Einzelbild herunterladen
 
  

I

Francisco, Preß" schreibt:

i l

jtnB, daß von Ausgrabungen, die auf Privat- grundstücken stattfinden, sofort dem Königlichen Museum Anzeige zu machen ist. Von etwaigen Versuchen Ausgrabungen vorzunehmen, ist mir von den Ortsbehörden sofort unter genauer Be­zeichnung der betr. Grundstücke Anzeige zu ma- chen.Marburg und Kirchhain, den 12. Juli 1907. Die Königlichen Landräte: v. Negelein. Frhr. Schenck zu Cchweinsberg.

)( Bo« ZSgerbataillon. Am 21. August wird das Bataillon zum Truppenübungsplatz Senne befördert, um dort drei Tage Gefechtsübungen abzuhalten, vom 26.30. August nimmt das Ba­taillon dann am Brigade-Exerzieren der 43. Jn- fanteriebrigade teil und am 31. August erfolgt die Rückfahrt in die Garnison. Am 7. September fährt das Bataillon dann ins Manöver. Es nimmt zunächst am Brigade-Exerzieren der 44. Jnfanteriebrigade bis zum 14. September teil und vom 16.20. September beteiligt es sich am Divifionsmanöver in der Hersfelder und Vachaer Gegend. Am 29. September erfolgt die Rück' .

)( Schulferien. Die diesjährigen Sommer­ferien an den hiesigen Schulen beginnen Sonn­abend, den 20. Juli, um 9 Uhr und dauern vier Wochen und den darauffolgenden Montag. Der Unterricht nimmt wieder seinen Anfang am Dienstag, den 20. August.

* Personalveränderungen im Bezirk der Kai­serlichen Ober-Postdirektion in Caffel. Verliehen wurde der TitelPostsekretär": dem Ober-Posi- assisten*en Kesper in Frankenbcrg, dem Postver­walter Göbel in Wetter. Versetzt sind: Post­asfistent Heukrath von Cassel nach Marburg, der Postverwalter Lichau von Frankershausen nach Zimmersrode, der Postsekretär Raabe von Zim- mersrode nach Niederaula.

* Stettin Frauenbildvi.g - -

Abt. Marburg. Wir machen auf den Mittwoch, den 17. Juli, 8 Uhr in der Fachschule stattnn- denden Vortrag nebst anschließender Diskussion über die Frauenfrage auch an dieser Stelle auf­merksam. Der Abend dürfte auch für die sich für die englische Literatur Interessierenden viel Anregendes und Neues bringen.

* O. H. T. B. Wegen der üppigen Flora und den längeren Tagen im Monat Juli ist die Tour nach dem Vogelsberg vom 22. Sep­tember auf nächsten Sonntag den 21. Juli und die Reife nach dem schönen Rhein und seinen Seitentälern in die Frühtrauben-Ernte verlegt worden. Um rechtzeitig die Wanderung über die Vogelsberger Höhen anzutreten, rejsen die Teilnehmer schon Samstag Abend nach Schotten und übernachten im Klubhaus auf dem Hohen- rodskopf (772 Mir.) Anmeldungen bei Herrn Runkel bis zum Donnerstag Abend erbeten. Frisch auf'.«

)(llnglücksfall. Am Maröacherweg fiel gestern Abend ein iy2 Jahre altes Kind an einer steilen Stelle in den Bach. Ein vorübergehender Stu­dent eilte schnell hinzu und brachte das Kind außer Gefahr.

)( Zur Beachtung. Es ist eine immer wieder zu beobachtende Tatsache, wie leicht durch weg­geworfene Obstkerne Unglück entstehen kann. Und wir versäumen nicht, immer wieder darauf aufmerksam zu machen, weil die lästige Ange­wohnheit, Obstkerne auf die für das Publikum bestimmten Gehsteige unsinnigerweise zu werfen, nur durch immerwiederkehrende Voraugenfüh­rung der daraus entstehenden Mißfolgen abge­schafft werden kann.

)( Weibliche Ausreißer. Gestern Abend ent­fernten sich zwei Bewohnerinnen des hiesigen Versorgungshauses unter Mitnahme ihnen nicht gehörender Gelder. Die Verfolgung, welche drei Kameradinnen unter Führung einer Schwester auf die Ausreißer im Walde bei Dreyersquelle unternahmen, blieb erfolglos. Eine der beiden Damen" soll in Begleitung eines Herrn in dem betr. Walde gesehen worden sein.

S. V.Castle" meldet, daß sie beim Kabel Jau- tang außerhalb der Dreißigmeilengrenze an der sibirischen Küste von den Offizieren des rus­sischen KanonenbootsMandschur" nach Be­schlagnahme der Schiffspapiere den Befehl er­halten habe, sich außerhalb der Dreißigmeilen- grenzs zu halten unter Androhung der Beschlag­nahme im Falle der Nichtbefolgung. Drei an­deren amerikanischen Fahrzeugen ist es ebenso ergangen. Das Staatsdepartement wurde von diesen Vorgängen unterrichtet und wird die An­gelegenheit voraussichtlich weiter verfolgen.

Erledigter Zwischenfall. Washington, 15. Juli. Die beiden in Kalifornien unter dem Verdachte der Spionage verhafteten Japaner find wieder freigelaffen worden, da sich nichts Strafbares gegen sie ergeben hat.

Ein Bombenanschlag am goldenen Horn. Konstantinopel, 14. Juli. In Penikeny fand am Sonntag nachts 10 Uhr in der Straße, in welcher das von der amerikanischen Botschaft bewohnte Sommerpalais liegt, eine Bomben­explosion statt, ohne materiellen Schaden anzu­richten. Vier Mädchen wurden leicht verletzt. Die Täter sind noch nicht ermittelt. Die öster­reichisch-ungarische Botschaft ist nur einige hun­dert Schritts von dem Tatorte entfernt.

Cin Aufstand auf den Reuen Hebriden. Sidney, 14. Juli. In einigen Teilen der Reuen Hebriden herrscht große Erregung. Wie gemeldet wird, kam es zu einem Zusammenstöße zwischen Eingeborenen und einer vomKreuzer Cambian" entsandten Strafexpedition, die für die Ermordung von Europäern Rache nehmen soll. Ein Seesoldat ist von den Eingeborenen, die zum Teil mit Flinten bewaffnet, gelötet wor­den, ein anderer wurde verwundet.

Japan und Korea. Tokio, 15. Juli. Der Minister des Auswärtigen Vicomte Hayafhi begab sich heute inkognito nach Söul.

)-( Windecken, 15. Juli. Bei dem hier abge­haltenen Eefangswettstreit des Gesangvereins Liederkranz errangen den 1. Preis in Klaffe I a mit 182 Punkten Germania-Kelsterbach, in Klaffe II a mit 215 Punkten Konkordia-Darm­stadt, in Klaffe III a mit 190 Punkten Männer­quartett Biebrich, in Klaffe I b mit 207 Punkten Frosinn-Ditzenbach, in Klasse II b mit 168 Punk­ten Männerquartett Lich.

Treysa, 15. Juli. Die hiesige israelitische Gemeinde hat den Einheitssatz der Alterszulage für ihren Lehrer einstimmig von 150 31 auf 170 <tt erhöht. Vom 1. August ab werden auf dem hiesigen neuen Bahnhofe außer den Zügen der zu eröffnenden Hersfeider Bahn 9 Züge der Main-Weser-Bahn und zwar 4 in der Richtung nach Marburg und 5 in der Richtung nach Caffel halten.

Ausland.

Behrenthal und Tittoni. D e s i o, 15. Juli. Die Minister Tittoni und Aehrenthal unternahmen heute Vormittag eine Spazier­fahrt im Park der Villa Tittonis, um 11 Uhr Haien die beiden Minister eine Besprechung mit einander. Rom, 15. Juli. DieAgenzia Stefani" veröffentlicht folgende aus Desto da­tierte Rote vom 15. Juli: In der Unterredung, die heute Vormittag zwischen dem österreichffch- ungarischen Minister des Auswärtigen, Frei­herrn von Aehrenthal. und dem italienischen Minister des Auswärtigen, Tittoni, stattgefun­den hat, sind die Gefühle sehr herzlicher Freund­schaft zum Ausdruck gebracht und bestätigt wor­den, die infolge des Bündnisses der beiden Re­gierungen die beiden Länder vereinigen. Die Prüfung der allgemeinen europäischen Lage, so­wie all' der verschiedenen Fragen, die für Oester­reich-Ungarn und Italien besonders Interesse haben, gestattete beiden Ministern, mit gegen­seitiger Genugtuung ihr vollkommenes Einver­nehmen festzustellen. Dieses Einvernehmen, dessen Grundlage immer das Prinzip des Gleich­gewichts, die Aufrechterhaltung des Status qno bleibt, bezieht sich nicht nur auf die Gegen­wart, sondern auch auf alle Eventuali­täten der Zukunft.

Russisch-amerikanischer Zwischenfall. San

Juli. DieAssociated amerikanische Schunerbark

1870/71 und die zweite in Ostafien im Jabre 1900. Die Zahl der Feldpostsendungen ist in­folge der Verminderung der Truppen in Süd­west schon erheblich zurückgegangen. Es ist zu erwarten, daß mit dem Aufhören der Feldpost in Deutsch-Südwestafrika am 1. Oktober für die dort verbleibenden Truppen dieselben Portover­günstigungen eingeführt werden, wie sie jetzt im Verkehr mit den Besatzungen unserer Kiegs- schiffe in ausländischen Gewässern mit den Trup­pen in Kiautschou und den Angehörigen der ost- asiatischen Besatzung in Geltung sind.

- Der Eesamtverlust der Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika. Die vom großen Gene­ralstab herausgegebene amtliche Verlustliste der südwestafrikanischen Echutztruppe verzeichnet mit Einrechnung der Vermißten für die Zeit von 1904 bis 1907 die erschreckende Zahl von 1491 Toten (96 Offiziere und 1396 sonstige Mann­schaften). Dazu kommen noch 907 Verwundete (89 Offiziere und 818 Mannschaften), an den Folgen der Verwundungen gestorben sind 5 Offi­ziere, 5 Oberveterinäre und 44 Mann. An Krankheiten gestorben sind 26 Offiziere und 663 Mannschaften. Vom 25. Oktober 1903 (Bondel- zwartserhebung) bis zum 8. Februar 1907 haben insgesamt 295 Gefechte stattgefunden, und zwar 88 gegen die Hereros und 207 gegen die Hotten­totten. Das ist das Blutopfer für Südwestafrika. War es unvermeidlich, wird es Früchte tragen, die seinen Schmerz vergessen machen?

Gewicht fällt und ins Geld läuft, geht, wie die Frkf. Ztg." schreibt, aus folgendem hervor. Der Reichstag hatte in letzter Stunde in die Haus­haltungsliste noch dis Frage nach der Religion eingesetzt: deren Aufnahme machte die Ein­fügung einer Spalte von nur 8 mm Breite nötig, bei den vierseitigen Drucksachen also eine Verbreiterung der Formulare um 16 mm. Diese Kleinigkeit bedeutete für Preußen im ganzen einen Mehrverbrauch an Papier von 12 699 Kg. und Mehrkosten allein für das Papier von rund 4317 31. Die Versendung an die einzelnen Kreisbehördcn und an die Gemeinden mit 5000 und mehr Einwohnern wurde vom Königlich Preussischen Statistischen Landesamte, das dazu besondere Mietsräume benutzte, unmittelbar be­wirkt. Es mußten jedem Empfänger von jeder Drucksache im Voraus berechnete oder durch Rach­forderung erbetene Mengen übermittelt werden. Dadurch erschwerte sich derDruck, da die Druckerei von feder Art der Formulare täglich eine be­stimmte Menge im ganzen täglich rund 2 3W000 Blätter zu je 2 Seiten zu liefern hatte. Der Druck der Hauvtmaffe, d. h. ohne den durch Rachforderunaen später nötig gewor­denen Mebrdruck, bat 26 Tage gedauert. Die V---'endnng gina vom fünften Tage des Druckes neben diesem ber. wurde aber durch die Er­ledigung von Nachforderungen, die noch bis zum lebten Tag eineineen, länser svseedeh«t: in den lebten acht Tagen vor der Zählung wurden in etwa 8<X) Teleorammen Zäblpaxiere in 6635

Postpaketen und 164 Brieffendun- g n verschickt, un^ außerdem e^chtensn in den Taeen vor der Zäblunq noch 111 Boten in der Ve^endeftelle, um für Berlin oder die Nachbar­ort ausgegsnaene Zäblvaviere xti ergänzen. Di- Kosten für Druck. Papier, Kisten und Ver­sendung der-loaviere hoben in Preußen rund 2-rioct . <t h-traoen.

Ins Kolonialamt berufen. B e r l i n, 15. Juli. Der Afrikaforscher Schillings, der schon kürzlich durch die Verleihung des Pro- fessorcn-Titels ausgezeichnet wurde, ist als Hilfsarbeiter ins Kolonialamt berufen worden.

Besprechungen zwilchen deutschen und österrcrck-isch-ungsrischen Vertretern über die neee Eisenbabnverkehrsordnnna. Die deutsche Regierung bereitet schon seit längerer Zeit eine voMändigc Umarbeitung der Eisenbahnver- kebrsordnung vor, die den gegenwärtiaen Ver- kebr«bedürfnissen vielfach nicht mehr ent- svricht. Da bisher auf die Uebereinstimmung der deutschen Verkehrsordnung mit dem öster- reichisch-vnoarikchen Eisenbabnbetriebsreglement nicht nur wegen der lebbasten Verkehrsbezieh- unaen zwischen den hierbei beteiligten Staaten, sondern auch aus dem Gesichtspunkte Wert ge­lebt worden ist, weil sich diese als wichtige Grundlage für die Fortbildung des internatio­nalen Transportrechtes bewährt hat. wurde sei­tens der deutschen Regierung dem Wunsche Aus­druck gegeben, es möoe behufs Aufrechterhaltung der weiteren Uebereinstimmung des beiderseiti­gen Reglements noch vor der endgültigen Fest­stellung des Entwurfes der neuen deutschen Ver­kehrsordnung in dieser Angelegenheit eine Be­sprechung zwischen den Delegierten des Deutschen Reiches, Oesterreichs und Ungarns stattfinden. Die Regierungen Oesterreichs und Ungarns find, wie aus Wien berichtet wird, auf diese An­regung bereitwillig einqegangen. Die gemein­schaftlichen Besprechungen mit den deutschen De­legierten, an denen seitens der österreichischen Regierung Vertreter des Eisenbahn-, Handsls- v.nd Justizministeriums teilnehmen werden, sol­len Ende dieses Monats beginnen. Die­sen Besprechungen werden Vorberatungen zwi­schen den Vertretern Oesterreichs und Ungarns Vorbeigehen, in denen über die Details der Stellungnahme zu dem Entwurf der neuen deut­schen Berkehrsordnung Beschluß gefaßt wird. Auf der Grundlage dieser Besprechungen wird der Entwurf des neuen Eisenbahnbetriebsreale- ments fertiggestellt, der zunächst dem zur Mit­wirkung bei der Revision dieses Reglements be­stellten SsnLerkusßchuß des Staatseisenbahn­rates MI Begutacktuna vsrgclegt wird.

HunderjShrige Gedenkfeiern. Außer Kol- berg, Pillau, Silberberg haben Sonntag auch Kofel und Eraudenz die Erinnerung an die vor hundert Jahren erfolgte Befreiung von den Franzosen feierlich begangen. In K o s e l legte bei der Enthüllung eines Gedenksteines der Flügeladjutant Major von Reumann - Kofel einen Kranz des Kaisers nieder. In Erau­denz wurde auf dem berühmten Festungsberge von den Bewohnern der Stadt und des Kreises Eraudenz ein Denkmal für die Verteidigung der Stadt im Jahre 1807 unter sehr zahlreicher Be­teiligung der Behörden, Vereine und der Garni­son enthüllt. Dem Festatte wohnten der kom­mandierende General von Braunschweig, Ober- präfidialrat v. Liebermann, Regierungspräsi­dent Dr. Schilling und acht Mitglieder der Fa­milie v. Courbiere bei. Die Festrede hielt der Kommandant der Festung Eraudenz von Fal­kenstein.

Strafverfahren gegen den Eutwruder der Ker«-Lriefe. B e r 1 i n, 15. Juli. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat gegen den ehemaligen Bureau beamten des Flottenvereins Oskar Janke, der die Briefe des Generals Keim gestohlen ha­ben soll, die Anklage auf schweren Diebstahl er­hoben. Sämtliche ExpÄitionsbeamte desBay­rischen Kuriers" sollen in den nächsten Tagen in dieser Angelegenheit vernommen werden.

Zurückweisung abenteuerlicher Gerüchte. München, 15. Juli. Zu den seit einigen Ta­gen umgehenden abenteuerlichen Gerüchten über Soldatenmißhandlungen in Augsburg teilt das Garnisonkommando mit, die angeblichen Miß­handlungen seien auf Verletzungen von Infan­teristen zurückzusühren, die diese unter sich selbst durch Unvorsichtigkeit zugezogen hätten.

Die dritte deutsche Feldpost wird voraus- pchtlich mit dem Ende des Monats September ßu besteheu aufhören. Eie wird dann nicht we­niger als 3% Jahre in Tätigkeit gewesen sei», peit langer al, die erste deutle Feldpost

Marburg und Umgnzend.

(Nachdruck aller Originalartikrt ist gemäß § Del Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe .Oberheff. Ztg" gestattet)'

Marburg, 16. Juli.

)( Hünengräber-Ausgrabungen. Im heuti­gen Kreisblatt wird folgendes veröffentlicht:

Der Dr. phil. Willi Bergmann, Dozent für Zoologie und Geologie an der Humboldt-Aka­demie in Berlin, beabsichtigt in der Nähe von Marburg auf Gemeinde- und Privatgrundstücken Hügelgräber auszugraben. Um diese Ausgra­bungen möglichst zu verhindern, mache ich die Gemeindebehörden darauf aufmerksam, daß 1. auf Gemeindebesitze Ausgrabungen nur mit schriftlich ?ingeholter Genehmigung Königlicher Regierung statthaft find, 2. daß Funde von Aus- arabungen auf Privatgrundftücken als Alter­tumsfunde im Sinne der laiÄesherrlichen Ver­fügung »M Dezember iV$0 zu betrachten

Wirtschaftskammer eröffnete die so Überaus reich beschickte Maschincnausstellung. Alsdann er­folgte ein Rundgang durch die Ausstellung, welche landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, Düngemittel, Futterartikel, Wagen und Ge­schirre in außcrordcnthlich großer Anzahl auf- wies. Um 11 Uhr versammelten sich die Fest­teilnehmer im .Hessischen Hof" zur Generalver­sammlung des Vereinsausschusses der Landwirt­schaftskammer. Herr Rittergutsbesitzer v. Stock­hausen eröffnete die Versammlung. Herr Dr. Sprenger (Cassel) behandelte das Thema: Ueber Maßnahmen zur Hebung der, Rindvieh­zucht" und nach einer kurzen Pause sprach Herr Direktor Lautemann (Marburg) überDie Elektrizität im Dienste der Landwirtschaft". Als Ort für die nächste Wanderversammlung wurde Hanau festgesetzt. Mit dieser General­versammlung ist zugleich die alljährliche große Vezirkstierschau verbunden. 1

Gelnhausen, 13. Juli. Weil ihm sein Vater kein Fahrrad kaufte, erhängte sich in Marjoß ein 15jähriger Junge. * 1

Sand, 12. Juli. Auf recht tragische,Weis« verunglückte der Landwirt Georg Rudolf von hier. Rudolf hatte die Absicht, auf dem Felde Kartoffeln zu häufeln. Am Ausgang des Dor­fes bat er einen hiesigen Einwohner, den Schrei/ ner Vechtel, er möge ihm, da er schon steif sei, das Bein heben, damit et sich das Pferd setzen könne. Rudolf empfand nach dem oalls Schmerzen, brachte es aber fertig, dennoch seinen Weg fortzusetzen und auch einige Reihen -rar- tosfeln zu häufeln. Da die Schmerzen Zunahmen, mußtet seine Arbeit einstellen und sich nach Haute begeben. Am anderen Morgen wurde der Arit oeBefi. Rudolf war noch vollständig ber Besinnung und erzählte dem Arzt den Hergang seines Falles wortgetreu. Als der Arzt zu eine? ll'te^uchuna des Verunglückten sckreiten wollte gab er seinen Geist auf. Heute findet die ge- ricktliche Obduktion der Leiche statt.. Wie be- ka'int wird, so R. bei dem Falle einige Rippen gebrochen haben, von denen eine in die Lung« drang, sodaß R. an Verblutung gestorben ist. ,

6. Hanau, 15. Juli. Ein hessischer Gelehrtem ein vorzüglicher Forscher aus dem Gebiete bei Altertumskunde ist hier geworben, nämlich eei Eymnasialoberlehrer a. D. PrcheWr Dr. Reinst Euchicr. Geboren am 23. ^uh 183 tn Kaiu finfpn besuckte er später das Gymnagum tn itJti HTrSS uni. Selin und M 1846 als Lehrer an das Gymnasium in Hanaw an dem er 33 Jahre wirkte. Seine Vorliebe f«i die Altertumsforschung brachte ihn baw tt) nähere Beziehung zum Gesckicbtsverein,, dcffey Vorsitz er 1889 übernahm. Als der EesÄrchis, verein 1894 sein SOjühriges Belieben feierte, c 4 nannte er Suchtet zum Ehrenmitgliede. Als de, nun Verstorbene im März 1898 seiii 50iäyrige!l Doktorjubiläum beging, verlieh ihm der Kultus Minister den Professortitel, die philosophische Fa kultät der Universität Marburg erneuerte ihm sein Diplom und gedachte dabei nut warme Anerkennung insbesondere seiner durch besondere Zuverlässigkeit ausgezeichneren Forschungen auf dem Gebiete der Hanau- ischcn Landesgeschichte. Von 25 größeren Set* öffentlichungen Dr. Suchiers waren nicht wem» oir als 17 der hanauischen Geschichte gewidmet. Die letzte größere Veröffentlichung war betitelt Die Münzen der Grafen von Hanau und bu< dete die Jubiläumsgabc des Geschichtsoereinq zur Neustadt-Jubelfeier.

Heppenheim, 13. Juli. Ein dreijährige-, Kind wurde von einem Automobil üb erfahren und sofort getötet. Die Namen der Automobi­listen konnten nicht festgestellt werden.

Drausfeld, 14. Juli. Ein Ehemann, der ziem­lich stark unter dem Pantoffel steht und gleich­zeitig ein großer Hundeliebhaber ist,, kauft« jüngst bei einem Besuche in Göttingen ein Paar ganz junge Hunde. Da er es nicht wagte, ft« nach Hause zu bringen, bevor sic sich gervtssg jugendliche Unarten abgewohnt, gab er sie einem Hundehändlers zur Pflege und Erziehung. Als er wenige Taoe darauf nach Haufe kam, fänd e» feine Frau über Hals und Kopf, damit beschäf­tigt, Vorbereitungen zum Verlassen des Hauses zu treffen, und eine Scheidungsklage gegen ihn anzuftrengen. Den Grund ihres seltsamen Be­nehmens bildete ein Telegramm des Huilde- häiidlers an ihren Mann, das vor wenigen Stunden eingelaufsn und in folgenden Aus­drücken abgcfaßt war:Die herzigen Klemen befinden sich kehr wohl und sehen prächtig aus- Schicken Sie Geld zu ihrer Verpflegung.

Vom Rhein, 14. Juli. Di« vorige Wochq brachte Kamp eine Einahme der -errfchen- ernte von rund 45 0000 3i; di- ganze Einnahme wird auf 65 000 M angesctzt und das bei emer guten Mittelernte. Man sieht, nicht die Menge der Kirschen bringt das Geld, sondern vor allem der Preisstand. Der Preis pro Pfund betrug, durchschnittlich 2535 -j.

Trier, 15. Juli. DieTrierische Zeitung* meldet: In der Nähe des Ortes Enkirch brach gestern Nachmittag 4V» Uhr Eroßzeuer aus, wel­ches sich rasch verbreitete und 17 Haufer, dar­unter einige Koloniegebäude, sowie Erntevor­räte einäkcherte, weshalb die Löscharbeiten nur langsame Fortschritte machten. Die Baulich­keiten sind zum Teil, die Erntcsorrate gar nicht versichert.

Saarbrücken, 15. Juli. (Amlich.) Geyern Abend 7 Uhr 10 Minuten ist der Eilzug Saar-. brücken-Trier in der Nähe des Mettlachertun- nels mit allen Achsen entgleist, sodaß beide Ee- leise gestört sind. Die Ursache liegt vermutlich in der Nichtbeachtung des Langsamfahrsignals., Der Personen- und Eeväckverkehr wird durch, ländliche Fuhrwerke aufrecht erhalten. $te Wiederaufnahme des Betriebes auf einem Ge­leise ist heute Nachmittag zu erwarten.

Zeitz, 15. Juli. Heute Mittag bemerkte man in der neuerbauten Kolonade des Schützenhauses einen Gasgeruch. Als der Wirt Jffland darauf aufmerksam gemacht wurde, suchte er mit einem Streichholz nach dem Ursprung, darauf Aiotgtc' eine furchtbare Explosion, welche die ganze Halle in Trümmer legte. Jffland wurde tätlich,^ ein Maler, der in dem Raum» arbeitete, leichter verletzt.

Hches-Nassau wrd Nachbargebrete.

Lasses, 14. Juli. Während der gestrigen Felddienstübung des hiesigen Husarenregiments entlud sich der Karabiner des Husaren Thier. Der Schuß drang Thier in den Hals und ver­letzte ihn tätlich.

Altmorschen, 11. Juli. Verschiedene Sträf­linge aus Breitenau, welche auf der Domäne Haydau arbeiteten, fanden gestern zur Nachtzeit Gelegenheit, aus dem Schlafraum zu entweichen. Sie gingen zu den Eipsbrüchen (bei Heinebach) und vertauschten dort ihrs Sträflingskleider mit den Kleidern der Arbeiter, welche sie in einer Arbeitsbude vorfanden. Bis jetzt hat man die Ausreißer noch nicht festnehmen können.

Melsungen, 13. Juli. Gestern Morgen trafen die Vertreter der Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Caffel ein, und zwar die Herren Rittergutsbesitzer Maertens, General­sekretär Oekonomierat Eerland, Syndikus Dr. Staehly, sowie die Herren Reg.-Rat Lucke als Vertreter des Herrn Regierungspräsidenten und Landrat Dr. Osius, als Vertreter des Herrn LäUdeshauptmanns. Der Vorsitzende der Land-