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Vierteljährlicher BezugspreiSr bet ver Exkcküion 2 $tt, b« allen Postämtern 2,25 M. <c£d. Bestellgeld).
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Neclamcn: die ?lcirc 80 Bfti.
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Marburg
Mittwoch. 21. tofluft 1907.
Erscheint wöchentlich siebe» mal.
Druck und Verlag' Ioh. Ang. Koch, UmvcrjitätS-Buchdnicker^ Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
42. Jahrg.
13 ...
(Nachdruck verboten.), In den Fluten.
Roman von Ienny Hirsch.
'(Fortsetzung).
5.
t „Gut, daß Sie endlich kommen, Herr Inspektor!^ rief Herr von Melnik Dietel zu, dem er jbis an die äußere Pforte seines Besitztums ent- gegegengeeilt war. „Schon feit einer halben Stunde schaue ich nach Ihnen aus."
„Sie haben Nachricht von Fräulein von Kauffel; sie hat Ihnen telegraphiert?" fragte der Beamte schnell, denn Melniks Gesicht schien ihm den Ausdruck freudiger Erregung zu tragen, die sich aber jetzt in Staunen verwandelte.
Telegraphiert! Wie kommen Sie auf den Einfall?" .. _ t .
„Nun, es wäre doch möglich, daß Sie heimlich nach Hannover gereist wäre, um hier manchem Unangenehmen aus dem Wege zu gehen. Ich gestehe, ich bin beschämt, daß ich an diese sehr nahe liegende Erklärung nicht gedacht habe."
„Hätten Sie meine Schwägerin gekannt, so wurden Sie nie auf eine solche Vermutung gekommen sein," antwortete Melnik, während er Neben dem Inspektor durch den Vorgarten dem Hause zuschritt. „Sie tat nichts heimlich. Wäre sie wirklich ohne unser Wissen abgereist, so würde sie uns von Lübeck aus schon davon in Kenntnis gesetzt haben."
. „Möchten Sie nicht doch nach Hannover telegraphieren?"
„Das ist geschehen, ich mußte ja Gertruds Vormund benachrichtigen, und er hat bereits geantwortet."
„Was?"
v „Daß er in hohem Grade erschrocken sei und Noch heute hier eintreffen werde.
\ „So ist sie also nicht in Hannover?" ,
„Nein," antwortete Melnik, sich dicht zu Dietels Ohr neigend, fügte er hinzu: „Ich weiß
Betrachtungen über den Neger- Charakter.
Seitdem Deutschland in die Reihe der Kolonialmächte eingetreten ist, gewannen die Erörterungen über den Charakter und die Bil- sdungsfähigkeit der Eingeborenen in den fernen lErdteilen, die bis dahin für uns lediglich wisien- 'fchaftliches Interesse boten, auch praktische Be- fdeutung. Sehr interessant sind in dieser Beiziehung die Darlegungen eines Mitarbeiters ider „Deutschen .Kolonialzeitung" aus Duala, der jfich über dieses Thema folgendermaßen ans- -fpricht:
Ehe ich vor etwa Jahresfrist nach Kamerun iging, hatte ich ziemlich viel über Kolonisations- .wesen, speziell über Afrika und besten Einge- borene gelesen und gehört, hatte mit aber stets von neuem vorgenommen, mich, sobald ich an Ort und Stelle Einblick in die Verhältniste gewinnen durfte, nicht durch fremde Urteile beeinflussen zu lassen, sondern mich beim Studium !der Eingeborenen, einer meiner Aufgaben hier, .ganz meinen eigenen Beobachtungen hinzugeben. Meles, sehr vieles von dem Gelesenen habe ich ^bestätigt gefunden, manches widerlegt, manches habe ich vielleicht nur mit anderen Augen begutachtet.
Mir schweben vor allem zwei Behauptungen hör, deren eine von Herrn Seidel in seinem jPuche „Deutsch-Kamerun", deren andere von Herrn Dr. Oetker in seiner Broschüre „Die Ne- .tzerseele" ausgesprochen wird. Wenn ersterer y|agt, daß selbst die Neger des Kameruner Hinterlandes auf nicht tieferer Kulturstufe §tehen als unser niederes Volk vor Einführung her Schul- und allgemeinen Wehrpflicht, so be- ßtreite ich das auf das allerentschiedenste. Um -nur einen Beweis kurz vorweg zu nehmen: schon Um Anfänge deutscher Geschichte vor nun mehr Nls 2000 Jahren haben unsere Vorfahren in sittlicher Beziehung auf viel höherer, edlerer Stufe gestanden als die aufgeklärtesten Küstensieger. Als scheinbaren Beweis für meine Behauptung könnte ich Dr. Oetkers Aeußerung nehmen, wonach uns von der Kulturstufe des Hegers Jahrtausende trennen. Unbedingt Möchte ich auch ihm nicht zustimmen.
Ich glaube, daß wir die Negerftämme, soweit fch sie hier kennen gelernt habe, niemals, auch Km Verlaufe vieler Jahrhunderte nicht, auf die Stufe westeuropäischer Kultur emporheben kön- sten; dazu sind sie moralisch einfach nicht fähig. Sarin liegt das Haupttrennungsmoment zwischen uns und dem Neger, und darum ist auch hneines Erachtens ein Vergleich zwischen uns zünd ihm überhaupt nie zu ziehen. Die Neger
werden niemals in gerader Linie unsere geistigen Erben werden, sondern sich stets mit einem geringen Erbteil in der Seitenlinie infolge ihrer ganzen Naturanlage begnügen müsten.
Die moralische Minderwertigkeit des Regers setzt sich aus den verschiedensten Faktoren zusammen; voran seine mangelhaften sittlichen Auffastungen, für die die Stellung des Wei es im Negerftanime kennzeichnend ist. Hier hat auch die Mission bis jetzt wenig geändert. Auch der christliche Neger kauft nach wie vor sein Weib; sie ist lediglich seine Dienerin oder, noch schärfer gesagt, wenig mehr als das Werkzeug seiner Lüste .Sieht man bei den Negerfarmen umher, so sieht man nie einen Mann arbeiten, sondern lediglich die Weiber. Das Weib fühlt sich allem Anschein nach wohl in seiner sklavischen Stellung; ich glaube bestimmt, daß sie sich gar kein anderes Los wünscht, wofür nur als Beweis gilt, daß die Negerweiber der Mission weniger zugänglich sind als die Männer, denn soviel ich in Erfahrung gebracht habe, kommt höchstens ein Drittel aller mistionierten Eingeborenen auf den weiblichen Teil. Die christlichen Negerinnen aber verleugnen ihre mangelhaften sittlichen Anschauungen ebenfalls nicht, wofür es eine derartige Menge Beispiele gibt, daß diese nicht nur als Ausnahmen angesehen werden können.
Das ganze bisher am Negxr geübte Erziehungswerk hat für uns fraglos große Vorteile, die stets wachsen werden; denn mit fortschreitender Schulbildung wie fortschreitender Ausbildung als praktischer Arbeiter wird der Kolonisation gewaltig genutzt, da erstens der Neger dadurch eine brauchbare Unterstützung für den Weißen wird, als auch selbst an der wirtschaftlichen Erschließung der Kolonie produktiv Mitarbeiten lernt, zwei Hauptfaktoren unserer Kolonisationsarbeit. Wir wollen uns aber ja nicht der Täuschung hingeben, daß der Neger dadurch auch moralisch gehoben wird, wenigstens in der Allgemeinheit nicht; der Ausnahmen aber sind bis jetzt so wenige, daß sie nur die Regel bestätigen. Drei Hauptuntugenden: die gänzlich fehlende Eewistenhaftigkeit, die Unehrlichkeit und die Lügenhaftigkeit, die an sich schon in ungewöhnlich hohem Maße ausgeprägt sind, habe ich gerade bei den aufgeklärten Negern bis zur raffiniertesten Potenz gesteigert gesehen. Geistig gut ausgebildete, wie z. B. Missionslehrer, ehemalige Zöglinge der Regierungsschule, die beispielsweise bei der Post angestellt waren, machten sich der größten Unterschlagungen schuldig, beteuerten unter Anrufung Gottes natürlich ihre Unschuld und leugneten selbst dann noch ihre Schuld, wenn sie auf frischer Tat ertappt waren. Bei jedem Neger ohne Unter-
jetzt nur zu sicher, wo ich sie zu suchen habe. Doch still, still, daß meine arme Frau nichts erfährt."
Er legte seinen Arm vertraulich in den des Inspektors und führte ihn durch einen Seitengang in das Souterrain, wo sich die Küche und die Wirtfchastsräume befanden. In einem großen, niedrigen Raume, welcher der Dienerschaft zum Speisesaale dienen mochte, denn es stand ein großer Tisch in der Mitte, um den sich mehrere Stühle reihten, traf der Inspektor zwei seiner Beamten, sowie eine ländlich gekleidete ältere Frau und einen jungen Burschen, die sich beide augenscheinlich in großer Angst befanden.
Die Beamten traten an den Inspektor heran und erstatteten Bericht. Sie hatten nichts gefunden, wohl aber hatten sie verschiedene Personen getroffen, welche Fräulein von Kauffel am Nachmittag gesehen haben wollten.
„Allein oder in Gesellschaft?" fragte Dietel.
„Allein, immer allein —"
„Und immer in der Richtung nach dem Obersee zu," fiel Herr von Melnik dem Beamten ins Wort, der ihm viel zu umständlich erzählte, „und dort hat man denn auch eine Spur gefunden."
„Was?" rief der Inspektor.
„Eine Schildpattnadel. Sie war halb in den Boden getreten. Ich habe sie augenblicklich als das Eigentum meiner Schwägerin erkannt, sie pflegte Hut damit festzustecken."
Er wie-. f den Tisch. Die Nadel, welch« dort lag, hatte die Form eines Pfeils, mit einem G in Goldschrift auf der Spitze.
„Wer hat diese Nadel gesunden?" fragte der Inspektor.
„Ich selbst," antwortete Melnik. „Ich konnte, nachdem Eie weggegangen waren, es nicht Mehr ertragen, hier so untätig auszuharren. Ich ließ meinen Jagdwagen anspannen und fuhr nach dem Obersee."
„Weshalb gerade dorthin?"
„Weil es ein Lieblingsplatz von Gertrud war," antwortete Melnik ohne Zögetn. „Ren-
schied habe ich die Bemerkung gemacht, daß ihm das Lügen ein Lebensbedürfnis ist. Es mag sich um die gleichgültigsten Dinge handeln, er gibt nie sofort eine klare Antwort; er sinnt erst nach, was kannst du dem Weißen davon erzählen, wie kannst du ihn anlügen, um vielleicht einen, wenn auch nur scheinbaren Vorteil davon zu haben. Selbst ein Missionsangestellter, mit dem ich über diesen Punkt sprach, gab mir dies ohne weiteres zu und sagte mir ungefähr folgende Worte: „Ja, man glaubt immer und immer wieder, man hat einen ordentlichen Mann in seinen Diensten, und dann muß man am nächsten Morgen sehen, daß er einen doch wieder bestohlen hat.
Man könnte mir nun sagen, all das koramt auch bei uns in Deutschland vor, es gibt auch bei uns ein gar schlimmes Gesindel. Gewiß! Aber es wird mir jeder zugeben, daß bei uns derartige Eigenschaften nicht im Volkscharakter liegen; bei dem Neger aber sind sie typisch. Ich behaupte, daß die obengenannten Laster beim Neger, je weiter er in der äußeren Kultur fort- schrcitet, immer mehr hervortreten: er wird durch die geistige Aufrüttlung immer raffinierter im Gebrauch seiner Untugenden, wofür wir zum Beweise nur einmal einen Blick nach Amerika und Südafrika zu werfen brauchen. In meinen vorstehenden Behauptungen liegt durchaus kein Vorwurf für alle diejenigen, die an der Erziehung der Neger arbeiten — in den Kolonien ist meines Erachtens jeder Europäer zu diesem Erziehungswerk berufen — im Gegenteil, wir stehen nur einer unabwendbaren Tatsache gegenüber, der gegenüber wir nur die richtigen Mittel anwenden müssen, um den schlaugewordenen Neger niederzuhalten. Ihm gegenüber darf keine Schlaffheit, keine ^unangebrachte Milde Platz greifen; die ganze Machtentfaltung europäischer Kulturstaaten muß er täglich als einen Druck auf sich fühlen, damit er aus Furcht davor von der Ausübung seiner verbrecherischen Neigungen abläßt. Den Beweis hierfür sollten wir aus der Krisis in Südwestafrika als erbracht ansehen.
Daraus resultieren die Gründe zu den großen Aufständen, die man nur nicht allen möglichen Europäern in die Schuhe schieben soll. Ich gebe zu, daß die Neger durch manche Schandtaten gereizt wurden; aber die Hauptsache ist und bleibt die gerade mit der Kultur sich erweiternde und nie zu überbrückende Kluft des Rassengegensatzes, den der Neger stets progressiv betonen wird, weil ihm auch eine andere Tugend fehlt, nämlich dis Dankbarkeit. Während wir sonst in der Geschichte beobachten können, daß dem Kulturbringer ein gewisser Dank gezollt wird, weiß der Neger von all dem nichts;
nen Sie es meinetwegen eine Ahnung, kurz, es trieb mich dorthin und ich fand diese Nadel im Moos."
„Weiter nichts?"
„Es ist genug. Ich weiß jetzt, wo wir die Unglückliche zu suchen haben."
„Das ist noch immer kein Beweis."
„So haben Sie hier einen zweiten," fuhr Herr von Melnik fort, und winkte die alte Frau und den Burschen heran. Ich traf die Alte unweit des Oberstes mit jenem Jungen, ihrem Enkel. Sie sammelten Reisig, das haben sie auch gestern getan. — „Kommt her und erzählt dem Herrn Inspektor, was Ihr wißt," rief er mit sehr lauter Stimme.
Die Alte humpelte mühsam herbei und wischte sich dir tränenden Augen mit der Schürze; der etwa siebzehnjährige Bursche drehte die Kappe, die er von dem strohgelben Haar genommen hatte, verlegen in der Hand und starrte mit den wasserblauen Augen auf die Großmutter. Eines stieß das andere an, sich gegenseitig zum Reden auffordernd.
„Nun, so sprecht doch!" ermunterte sie Herr von Melnik und fuhr, als sie immer -noch zögerten, erläuternd zu dem Jnspettor fort: „Sie müssen wissen, die alte Petersen war von jeher eine der .Kundinnen" meiner Schwägerin; sie hat sie wohl selten im Walde angetroffen, ohne daß sie eine Gabe von ihr erhalten hat."
„Nie, nie, gnädiger Herr," sprach hier die Alte, der diese wieder sehr laut gemachte Bemerkung die Zunge gelöst haben mochte, in ihrem plattdeutschen Dialekt, „sie gab mir immer etwas. Darum war ich auch so erschrocken, als die Leute erzählten, sie sei nicht wieder heimgekommen, daß ich mich sogar unterstand, den gnädigen Herrn anzureden und zu fragen, ob's wahr sei. Ich hatte das gute Fräulein doch erst gestern noch gesehen."
„Wo?" fragte der Inspektor schnell.
„Sie müssen lauter sprechen, sie ist fast taub," warf Mokvik dazwischen. „Erlauben Sie lieber, daß ich mit den beiden verhandle, daran haben
er wird uns stets als seine Unterdrücker, nie als seine Wohltäter ansehen. Ich habe jedenfalls die unzweideutige Bemerkung gemacht, daß die Eingeborenen, je mehr man ihnen mit Wohltaten entgegenkommt, diese um so mehr als ihr gutes Recht betrachten, so z. B. bei Lohnerhöhungen, Verabfolgung von Geschenken, bei welcher Gelegenheit sie ihre Forderungen nm noch steigern.
Keineswegs aber ist der Neger geistig minderwertig. Ich habe selbst bei den tiefstehenden Hinterlandnegern wahrgenommen, mit welch spielender Leichtigkeit sie z. B. fremde Sprachen erlernen. Dies Moment müßte hier vielmehr ausgenutzt werden. Statt dessen begnügt man sich damit, daß das entsetzliche Küstenenglisch in Kamerun immer weiter um sich greift, ja einen fast amtlichen Charakter annimmt, wie z. B. bei Gerichtsverhandlungen, ja es ist sogar die Verkehrssprache mit den eingeborenen Soldaten der Schuhtruppe. Unterhalten sich zwei Neger verschiedener Stämme miteinander, so sprechen sie dies obengenannte entsetzliche Englisch, selbst wenn sie beide deutsch können. Woller wir aber wirklich den Neger zu uns heranziehen, so wollen wir mit der Sprache beginnen, denn mit die;er allein wäre cs nur möglich, ihn auch unserem Wesen näher zu bringen; verlangen wir es nur, es wird schon gehen. Warum geht es in englischen und französischen Kolonien! Ich habe eine Reihe Neger aus französischen Kolonien kennen gelernt; sie sprachen sämtlich französisch, ohne daß sie es in einer Unterrichtsanstalt gelernt hätten.
In den elementaren Wissenschaften erreicht der Neger recht Gutes, ich habe viele kennen gelernt, die eine geradezu vorzügliche Handschrift besaßen und auch schnell und sicher mit größeren Zahlen rechnen konnten und damit als Schreiber reckst brauchbare Dienste leisteten. Geschickt und anstellig ist der Eingeborene auch bei der praktischen Arbeit, wenigstens nach Ueberwindung seiner natürlichen Faulheit. Die verschiedenartigsten Zweige praktischer Arbeit beim Bahnbau liefern in hinreichender Weise den Beweis dafür. Wenn auch ein großer Prozentsatz der in Kamerun als Handwerker tätigen Neger aus anderen Kolonien, besonders aus Togo und dem englischen Accra sind, so habe ich doch hier schon viele kennen gelernt, die z. B. im Schneider- und Schuhmacherhandwerke Erstaunliches leisteten. Das ist unbestrittenes Verdienst der Missionen, die sich sehr um die Heranbildung derartiger Arbeitskräfte bemühen. Ein offenkundiges Verständnis zeigt der Neger für maschinelle Einrichtungen. So sieht man z. B. im Hafen von Duala Schwarze im Dienste der verschiedensten Firmen Dampf- und Motorfahrzeuge mit er
ste sich etwas gewöhnt. Es hat Mühe genug gelüftet, sie hierher zu bringen, und hätte ich sie nicht sogleich auf den Wagen geladen und. mitgenommen,' so könnten wir lange nach ihnen suchen." Hieraus schrie er die Frage des Inspektors der Alten ins Ohr.
„Nicht weit von der Krähenhütte," antwortete die Petersen.
„Sie gab Euch wieder etwas?" schrie nun der Inspektor.
Die Alte schüttelte den Kopf. „Sw sah mich nicht, ich stand im Busch, und als ich vorgehen wollte, da kriegte mich Krischan beim Arm uni sagte: „Sei still, Großmutter, da kommt er!"
„Wer kam?"
„Ich weiß nicht, ich kann ja nicht mehr recht sehen und hören. — So red' Du doch, Krischan!'
Der Bursche sah von unten herauf den Inspektor blöde an und stieß zwischen den halbgeschlossenen Zähnen hervor: „Es war des toten Försters Großer."
„Da hören Sie es," raunte Melnik dem Inspektor zu. „Was sagtest Du doch, was sie miteinander taten?" fuhr er zu dem Burschen gewandt fort."
„Sie zantten sich." „
„O, da irrst Du Dich wohl," fragte der Inspektor, um mehr aus ihm herauszulocken.
„Nee, nee,“ beharrte Krischan; „er schrie und schalt, packte sie am Arm und sie sagte: „Lassen Sie mich los, ich habe mit Ihnen nichts zn schaffen," und bann riß sie sich los und lief fort
„In welcher Richtung?"
„Das weiß ich nicht genau, sie wird aber wohl nach dem Obersee gegangen sein, da saß sie ja immer ko gern." ,
„Und der junge Förster?"
„Der blieb auf demselben Fleck stehen ui*, schrie und tobte, ick glaube, er hat vom (Er»; schießen und Ertränken gesprochen. Ick kriegt« solche Angst, daß ich die Großmutter beim Ar« nahm und mit sortzog."
„Und von Fräulein von Kauffel habt Ihn nichts wieder gesehen?"