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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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Vierteljährlicher Bezugspreis, btt der Erpsirion 2 2!ik bei allen Pvslänttern 2,25 Dtt. ttjcU Bestellgeld).

J»s«rt»»nSgebuhrt die gespaltene Zeile ober verm Raum 15 Psg.

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Marburg

Sonntag. 2S. Juli 1907.

Erscheint wöchentlich sieben moL

Druck und Verlag' J oh. Au g. Koch, Universitäts-Buchdruckerri 42. Jahrg. Marburg, Markt 21. Telephon 55. ,

Zweites Blatt.

Rückblick.

In Kreisen akademisch gebildeter deutscher Katholiken macht sich allem Anscheine nach ge­genwärtig eine lebhafte Eeistesströmung 6e- ine.iftch>. welcher von den führend«! Blättern aller Parteien aufmerksamstes Interesse gewid­met wird. Aus den betr. Preßäußerungen er­hellt, Kssi cs vornehmlich zwei zwar zeitlich und örtlich getrennte, jedoch innerlich offenbar In nahe: Beziehung stehende Anlässe gewesen sind, welche diese Bewegung an die Oeffentlich- ieit gebracht haben. Einmal der von Rom aufs schärfste verurteilte Gedanke katholischer Würzburger Hochschullehrer, dem verstorbenen katholischen Theologen Hermann Schell, der s. Z. eine freiere Richtung innerhalb der katholischen Kirche erstrebte, um dadurch dem deutschen Em­pfinden mehr gerecht werden zu können, später aber zum Widerrufe seiner Ansichten gedrängt worden war, einen Gedenkstein zu setzen. Zum anderen aber die von Münster aus an den Papst gerichtete ehrerbietige Eingabe, es möchten die Bestimmungen des I n d c x, des offiziellen Ver­zeichnisses derjenigen Bücher, die ohne Erlaub­nis des Papstes von gläubigen Katholiken nicht gelesen werden sollen, einer zeitgemäßen Ab­änderung unterzogen werden. Di« Antwort von Rom war der neue Eyllabus, d. t. die offizielle Zusammenstellung der von der Inguisitionskon- hregation, die int Vatikan über die Reinheit des katholischen Glaubens zu wachen hat, verworfe­nen. Lehren. In 65 Sätzen werden in dem neuen Splläbus Anschauungen verdammt, die, wie non mehreren Seiten behauptet wird, auch von ver­schiedenen katholischen Theologen geäußert und vertreten worden sind. Hiernach wäre bie Be­stimmung des neuen Syllabus darauf abgestellt, die freiere Eeistesregung innerhalb der römisch- katholischen Kirche, den sog. Reformkatholizis- mus, zu unterdrücken und überhaupt aller wis­senschaftlichen Kritik auf kirchlichem Gebiete ein Ziel zu setzen. Wie kräftig der Widerstand sei­tens hervorragender deutscher Katholiken ist, er­hellt aus einer scharfen Erklärung, die der ka­tholische Universttätsprofessor Leo von Saoigny in Münster in derOsnabrücker Zeitung" gegen den Ultramontanismus veröffentlicht hat, sowie saus einem Aufsatz«, welcher derGermania" von sachkundiger Seite übermittelt wurde. Letzterer läuft auf eine kräftige Inschutznahme der Bküir- sterschen Petition an den Papst hinaus und na- mentlich wird darin dagegen Verwahrung ein­gelegt, die Gedanken jener Petition schon als einen Ausfluß unkirchlicher Anschauungen hin­zustellen. Die in jenem Artikel geäußerten An­schauungen begegnen uns in verstärktem Maße

SZarhirger

Studenten - Erinnerungen.

Don L. Mülle r,

(Sortierung.)

Bon der Jubelfeier der Universität Marburg > 1827.

Von dem 300jährigen Univerfitäisjubiläum, das vom 27.30. Juli 1827 in Marburg abge- ,halten wurde, berichtet ein alter Bursche, ein jKreisrat, über seine Erlebnisse und Erinnerun­gen:Droben in der Stube unter dem Dach« Habe ich vor 35 Jahren gewohnt und gekneipt, in diesem Hause (es war am Steinweg) haben wir 'einmal, von einem Kommerse von Eurich') kom­mend, und ganz knüll, die Fenster einge­schmissen, und hier an dieser Stelle, es war an Der Neustadt, rannte ich einem entgegenkommen­den Dienstmädchen den Zuber mit Wasser vom Kopfe, daß er um tippt« und das Wasser von oben bis unten über mich hinlief. Es war nicht recht, ich empfing von derselben noch meinen Text, aber tot wollten wir uns über den Witz lachen." Dieses erzählte er seinem Sohne.

Gegen Abend ging's nach Pfeifers Garten am Kämpfrasen, da zu unserer Zeit noch kein großer öffentlicher Garten existierte. Hier war der Zentralvunkt von den zusammengekommenen alten Burschen, alles herzte und küßte sich. Da ging's dann bei Sang und bei Klang los. so daß in dieser ersten Nacht mancher stark in die Kanone kam. Es gab originelle Szenen, als Alte und Junge an einer langen Tafel einen förmlichen Kommers abhielten und die uns be­kannten Lieder ertönten, wobei cs so lustig her- aina, daß alle Bouteillen und Gläser ein Opfer oer ausgelassensten Freude wurden, ^(fs war

i v *) Später Markccr.

in zwei Reden wieder, die .von einem tempera­mentvollen Freunde Schells, dcmDekan der theo­logischen Fakultät der Universität Würzburg, Prof. Merkle auf den Stistungstagen der katho­lischen Verbindungen Marcomannia und Wal­halla gehalten worden sind, wobei in der ersten das bezeichnendes Wort von denHyänentheolo­gen,, fiel. AüerVoaaussicht nachrosrdenauch diese freimütigen Aeußer-Ngen nicht ungestraft hin­gehen, auch wenn die Meldung, daß Professor Merkle das Dekanat uiedergelgt hat, den Tat­sachen nicht entsprechen sollte. Wie von einer Berliner Korrespendenz mitgeteilt wird, hat das Mailänder BlattCorriere" aus vatikanischer Quelle erfahren, daß überhaupt eine Maß­regelung deranmaßenden Profesioren" bevor- stehc und daß die Kurie die Disziplinierung aller irgend desModernismus" verdächtigen Professoren der katholischen Fakultäten aller Länder, vornehmlich Deutschlands, plane. Man werde von den Fakultäten ilnterwerfungs- adressen verlange», verbunden mit einem all­jährlich zu wiederholenden Glaubenszettgnis der Professoren. ~ -

Ein Thema, welches immer und immer wie­der die öffentliche Meinung beschäftigt, ist der schon vielfach besprochene Petersprozeß. Erst jüngst hatte die Erörterung dieser Angelegen­heit durch eine Veröffentlichung Dr. Earl Peters imTag" neue Anregung erhalten. Der Er­oberer Deutsch-Ostafrikas nimmt in dem Artikel nochmals das Wort zu seiner Verteidigung, um auf benUiiprung der ihm verhängnisvoll gewor- denenLegenden"bildung hinzudeuten. Noch mehr aber wird der Münchener Prozeß in aller Erinnerung zurückgerufen durch folgende Mit­teilung derNorddeutschen Allg. Ztg":In dem vor dem Münchener Schöffengericht verhandel ien Petersprozeß hatte Generalleutnant v. Lie- bert geäußert, die Urteilsfindung der Diszip­linargerichte. von denen Peters abgeurteilt wurde, erscheine ihm nicht nur als ein Justiz­mord, sondern ein Schandfleck des deutschen Vol­kes und der Justiz zu sein. Deswegen wurde auf Veranlassung des Reichskanzlers v. Liebert um eine Aeußerung ersucht. In einem Antwort-' schreiben erklärt v. Liebert, daß er den Vorwurf, der in jener Aeußerung gegen die Disziplinar­gerichte und die beteiligten Richter gesunden werden könne, zurücknehme. Das Schreiben schließt:Ich bedaur« lebhaft die von mir im Eifer der Rede gebrauchten scharfen Worte und verstchere, daß mir eine Zurücksetzung der erken­nenden Gerichte und eine Verlehu'.rg der Amts­ehre der beteiligten Richter ferngelegen hat."Die Antwort ist sämtlichen lebenden Mitgliedern der beiden damaligen erkennenden Gerichte mitge­teilt worden." Wenn von der linksliberalen Presse diese Erklärung des. Generalleutnants v. Liebert mit höhnischen Bemerkungen aufge- nommcn und als ein kläglicher Rückzug bezw.

2 Uhr vorbei, als ich nach Hause kam, um noch einige Stunden zu schlafen. Am folgenden Mor­gen weckte mich Gesang und die Regimentsmusik zog in der Stadt umher, begleitet von einem Trupp Studenten. Gegen 9 Uhr ordneten sich die Burschen bei der Deutschhaus-Kirche nach Landsmannschaften zu einem Zug nach dem großen Auditorium. Nach beendeter Festlichkeit ging es in derselben Ordnung zum Rathause, wo im großen Saale ein Festmahl mit ISO Gedecken stattfand. Während es sich hier die Herren gut schmecken ließen, hielten die Alten und die Jun­gen in den verschiedenen Wirtshäusern die Table d'hote, wo cs heiter zuging. Abends um 9 Uhr zogen die jungen Burschen mit Musik und bren­nenden Fackeln vom Grüner Tor durch die Untergasse, Varfüßerft raße nach dem Steinweg, wo sie dem Prorektor Dr. Busch ein dreimaliges Lebehoch brachten, dann ging der Zug zurück zum Markt, wo unter Gaudeamus igitur di« Fackeln verbrannt wurden. Abends zog alles zum Kamfrafen, wo die Burschen von der Uni­versität mit Speisen und Wein reguliert wur­den. Es war ein schöner Anblick, während die Burschen an ihren mit Lampionpyramiden be­leuchteten Tischen aßen, tränten und sangen und die anderen Menschen in den breiten Zwischenräumen lustwandeln sahen und in die Gesänge mit einstimmen.

An den Tische» gab es kleine Kommerse und wir Alten taten mit leere Bouteillen und Gläser, wenn sie nicht schnell vom Aufwärter weggenommen wurden, ging?» als ärgerlicher Gegenstand in nichts über, ein Exzeß, der das Ganze gestört, kam nicht vor. (Nach anderem Bericht wurden dem Wirt Endemann, der di« Wirtschaft da hatte, alles entzwei geschlagen.)

Es war schon nach Mitternacht rind was nicht in die Stadt ging, zog nach Pfeifers Garten. Oben im Saale saßen an zwei langen Tafeln die Alten und kommersierten Himmel, welch

Widerruf bezeichnet wird, so kann man das Triumphgeschrei nicht eben schön finden. Wenn sich der verdiente General in seiner verständ­lichen Erregtheit über die schwere Unbill, die seinem Freunde und Amtsvorgänger bei der Ur- teilsfinduilg der Disziplinargerichte infolge mangelnde Bertrautheit der damaligen Richter mit den afrikanischen Verhältnissen zugefügt worden ist, zu zornigen Ausrufen hatte hin- reißen lasten, di« über das Ziel hinausschossen und ohne daß es der Urheber beabsichtigt hätte der Ehre der damaligen Richter zu nahe gingen, so war es für ihn, wie für jeden an­ständig denkenden Menschen eine gern erfüllte Pflicht, die kränkenden Worte zurückzunehmen. Damit aber ist nicht gesagt worden, daß v. Lie­bert die Urteile der Disziplinargerichte nach Maßgabe seiner Kenntnisse der Pcrhältniste in Ostafrika auch sachlich für gerechtfertigt erachtet hätte.

Unsere Zeit lebt im Zeichen der Sensation, der Aufsehen erregenden Meldungen und der sich überstürzenden und darum sich schnell wieder verwischenden Eindrücke. Das hat auch wieder so recht der Mordprozch Hau erwiesen, der in diesen Tagen in Karlsruhe so mächtige Erreg­ung heroorrief, daß auch in der deutschen Presse ein Widerhall davon zu spüren war. Die Ein­zelheiten dieses Dramas, das sich vor dem Karls­ruher Schwurgericht abspielte, sind ja allen un­seren Lesern gegenwärtig, sodaß wir an dieser Stelle nur das Außerordentliche nochmals her- vorheben möchten. Das, was diesem Prozeste fein charakteristisches Merkmal verleiht, das war nicht das abenteuerliche Schicksal jener deka­denten Erscheinung, die in der Person des nun­mehr Verurteilten in die Öffentlichkeit trat, eines Mannes, der trotz feiner hohen Geistes­bildung und seiner juridischen Begabung jedes sittlichen Haltes und Pflichtbewußtseins erman­gelte, sodaß er in dem hitzigen Bestreben, mög­lichst schnell zu Vermögen und Reichtum zu ge­langen, zum Hochstapler und endlich zum Mör­der wurde. Das Eigenartige an diesem Prozesse war vielmehr die suggestive Wirkung, welche durch die Verhandlung des Falles auf die Mas­sen ausgeübt wurde und zu wiederholten Kund­gebungen zugunsten des nichtswürdigen Ber- brechers führte.

Wenn sich bei einem ins Politische hinein­spielenden Rechtsgange, wie dem Münchener Petersprozesse die Gemüter erhitzten, also daß es zu Kundgebungen kam, so erscheint uns das ver­ständlich, wenn aber die Volksmenge für einen durch den Wahrspruch der Geschworenen ver­urteilten gemeinen Verbrecher demonstrativ Partei ergreift, so muß das jeden normal em­pfindenden Menschen seltsam berühren. Welch' eine Verwirrung der Gemüter offenbart sich einerseits in dem rohen Verhalten der Maste gegen die Zeugin Olga Molitor, die mit Ver­

ein Anblick, Gläser und Flaschen nahmen ein schreckliches Ende, Bruder Präses am Ende der Tafel, der letzte am Platze, den Schläger vor sich auf dem Tische, wollte sich ob dieser Zer­störung tot lachen und blieb steif sitzen, als sich die übrigen schon verloren hatten.

1 In seinem Zustand hatte ein alter Bursche rechts und links verwechselt und kommt anstatt in sein Quartier nach Gisselberg. Hie wax man schon in einem Hause auf, er klopft am Fenster und fragt:Wo komme ich denn zum Deutschen Hause?" "Dann müstcn Sie erst nach Marburg, dann durch die Stadt bis jenseits." Jetzt wird er seines Jrrgauges gewahr er wankte die Ehaustee zurück und kommt gegen Morgen in seinem Quartier an.

Es war wieder 2 Uhr nachts, als ich nach Haufe kam, das zweite Tagwerk war vorüber. Am anderen Morgen gab es um 9 Uhr wieder einen Zug wie Tags vorher, nur dieses Mal nach der Universitätskirche, es war Sonntag. Auf den Straßen war vor Menschengetriebe nicht durchzukommen, denn di« Plebejer und Land­leute aus der ganzen Umgegend waren gekom­men. Die vier ersten Gasthäuser und übrigen Wein-, Bier- und Schnapshäuser waren gefüllt. Ungeachtet der Hitze brach dennoch gleich nach der Mittagstafel imBlauen Löwen" ein Kommers los. Nachmittags ging's in Pfeifers Garten, wo di« Ruinen der vorigen Nacht hin­weg geschafft wurden.

Gegen acht Uhr abends zog nun alles nach der Stadt zurück, und wer an dem auf dem Rat­hause der Stadt stattfindeuden Balle mit Wein und kalter Küchenbewirtung teilnehmen wollte, schickte sich dazu an.

Von diesem Jubiläumsballe eine wirkliche Beschreibung zu machen, ist unmöglich. Das der Ewigkeit trotzende alte Rathaus mit seiner SLendeltreppe und dem Uhrkickelhahn, rechts an der Ecke die Schnurrenwache, woraus wir so oft

wünschungen em- ' ,en wurde, sodaß sie sich nicht über die C e wagen konnte, während man anderseits t>c... Mörder zujubelte und den Wahrspruch der Geschworenen mit dumpfen Murren und Grollen aufnahm. Diese Partei­nahme aber ist offenbar auf das Konto der Ver­teidigung zu setzen, welche so eindringlichst be­müht war, den vollwertig geführten Indizien­beweis als unschlüssig zu bemängeln, daß sich die Meinungen in der Menge verwirrten und der Gedanke einer ungerechten Beurteilung des Ver­brechers um sich griff. In wieweit hierbei noch persönliche Beziehungen zwischen dem Verteidi­ger und der großen Masse der Zuhörer milge- wirkt haben mögen, die sich vielleicht aus der politischen Parteistellung des Anwalts ergeben^ soll nicht weiter erörtert werden.

Die Frequenz der deutschen Univer­sitäten im Somme. ^uWec 1907.

Im laufenden Sommersemester sind an sämt­lichen 21 Universitäten des Deutschen Reichs 46 655 Studierende, darunter 302 weibliche« Geschlechts, immatrikuliert; einschließlich voq 3934 Gastzuhörern (2401 männlichen und 1539 weiblichen) beträgt die Zahl der zum Besuch von Universitätsoorlesungen Berechtigten i« diesem Halbjahr 50 589 gegen 50 345 im Winter 1906/07 und 48 619 im Sommer des Vorjahres. Die Steigerung der Zahl der immatrikulierten Universitätsbesucher hat somit auch neuestens weiter angehalten. Die Zunahme beträgt gegen das letzte Halbjahr 1519 und gegenüber dem Sommersemester 1906 1691, doch steht die Jah­reszunahme hinter der im vorigen Jahre fest- gestellten von 2574 (der bisher höchsten) wesent­lich zurück. Vor 25 Jahren, im Sommer 1882, zählten die Studierenden der deutschen Uni­versitäten erst 23 811 und zur Zeit der Reichs­gründung etwa 13 000, ihre Zahl hat sich dem­nach in 25 Jahren fast genau verdoppelt und seit 1871 verdreieinhalbfacht.

Von der heutigen Gesamtstudcntenzahl such 22 882 an preußischen Universitäten eingeschrie­ben, gegen 23 102 im Winter 1906/07; an de» 3 bayrischen befinden sich 8482 gegen 8030, an den 2 badischen 4405 gegen 3347 und an den übrigen 6 Universitäten des Reiches zusammen 10 836 gegen 10 657. Dem im Sommer erheblich stärkeren Besuch der süddeutschen, besonders der badischen Universitäten steht demnach eine ge­ringere Freqenz der norddeutschen und einzelner mitteldeutschen gegenüber.

Den heutigen Besuchsziffern der einzelnen Universitäten stellen wir, um die in den letzten Jahren hinsichtlich der Reihenfolge nach den Freqeuzzahlen eingetretenen Verschiebungen bei einzelnen Universitäten darzustellen, die ent­sprechenden Zahlen des Sommerhalbjahres 1897

parnierten. In dem unterem Saale las zu unserer Zeit Vuldinger sein publica. Erinnere mich noch des damaligen Trödel, wenn jedesmal seine drei bis vier Basen mit Körben voll Bücher hinter ihm Herzogen!

Jnr Hintergründe des Vorsaalcs waren 10 Ohmfässer, gleich einer Bomben-Batteric Mör­ser. mit sehr gutem Rhein- und Rotwein aufge- pflanzt. Zwölf Käser zapften nun unaufhörlich aus diesen Weinmörsern in Bouteillen und reich­ten diese den immer ausstreckenden Händen dar. Diese trugen solche in den daranstoßenden Saal, teils wurden sie im Vorsaal stando' aus freier Hand geleert. Und im Saale, o Götter! Da saßen und wie trieben sich die Gruppen da bunt durcheinander Prorektor und Profesioren, -Militär und vornehme Philister, alte und junge Studiosen, alles war eine Harmonie und einer trank dem andern mit Herzlichkeit zu. Auch feinere Weine, wie Chamvaaner und Burgunder wurde ausgeteilt. Gott Bacchus regierte im eigentlichen Sinne des Wortes und ich dachte mir ihn frohlächelnd auf den Ohmfässern sitzend! Leere Bouteillen und Gläser wurden ihn zum Opfer gebracht, und daß cs über- lustig herging, war eine natürliche Frage der Wirkung, sowohl des Göttertrankes in reich­licher Menge und Güte als der allgemeinen Freude. 1

Der Zecher in den unteren Räumen mochten 600 sein. Eine im Trinksaale vorgesallene Szene wird mir lange vor Augen schweben. An einer der langen Tafeln traf einen alten Bur­schen das Los, den Fürsten von Thorn zu spielen. Derselbe war schon halb in der Kanone et stieg auf seinen Thron, welcher in einem auf bet Tascl stehenden Stuhl bestand, die anbereit postierten sich um ibn herum und die Krönung sollte losgehen; in diesem Augenblick brach bit ganze Tafel zusammen, Seine Durchlaucht mit den Trabanten stürzten herunter und alle Von- '