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doch die unmittelb
dlage aller neuzeit-
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(Nachdruck verboten.),
geschärfte Gehör des Kranken
kommen!"
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elektrisiert auf. kommen!"
lichen bürgerlichen geblieben. Und das vlämische Volk von heute setzt in seinem Kampfe gegen die Verwelschung des Landes und die Französlinge in den eigene» Reihen diese gleichen Kämpfe fort. Auch heute wieder steht ein deutsches Königshaus ziemlich gleichgültig diesem Kampfe gegenüber, und auch heute wieder wird von Paris aus eine amtliche wie private Französierung Vlaanderns und Brabants unter den Augen und der Förderung der belgischen Behörden hoch- und niederdeutschen Stammes getrieben. Dieselbe Zwingherrschaft, die Philipp der Schöne erstrebte, bildet heute das Ziel der „Alliance Francaise", die auch in Belgien unter den Beamten zahlreiche Mitglieder zählt. Die Gesandten der französischen Republik nehmen ganz ungezwungen teil an den öffentlichen Veranstaltungen, die tatsächlich nicht anders als
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlage Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckerä 42. Jahrg. - Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
die Französierung der Niederlande "und bereit Stellung unter französischen Einflug erstreben»
Das Deutsch« Reich denkt, wie die Welt rotifc, nicht daran, in ähnlicher Weise das politische, Geschick der beiden Niederlande beeinflussen z» wollen, obwohl diese nur durch englischen lln* dank im Pariser Frieden von 1815 vom Deut« schen Reiche getrennt sind. Aber dem beult schenVolkealssolchem kann es natürlich ganz und gar nicht gleichgültig sein, ob das geistige und staatliche Leben dieser im wesentliches kerndeutschen Lande verwelscht wird. Die Geschichte des alten Brügge redet deshalb auch fäi uns eine ungewöhnlich lehrreiche Sprache!
Namen.
„Assunta?" kreischt er wie
„Assunta? . . . Sie soll'sofort
Keine Vorstellungen helfen.
„Sie soll kommen! Sie soll Dabei bleibt er.
stigen Kämpfe finden, die noch heutigen Tages das vlämische Leben durchzittern. Es hätte niemals zu dem Vorwiegen französischen Einflusses in diesen kerndeutschen niederländischen Städten kommen können, wenn nicht die Grafen von Vlaandern sich losgesagt hätten. Anstatt die Sprache dieses Volkes zu pflegen, riefen sie französische Dichter und Sitten ins Land. Ewyde van Dampierre zog französische Dichter an seinen Hof und ahmt» in allem französische Sitten nach. Mit Torenhand ritz er, sowie viele andere Vertreter des vlämische» Adels das Band entzwei, das sie mit ihrem Volke vereinte.
Da erhob sich i i Jakob van Maerland, dem Vater der vlämische» Dichtung, den man mit noch mehr Recht den Vater der vlämische» Bewegung nennen könnte, der Widerstand des freien Bürgergeiftes gegen die verhasste Fremdherrschaft. Und als Philipp der Schöne den entarteten Grafen und seinen Adel vom vlämische» Volke verlassen sah, warf er, zum lehrreichen Schauspiel für ewige Zeiten, Gwyde van Dampierre mit seinen Söhnen in Ketten und versuchte, das Land zu unterdrücken. Da stand Vlaandern wie ein Mann auf gegen den Zwingelandkönig. Die Gilden riefen ihre Gesellen zu den Waffen, und jener heldenmütig geführte, so ruhmvoll und schicksalsschwer für Vlaandern endende achtzigjährige Krieg begann, bei dessen Gedenktagen die Namen der Pieter de Conine, Jan Vreydel, Zannekin, der Jacob und Philipps van Artevelde, der Janssen, Ackermann und van den Bösche sich in dieErinne- rung rufe». In der „Eldenen Sporenschlacht" vor Kortreyks Toren, wo nicht weniger als siebenhundert französische Ritter fielen, feierte diese Tapferkeit ihre glänzendste Bewährung. - Und wenn später auch das tapfere kleine Volk her Uebermacht erlag, die Freiheit seines Gemeinwesens mit sich ins ruhmvolle Grab nehmend: so ist der Gedanke, für den et gestritten hat,
Das durch seine zerrütteten Nerven doppelt vernimmt den
ungewöhnlichen Wshlstandes, und die Pracht der Bürgerhäuser war beredte Zeugin von dem Hochstande und der Blüte der damaligen niederdeutschen Kunst. Als Kaller Max das- niederländisch-burgundische Reich erheiratete und dessen französischer Bestandteil, das eigentliche Herzogtum Burgund, wieder dem französischen Mutterlande zufiel, verstärkten sich die Beziehungen zwischen West-Vlaandern und den Reichsstädten zunächst noch mehr. Aber wie dem deutschen Habsburger der spanische Enkel Karl folgte, und wie auch schon unter Max selbst das Land verwelschte, so versandete das Geistesleben Brügges in derselben Weise als die Einwohnerschaft unter, dem Einflüsse französischen Geistes von inneren Streitigkeiten zersetzt, die nötigen Arbeiten zur Aufrechterhaltung ihrer Schiffahrt versäumte. Immer mehr verlagerte sich in der Stromrinne des Zwyn der Sand, der der Handelsherrlichkeit • des alten Brügge ein Ende machte. Schon im Jahre 1495 standen mehr als 4000 Häuser leer, und der wirtschaftliche Einfluss der alten Stadt war an das vorwärtsstrebende Antwerpen übergegangen. ■ Nur die Kunstschätze aus der grossen Zeit sprachen noch als wundervolle bleibende Erinnerungen von altem Glanze, und die Stadt lebte, wie Goslar, in einem stillen Traume dahin. Jetzt ist sie aus diesem erstanden, und hat in mutiger Arbeit den Zugang zur See sich wieder errungen, indem mit Aufwand von fünfzig Millionen Franks seit dem Jahre 1895 eine riesige Hasenanlage zwischen Blankenberghe und Hegst geschaffen ist, mit einem grossen Autzenhafen bei See-Brügge, einem kleineren Binnenhafen, und einem zweiten Binnenhafen bei Alt-Brügge selbst. Ein Kanal von über zehn Kilometer Länge, siebzig Nieter Breite und acht Meter Tiefe gestattet den grösste» Seeschiffen, an den Bollwerken und Lastadien der alte» Stadt selbst zu löschen.
K . Alles dies findet feinen äusseren Abschluss und seine feierliche Betonung in der Hafeneröff- nung, die König Leopold vollzieht, und in dem von der Stadt gegebenen Empfange der Behörden und Gäste. Diesen letzten aber bietet die ungewöhnlich reiche Ausstellung vom Goldenen Vlioh einen sichtbaren Augenschein von der schier märchenhaften Pracht aus Brügges alter Vergangenheit. Die geschichtlich treue Wiederaufführung des „Turniers vom goldenen Baum" vom Jahre 1468, die auf dem „Grossen Platze", dem Schauplatze der Uraufführung, stattsand, und am gestrigen Sonntag eine Wiederholung erlebte, zeigt gleichfalls die Bedeutung dessen, was jahrhundertelang unter dem Staube der Vergessenheit geschlummert hat, und zu neuer Bedeutung hier erweckt werden soll.
Wer mit unbefangenem geschichtliche» Blicke auf diese Vergangenheit zurückblickt, wird darin aber auch zugleich eine Widerspiegelung der gei-
■ Deutsches Reich.
— Der Kaiser sandte dem Fürstbischof Kardinal Kopp anlässlich seines 70. Geburtstages ein in huldvollen Worten gehaltenes Handschreiben und liess dem Jubilar seine Büste in Marmor überreichen. Auch der Reichskanzler, der Kultusminister und der Minister des Innern gratulierten dem Kardinal ii herzlichen Worten. f
— Der neuernannte Gouverneur von Schuckmann trat gestern früh, wie aus Hamburg berichtet wird, mit dem Dampfer „Windhuk" der Hamburg-Amerika-Linie feine Ausreise nach Deutsch-Südwestafrika an. In seiner Begleitung befinden sich seine Gemahlin und seine zwei Töchter.
— Die württembergische Abgeordnete»!««, wer hat in der Schlussabstimmung den ganzess Etat einstimmig angenommen. Damit hat die württembergische Sozialdemo- . kätie zum erste» Male dem Gesamt, J . e ta tz »gestimmt.
Späte Genugtuung. Berlin. 27. Juli. ■ Die „Norddeutsche Allg. Ztg." schreibt: Wie erinnerlich, gab der Prozess, der wegen Ermordung des deutschen Konsuls Stein in Oaxaca vor den mexikanischen Gerichten schwebte, wiederholt Anlass zu Erörterungen in der Presse. Stein war im Hause des wohlhabenden Mexikaners Cont- tolene nach heftiger Auseinandersetzung mit diesem durch einen Revolverschuh getötet worden. Conttolene galt als Täter, wurde aber vom Gericht erster Instanz freigesprochen. Dagegen wurde sein Neffe, der Mexikaner Rangel, auf Grund einer Selbstbezichtigung zu der verhält- nismätzig geringen Strafe von zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Der Abschluss bes Prozesses war, da sowohl der Sohn des Getreten, der dem Verfahren als Zivilpartei beigeMeten war, als auch der Staatsanwalt auf AnMisung des Oberstaatsanwalts das eingelegte Rechtsmittel zurücknehmen, da eine völlige Klärung des Sachverhaltes und eine ausreichende Sühne durch den Prozess nicht erreichbar schien. Die d e u t sch e Regierung erhob darauf im Interesse des Rechtsschutzes Deutscher im Auslande wegen der Vorgehens des Oberstaatsanwaltes Vorstellun-
21.
Am nächsten Vormittag gegen zehn Uhr . ., Der grosse Saal des Eerichtsbäudes vermag kauM die Zahl der Neugierigen zu fassen.
„Giftmordprozess!" >
Dies Wort allein schon elektrisierte die Massen und bringt alles auf die Beine.
Um wieviel mehr noch, wenn auf der Anklagebank eine Dame sitzt . . . eine junge, schöne Dame . . . eine Dame aus der vornehmsten neapolitanischen Gesellschaft!
Der ,.Eiftmordprozeh Pia Alsen" ist das Ereignis der Saison.
Das Bild der unglücklichen Frau hängt- überall in den Schaufenstern. Die illustrierten Zeitungen bringen ihr Porträt mit ein paar, sensationell gefärbten Zeilen. Aus der Strasse, bieten halbwüchsige Jungen kreischend ihre Pho-. tographie zum Kauf an.
„Pia Alsen!" und nur „Pia Alsen", fttt« überall. — ‘
Punkt zehn Uhr. Der Gerichtshof betritt den Saal. . . „ §
Gleich darauf erscheint di« Angeklagte ,n Be« gleirung ihres Verteidigers. . ,
Stolz und erhobenen Hauptes schreitet sie daher, wenn auch das schöne Antlitz von tiefftet Blässe überhaucht ist. . ?
Ehe sie auf der Anklagebank Platz nimmt schweifen ihre Augen über die erwartungsvoll« Menge. Beim Anblick des Gatten irrt ein schwaches Lächeln um ihre Lippen. J
Die Gerichtsverhandlung beginnt. 1
In kurzen Worten wird das der Angeklagtelf zur Last gelegte Verbrechen verlese». 1
Auf die Frage des Präsidenten, os sie sich schuldig bekenne, erwidert Pia mit klarer, festet Stimme: . . .
„Nein. Ich bin unschuldig!" jf
Die Zeugen wurden vernommen, - (Schluss folgt.)
„Fieberphantasie»! Halluzinationen!" meint Dr. Palori achselzuckend, als er einmal Zeuge dieses Verzweiflungsausbruchs war. „Er wird's nicht lange »»ehr machen!"
Auch heute, wie. jetzt seit einiger Zeit tagtäglich, verbringt der Arzt eine halbe Stunde bei diesem merkwürdigen Patienten, nicht achtend des ersichtliche» Widerwillens, mit dein der Alte diese Freundlichkeit aufnimmt.
Soeben hat er ihm einen belebende» Trank, starke Bouillon mit Brand», eingeflöht. Die völlig ermatteten Kräfte, des Patienten scheinen sich etwas zu heben.
- Da tritt ein Wärter ein und flüstert dein Arzt etwas, ins Ohr.
„Was?" fragt dieser lebhaft.
„Eine alte Frau. Assunta nennt sie sich."
Marburg
Dienstag. 80. Juli 1907.
Brügge.
Gs gibt Dornröschenstädte, die fast ein Jahrtausend verschlafen habe», und an denen die Geschichte und Lebensentwickelung achtlos vorübergegangen zu fein scheiiie». Goslar ist eine solche Stab’. Wer es betritt fühlt sich seltsam ange,- « mutet vo> der Lebendigkeit, mit der die Erinnerung an die Sachfcnkaiser und an die frühe Blüte brutsche» BürgertuiRs in'den romanischen Bauten, und in dem echt, niedersächsischen Stile' der Worth und des Brüfttvches ihnt entgegentritt. Aste spätere» Zeite», die Einflüsse der Reformatio», der Renaissance und der Schmach geistiger Fremdherrschaft, bfe in dem Rokoko ' ' ihren sinnfälligen Ausdruck faitd, sind an dieser Harzstadt vorübergegangen, als ob die deutsche Geschichte einmal ein echtes Stück unserer ur- alten Art uns unverfälscht hätte bewahren ^wollen. Auch von Rothenburg ob der Tauber galt lis vor htt^ißt noch das Gleiche. Zahlreicher aber sind die stftlM Zeugei? alter Große in den niederdeutschen Lcmde»-an der Lei, Schelde und dem Zwym,. Auch^rügge, das ist. diesen Tage» d:n Schauplatz festlichen Glanzes Und stolzer Trium^e modchne» Jngenieurgeistes bietet, war bis vor kürztzm eine solche Dornröschenstadt. Im dreizehnten.. Jahrhundert Hot es Venedig und dem heute auch fast vergessene» Ppern als Mittelpunkt des Welthandels stolz die Stinte. Seiit Seehafen lag damals bei dem heutigen Dorfe Damme, bei dem der Zwyn ins Meer mündete, und die Stadt zählte damals die für jene Zeit ungewöhnlich hohe Zahl von 150 000 Einwohnern. Und wie das gaitze Wesen der Niederlande damals noch durchaus im engsten Zusammenhänge mit dem geistigen Geben Norddeutschlands und selbst Süddeutschlands stand, so herrschte auch Augsburger Handelseinfluss in Brügge vor. Die Fugger und zahlreiche andere deutsche Weltfirmeii hatte» dort ihre Niederlassungen, und wie Goldfäden durch Brokat zogen sich durch das Gewebe jener Beziehungen oie gemeinschaftliche» Kultureinflüsse hindurch. Als in der ersten Hälfte des füitfzehnten Jahrhunderts die burgundischeit Herzöge zu Brügge Hof hielte», stand die Stadt im Glanze eines
Heimweh «sch Glück.
Roman von Erich Friesen.
'(Fortsetzung).
Von Tag zu Tag wird der Kranke unheint- licher. Jedes Geräusch lässt ihn zusammen- fabren, oft sogar laut aufschreie». Manchmal sitzt er stundenlang da, am ganze» Körper zitternd.
Dr. Valori selbst, der an Nervenkranke und Irre gewöhnt ist, weiss nicht, was er mit diesem Patienten anfange» soll.
Heute geht es dem alten Männe besonders schlecht. Ihnt ist ganz wirr im Kopf. Dabei fühlt er sich so schwach, dass er kaum stehen kann,, und trotzdem schwankt er in furchtbarster Unruhe feit Stunden im Zimmer hin und her.
Allerhand Visionen ängstigen ihn.
Da ist ein mächtiges blondes Haupt mit treuherzigen, blauen Augen, das ihn vorwurfsvoll anblickt . . .
Der Professor hasst diese offenen, biedere» Zuge,, hasst sie fast ebenso sehr, wie das andere geschniegelte Männergesicht, auf dem die Blässe des, Todes lagert und dessen weit offene verglaste Augen ihn beständig anglotzen . . .
Dazwischen lächelt ein dunkler Frauenkopf )nit brennenden Blicken und verführerischen Grübchen in Wangen und Kinn: er lächelt und lächelt und winkt und verschwindet dabei immer mehr in der Ferne, bis er endlich ganz weg ist.....
Er macht einem anderen Frauenantlitz Platz einem edlen, ruhigen Gesicht mit grossen', rrnsieii Augen. Dieses Antlitz lächelt nicht: aber feine stolzen Lippen sprechen tröstende Worte...
„Pia! Pia!" schreit dann der Unglückliche auf. „Pia! Mein Kind! . . . Hast Du Deinen . alten Vater verlassen, wie es cinst Deins un- xlückfelige Mutter tat?“
Bestellungen
fgr dft Monate A.tguft und September j? auf Me
„Oberhessische Z i i tung" nebst ihren Beilagen worden von unserer Expedition Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch. Hain, Reustadt und Wetter, sowie von , allen Pos! rnstalten und Landbriesträger» ent- gegengeno» «en.
„Unsinn!" platzt Assunta barsch heraus. „Nichts hol' ich. Sie werde» jetzt aufstehen und mit mir nach Oieapet kommen, Herr Professor.
»Ich — ?" Schneidend lacht er auf. „Ich —? Nach Neapel? . . . Du bist verrückt!"
„Nein, ich bin nicht verrückt," erwidert die Alte zornig. „Aber empört bin ich! Ich sag' noch einmal: Stehen Sie auf und kommen Sie mit mir! In Neapel gibt's was für Sie zu tun . . . Die ganze Stadt ist voll von dem Ereignis . . . und Sie hocke» hier und lamentteren ... Ich sage nichts weiter ... ich will auch nie- tnand beschuldige» . . . aber vor Jahren, da wurde in einem Hotel ein vornehmer Herr vergiftet . ein Fürst Torkoina . . . Den Siameit musst' ich damals nicht . . . 's war mir auch egal . . . . und ich halt' den ganzen Krempel schon in meinem alten Kopf vergessen, bis man jetzt — s i e deshalb einsverrte!"
„Bis man — s i e--" wiederholte der alte
Mann ungläubig — ..was schwatzest Du da?"
Ganz nahe tritt Assunta an das Bett heran. Ihre tiefliegenden Augen bohren sich hinein in die u»stift flackernden des Mannes.
„Ja, Herr Professor!" ruft sie feierlich, mit erhobener Stimme. „Ihre Tochter ist eingesperrt — im Untersuchungsgefängnis . . . weil sie damals den Fürste» vergiftet haben soll.'. . . Morgen schon ist die Gerichtsverhandlung gegen sie . . . und sie sagt nichts, nein ... sie ist ein Engel . . und ich hält' auch nichts gesagt, Herr Professor, wenn ich nicht schon bei Ihren Eltern gedient hätte — und"
.Schweig!" donnert der Mann.
Schweig! Und ruf sofort Dr. Valori. Sofort! Hörst Du?"
„Sie komme» mit?" ruft die Alte freudig.
„Schweig! Und ruf mir den Dr. Valori!" r Seine Stimme hat einen so festen Klang, sein ausgesireckter Finger weist so gebietend nach der Tur — Assunia knickt jusamnlerr Lnh humpelt davon, *"
Wenige Minuten später humpelt die Alte ins Zimmer hinein, direkt auf das Bett zu und machr einen tiefen Knix.
„Endlich!" keucht der Kranke. „Hast Du es bei Dir?" ,
„Was — bei mir?" fragt sie verblüfft. 5X:
„Die — die--Medizin!"
„Die Medizin? ... Ich weiss von keiner Medizin."
Lambo's Unterkiefer sinkt herab. Der lebhaft gespannte Ausdruck seines Gesichtes erschlafft. Die Augen schliessen sich.
Mit einem zitternden Senfzer fällt er in die Kisseil zurück. •' '
„Nicht —" haucht er. „Nicht!", . , Geh, und hol' sie!... Schnell! - "------ ■ -
Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 M, ■je/» 4 w/i bei allen Postämtern 2,25 2JH, hexet. Bestellgeld). i
JnstrtieusgcLu.hr: die gespaltene Zelle oder deren Raum 15 Pfg.
Reclamen: die .geile 30 Pfg.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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