mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirch kant.
SormtaLsd-Ua-er, MktktrtrteS
— wgviaaij- i :..iw j
' M 174
»ierteljäürlicher Bezugspreis^ der der Expedition 2 Mk>, bet allen Postämter« 2,25 Ml. (.ejcL Bestellgeld).
8nsertt»n»g«b«hr: die gespaltene Zeile .»er deren Raum 1»Psg, Reclanteii: die Zcilc 80 Nfg.
—bm——mh—j —n ’ i iH—üwa——
Marburg
Somabend, 27. Juli 1907.
Erscheint wöchentlich sieben atoL
Druck und Verlag' Iah. Ang. Koch, UniversitätS-Buchdntckerek Atarburg, Markt. 21. — Telephon 55.
BHelluMli
für He Monate Aug « st und September f . auf die
»Obcrhessische Zel t««g" nebst ihren Beilagen WMoen von «n-erer Expedition (Markt 21) Uasnabestellen in Kirch. Hain, N e v ft yt i und Wetter, sowie vcn allen PostanstulLen und Landbrieftragern ent- leßcnsenoMmea.
I « ■ 1^.1 . ■*■■■■■ . M V . > N--- • ■
>e i. .i* . . ... ' .«»-»w——ww
Deutsche Ansiedler für die Ostmark.
Zu den wichtigsten Ausgaben der Ansied- lungskommission in Posen n,-.d Westpreußen gehört die Heranleitung eines ausreichenden Zuflusses von geeigneten Anstedlerelementen. Sie hat sich erst alln.öhltch, durch eine langjährige Werbearbeit, und zweckentsprechende Auswahl der Ansiedlungsinstigen, lösen lassen. Anfänglich suchten sich alle möglichen, schiffbrüchigen Existenzen, die in landwirtschaftlichen Arbeiten gar keine Erfahrung besaßen, zur Ansiedlung zu drängen. Nach und nach gelang es dann als Bewerber nur solche Leute heranzuziehen, die im landwirtschaftlichen Beruf standen oder daraus hervorgegangen wareit und nun zur alten Tätigkeit zurückzukehren wünschten. Dabei haben sich die süd- und westdeutschen Ansiedler, die nach denk Osten eine gehobene Kultur und reiche Erfahrungen mitb.rachten, besonders bewährt. Die verschiedensten Zweige des landwirtschaftlichen Betriebes haben sie in die neue Heimat eingeführt oder vervollkommnend darin gewirkt. Bon den annähernd 12 000 Ansiedlern, die bis Ende 1906 angesetzt waren, stammen etwa 30 Prozent aus den westlichen Provinzen Prsu- stens und den nicht preussischen Teilen Deutschlands, ferner etwa 24 Prozent aus den Ansted- luugsprovinzen selbst, etwa 25 Prozent aus de» übrigen preußischen Provinzen und der Rest aus dem Auslande (namentlich kommen hier riick- gewanderte Deutsche aus Rußland in Betracht). Die Ankömmlinge sind nicht getrennt nach Herkunftsgebieten, sondern in den meisten Siedlungen gemischt angesetzt worden, weil sie auf f diese Weise sich am leichterten den neuen Ver- tchältnissen anpafsen und ani besten voneinander :kernen können.
V? Seit etwa 12 Jahren wi.d in den Herkunfts- j gebieten der Ansiedler. eine planmäßige, ausgedehnte Propaganda betrieben und cs ist dadurch und durch die Erweiterung der Ansied- -lungstätigkeit, die durch die Neuauffüllungen des Fonds ermöglicht wurde, erreicht worden, daß das Deutschtum in den Anfiedlungsgebieten
42 iRLchvrnck verboten.),
Heimweh nach Glück.
Roman von E r i ch F r i e j e n. (Fortsetzung).
T; Dsisii tritt er rasch auf sie zu und faßt ihre Hand,
„Pia beginnt er mit vor Erregung fast heiserer Stimme. „Pia, mein Weib das ich mehr liebe, als alles andere auf Erden, fei stark! Was .Du jetzt auch hören magst — laß Dich nicht zu Boden drücken!" \
Zitternd lehnt sie sich in den Sessel zurück.
„Ich höre."
„Erinnerst Du Dich, Pia. daß Du mich vor ! unserer Verheiratung batest, Dich nie nach Dei- ; nett Eltern zu fragen?" litt- „0$.
r „Auch, daß Du mir sagtest, Du habest ein Geheimnis zu hüten?"
i „Ja."
‘ "öabe ich Deinen Wunsch erfüllt?"
»»xZa. .
i „Bis heute. Doch jetzt muß ich sprechen." r - Pia hat sich von dem Sessel erhoben. Ihre Lippe» beben.
„Was — was meinst Du?" stammelt ' sie fassungslos. „Ich — verstehe Dich nicht —“ 1 Mit einer unendlich zärtlichen Bewegung birgt er den schönen Kopf seines Weibes an , seiner Brust.
i- . „Pia! Der Diener Alfonso, der so plötzlich die Stellung bei uns verließ — er ist ein — Detektiv!"
Er fühlt, wie sie zusammenzuckt.
■ Noch fester drückt er sein Weib an sich. W-
„Er schlich sich unter falschem Namen in unser Haus," fährt er leise fort, „um — um Beweismaterial zu sammeln zur erneuten Aufnahme des Eiftmordprozeskes, in welchem ich freigespiAHen wurde." * " - —
prozentual stärker zuzunehmen beginnt als das Polentum. Allein im Regierungsbezirk Marienwerder ist die Zunahmequote der Polen noch nicht ganz erreicht, während im Regier- ungsbezirk Bromberg die Deutschen seit dem energischen Einsetzen der Siedlungstätigkeit sogar auch schon absolut stärker zugenommen haben als die Polen. Im allgemeinen ist freilich bei dem weit höheren Anteil der Polen an der Ge- samtbevölkerungszahl die absolute Zunahme bei ihnen immer noch größer als bei den Deutschen und die deutschen Erfolge der letzten Jahre wür- - den völlig in Frage gestellt werden, wenn die Ansiedlungskommission gezwungen werden sollte, geeignete Ansiedlungslustige aus Mangel an verfügbarem Gebiet abzuweisen. Der Ansiedler- strom würde sich dann wieder in verstärktem Maße dem Auslands zulen.en, wo er dem Deutschtum so gut wie ganz verloren geht, und die Polen würden in den Ansicdlungsprovinzen alsbald mit erneuter Energie vorwärts drängen.. Schon bei einer bloßen Verminderung der Siedlungstätigkeit würde das Polentum ohne Zweifel auch in der prozentualen Zunahme rasch wieder an die erste Stelle gelangen und es würde dann der größten Mühen und Opfer bedürfen, um den deutschen Rückgang wieder zum Stehen zu bringen. Die Ansiedlungskommiffion muß also in den Stand gesetzt werden, dafür zu sorgen, daß der Ansiedlerstrom auch in Zukunft ein Bett findet, das genügend breit ist, um ihn aufzunehmen.
Teuis'ches NM.
— Die Rordlandreise des Kaisers. Aus Molde wird unter dem 25. Juli gemeldet: Der Kaiser machte heute vormittag bei schönem Wetter einen Spaziergang an Land und besuchte dann den Prinzen Heinrich an Bord der „Deutschland" und lud denselben, sowie den Prinzen Adalbert 311m Frühstück ein. Nachmittags nahm der Kaiser den Tee auf der Höhe von Molde. Zur Abendtasel waren die Komman- banten der anwesenden Kriegsschiffe und Prinz Heinrich geladen. Morgen früh erfolgt die Abfahrt nach Bergen mit einem kurzen Aufenthalt in Morok.
— Zur Begegnung Kaiser Wilhelms mit dem Zaren Nikolaus. Wie der „Matin" aus Petersburg zu melden weiß, hat Kaiser Wilhelm dieser Tage noch ein zweites Handschreiben an den Zaren gerichtet, in welchem er ihn bittet, die geplante Zusammenkunft erst für Ende Juli alteit Stils aitzusetzen. Daß der „Matin" wirklich etwas darüber weiß, ist wohl ausgeschlossen.
— Spalierbildung der Kriegervereine. Berlin, 25. Juli. Wie erinnerlich, war angeordnet worden, daß alle nicht zum preußischen Landes- r»—■ ।
„Großer Gott!" schluchzt Pia auf.
Sanft, wie einem Kinde, streichelt Rolf den an seiner Brust ruhenden Kopf.
„Aber nicht Beweismaterial gegen mich. Pia. sondern —“
Er zögert.
Mit einem Sluck hat sie sich aus seinen Armen befreit.
Ein schmerzverzerrtes, todesängstliches Antlitz starrt ihn an aus schreckhaft erweiterten Pupillen.
„Sondern—" haucht sie.
„Sondern gegen — Dich!"
„Gegen — mich?"
5>ell lacht sie auf.
Dann wiederholt sie, noch immer lachend und ungläubig den Kovf schüttelnd, leiser:
..Gegen — mich! Gegen — mich!"
Dies Lachen schneidet Rolf mehr in die Seele, wie jeder Schmerzensaubruch.
Erregt, in kurzen, gedrängte» Wort»« teilt er Pia seine Unterredung mit dem Detektiv mit.
..Natürlich . sind das alles keine Schuldbeweise!" schließt er liebreich. ,Zch sage Dir nur alles, damit Du Dich verteidigst!" . v
Si« schweigt. »-nr’
Pia!,, ruft er eindringlich. ' „Sprich doch!
Hast Du nichts zu entgegnen?"
Er will wieder ihre Hände ergreifen.' HAWk Doch sie wehrt ihm. v'-pÄ’’.
„Laß mir — Zeit!" fleht sie tonlos. „Es kam zu unerwartet. Ich bin kaum eines klaren Gedankens fähig. Nur wenige Minuten!"
Er nickt und sieht feiner Frau nach, wie sie langsam, taumelnd wie eine Traumbefangene, das Zimmer verläßt.
Die Hände an die heftig pochenden Schläfe gepreßt, schwankt Pia ins Kinderzimmer.
Klein-Carlo schläft. Gleich einem rotbäckigen Apfel lugt sein kleines Gesicht ans de« schneeweißen Kissen. l
Vor dem Kruzifix sinkt Pia in die Knie, wie | sie es so oft getan.---- — —- |
kriegerverbande gehörenden Kriegervereine von der Spalierbildung bei den diesjährigen Kaiser- manövern auszuschließen seien. Jetzt hat, wie die „Magd. Ztg." erfährt, der in Bochum neu gegründete Kriegerverband durch Intervention eines hohen Militärs — dem Verlauten nach ist es General Hüseler -- die Angelegenheit dem Kaiser persönlich unterbreiten lassen.
— Zum Tode des Abg. v. Kardsrff. Berlin, 25. Juli. Die nationalliberale Reichstagsfraktion hat an die Witwe des verewigten Abg. von Kardorff folgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Die nationalliberale Fraktion des Reichstags spricht Ihnen zu dem schweren Verluste, den Sie durch das Ableben Ihres verehrten Gatten erlitten, herzlichstes Beileid aus. In gemeinsamen Kämpfen, in manchen lichten und vielen ernsten Stunden haben wir den uitermüdlichen Kämpfer für Deutschlands Größe und Wohlfahrt schätzen gelernt. Sein Andenken wird auch bei uns in Ehren bleiben."
— v. Tiedemanns Erinnerungen. Der verstorbene Wirkliche Geheime Rat und freikonservative Politiker Christoph v. Tiedemann hat umfangreiche Aufzeichnungen hinterlassen, die er zur Fortsetzung seines Erinnerungswerkes: „Aus sieben Jahrzehnten", dessen erster Band erschienen ist, verwerten wollte. Nameittlich aus der Zeit seines Zusammenarbeitens mit dem Fürsten Bismarck von 1877 bis 1881 (als Vortragender Rat in der Reichskaitzlei) hatte Tiedemann Interessantes zu berichten. Man darf wohl hoffen, bemerkt hierzu die „Rh.-W. Ztg.", daß durch den Tod Tiedemanns die beabsichtigte Herausgabe dieses Materials nicht vereitelt, sondern daß fie von anderer Seite pietätvoll in die Hand genommen werden wird.
— Eine polnische Wahlorganisation für Weftdrutschland. In Gelsenkirchen ist kürzlich von dem polnischen Hauptwahlkomitee ein neues Wahlregulativ angenommen worden. Dadurch ist erreicht, daß jetzt auch die Wahlpolitik für die Polen „in der Fremde" von dem Posener Zen- tral-Wahlkomitee bestimmt wird, d. h. überall in Deutschland, wo die Polen bei politischen Wahlen irdgendwie in Betracht kommen, werden der „Köln. Ztg." nach die Kandidaten endgültig von Posen aufgestellt. Durch die Gliederung bis herunter in Kreis- und Ortskomitees und durch den Terrorismus ganz nach Art der Sozialdemokraten, den diese zahlreichen Komitees ausüben, wird nicht nur erreicht, daß die Wahlbeteiligung der Polen stärker fein wird als bisher. Es werden auch überall Kandidaten der schärfsten nationalen Tonart aufgestellt «werdens dafür bürgt.die Zusammensetzung des Posener Zentral-Wahlkomitees. Denn nur von Männern dec Korfantyschen Tonart verspricht man sich eine hinreichende Anziehungskraft auf die polnischen Arbeitermassen, denen noch ganz andere Versprechungen gemacht werden dürften,
Aber nicht für die tote Mutier betet sie heute — nein, für den Vater . . .
Das Kind regt sich im Schlaf — sie hört es nicht. Es streckt die Aermchen nach ihr aus — sie sieht es nicht. Es zupft behutsam an ihrem Aermel — sie fühlt es nicht.
All ihre Sinne konzentrieren sich nur auf einen einzigen Punkt.
Und nach und nach wird sie ruhiger. Ihre Gedanken klären sich auf. Sie weiß, sie muß den Kelch des Leidens austosten — bis zur Hefe.
Ihr Schicksal will es so.
Sie erhebt sich.
Mit großen verwunderten Augen blickt Klein-Carlo die Mutter an.
„Mammi!" murmelt er, die Aermchen aus- streckend. „Liebe, gute Mammi!"
Sie beugt sich über ihn und bedeckt fein kleines Gesicht mit Küssen.
„Schlaf, mein Goldkind? Schlaf? . . . Gute Nacht, mein Herzblatt! ... Mein süßer, einziger Liebling, schlaf wohl!"
Noch ein Kuß auf Mund und Stirn.
Langsam, aber mit festen Schritten geht sie zurück ins Boudoir, zu ihrem Gatten.
Rolf steht am offenen Fenster. Gespenstisch ragen die dunklen Zypressen zum mondhellen Himmel. Drunten kocht unb zerschellt die Flut am grausigen Felsriff. Weitklafternd schwebt ein schwarzer Nachtvogel daher, leise klagende Laute ausstoßend.
Die ganze Natur wie im Banne einer geheimnisvollen, todbringenden Trauer. . . »
Schon einmal, vor Jahren auf Capri, stand Rolf unter dem Einfluß dieses Nachtwebens.
Und auch heule durchschanert es ihn cifig- kalk. . . .
Ein Geräusch weckt ihn aus seinem schmerzlichen Brüten.
Langsam kommt Pia auf ihn zu. Schweigend schlingt sie die Arme um seinen Nacken und küßt ihn ernst, voll tiefster Innigkeit.
»Nun?" fragt er lebhaft, mit einem Blick,
als es bei den Kandidaten des Zentrums gang und gäbe war. !
— Der Zentralverband Deutscher Jndu« strieller hat eine Umfrage veranstaltet, ob und inwieweit in der Industrie ein lebhaftes Bedürfnis nach der gesetzlichen Regelung des Scheck« Verkehrs besteht, ferner weift er dabei besonders auf § 2 Nr. 2, wonach nut Bankiers als Bezogene bezeichnet werden dürfen. Nach § 9 soll der Scheck, der innerhalb des Reichsgebiets ans« gestellt und zahlbar ist, spätestens binnen sieben Tagen dem Bezogenen am Zahlungsorte zur Zahlung vorgelegt werden. Ein Widerruf des Schecks seitens des Ausstellers ist dem Bezogenen gegenüber nut nach Ablauf der Siebentägige^ Vorlegungsfrist wirksam (§ 11) Nach dem Ablauf dieser Frist kann aber widerrufen werden, sodaß der Scheck nach dieser Frist viel an seinem Wert verliert -und nicht mehr geeignet ist, weiter indossiert zu werden; auch kann aus einem nicht rechtzeitig vorgelegten Scheck kein Regreß gegen den Aussteller und die Vorindossanten genommen werden,, falls der Scheck später nicht ein« gelöst wird. Es frage sich, ob die siebentägige. Frist nicht zu kurz bemeffen ist.
— Internationale sozialistische Frauenkon- ' ferenz. Berlin, 25. Juli. Die „Vertrauenspet son" der sozialdemokratischen Frauen Deutsch- lands Ottilie Baader läd im „Vorwärts" zi^ einem internationalen sozialistischen grauen« kongreß ein, der in Stuttgart stattfinden unH cm 17. August beginnen soll. Auf der provisorischen Tagesordnung steht: Bericht über die sozialistische Frauenbewegung in den verschiedenen Ländern", Schaffung regelmäßiger Beziehungen zwischen den organisierten Genossinnen der einzelnen Länder" und „das Frauenstimmrecht".
— Ehinesische Heizer und Kohlenzieher auf deutschen Schiffen. Rach einet Mitteilung der „Berliner Tageblattes" sind in Bremerhaven zahlreiche chinesische Feuerleute eingetroffen, die in Zukunft auf den Dampfern des Norddeutschen Lloyds für die Linien nach La Plata, Brasilien und Kuba Verwendung finden sollen. Wie ditz „Köln. Ztg." hierzu erführt, steht dies Eintreffen der Chinesen in Verbindung mit ben( Seemannsstreik, dessen Verlängerung es für den' Lloyd zur Notwendigkeit machte, zur Sicherstes hing seines Dienstes fremde Arbeitskräfte heranzuziehen. ;
— Sozialdemokratisches Gaukelspiel. Witz seht die Sozialdemokratie mit ihrer Ver< elend» ngstheorie auf den Hund gekommen ist, ersieht man am besten daraus, daß bet „Vorwärts" sich krampfhaft und stetig abmühtz die Zahlen der Einkommensteuerstatistik so zch gruppieren, daß für die sozialdemokratisch« Parteidoktrin irgend ein Beweisstück heraus« kommt. Die Zahlenspielerei kann man dem sozialdemokratischen Zentralorgan umsomehr übet^
aus dem seine ganze Liebe, aber auch angstvolle Spannung leuchtet. „Was entgegnest Du auf jene nichtswürdigen Verleumdungen?"
„Nichts." .
„Wie—? Du verteidigst Dich nicht-?'-
»Nein." M
„Pia!!" ■ - -
Sie faßt seine Hände und blickt ihm tiehZn die Augen. |
„Rolf . . . Damals, als Du auf der An^ klagebank faßest, gabst Du Deine letzte Unters rebung mit dem Fürsten Torlonia nicht preis,* trotzdem Deine Freiheit, vielleicht Dein Sehen! auf dem Spiele stand. Du hattest Deine Gründ» dafür und handeltest, wie Du es für recht hieltest . . . Rolf, ich habe auch meine Gründe, zck schweigen. Willst Du mich hindern, mutig und tapfer das zu tun, was ich für recht erkenne?, Rein, nein und nochmals — nein!" j
Rolf schweigt. Finster blickt et vor sich hin.
„Sieh mich an, Geliebter!" fleht sie mit erhobenen Händen. „Glaube an mich! Vertraue mir. wie ich damals Dir vertraute! Wie ich an Dich glaubte, als Du auf der Anklagebank saßest! Sie mich an!" *
Und er blickt hinein in die klaren, glänzenden Augen, die ihm damals in seiner schweren Stunde Mut eingeflößt, die ihm seitdem stet» als strahlende Sterne auf seinem Lebensweg geleuchtet ... blickt hinein ... lange . . . lange ..
„Ich glaube und vertraue Dir, Pia!" sagt er einfach. jschä.
Doch sein Herz ist voll tiefet Trauer. "• '** j9» 20. '
„Haben Sie schon das Neueste gehört, Assunta?" 1:.
„Nee. Was denn?"
„Ihre schöne Fräulein Pia — die fetzige Frau Dr. Alfen — steckt hinter Schloß und Riegel!" 4, a. , • ~'
„Wie —? Wa-? Nee!"
sU »Doch. Hier in der Zeitung steht'»?"
; ^Fortsetztm§ folgt.)