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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchtzaiu.

Sonntaasbeilaae: AlluttrirteS SouutaaSMatt, 11

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Lirrteljährlichrr Bezugspreis; btt oei Expedition 2 Mk, bet alle» Postämtern 2,25 Ml. 1<jcL Bestellgeld).

JnsertionSgebuhr: die gespaltene Zeile J6cr ocrtu 9;litt» 15 !Pfg.

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Marburg

Donnerstag 15. August 1907.

Erscheint wöchentlich siebe» mal.

Druck und Verlag' Ioh. Aug. Koch, Universitäts-Buchbrnckerol Marburg, Markt 21. Telephon 55.

42. Jahrg.

Der Krähwinkeln Landsturm.

Rataplan, rataplan... b-ummt die Trommel der kleinen Heerhaufen, die von allen Seiten sgegen die Veste Reaktion heranrücken, um die Zwingburg" des preußischen Landtagswahl­rechtes dem Erdboden gleich zu machen,Gleich­heit" ist das Feldgeschrei. Zit den monotonen .Lärm der kleinen deniokratischen Presse hinein klingen einzelne Helle Trompeten der kampf­lustigen Führer, die in den großeit Tageszeitun­gen scharf und schmetternd angestimmt werden, datnit der Feind fürchte, eine große erschreck­liche Kriegsmacht sei im Anmarsch, gegen die kein Widerstand fromme.

So rückt cs plötzlich dräuend von allen Sei­ten heran, aus allen Teilen des Reiches werden die Mannen aufgeboten zum Kampfe gegen die finsteren Mächte der Reaktion". Seitdem nun­mehr feststeht, daß die preußische Regie- rung einer Aenderung des Wahlrechts nicht abgeneigt ist und bereits die Vorbereitungen dazu getroffen hat, sind die Gegner des preußi­schen Wahlrechts in fieberhafte Unruhe geraten. Sie können nicht abwarten, bis man mit dem fertigen Entwürfe kommt, sie glauben ihrerseits Vorschläge machen und Bedingungen stellen zu müssen. DieVolksseele" soll wieder einmal künstlich zumKochen" gebracht werden. Schade, daß die Inszenierung des Spektakelstückesdie Demokratie in Waffen" zu mangelhaft ist, um an die Illusion der Wirklichkeit, an die Tatsache der Macht, die drohen zu können vermeint, zu glauben. .*

DerV l o ck" soll als Sturmbock benutzt wer­den, um die Tore des preußischen Abgeordneten- hau-»s zu sprengen, damit wahllos alles ein­ziehen ckann, dem bisher das Haus verschlossen war. So wollen es die Demokraten, die Gleich­heitsfreunde, dieim Namen des Volkes" reden. Allerdings nur reden und schreiben. Wer ist denn eigentlichdie Masse des Volkes", die hinter ihnen steht? Ein buntes Gemisch von norddeutschen Freisinnigen, süddeutschen Demo­kraten, Sozialliberalen und Nationalsozialen, kleine Kontingente mit vielen Offizieren, wie weiland zur^guten alten Zeit, als die Reichs- akmee ins Feld rückte gegen das preußische Funkerheer. Die ernst zu nehmenden politischen Mächte, Konservative, Nationalliberale und Zentrum bleiben in berechtigter Zurück­haltung. Für sie liegt keine Veranlassung vor, großen Lärm gegen das Wahlrecht zu er­heben, von dem man noch nicht weiß, wie es ge­staltet wird. Es zeugt von geringer politischer Klugheit, die preußische Regierung durch Droh­ungen, der Block im Reichstag könne in unlieb­samer Weise gesprengt werden, zum bedingungs­losen Zugeständnis des allgemeinen, gleichen, di-

13 -Nachdruck verboten.)

In den Fluten.

Roman von Jenny Hirsch.

'(Fortsetzung).

Herr von Melnik antwortete nicht sogleich. or Fenster und blickte hinaus in die

Landschaft über den See, der jetzt im heißen grellen Sonnenlichte glitzerte und funtelte; dann wandte er sich um und sagte bestimmt und doch M einem eigentümlichen gepreßten Tone:Sie ist nicht mit ihm geflohen, dazu ist sie zu offen und auch zu stolz. Hätte sie geglaubt, es sei Georg Eltester Unrecht geschehen, so würde sie mir in das Gesicht gesagt und erklärt haben, daß sie jetzt erst recht an ihm festhalten werde." Und wenn er, trotzdem sie diese Ueberzeug- ung nicht gewonnen, Verzeihung von ihr er­langt hätte?"

Niemals, niemals! Sie kennen diesen her­ben, trotzigen Charakter eben nicht: aber ich furchte etwas anderes" Er schwieg und kämpfte sichtlich mit sich, ob er weiter reden sollte.

Was fürchten Sie?"

Es wird mir schwer, sehr schwer, meiner Vermutung Ausdruck zu geben. Es liegt mei­nem Charakter sehr fein, einen Menschen ver­dächtigen zu wollen."

Ich begreife das vollkommen und ehre es, zber ich kann nur hoffen, Licht in die dunkle llngelegcnheit zu bringen, wenn Sie mir rück­haltloses Vertrauen schenken."

'Nun denn: ich vermute es nicht nur, sondern ftanbe es bestimmt zu wissen, daß er Gertrud ßachgeschlichen und daß sie ihm ausgewichen "ist. kr wird sie aber doch überrascht haben, und es p zum Wortwechsel zwischen ihnen gekommen, ind Eltester wird allgemein als ein leidenschaft- ilcher, jähzorniger Mensch geschildert.

.Sie trauen ihm zu, daß er sich an der jungen vame vergriffen, daß er sie ermordet habe?"

retten und geheimen Wahlrechts für den Landtag zwingen zu wollen. Ist denn die preußische Re­gierung auf Gnade und Ungnade dem linken Teil des Blocks ausgeliefert und muß sie nach feiner Pfeife tanzen? Kaum ist die Linke zur Regierung mit hcrangezogen worden, da ver­liert sie jedes Maß für die Dinge und glaubt sich berufen, alles in ihrem Sinne umzugestalten und die älteren Rechte aller anderen kurzerhand beseitigen zu dürfen. Vertrauenerweckend für ihre politische Einsicht ist diese Haltung nicht, vieltRehr verstärkt sie das von jeher vorhandene Mißtrauen.

Neben anderen hat zuletzt der Reichstagsab­geordnete Schrader imV. T." die Grundzüge des Feldzugsplanes entworfen. Die von ihm aufgestellte Een.eralidee beruht nur zu sehr auf falschen Voraussetzungen. Zunächst soll die Frage der Reform des preußischen Wahlrechts im Reichstag behandelt werden, um auf indirek­tem Wege Preußen zur Einführung des Reichs­tagswahlrechts zu veranlassen. Wir müssen hier nochmals wiederholen, daß wir die Verquickung der inneren Politik Preußens mit der Reichs­politik für durchaus unstatthaft halten. Keiner der nichtpreußischen Partikulnristen nimmt An­stoß an dieser Einmischung des Reichstags in die staatlichen Verhältnisse eines Bundesgliedes weil cs sich eben um Preußen handelt. Wir woll­ten denSturm der Entrüstung" sehen, derganz Süddeutschland durchtobte", wenn sich eine rechtsstehende Partei im Reichstage einfallen ließe, die politischen oder verfassungsrechtlichen Zustände Bayerns, Württembergs oder Badens zu kritisieren und deren Abänderung mit Hilfe der Reichsgesetzgebung .zu beantragen. Dann würden die süddeutschen Volksparteiler. Demo­kraten oder wie sie sonst heißen, über Vergewal- Irgttng der garantierten Souveränität der Sun* desstaaten klagen, von Majorisierungsversuchen der preußischen Reaktion reden und schreiben, und was es an üblichen Schlagwörtern mehr gibt. Nun aber die ganze Aktion gegen Preu­ßen gerichtet ist, macht alles die Hetz' fein mit und fühlt beileibe iticht, daß man den eigenen oft gepredigten Grundsätzen ins Gesicht schlägt. Politische Folge richtigke-it war nie die Stärke der Linken!

Die nächsten Landtagswahlen 1908 sollen unter der Parole des Neichstagswahlrechts für Preußen stattfinden. Glaubt man im Ernst, daß das preußische Abgeordnetenhaus, selbst wenn die Linke, einige Mandate gewinnen wird, dann mit Pauken und Trompeten en bloc das Reichstagswahlrecht annehmen wird? Das Her­renhaus stimmt zu, die Staatsregierung eben­falls? Phantafiereichere Illusionen sind unmög­lich anszudenken. Die Schaffung eines neuert preußischen Wahlrechts gegen die Regierung und

rief der Inspektor überrascht und dachte dabei an die Andeutung, welche ihm die alte Köchin gemacht hatte.

O, ich möchte das nicht sagen: ich möchte nicht eine so grausame Beschuldigung aus­sprechen!" rief Herr von Melnik mit erhobenen Händen.Aber -

Genug, genug, Herr von Melnik, wir ver­stehen uns", unterbrach ihn der Inspektor. Haben Sie denn nicht sogleich, als Sie das Fräulein vermißten, auf der Försterei in Scge- feld Nachfrage gehalten?"

Das ist geschehen. Mein Gärtner war dort. Er hat den Bescheid erhalten, man habe das Fräulein nicht gesehen."

Wer hat ihm denselben gegeben?"

Melnik griff sich an die Stirn.Ich weiß es nicht mehr; vielleicht habe ich auch gar nicht dar­nach gefragt. Es erschien mir unwesentlich, da ich bestimmt wußte, daß Gertrud nicht in Sege- feld gewesen sein könne."

Ich möchte den Mann wohl sprechen; wollen Sie ihn herbeirufen?"

Er wird mit Ihren Beamten wieder aus­gegangen sein," antwortete Herr von Melnik, zog aber doch die Klingel. Der Gärtner war so­eben zuriickgekommen und erschien auf Geheiß seines Herrn im Speisezimmer.

Wir haben nichts, rein gar nichts gefun­den, gnädiger Herr," berichtete er traurig,ich bin nach Hause gegangen weil ich begießen muß, man kann bei der -itze doch nicht alles verkom­men lassen."

Schon gut, Halbentz," unterbrach ihn sein Herr.Der Herr Inspektor wollte nur gern von Ihnen wissen, bei wem sie sich in Segefeld nach dem gnädigen Fräulein erkundigt haben."

Bei der Frau Försterin. Es waren schon alle Läden dicht und fest zu, als wir hinkamen, und sie mußten im tiefsten Schlaf liegen," be­richtete der Mann.Denn, trotzdem ich stark klopfte und auch die Hunde laut heulten, dauerte es sehr lanae, ehe jemand uns hörte."^^i..

die rechtsstehenden Parteien ist ein Ding der Unmöglichkeit. Den linken Blockparteien zuliebe, deren Unterstützung im Reichstage von jeweili­gen neuen und übertriebenen Forderungen ab­hängig gemacht zu werden scheint, wird der preu­ßische Staat nicht von heute auf morgen vollstän­dig umgekrempelt. Wir haben nie ein Hehl da­raus gemacht, daß wir eine Reform des preußi­schen Landtagswahlrechts für notwendig halten, und haben schon mehrfach dargelegt, auf welchen Richtlinien diese Reform sich zu bewegen hat. Die Aenderung des Wahlrechts mutz sich inner­halb bestimmter Grenzen halten, die durch die bisherige Entwicklung gegeben sind und deren Ueberschreitung durchaus nicht von Vorteil wäre. Der Weg, den die linken Parteien jetzt einschlagen wollen, führt iticht nur nicht zum Ziele, sondern sie verlassen auf ihm auch die Stellung, die sie bei der plitischen Neuordnung durch die Vermittelung der anderen Parteien erhalten haben. Es muß immer wieder daran erinnert werden, daß die int Januar und Fe­bruar neugewonnenen Mandate der , Linken nicht aus eigener Kraft, sondern durch die Un­terstützung der rechtsstehenden Wähler erobert worden sind. Zu allzu großem Selbstvertrauen und Pochen auf die angeblich ausschlaggebende Machtstellung liegt nicht die geringste Veranlas­sung vor. Das sollten sich namentlich die süd­deutschen Demokraten sagen, die als die lautesten Rufer im Streite gen Norden ziehen wollen. Sie hätten nötiger, sich unter dem nationalen Banner im Reichstage zusammenzuschließen, das ihnen Einfluß und Bedeutung sichert, anstatt auf hoch­beinigem Klepper mit der aus Flicken in allerlei Parteischattierungen zusammengesetzten ver­blichenen Sturmfahne gegen Preußen heranzu­ziehen, um gleich dem Krähwinkeler Landsturm an«»-1757 ein- R otzbach zu fi »den. « *»

Dr. Doerkes-Boppard (in derRh.-Wests. Ztg.")

Tentsches Reich.

Die Monarchenbegegnung in Wilhelms- Höhe. Zum dritten Male seit seiner Thronbe­steigung trifft König Eduard von England auf deutschem Boden mit seinem kaiserlichen Neffen zufammen, und zwar an derselben Stätte, wo die Zusammenkunft vor sechs Jahren (am 23. August 1901) erfolgte. Die halbamtliche Nordd. Allgem. Ztg." in Berlin begrüßt in ihrer gestrigen Ausgabe diesen Besuch als ein besonders nach zwei Richtungen willkommenes Ereignis:Es ergänzt in erwünschter Weise die so.erfreulich verlaufene Begegnung in Swine- münde und die bevorstehende Zusammenkunft des Königs mit Kaiser Franz Josef in Ischl. In -dieser Folge der Monarchenbegegnungen darf man eine Bekräftigung der friedlichen und ausgleichenden Tendenzen erblicken, welche in

Dann kam die Frau Försterin und ließ Sie ein; wer war sonst noch da?" fragte der In­spektor.

Es war niemand weiter da und sie ließ mich auch nicht ein, war die Antwort.Sie stieß nut einen Laden auf und fragte verdrießlich, wer denn hier bei nachtschlafender Zeit solchen Lärm mache, und was es-gäbe. Als ich mich dann erkundigte, ob das gnädige Fräulein nicht da fei, sagte sie, sie hätte Fräulein von Äauffei schon seit Wochen nicht gesehen, und wie man nur auf den Einfall kommen könnte, die werde die Nacht über bei ihr in Segefeld bleiben. Dann schloß sie den Laden wieder und ließ mich stehen.

Der Inspektor und Herr von Melnik tausch­ten cin?n Blick und dieser fragte:War die Frau Försterin nicht , sehr erschrocken über das Verschwinden des gnädigen Fräuleins?"

Das könnte ich eben nicht sagen, gnädiger Herr," erwiderte Halbentz," sie schien nur ärger­lich über die Störung und machte schnell den La­den wieder zu."

Und den Sohn haben Sie nicht gesehen?"

Nein: niemand als die Frau Försterin." Es ist gut, Sie können gehen," sagte Herr von Melnik. Als die Tür sich hinter dem Gärt­ner geschlossen hatte, wandte er sich sehr lebhaft an den Inspektor:Finden Sie das nicht sehr, sehr auffallend? Die Försterin, die immer be­hauptet hät, sie liebe Gertrud wie ihr eigenes Kind, hört die Nachricht von ihrem Verschwin­den gleichgültig an?"

Der Inspektor zuckte die Achseln.Sie hat der Sache im Augenblick vielleicht keine so große ^Bedeutung beigekegt."

Aber sie muß jetzt bereits erfahren haben, daß. Gertrud noch immer vergeblich gesucht wird, Md weder sie, noch ihr Sohn, noch der Förster Dorn, dem sie jetzt das Hauswesen führt, haben sich sehen lassen, um Erkundigung einzu­ziehen."

, .Das gibt allerdings zu denken," versetzte der

den Beziehungen der Nationen auf allen Seiten zu Tage treten. Sodann entspricht die Begeg­nung in Wilhelmshöhe auch den freundlichen Gesinnungen, die mehr und mehr in der Bevöl­kerung Deutschlands wie Englands wieder herr­schen werden. Die uneigennützigen Bemühungen um die Stärkung und Vertiefung dieser Volks- stimmung werden auf beiden Seiten durch das Beispiel der Monarchen eine Förderung erfah­ren. Indem wir den König auf deutschem Boden ehrerbietig willkommen heißen, wünschen wir seinem Aufenthalt in Wilhelmshöhe, wie fehlet weiteren Reise glücklichen Verlauf." Wie be­reits mitgeteilt, hat Reichskanzler Fürst Bülow feinen Ferienaufenthalt auf Norderney unter­brochen, um der Zusammenkunft in Wilhelms­höhe beizuwohnen. *

Der Deutsche Handelstag an den Grafe» von Pofadowsky. An den ehemaligen Staats­sekretär des Innern Dr. Grafen v. Posadowsky- Wehner hat der Präsident des Deutschen Han­delstages folgendes Schreiben gerichtet:Den Rücktritt Eurer Exzellenz von der Leitung des Reichsamts des Innern können wir nicht vor- iibergehen lassen, ohne für das in dieser Stellung dem Deutschen Handelstag entgegengebrachtt Interesse unseren verbindlichen Dank und füi die Art, in der Eure Exzellenz das hohe und schwierige Amt des Staatssekretärs des Innern verwaltet haben, unsere aufrichtige Bewunde­rung zum Ausdruck zu bringen. Es hat uns stets mit Genugtuung erfüllt, daß Eure Exzellenz, dem Beispiel Ihres Herrn Amtsvorgängers fol­gend, die Vollversammlungen des Deutschen Handelskags regelmäßig mit Ihrer Anwesenheit beehrt und durch Ansprachen ausgezeichnet ha­ben, und wir können sagen, daß dies bei allen Mitgliedern des Deutschen Handelstages, ins­besondere den gesetzlich berufenen Vertretern von Industrie und Handel des ganzen Reiches, btt gebührende Würdigung gefunden hat. Die von Guter Exzellenz vertretene Politik hat nicht in allen Beziehungen unsere Zustimmung finden können, weil sie den Interessen von Industrie * und Handel nach unserer Meinung nicht immer in ausreichendem Matze gerecht wurde. In man­chen Beziehungen sind aber auch Industrie und Handel durch Eurer Exzellenz Tätigkeit wesent­lich gefördert worden, und die angedeuteten Meinungsverschiedenheiten hindern uns nicht, daß wir der ganzen rastlosen Arbeit, mit der Eure Exzellenz das allgemeine Wohl zu mehren suchten, und der erstaunlichen Beherrschung des grotzen, zu erheblichem Teil mit unserem eigenen Tätigkeitsbereich zusammenfallenden Arbeits­gebiets des Reichsamts des Innern in aller Be­scheidenheit unsere höchste Anerkennung zollen. Bei dem Rückblick auf die langjährige Leitung jenes Amtes dürfen Eure Exzellenz sich dessen versichert halten, datz in Deutschlands Industrie und Handel volles Verständnis für Ihre außer-

Inspektor bedächtig,indes haben sie 'sich viel« leicht meinen Leuten angefchlossen. Ich werd- jetzt zunächst nach Segefeld gehen und dort Um­schau halte». Von dem Eindruck, den ich da ge­winne, und von den Berichten, welche mir meine Beamten erstatten, müssen wir weitere Schritt- abhängig machen."

Herr Inspektor, eine ehrliche Antwort aur eine offene Frage: glauben Sie, datz wir Ger­trud wiederfinden?" fragte Herr von Melnik ihm die Hand vertraulich aus die Schult« legend.

Lebend schwerlich."

Meine Ansicht, ganz meine Ansicht!" stöhnte Herr von Melnik. Dann richtete er seine vor Kummer ganz in sich zusammengesunkene Gestalt straff auf und sagte:Sie muß gefunden werden, tot oder lebendig! Sie mutz! Sparen Sie keine Muhe keine .Kosten. Sie wissen, Gertrud ist reich, wir sind es auch. Setzen Sie eine große Belohnung aus für jeden, der etwas über ihren Verbleib angeben kann, erlassen Sie Bekannt­machungen in allen Zeitungen und lassen Sie Georg Eltester nicht aus den Augen."

Verlassen Sie sich auf mich," versprach der Inspektor und wandte sich zum Fortgehen,ich kehre, ehe ich wieder nach Eutin fahre, noch ein mal nach hierher zurück."

Sie werden mich von allem unterrichten, i<( selbst werde nicht müßig fein; Gertruds Vor­mund in Hannover muß ebenfalls benachrichtigt werden. Wir wollen Hand in Hand gehen."

Er begleitete den Jnfpettor bis zur Ein­gangstür der Villa und verabschiedete sich dort von ihm mit kräftigem Händedruck.

Wie das Unglück die Menschen doch ge­schmeidig macht," dachte der Inspektor im Wei­terschreiten:der als so hochmütig verschrieen« Herr von Melnik ist heute die Leutseligkeit selbst." ~ t

- (Fortsetzung folgt )