mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirckbaia
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Neclamen: die .>tcifc 30 Psg.
Marburg
Dienstag. 20. August 1907.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck tmb Verlag' Joh. Ang. Koch, Umvcrsttäts-Buchbnlckerei Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
42. Jahrg.
Besseren Schutz der Ehre!
Ein amerikanischer Advokat hatte die Unverfrorenheit, den LVahrspruch der Karlsruher Geschworenen gegen Hau als einen Ausfluß mittelalterlicher Inquisition zu bezeichnen und dabei zu bemerken, daß keine amerikanische Jury einen .solchen Spruch gefällt haben würde. Wie sich später herausgestellt hat, ist dieser Biedermann ein Geschäftsteilhaber der Advokatenfirma, der auch der Verurteilte angehört. Aber auch ohne diese reizvolle Einzelheit würde seine Einmischung in deutsche Verhältnisse doch bezeichnend für gewisse amerikanische Verteidiger bleiben, denen der amerikanische Volksmund selbst den schmeichelhaften Beinamen „Ferkelstecher" gegeben hat, d. i. ein Spottname, der allen denen einleuchtend erscheinen wird, die Gelegenheit hatten, zu beobachten, wie diese Zierden der Barre die Zeugen durch unverschämte Fragen ganz ungehöriger Art in Verwirrung und in sittlichen Mißruf zu bringen versuchten. Amerikanische Advokaten wären auch gerade die Rechten, über die deutsche Rechtspflege vorlaut sich zu Gericht fetzen zu wollen! Und wir Deutsche können'ftvahr- llich über einen Vergleich deutscher und amerikanischer Geschworenenbünke nur lachen. Gewiß, tu cinenr Falle, wie dem des zum Tode verurteilten Karl Hau, würde vermutlich manche amerikanische Jury sich haben hinters Licht führen lassen, wie ein Blick auf die letzten Skandalprozesse gegen -Geistesverwandte des Herrn Hau, zum Beispiel den freigesprochenen Thaw und zahllose andere dunkle Ehrenmänner beweist. Danken wir dem Himmel, daß in dem Karlsruher Falle der gesunde Schwarzwälder Kauernverstand von keiner Mystik und keinem noch so raffinierten Komödienspiel des Angeklagten sich hat täuschen lassen!
Um so bedauerlicher aber ist die Haltung, die-ein Teil des deutschen Publikums unter dem Einflüsse der demokratischen Presse und verschiedener Sensationsblätter nach wie vor in dem Falle Hau beweist.
Es würde zur Not noch verständlich erscheinen, daß man sich über das Urteil selbst erhitzt, insofern nian es lediglich mit einem Indizienbeweise und deshalb mit der Gefahr eines Rechtsirrtums zu tun zu haben glaubte. Sachlich würde auch das ungerechtfertigt sein, denn selten ist ein Beweis schlüssiger und lückenloser als in diesem Falle geführt. Wenn jetzt nachträglich behauptet wird, daß Hau den Schuß gar -nicht abgegeben haben könne, so wird hier nicht durch „zweier Zeugen Mund allerorts die Wahrheit kund". Denn, den guten Glauben des Fräulein'Eisele in Ehren, wird man doch im Auge gehalten müssen, daß diese ältere Dame sich erst jzum Zeugnisse gemeldet hat, nachdem der ganze Verlauf des Prozesses abgeschlossen vor ihren Augen lag! und jeder Kriminalist weiß, wie verhängnisvoll in solchen Fällen bei sensiblen Naturen die Selbsttäuschung mitspielt. Der andere Zeuge aber, der unbeschreibliche Ehrenmann Frhr. v. Lindenau, dessen angebliches österreichisches Offizierspatent in dem k. u. k. Militärschemaiismus vergeblich gesucht wird,
17 (Nachdruck verboten.)^
In den Fluten.
■■■. Roman von Jenny Hirsch.
'(Fortsetzung).
, Ehe der Inspektor nach dem Godenberg zurückkehrte, ging er nach der Eisenbahnstation in Gremsmühlen, um dort Nachfrage zu halten, ob Georg Eltester wirklich am Nachmittag des vergangenen Tages dort gewesen war. Diese Angabe bestätigte, sich, aber Gertrud war schon um 4 Uhr fortgegangen, und erst in der zehnten Stunde hielt man ilmschau nach ihr, was konnte inzwischen nicht schon alles geschehen sein!
Gerade als der Inspektor aus dem Bahn- f): bände wieder heraustrat, hielt vor der
S ion ein von Lübeck kommender Zug. Ihm entstieg ein breitschultriger, junger Mann, in der Uniform eines großherzoglich oldenburgi- fchcn Försters mit frischem, gutmütigen Gesicht und Hellen, grauen Augen, die fröhlich in die Welt blickten.
„Ei, sieh da, Herr Förster Dorn," redete ihn Dietel an und bot ihm die Hand. „Schon wieder zurück? Ich glaubte gehört zu haben, Sie hätten Urlaub und wollten ein paar Wochen fortbleiben."
„Das war auch meine Absicht," antwortete Dorn, nicht ohne Verwunderung über die vertrauliche Begrüßung des ihm nur ganz oberflächlich bekannten Inspektors., „Ich hatte vor, von Lübeck aus, wo ich mich ein paar Tage in persönlichen Angelegenheiten aufgehalten habe, einen Ausflug nach Schweden zu machen. Da erhielt ich aber heute früh einen Brief von Eltester, der mich schleunigst zurückries."
„Kann der gelehrte Herr Oberförsterkandidat nicht ohne Sie fertig werden?" fragte der Jn- fpektvr mit leisem Spotts ----------
und der in seinem Geschäft als Heiratsvermittler selbst sein bester Kunde zu sein scheint, ist so über allen Zweifel hinaus gekennzeichnet, daß keine Veranlassung vorliegt, unter anderen Gesichtspunkten sich mit ihm zu beschäftigen, als unter dem der wegen Beleidigung, Erpressung usw. erhobenen Anklage.
Aber weit schlimmer als alles dies ist die geradezu hysterische Verwirrung und perverse Entartung, die in dem Verhalten gegen Olga Molitor zum Ausdruck kommt. Wenn Hau auf die sittliche Verwirrung svekuliert haben, sollte, so hat er eine Menschenkenntnis von geradezu erschreckender Sicherheit bewiesen. Denn wenn auch bereits in früheren Prozessen, wie dem Rosengartschen in Königsberg, dem des gräflichen Paares Kwilecki u. a. m. die Bevölkerung für Angeklagte von mindestens selten unsympathischem Charakter eine befremdende Teilnahme bewies, so beschränkte diese sich doch auf gewisse Kreise, von denen von jeher das alte Dichterwort galt, daß der Schaum und die Hefe sich _ berühren. In Karlsruhe wurden die Massen von einem Taumel ergriffen, und dieser scheftit sich tzvn dort auLTmmer mehr über ganz Deutschläns M verbreWst und immer unheilvollere Verwirrung anzurichten. Es ist schlimm, wenn man dem „Berliner Tageblatt" recht geben muß, das in einem Aufsatze über den Karlsruher Prozeß schrieb:
„Nichts in dem Benehmen Olga Molitors deutrt einstweilen darauf hin, daß sie absichtlich oder aus Versehen ihre Mutter getötet haben könnte. Nichts entschuldigt. die unerhörte, rücksichtslos grausam« Treibjagd, die gegen dieses Mädchen inszeniert worden ist." In unserem Volke ist in der Tat so sehr mit dem Gerechtigkeitsgefühl auch das Zartgefühl abhanden gekommen, daß weite Kreise sich nicht inehr entblöden, leichtfertig Behauptungen nach- zusprechen„ die vor keiner ernsthaften Kritik Stand halten, und in der Tonart jener Hctzpresse mit Steinen nach einem Mädchen zu werfen, dessen Unglück darin bestanden hat, ohne ihre Schuld die Lüsternheit eines frechen Draufgängers zu reizen? In dem ganzen Prozeß war sie zweifellos die einzige wirklich sympathische Persönlichkeit, und wenn sie eine weit über den Durchschnitt hinausgehende Reife des Geistes und eine natürliche mädchenhafte Freude an Poesie zeigt, so macht alles dies sie doch weder zu einem Rätsel noch zu einer Mörderin oder einem weiblichen Dämon. Daß ihre Schwester Lina, der die Neigung ihres Gatten zu der geistvollen und schönen Schwester nicht entging, zuweilen Eifersuchtsanwandlungen zeigte, spricht für ditz Gattin, nicht aber gegen die sitt- kiM UntaMhastigkeit -der 'Schwester, und den Mten Beweis hierfür hat die NNstorbene selbst damüft gegeben, daß sie ihr zärtlich geliebtes Kind in der Todesstunde der Schwester ans Herz legte. Wie ist es möglich, daß alles dies übersehn wird, und daß breite Mafien sich in eine Stimmung von Haß und Verachtung hineinreden, der jeder, aber auch der letzte und leiseste Grund fehlt? Es ist nur erklärbar aus einer ausschweifenden Phantasie und aus einer lüster-
„Na, was das anbetrifft," war die ehrliche Entgegnung, „da. steckt Eltester zwei solche, wie ich bin, in die Tasche. Der ist ein Forstmann, wie er im Buche steht, er wird mir sehr fehlen."
„Will er fort?" fragte Dietel so schnell, daß ein weniger harmloser Mensch als der Förster Dorn dadurch stutzig geworden wäre.
„Freilich will er fort, schon in den nächsten Tagen, deshalb muß ich ja eben heimkommen, denn eine andere Vertretung findet sich nicht so schnell," versetzte der Förster. „Es ist aber hier furchtbar heiß, ich will macken, daß ich in meinen Wald komme," fügte er hinzu und nahm einen Augenblick den mit einer Feder geschmückten graugrünen Hut vom Kopfe.
„Ich begleite Sie ein Stück," sagte der Inspektor, der sich die Gelegenheit, dem Förster ein wenig auf den Zahn zu fühlen, nicht entschlüpfen lassen wollte. „Wohin will denn Eltester so plötzlich?" setzte er das Gespräch fort.
„Das hat er nicht geschrieben, der Brief enthielt nur wenige Zeilen."
„Das wird aber seiner Mutter recht nahe gehen."
„Immer konnte er doch nicht hier bleiben, und die Försterin ist eine verständige Frau, die sieht auch ein, daß es zu seinem Besten ist, wenn er hier ?ortkommt. Je eher, je lieber, denn so konnt's nicht weiter gehen, dabei wäre der gute Junge zu Grunde gegangen."
„Was haben Sie denn? Sie werden ja ganz wild!" scherzte Dietel.
„Ja, das werd' ich auch!" rief der Förster und blieb einen Augenblick stehen. „Das kommt aber davon, wenn man nickt in seinem Stande bleibt. Reiche und vornehme Damen machen sich doch nur einen Zeitvertreib mit Unsereinem und geben uns, wenn's Ernst werden soll, den Laufpaß. So ist's dem armen Eltester mit dem Fräulein von Kauffel auf dem Esdenberg auch
nen Sucht, die ihr Seitenstück findet in der Eier, mit der man die Schauerstücke vom Schlage Sherlock Holmes, Rick Carter u. a. m. verschlingt, und durch den Einfluß einer gewissen Sorte von Blättern, die in der Ausmalung der schmutzigsten Einzelheiten jedes Verbrechens eine höhere Aufgabe erblicken als in der Unterrichtung ihrer Leser über die wichtigsten Aufgaben unserer Politik und unseres geistigen Lebens.
Es ist bezeichnens daß auch diese Besonderheit der heuttgen Berichterstatung aus dem Lande der unbegrenzten Möglichkeiten gekommen ist! Aber zur Ehre von Amerika muß man sagen, daß dort drüben jene Ausschreitungen doch auch eine sehr tapfere Gegenwehr innerhalb der Bevölkerung selbst finden. Wie immer man über die Lynchprozesse denken und wie sehr man deren Rohheiten und Gewalttätigkeiten verurteilen mag, so läßt sichdoch nicht verkennen, daß in ihnen die Empörung des Rechtsbewußtseins gegen die Begünstigung gemeingefährlicher Mordbuben ausbricht. Und wie roh im übrigen auch das Leben der Amerikaner sein mag, so wifien sie doch unzweifelhaft' die Frauenehre ritterlich zu schützen; ja, sie verfallen in dieser Beziehung sogar in verhängnisvolle Uebertreib- ungen. Wir möchten wohl sehen, wie es im wilden Westen einem Redafteur ergehen würde, der an der Ehre einer Dame sich in so ruchloser Weise vergriffe, wie dies in Deutschland gegenüber Olga Molitor geschieht! In dem gesitteten Teil der Union aber und noch mebr in Alt- England wird die Frauenehre und die Ehre des Einzelnen überhaupt mit einer Entschiedenheit beschützt, die für uns Deutsche im Hinblick auf die Karlsruher Vorgänge geradezu beschämend wirkt. Ein Theater, das sich unterstehen würde, einen so rohen Schmarren aufzusühren. wie er jetzt unter dem Titel „Die rote Olga" in Breslau zur Aufführung kommt, würde im wilden Westen von Amerika zertrümmert und in England unter schwere Buße genommen werden. Man entsinne sich, daß kürzlich eine englische Zeitung, die in ruchloser Weise mit der Ebre eines Mannes gespielt hatte, zu einer Entschädigung von einer halben Million verurteilt wurde. Bei uns aber finden derartige Stücke Zulauf, und Beschimpfungen ehrenwerter Persönlichkeiten werden eifrigst beklatscht. Das sind geradezu empörende Zustände, und es wird die höchste Zeit, daß unsere Gesetzgebung für befieren Schutz der Ehre sorgt! Inzwischen aber sollte die gute Gesellschaft für die wünschenswerte Reinlichkeit in unserem geistigen Leben sorgen. Denn cs ist klar, wie verächtlich uns die geschilderten Rohheiten in den Äugen der ganzen Welt erscheinen lafien!
Deutsches Reich.
— Der Kaiser hörte am gestrigen Sonntag Vormittag im Residenzpalais nach dem Vortrag des Präsidenten des Reichsmilitärgerichts, Generals der Infanterie Linde, und nahm eine Reihe militärischer Meldungen entgegen. Um V/4 Uhr fand bei den Majestäten auf Schloß Wilhelms- Höhe Tafel anläßlich des Geburtstages Kaiser
ergangen. Ich soll ja eigentlich nicht darüber reden, aber die Geschichte wurmt mich zu sehr."
„Fräulein von Kauffel und der Försterssohn von Segefeld, das ist aber doch auch zu unmöglich," versetzte, sich ungläubig stellend, der Inspektor.
„Sag' ich ja auch," stimmte Dorn zu, „darum bleibts aber doch eine Schlechtigkeit, daß sie ihn erst anlockt und sich mit ihm verlobt hat und ihm nun plötzlich den Laufpaß gibt. Das Schändlichste dabei ist aber die Ärt, wie sie das macht; sie wälzt ihm die Schuld zu, hat ihm einen Brief geschrieben, i > habe Beweise seiner Untreue und seiner Verdorbenheit."
„Hat Ihnen das Eltester erzählt?" ,
„Äch, Gott bewahre, der bisse sich lieber die Zunge ab. Seins Mutter hat es mir geklagt. Die gute Frau weiß sich in ihrer Angst u-!d Sorge um den Sohn gar nicht zu lafien, und da sie keinen anderen Menschen hat und auch weiß, daß ich große Stücke auf ihn halte, hat sie ihr Herz gegen mich ausgeschüttet. Georg ist ganz wie ausgetausckt; bald geht er einher wie vor den Kopf geschlagen, und dann tobt und wütet er wieder. Hab's selbst gehört, wie er zu seiner Mutter sagte, wenn Gertrud in ihrem Trotz beharrt, so mache er eines Tages ein Ende mit Schrecken."
„Nun, nun, es wird nichts so heiß gegefien, wie es gekocht wird," warf der Inspektor ein, der seine Gründe hatte, dem Förster noch nichts von Gertruds Verschwinden zu sagen. „Jetzt ist es mir freilich erklärlich, weshalb Eltester heute Nacht der Hirsch durch die Lappen gegangen ist, der wird an andere Dinae gedacht haben."
„Ein Hirsch? Heute Nacht? Wo denn?"
„Er war im Tannengrund auf dem Anstand."
Der Förster schlug ein lautes, dröhnendes jg^ert auf; als er Wieder zu Atem gekommen
Franz Josefs statt, zu welcher u. a. geladen waren der österreichisch-ungarische Botschafter v. Szoegyeny-Marich, sämtliche Herren der Botschaft, der Staatssekretär des Auswärtige» Amts v. Tschirschky, Fürst zur Lippe, Fürst von Schaumburg-Lippe, der kommandierende General Herzog Albrecht von Württemberg, der Kriegsminister von Einem, die Generale von Stüntzner, v. Bifiing und v. Beseler, der Oberpräsident Hengstenberg, die Damen und Herren der Umgebungen und das Gefolge. Im Verlaus des Mahles erhob sich der Kaiser und trank aus das Wohl des Kaisers von Oesterreich und Königs von Ungarn, seines lieben verehrten Freundes und treuen Verbündeten.
— Die Zulassung zur höheren Postlaufbahn. Nachdem vor acht Jahren die Zulassung zur höhcrn Postlaufbahn wegen Ueberfüllung vorläufig eingestellt worden war, haben sich jetzt die Verhältnisse so gestaltet, daß schon in diesem Jahre mit der Wiederannahme von Anwärter» für die höhere Laufbahn begonnen werden wird. Wie die „Köln. Ztg." mitteilt, ist in nicht ferner Zeit die Vekanntgebung von Bestimmungen zu erwarten, durch die die Eintrittsbedingungen und die Zahl der anzunehmenden Anwärter bekannt gegeben werden wird. Diese Zahl dürste aller Voraussicht nach allerdings nicht groß fein.
— Landwirtslchaftlicher Eenosssnschaftstag. Aus allen Gauen Deutschlands hatten sich am 7. ds. Mts. die Vertreter des 20973 Genossenschaften mit beinahe 2 Millionen Mitgliedern umfassenden Reichsverbandes zum 2 3. landwirtschaftlichen Genossenschaftstag in Münster eingefunden, um in gemeinsamer ernster Arbeit durch gegenseitige Belehrung ihre Erfahrungen auszutauschen und neue Anregungen für die Zukunft zu sammeln. Den Ehrenvorsitz hatte der Ober- präsident von Westfalen Frhr. v. d. Recke übernommen. Der Bund der Landwirte war durch seinen um die Entwicklung des Genofienschafts- wesens im Osten besonders verdienten Führer, Major E nd e l l - P o s e n, vertreten. Der Generalanwalt des Verbandes, Geh. Reg.-Rat Haas- Darmstadt konnte, wie wir dem Verbandsorgan entnehmen, in feinem Geschäftsbericht. auf die in jeder Beziehung erfreulich« Fortentwicklung des Eenofienschaftswesens Hinweisen, dessen Segnungen durch eigens dorthin entsandte Delegierte auch auf unsere deutschen Farmen in Südwestafrika ausgedehnt werden sollten. Ein bedeutsamer Vorgang ist ferner die Begründung einer Reichsgenossenschaftsbank. Der Gesamtumsatz der zum Reichsverband gehörigen Genossenschaften stieg von 37 28 im vorletzten, auf 4113 Millionen Mark im letzten Jahre. Die ungemein bedeutsame Frage der Heeresversorgung mit landwirtschaftlichen Bedarfsartikeln durch Vermittelung der Genossenschaften ist in die Wege geleitet; besonders notwendig aber erscheitrt eine
war, sagte er: „Nehmen Sie's nicht übel, Herr Inspektor, aber wer hat Ihnen denn das auf- gebunden?"
„Eltester selbst, ich war schon heute bei ihm in Segefeld."
„Wenn ers gesagt bat, dann muß cs wohl seine Richtigkeit haben," sagte der Förster kopfschüttelnd, „wie aber der Hirsch ko plötzlich in den Tannengrund kommt, darauf bin ich begierig. Was wollten Sie eigentlich heute in Senefeld, sollte mir der Besuch gelten, Herr Inspektor?" fügte er hinzu.
..'Afinen und Eltester. Ich wollte mich erkundigen, ob Sie nichts von Fräulein von Kauffel gesehen oder gehört hätten, sie ist seit gestern Nachmittag verschwunden," antwortete der Inspektor lauernd.
„Fräulein von Kauffel ist verschwunden?" rief der Förster und machte eine so heftige Bewegung, daß ihm die Reisetasche, die er in der Hand trug, entglitt. Er bückte sich schnell, um sie aufzuheben, Dietel sah aber doch, daß er ganz bleich geworden war. „Wie hängt denn das zusammen?"
„Das möchten wir eben gern ergründen,* und nun erzählte Dietel den Hergang.
„Das ist ja schrecklich," sagte Dorn, der plötzlich sehr kleinlaut und , niedergeschlagen war. „Warum erzählten Sie mir denn das nicht gleich?"
„Ich trat in der Absicht an Sie heran, Sie teilten mir aber so interefiante Dinge mit, daß ich es fürs erste unterließ," antwortete der Inspektor, und dem armen Förster war es, als senke sich eine Zentnerlast auf seine Brust. „Sollten Sie etwas über den Verbleib der jungen Dame erfahren, so darf ich wohl erwarten, daß Sie mich davon in Kenntnis setzen werden. «— DoH, hier trennen sich unsere Weg^ ich will jetzt wieder nach dem Eodenbera^.