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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchkaiul

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Marburg

Sormtag, 21. Juli 1907.

Erscheint wöchentlich sicbm mal.

Druck und Verlag' Joh. Ang. Koch, Universitäts-Buchdritckeret 42. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon ao.

Zweites Blatt.

Rückblick.

Eine zur Sommerzeit ungewöhnliche Fülle von Fragen beschäftigt gegenwärtig die politische Presse. Noch immer dauern die Beratungen der Haager.- ^Friedenskonferenz fort. Mit ernster Sachlichkeit-: und unerschütterlichem Gleichmuts widme«. jiH die braven Delegierten aller Herren Länder der Erörterung jener schwierigen Pro­bleme, an deren Verwirklichung iin Ernste kein wirklicher Kenner der politischen Verhältnisse der Gegenwart glaubt, zumal jetzt, wo sich der englische Premierminister Campbell-Banner­mann ganz offen über die Aussichtslosigkeit des Abrüstungsantrages ausgesprochen hat. Als einzige wirkliche Errungenschaft der Beratungen im Haag könnte die Aufstellung und hoffentlich arrch praktische Durchführung gewisser Normen gelten, durch welche die moderne Kriegsführung eine notwendige Milderung erfahren soll. Allein man must immer bedenken, dast sich in Friedens- zciten am grünen Tisch über derartige Fragen anscheinend ganz sachlich debattieren lästt, wäh­rend die rauhe Wirklichkeit die meisten hochwei- feu Beschlüsse derFriedensräte" unbeachtet lassen dürfte. Ein lehrreiches Beispiel hierfür ist die Tatsache, dast während der Haager Tag­ung die Pariser Presse in offenbar renommisti- scher Absicht das Loblied der französischen Kriegsluftschiffe anstimmt, die berufen sein sollen, im Zukunftskriege eins bedeutsame Rolle zu spielen. Auch auf deutscher Seite hat man diesem Probleme vermehrte Aufmerksamkeit zu­gewendet, ohne jedoch ähnliche Triumphge­sänge anzustimmen, wie die sensationslüsternen Herren in Paris. Diese haben allerdings ein grostes Interesse daran, durch die Luftschlösser der Kriegslustschiffe das französische Prestige wiederherzustellen, das durch die den Tatsachen wohl ziemlich entsprechenden Nachrichten über die Meutereien französischer Truppenteile an- lästlich der Bewegung in Südsrankreich und über sonstige Unzulänglichkeiten bezw. offenbare An­zeichen von Disziplinlosigkeit und Verfall in der republikanischen Armee gelitten hat. Dies um­somehr, als sich la belle France auch außerhalb der blau-weiß-roten Erenzpfähle eine offenbare Schlappe insofern geholt hat, als seine vertrag- slich zugesicherte bevorrechtigte Stellung im alten Pharaonenlande von John Bull, dem tatsäch­lichen Beherrscher des khedivischen Reiches ver­wünscht wenig respektiert wird, was wiederum ein merkwürdiges Streiflicht auf das anglo- franzöftfche Einvernehmen wirft. Denn nach dieser offenkundigen Mißachtung der zweifels-

Marburger

Studenten - Erinnerungen.

Von L. Müller. lF-rstetznag.) _ Ein zerstreuter Professor.

Ein zerstreuter Professor war R. Gocklenius d. Ä. Er war ein sehr guter Lateiner und mußte deshalb zuweilen dem Landgraf Vortrag halten. Wie die Annalen berichten, lehrte der Professor Rudolf Gocklenius von 15891628 flit der Landesunivcrsität und wohnte auf der Hofstadt im jetzigen Güntherschen Hause. Er war ein Sonderling, aber ein bedeutender Ge­lehrter: während seiner l-ljährigen Amtstätig­keit soll er mehr als 600 Studierenden den Ma­gisterhut aufgesetzt haben. So war er einst zur Landgräflichen Tafel gezogen, als der Landgraf demjenigen der Gäste den vor ihm stehenden goldenen Becher als Geschettk versprach, welcher einen Trinkspruch auf den Landgrafen, desien Gemahlin, den Prinzen und die Prinzessinnen in einem einzigen Herameter ausbrächte.Tn Domini Dominae, Naii Natäeque sälutem, sagte der Professor, nahm den Becher, trank ihn aus und steckte ihn von Rechts wegen in die Tasche, lieber eine solche Reise nach Castel bc- j lehrt uns folgendes Gedicht: !

Einst ein Professor wollte reisen

Hier von der Lahn zum Fuldastrand: Nach Cassel reiste er zu Zeiten, Das kam, weil er Latein verstand.

Der Landgraf Moritz, der Gelehrte, Sprach ja so gern mit ihm Latein, Die Sprache, die er hoch verehrte, -'ic er gebrauchte fir und rein.

Der Landgraf hat ihn drum beschrcoen 7*. STacij Cassel jetzt, und alsobald, Noch nicht war Krieg, cs herrschte Frieden, Rftt er. den Säbel um geschnallt.

ohne berechtigten französischen Wünsche betr. der Schulen im Nillande und der französischen Be­amten in ägyptischen Diensten gewinnt es fast den Anschein, als ob John Bull andere Anschau­ungen über den Bündniswert der französischen Marianne bekommen habe, sodaß er es nicht mehr für nötig erachtet, ihr zärtliche Liebes­worte zu sagen, sondern sie im Befehlshabertone zur Gefolgschaft auffordern zu können glaubt.

Angesichts dieses ungleichen Verhältnisses der Zweibundsgenossen macht die Erneue­rung desDreibundes, über die wir schon berichtet haben, einen bedeutend zuverlässigeren Eindruck. Zwar sind die Ansichten über den der­zeitigen Wert des Dreibundes besonders im Hin­blick auf die in letzter Zeit von italienischer Seite geäußerten Sondergelüste geteilt, indessen gewinnt es jetzt erfreulicherweise den Anschein, als ob jene Neigung zu Seitensprüngen Italiens nur eine vorübergehende Folge einer gewissen Trübung des Einvernehmens zwischen Oester- reich-Ungarn und Italien gewesen sei, die nun­mehr durch den Besuch des Freiherrn v. Aehren- thal bei. Tittoni und durch di« Audienz beider Minister beim König Viktor Emanuel vollstän­dig behoben worden ist. Wie von österreichischen Diplomaten erklärt wird, hat insbesondere die llnterrednung des Königs von Italien mit Aehrenthal auf den österreichischen Minister einen tiefen Eindruck gemacht. Der Letztere habe dadurch die Ueberzeugung gewonnen, daß der König und die italienische Regierung von den aufrichtigen Wünschen beseelt sind, dem Drei­bunde mit allen Kräften zu dienen. Insbeson­dere seien Erklärungen abgegeben worden, daß für alle Eventualitäten der Zukunft zwischen Italien und Oesterreich volle Einigung bestehe. Das Programm sei die Erhaltung des status quo. Letztere Abmachung scheint sich vornehm­lich auf die Verhältnisse der Balkanhalbinsel zu beziehen, welche verschiedenen früheren Meld­ungen nach die eigentliche Ursache der Verstimm- und zwischen Wien Und Rom gewesen sein sollen. Nach den getroffenen Vereinbarungen wäre der von verschiedener Seite schon mehrfach totgesagte Dreibund abermals und zwar bis zum Jahre 1914 verlängert und damit das vom Fürsten Bismarck errichtete große Monument des Friedens im Herzen Europas neubefestigt. Hoffen wir, daß die habsburgische Doppelmon­archie sowohl, wie das Königreich Italien sich fürderhin des Bündnisses mit dem deutschen Reiche würdiger zeigen wird, als dies in den letzten Jahre» geschehen ist, vor allem auch in Hinblick auf die Sanierung ihrer inneren Ver­hältnisse und auf die davon abhängige Entwicke­lung ihrer Machtmittel zu Lande und zu Wasier.

Daß in dieser Beziehung bei beiden Drei- bundsgenossen manches faul ist, bis auf den heu-

Eocklenius" schrieb sich der Gelehrte, Obgleich sein VaterGockel hieß, Darum, weil jeder den mehr ehrte, Der auf Latein sich nennen ließ. '

Gocklenius nun Hub an zu reiten Ganz hübsch von Marburgs Thorn an, Das Rößlein sah man langsam schreiten, Es kannte seinen Reitersmann.

Der Frühling lachte reich an Wonne, Das Herz quoll auf in der Natur, Erfreut vom Licht der lieben Sonne Hings Äug' am grünen Walde mir.

Gocklenius hat das nichts geachtet, Ihn kümmerte kein Fuchs und Has, Hat weder Berg noch Tal betrachtet, Er nahm ein Buch und las und las.

Als sich ins Buch vertieft der Reiter, Sein Rößlein war ja auch nicht dumm, 7 Da stands auf einmal, ging nicht weiter. Er merkt nicht, daß sein Tier dreht um. S

Des Abends bei dem Vesperschalle

Hielt's Pferd, der Reiter weiß nicht wie, Zu Marburg vor dem Pserdestalle, Von wo er morgens wegritt früh.

Ja, Mancher hat zu hoch geladen.

Dann gchts mit ihm ein wenig schief, Drum hüte Dich und laß Dir raten: Guck in das Buch nicht allzutief!"

(Aus Marburgs Vorzeit. Diethmar.)

Studentischer Aufzug im Jahr« 1790

: in Marburg.

Bei der Anwesenheit des Landgrafen Wil­helm IX. in Marburg fand im Frühjahr 1790 folgende akademische Festlichkeit sta>tt. Nahe an dritthalb Hundert der hiestegen Studenten ver­einigten sich zu diesem Zwecke und teilten sich nach verschiedenen Landsmannschaften, welche dem Landesvater eine Nachtmusik brachten.

tigen Tag, das haben nicht allein die Nationali- tätenkämpfe in Oesterreich und die Absonde­rungsbestrebungen der Magyaren bewiesen, durch welche die Kraft der Doppelmonarchie an­dauernd geschwächt wird, sondern auch die in einem gesunden Staatswesen ganz unglaub­lichen Vorkommnisse, die in Italien zur Verhaf­tung des ehemaligen Ministers Rasi und des früheren Kabinettchefs Lombards geführt haben. Nasij der zweimal Minister war ist, wie aus Rom gemeldet wurde, ebenso wie Lombards unter der Anklage der Urkundenfälschung und fortgesetzter Unterschlagungen im Amte ver­haftet worden. Die Verhaftung Nasis wegen gemeiner Verfehlungen hat insofern auch eine politische Bedeutung, als dieser selbe Nasi, der in seiner Heimat Trapani auf Sizilien ein­st i m m i g zum Abgeordneten gewählt worden \ift, vor Monaten im Mittelpunkte einet Kund­gebung stand, bei der von einer aufrührerischen Menge die italienische Fahne eingezogen, das Staatswappen auf der Präfektur zertrümmert und die Büste des Königs durch die Büste Nasis ersetzt, wurde Der Tatkraft des Ministerpräsi­denten Giolitti ist es nunmehr gelungen, diesen 'Volkshelden unschädlich zu machen, allein jene Vorfälle geben doch zu denken und lasten, wenn man daraus weitere Schlüsse zieht, besonders im Hinblick auf das vielfach verrottete italienische Beamtentum den Vündniswert Italiens in zweifelhaftem Lichte erscheinen.

Als äußerstgeristene" Politiker zeigen sich auch jetzt wieder die gelbhäutigenPreußen des fernen Ostens, die Japaner. Sie verstehen es gründlich, andere von sich reden zu machen und auch selber von sich zu reden. Eine hübsche Probe hiervon haben sie jetzt in Berlin ge- Kt. Wie schon gestern mitgeteilt wurde, ist

)n dem japanischen Generale Nischi ein Bankett veranstaltet worden, dem verschiedene japanische und deutsche Offiziere beiwohnten und bei dem General Nischi in begeisterten Worten den Gefühlen des Dankes Ausdruck ver­lieh, welchen dieJapsen ihren deutschen Lehr­meistern auf dem Gebiete der Kriegskunst schul­den. Diese tiefempfundene Danksagung aber erscheint bei näherer Prüfung nur als ein ge­schickter Vorwand, um mit Nachdruck auf das scharfe japanische Schwert" hinzuweisen, das jeden Augenblick zum Dreinhauen erhoben wer­den kann, sobald es der Tokioter Regierung be­liebt. Man geht wohl nicht fehl, wenn man jenen von der Presse aller Großmächte wieder- gegebenen Berliner Trinkspruch des japanischen Generals in gewissen Zusammenhang bringt mit den Vorgängen, die fich jetzt in Korea und in der Südsee abspielten. Jedenfalls ist der Hinweis auf das scharfe japanische Schwert ein ganz ge­eignetes Mittel, sich in Respekt zu setzen, wenn

Ser, Hanauer, Unterhessen, Frankfurter, urger und Siegener, Oberhessen, Zwei­brücker, Ungarn, Polen und Westfülinger, deren Ordnung durch das Loos bestimmt war, teilten sich in zwei Hauptzüge. Der erste Zug wurde durch den Erbgrafen Friedrich von Wittgenstein angeführt, der seine Regimentsuniform trug. Alle übrigen Anführer und Beschließer hatten rote, schwarz ausgeschlagene Uniform mit gol­denen Epouletten nebst weißen Federbüschen und Kokarden auf den Hüten, welche bei den Hesten blau und rot waren. Die Adjutanten waren blau gekleidet mit roten Aufschlägen und Kragen, übrigens mit den nämlichen Unter­scheidungszeichen. Die Marschälle trugen breite Schärpen von rotem und blauem Bande mit Sijberfrauzen. Vom jungen Grafen von Wftt- genstein wurde dem Fürsten ein von L. W. Justi gemachtes Gedicht, welches in blauem Atlas ge­bunden und auf einem rotsammten Kissen ge­tragen wurde, überreicht. Abends um 9 Uhr versammelten sich die Studenten am Barfüßer- tor an der Reitbahn, von wo der Zug über den Markt nach dem Dörnberger Hof ging (Stern­warte), wo Se. Durchlaucht Absteigequartier genommen hatten. Dieses geschah unter Pauken und Trompetenschall und dem Scheine einiger Hundert Wachsfackeln, mit einer Ordnung, die unseren akademischen Bürgern alle Ehre machte. Alles war feierlich und der Würde des Gegen­standes angemesten, den jeder Marburger Ein­wohner mit froher Teilnahme empfand. Tags darauf besuchte Se. Durchlaucht den botani,iqen Garten und das neu erbaute Gewächshaus (da­mals hinter der alten Anatomie gelegen), ver­fügten sich in den großen akademischen Hörsaal, wo von Hofrat Jung-Stilling vor einer hoch- ansehnlichen Versammlung eine Rede gehalten wurde. Mittags um 12 Uhr wurde der ganze akademische Senat zur Aufwartung vorgelasten.

man auf Unternehmungen ausgeht, die bew Widerspruch anderer Mächte herausforder» könnten. Was die koreanische Angelegenheit anlangt, so offenbarte sich schon seit geraumer Zeit das Bestreben Japans demKaiserreich- Korea, das bekanntlich seit 1905 auf Grund eines zwilchen Japan und Rußland geschlosse- nen Vertrages unter japanischer Suzeränität steht, ganz in seine Gewalt zu bringen. Kein Wunder, daß dem bejahrten Kaiser Pi Höng, dem 34. Herrscher der seit dem Jahre 1392 in Korea regierenden Dynastie um sein Thrönchrn angst und bange wurde, sodaß er sich in seiner Verzweiflung dazu entschloß, sich an die Haager Konferenz zu wenden. Allein, wie vorauszu­sehen war, vermochten sich dieFriedenspro­pheten im Haag nicht für das Schicksal der koreanischen Kaisertums zu interessieren und der unbedachte Schritt Pi Höngs hat diesen nur noch dicker in die Tinte gebracht und Japan, als dem Suzerän Koreas ein Recht gegeben einzu­schreiten.

So ist den der eifrige Marquis Ito in Söul erschienen und hat dem armen Pi Hong ordent­lich den Marsch gemacht, sodaß sich dieser, an allem verzweifelnd entschloß abzudanken und das, was die Japaner von koreanischer Kai­serherrlichkeit übrig lasten, dem Kronprinzen zu übertragen. Diese Entwickelung war ja voraus­zusehen und wird außer den Mächten, welche etwa von früher vertragliche Rechte in Korea besitzen, kaum jemanden aufregen.

Anders aber liegt der Fall bei der Meldung, die aus Amsterdam eingelaufen ist. Nach dieser soll Japan versuchen, mit Hülfe Frankreichs (!) die Holländer zu veranlassen, ihm eine kleine Insel des malayischen Archipels, womöglich in der Sundastraße gegen eine gewisse Entschädig­ung abzutreten. D. h. soviel, als daß die Japaner einen Flottenstützpunkt im Südwesten der Phi­lippinen haben möchten, falls es einmal zu einem Kriege mit den Vereinigten Staaten kom­men sollte. Diese Nachricht erhält dadurch einen Anschein von Glaubwürdigkeit, daß drei japa­nische Kriegsschiffe vor Batavia, der Hauptstadt des niederländisch-indischen Kolonialreiches an­gekommen sind. Daß Japan mit Gewalt Er­füllung seines Wunsches fordern wird, ist ja wohl kaum anzunehmen, durch gütliches Zu­reden aber wird sich ganz gewiß Holland nicht zur Hergabe auch nur des kleinsten Eilandes an Japan bewegen lassen: denn das würde den An­fang vom Ende der holländischen Kolonialmacht bedeuten. Aber auch wenn jenes Projekt nicht zur Ausführung gelangt, so ist die Kühnheit der japanischen Bestrebungen doch ein Zeichen dafür, daß die europäischen Mächte noch auf manchs Ueberraschung seitens der unternehmungslusti­gen Jnselmongolen gefaßt fein mästen.

Der Empfang des Königs von Schweden durch die Marburger Studenten.

Nachdem bekannt wurde, daß im August 1731 der König Friedrich von Schweden und Land­graf von Hesten in Marburg eintreffen würden, versammelten sich früh um 8 Uhr die sämt­lichen Studenten auf einem großen ebenen Platz, vor dem Stadttor gelegen (dem Kämpf- Rasen), und formierten daselbst ein ansehnliches Korps zu Pferde. Die Rangordnung, welche dieselben beobachteten, gab dem ganzen Korps ein schönes Ansehen,, und ist diese Kavalkade so prächtig gewesen als wohl auf keiner Universi­tät geieben wurde. Da man in Marburg die nötige Musik nicht hatte, trug man Sorge, eines ansehnlichen Korps Trompeter und Pauker hab­haft zu werden. Man sandte deshalb eine De­putation zu in Abt von Fulda, daß dieser den Studenten die Hofpauker und Trompeter nach Marburg schicke, welchem Verlangen er ent­sprach. Die Zugordnung vom Elisabethentor nach Schönstadt war folgende: Zuerst ritt C. W. Braun, Sind. Francus, hinter ihm 4 Studenten, welche die Pauker und Trompeter anführten. Dann kamen die beiden Oratores, welchen die Bewillkommensrede an Se. Majestät aufge­tragen war. Diesen folgte das ganze Korps paarweise bis auf die Höhe vor Schönstadt, wo man den König erwartete. Sobald man den Landesherrn erblickte, ließen sich die Pauker und Trompeter hören und die Redner stiegen vom Pferde. Der König ließ die Kutsche halten und der Redner, Baron von Sahr, hielt zur Be­grüßung eine ausbündig schöne Rede. Der König fand Gefallen an des Orators Geschicklich­keit und schenkte demselben eine goldene Me­daille. Er gab hierauf den Befehl, daß das ganze Korps an feiner Karosse vorbei reiten solle, welchem die Studenten mit grober Freude nachkamen. Unter Trompeten- und Paukenschall ging der Zug nach Marburg, wo er unter drei­maliger Lösung der Festungsgeschütze und dem Geläute der Glocken ankam. (Forts, folgt.)