mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirckb^i,.
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Marburg
Freitag. 23. August 1907.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck tmb Verlag- Joh. Ang. Koch, UnivcrsitätS-Buchdruckerei 42. Jahrg» Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
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Zwanzig Jahre deutscher Kultur- Arbeit.
Man wird wohl nicht fehlgehen, wenn man die dem Abgeordnetenhause bereits int Juni übermittelte jetzt herausgegebene Denkschrift „20 Jahre deutscher Kulturarbeit" als einen Vorläufer für die dem Landtage zugedachte neue Polenvorlage ansteht. Sie gibt in umfassendster Weise über die Tätigkeit der Ansiedelungskommission Auskunft. In der Uebersicht über die Ergebniffe dieser Tätigkeit heißt es: Die Politik Friedrichs des Großen wieder ausnehmend, hat der preußische Staat durch die Siedlung in den Provinzen Westpreußen und Posen ein Werk der Bevölkerungs- und Agrarpolitik geschaffen, das auf allen Gebieten des Wirtschaftslebens von einschneidendem Einfluß ist. Die wirtschaftlich zurückgebliebenen, an Hilfsquellen armen Anstedlungsprovinzen sind durch den Geldstrom, den ihnen unmittelbar und mittelbar die Siedlung sowie das Vertrauen der anderen Landesteile zu der mit dem Siedlungs- gejest von 1886 eingeleiteten und seither fest- gehsltenen Politik der Staatsregierung zugeführt hat, befruchtet worden. Sie haben nicht nur die der Landwirtschaft ungünstige Konjunktur der letzten beiden Jahrzehnte überwinden können, ohne einen Rückschlag zu erleiden, sondern auch ihre Landeskultur zu einer hohen Blüte entwickelt, die ihre günstigen Wirkungen auch auf das gewerbliche Leben ausübt. In der Schnelligkeit dieser Entwicklung haben sie die übrigen Ostprovinzen übertroffen und so den früheren Abstand eingeholt. Oedländereien und geringwertiges Nutzland sind in großem Ilmfange durch die Ansiedlungen in gute Kultur gebracht. Die Ernteerträge sind in einem Jahrzehnt um die Hälfte und mehr gesteigert, in der Bodenbearbeitung und der Düngung sind große Fortschritte gemacht. Ileberall stehen dabei die Gegenden voran, in denen sich die Siedlung ausbreitet. Ganz außerordentlich ist der Aufschwung, den die Viehhaltung genommen hat. Auf gleicher Fläche wurde infolge der Bested-
20 < Nachdruck verboten.)
In den Fluten.
Roman von Jenny Hirsch.
- (Fortsetzung).
„Arme, arme Gertrud!" rief Melnik händeringend, „nicht einmal Deinen Körper finden finden wir wieder. Du sollst kein Grab in geweihter Erde haben, Deine Schwester, Deine Nichten, sollen nicht einmal an Deinem Hügel beten und weinen, ihn nicht mtt Blumen schmücken können!"
„Seien Sie doch nicht so außer sich, gnädiger Herr," sagte der eine Fischer, und seine nüchterne Ausdrucksweise machte einen eigentümlichen Gegensatz zu Melniks pathetischem Schmerzensausbruch, „der Kellersee behält die Leichen auch nicht, absuchen kann man ihn freilich nicht, dazu ist er zu groß, aber sie wird ans Ufer geschwemmt und geht einem Fischer von ungefähr ins Netz."
„Sucht! Sucht!" rief Melnik, „wer die Leiche findet, erhält von mir tausend Mark. Das hier für Eure heutige Arbeit."
Er gab den Fischern ein reiches Geldgeschenk, das sie mit dem Versprechen unter sich teilten, alles, was in ihren Kräften stehe, tun zu wollen, um den gnädigen Herrn zufrieden zu stellen.
Die Kommission kehrte zu ihrem Wagen zurück, der Kutscher war eingeschlafen und mußte wach gerüttelt werden: die sehr geduldigen Pferde hatten sich an den Blättern und Gräsern, die ihnen in Fülle zu Gebote standen, gütlich getan. Ehe die Herren einstiegen, nahm Melnik den Amtsrichter beiseite: „Wird gar nichts gegen Eltester geschehen?" fragte er.
Der Amtsrichter zuckte die Achseln. „Noch find die Beweise noch nicht stark genug."
„Wie? Nach allem, was wir erfahren haben?"
„Ist er wohl verdächtig, aber seine Verhaftung würde sich trotzdem nicht rechtfertigen lassen," antwortete Reuter». „Verlasse» Cie
lung die Zahl der Pferde verdoppelt, der Rinder fast verdreifacht, der Schweine fast verzehnfacht. Die Ansiedlungen sind darin auch den alten Bauerngemeinschaften Westpreutzens und Posens voraus. Denselben Fortschritt bedeute» die Ansiedlungen für die Geflügelzucht und die Obstzucht. Das landwirtschaftliche llnterrichts- und Vereinswesen wurde gefördert. Eine mächtige Hebung des Verkehrs in allen Teilen der Ansiedlungsprovinzen, namentlich aber in den stark besiedelten Kreisen, war die weiters Folge. Der Güterverkehr der Eisenbahn verdoppelte sich fast in den letzten zehn Jahren: in den am meisten besiedelten Kreisen war die Steigerung am größten. Der Postverkehr hielt damit Schritt: am stärksten wuchs er in den Gegenden mit lebhafter Siedlungstätigkeit: im letzten Jahrzehnt um 78,1 Proz. Eine rasche Ausdehnung der Vcrkehrsanlagen ging nebenher. Infolge der durch die Besiedlung gesteigerten Ausnutzung des Grund und Bodens findet auf dem Lande eine größere Volkszahl ihre Nahrung. Während in den früheren Eutsbezirken durchschnittlich 30 Menschen auf dem Quadratkilometer lebten, find es nach der Besiedlung 50. Und diese 50, die an die Stelle polnischer Insten und ausländischer Wanderarbeiter getreten sind, gehören überwiegend den unabhängigen staats- und königstreuen Schichten an. Die wehrfähige Mannschaft ist um Tausende vermehrt, die teils aus dem Auslands zurückwanderten, teils von der Auswanderung abgehalten wurden, weil sie in der Heimat eine selbständige Wirtschaft begründen konnten. Der Wohlstand schritt noch schneller fort als die Bevölkerung. Die Steuerkraft verdoppelte sich durch die Besiedlung, mit dem Aeltcrwerden der Gemeinden dauert das schnelle Wachstum des Wohlstandes an. Schon heute leisten die Ansiedlungen % bis 1 Million an direkten Abgaben mehr als die früheren Güter. In den Kreisen, wo zahlreiche Ansiedlungen liegen, ist es möglich, die kommunalen Lasten herunterzusetzen und so auch den eingesessenen Besitzer zu entlasten, während sich in den nicht besiedelten Gegenden die Steuerlast ständig erhöht. Dem Staat ist allein durch das Ansetzen der Rückwanderer aus dem Osten eine jährliche Steuersumme von % Millionen Mark gewonnen, weit mehr noch ist ihm erhalten, wenn man bedenkt, wieviel Bauernsöhne und Arbeiter sich ohne die Möglichkeit der Ansiedlung eine neue Heimat über See gesucht hätten.
Die sozialen Verhältniffe sind verändert. Durch die Aufteilung einer großen Zahl von Gütern ist der Arbeiterbedarf eingeschränkt und der Großgrundbesitz vor einer weiteren Verschärfung seiner schwierigen Lage bewahrt. Die durch die Ansiedlungen verfügbar gewordene
sich jedoch auf mich und den Inspektor Dietel. Der Bursche entwischt uns nicht, wir halten ein scharfes Auge auf ihn."
Ein Händedruck, Reutern schwang sich auf den Wagen und Melnik schlug den Weg nach dem Eodenberg ein.
6.
Gertrud von Kauffels Leiche war endlich gefunden und der Forstkandidat Eltester als ihr mutmaßlicher Mörder verhaftet worden.
Drei Tage, nach dem das Verschwinden der jungen Mitbesitzerin des Eodenbergs die ganze Umgegend in Aufruhr versetzt hatte, erfuhr dis ganze Gegend diese beiden schwerwiegenden Neuigkeiten. Polizeiinspektor Dietel, welcher Georg unausgesetzt durch einen dazu besonders geschickten Beamten beobachten ließ, hatte bald in Erfahrung gebracht, daß der Förster Dorn die Wahrheit gesprochen, als er ihm mitteilte, Eltester beabsichtige demnächst Segefeld zu verlaßen. Alles deutete darauf hin, daß es auf eine Reise ins Ausland abgesehen war.
Ein Telegramm war an die oberste Forstbehörde in Oldenburg abgegangen, in dem Georg für eine längere Reise, die er ganz plötzlich antreten müsse, um Urlaub gebeten hatte, und auf demselben Wege war ihm ein solcher umgehend gewährt worden. Noch ehe das Telegramm jedoch Georg zugestellt worden war, hatte der Inspektor Kenntnis von dessen Inhalt bekommen. Er wußte ferner, daß die Försterin Eltester in Eutin bei einem Bankier gewesen war und dort mehrere Wertpapiere, einen großen Teil des ihr und ihren Kindern von ihrem verstorbenen Gatten hinterlaßenen Vermögens verkauft hatte.
Jetzt galt es aufzupaffen, in welcher Weise und auf welchem Wege der Verdächtige seine Flucht bewerkstelligen würde. Er tat dies allerdings in einer Art, die einer Flucht durchaus nicht ähnlich sah, und verblüffte den Inspektor dadurch so sehr, daß er ihn bei einem Haar hätte entwischen lasse», ' ~
Arbeiterbevölkerung ist auf 30 000 Köpfe in der Provinz Posen, auf 10000 im Regierungsbezirk Marienwerder zu schätzen. Dazu kommt, daß ohne die Ansiedlungen in diesen drei Regierungsbezirken ein Mehrbedarf von 4500 Wanderarbeitern bestände, die bei den heutigen Verhältnissen kaum zu beschaffen wären. Eine eigentliche Arbeiterkolonisation hat-die Ansied- lungskommiffion bisher nicht geschaffen: sie mußte sich im wesentlichen darauf beschränken, die Lösung der Arbeiterfrage für ihre Ansiedlungen zu versuchen. Denn die Sctzhaftmachung ländlicher Arbeiter im großen konnte nicht von einer Behörde durchgeführt werden zu der im allgemeinen die Anfiedlungslusttgm nur kamen, weil sie die Aussicht hatten, selbständig zu werden. Nachdem neuerdings hierin eine Aen- derung eingetreten ist und elfte stetig- zunehmende Zuwanderung deutscher Arbeiter vom Auslande her begonnen hat, wird es möglich sein, Arbeiter nicht nur vereinzelt in Anlchn- ung an eine Vauerngemeinde, sondern in Bezirken mit reichhaltiger Arbeitsgelegenheit auch gruppenweise anzusiedeln. Aber der Tröger der deutschen Kolonisation ist und bleibt der Bauer. Im leistungsfähigen Bauernstände, der in den Ansiedlungsprovinzen nur in wenigen deutschen Gebieten vorhanden war, liegt das Uebergewicht des Deutschtums über das Polentum, das einen solchen nie besessen hat und sich auch durch Kolonisation nicht schaffen kann. Der neue Bauernstand trägt dazu bei, die allzu schroffen Vesitz- unterschiede zu mildern. Unterstützt ist das durch die genossenschaftliche Organisation. Sie beschützte den Neuanfiedler gegen den Wucher, sicherte ihm eine angemessene Verwertung seiner Erzeugnisse und ermöglichte ihm den preiswerten Bezug seiner Wirtschaftsbedürfniffe. Sie schärfte sein Verantwortlichkeitsgefühl und hob sein Selbstbewußtsein, sie schloß überhaupt die vereinzelten Familien zu lebenskräftigen Gemeinwesen zusammen, die den nationalen An- gttffen des Polentums für die Dauer trotzen werden. Die Vermehrung der Volkszahl und Kaufkraft auf dem umliegenden Lande wirkte günstig auf das Wirtschaftsleben der Städte. Handel und Gewerbe in ihnen wurden durch die zahlreichen neuen Handwerker und größeren gewerblichen Anlagen in den Ansiedlungen nicht geschädigt, sondern hoben sich von Jahr zu Jahr. Der Rückgang einzelner Zweige des Zwischenhandels, der nur zum geringsten Teil auf die Genossenschaften zurückzuführen ist, tritt dahinter zurück. Die Abwanderung der Juden, die ihn begleitet, ist in den Siedlungsgegenden am geringsten. Die aufblühenden Gemeinwesen entfalten unter der Einwirkung der Ansiedlungen eine rege Tätigkeit. Schulen, Rathäuser, Gasanstalten, Schlachthäuser usw. wer
Am hellen Morgen, front und frei war Georg Eltester in Begleitung eines Burschen, der ihm einen mäßig großen Koffer und eine Reisetasche trug, nach dem Bahnhof Eremsmühlen gekommen. Er hatte dort einen Fahrschein nach Kiel gelöst, und dann, gelassen auf- und abgehend, den Zug erwartet.
Dieser kam herangebraust, hielt und die Wagentüren wurden geöffnet. Eltester legte sein Gepäck in einen Wagen und war im Begriffe, einzufteigen, da fühlte er sich von hinten festgehalten. Unwillig wandte er sich um, und blickte in das Gesicht des Jnfpettors Dietel.
„Was wünschen Sie von mir?" fragte er kurz.
„Ich habe ein paar Worte mit Ihnen zu sprechen. "
„Bedaure, ich habe keine Zeit; Sie sehen, daß ich im Begriffe stehe, abznreisen."
„Das eben will ich verhindern," sagte Dietel nachdrücklich.
„Herr, was soll das heißen?" schrie Georg, dem die Röte des Zorns ins Gesicht stieg, und zog unwillkürlich den Fuß wieder vom Trittbrett zurück. Sogleich sah Dietel wieder diesen Vorteil und drängte sich zwischen ihn und den Wagen. Gleichzeitig raunte er ihm zu: ..Folgen Sie mir ohne Aufsehen, ich habe den Befehl, Sie zu verhaften."
„Ich habe meinen Paß und meinen Urlaub —"
„Darum handelt es sich nicht." , '
„Um was denn sonst?"
„Das kann ich Ihnen hier nicht auseinander- setzen, wenn Sie es wirklich nicht wissen sollten," und Dietel lachte spöttisch. „Zögern Sie nicht länger, sehen Sie, man ist schon aufmerksam geworden."
In der Tat schauten aus den Wagenfenstern die Reisenden dem eigentümlichen Vorfall mit Spannung zu, und es hatte sich auch ein Häufchen Neugieriger bereits »m die Streitenden jDerfammeu, - ' ----------
den gebaut; trotz der sprunghaften Steigerung der Ansprüche an den Stadtsäckel brauchen sie die Steuerschraube nicht anzuziehen, sonder« können sie sogar lockerer lassen, weil sich der Wohlstand noch schneller vermehrt . Das Gegen« teil bilden die Städte, die von der Siedlung noch nicht beeinflußt sind. Handel und Gewerbe nehmen dort den Krebsgang wie früher, die Lasten der Bürger steigen unaufhaltsam, und das Polentum ist im Vordringen. Im ganzen die Vermehrung der Bevölkerung in Stadt und Land zu bestimmen, die auf die Siedlungstätig- keit zurückgeführt werden mutz, ist schwer, sie dürfte aber mit 135—150000 Seelen nicht zu hoch angeschlagen fein. Ueberblickt man diese zahlenmäßig greifbaren Erfolge der Ansiedlungstätigkeit, so ist es nicht zweifelhaft, daß dem Staate daraus eine große wirtschaftliche Stärkung erwachsen ist. Es kann demgegenüber nicht ins Gewicht fallen, daß der Zins der Ansiedlerstellen der landesüblichen Verzinsung der dafür aufgewandten Kosten nicht gleichkommt. Wenn man den unmittelbaren Vorteil aus dem Wachstum der Steuerkraft usw. berücksichtigt, f» kann man immerhin sagen, daß der Staat auch dabei finanziell nicht schlecht gefahren ist.
Deukscheö Reich.
— Zur Englandfahrt Kaiser Wilhelms Köln, 21. Aug. Wie der Berliner Korrespondent der „Köln. Ztg." hört, wird Kriegsminister v. Einem den Kaiser wahrscheinlich auf der » Reise nach England begleiten, v. Einem würde dabei einem englischen Wunsche folgen, der wohl auf die persönlichen Beziehungen zurückzuführen ist, die bei den vorjährigen deutschen Manöver» zwischen ihm und dem englischen Kriegsminister Haldane entstanden sind.
— Drrnburgs Afrikareise. Muansa, 21. Aug. Der Dampfer „Clement Hill" ist nach fünftägiger Reise über den Vittoria-See mit Staatssekretär Dernburg und seiner Begleitung an Bord in Muansa eingetroffen. Von hier soll der Marsch nach T a b o r a angetreten werden. Eine neuerliche Aenderung des Reiseplans, nach der die Rückkehr von Tabora hierher und von hier über Mombaffa nach Dar es Balam erfolgen soll, ist wahrscheinlich. Es würde so Zeit für Usambara und den Süden gewonnen werden. Während der Fahrt nach Muansa wurde Entebbe, die Hauptstadt des englischen Protektorats Uganda, angelaufen und die deutsche Station Bukoba besichtigt, die unter Hauptmann von Stimmer schnell emporblüht und große Ueberschüffe abwirft. Der Staatssekretär empfing die Sultane der stark bevölkerten Umgebung dieser Station, die mit großem Gefolge anrückten, und gab ferner einer Einladung des sechs Stunden von Bukoba ansässigen Sultans
„Einsteigen! Einsteigen!" riefen die Schaffner und schlossen die Wagentüren. Schnell bemächtigte der Inspektor sich Georgs Gepäck, das ihm der einzige Insasse des Wagens, dem bei der Vorstellung grauen mochte, beinahe mit einem gefährlichen Verbrecher zusammcngesperrt worden zu sein, dienstfertig hinausreichte. Das dritte Glockenzeichen ertönte, dann ein schriller Pfiff, und der Zug setzte sich in Bewegung.
„Wie können Sie es wagen, mich hier zurückzuhalten!" rief der junge Forstmann und hob drohend die Hand. „Ich muß fort; Sie wissen nicht, was auf dem Spiele steht!"
Georg versuchte noch im letzten Augenblick sich hineinzuschwingen. Dietel hielt ihn fest.
„Vielleicht weiß ich es nur zu gut," antwortete Dietel spöttisch. In barschem Tone fügte et hinzu: „Machen Sie jetzt nicht länger Umstände und folgen Sie mir, zwingen Sie mich nicht, Gewalt zu brauchen. Ich habe meine Beamten in der Nähe, und außerdem wäre jeder der Umstehenden, sobald ich ihn dazu aufforderte, bereit und verpflichtet, mir Beistand zu leisten."
„Ich sehe, es bleibt mir nichts anderes übrig, als der Gewalt zu weichen," antwortete Georg. „Gchen wir.“
Dietel winkte einem Koffertrager und ließ Georgs Gepäck in ein neben dem Expeditionsraum und Wartesaal belegenes kleines Zimmer bringen, in das er mit ihm trat. Bald gesellten sich auch noch zwei Unterbeamte zu ihnen, und von diesen bewacht, mußte der junge Forstkandidat, der wie ein gefangener Löwe in dem engen Raum auf- und obrannte, ausharren, bis nach einer Viertelstunde ein anderer Zug aus der entgegengesetzten Richtung kam. Seine Wächter bestiegen mit ihm einen unbesetzten Wagen, und im tiefsten Schweigen wurde die kurze Fahrt nach Eutin zurückgelegt. Ein bereits cm Bahnhof harrender Wagen brachte sie schnell, nach dem unweit des Schlosses Gelegenen richtsgebaude^ —
Mortsetzung folgt.)^