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Marburg

Sonntag, 4. August 1907.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Dnick und Verlag' Joh. Slug. Koch, Ünivcrsitäts-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. Telephon 55.

42. Jahrg.

Zweites Blatt.

Vor Swinemünde.

Zum achten Male werden sich in diesen Ta­gen der Kaiser Wilhelm und Zar Nikolaus II. treffen; diesmal voraussichtlich auf der Reede vor Swinemünde. Erklärlicherweise wurde der Ort des Zusammentreffen anfangs geheim ge­halten, und es ist auch wohl mit guter Absicht zunächst die irreführende Mitteilung veröffent­licht, daß die Zusammenkunft in Danzig statt­finden werde. Der Gründ dieser lobenswerten Vorsicht illustriert sich ja am besten durch die Mitteilung, daß kürzlich wiederum eine Ver­schwörung gegen das Leben des Zaren entdeckt wurde und daß die St. Petersburger Polizei da­bei feststellte, daß die Verschwörer genaue Pläne und Aufzeichnungen über die kaiserliche Reise­route zu Lande und über den Stand der kaiser­lichen Jacht hatten. Wenn man auch der offi­ziösen Presse darin beipflichten muh, dah die be­vorstehende Begegnung als etwasAuhergewöhn- liches nicht zu betrachten ist, so läßt sich doch nicht verkennen, dah ihr gerade in diesem Augenblicke eine starke politische Bedeutung innewohnt. Ge- wih wird es sich dabei nicht um den Abschluß neuer Verträge handeln, und gewiß wird Ruß­land einstweilen nicht auf das französische Bünd­nis verzichten, in dem es noch immer die Grund­lage seiner Politik erblickt. Aber in den deutsch­russischen Verhältnissen hat sich doch manches in recht bemerkenswerter Weise geändert. Zar Nikolaus und sein Ratgeber Stolypin wisien natürlich beide, was sie der deutschen Flanken­deckung verdanken, die geradezu beispielllos in der Geschichte dasteht. Wo jemals wohl würde das Deutsche Reich im Falle von äußeren wie inneren Wirren eine gleiche treue Nachbarschaft finden, als es selbst seinem Nachbarn Rußland wie namentlich auch Frankreich in loyalster Weise gewährt hat? Rußland nicht nur zur Zeit des japanischen Krieges, wo es sich gestatten konnte, seine ganze Westgrenze nahezu von Truppen zu entblößen, sondern insbesondere auch zur Zeit der wildesten Wirren der Revolu­tion. Deutschland hat damals nicht nur auf jeden Vorwand zu eigennütziger Einmischung in die russischen Wirren verzichtet, sondern es hat sogar im Falle der Mißhandlungen reichsdeut­scher Untertanen in den baltischen Provinzen tatsächlich sehr ernste eigene nationale Inter­essen der größeren Rücksicht auf den Brand in Nachbars Hause geopfert. In unserer oft so launenhaften äuheren Politik ist diese wohl­wollende Nachbarschaft gegen Rußland die ein­zige wohltuende Folgerichtigkeit gewesen, und sicherlich haben dies die russischen Staatsmän-

MarSurger Studenten - Erinnerungen.

Von L. Müller.

lForsiehnng.)

Göttingen und Marburg.

, Ernst Koch,Prinz Rosa Stramin", schrieb: :,,Jch habe in Göttingen und Marburg studiert. Beide Orte unterscheiden sich sehr. In Göttingen ist cs kalt, fein und stolz. In Marburg ists .warm, grob und zutraulich. In Göttingen ge­deihen Kamele, Heidekraut, Profesiorentöchter und Würste, in Marburg flotte Bursche, Mai­blumen, liebe Mädchen und irdene Waren. Ein Ball in Göttingen ist ein Handschuh, den die Damenwelt in den Eireus der gräßlichsten Langeweile wirft und den die Männerwelt mit Schaudern zurückholt. Ein Ball in Marburg ist eine lachende Rose, welche die Studenten den Marburger Mädchen schenken. Göttingen hat eine Universität, Marburg ist eine Universität, .Indem hier alles, vom Prorektor bis zum Stie- sfelwichser, zur Universität gehört. In Göttingen geht das Laster in Glacehandschuhen und Vater­mördern einher und wird Herr Baron genannt, in Marburg geht es verachtet durch die Gassen. Durch die Marburger engen Gaffen weht der fromme Geist Philipps des Großmütigen, und die alten Häuser machen ehrwürdige sekularische Gesichter, aber durch Göttingen weht englische Seeluft und Hannoverscher Noblessenwind."

Wohin zum Nheinesstrome Die Lahn durch Wiesen eilt. Wo an der Heil'gen Dome Der Wandrer gern verweilt. Wo von dem Bergeshange Ein freundlich Städtchen grüß!, Wo freier im Gesangs Studentenleben sprießt.

nein begriffen. Freilich würde auch dieser Ein­druck noch sehr viel tiefer gewesen {ein, wenn nicht auch die russische Politik die unheilvolle Schwäche des deutschen Zickzack und deshalb viel­leicht die besten unserer guten Dienste noch oben­drein als Schwäche gedeutet hätte. Nur aus dieser Verkennung unserer beiderseitigen Stell­ung ist es erklärbar, daß die ZeitungRuß" in einem noch dazu halbamtlich geltenden Aufsatze schreibt:

Wir müssen zugeben, daß die allgemeine po­litische Lage, unter der unser Minister des Aus­wärtigen, Iswolski, an den Unterhandlungen mit dem Kaiser Wilhelm und dem Fürsten Bü­low teilnimmt, weit günstiger für uns ist als im Herbst 1906, wo Iswolski, über Paris nach Ber­lin kommend, gewisse Vorwürfe, ja fast eine Rüge für unsere ersten Schritte zum Uebereinkommen mit England anhören mußte. Obwohl unser Uebereinkommen mit England noch nicht abge­schlossen ist, so nähert es sich doch dem günstigen Abschluß. Nach einer Woche kehrt der Botschaf­ter Nikolson aus England zurück, und die Unter­handlungen werden vermutlich bald zu dem ge­wünschten Resultat gelangen. Den in dieser Richtung genommenen Kurs wird Kaiser Wil­helm schwerlich beeinflussen können, zumal Eng­land nicht bloß mit uns, sondern mit mehreren Staaten eine politische Vereinbarung getroffen hat."

In der Tat ist das bevorstehende russisch- englische Bündnis nur das letzte Glied in der Kette, die durch den Mittelmeer-Vierbund und das russtsch-japanisch-französisch-eiiglische Abkom­men gekennzeichnet wird, dessen letzter Para­graph die Aufrechterhaltung des Status quo in Ostaswn verbürgt.

Entspricht aber alles dies den russischen Interessen? Unsere Diplomatie müßte wahr­haftig von allen politischen Göttern verlassen fein, wenn sie nicht verstehen würde, der russischen begreiflich zu machen, wie schlecht Rußlands Ge­schicke sowohl bei Frankreich als bei England ge­borgen sind. Das Bündnis mit Frankreich war doch nur die natürliche Frucht des panslavisti- schen Deutschenhasses; daneben allerdings zu­gleich des russischen Anleihebedürfnisses. Aber das letztere scheidet jetzt fast völlig aus, und die nähere Bekanntschaft mit dem Wesen der revo­lutionären Demokratie, die der Zar inzwischen im eigenen Lande gemacht hat, ist nicht dazu an­getan, seine Begeisterung für das Frankreich der Clemenceau und Millerand zu verstärken. Es hätte nicht überflüssigerweise noch der leiden­schaftlichen Teilnahme der französischen Radi­kalen für die russische Revolution bedurft, um die Abneigung des Zaren, der sich noch immer Selbstherrscher aller Reußen nennt, gegen das Frankreich der Kirchenverfolgung, des Antimili- militarismus und sozialdemokratischen Radika­lismus zu verstärken. Von halbamtlicher rufsi-

Dort weilen Herz und Sinne Wie zaubrisch festgebannt, Stadt Frohsinns und der Minne, Wie keine sonst im Land.

Gleich einer Braut im Kranze Steht Marburgs Bild vor mir, Verklärt im Frühlingsglanze, Eegrüßet feist Du mir!

Und muß ich einstens scheiden, Dann, Marburg, dann ade! Ob ich in fernen Zeiten Dich einst wohl wiederseh?

Doch fesi steht mir im Sinne Dein Bildnis allerwäts, Es wahrt die erste Minne Ein treu Studentenherz.

Die Auflösung sämtlicher Landsmannschaften. Darüber schreibt der westfälische Moniteur: Marburg, 31. März 1812. Geheime Gesellschaf­ten Studierender, sie mögen den Namen Orden oder Landsmannschaften, oder einen anderen führen, sind für den Fleiß, die Sitten und Oeko- itomie der Studierenden zu verderblich, als daß sie geduldet werden dürften.' Ungeachtet, daß sie auf unserer Universität verboten sind, so haben sie sich allmählig wieder eingeschlichen. Der General-Direktor des öffentlichen Unterrichts, Baron von Leist, welchem die Universität so viel verdankt, faßte daher einen Plan zur Aus­rottung des Uebels. Nach seinen Anweisungen wurden die Studierenden aufgefordert, ihre Verbindungen anzuzeigen, ihre Papiere und da­zugehörigen Gerätschaften auszuliefern und sich auf Ehre zu verpflichten, daß sie an diesen und ähnlichen Verbindungen keinen Anteil nehmen wollen.

Die Studiosen bewiesen sich alle dieser An­forderung folgsam, und unter dieser Bedingung wurde ihnen Verzeihung für und roegen' des Vergangenen zugesichert. Auch die in keiner

scher Seite wird zwar versichert, daß der be­kannte Aufsatz derNowoja Wremja" aus na­tionalistischer französischer Feder stamme und das erscheint sogar glaubhaft. Nichtsdestoweni­ger bleiben die in jenem Aufsatze dargelegten Gesichtspunkte zutreffend, daß Rußland auf das vom Sozialismus zermürbte französische Heer sich fast noch weniger verlassen kann, als Frank­reich auf das russische, das vom Geiste der Revo­lution keineswegs so sehr zersetzt ist, als die Demokratie in Paris und London die Welt glauben machen will.

Noch viel schlechter sind die Erfahrungen, die Rußland mit England gemacht hat. Vielleicht mag der Zar schon oft sich bittere Vorwürfe we­gen der schweren Versäumnis gemacht haben, die er zur Zeit des Burenkrieges beging. Damals stand Rußland England ggenüber noch auf der Höhe feinet Hoffnungen. In Persien, Afghani­stan und auf dem Pamir bedrohte es die indische Grenze, und wer weiß, welche Wendung die Ge­schichte genommen hätte, wenn es 1899 alle seine verfügbaren Kräfte gegen Indien vorgetrieben hätte. Schon damals glomm dort unter den Eingeborenen der Geist der Unzufriedenheit, und jeder Sieg der Buren schürte dies für Eng­land so gefährliche Feuer. Diese ungeheure Ge­fahr ist denn auch von Niemand schärfer erkannt als von England; und man muß zugeben, daß der Ausbruch des japanischen Krieges ein unge­mein geschickter Schachzug der englischen Diplo­matie war. Nicht genug damit, hat aber auch England gerade der russischen Revolution eine so tatkräftige, und selbst in seinem Parlament eine so unzweideutige Begünstigung erwiesen, das die Regierung des Zaren mit Blindheit ge­schlagen sein müßte, wenn sie nicht erkennen wollte, wie schlecht bei England Rußlands Interessen gewahrt seien. Es ist gewiß deshalb mehr der Ausdruck eines Sicherheitsbedürf- niffes, wenn jetzt zwischen Rußland und Eng­land eine Verständigung zustande kommt.

Unter diesen Umständen erscheint der Besuch des Zaren vor der Odermündung als ein Begeb­nis von großer Tragweite. Zaudert Nikolaus II. doch noch, sich zu einem Stein in dem englischen Brettspiel machen zu lassen, das auf eine ränke­volle Umzingelung Deutschlands hinausläuft? Auf alle Fälle erblickt der politisch besonnene und vaterlandsliebende Teil des deutschen Vol­kes in einem guten freundschaftlichen Verhält­nisse zu dem Zarenreiche nicht nur eine Erfüll­ung des Vermächtnisses unseres alten Kaisers und seines großen Staatsmannes, sondern auch den natürlichen Ausdruck eines politischen Be­dürfnisses, und so heißt dieser politisch verant­wortliche Teil unseres Volkes den hohen russischen Gast und den ihn begleitenden Minister Is­wolski mit der Hoffnung willkommen, daß die Begegnung vor Swinemünde den beiden Nach­barreichen zum Segen gereichen möge.

Verbindung stehenden und die neu angekom­menen Studiosen müssen eine ähnliche schriftliche Versicherung ausstellen. Die vom Generaldirek­tor neu organisierte General-Deputation wird es sich zur vorzüglichen Pflicht machen, darüber zu wachen, daß keine Spur des ausgetilgten Uebels sich wieder erheben wird. Eltern wird es zur Beruhigung dienen, zu erfahre», daß unsere Universität jetzt von solchen Verbind­ungen ganz frei ist, durch welche die geistige und sittliche Bildung der Studierenden in eine große Gefahr gebracht wurde.

Im Namen der Königlich Westfälischen Universität zu Marburg:

Der Prorektor: Wurzer."

Nach diesem Erlaß wurden die drei Lands­mannschaften. welche bis hierher noch in Mar­burg im Geheimen existierten, und die sich aus den ihnen zugewiesenen Bruderbezirken rekru­tierten, aufgelöst. Es waren dieses die Lands­mannschaften Hassia, Guestvhalia und Rhenania. So kam das Jahr 1813, als nach dem Aufhören des französischen Regiments die akademische Ju­gend den lebhaftesten Anteil an der Begeister­ung nahm, die damals im allgemeinen die deutschen Lande entflammte. Ihr galt der Wahlspruch:Freie Männer zu fein im freien Vaterlande". Von Halle kam der Professor Henrik Steffens nach Marburg und hielt im Rathaussaale eine zündende Rede an die Stu­denten, um sie zum Eintritt in die Reihen der Kämpfer zu entflammen. Er selber ließ sich in die Reihen der Kämpfer aufnehmen und for­derte die Studenten auf, seinem Beispiel zu folgen. Voll Enthusiasmus erklärten alle, wir ziehen mit. Schöne Hoffnungen schwellte» da­mals manche Brust. Aber, was ist aus diesen Hoffnungen später geworden?

Als nach Beendigung des Feldzuges die Stu­denten wieder zurückkehrten, taten sie sich all» 1

Deutsches Reich.

Der Kaiser in Swinemünde. Der Kaiser unternahm am gestrigen Nachmittage mit dem Reichskanzler und dem Staatssekretär des Reichsmarineamts, sowie den Herren der Umge­bung eine Automobilfahrt bis hinter Herings­dorf, machte dort einen Spaziergang und kehrte mit Automobil nach derHohenzollern" zurück. Der Kaiser wurde überall stürmisch begrüßt. Admiral Graf Baudissin, General von Jacobi, Attache in St. Petersburg und der Oberst von Plüskow vomAlexanderregiment sind in Swine­münde eingetroffen.

lleber die Tragbetten zur Beförderung von Kranken hat der Minister der öffentliche» Arbeiten nachstehenden Erlaß an die Eisenbahn­direktionen gerichtet: Die Tragbetten für die Beförderung von Kranken haben sich im allge­meinen bewährt. Von einzelnen Eisenbahir- direktionen ist eine Verbreiterung der Betten für die Beförderung starker Personen angeregt, eine solche ist jedoch mit Rücksicht auf die Breite der Türöffnungen nicht ausführbar. Vereinzelt wird die Unterbringung der Tragstangen in den Abteilen als schwierig und eine zweite, leicht abnehmbare Vorrichtung, die das Rutschen der Stange» verhütet, als erwünscht bezeichnet. Die Vornahme dieser oder sonstiger kleiner Aende- rungen bleibt den Königlichen Eisenbahndirek­tionen überlassen. Nach Jahresfrist ist zu be­richten, in welchem Umfange die Tragbetten im Laufe des Etatsjahres 1907 benutzt, welche Aenderungen daran vorgenomme» worden sind und ob sich weitere Aenderungen in der Bauart als nötig herausgestellt haben. Da die ver- hältnismäig geringe Benutzung der Tragbetten darauf zurückzuführen fein dürfte, daß die Ein­richtung noch zu wenig bekannt ist, wollen die Königlichen Eifenbahndirektionen dafür sorgen, daß in der Presse und durch Anschlag aus de» Stationen erneut auf die zur Verbesserung der Beförderung von Kranken vorgesehenen Maß­nahme» hingewiesen wird.

Sozialdemokraten als Arbeitgeber.Wir lehnen jeden Tarifvertrag ab. Mit dem Ange- stelltenausschuß verhandeln wir nicht. Dagegen haben wir beschlossen, zu gegebener Zeit und zwar aus völlig freier Entschließung einige Aus­besserungen durchzuführen. Arbeiter aber, die den Anforderungen unserer Prüfungsordnung nicht genüge», werden wir entlassen." Hier­zu bemerkt dieTägl. Rundschau", der wir die­ses entnehmen: Das ist in kurzem der Inhalt eines in derVolkstümlichen Zeitschrift für praktische Arbeiterversicherung veröffentlichte» Ukases, den der Vorstand der Ortskrankenkasse für Leipzig und Umgegend unlängst an seine Beamten und Hilfsarbeiter erlassen hat. Der Kassenvorstand will alsoHerr im Hause" blei­ben. Es geniert ihn auch nicht, daß er mit sei-

mählig wieder zusammen und bildeten erst lose Kreise, die sich jedoch später fester gestalteten und woraus der Deutsche Bruderbund hervor­ging. Angeregt durch die Vorgänge in Halle und Jena im Sommer 1816, beschloß man eine Burschenschaft zu stiften. Die Landsmannickaft- lichen Verbindungen wurden nun teilweise auf­gelöst und im Dezember 1816 konstituierte sich eine allgemeine deutsche Burschenschaft nach dem Vorbilde von Halle, mit de» Farben hellblau- rot-hellblau, die sich Teutonia nannte. Im September 1817 vereinigten sich die noch be­stehenden Landsmannschaften und gründete» die Eegenburschenschaft der Germania. Mitglieder beider »ahmen am Wartburgfest teil. Infolge eines Streites mit der Universitätsbebörde ge legentlich des Reformationsfestes am 31. Okto­ber 1817, dessen Feier von der Regierung ver­boten wurde, welches Verbot die Studenten jedoch nicht respektierten, wurde ein Festzug ver­anstaltet. Darüber wurden die Führer relegiert, aber vom Kurfürsten begnadigt. Die Rückkehr derselben im November 1817 wurde durch einen Kommers gefeiert, wobei sich die beiden Bur­schenschaften vereinigten und die neue Germania mit den Farben fchwarz-weiß-rok am 13. Januar 1818 gründeten. Aber schon im Herbst d. ,5. schwenkte ein Teil der Studenten ab, und es bildeten sich wieder zwei Landsmannschaften, die Hassia und Westfalia. Im Winter 1818 gingen die Landsmannschaften auseinander, und am 3. November 1819 löste sich infolge der Karlsbader Beschlüsse auch die Burschenschaft Germania auf. Am 19. Dezember 1819 erschien für die Mar­burger Universität ein Reglement, das die Stu­dierenden in die engsten Schranken bannte, dar aber am 15. September 1822 und am 22. Sep­tember 1824 noch bedeutend verschärft wurde. Bei dem Ausmarsch der Marburger Studenten nach Frankreich 1813 wurde diesen folgende« Lied gewidmet: .