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mit -em Kreisblatt für -ie kreise Marburg an- Kirchbain.

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(Nachdruck verboten.).

satte meinem Georg nicht verweigern dürfen

trafen sich; die Försterin : Inspektor Sinter^dan««

:e meinem Georg nicht verweigern dürfen, Beider Angen i zu verteidigen!" rief die Försterin, und jetzt faußts jetzt, daß der

Staatseisenbahnverwaltung, aber auch der städ­tischen Betriebsverwaltungen zu schaffen. Auch die im Landtage betonte Notwendigkeit in ge­eigneten Fällen größere Restgüter von der Auf­teilung auszunehmen, um in ihren Besitzern wirtschaftliche und politische Führer für das platte Land zu gewinnen erhält unter diesem Gesichtspunkte eine neue Begründung.

Greifen wirklich einmal in Preußen alle Jn- stanzen frei vom Resiortpartikularismus in die­ser für das Staatswohl so außerordentlich wich­tigen Frage zusammen, fo muf$ es gelingen der Landflucht der bereits vorhandenen deutschen Landarbeiter zu steuern und neue Scharen — nötigenfalls aus den erst in Angriff genommenen Reservoiren der deutschen Kolo­nien Rußlands und Galiziens zu gewinnen und so der Eindeutschung und der wirtschaftlichen Sicherstellung unseres Ostens zugleich einen un­schätzbaren Dienst zu leisten.

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Würdigung des Ansiedlungswer- kes in den Provinzen Westpreutzen und Posen. Geht das Bestreben der Ansied- lungskommission auch dahin möglichst nur Stellen von solcher Größe auszulegen, daß eine Familie sie ohne Inanspruchnahme fremder Ar­beitskräfte bewirtschaften kann, so zeigt doch die Erfahrung, daß in jeder Ansiedlungsgemeinde ein mehr oder minder großer Bruchteil der Be­völkerung polnisch ist. Es läßt sich eben nicht ver­meiden, daß einzelne Bauernstellen wegen ihrer Bodenbeschaffenheit usw. größer ausgelegt wer­den, es bleiben Familien kinderlos, die Wirt­schaften gelangen in die Hände von Witwen — in allen diesen und ähnlichen Fällen ist die An­nahme von Jnstmannsfamilien unerläßlich, da es ledige Arbeiter nur aushilfsweise gibt. Mit ihren zahlreichen Kindern bilden diese Arbeiter­familien bald ein Viertel bis ein Drittel der Ortsbevölkerung und bringen ein polnisches Element ins Dorf, das fernzuhalten namentlich im dringendsten Interesse der Heranwachsenden Generation liegt. Die Anfiedlungskommission hat ja nun eine ganze Anzahl von Arbeiter­mietshäusern gebaut, scheint aber in großem Umfange damit nicht vorgehen zu wollen und es läßt sich nicht verkennen, daß die Bedingungen für das Gedeihen solcher Arbeiterstellsn nicht überall vorhanden sind. Ein Bauerndorf allein kann freie Arbeiter nicht erhalten, denn es wäre ein großer Irrtum anzunehmen, daß in einem Dorfe, in dem beispielsweise 22 Ansiedler 8 Jnstfamilien halten, an Stelle dieser ebenso­viel freie Arbeiterfamilien existieren könnten. Der freie Arbeiter ist, soweit er nicht eben den ihm überlaffenen Morgen Kartosfelland ab­arbeitet, auf baren Lohn angewiesen, während der Jnstmann in der Hauptsache Naturalien er­hält, die zwar denselben Geldwert haben mögen, die sich der Bauer aber nicht mit ihrem Geldwert anzurechnen braucht. Der freie Arbeiter wohnt in einem Hause, das, wie die Erfahrung lehrt, unter 3000—4000 JA. nicht herzustellen ist, und das also mindestens 90 bis 120 <M Miete kostet, während der Bauer seinen Arbeiter in einer Käthe unterbringt, die ihm nicht viel mehr als den Materialwert, 6—800 JA. kostet — den Un­terschied muß eben der freie Arbeiter durch er­höhten baren Lohn verdienen. Eine größere Anzahl von Arbeiterstellen wird daher nur dort geschaffen werden können, wo in erreichbarer Nähe ein landwirtschaftlicher Großbetrieb mit landwirtschaftlichem Nebenbetrieb — Brennerei, Zuckerfabrik usw. — sich befindet oder ein grö­ßerer Wald oder endlich irgend eine größere Industrie. Derartige Situationen werden sich eine ganze Menge finden lasten und wo sie nicht vorhanden sind, wird doch vielleicht die Möglich­keit sein sie durch ein Zusammenwirken der gro­ßen staatlichen Betriebe, insbesondere der

„Ich bitte Eure Majestät von ganzem Herzen meinen besten Dank aussprechen zu dürfen für die so gütigen und freundschaftlichen Worte. Euer Majestät können versichert fein, daß es mir eine große Freude bereitet hat, zu diesem leider nur so sehr kurzen Besuch hierher zu kommen. Eurer Majestät und Ihrer Majestät der Kai­serin kann ich nicht genügend danken für befc herzlichen Empfang, der mir geworden ist, für den Empfang von Seiten der Armee Eurer Ma­jestät und von dem Volke, wie es uns in den Straßen begegnet ist. Eure Majestät wisten, daß es mein größter Wunsch ist. daß zwischen unseren beiden Ländern nur die besten und angenehm­sten Beziehungen bestehen. Ich freue mich sehr, daß Eure Majestät mich bald in England be­suchen werden. Ich bin fest davon überzeugt, nicht nur meine Familie, sondern das ganze eng­lische Volk werden Eure Majestäten mit der größten Freude empfangen. Ich erhebe mein Glas auf das Wohl Eurer Majestäten!"

— Di« Neuforderungen für den Staats--.

Haltsetat 1908. In den einzelnen preußischen Ressorts wird gegenwärtig eifrig daran gear­beitet, die Neusorderungen aus- und zusammen­zustellen, die für den Staatshaushaltsetat 1908 zu erheben sind. Während die Frist für die Ein­lieferung dieser Forderungen zum nächstjährigen Etat im Reiche mit dem 1. August abläuft, ist sie in Preußen am 1. September zu Ende. Bis da­hin müssen also die betreffenden Arbeiten be­endet und dem Finanzministerium eingeccicht sein. Es ist selbstverständlich, daß von diesem mit dem gleichen Tage die Arbeiten zur Fertig­stellung des neuen Etats begonnen werden. Sie pflegen etwa vier Monate in Anspruch zu neh­men, und beschränken sich naturgemäß nicht auf Erwägungen und Beschlußfassungen im Finanz­ministerium selbst, sondern umfassen auch Unterhandlungen zwischen den einzelnen Res­sorts und namentlich kommistarische Erörterun­gen, an denen Vertreter der verschiedenen in Betracht kommenden Restarts teilnehinen. Es ist bekannt, daß im Etat für 1908 verschiedene bedeutsame Neuforderungen in die Erscheinung treten werden. Um ihre Höhe anzudeuten, braucht nur an zwei, an die Aufbesserung der Beamiengehälter und an die Folgen des Sckml- uilterkaltungsgesetzes erinnert zu werden. Ver­schiedene Kosten, die durch die Ausführung des letzteren Gesetzes hervorgerufen werden, sind be­reits auf den Etat für das laufende Jahr über­nommen, der Rest der infolge des Gesetzes not­wendigen Neuforderungen fällt aber auch noch ganz beträchtlich ins Gewicht. Auch das, neue Richterbesoldungsgesetz wird noch Rückwirkun­gen auf den nächstjährigen Etat ausüben u. v. a. m. Die Deckungsfrage, die bei jeder Etats­aufstellung die unangenehmste ist, wird sich des­halb diesmal in Preußen ebenso wie im Reich« noch schwieriger gestalten, als es schon bisher der Fall war. Dementsprechend wird natürlich auch der Sparsamkeitsgesichtspunkt auf anderen

habe, und daß jede Weigerung einen etwaigen Verdacht nur bestärken könne.

„Kommen Sie," sagte sie ausstehend.

Sie führte den Inspektor durch ein paar Zimmer, die ebenfalls so einfach ausgestattet waren, wie das Vorderzimmer, aber noch weit mehr der schönsten und zum Teil recht seltenen Pflanzen enthielten.

„Das sieht ja hier aus, als sei man bei einem Kunstgärtner," bemerkte der Inspektor und stand verwundert still. „Wer zieht nur all diese Gewächse?"

„Ich," sagte die Försterin mit einem Auf­leuchten der Augen. Traurig fügte sie hinzu: „Die Blumen sind meine Freude und mein Stolz, und der Gedanke, sie verkaufen und ver­streuen zu mästen, war mir sehr schmerzlich, als ich nach dem Tode meines Mannes von hier fort zu müssen glaubte, denn in eine Miets- wohnung hätte ich sie nicht mitnehmen können. Da war ich denn sehr dankbar, als der Nachfol­ger mir anbot, bei ihm zu bleiben und ihm die Wirtschaft zu führen. Er Hai drüben ein paar Zimmer inne, und ich bin mtt meinen alten Sachen und meinen Blumen in meiner Wohn­ung geblieben."

„Besorgen Sie denn den Haushalt allein?" erkundigte sich der Inspektor.

„Doch nicht; ich habe eine Magd; ich habe ihr aber jetzt, wo der Herr Förster Dom ver­reist ist, erlaubt, auf ein paar Tage zu ihrer kranken Mutter yach Brunshappten zu gehen."

„So sind sie augenblicklich mit Ihrem Sohne ganz allein?"

Tonisches Resch.

— Die Wilhelmshöher Trinksprüche. W i l - Helmshöhe, 15. Äug. Bei der gestrigen Abendtafel brachte Kaiser Wilhelm folgenden Trinkipruch aus:

„Ich bitte Eure Majestät, der Kaiserin und meinen wärmsten Dank entgegennehmen zu wollen für den freundlichen Besuch, den Eure Majestät uns beiden gemacht haben. Ich erblicke in diesem Besuch den Ausdruck der verwandt­schaftlichen und freundschaftlichen Gefühle, die Eure Majestät hegen für die Kaiserin, für mich und mein Haus, Gefühle, die begründet find in den alten Beziehungen zwischen unseren Häusern von langer Zeit her, und die unserer Zeit ihren Ausdruck gefunden haben, als wir gemeinsames Leid trugen an den Särgen meiner lieben Eltern und an der Bahre der großen Königin, meiner Großmutter. Zu gleicher Zeit aber erblicke ich in Eurer Majestät den Vertreter des großen englischen Volkes und in Eurer Majestät Besuch den Ausdruck guter Beziehungen zwi­schen unseren beiden Völkern. Auf der Fahrt zum Schloß konnten Eure Majestät in den Augen der Bürger von Castel und ihrer Kinder und später bei unserer Rundfahrt durch die schö­nen Fluren und sttllen Wälder in den Gesichtern aller derer, welche die Ehre und Freude gehabt haben, Eure Majestät zu sehen, das Gefühl dank­barer Ehererbietung für diesen Besuch lesen. Ich bitte Eure Majestät um die Erlaubnis, mein Glas zu erheben auf das Wohl Eurer Majestät, Eurer Majestät erhabenen Gemahlin der Kö­nigin, des gesamten großbritannischen Königs­hauses und Eurer Majestät Volkes!"

König Eduard erwiderte auf den Trinkspruch des Kaisers mit folgendem Toaste in deut­scher Sprache:

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlagc Ioh. Ang. Koch, Universitäts-Buchdruckern 42. Jahr-.

Marburg, Markt 21. — Telephon oo.

Das Problem der Landarbeiterfrage im Osten.

Die diesjährige Versorgung der deutschen Landwirtschaft mit ausländischen Saisonarbei- ckern hat sich unter größeren Schwierigkeiten vollzogen und allerorts werden Klagen laut, daß es nicht gelungen ist den Bedarf rechtzeitig und vollständig zu decken. Insbesondere leiden die östlichen Provinzen, in denen so wie so schon Menschenarmut herrscht Dem Wandertrieb fand dem Verlangen des russischen Arbeiters jftembe Länder zu sehen erscheint es verlockender «uf Kosten des Arbeitgebers nach Mittel- und Westdeutschland zu fahren, als in Posen und Preußen zu arbeiten, wo Land und Leute ihn noch eher an die Heimat erinnern. Und dazu sind als neu Konkurrenten die Schweden aufge- itreten, die an den Erenzübergangsorten erschei­nen und die russischen Arbeiter für die schwe­dische Landwirtschaft anwerben.

Es kann nicht genug betont werden, welche nationale Gefahr der slawische Strom bedeutet, der sich alle Jahre über Deutschland ergießt und welcher gewaltige wirtschaftliche Schaden ande­rerseits entstehen muß, wenn et einmal aus irgend welchen Gründen ausbleibt. Es muß Aufgabe einer weitsichtigen staatlichen Verwal­tung sein hier vorsorgend einzutreten, damit Er­satz für die 500 000 Mann geschaffen werde, die jetzt das Ausland alljährilch der deutschen Land­wirtschaft stellt und die Jahr für Jahr unge­zählte Millionen zur Stärkung einer fremden Volkswirtschaft dem Lande entziehen. In vollem Umfange wird dies freilich nicht möglich sein. Der heutige landwirtschaftliche Betrieb ist durch den Hackfruchtbau, der ihn vielfach allein noch zu einem lohnenden macht, zu sehr zu einem Saison- bfarieb geworden, als daß er das ganze Jahr hindurch die zur Zeit der meisten Arbeit not­wendige Arbeiterzahl beschäftigen könnte. Auch fehlt im Osten der Ausgleich, den die Industrie in vielen Gegenden Deutschlands dadurch mit sich bringt, daß sie Arbeitskräfte in der land­wirtschaftlich stillen Zeit aufnimmt. 30er daß ein zahlreicher deutscher Arbeiterstand auf dem Lande, namentlich in den der Slawisierungsge- fahr ausgesetzten östlichen Provinzen geschaffen werden muß und daß es, weil dies eine natio­nale und wirtschaftliche Notwendigkeit zugleich ist, gelingen muß ihn zu schaffen, ist eine Er­kenntnis, die sich immer mehr gerade unter den Freunden des ostelbischen Großgrundbesitzes Bahn bricht, die diesen politisch, gesellschaftlich And volkswirtschaftlich eminent wichtigen Stand i.tn unserer sozialen Gliederung nicht misien möchten.

l Eine besondere Bedeutung ge­winnt die Arbeiterfrage auch bei

blitzte ihr Atzge; die tief gekränkte Mutter kam zum Vorschein.

„Man sagt, ihr Sohn habe sich die größte Mühe gegeben, diese Gelegenheit herbeizufüh- ten, er fei dem Fräulein überall nachgeschlichen."

„Können Sie ihm das verargen?" fragte die Försterin aufspringend. „Er hat sie geliebt, ich möchte sagen: so lange er sie gekannt hat, sie war sein ein und alles, um ihretwegen hat er ge­lernt, gearbeitet und gedarbt, damit et in eine Stellung tarne, die ihrem Stande angetneffen sei. Um ihr in diesem Sommer noch nahe fein zu können, ist er hier als Fotstgehilfe bei Herrn Dorn geblieben, obgleich er auf etwas ganz an­deres Anspruch machen kann. In Gegenwart und mit dem Segen ihrer Mutter hat sie sich mit ihm versprochen, und dann, so nahe dem Ziele.—"

Die Frau verstummte, von der Aufregung übermannt.

„Und hat er sie gesprochen?"

Frau Eltester setzte sich wieder, und es klang merklich unsicher: „Ich weiß es nicht, es kann ja sein daß er's erzwungen hat, und daß sie des­halb von hier weggefahren ist."

„Hat Ihr Sohn Ihnen das gefagt?"

Sie schüttelte den Kopf.

„Wo ist er?"

„Er schläft.« ■

„Jetzt am hellen Mittag?"

„Er war die Nacht auf dein Anstand, ist erst am Morgen Ijeimgefammen und hat sich sogleich niedergelegl.'

„Weiß er denn nicht, d.?ß Fräulein wji Kauf- fel vermißt wird?" fragte der Inspektor.

„Das kann ich Ihnen nicht sagen."

„So will ich ihn selbst fragen; bitte, fuhren Sie mich zu ihm."

„Ich will ihn sogleich rufen." " ” “

„Nein, ich danke, ich ziehe es vor, zu ihm zu gehen."

In den Fluten.

‘ Roman von Jenny Hirsch. '(Fortsetzung).

Dietel stutzte; das war eine naheliegende Vermutung, er wunderte sich, daß er noch nicht darauf gekommen war.

<, „Weshalb sollte sie das getan haben?" !' „Das müssen Sie Herrn und Frau von Mel- nik fragen, nicht mich," erwiderte die Försterin mit einem leichten Anflug von Ungeduld. „Sie wird wohl ihre Gründe gehabt haben, sich dem ferneren Zusammenleben zu entziehen."

1 „Hat Sie Ihnen diese vielleicht mitgeteitt?“ fragte der Inspektor schnell und sah ihr scharf ins Gesicht.

„Ich habe Ihnen bereits gesagt, daß ich Fräulein Gertrud feit Wochen nicht gesprochen habe," erwiderte die Frau und machte sich dabei an dem ihr zunächst stehenden Blumentopf zu schaffen, von dem sie einige welke Blätter ablas.

„Sie find erzürnt auf sie," warf Dietel hin.

Mit einem schnellen Ruck wandte sie sich um, und nun klang es bitter: „Ah, man hat Sie be« reits von den stattgehabten Vorgängen unter­richtet ! Nun ja, ich war — ich bin," verbesserte sie sich, „im hohen Grade erzürnt auf Gertrud. Wir hatten das nicht um sie verdient. Sie hat unverantwortlich mit meinem Sohne gespielt."

„Sie hat aus gewichtigen Gründen mit ihm gebrochen," versetzte der Inspektor mit Be­tonung.

Die Försterin warf den Kops zurück. „Es ist ja ganz unmöglich, daß sie an das geglaubt hat, was ihr Schwager ihm zur Last legt. Dazu hätte es doch der Beweise bedurft."

„Die hat sie erhalten."

1 „Man verurteilt niemand ungehört. Sie

sterin dünkte ihm mit Absicht in dieser Form ge­schehen zu fein.

Schon trat der junge Forstmann hervor, und unwillkürlich gestand sich der Inspektor, daß Gertrud von Kauffels Geschmack weit bester, al^ der ihrer älteren Schwester fei. Georg Eltester, war schlank und geschmeidig und dabei von kräftigem Wuchs. Der wohlgeformte, mit dun­kelblondem, kurzgeschnittenem Haar ganz dicht, bedeckte Kopf wurde von einem schlanken Halft getragen, das sonnenverbrannte Gesicht Haifa männlich-schöne und intelligente Büge: dunkle Augen — die der Mutter — blickten klug und treuherzig zugleich in die Welt. Als er den von einem dunkelblonden Schnurrbart beschatteten Mund öffnete, um den Fremden zu begrüßen, blitzten zwei Reihen tadelloser Zähne daraus hervor. Er hatte eine graugrüne Jagdjoppe mit dunkelgrünen Aufschlägen lässig ubergewor- fen, sodaß das darunter befindliche, tadellose weiße Hemd sichtbar war.

„Womit kann ich Ihnen dienen, Herr In­spektor?" fragte der junge Forstmann, die Tür hinter sich ins Schloß ziehend, jedoch nicht so schnell, um Dietel nicht vorher einen Blick ins Zimmer werfen und sehen zu lasten, daß dar Bett in der Tat zerwühlt war. Auch die noch auf den Wangen des jungen Forstkandidaten liegende Röte sprach dafür, daß er geschlafen hatte. Wieder kam die Försterin dem Polizei­inspektor zuvor und sagte:

„Georg, Du kamst so todmüde nach Hause, da mochte ich Dir nicht erst sagen, daß gestern spät hier nach Gertrud Kauffel gefragt worden ist. Nun kommt dieser Herr unb teilt mit mit, daß sie nicht wieder nach der Billa zurückgekehrt sei?

„Unb ich mochte mich erkundigen, ob Sie nichts über ihren Verbleib wissen," fügte der Inspektor, der vorlauten Berichterstatterin' einen nichts weniger als freundlichen Blick g«' werfend, Hinz«, .. f

" " (Fortsetzung^^-)

„Ja," antwortete die Försterin unb klopf an eine Tür. „Georg, steh auf, hier ist der P> lizeiinspettor Dietel aus Eutin, der Dich zu sprechen wünscht."

„Ich bin schon auf und komme sogleich!" rief eine frische angenehme Stimme, während Dietel ein verdrießliches Gesicht machte. Es war jhm gar nicht recht, daß der junge Mann sogleich erfuhr, wer er war, und die Meldung der För«

Vierteljährlicher Bezugspreis: bet vei Erpchiticm 2 SSfa

JS 192 bet allen Postämtern 2,25 Mk. (cxcl, Bestellgeld).

Sonnabend. 17. Auqust 1907