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nien Togo und Kamerun, ist als Leiter Ethnoraphifchen Museums in München in Ruhestand getreten.

Eine Disziplinaruntersuchung gegen

blätter melden, ernannte die staatswissenschaft- liche Fakultät der Universität München den Staatssekretär des Reichsschatzamtes Frhr. von Stengel anläßlich seines 70. Geburtstages zum Ehrendoktor.

v. Lindequijt, der Unterstaatssekretär im Reichskolonialamt, hat nach amtlicher telegra-

tischen Würdenträgern begrüßt zu werden.

Frhr. v. Stengel zum

nannt. München, 18. Juli.

phischer Mitteilung aus Windhuk die Leitung der Geschäfte des Gouvernements von Deutsch- Südwestafrika am 4. d. M. nochmals übernom­men.

Dr. Max Büchner, der Gründer der Kolo-

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Mortfetzung).

17.

Finänzminister erklärte, daß er zur Deckung der für den Etat auf 1808 in Aussicht zu nehmen­den Mehrausgaben eine Erweiterung der preu- sischen Einkommensteuer als nötig erachte, wurde ihm im Abgeordnetenhause wiedersprochen. Der Widerspruch ist von einigen Abgeordneten neuer­dings in einigen Organen wiederholt worden. Daß die preußischen Finanzen in Unordnung ge­raten würden, wenn die zu erwartenden Mehr­ausgaben an sich herankommeir lassen würde, ohne irgend eine Maßnahme zu treffen, wird überall zugegeben. Die Gegner der Anschauung des Finanzministers wünschen sie nicht nur auf dem Steuergebiet ergriffen zu sehen, sondern im Etat selbst. Sie meinen, daß es zweckmäßig, ja unter den jetzigen Verhältnissen notwendig sei, gewisse Ausgaben, namentlich in der Eisenbahn- verwaltung, die nach den in letzter Zeit be­folgten Grundsätzen durch die laufenden Ein­nahmen gedeckt werden, wieder auf die Anleihe zu übernehme». Dadurch würden im ordentlichen Etat genug Geldmittel frei, um die zu erwar­tenden Mehrausgaben zu decken. Man wird zu- geben müssen, so wird uns geschrieben, daß dieses Mittel außerordentlich bequem ist, ob es aber bekömmlich für die preußischen Finanzen ist, ist eine andere Frage. Zunächst ist es überhaupt vom Uebsl, von finanzpolitischen Grundsätzen abzugehen, die einmal als richtig erkannt sind. Nichtige Grundsätze sind doch nicht dazu da, um

Erscheint wöchentlich beben mal.

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UmvechtärS-Buchbruckerä 42. Jahkg- Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Deutsches Reich.

Der Kaiserbesuch in England. Der Besuch Kaiser Wilhelms II. und der Kaiserin Auguste Viktoria am britischen Hofe, der in der zweiten Hälfte des November stattfinden soll, wird, wie man derN. Ges. Korr." aus London meldet, einen durcharrs offiziellen und feierlichen Cha­rakter tragen, also nicht nur sozusagen den einer Familien-Visite". Das deutsche Kaiserpaar wird mehrere Tage lang Gast des Königs Eduard VII. und der Königin Alexandra im Schlosse Windsor sein und sich vor dort aus an einem noch unbestimmten Tage nach London be­geben, um in der City nach altem ehrwürdigen Brauche vom Lord Mayor und den übrigen städ-

Regierüngsrat Martin. Berlin, 18. Juli. DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Wie wir hören, wurde gegen den Regierungsrat Martin im Kaiserlichen Statistischen Amt das förmliche Disziplinarverfahren eingeleitet. Der Eröffnungsbeschluß gründet sich darauf, daß Martin sich in der Presse über seine dienstlichen Vorgesetzten, insbesondere über den Grafen Po- sad<"^sky in einer mit der Amtsdisziplin unver- e.!il)"r' Weise geäußert hat, daß eine von ihm an den Reichskanzler gerichtete Eingabe, die sich auf einen ihm vor zwei Jahren erteilten Ver­weis bezog, in der Presse auszugsweise ver- öffentUcht wurde, und daß er ferner eine von sei­nem direkten Vorgesetzten erforderte Auskunft über die Urheberschaft von Preßangriffen auf den Grafen Posadowsky mit Bemerkungen ab­lehnte, die gegen die Amlsdisziplin verstoßen. Gleichzeitig wurde Martin vorläufig von seinem Amte enthoben.

Hälfte im letzten Jahre und außerdem ist die durchschnittliche Größe der angebotenen Güter ständig gesunken: von 478 ha im Jahre 1902 auf 278 ha im Jahre 1906. Das steigende Ange­bot bäuerlicher Besitzungen vermag für diesen Rückgang aus den angedeuteten Gründen keinen Ersatz zu bieten.

So erschwert sich mehr und mehr die Grün­dung leistungsfähiger Gemeinden, für die eine Größe von 600 ha das Erundmaß bildet. Es kommt hinzu, daß ein fortschreitende Auskauf deutscher Eroßrundbesitzer durch die Kmumission auch mit Rücksicht auf die Vertretung-- des Deutschtums auf den Kreistagen nicht unbedenk­lich ist: es liegt die Möglichkeit vor, daß die Ma­joritäten dort überall an den e-inischen Groß­grundbesitz übergehen würden. Auch abgesehen von den Schwierigkeiten, welche die ungesunde Preissteigerung dem Landerwerb bereitet, er­hebt sich also in. immer drohenderer Gestalt die Gefahr, daß in absehbarer Zeit geeignetes Sied­lungsgebiet überhaupt nicht mehr zu haben sein wird, und damit eine erfolgreiche Fortsetzung der Ansiedlungstätigkeit, die erst eine wirklich dauernde Wirkung verbürgen würde, in Frage gestellt ist. Dieser Gefahr durch entsprechende Maßnahmen vorzubeugen ist eine Pflicht der nationalen Selbsterhaltung, der sich der preu­ßische Staat nicht wird entziehen können.

Marburg

Sonnabend, 20. Juli 1907.

Zum Kampfe um den Boden der Osünarken.

Man schreibt uns: Am 28. Januar 1886 warf der Reichskanzler Fürst Bismarck im preußischen :Wgeordnetenhause die Frage auf, ob Preußen jtn seinem und des Reiches Interesse nicht unter. ^Umständen in der Lage fein könnte 100 Millio­nten Taler auszugeben, um den polnischen Adel jin den.Ostprovinzen zu expropiieren. Das klinge Mngeheucrlich, aber wenn für Eisenbahnen, sSiraßen usw. expropiiert werde, warum solle dann nicht unter Umständen ein Staat, um seine /Sicherheit für die Zukunft zu erkaufen und die /Unruhe los zu werde», zu diesem Mittel grei- jjen? So ungeheuerlich, wie es auf den ersten ,Mlick erscheine, sei das nicht. Aber im jetzigen ^Augenblicke beabsichtige die Regierung nicht so weit zu gehen.

I Also schon Fürst Bismarck hat die Möglichkeit 'eines Eingriffs in die Eigentumsverhältnisse /-es polnischen Adels ins Auge gefaßt und nahm pon einer ernsten Erwägung entsprechender Maßregel nur Abstand, weil sie ihm damals Dicht nötig erschienen. Inzwischen haben sich dis Verhältnisse von Grund aus geändert. Es ist Ibekannt, daß die Ansiedelungskommission zur planmäßigen Erfüllung ihrer Aufgaben auf die ^Erwerbung größerer Landkomplexe angewiesen sjisr, denn nur die Gründung geschlossener, lei­stungsfähiger und möglichst miteinander im Zu­sammenhang stehender Gemeinden vermag eine gedeihliche Entwicklung der inneren Kolonisa­tion in nationaler wie in wirtschaftlicher Be­ziehung zu gewährleisten. War der Kommission -daher von vornherein durch die engbegrenzte 'Möglichkeit der Verwertung von Domänen und sonstigen Domänen- und forstfiskalischen Grund­stücken, durch den Fortfall dSs landwirtschaftlich Dicht nutzbaren Bodens und der ständig sich ver- Mehrenden Fideikommisse in der Auswahl ge­eigneter Kaufobjekte beschränkt, so befand sie sich int Anfänge ihrer Tätigkeit doch einem star­ken Eüterangebot auch aus polnischer Hand ge­genüber. Dieses polnische Giiterangebot hat trotz -er außerordentlich großen Ausdehnung des Großgrundbesitzes in den Ansiedlungsprovinzen -mmer mehr nachgelassen und neuerdings fast ganz aufgehört, so daß nahezu ausschließlich der deutsche Grundbesitz für den Ankauf in Betracht Jammt. Die angebotene Güterfläche fiel von 226 000 ha im Jahre 1902 ayf weniger als die

lRachvruck verboten.)/

Heimweh nach Glück.

immer mehr zu. Kaum ist er im Stande, all den an ihn gestellten Anforderungen gerecht zu wer­den. Als im vorigen Jahre der alte dirigierende Arzt des St. Pietro-Hospitals starb, trug man Dr. Alfen die einflußreiche Stelle an. Er jedoch schlug sie aus; sie hätte ihn zu sehr in seiner Privatpraxis behindert.

Das St. Josefs-Heim besitzt seit Pias Ver­heiratung eine andere Oberin. Doch allwöchent­lich begibt Pia sich nach demPalazzo", wie das Haus noch immer in der Umgebung heißt, und auch Dr. Rolf Alfen entzieht der von ihm ge­gründeten Wohlfahrtsanstalt nicht feinen ärzt­lichen Rat, obgleich ein anderer Arzt dort schal­tet und waltet.

Inmitten einer bestimmten Klasse von Men­schen der neapolitanischen Gesellschaft wird Rolfs Name mit besonderer Verehrung genannt.

Es sind dies dieverschämten Armen", die eines guten Arztes bedürfen, die j^ioch zu stolz sind, direkt zum Armenarzt zu laufen. Ihnen steht Rolf mit Rat unb Tat in umfassendster Weise bei, und manch trauernde Witwe, manch arme Mutter denkt mit Tränen der Dankbarkeit an den berühmten Arzt, der ihren Lieblingen die Gesundheit wiedergegeben, ohne ihrem schwindsüchtigen Portemonnaie das letzte bischen Lebenslicht auszublasen.

Trotz dieser echt menschenfreundlichen Hand­lungen. die ihm oft das verwunderte Achsel­zucken feiner Kollegen eintragen, vergrößert sich das Einkommen des berühmten Chirurgen mehr und mehr. Die vornehmsten neapolitanische» Familien gehören zu seine» Patienten, und von weit her kommen die Reichen angefahren, um sich unter seiner geschickten Hand einer Operation zu unterziehen.

Und fast jede Operation glückt ihm. Züm Dr. Alsen gehen und gesund werden das ge-. hört im Volksmund bald so ziemlich zusammen.

; i In derVilla Fortuna" drunten am Kai am Anfang des Posilipo trifft sich ganz Neapel alles, was die Stadt an Schönheit, Geist, Reich­tum, vornehmen Namen und Titel aufzuweisen hak. Die kleinen ästhetischen Tees bei Frau Dr.

Wie in der weiten Sandöde der ungeheuren Wüste hier und da eine erfrischende Oase auf­glänzt mit hohen, int Winde schwankenden Pat- -men und saftgrünem Gebüsch so kommt auch her müde Lebenspilger einmal auf seinem dor­nenvollen Stiege an eine Oase der Ruhe und des Friedens, in der er aufatmet von den Mühen und Strapazen des Daseins.

. lieber zwei Jahre sind vergangen, seit Pia Lambo sich vor deut Altar der kleinen St. Jo- fesskirche dem Manne ihrer Wahl zu eigen gege­benbis daß der Tod euch scheidet".

i Zwei Jahrs waren es des herrlichste», selig­sten Glücks, in denen die Liebe der beiden zu einander von Tag zu Tag erstarkte und sich festigte und mit unlösbaren Fäden ihre Herzen verknüpften.

Es ist, als ob das Glück, das sich bisher diesen beiden jungen Menschenkindern stets ferngehal­ten, nun durch doppeltes Ausschütten seines Füllhorns auf ihr vereintes Leben alle frühere Vernachlässigung wieder güt machen will.

Pia Alsen ist Mutter eines reizenden Kna­be», dzr die blonden Haare des Vaters und die tiefschwarzen Augen der Mutter besitzt.

Sie selbst erblüht schöner, denn je zuvor. Das Glück hat alles Strenge und Herbe aus ihren edlen Zügen weggewischt und eine süße Weich­heit und Milde darüber gehaucht. Nicht mehr blicken die großen Augen, traurig und voll banger Sehnsucht in die Welt hinein; aus ihren sammetweichen Tiefen leuchtet hellster, klarster Sonnenschein.

Hielt man Pia im St. Pietro-Hospital für älter, als sie damals war, so spricht man jetzt von ihr, da sie sich bereits den Dreißigern nähert, nur als von derjungen' Frau Doktor".

. Rolls Aniehen als geschickter Chirurg nimmt

Nur bei der Kunde von ihrer Verlobung hatte er lebhaft, fast triumphierend gerufen:

Den willst Du heiraten? ... Na, gut!

Dann bin ich sicher." '

Tiefen Schmerz empfand Pia über die Teil­nahmslosigkeit. mit der ihr Vater die Nachricht _ von dem Ereignis entgegennahm, das momen ton ihr ganzes Glück ausmachte. 4

Ein Kind erwartest Du? ... So? . . Wenn Du aber dabei sterben solltest w<L dann? Wer bringt mir dann mein Elixier?'

Und als sie ihm spater die Freudenbotschaf- von der Geburt eines kleinen Sohnes brachte, b< brummte er gleichgültig: !

Ein Junge? . . . Hm . . . Na, besser alt ein Mädchen! Die Frauen haben auf diese! Welt zu viel zu leiden! ... Aber noch besse^ ist es, gar nicht geboren zu fein!"

In begreiflicher Aufwallung über dies scheinbare Herzlosigkeit bat Pia den Vater ut Erlaubnis, von nun an seltener kommen $ dürfen.

Aber da war der alte Mann wütend auf gefahren.

So? ... Deinen armen unglücklich« Vater willst Du über Bord schmeißen? War hat er denn noch auf bet Welt als sein Kink und fein Elixier?" !

Damit brach er in krampfhaftes Weinen aus» das den ganzen gebrechlichen Körper erschütterte Und Pia brauchte lange Zeit, um den furchtbar Erregten zu beruhigen. -

Von nun an kam ihr nie wieder der Es, danke, an dem betreffenden Tage des Monatck wegzubleiben. Es könnte des Vaters Tod sein.

Ein Insasse derVilla Fortuna" teilt di» allgemeine Liebe und Verehrung für die schöne' Herrin des Hauses nicht. Und dieser eine ist Nero, die große englische Dogge. i

Als Rolf vor zwei Jahren das Heim für sich «nd sein Weib einrichtete, bat er sich als spe- zielles Geschenk von seinem Onkel in Capri de»

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Alsen erhalten bald eine gewisse Berühmtheit, und man drängt sich förmlich dazu, einer Ein­ladung gewürdigt zu werden.

Pia selbst macht sich nicht viel aus den: leb­haften gesellschaftlichen Verkehr; die Huldigun­gen und die Bewunderung, die man ihr allent­halben zu Füßen legt, sind ihr ziemlich gleich­gültig.

Aber Rolf hatte im Anfang ihrer Ehe ge­äußert, sie sei wie geschaffen dazu, eine hervor­ragende Stellung in der vornehmen neapoli­tanischen Gesellschaft einzunehmen.

So fügt sie sich mit Freuden, ihm, dem teuren (Satten zuliebe.

Inmitten der vielen Verpflichtungen jeder Art, umstrahlt vom Sonnenschein ihres Glückes, haben die beiden fast vergessen, daß noch vor wenigen Jahren ein Schatten ihren Lebensweg verdunkelte.

Die erste Zeit empfand Pia noch hier und da eine geheime Angst, jenes unheimliche Ge­spenst, das fast entschwunden, könne wieder heraufbeschworen werden. Auch hatte ihr Gatte sie einmal nach ihren Eltern gefragt, worauf sie zögernd entgegnete, beide seien tot.

Doch bald schwand auch jene letzte Befürcht­ung. Wenn sie nicht allmonatlich ihren unglück­lichen Vater in der Irrenanstalt zu besuchen gezwungen gewesen wäre sie hätte in ihrem Glück das furchtbare Geheimnis fast vergessen, das einen Menschen unter die Erde, einen an­deren auf die Anklagebank, den dritten ins Jrreichaus gebracht hatte.

Diese kurzen Besuche in Castellamare sind für beide Teile wenig erfreulich.

Der alte Mann beachtet dabei kaum seine Tochter, sondern nur bas Elixier, das sie ihm bringt, und Pia empfindet jedesmal schmerz­licher, wie der noch immer geliebte Vater kör­perlich und geistig gleich einem Schatten von dieser Erde hinweg in ein unbekanntes Land -hinübergleitet.

: Zuerst versuchte Ma, den Baker für ihr Glück, iyre Häuslichkeit, ihre Bestrebungen jjtt interessieren. Vergebens. - ' t

aufgegeben, sondern um beibehalten zu werbe». Man hat ja im Reiche gesehen, wohin ma» schließlich gelangt, wenn man eine Finanzpolitik bet Grundsatzlosigkeit betreibt. Sodann wird! I zu bedenken sein, daß die unmittelbaren Folgens für die preußischen Finanzen bei einer starken Erweiterung der Anleihen recht mißlich sein würden. Es ist hier nicht bloß an die Erhöhung bet in jeben Etat einzustellenden Zinsenlast zu denken, der Staatskredit würde verschlechtert, die Staatsschuldverschreibungen, die sich schon gegenwärtig aus den verschiedensten Ursachen keines hohen Kurses zu erfreuen haben, würden noch weiter sinken. Der von den Gegnern des Finanzministers vorgeschlagene Weg ist also be­quem, aber recht nachteilig, und bei einer sol­che» Sachlage wirb doch schließlich auch die Frage« aufgeworfen werden müssen, wie denn bas 93er=j hältnis der Leistungsfähigkeit der Steuerzahler! zu einer Aevdetung der Einkommenbesteuerung s steht. Man wird nicht behaupten wollen, daß« die Leistungsfähigkeit im allgemeinen zurückge­gangen ist, das Gegenteil ist notorisch. Alf», daß von diesem Gesichtspunkte aus sich eine na«, türlich aus die tatsächlichen Verhältnisse Rück­sicht nehmende Einkommensteueränderung nicht verbietet, ist sicher. Wenn nun aber dem so ist, und andererseits das einzige sonst vorgeschlagene Mittel zur Verschlechterung der Finanzen unb damit zur Schwächung des Rückgrates des Staa­tes führt, so dürste wohl den Politikern der Vorzug zu geben fein, die zwar das unbequeme Abhilfemittel wählen, aber auch den preußischen Finanzen auch die gesunde Unterlage, die fi< bisher gehabt haben, erhalten wollen.

Tschechische Anmaßung. Die Alldeutschen Blätter bringen ein interessantes Dokument tschechischer Unduldsamkeit zur allgemeinen Kenntnis. Es handelt sich um die Antwort auf eine Auskunfteinholung, die ein Herr aus Bergedorf an den $?agiftrat der Stadt Pilsen gerrdjtet hakte. Diese Auskunft ist von dem zu­ständigen Magistratsbeamten in .deutscher Sprache gegeben. Dann ist sie aber vermutlich von einem Vorgesetzten, der denrein tschechi­schen" Namen Richter führt, angehalten, im deutschen Text mit einem Zettel überklebt unb in tschechischer Sprache auf diesem erledigt. Hält man das Blatt ans Licht, so kann man den deut­schen Text lesen, ein Glück für den Anfrager, da es postalische tschechische Auskunftsstellen bis­her im Deutschen Reich noch nicht gibt unb die deutsche Allgemeinbildung in Nordeutschlanb leider auch noch nicht bis zur allgemeinen Kenntnis der Sprache des großen Prokop unb des heiligen Nepomuk vertieft ist.

Japanische Studenten in Deutschland. Das japanische Unterrichtsministerium hat einen Jahresbericht über bas Erziehungswesen in Japan herausgegeben. Mit diesem Bericht be­schäftigt sich dieJapan Daily Mail" und schließt

Vierteljährlicher Bezugspreiri bet ver Exprdmon 2 Wk., Tw» bei allen Postämtern 2,25 Mk. lexcl. Bestellgeld).

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Reclamen: die Zeile 30 V-st.