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Handlungsgchslst-n ;tt Leipzig fin ter allgemri- nen Fürderung der r-5'!igen Sonntagsruh: btt Forderung dc: r.£2§eljüfeu nach einer

Sennui'oeiUiig der Arbeitszeit cn Sonntagen auf tl" tote» Geleiie geschoben würbe, bat die Ortsgruppe Marburg des Deutichnationalcn Handlungsgehilfenverbandes nunrnehr eine Ein­gabe an den Magistrat gerichtet, ia welcher ge­fordert wird: 1. Beschränkung de' Bcrkaufsstun- bcn int ÄIeinI)anbeT auf die Zeit von 111 Ähr. 2. Verbot der Senniaasarbeit im Grchhnnbet Die Eingabe geht davon aus, daß eine völlige Sonntagsruhe im handelsgewerbe wünschens­wert wäre, in der Gegenwart diese Fordcrnnz aber illusorisch sei, wen keine Gemeindeverwalt- itng eines Gemeinwesens wie Marburg von einer fünfstündigen Verkaufszeit zu einer völ­ligen Sonntagsruhe übergeben werde. Möglich unb ibne Schaden für die Ladeniobaber durch­führbar fei die Einschränkung der Verkaufszeit auf die vorgenannte Zeit. Eine Reihe Inhaber hiesiger Geschäfte haben sich ebenfalls für diesen Gedanken ausgelvrochen und es wäre lehr er­freulich, wenn die Stadtverordnetenversamm­lung sich di-sen Gedanken ebenfalls zu eigen wachen würde. Ladeninhaber und Handels- airgestelfte würden sich alsdann wenigstens eines teilweisen Ruhetages zu erfreuen haben. Daß die Durchführung der völligen Sonntagsruhe im Großhandel möglich ist. wird in der Einagb­ebenfalls eingehend nachgewiesen, wie sich die Eingabe Überhaupt eine gründliche Beleuchtung ter Verhältnisse und Möglichkeiten zur Aufgabe gemacht hat.

)( Akademisches. Auf Anregung des Korps Guestphalia reichte der S. C. zu Marburg in ter gestrigen Sitzung des Marburger Studen­tenausschusses folgende Resolution ein, die von den anwesenden Vertretern der einzelnen Kor- xoralionen einstimmig angenommen wurde. Die Marburger Studentenschaft ist auf das Höchste beunruhigt, durch die zunehmende Ver- fchändnng der ehrwrdiaen Schönheit ihrer aka­demischen Heimat, wie sie durch die Ausführung des neu entworfenen Bauplanes am Fuße der Stadt geschieht. Sie spricht den zuständigen Stellen, insbesondere aber der Marburger Bür­gerschaft gegenüber den dringenden Wunsch aus, es möchten Bemühungen einsetzen, von dem landschaftlichen Zauber der alten Stadt, der so diele junge und alte Akademiker in seinen Bann­kreis gezogen hat und noch ziehen soll, zu retten, was noch zu retten ist." Diese Resolution soll dem Rektor der Universität, dem Oberbürger­meister, dem Stadtverordnetenvorsteher, dem Landeshauptmann und dem Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau überreicht werden.

)( Die Burschenschaft Arminia zu Marburg beging in diesen Tagen unter Teilnahme zahl­reicherAlter Herren" und Vertreter befreun- teter Burschenschaften ihr 47. Stiftungsfest. Den Mittelpunkt der zur Feier dieses Tages getroffe­nen Veranstaltungen bildete der Festkommers, bem in Vertretung des Rektors der Universität Leh. Rat Professor Theobald Fischer bei­wohnte. Dieser überbrachte die Grütze der Uni­versität an die Burschenschaft Arminia und er­wähnte alsdann, anknüpfend an ein kernhaftes Bismarckwort die jungen Arminen festzuhalten Hfl den vaterländischen und nationalen Gedan­ken der deutschen Burschenschaft.

* Erntehilfe durch das Militär. Das Kriegs­ministerium hat, wie demB. T." aus Köln ge- Lrahtet wird, angeordnet, datz, um die Schwie­rigkeiten beim Einbringen der diesjährigen Ernte herabzumindern, Militär in zulässig wei­testem Umfange auch mit Gespanndiensten her- ängezogen werden darf. Doch ist die größte Vor­sorge anbefohlen, datz dabei nicht etwa an­steckende Krankheiten auf das Militär übertra­gen werden.

* Die letzte Feldpost im Juli geht von Berlin um 30., von Hamburg am 31. Juli ab. Sie be­nutzt den am letzten Tage des Monats von Ham­burg in See gehenden Reichspostdampfer der Ostafrikalinie. Der Dampfer geht auf der w»st- lichen Rundfahrt über Bremerhaven, Antwer­pen, Voulogne und Las Palmas direkt nach- Seritzbucht, wo et planmäßig am 26. August an- legt. Anschluß nach Swakopmund bietet dann .'tst der Küstendampfer zwischen Eapstadt und »em Schutzgebiet. Ein solcher geht nach Lüderitz- iucht aber erst am 1. September, so daß die Post sicht vor dem 4. September in Swakopmund ein­treffen würde. Diese Feldpost kommt für Brief­sendungen nur nach Lüdcritzbucht in Betracht. Für Swakopmund kann sie nur für Feldpost­pakete in Frage kamen, die nach den bisherigen Bestimmungen mit dem nächsten Wörmanndam- pfer am 5. September in Swakopmund eintref­fen würde. Die letzte Feldbriefpost im Juli ver­läßt Berlin am 30. Juli abends. Feldpostbriefe und Postkarten muffen also spätestens am 29. 8»li der Post zur Uebergabe an das Marinepost- bujeau übergeben werden. Feldpostpakete müssen spätestens am 31. Juli zur Uebergabe an den Dampfet vorliegen. Sie gehen nicht übet Berlin.

)( Beinahe verbrannt wate vergangene »kacht ein Student, der mit einer brennenden Bapierlaterne fein Zimmer betrat und sich zum Schlafen niederlegte. Ein Koffer und verschie­dene Wäschestücke hatten bereits Feuer ge­langen, als Nachbarn aufmerksam wurden und die Gefahr, die dem ganzen Hause drohte, besei- riaten. Man hatte große Mühe, um den fest sthlafenden jungen Mann zur Besinnung zu »ringen. Brennende Lampions nimmt man Äm besten nicht mit ins Zimmer, sondern löscht sie vorher aus.

)( Unfug. In der letzten Nacht zeichneten sich wieder verschiedene, den studierenden Kreisen »ngehötende junge Leute dadurch aus, daß sie Allerhand lärmenden Unfug trieben und auch Sachbeschädigungen damit^ verbanden. Aus dem

Marktplätze dauert« dasGebrüll" stundenlang und endete erst dann, als man einen Studenten festnahm. Vor dem Restaurant Jesberg ritz man die Pflanzen aus den Kübeln, in der Augustinergasse rollte ein Student einen Hand­wagen sie Trevpe hinunter. Als sich der Be­sitzer aus dem Fenster diese Ungehörigkeit ver­bal, kamen andere Studenten und wünschten, er möge sofort leinen Namen faaen, damir man ihn wegen Beleidigung zur Anzeige bringen rönne. Am Turnergarten wurde ein Stück Geländer mit den Steinplatten ausgerissen und am Strrubschen Laden in der Kasernenstraße ent­fernte man die Schaltern.

H Fragwürdige Badegäste starteten in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag der städti- schen Badeanstalt einen Besuch ab. Sie rillen die Bänke. Spiegel. Badeaürtel und sonstige Gegenstände ab und warfen alles ins Wasser. Man i't den Ilebeltätern auf her Spur, doch ist dis Polizei für weitere M-tt-ttunaen dankbar.

V Heskem, 26. Juli. Der Plan über die Er­richtung einer oberirdischen Telegraphenlinie an dem Wege von Heskem nach Holzhaufen liegt bei dem Postamt in Schweinsberg vom 26. Juli ab 4 Wochen aus.

)?( Großleelheim, 27. Juli. Gestern fiel hier eine dem Schreinermeister Fuß gehörende Kuh plötzlich zusamen und verendete nach kurzer Zeit. Wie uns ferner mitgeteilt wird, soll das Tier durch den Kreisarzt untersucht werden, da Milz­brand-Verdacht vorliegt.

):( Kirchhain, 27. Juli. Fahrende Künstler, die hier eine Gastrolle gaben, verschwanden heimlich, ohne den Wirt zu bezahlen. Auch ein Diebstahl soll vorgekommen sein. Anzeige ist er­stattet.

Hessen-Nass«« lind Rächirzraebicte.

Fritzlar, 27. Juli. Amtsrichter Bersch wurde zum Rmtsgerichtsrat ernannt.

Vom Westerwald, 24. Juli. In Obersain wurde der auf dem Felde pflügende Landmanne Blaum von den durchgehenden Zugtieren zu Tod geschleift.

Mühlhausen i. Th., 25. Juli. Ein trauriges Ende nahm eine vom Bureau-Vo--iteher Schulz von hier unternommene Ferienreife. Er war mit feiner Familie, Frau, Tochter und Sohn, nach Oberhof gefahren, um von dort mit dem Geschirr seines Chefs, des Juftizrats Engel- bardt-Müblhaufen, nach Schloß Schwarza im Kreise Schleusingen ?u fahren. Ruf der Fabrt nach dort kam das Pferd zu Falle und riß den leichten Wagen mit sich um, die Insassen und den Kutscher unter sich beorabend. Bis auf die Tochter, die unverletzt blieb, erlitte-- Mitfohrende schwere Verletzungen, während her 7jäbrieae Sohn Werner, der mit dem Kutscher auf dem Vock fast, sofort tot war. Von dem um sich schlagenden Pferde batte er einen Aufschlag vor den Kopf bekommen, so daß ihm die Hirn­schale Zerschmettert wurde.

Biebrich, 25. Juli. Ein bedauerliches Un­glück bat sich heute abend gegen 5y> Uhr hier ereignet. Dem drei Jahre alten Söhnchen des Friedrichstraße 22 wohnenden Tünchermeifters Rutz fiel im Hofs aus der Höhe eine Maurer­bütte auf den Kopf. Dem Kleinen wurde der Schädel zertrümmert' das Kind war sofort tot.

Wissenschaft, Kunst und Leben.

# Reykjavik, 25. Juli. Der Untergang der Knebel - Rudloffschen Expe­dition läßt sich jetzt leider kaum noch bezwei­feln. Die bisherigen Mitteilungen, die den Tod der beiden Männer der Wissenschaft schon fast als Gewißheit erscheinen lassen, finden nämlich ihre Bestätigung in einer Auskunft des Leiters der isländischen Telegraphenstation Breidumry. Darnach haben Dr. Knebel und Rudlosf wohl zweifellos in ihrem Fahrzeug einen der Flüsie der Askja überfahren wollen, sind mit dem Boote in eine der charakteristischen heißen Quellen ge­raten und auf diese Weise zum Opfer ihres Forscherberufes geworden, der sie vielleicht ver­anlaßte, sich einer vielleicht ihrem ganzen Um­fange nach nicht bekannten Gefahr auszufetzen. Im Einklang mit dieser Auffassung steht eine Nachricht aus Breidumry von heute, welche meldet, daß Knebel, Spüthmann und Rudlosf am 27. Juni mit einer Karawane von 27 Pfer­den von Nordosten ausgebrochen sind und am 1. d. Mts. den Vulkan Maszen-Askja nach gro­ßen Strapazen erreicht haben. Knebel wollte den Cüdrand des Kraters erforschen und Spath- mann den Nordrand. Knebel verließ am 10. d. Mts. mittags das Ziel, begleitet vom Maler Rudlosf, um die Tiefen des großen Kraters im Südwesten vorn Boot aus, das extra hierher transportiert worden war, zu untersuchen. Als ich sieben Stunden später aus der entgegengesetz­ten Richtung zurückgekehtt war, so äußert sich Spüthmann zu den Ereignissen, waren die bei­den anderen noch nicht im Zelt trotz des klaren Wetters. Es wurden nur Fußspuren am User gefunden. Das Boot ist verschwunden, sodaß die beiden Teilnehmer wohl zweifellos ertrunken find. Ich ging fünf Tage allein nach der näch­sten Ansiedlung, die 26 Reitstunden entfernt ist. Ich war ohne Pferde. In zwei Tagen herrschte schrecklicher Sturm mit Wirbelwind und vielen Windhosen. Dann kam der Führer von der Küste mit Proviant. Sofort wurde eine Expe­dition zur Hilfeleistung entsandt. Die Isländer unternahmen die Nachforschungen mit großer Lebensgefahr, aber es wurde keine Spur ge­funden. Ich setzte die Studien trotz großer Ge­fahren fort im Interesse der Akademie und der Wiffenschaft. Ich bleibe bis zum 10. August hier und gehe dann bis Ende des Monats ins Nordland. Reiche wissenschaftliche Resultate find erzielt. Nächstes Jahr werde ich, wenn ich die Mittel erhalte, eine neue Reise nach Süden und Osten unternehmen, j

Vermischte?.

Unnatürllchxr Vater. Stuttgart, 26. Juli. Der auch hier in Marburg bekannte Musik­direktor Steindel, der mit feinen drei jugend­lichen Söhnen das Steindel-Quartett bildete, wurde wegen harsträubender Mißhandlung der Knaben verhaftet. Der älteste der Knabe« er­stattete, als er die Prügel- und Hungerstrafen nicht mehr ertragen konnte, Anzeige gegen den Vater.

Glückliche Eltern. Ein Dresdener Blatt ver­öffentlicht im Inseratenteil folgendes Tele­gramm. Zu unseren sieben herzigen Jungen hat sich heute morgen wieder in aller Herrgottsfrüh, zwar nicht das erhoffte Mägdelein, dafiir aber wohl als vollgültiger Ersatz ein prächtiges Zwillingspaar glücklich eingestellt! Wir glauben aus diesem elementaren Ereignis schließen zu dürfen, daß die heutige eiserne Zeit immer noch Männer bedarf als liebliche Blüten aus dem zarten Geschlechte und wiffen uns bei diesem Ge­danken im Hinblick auf das Vaterland reichlich zu trösten in dem Ruse:

Hurra, hurra, nun sind es neun

Fest steht und treu die Wacht am Rhein!" Allen lieben Freunden und Bekannten und wen es sonst interessiert, hiermit diese fröhliche, aber letzte solche Nachricht.

Gabriele d'Annunzio, der Bergspalter. Heber die neuesteTat" Gabriele d'Annunzio wird demBörs.-Eour." berichtet:Gabriele d'An­nunzio war eingeladen worden, in den Marmor­brüchen von Carrarar die gewaltigste Mine springen zu lasten, die je Menschenhand gegra­ben und geladen hat. 8000 Kilogramm Mar­morsprengpulver, an Explosivgewalt einer La­dung von 24 000 Kilogramm gewöhnlichen Sprengpulvers gleichwertig, waren im Herzen des Marmorberges Fosta bei Poeta aufgespei­chert worden, und d'Annunzio, der Dichters sollte durch einen Druck auf den Schließer des elekttt- schen Stromes die .Zossa bei Poeta" üi bie Lust sprengen. Um der denkwürdigen Tat beizu- wohnen, hatte sich unzähliges Volk in Carrara eingefunden. Gabriele d'Annunzio traf auf einem Automobil von 90 Pferdekräften am Fuße des Marmorberges ein. Alles war bereit. Der Dichter brauchte nur eine rote Fahne zu schwen­ken und auf einen Knops zu drücken. Nun er­schallte von den Bergen ringsum Hörnerklang. Gabriele fragte:Oh, ist denn Siegfried aus seiner deutschen Heimat nach Italien geeilt, um mit dreifachem Horngetön das Echo der Marmor­berge zu wecken?"Nein," antwortet man ihm,diese Hornsignale find polizeiliche Vor­schrift, um die Bevölkerung von der bevor­stehenden Explosion zu warnen." Nun schickte sich der Dichter an, bie Fahne zu schwenken. Auf einmal aber kam ihm ein schöner Gedanke, Er gab bie Fahne der Signorina Gemma Gari­baldi, bie neben ihm stand, und bat bas Fräu­lein, an seiner Statt die große Tat zu voll­bringen. Tief ergriffen ob dieser unerwarteten Ehre schwenkte Fräulein Garibaldi die Signal­flagge und drückte den elektrischen Knopf. Da spaltete sich der Berg, blutrote Flammen zuckten aus seinen Eingeweiden hervor und mit dump­fem Donnergeroll stürzten 200 000 Tonnen blütenweißen Marmors zu Tal.Der Berg hat sich vor Deiner Jugendschönheit verneigt, o Gemma!" rief der Dichter begeistert seiner Stell­vertreterin zu. Das Volk begleitete diese ge­wichtigen Worte d'Annunzios mit warmem Bei­fall. Da erhob sich ein dichter Marmorstaub und verhüllte den Berg mitsamt den Zeugen der großen Szene. Gabriele d'Annunzio aber bestieg eiligst sein Automobil von 90 Pserdekräften und kehrte in sein toskanisches Landhaus zurück, während der Telegraph seine ritterliche Tat und seine Worte durch die italienischen Gaue trug, in bie Rebaktionen aller Tagesblätter vom Fuße der Alpen bis südwärts nach den sizili- schen Gefilden."

Einebombenmäßigs" Berteidigung. Bis jetzt wurden Bomben nur von Verbrechern zur Ausübung ihrer Taten verwendet. Nunmehr sind dieselben aber auch in die Zahl der Privat­verteidigungsmittel eingereiht worden. Man höre: Der Feuerwerkfabrikant Beux, dessen La­boratorium sich in einem entlegenen Viertel von Lyon befindet, erhielt seit einiger Zeit regelmäßig Besuch von Dieben, die den aller­dings stets vergeblichen Versuch machten, den Kaffenschrank zu öffnen. Alle Ueberwachungen erwiesen sich als nutzlos und die Spitzbuben baldowerten stets eine neue Gelegenheit aus, Herrn Beux mit ihrem Besuch zu beehren. Da kam dieser auf eine großartig« Idee. Die Pyro­technik, die ihm geholfen hatte, fein Geld zu verdienen, sollte ihm auch helfen, es zu sichern. Er verfertigte daher eine Anzahl von Bomben, die er derartig in die Schubladen ferner Pulte legte, daß sie bei jeder heftigen Berührung ex­plodieren mußten. Vor einiger Zeit nun woll­ten die Spitzbuben nachts einen erneuten Ver­such machen. Sie drangen in das Eeschäfts- lokal ein und wollten die Pulte durchstöbern. Plötzlich ertönte ein furchtbarer Krach: einige der Bomben waren explodiert und hatten die Räuber bös zugerichttt. Herr Beux war zu weif von dem Schauplatz der Katastrophe ent­fernt, um sofort herbeieilen zu können. Es ge­lang daher den Spitzbuben, zu entkommen. Auch einer der Verwundeten entwich unter dem Schutze der Nacht. Der andere aber wurde am Morgen in einer Blutlache schwimmend aufge­funden. Die Bombe hatte ihren Zweck nur zu gut erfüllt. Der Kopf des Unglücklichen bildete eine einzige, unförmliche, vom Pulver ge­schwärzte Masse. Den Dieben wird nach dieser unangenehmen Erfahrung die Lust zum Wicder- kommen gründlich vergangen fein.

Letzte Nachrichten.

Berlin, 27. Juli. Aus Salzburg wird der Voss. Ztg." Folgenles gemeldet: Die in Salz­burg tagende Delegiertenkonferenz zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn zwecks llebereinftimmung ber Eisenbahnverkehrsord­nung beider.Staaten 5ird ein^ünstiges Ergeb­

nis hkckeck. Die ofterreichisch-tnrgarischen $et*j tretet erkannten den deutschen Entwurf algj einen bedeutenden Fortschritt an und als Grund-! läge für eine Neuordnung des Betriebsregie-' ments. Auch Erleichterungen im wechselseitigen Eisenbahnverkebu wurden vereinbart.

München, 27. Juli. Gestern Nachmittag wurde eine Münchnerin von einer Dame nach Darching gelockt, angeblich, um eine Villa zu be­sichtigen. Auf dem Wege nach Mitterdarching trat die Führerin plötzlich einige Schritte zurück und feuerte einen Revolverschuß ab. der die Münchnerin am Hals erheblich verletzte. Die Täterin entfloh und wurde bisher nicht er­mittelt. sP. 2.)

Reichenbach, 27. Juli. Im oberen Franken­wald wurde ein Wjähriges Mädchen, das mehre­ren Burschen zum Opfer gefallen war, sterbend aufgefunden. Es wurde ins Krankenhaus ge­bracht, wo es alsbald verschied. Ein italienischer Erdarbeiter wurde als wahrscheinlicher Mittäter verhaftet. !

Sofia, 27. Juli. Von Makedonien gestern eingetroffene Meldungen erzählen von einem großen Treffen, das türkische Truppen mit Berg­artillerie mehreren bulgarischen Banden zwi­schen Pirlepe und Kipfili geliefert haben. Der Kampf dauerte zwei Tage und endete mit einer Niederlage der Banden, welche 10O Tote und zwei als Bandenführer fungierende 9Bowmobc:t verloren. (B. L. A.)

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Kirchliche Nachrichten.

Reformierte Stadt- n«d Universitätskirche.

Sonntag, 28. Juli 1907. >

Vormittags Sss, Uhr: Herr Konsistoriolrat A ch e I i 8-1

KuSAvg aus den StandcSbnchern drS Königliche« Preußischen SiaudeSamtSbezirks Marburg.

Dom 20. bis 27. Juli 1907. \

Verehelicht«. '

1. Tischlergeselle Heinrich Fröhlich, wohnh. hier, mit Anna Elisabeth Krug, wohnhaft in Schweinsberg. 2. König!. Oberaärtner Kurt Simon, wohnhaft in Badenweiler, mit Helene Martha Else Pauline Elabn, wohnhaft hier. 1

Geborene: H

1. Georg, S. d. Korbmachers Heinrich Stellet; hier. 2. Elisabeth Katharine. T. d. Hausburschen j Franz Wilh. Haupt hier. 3. Wilhelm Theodor August, S. d. Vahnarbeiters August Brcnzel hier. 4. Anna Margarethe. T. d. Kutschers Johs. Wormsbächer hier. 5. Vhilivv, S. d. Studenten-^ bieners Heinrich Schebb hier. 6. Katharine; Sophie. T. d. Hofbllchbändlers Gottlieb Braun hier. 7. Christine Elisabeth, T. d. Oberpost- schafftwrs Gotthard Rühl hier. 8. Hellmut Al­bert Karl Volpertus, S. d. StadtbauaMenten Kühn hier. 9. Wilhelm Beter, S. d. Gastwirts; Johann Heinrich Horn hier. st

Verstorbene. H

1. Prio. Oberförster a. D. Gustav Eroßhen« nig, 61 I. alt. 2. Sind. jur. Balduin Lucas, 22 I. alt. 3. Sind. med. deut. Ernst Karl Kork- Haus. 27 I. alt. 4. Dienstmagd Maria Becker, 21 I. alt. 5. Kürschnermeister Karl Richter, 55 I. alt. V

MMerWs.

Butt-rP.Psd.lM-130Pf. Hühnereier 2 St. 1500 Pf, Handkäsr p.t 12 Pfg.

Kaschen p. St. 4 Psa.

Kochkäse p. Pfd. 40 Pfg.

Kasematte p. St. 5 Pfg. Blumenkohl St. 80-60 Pf. Möbren p. Pack 1000 Pf. Spinat V.Psd. 15-WPfg. Oberkohlrabi Stck. 4 Pf.

Wirsing p. Kopf 2500 Pf.

Salat p. Kopf 80 Pf. Kartoffeln p. Pfd. 10 Pf. Weißkraut Kopf 3550 Pf. Rotkraut P.KoPs 4050Pf. Sellerie 16t. 10-20 Pfg. Rüben, tote, p. St. 5 Pf. Erbsen Pfd. 20 Pfg.

Bohnen, ar, Psd 20-25Pf.

, gelb, , 30 Ps.

Mckrtara, 27. Jnli. i Gurken p. St. 2040 Pf. Spargel v. Psd. 60 Pf. Suppengrün 510 Pfg. Rettig p. St. 1000 Pfg.' Radischen p. Pack 10 Pf. ZwiebelnPsd.l2-tt) Pfg. «irfcheu Pfd. 30-00 Pfg. Aepfel p. Pfd. 40 50 Pf. Birnen p. Pfd. 5000 Pst Weintraub. Psd. 120 Pst Pflaumen Pid. 50 Psg. Erdbeeren Psd. 80 Pfg. i Johannis beeren Psd. 20 Pst' Heidelbeeren Ltr. 20 Pf. , Stachelbeeren Pfd. 20 Pst Reh Pfd. 70-C0 Psg. . Tauben p. St. 40-00 Pf-' Häbne p. St. 80-100 Psts Hühner p, 1.50 9)11

Reile- Md Ssilgn-AdonneMeM.

Zur Bequemlichkeit des reisenden Pub-! likumS sowohl, als derjenigen Zeitungsleser,^ die in Kurorten und Sommerfrischen kürzeres oder längeren Aufenthalt nehmen, haben wir

Reise-AbonnementS eingerichtet. Die Kosten betragen für Akon» nement und Frankatur innerhalb Deutsch--' lands und Oesterreichs 50 Pfg., für die Schweiz, Italien sowie das übrige Ausland 60 Pfg. pro Woche. TaS Abonnement kann jeden Tag beginnen.

Bestellungen bitten wir direkt an die Expcdit-on richten zu wollen.

Verlag der »Oberhess. Ztg.* ,

Oeffentlicher Wetterdienst. f, Dienststelle Weilburg (Landwirtschaftsschule). !* Wettervoraussage, ausgegeben ant Sonnabend, den 27. Juli 1907. Morgen: Viel­fach heiter, nur stttchweise etwas Regen, schwache Lustbewegung. <

Mstvieisach «achze-hmi.-ai« irrtidif, hilft Zadierütl XÖL a,>i?rlid) Itauncnsecrt gegen jede 3njeheiij>lagft !

'! nlemate in her Düte, sondern nurdg WtSäsS ^laichen zu kaufen, wo Zacherl-piakate ausifängen , In Marburg: bei Herrn Christoph Estor, Herrn P. Tromm u. Herrn Heiur. Muller, v

Verantwortlich für die Redaktion;

.Johanne« DI t$ in Marburg.3