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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchkaim

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Vierteljährlicher Bezugspreis- bet der Expedition 2 äit, bet cillca Postämtern 2,25 Ml. («xct. Bestellgeld).

JnserttouSgebtihrt die gespaltene Zeile Jbrr vercn Si^uri iL Pfg.

Reclmncn: die 3eir 80 Pfa.

Marburg

Sonntag. 25. August 1907.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck tmb Verlag' Joh. Slug. Koch, Umversitäts-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. Telephon 55.

42. Jahrg«

Erstes Blatt.

Bestellungen für den Monat September auf die

»Oberhessische Zel tung" nebst ihren Beiden werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch Hain, Reustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und £ansfricfträgctn ent­gegengenommen.

Die Brüsseler Konvention.

Aus Brüssel kommt die Nachricht: etwa die Hälfte der an der Zuckcrkonvention beteiligten Regierungen habe, um den Verbleib Englands in der Konvention zu ermöglichen, dessen Ver-. langen nach straffreier Zulassung von Prämien­zucker auf den englischen Markt erfüllt: Deutsch­lands Zustimmung stehe noch aus.

In den Kreisen der Landwirte würde man es, wie uns geschrieben wird, zu der ganzen wirtschaftspolitischen Lage, wie sie sich in den letzten Jahren gestaltet hatte, sehr wenig pas­send finden, wenn über eine so wichtige, das In­teresse der Zuckerindustrie und der deutschen Landwirtschaft so tief berührende Frage ent­schieden werden sollte, ohne dasi ihre berufstän­digen Vertretungen zu gutachtlicher Stellung­nahme aufgesordert werden.

Bei den letzten Handelsverträgen hat die Re­gierung vor deren formellen Abschluß den wirt­schaftlichen Ausschuß einberufen und ihm die Entwürfe zur Begutachtung vorgelegt. Das Gleiche müßte man in der vorliegenden Frage hinsichtlich der zuckerindustriellen und landwirt­schaftlichen Vertretungen erwarten, bevor die deutsche Regierung sich über die Anträge der englischen Regierung entscheidet.

Vielleicht hat die Regierung von der Ein­holung eines Gutachtens von den zuständigen Interessenvertretungen nur deshalb bisher ab­gesehen, weil sie selbst längst eingesehen hat, daß der Abschluß der ganzen Konvention überhaupt ein Mißgriff war, der schädliche Wirkungen dauernd hinterläßt, selbst wenn diese ganze Konvention heute wieder vollkommen aufge­hoben würde, und daß ebenso jede Neugestaltung der Konvention neue Mängel haben müßte. Nachdem der erste Fehlgriff einmal gemacht wor­den ist, war guter Rat teuer! Aber wenn es jetzt auch keine Möglichkeit mehr gibt, etwas positiv Günstiges zu schaffen, so bleibt doch zu erwägen: welcher Ausweg ist mit den verhält­nismäßig geringsten Nachteilen verknüpft?

22 ^Nachdruck verboten.),

In den Fluten.

Roman von Jenny Hirsch.

(Fortsetzung)'.

Also Sie wisien doch von dem Vorgang,' er­zählen Eie, wie er sich zugetragen hat."

Georg fuhr erschrocken zusammen.Ich weiß von nichts!" rief er und die Hand erhebend, fügte er hinzu:Es ist nicht wahr: Gertrud von Kauffel ist nicht ertrunken, sie ist nicht tot." .Sie ist tot," sagte der Amtsrichter ernst.

Eltester stieß einen Schrei aus. Woher wissen Sie das? Wer brachte die Nachricht?" fragte er mit bebenden Lippen.

Fischer haben heute bei Tagesanbruch die Leiche in ihrem Netze gefunden, sie lag im Kellersee, in den sie aus dem Obersee getrieben sein mag."

Georg atmete hörbar.Das ist ein Irr­tum," sagte er.

Was?" rief der Amtsrichter ganz verblüfft.

Das kann Gertruds Leiche nicht sein; sie ist nicht ertrunken."

Aber das übersteigt doch alles. Sie leugnen offenkundige Tatsachen; die Leiche ist vor­handen."

Das bestreite ich nicht, nur daß sie identisch mit Gertrud von Kauffel ist."

Man wird Sie hinführen, und ich hoffe, daß angesichts Ihres Opfers Verstocktheit und törichter Trotz von Ihnen weichen wird," ant­wortete der Amtsrichter und schloß das Verhör.

Noch einmal beteuerte Eltester, daß man ihm schweres Unrecht tue, noch einmal bat er ihn frei zu lassen, ihn nicht länget zu hindern, die Reise anzutreten, von der für ihn sehr viel ab­hänge.

Der Amtsrichter würdigte ihn gar keiner Antwort und befahl, ihn abzuführen. Georgs ganzes Verhalten batte ihn in dem gegen ihn ge­hegten Verdacht bestärkt, er war jetzt fest über­zeugt, daß er der Mörder des schönen Mädchen»

Die drei wichtigsten Vestimmungeipder Kon­vention waren: 1. Das Verbot der Gewährung direkter oder indirekter Prämien. 2. Die Be­grenzung des zulässigen Schutzzolles auf den mi­nimalen Betrag von 4,40 <.K pro Doppelzentner Rohzucker und 4,80 für Raffinade. 3. Die Verpflichtung der Vertragsstaaten, aufPrämien- zucker entsprechend höhere Strafzölle zu legen oder dessen Einfuhr ganz zu verbieten.

Sehr zutreffend weist nun dieDeutsche Agrarkorrespondenz" darauf hin, daß sich, wenn man die nach der englischen Aufkündigung ge­gebenen verschiedenen Möglichkeiten durchdenkt, folgende Möglichkeiten ergeben: Erster Fall: Einfache Auflösung der Konvention. Nachteil: Die deutschen Exportprämien sind durch die erste Konvention dauernd verloren gegangen. Denn niemand, der die reale politische Lage in Deutsch­land richtig würdigt, wird darauf rechnen, daß Exportprämien in Deutschland wieder zur Ein­führung gelangen. Wohl aber liegt diese Mög­lichkeit in unseren Konkurrenzländern sehr nahe, deshalb bliebe uns als dauernder Schaden aus dem Abschluß der ersten Konvention, auch bei ihrem Auseinanderfallen, der Prämienverlust und.die verstärkte Gefahr anderweiter Prämien­entfaltung.

Zweiter Fall: Einfacher Austritt Englands unter unverändertem Fortbestand der Konven­tion zwischen den übrigen Ländern. Dadurch entgingen wir zwar der Gefahr, daß die anderen Konventionsländer sFrankreich, Oesterreich, Un­garn) wieder Prämien einführen, aber dann würde die straffreie Oeffnung des englischen Marktes für den Prämienzucker Rußlands u. Ar­gentiniens und für prämiierten Kolonialzucker schnell dahin wirken, das Prämiensystem dieser Länder so zu forcieren, daß der nicht prämiierte Rübenzucker sehr bald vom englischen Markte verdrängt sein würde. Die mitteleuropäischen Rübenländer hätten sich die Hände gebunden: ein desto leichteres Spiel für die -anderen Län­der und die Kolonien!

Dritter Fall: England bleibt in der Konven­tion unter der Erfüllung seines Wunsches nach straffreier Einfuhr von Prämienzucker. Diese Maßnahme wäre die denkbar schädlichste, denn es würde durch sie das Streben der Prämien­länder nach Eroberung des englischen Marktes ausdrücklich legalisiert!

Es ist doch ein gewaltiger Unterschied in der Wirkung auf die Prämienländer: ob die Kon­ventionsmächte, wie im oben erörterten zweiten Fall, den Austritt Englands einfach geschehen lasten und dann im Wege handelspolitischer Represtalien gegen Großbritannien und desten Zuckerkolonien vorgehen, um das Ueberwuchern von Prämienzucker im englischen Markte einzu­dämmen, oder ob man den Engländern die Er­laubnis zu ihrem Verfahren ausdrücklich und vertraglich garantiert! Man scheint an einigen Stetten noch immer nicht klar darüber zu sein, welches Ziel die englischen Staats-

sei, besten traurige Ueöerreste unten in dem im Hofe des Eerichtsgefängnistes befindlicyen klei­nen Leichenschauhause lagen, wo sich soeben ein herzzerreißender Auftritt abspielte.

Melitta von Melnik stand an der Leiche ihrer Schwester.

Wohl niemals waren die Fischer, welche ihr Gewerbe auf den Seen der holsteinischen Schweiz ausübten, so eifrig bei ihrer Arbeit gewesen, wie in den Tagen nach dem Verschwinden Gertruds. Früh und spät sah man ihre kleinen Barken auf dem Kellersee, und sie schalten nicht einmal über das Dampfschiff, das seit kurzem die See befuhr und, wie sie sagten, ihnen die Fische verscheuchte; die Beute, nach welcher sie jetzt angelten, war durch kein Geräusch mehr in Schrecken zu ver­setzen.

Den angestrengten, fortgesetzten Bemühungen ward der Erfolg zuteil. Das Netz, welches drei Fischer, die bei Sternenschein ausgefahren waren, in den Grund des Sees versenkt hatten, war schwer, sehr schwer, als sie es zurückzogen. Mit einem lauten Schrei, halb Freude, halb Schreck und Entsetzen ward der längst ersehnte Fund begrüßt; man hatte eine Leiche an das Licht des soeben anbrechenden neuen Tages ge­bracht.

Das Entsetzen aber gewann die Oberhand^ als man die Leiche näher ansah; das von den Fischern so gehaßte Dampschiff hatte allem An­schein nach sein Zerstörungswerk an dem jugend­lichen Frauenkörper geübt, der vorzeitig fein Ende in den Fluten gefunden. Das Gesicht, das die Schaufeln, und Räder erfaßt haben mochten, war gänzlich zerstört, eine Hand war abgerissen, und von der Bekleidung waren nur noch einige Fetzen vorhanden. Mit einem groben. Segel­tuche verdeckten die Fischer den armen, verstüm­melten Körper. Eingedenk der Vorschrift, die ihnen für solchen Fall zuteil geworden war, brachten zwei von ihnen den Fund nach dem Schauhause in Eutin, während der dritte nach dem Godenberg ging, um den verheißenen Fin­derlohn in Empfang zu nehmen. " -c.

männer bei der ersten Konvention |ujon ver­folgten und daß ihre Anträge zur zweiten ganz in der gleichen Richtung laufen!

Die damaligen Staatsmänner bezweckten die Hebung der kolonialen Zuckerproduktion durch das europäische Prämienverbot. Man hielt das Verbot der Rübenprämien hierfür für aus­reichend. Die Erfahrung hat inzwischen ge­zeigt, daß diese Bestimmung zwar etwas, aber immerhin noch nicht genügend gewirkt hat und daß, um das Ziel vollständig zu erreichen, zu der indirekten Förderung (durch das Rüben­prämienverbot) noch die direkte Förderung durch erhöhte Kolonialprämien treten müsse. Dem steht aber die gegenwärtige Konvention, so un­klar sie auch in ihren auf die englischen Kolonien bezüglichen Bestimmungen ist, jedenfalls bann entgegen, wenn England über die jetzigen Be­günstigungen hinaus erheblich höhere Prämien in seinen Kolonien zulassen oder gewähren würde. Deshalb will England zwar das Prämienverbot für die Rübenlander aufrecht erhalten wissen, den eigenen Markt aber von der Strafzollverpflichtung befreit sehen. Der ganze Apparat würde dann tadellos funktionieren und die heutigen Staatsmänner Englands haben dabei noch den taktischen Vorteil: in der Mei­nung ihrer Wähler als Leute zu erscheinen, die durch Wiederzulassung von Prämienzucker den englischen Konsum verbilligen wollen!

Daß die deutsche Regierung diesem Spiel der Engländer zustimmen sollte, dürfte vorerst noch zu bezweifeln sein. Was aber soll, wenn jeder der vorerörterten drei Fälle nachteilig ist, über­haupt geschehen? Es kann sich nur darum han­deln, zu versuchen, die Nachteile auf das mög­lich geringste Maß zu beschränken. Dies erscheint nut denkbar durch Abschluß einer neuen Konvention ohne England, unter ausschließlicher Beschränkung des Konventions­inhaltes auf zwei Punkte: a) Die Vertrags­staaten verpflichten sich, keine Prämien einzu- führen, solange das bestehende Prämiensystem anderer Länder nicht erhöht wird oder deren Zuckerausfuhr nicht in bedrohlichem Maße über den gegenwärtigen Mengenbettag hinaus­wächst. b) Die Vertragsstaaten verpflichten sich, den inländischen Verbrauch durch angemessene (nach besttmmter Formel zu vereinbarende) Herabsetzung der Konsumsteuer zu fördern.

Eine solche Konvention würde die Nachteile der bestehenden Lage in folgenden Punkten ab­schwächen können: 1. Die Gefahr der Wiederein­führung von Prämien in unseren Hauptkonkur­renzländern (Frankreich, Oesterreich, Ungarn) wäre praktisch beschränkt, ohne den gleichzeitigen Nachteil, daß andere Länder und Zuckerkolonien zur Erhöhung ihrer Prämien direkt angereizt würden! 2. Die freie Hand bei einer den Kon­ventionsländern nachteiligen Zunahme des Prämienzuckers im englischen Markt würde den Austritt Englands weniger bedenklich machen. 3. Die Hebung des Zuckerverbrauchs in allen bc-

Melnik saß mit feiner Frau beim Frühstück, als der Diener eintrat und ihm hinter dem Rücken Melittas ein Zeichen gab, in das Erd­geschoß herunterzukommen. Melnik folgte ihm sofort unter einem schnell gefundenen Vor­wande. Beim Anblick des Fischers tief er so­gleich:Ihr habt sie gefunden?"

Ja, gnädiger Herr," antwortete der Mann, die Mütze in der Hand, und erstattete die Mel­dung. Bei der Schilderung des Zustandes, in welchem die Leiche gefunden worden, wurde Melniks Gesicht aschfahl, seine Kniee schlotterten, er mußte sich an einen in seiner Nähe stehenden Tisch halten, um nicht umzufallen.

Furchtbar, gräßlich," murmelte er.Bis zur Unkenntlichkeit entstellt, sagt Ihr?"

3a, ja," erwiderte der Fischer,ich glaube sogar, die gnädige Frau von Kauffel, wenn sie noch lebte, würde das Fräulein nicht wieder er­kennen. Aber sie ist's doch; wer follt's denn anders fein?"

Ihr habt recht, wer sollte es sonst sein?" wiederholte Melnik, sich etwas fassend.Ihr habt Eure Belohnung redlich verdient und sollt sie bekommen, sobald ich die Leiche gesehen habe. Laßt Euch in der Küche eine gute Mahlzeit geben, und Sie, Heinrich," wandte er sich an den Diener, der ihm gefolgt war,bringen Sie mit schnell eine Flasche Portwein auf mein Zimmer und sagen der gnädigen Frau, ich sei durch ein eiliges Geschäft verhindert, mit ihr das Früh­stück zu beenden."

Der starke Wein, von dem et schnell ein paar Gläser hinuntergoß, half Melnik das Gefühl der Schwäche, das ihn angeblich angewandelt hatte, überwinden. Dennoch sah er. als er nach einer halben Stunde bei Melitta wieder einttat; so übel aus. daß diese, welche mit einem Buch in der Hand im Schaukelstuhl lag, auffuhr und tief:Lothar, was ist geschehen? Hast Du Nach­richt von Gertrud?"

Melnik ließ sich neben ihr auf einen Lehn­stuhl nieder, nahm ihre beiden Hände in die (einigen und sagte mit halberstickter Stimme:

teiligten Konventionsländern würde die Bedeu­tung der Exportsrage mehr und mehr ab­schwächen.

p.firnS.........

Deutsches Reich.

Som Hinterbliebenenversicherungsfonds. Der in der nächsten Zeit zur Veröffentlichung gelangende Finalabschluß der Reichshauptkasse für das Finanzjahr 1906 wird u. a. zeigen, daß in den Hinterbliebenenversicherungsfonds nut ein geringer Betrag gelegt werden konnte. Be­kanntlich bestimmt das neue Zotttarifgesetz, daß die Mehreinnahmen aus gewissen landwirt- fchaftlichen Zöllen nicht der Reichskasse verblei­ben. sondern dem genannten Fonds zugeführt werden sollen, der dazu bestimmt ist, die Ein­führung der Arbeiter-Witwen- und Waisenvsr- sichetung zu erleichtern. Der dem Fonds für 1906 zuzuführende Betrag ist deshalb so gering, weil die Einfuhr in den unter die genannten Zollpositionen fallenden landwirtschaftlichen Er­zeugnissen klein gewesen ist. Infolge dieses Um­standes wird der Abschluß des Jahres 1906 sich für die Reichskasse günstiger gestalten, als im Etat vorgesehen worden ist. In diesem sind als Ausgabe für den Hinterbliebenenversscher- ungsfonds 22 Millionen Mark eingestellt. Wenn davon mehr als 20 Millionen Mark gespart wer­den können, so verbessert sich um ebensoviel der Abschluß der Reichsbauptkasse. Insofern hat der Vorgang eine günstige finanzielle Seite. Man wird aber nicht verkennen können, daß mit dem genannten Fonds wieder ein Moment der Un­sicherheit in das Reichsbudget getragen ist. Der jetzige Staatssekretär des Reichsschatzamtes hat sich das Verdienst erworben, die frühere bud­getäre Unsicherheit im Reiche und in den Einzel- ftaaten insofern zu mildern, als es ihm gelang, Bundesrat und Reichstag für die Ausscheidung der Zölle aus den Ueberweisungssteuern zu ge­winnen. Ihre Ertragsschwankungen haben bis jetzt keinen bireften Einfluß mehr auf bas finan­zielle Verhältnis ber Einzelstaaten zum Reiche. Wenn aber aus bet mit einem Teile ber Zölle in Verbindung stehenden Einrichtung des Hin- terbliebenenversicherungsfonds solche Schwan­kungen für den Reichshaushalt erwachsen kön­nen, wie die oben angegebene, so wird es ver stündlich, daß sich Stimmen erheben, die einma' der budgetären Wirkunoen wegen, ^barn ab-' auch wegen bei späteren Beteiligung des an bei Deckung bei Kosten ber

wen- unb Waisenversicherung die gerne f" richtung aufheben unb an deren Stelle eine fette Beteiligung des Reiches setzen Möchten. Ob die­sem Vorschläge jedoch Folge zu geben sein wird, steht fetzt wenigstens noch dahin. Einmal wer­den die Schwankungen kaum nach der entgegen­gesetzten Richtung, die allein den Finanzen des Reiches unangenehm sein würbe, sehr groß sein. Selbst im laufenden Jahre, in welchem die Er­träge aus den betreffenden landwirtschaftlichen

Liebe, liebe Melitta, sei stark, ich kann es Dir nicht länger ersparen; Gertrud ist gefunden!"

Wo?" rief sie freudig auffahrend.Warum sagst Du denn das so traurig? Ich wußte es ja"

Weil man sie als Leiche aus dem Kellersee gezogen hat," unterbrach sie ihr Gatte, der cs nicht wieder mit anhören mochte, daß sie sich in allerlei Hoffnungen wiegte. Sie hatte bis jetzt den Gedanken, daß Gertrud ihren Tod gefunden haben könne, geflissentlich von sich abgewehrt, und Melnik hatte sie darin unterstützt. Weber vom Absuchen des Obersees, noch vom Auffinden bei Uhi, noch von den Geiiichten, die umhcr- schwirrten. hatte sie etwas erfahien.

Konsul Bauer, Gertruds Vormund, war nur einige Stunden auf dem Eubenberg gewesen, unb ba sie infolge ber Erregung zu Bett gelegen hatte, von Melnik allein empfangen worben. Er wurde von diesem über alle Vorkommnisse auf bem Lcmfenben erhalten.

Den Dienstboten war streng verboten, bei gnädigen Frau irgend eine Nachricht zuzutragen, und Melitta selbst kam ihnen dabei trefflich zu Hilfe. Der Trieb, sich alles Unangenehme fern zu halten, schien bei ihr bei stärkste zu fein; sie hütete sich, irgenb eine Frage zu tun; den stürmischen Fragen der Kinder nach Tante Ger­trud ward durch die Antwort begegnet, sie sei verreist und werde längere Zeit fortbleiben.

Auch jetzt war das erste, was Frau von Mel­nik auf die traurige Mitteilung ihres Mannes erwiderte:Es ist nicht wahr, es kann nicht wahr fein?*

Es ist leider nur zu wahr!" versetzte Melnik, ich wußte es schon seit zwei Tagen, daß es sich so verhält, wollte Dich aber, bis wir die trau­rige Gewißheit hatten, damit nicht betrüben*

Nun berichtete er ihr von den Nachforsch­ungen im Obersee, vom Auftinden der Uhr und endlich vom Ausfischen der Leiche.

(Fortsetzung iolat.)