Mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und
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Marburg
MittwoL. 24. Juli 1907.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlage Ioh. Lug. Koch, Universitäts-Buchdruckers • 42» Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon o5.
Eine Unterredung mit
dem Fürsten Bülow.
Seit einiger Zeit bereist ei» Mitarbeiter des ».Figaro", Jules Huret, Deutschland, und man dnuß zugeben, daß selten oder vielleicht nie aus französischer Feder bessere Schilderungen unserer politischen, geselligen, sozialen und sittlichen Zustände gegeben wurden, als von diesem ßeWk»A»n Franzose», Wenn auch alles das, »oas^Sv schreibt, sich gleichsam nur wie ein ge- schttffener Spiegel gibt, so trete» doch allerhand Falte» und Fältchen der deutschen Art, die wir zu übersehen geneigt sind, in dieser Widerspiegelung sehr belehrend hervor, so sehr, daß man zuweilen den Eindruck erhält, als ob unser Volk zu altern beginne. Und doch sieht dieser Franzose so sehr auf das jung gebliebene Herz her Nation, daß er selbst in der Schilderung der Nachtzeiten des deutschen Lebens immer wieder die urwüchsige; Gesundheit der deutschen Art plastisch herausarbeitet. Jetzt hat er auch den Reichskanzler in Norderney besucht, und dieser, der dem modernen Journalismus ja eine ungewöhnlich weitgehende Aufmerksamkeit zuwendet, hat sich nicht nur beeilt, ihn zum Diner zu laden, sondern ihn auch durch den Gesandten v. Flatow bereits am Nachmittage zu einem Spaziergangs auf der Düne bitte» lassen. Es erhöht den Wert dieses Berichtes nicht, daß die deutsche Uebersetzung im „Berliner Tageblatte" erschienen ist. Aber hieraus kann man schließlich dem Fürsten Bülow keinen Vorwurf machen. Für die Oeffeytttchkeit sagt auch der Bericht in allen Punkten nichts Neues. Insbesondere sind die Ansichten, die der Reichskanzler über die Sozialisten äußerte, hinreichend bekannt, und es klang wie eine Wiederholung lieber alter Reichs- ckagsweisen, daß er Herrn Bebel „tausendmal mehr Autokrat, als einen indischen Maharad- jah" nannte. Auch die Tatsache, daß der Fürst sich über unsere Beziehungen zu Frankreich äußerte, überrascht nicht: denn er würde wohl Herrn Huret nicht zu dem Spaziergange eingeladen haben, wenn dieser nicht auch auf das Gebiet der auswärtigen Politik sich erstrecken sollte. Die mitgeteilte Fornl des Berichts erinnert gleichfalls fo sehr an alte Kanzlerreden, daß Man fast an der Tatsache des Empfanges zwei- sfeln könnte, wenn nicht Name und Charakter sdes Herrn Huret für die gute Medergabs jbürgte. Der Reichskanzler sprach sich sehr befriedigt über die politischen Ergebnisse von Kiel aus.
■ >Lch setzte," meinte er, „den Beginn der zu «nterzeichnendcn Tötende auf Rechnung der Tatsache, daß schließlich die Völker nicht so verdreht sind, wie man glaubt. Und die Völker sind ja auch wie die Individuen: sie müssen sich kennen lernen, um sich zu achten und zu befreunden. Deshalb hat jede Unternehmung wie
die Ihrige meinen Beifall," fügte er liebenswürdig hinzu.
„Und glauben Sie, Exzellenz, daß diese Dä- tente zu einem Akkord oder zu einer Reihe von Akkorden zwischen den beiden Ländern führen kann?"
„Zuerst Dätente, darauf Entente," sagte er, indem er die beiden Dachshunde der Prinzestin betrachtete, die, nachdem sie sich herumgeneckt, gemeinsam vor uns hersprangen. „Nach einigen Jahren der Dätende wird di: Entente, wenn sie kommen soll, schon kommen. Frankreich gegenüber, das ein sehr. eindrucksfähiges Land ist, bedarf es sehr viel Takt, Mäßigung und Geduld. Die Zeit arbeitet für den Frieden. Aber es darf natürlich keine Zwischenfälle geben, die wieder alles in Frage stellen." Und er wiederholte nochmals mit einer Beharrlichkeit, die mir auffiel: „Es gehört dazu enorm viel Takt, viel Mäßigung und noch mehr Geduld."
„Diese marokkanische Frage," warf ich hin, „ist ein wahrer Herd von Zwischenfällen, wenn man nicht acht gibt. Und ich erzähle Ihnen nichts Neues, Exzellenz, wenn ich Ihnen sage, daß man bei uns fürchtet, Deutschland suche uns auf dieser Seite Schwierigkeiten zu bereiten."
„Sie können sicher sein," erwiderte der Kanzler, „daß wir Ihnen in Marokko weder Schwierigkeiten bereiten, noch Hindernisse in den Weg stellen werden. Wir werden dem Geiste der Algeciras-Akte treu bleiben. Sie Ihrerseits müssen offen und ohne Hintergedanken die Handelspolitik der „offenen Tür" verfolgen. „Open door“ wie die Engländer sagen. Deutschland verlangt von Ihnen nichts anderes."
,Mbt es, abgesehen von dieser marokkanischen Frage," begann Huret wieder, „nicht noch andere Punkte, über die Frairkreich und Deutschland sich verständigen könnten?"
„O gewiß," sagte Fürst Bülow. „Und die Konferenz von Algeciras ist ja am Ende der Beweis dafür, daß man sich mit Mäßigung und gutem Willen schließlich verständigen kann, ohne sich den Krieg zu erklären. Sie haben im Verlaufe Ihrer Reise konstatieren können, daß niemand bei uns Lust nach einem Kriege hat. In Frankreich übrigens auch nicht. Sie sind eben im Grunde das Land der gesunden Vernunft und des klaren Verstandes: Eie haben auch gesehen, daß der Franzose in Deutschland sehr gut empfangen wird, und daß man ihn mit Sympathie betrachtet."
„Das ist wahr," entgegnete ich, „und ich gebe es gern zu." „Und welches wären die Punkte, über die Frankreich sich mit Deutschland verständigen könnte?" fuhr Huret fort.
Der Reichskanzler antwortete: „Ich glaube, daß Frankreich und Deutschland auf dem ökonomischen Terrain mancherlei Gelegenheit haben, sich zu verständigen."
„Kennen Sie Herrn Cambon^
„Ja, ich habe ihn früher in Paris sehr gut gekannt. Er ist ein sehr gewandter, sehr kluger, sehr fähiger Mann. ' Seine Ernennung in Berlin ist sehr güt ausgenommen worden, und ich glaube, er ist mit den besten Absichten zu uns gekommen."
„Und Herr Pichon, der neue Minister des Aeußern — Sie kennen ihn nicht?"
„Nein, aber ich habe seine Reden gelesen. Jedesmal, wenn er Gelegenheit gehabt hat zu sprechen, hat er vortrefflich gesprochen."
Huret schien der Augenblick gekommen, um einige allgemeinere Fragen anzuschneiden. Er sagte zum Kanzler: „Viele Personen find der Meinung, daß ohne den geringsten Eingriff in die persönliche Gestaltung der Völker Europa eines Tages eine europäische Politik verfolgen wird, wo die freie Entfaltung jeder Nation nicht mehr Gefahr läuft, durch brutale Konflikte gehindert zu werden. Wäre es beispielsweise nicht wünschenswert, daß die bisher egoistische und abgeschlossene Kolonialbewegung von nun ab eine europäische, das heißt eine altruistische würde, von der jedes Volk nach Maßgabe seiner Mittel und ökonomischen Kräfte profitieren könnte? So würden die ersten wirklichen Bande zwischen den verschiedenen Nationen Europas entstehen. Wenn ein jeder mit gleichem Rechte zum anderen kommen könnte, so käme in diese freie Konkurrenz ein Element der Billigkeit und der Gerechtigkeit."
Das Gespräch lenkte sich dann auf die Kolonialpolitik, und damit zugleich auf die unverkennbar schwächste: .Seite des gegenwärtigen Kurses. Auch hier wieder mußten wir vernehme», daß Deutschland nicht daran denke, sich auszubreiten. Vorausgesetzt, daß auch dieser Teil "der Rede -des Reichskanzlers richtig wiedtzr- gegeben ist, wird man berechtigterweise die Frage aufwerfen muffen, ob diese Taktik bei den Franzosen und im übrigen Ausland den gewünschten Erfolg hat. Herr Huret ging dann einen Schritt weiter und versuchte den Fürsten auf das etwas sehr glatte Eis der „gelben Gefahr" zu locken. Fürst Bülow ist indessen ein viel zu vorsichtiger Mann, um ihm dahin zu folgen. Er meinte, daß „die Japaner zu kluge und ernsthafte Leute sind, um sich damit zu amüsieren, Europa zu bedrohen". Und als Herr Huret auf die Gefahr der militärischen Reorganisation Chinas hinwies, meinte Fürst Bülow lächelnd: „Ich sehe sie noch nicht in Angoulöme uckb nicht in Magdeburg." Das Gespräch hatte damit naturgemäß die Grenze dessen erreicht, was unter Leuten von gutem Geschmack zu fragen und zu antworten war. Wie gesagt, ist alles, was Herr Huret uns über den deutschen Reichskanzler erzählte, nichts neues. Aber es ist gewiß nützlich, daß er es seinen Franzosen erzählt hat, und daß dies in einer fo liebenswürdigen und launigen Weife geschehen ist.
Deutsches Reich.
— Wilhelm v. Kardorfs. Wie die »Schief, Ztg." mitteilt, ist vorgestern auf seinem Gute Nieder-Wabnitz in Schlesien der bekannte Par« lamentarier und Wirtschaftspolitiker Wilhelm v. Kardorff im Alter von fast 80 Jahren gestor«, ben. Seine parlamentarische Tätigkeit begann v. Kardorff im Jahre 1866, wo er in das Abgeordnetenhaus gewählt wurde. Mitglied de» Reichstags war er ohne Unterbrechung {eit dessen Bestehen bis zu seiner Auflösung im De« zember 1906. Bei der Neuwahl verzichtete er seines hohen Alters wegen auf Uebernahme des Reichstagsmandats. Im Abgeord ctenhause schloß er sich den Freikonservativen, im Reichstage der Deutschen Reichspartei an. Im Jahre 1875 gründete er zur Vertretung des Schutzzollsystems den „Zentralverein deutscher Industrieller". Durch seinen Tod, bemerkt die „Tgl. Rundschau", ist die politische Welt um eine ihrer prägnantesten Persönlichkeiten ätt et geworden, um einen ihrer tapfersten Streiter, der stets den Hieb für die beste Parade hleK.. Es wird ihm unvergessen bleiben, wie er in der Stunde, da di« Zolltarifnöte am höchsten wüten, entschloßen in die Bresche sprang und den gordischen Knoten mit dem berühmt gewordene» „Antrag Kardorff" durchhieb, der die Enbloc-Annahme der unzähligen Positionen des Tarifs forderte und damit dem fozialdemokratisch-Gotheinschen 06t struktionsgeschwätz ein Ende machte. Wohl hat ihm dieser kühne Handstreich, der ein nationale? Gesetzgebungswerk von größter Tragweite sicher unter Dach und Fach brachte, .-m fanatische» Haß und die wüstesten Beschimpfungen seitens d^r Sozialdemokratie eingetragen, die selbst nicht davor zurückschreckte, ihn einen „Strolch" lnnd mit ihm die Iöllschützparteien die „Rott« Kardorff" zu heißen, Ueberall dort aber, wo di« ehrliche politische Ueberzeugung vor der Persönlichkeit des Gegners Halt macht, hat — Lil in die freisinnigen Reihen hinein — der lauter« Charakter des Verstorbenen Achtung und warm« Anerkennung gefunden. Politisch bemühte sich von Kardorff möglichst in allen Fragen ein Schüler des Fürsten Bismarck zu fei», der ihm befreundet war. Zu seinem siebzigste» Geburtstage sandte ihm der Altreichskanzler „'m Rückblick auf unsere langjährige gemeinsame politische Tätigkeit" seine herzlichsten Glückwünsche.
— Zum Tode von Tiedemanns. Der am Sonnabend in Berlin verstorbene Wirkt. Geh. Rat. Exz. v. Tiedemann gehörte naturgemäß als Mitbegründer des Deutschen Ostmarkenvereins der schärferen Richtung in der preußischen Ostmarkenpolitik an. Beizeiten erkannte er di« Gefahren der Caprivischen Politik des sanften Flötenspiels und drängte auf energische Umkehr. Fürst Bismarck schätzte den feinen und festen Mann besonders hoch und berief ihn als ersten Kabinettschef in das Amt der Reichskanzlei. Im
89 (Nachdruck verboten.)^
Heimweh »ach Glück.
Roma» von Erich Friesen.
(Fortsetzung).
„ ,Angelina schlägt die Hände vor's Gesicht und sinkt in den Stuhl zurück, aus dem sie sich in ihrer Erregung erhoben.
„Armes Kind," murmelt Pia tief ergriffen, sanft über die goldigschimmernden Haarwellen streichend. „Armes, armes Kind!"
O, Pia!" fährt Angelina leise fort. „Was ich damals litt--- doch schweigen wir davon!
Das ist vorbei!" "
, Und jetzt ?" fragt Pia liebevoll.
Pall schlägt Angelina die großen braunen Auge» zu dem edle», über sie gebeugten Frauen- antlitz auf.
„Denkst Du, ich wäre hier, wenn ich jenes Gefühl nicht niedergekämpft hätte? Mit aller Gewalt, unter taufend Dualen; aber — es ist vorbei. Ich liebe Rolf wieder wie meinen Bruder und wünsche ihm alles Glück an Deiner Seite, Du Gute, Liebe, Edle!"
' Angelina versucht zu lächeln; aber dies Lächeln hat etwas Traurig-Wehmütiges, das Pia in die Seele schneidet. -
Beide schweigen.
E Dann sagt Angelina ruhiger:
»Einen große» Wunsch habe ich noch."'
T „Nun?"
„Du weißt doch, daß Rolf vor Jahren wcacn angeblichen Verdachtes des Giftmordes aus der Anklagebank saß?"
r, »Pia nickt.
" „Er ist ja freigesprochen!" erwidert sie mit seltsam tonloser Stimme.
ii .Za, freigefproche» Wegen Mangel an Beweisen! Etwas bleibt da stets hängen. Und ich will Rolfs Namen von dem Fleck reinigen,
der ihm anhaftet, indem ich den wahren Mörder ausfindig mache!"
Pia ist aufgesprungen. Ihre sonstige Ruhe und Ueberlegenheit hat sie ganz und gar verlassen.
„Wozu?" ruft sie bebend. „Die Sache ist längst vergessen. Laß sie begraben fein! Wozu Totes wieder ans Tageslicht zerren?"
Verwundert blicken Angelinas Augen auf die erregte Frau.
.Ja, hast Du kenn nicht denselben Wunsch wie ich, Pia?"
„Rein. Ich bitte Dich nur, die Sache ruhen zu lassen.«
Auch Angelina hat sich erhoben. Herzlich legt sie die Hand auf Pias Arm.
„Das geht nicht mehr, Pia."
7 „Warum nicht?"
‘ i* „Deine Bitte kommt zu spät!"
'7° „Zu spat? . . . Wieso?«
„Mein Vater hat bereits vor längerer Zeit einen der geschicktesten Detettios mit der Sache beauftragt."
„Großer Gott! . . . Und dieser Detektiv —«
„— schrieb dem Vater vor ein paar Wochen, er glaube dem Verbrechen auf der Spur zu sein. Was ist Dir, Pia? Du bist totenbleich! . . . Du zitterst! ... Ja, freust Du Dich denn nicht mit mit?“
Ja. ja —“ stammelt Pia mit verzagender ~ : „Ich freue mich — sehr . . . autzer-
v .t, ' : . . . Laß mich nur, Angelina! Laß mit : . . . Ein Schwindel überfiel mich so- cr-c - . Rufe niemand? ... Es geht schon
wie/.. — vorbei? ... Ja, bitte — ein Glas Wasil r, liebe Angelina!"
Doch Pia war ihr ganzes Leben lang gewöhnt, sich zu beherrschen.
So auch jetzt. *
s. Rach wenigen Minuten schon kehrt hie Farbe
in ihre totenbleich gewordenen Wangen zurück. Sie erklärt, ganz wohl zu sein.
Und Angelina läßt sich täusche». Sie ahnt nicht, daß fieberhafte Erregung dies blühende Inkarnat auf die Wangen zauberte, diese brennende Röte auf die Lippe», diese» strahlende» Glanz in die Auge».
Den ganzen Nachmittag über grübelt Pia ob sie .. . und auch die ganze Nacht. Still, fast bewegungslos liegt sie neben ihrem ruhig schlafenden Gatten, der sein Weib in süßem Schlummer wähnt, nicht ahnend, daß ihre Gedanken wie im Wirbel durcheinander gehe».
Als sie am nächsten Morgen müde und abge- mottet ihr Boudoir betritt, um sich von ihrer Zofe Rinetta frisieren zu lasten, überreicht ihr diese einen kleinen Schlüssel.
„Alfonso hat ihn mir gegeben. Er hätte ihn auf der Treppe gefunden," fügte Rinetta hinzu.
Rasch steckt Pia den Schlüstel zu sich. Sie begreift nicht, wie sie benfelben verlieren konnte, da sie ihn stets im Portemonnaie mit sich herumträgt. Doch entsinnt sie sich, daß sie gestern in ihrer Aufregung den Schlüstel in der Kommode hatte stecken lassen-
Wieder bemächtigt sich ihrer heftige Unruhe. Wie fatal, daß der Schlüstel sich — und sei es auch nur für wenige Minute» — in eines anderen Menschen Hände befinden konnte!
Unter einem Vorwand schickt sie die Zofe hinaus.
Dan» schließt sie hastig die Kommode auf und übersieht die in Reih und Glied aufaestellten Fläschchen, welche das von ihr selbst bereitete Elirier des Vaters enthalte».
Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben . . .
Nur sieben?
Pia glaubte sich ganz genau zu entsinnen, daß sie neun Fläfchchetk gefüllt hatte. Eines davon brachte sie vor etwa drei Wochen dem Vater.
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Wo ist das neunte? 1
Pias Unruhe wächst. ,
Nicht das umchuldiae Lächeln eines Kindes, nicht die Liebkosungen des Gatte», nickt Angelina« li->he"oNe Aufmerksamkeiten vermögen sie zu erheitern. '
Sie fühlt, daß iraenb etwas in der Lust schwebt, das ihr und ihrer Familie Glück plötz- lick zermalmen kann. ’
Am Nachmittag bringt ihr Rinetta eine» Brief.
„Bon Alfonso!" setzt das Mädchen abermals erklärend hinzu. -
„Du scheinst Dich ja her besondere» Gunst von Alfonso zu erfreuen, Ninetta," versucht Pia zu scherze», während sie den Bries öffnet.
„Hochgeehrte Frau Doktor?
Ich bedauere unendlich, daß ich durch unvor- gefebene Umstände gezwungen bin, sofort meinen Dienst z« verkästen. Meine Mutter ist plötzlich schwer erkrankt und verlangt nach mit. Selbstverständlich verzichte ich unter diesen Umständen auf meinen Lohn. 1
Mit vorzüglicher Hochachtung Ihr ganz ergebener Diener
Ernesto Alfonso."
Unangenehm berührt wartet Via die Rückkehr ihres Mannes von einem Patienten ab, um ihm sofort den Brief zu zeigen. j
Rolf lieft ihn mehrere Male durch.
Dann sagt er ernst:
„Ich bin froh, daß der Mensch aus dem Haus« ist. Er war mir immer unheimlich. Ob dies hier —" er deutet auf den Bries *- saht ist oder nicht, bleibt gleichgültig. Er ist fort -* basta!“
Kein Wort fällt mehr über den merkwürdigen Dienet. Ein Nachfolger wirb engagiert*- und alles geht feinen gewohnten Gang.
t '(Fortsetzung fo!gt]^7/