung vom 12. Juni 1907 ist erschienen. Es ist eine vorläufige Berufsliste in systematischer und alphabettscher Ordnung. Sie gibt einen Ueberblick übet die Anordnung der bei der Zählung berücksichtigten Berufsarten und erleichtett die Auffindung dieser in den späteren Veröffentlichungen.

Bestimmungen über die Schonzeit jagd­barer Tiere. In der ministeriellen Ausführ­ungsanweisung zur Jagdordnung heißt cs mit Bezug auf die Schonzeitbestimmungen: Die im Herbste von Norden nach dem Süden durchzie­henden Drosseln erscheinen in den einzelnen Gegenden zu verschiedenen Zeiten. Die Jagdord- nung soll die Möglichkeit geben, den Krammets- vogelfang dann erst beginnen zu lassen, wenn die heimischen Drosseln bereits fortgezogen sind. Die gänzliche Aufhebung der Schonzeit für wilde Enten wird sich nur dann rechtfertigen lassen, wenn diese Vögel durch massenhaftes Auf­treten^ der Fischerei ernstlich schädlich werden. Die Jagdordnung gibt die Möglichkeit, die Schonzeit für Rehkälber zu verlängern oder auf das ganze Jahr auszudehnen. Wenn es nun auch richtig ist, hiervon in allen Fällen Gebrauch zu machen, in denen ohne Abänderung der Schonzeit ein übermäßiger Abschuß der Reh- fälber zu erwarten ist, so hieße es doch die Ab­sicht dieser Vorschrift verkennen, wenn ohne Un­terschied für ganze Regierungsbezirke die Schon­zeit auf das ganze Jahr ausgedehnt wird. Abs. 3 des Paragraphen 40 gestattet ausdrücklich eine verschiedene Behandlung der einzelnen Telle des Regierungsbezirks. Da der ordnungsgemäß vor­genommene Abschuß von Rehkälbern ein vorzüg­liches Mittel ist, durch Beseitigung überzähliger und schwacher Stücke einen numerisch richtigen und kräftig entwickelten Bestand an Rehwilv zu erzielen, würde cs verfehlt sein, die Abschuß­möglichkeit dann zu beseitigen, wenn eine weid­männische Handhabung des Abschusses gewähr­leistet ist. Es entspricht deshalb durchaus der Absicht des Gesetzes, auch bann, wenn im allge­meinen im Bezirke die Verhältnisse bie Ver­längerung oder Ausdehnung der Schonzeit auf das ganze Jahr notwendig machen, hiervon für einzelne Jagdbezirke, insbesondere größere Waldkomplexe abzusehen. Da die Drosseln (K r a m m e t s v ö g e l) zu den . jagdbaren Tieren gehören, stellt die Ausübung des Dohncn- stiegs eine Jagdausübung dar. Wer diese Jagd ausübt, muß einen auf seinen Namen lautenden Jagdschein bei sich führen. Der Erlaß von Po- lizeiverorbnungen soll ber überflüssigen Tier­quälerei bei Ausübung bes Dohnenstiegs vor­beugen. Kaninchen gehören nicht zu den jagdbaren Tieren. Kiebitze und Mö­wen gehören als Sumpf- und Wasservögel zu den jagdbaren Tieren. Das Sammeln der Eier dieser Vögel stellt eine Jagdausbeutung dar, zu ber man aber ber Lösung eines Jagdscheines nicht bedarf. Paragraph 83 hat den Zweck, in denjenigen Landesteilen, in denen bie Kiebitze und Möwen bis zum Inkrafttreten bes Wild- schonungsgesetzes vom 14. Juli 1904 nicht jagd­bar waren, ihre Eier mithin von anderen Per­sonen als dem Jagdberechtigten gesammelt wer­ben bürsten, diese Befugnis bis zum Ablaufe

megungen ber Tänzerinen mit mehr oder we­niger Geschick nachzuahmen suchen.

Die den Tanz berleitcnben Gesänge wer­den teils von den Tanzenden selbst, teils von den Trommelmusikanten gelungen und sind eine fortwährende Repetition bestimmter Sätze, die anscheinend keine Verbindung mit dem Tanz haben und einem europäischen Zuhörer als Un­sinn erscheinen. Was ich gelegentlich ber Be­sprechung der Gesänge der Ädmiralitätsinsu- laner gesagt habe, gilt auch für biesen Teil bes Archipels. So unsinnig die Gesänge auch einem Uneingeweihten klingen mögen, so verständlich sind sie den Eingeborenen. Sie drücken in knap­per Form bie Hauptmomente in bestimmten Schlagworten aus, wodurch den Zuhörern die volle Bedeutung der Lieder klar wird.

Heber einen Teil der Musikinstru­mente spricht Parkinson in einem anderen Kapitel seines trefflichen Werkes. Hier fahrt er u. a. fort: Die Trommel ist auch hier ein aus- gehöhlter Baumstamm mit einem schmalen Schlitz als Schalloch; durch Stoßen der Seiten- wanb mit einem Stock wirb der weithin hörbare Ton hervorgebracht. Die auf der Insel Neu- pommern so weit verbreitete sanbuhrförmige Schlagtrommel war bis vor wenigen Jahren überall auf Neumecklenburg unbekannt. Neuer­dings haben heimkehrende Insulaner,, die in Neuguinea und auf der Gazellehalbinsel im Dienst der Ansiedler gestanden, das Instrument nach ihrer Heimat gebracht, und man findet es daher heute hier und dort. Wer mit der Orna- mentierunA und der Form diestzr Trommeln ver-

ber zur damaligen Zeit bestehenden Jagdpacht« vertrüge zu erhalten. Erst beim Abschluffe neuer Jagdpachtverträge steht auch hier das Recht, die Eier zu sammeln, dem Jagdberechtigten allein zu. Damit, daß die Kiebitze und Möwen allge­mein für jagdbare Tiere erklärt worden sind, sollte diesen für die Landwirtschaft nützlichen Vogelarten ein Schutz gegen ihre Ausrottung gegeben werden.

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller DdgtnalarttM ist gemäß § 1b del Urheberrecht» nut mit der deutlichen Quellenangabe

.Oberheff. Ltg" ßtfrrttet) ,

Marburg, 28. August.

Alters«, Invaliden« n. Krankenrenten. Für den Kreis Frankenberg stellen sich die Ergebnisse der Bewilligung von Alters-, Invaliden» und Krankenrenlen in der Zeit vom 1. Januar 1891 bis Ende Juni 1907 wie folgt: Die eingegangenen Anträge auf Altersrente betrugen 203. Davon sind erledigt durch Renten­bewilligung 155, durch Ablehnung 42, durch Tod btt Antragsteller ec. 3. Der Gesamt-Jahresbetrag der be­willigten Renten belief sich auf 19 268.40 Mk. Von den Rentenempfängern sind bezw. waren beschäftigt in der Landwirtschaft 95, in der Industrie 15, im Handel und Verkehr 0, durch Lohnarbeit wechselnder Art 18, im Staatsdienst 24 und im Gesindedienst 3. Nach Abgang durch Tod re. bleiben noch zu zahlen 29 Posten im Be­ttage- von 4146 60 Mk. Die eingegangenen Antrag« aus Invalidenrente betrugen 500. Davon sind erledigt durch Rentenbewilligung 397, durch Ablehnung 83, durch Tod der Antragsteller rc. 20. Der Gesamtbetrag der bewilligten Renten belief sich auf 55149.20 Mt Won den Rentenempfängern find bezw. waren beschäftigt in der Landwirtschaft 234, in der Industrie 8 , im Handel und Verkehr 9, durch Lohnarbeit wechselnder Art, im Staatsdienst 31, im Gesinde« dienst 23. Nach Abgang durch Tod re. bleiben noch zu zahlen 223 Posten im Bettage von 31379.20 Mark. Die ein gegangenen Anträge auf Krankenrenten betrugen 21. Davon sind erledigt durch Renten­bewilligung 21. Der Gesamt-Jahresbetrag der be­willigten Renten belief sich auf 2984.40 Mk. Von den Rentenempfängern sind bezw. waren beschäftigt: in der Landwirtschaft 9, in der Industrie 2, durch Lohnarbeit wechselnder Art 4, im Staatsdienst 1, im Gesindedienft 5. Nach Abgang durch Tod bleiben noch zu zahlen 5 Bosten im Betrage von 692.80 Mark. Der Gesamt - Jahresbettag der bewilligten Renten betrug überhaupt 77 402.00 Mk. Von der Landes« Versicherungsanstalt Hessen-Nassau, deren Bezirk bie Regierungsbezirke Cassel und Wiesbaden, sowie daS Fürstentum Waldeck umfaßt, sind seit dem 1. Januar 1891 überhaupt bewilligt: 9632 Altersrenten im Ge- sammt-Jahresbetrage von 1351733.70 Mk., 35161 In­validenrenten im Gesamt » Jahresbettage von 5213300.20 Mk., 2907 Krankenrenten im Gesamt« Jahresbettage von 469 322.00 Mk., im Ganzen 47 73Q Renten mit einem Gesamt - Jahresbettage von 7 024 355.20 Mk. Hiervon sind nach Berücksichtigung der durch Tod rc. erfolgten Abgänge Ende Juni 1907 noch zu zahlen 2590 Altersrenten im Gesamt- Jahresbetrage von 395 028.50 Mk., 18698 Invaliden­renten im Eesamt-Jahresbettage von 2841502.00 Mk. 713 Krankenrenten im Gesamt Jahresbetrage von 115062.90 Mk., im Ganzen 22001 Renten mit einem Gesamt» Jahresbettage von 3 351593.40 Mk. Der vom Reiche zu leistende Zuschuß beträgt 1100 050 Mk, Mithin bleiben Ende Juni 1907 ans Mitteln der Landes-Versicherungsanstalt Heffen-Nafiau an Renten zu zahlen sährlich 2251543.40 Mk.

" Jagdliches. In einem Orte des Kreises Z. hatte ein Jäger einen Rehbock erlegt. Er hatte den auf eine Wiese tretenden Bock mit der Kugel auf weite Entfernung «Mroffen und freute sich, als er sah, baß ber Bock im Feuer zusammenbrach. Als ber Jäger den Bock auf­

traut ist, kann ohne Schwierigkeit nachweisen, ob ein bestimmtes Eremvlar aus ber Gazelle- Halbinsel ober aus Kaiser-Wilhelms-Lanb im­portiert würbe. Eine Signalsprache wie auf ber Eazellehalbinsel ist nur in Süd-Neumecklenburg vorhanden, im Norben unb in Neuhannover nicht.

Sehr eigentümlidi und für Nord-Neumecklen- burg typisch ist ein zu ben Streichinstrumenten zu rechnendes Instrument, obgleich es mit den europäischen Instrumenten dieser Gattung nicht bie entfernteste Aehnlichkeit aufweist. Der Ton dieses Instrumentes, ober richtiger bie brei ent­stehenden Töne, haben eine große Aehnlichkeit mit dem Geschrei eines Esels. Dieses eigentüm­liche Instrument wirb von den Eingeborenen munut genannt und die Töne, die es von, sich gibt, betrachten die Uneingeweihten als Geister­stimmen.

Ein sehr verbreitetes, namentlich jedoch in Nord-Neumecklenburg heimisches Instrument ist die Panflöte, zusammengesetzt aus fünf bis acht nebeneinander befestigten, allmählich kürzer werdenden Röhrchen von etwa 5 bis 6 Milli­meter. Das Instrument wirb nicht bei ben Tänzen gebraucht, es bient den Jungen wie den Aelteren zur Betätigung ihres musikalischen Genies.

Der interessanteste und vielversprechendste Teil der deutschen Südseeschutzgebiete, der Bis- marckarchipel, erfährt in Parkinsons Werk, dem das reiche Bildermaterial zur besonderen Zierde gereicht, die erste allgemeine Beschreibung. Einem jeden Kolonialsreunde kann es darum zur Anschaffung Empfohlen werden.