mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und
Sonntaasbeilaae: Älluktrirtes LonntaaZbsatt. w VHIIh
Zweites Blatt
Weizen
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Königshofen i. Er., 6. Juli. Der 18jährige Arbeiter des Sägewerks Sulzdorf a. L. verunglückte beim Stammbolzabladen dadurch, daß ihm von den ins Rollen gekommenen Stämmen
Marburg inib Umgegend.
(Nachdruck aller Orlginalartikct ist gemäß § 16 del Urheberrecht- nur mit der deutlichen Quellenangabe .Oberhcff. Ztg." gestattet)
Marburg, 10. Juli.
Marburg
Donnerstag. 11. Juli 1907.
Altenderne, der am 21. März d. I. den Bergmann Runfe nach einem Zechgelage ohne jeden Anlaß überfallen und 24 Mal mit einem Messer in den Kopf und Leib gestochen hatte, wegen Totschlags zu 10 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. — In der vergan- genen Nacht haben hier bis jetzt noch nicht ermittelte Menschen auf einer Viehweide im Stadtbezirk Dortmund eine Kuh abgeschlachtet und einen Teil des Fleisches gestohlen. Di« Täter haben außerdem fünf Tiere furchtbar zugerichtet. Einer Kuh durchschnitten sie die Seh- n.en der Hinterfüße, anderen brachten sie Stich« in den Leib bei, sodaß die Eingeweide heraustraten. — Bingerbrück, 6. Juli. Ein Ee- wittersturm von seltener Heftigkeit richtete gestern Abend in den 2l/2 Stunden von hier entfernten Orten Ober-" und Niederheimbach schweren Schaden an. In Oberheimbach wurde durch die Gewalt des Sturmes ein Haus demoliert und bei drei weiteren Gebäuden, darunter eine Mühle, die Dächer abgedeckt. In den Gemarkungen hat der Sturm Bäume entwurzelt
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Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck Md Derlag- Joh. Ang. Koch, Univcrsitätr-Buchdnrckarl 42.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55. x> M w
Hochfchulnachrichten.
X Heidelberg, 8. Juli. Heute Mittag 3 Uhr wurden auf dem hiesigen Friedhöfe die Ueberrefte Kuno Fischers beigesetzt. Die Zahl der Teilnehmer belief sich auf viele Tausend. Als Vertreter des Großherzoos war Vrinz Max erschienen.
treten und Verlassen des Gerichtsbäudes empfangen, ja am Donnerstag Abend der vergan- Senen Woche versuchte sogar ein Messerheld Peers anzugreifen! Natürlich wird die Sozial- jvemokratie sich gewaltig in die Brust werfen, nid ausrufen: „Dafür können wir doch nichts!" lnd dennoch ist es die Folge ihrer maßlosen Hetzereien, daß sich in den unklaren Köpfen der- rtige Wahnideen zu Taten der geschilderten Trt verdichten. Sie mag sich schütteln, wie sie bitt, es wird ihr nicht gelingen, diÄse Leute tnd ihr Tun von sich abzuschütteln. - ’ .
Es stellten sich heute die Getreidepreise in MaÄ' pro 1000 Ililogr. an den nachgenannten Orten, wobei, Has Mehr (4-) bezw. Weniger <—) gegenüber der Vor», Woche in klammern () beigefügt ist, wie folgt'-
— m----- Hafer
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Roggen " (4-D
A Amöneburg. 8. Juli. Gestern wollten einige Knaben einen Kirschbaum besteigen, um sich einige Kirschen zu pflücken. Ein Junge stürzte dabei ab und brach einen Arm . u- xv-
Vierteljährlicher Bezugspreis^ bet ser Expedition 2 Mk^ Jti 160 bet allen Postänttem 2,25 Mc. ^cL Bestellgeld).
•/f— 1UU Jnserttonsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 1ö Pf^
_____________________________ Reclamcn: die Zeile SO Pfg.
das rechte Bein am Oberschenkel abgedrückt wurde uni) er ins hiesige Distriktskrankenhaus verbracht werben, mußte. Dem Bedauernswerten wurden im Vorjahre im genannten Werke von der Kreissäge zwei Finger weggerissen.
Usingen, 8. Juli. Ein ganz merkwürdiger Automobilunfall wurde vor dem Hotel „Sonne" durch spielende Kinder dadurch verursacht, daß sie an einem dort haltenden Automobil den Bremshebel lösten. Der Wagen sauste die steile ------- , Straße hinab und durch die Ladeutür in das Born Kreisausschuß. Der Kreisausschuß I Geschäft des Kaufmanns Vollert, den Raum des Kreises Marburg hält vom 21. Juli bis zum verwüstend. Es soll über 300 31 Schaden ange- 1. September d. I. Ferien. Während der I richtet haben.
Serien werden Termine zur mündlichen Ver- I Mainz, 8. Juli. Die 20jähriae Frieda En-ke Handlung der Regel nach nur in schleunigen I von hier hatte am Samstag mit Chlorkali ge- Saifjen abgehalten. Auf den Lauf der gesetzlichen I ssurgelt und von dem Mittel zu viel geschluckt. Fristen bleiben die Ferien ohne Einfluß. I Das Mädchen verstarb heute früh.
tische gewerkschaftliche Quellen stützt, wird gegen sie auch von den sozialdemokratischen Entstellern des wirklichen Sachverhalts nichts eingewendet I * Deutsche Turnerschaft. Die diesjährigen werden können. . I Sitzungen der Behörden der Deutschen Turner-
— Frucht sozialdemokratischer Verhetzung. I finden in folgender Ordnung statt: Mitt- Die Sozialdemokratie haßt in Dr. Peters nicht I jvoch, den 24. Juli, Sitzung des Turnausschusses die Person, sondern die Verkörperung des deut- I der Deutschen Turnerschaft in Frankfurt a. M., schen, überhaupt des kolonialen Gedankens und I dem Festorte für das nächste Deutsche Turnfest, feine Umsetzung in die Tat. Und sie hat, seit I Donnerstag und Freitag Sitzung des Aus- Bebel mit dem gefälschten Tuckerbrief 1896 auf | schusses im Vereinshause des Frankfurter Turn- bem Plan trat und die koloniale (nicht die Pe- I Vereins, Sandweg 4. Sonnabend Sitzung des ters-) Hetze begann, diesem grimmigen Haß I Turnausschusses und der Kreisturnwarte in überreichen Ausdruck gegeben und ihren großen I Worms. Sonntag und Montag Deutscher Turn- Teil dazu beigetragen, daß in unserem Volke die I tag im städtischen Spiel- und Festhaus in Notwendigkeit der kolonialen Betätigung so I Worms. — Für die Fahrt nach dem Niederwald langsam und so schwer sich durchgerungen hat. I auf festlich geschmücktem Dampfer von Worms Auch gelegentlich der Prozeßberichterstattung in I aus Dienstag, den 30. Juli, ist ein besonderes der sozialdemokratischen Presse kaitn men" es I Programm aufgestellt. Gegen 9 Uhr trifft das verfolgen, wie taktisch die Sozialdemokratie die I Schiff in Rüdesheim ein. Am Nationaldenkmal Tatsachen umbiegt, nur um nicht von dem bisher I findet eine besondere Huldigungsfeier statt. Die beschrittenen Wege abzukommen. Durch ihre I Rückfahrt mit dem Festschiff nach Mainz erfolgt maßlosen Hetzereien gegen die Personen der I nachmittags von Aßmannshausen aus. Für Gegner hat sie es bewirkt, daß sich außerhalb | Turnfahrten am nächsten Tage nach dem Taubes Gerichtssaales so tumultuöse Szenen in I nus, nach der Bergstraße, dem Odenwald, Neckar- München abspielten. Co wurde Herrn v. Lieber! | Heidelberg, Spei er stehen Führer bereit, von einem Individuum nachgerufen: „Reichs- lügengeneral!" Dr. Peters wurde fortgesetzt (mit den unflätigsten Schimpfworten beim Ve-
Anslimd. I Hessen-Nassau und NaäMrgrbiete.
--Bereinigte Staaten von Britisch-Südafrika. | Jesberg, 8. Juli. In Dodenhausen wurde Der Gedanke, nach dem Vorbiide des australischen I Hausheben gefeiert Der Baumeister hielt an
<5^..ijj..» ei-x I Staatenbundes die britischen Kolonien Südafri- 1 die Untenstehenden eine Ansprache, wie das so
mcuy. I kas zu einer politischen Einheit unter dem Na- | üblich ist . Während der Rede fiel er vom Ge-
— Zunehmende Verdeutschung Lothringens. I men der Vereinigten Staaten von Britisch-Süd- I r“ft> ob durch Ausgleiten ober infolge eines
Aus Metz wird berichtet: Der Oberschulrat für afrika zusammenzufassen hatte durch die Ergeb- I Schlaganfalles, ist noch unbekannt. Er war so-
Eliaß-Lothringeic hat verfügt, daß in den Schu- nisse des südafrikanischen Krieges eine neue ^rt tot len von Groß-Moycuvre, Deutsch-Oth, Feutsch I Stärkung erfahren und war seitdem fortaeiefet I 8- Juli. In dem benachbarten Holz-
und Kneuthmgen Deutsch als die ausschließliche I Gegenstand einaebender I bau>en entstand in der Nacht vom Sonnabend
^'Gerichtssprache eingeführt wird. Es handelt I örteruno»» 1 rtb I auf Sonntag im Gebäude bet Gastwirtschaft
sich hier um früher ausschließlich ober ganz über- I I»|tder|temb 11c£)konnte an eine I „Zum deutschen Haus" Feuer. Da der dortige
wiegend französische Gegenden, in denen jetzt die I ^"""tticyung bes Proiettes erst gedacht werden, I Gesangverein in dem Lokale gerade eine Ver- von Haus aus französisch sprechenden Kinder I nachdem die neuen Kolonien hinsichtlich ihrer po- I einsfestlichkeit abhielt, konnten die Mitglieder nicht mehr 15 Prozent der Schülerzahl reprä- I ntischen und rechtlichen Stellung den älteren I gleich an den Löscharbeiten mit teilnehmen,
sentieren. I Siedelungen gleichgestellt waren. Das ist im I Trotzdem brannte das gesamte Anwesen, Wohn-
— Die Steigerung der Löhne im Jahre 1906 I Laufe der letzten Jahre geschehen. Es ist deshalb | Haus. Anbau und Scheune rc. vollständig nieder.
wird — so schreibt Calwer in den „Sozialistischen I nur eine natürliche Folge dieser Entschließung I .. $ann a- Rhön, 6. Juli. Ein dieser Tage
Monatsheften" — durch die verschiedenen Publi- I der englischen Regierung, wenn jetzt dem Projekt I über das Ulstertal hingezogenes Gewitter hat
kationen von Arbeiterorganisationen, Berufs- I der staatlichen Einheit Britisch-Südafrikas von I zum Opfer gehabt.
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ben mugen. Freilich, Zahresverdienste von 3600 I senden hatten und deren Hauptaufgabe die Wah- kohlt. Der in den 30er Jahren stehende Mann I dieser Nacht niedergebrannt Auch die ganz«
Mark sind sehr seltene Ausnahmen, die für die rung der britisch-südafrikanischen Interessen I hinterläßt eine Witwe mit drei unmündigen I Einrichtung verbrannte. Der Besitzer, der sich
große Masse der Arbeiter nichts beweisen. Biel I wäre, als notwendig bezeichnet wird. Den letzten I Kindern. I heute wegen Betrugs in Koblenz verantworten
wichtiger sind die'Steigerungen des! Anstoß zu dieser Forderung scheinen gewisse Un- I . Frankfurt M., 8. Juli. Ein Wertbrief, I sollte, ist gestern Nachmittag geflohen. Das
Durchschnitts-Arbeitsverdienstes, I annehmlichkeiten gegeben zu haben die die Nach- I <er ü0” einet hiesigen Bankfirma an ein Lissa- I Feuer ist durch Brandstiftung verursacht worden,
wie er sich aus den Nachweisungen der Berufs- barschaft des portugiesischen Kolonialbesitzes mit I ’^er Sannjaus gerichtet war, ist zwischen Köln I Zwei Söhne und eine Tochter wurden bereits
genossenschaften ergibt. Vor allem aber sei auf sich brachte. Es handelt sich dabei in erster Linie $ef ?etNfteL “ ^ o 'h u.m, 6. Juli Die Straf-
die Feststellungen gewerkschaftlicher Organisatio- um die Befürchtung, daß verkehrswirtschaftliche Ei P - p^tugiesischen kammer verurteilte in ihrer gestrigen Sitzung
»0N av,, i I ' .. “ ."/ ' r v I Eiienbanyobligattonen. — In der Nahe von I den wiederholt vorbestraften Arbeiter Friedrich
' b hEr Seeschiff- Eschersheim ließ sich am Samstag Morgen eine Schnepper von hier, der am hellichten Tag in
. •lal7<7 ^x3 l.e^Crn I rVl,l r1öf<t?t'l<.Un9^U mtt <er Delagoabai in Aus- [ Arbeiterfrau von dort vom Zuge überfahren.— I mehrere Wohnungen eingedrungen war, um zu
tm. Jag re 1906 eine durchschnitcli ,' Lohn- I sicht stellt, überwiegend den Portugiesen zugute I Vor den Augen seiner Schwester und seiner I stehlen und dabei einen ihn überraschenden Ein-
steigerung von 1,68 Mark pro Woche errungen kommen könnten, die durch den Bau von Eisen- Schwägerin schnitt sich heute Abend nach 6 Uhr I wohner mit Totschlag bedrohte, zu zwei Jahren
haben. Für diese rund 106 000 Arbeiter hat sich I bahnen den Verkehr in das portugiesische Hinter- | her Metzgermeister Dotter den Hals bis zum I Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen
der Gesamtjahresarbeitsverdienst um rund 8,82 I land zu lenken suchen. Der Vorschlag des Lords I Wirbelknochen durch: der Tod trat sofort ein. I Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren. Mill. Mark vermehrt: eine Summe, die keines- I Selborne dürfte ernstlichem Widerspruch kaum I " Herborn a. d. Dill, 8. Juli. Noch in diesem I Der Staatsanwalt hatte sieben Jahre Zuchthaus
wegs die gesamte Lohnzunahme bet in Frage I begegnen: denn bei seiner Durchführung könnten I Jahre wird hier eine Provinzial-Jrrenanstalt I und zehn Jahre Ehrverlust beantragt. —
kommenden Arbeiter widerspiegelt. Wenn auch I die südafrikanischen Kolonien die als Einzel- I i)ct Provinz Hessen-Nassau errichtet. Sie wirb-1 Paries, 7. Juli. Heute Nachmittag zerfetzte
die Kaufkraft des Geldes abgenommen hat, so staaten eine mehr oder weniger bescheidene Rolle den Namen Heil- und Pflegeanstalt führen und ein Mann das Gemälde „Sündflut" von Poussin
ist doch nach alle» Beobachtungen die Steigerung I spielen, an Einfluß und Ansehen nur gewinnen, I "?^aung rund 800 Geisteskranken Aufnahme I tm Louvre,uuseum durch Messerjchnitte.
des Lohnes so gewesen, daß von den mehtvet- I genau so wie cs in Australien der Fall gewesen teten" E~—~' --------------- ' ~
dienten Löhnen noch ein Teil auf eine Vermehr- I ist, dessen Staaten nach der föderativen Zusam- ung oder Verbesserung des Verbrauches entfallen I menfchljeßung augenscheinlich einen bedeutenden konnte. Auch im Bergbau war die Entwicklung I Aufschwung genommen haben. Mit der Ei-i- des Lohnniveaus sehr befriedigend. Sie findet I setzung eines Reichsparlaments in Südafrika ihre Fortsetzung im laufenden Jahre, in dem die I wäre der erste und entscheidende Schritt zu einem Bergarbeiterlöhne weiter steigen. Für sämtliche I südafrikanischen Staatenbund gegeben.
preußischen Bergarbeiter stellte sich der Durch- fchnittsarbeiisverdienst im 1. Quartal 1907 auf 318 Ack. pro Kopf, gegen 292 Mk. in bet entsprechenden Zeit des Vorjahres: oder der Schichtverdienst stieg von 3,79 auf 4,19 Mk., d. h. um 40 Psg., während er von 1905 auf 1906 nur um 25 Pfg. gestiegen war. — Diese Feststellungen des „Genossen" Calwer strafen alle sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Behauptungen, daß die Lohnerhöhungen hinter der Lebensmittelverteuerung weit zurückgeblieben seien, Lügen. Da Calwer sich bei seinen Angaben auf authen-
GetrriSk - WochrnderiHt der Preisberichtstelle des Deutschen Landwirt- schaftsrats vom 2. bis 8. Juli 1907.
Während im Osten bis vor wenigen Tagen die schöne Witterung anhielt, stellten sich in den übrigen Landesteilen bereits am Schluß der letzten Woche heftige Gewitter ein, die von wolkenbruchartigen Regen begleitet waren. Wo letztere das Getreide gelagert haben, dürfte eine mangelhafte Ausbildung der Körner, zu erwarten fein. Andererseits muß als Folge der andauernd kühlen und nassen Witterung sowohl bei uns, als auch in Frankreich mit einer ernsten Verzögerung der Ernte gerechnet werden Die Erwägung, daß bis zum Erscheinen bei neuen Ware noch starke Bedarfsansprüche zr befriedigen sein dürften, hat den Einfuhrhande! Englands und Frankreichs zu umfangreichen Erwerbungen im Auslande angeregt. Da gleich- zeitig eine starke Verminderung der argentinischen Ausfuhr gemeldet wurde, nahm der Weltmarkt eine ziemlich feste Haltung an, zumal mar auch in Ungarn und Süd-Rußland eine Beschädigung der Ernte durch Hitze besorgt. Währenk sich diese Verhältnisse auf dem Berliner Markt« für Weizen durch einen Ausschlag von 1 31 füt Juli und 3-4 31 für September zum Ausdruck brachte und Roggen seinen letzkcn Stand immerhin gut behaupten konnte, blieben die übrigen deutschen Märkte von der festeren Stimmung unberührt, namentlich im Osten, wo die Witterung im allgemeinen günstiger war. Wo man
Nermischleü I die Wirkung der Niederschläge ungünstiger be-
. . '• J| urteilte, gab sich die Kauflust mehr für Herbst-
Sueuie Nachrichten. Berlin, 6. Juli. Der I liefernng kund, deren Minderbewertung vielfach „Lok.-Anz." meldet zu dem Wiener Juwelen- I einen Anreiz zu Erwerbungen bietet. Eine Be- diebstahl, daß die Kriminalpolizei heute die bej- I lebung des Geschäftes in greifbarer Ware war den bisher nod) nicht ermittelten prachtvollen I nirgends zu beobachten, ebenso wenig eine Ver- Perlenschnäre im Werte von 96 000 < tt bei einem I mebrung des Angebots. Im Hafergeschäft hat hiesigen Pfandleiher aussand und beschlag- I sich der Absatz von feineren Qualitäten etwas nahmte, sodaß die gesamte Beute Lueties bis auf I gehoben, während die reichlicher angebotene' einige minderwertige Sachen herbeigeschafft I Mittelware wenig Beachtung fand. Futter-
wurde. — M e r s e r i tz. 6. Juli. Das Scbwur- I gerste per Herbst wurde von Ricßland zeitweise
gericht verurteilte den Pferdeknecht Kosicki, der I billiger offeriert, nahe Lieferung dagegen blieb
* ,r K । vor zcrka V/4 Jahren die Eheleute Greiser und I fest. Der lebhafte Absatz von Maiß, namentlich
Wasser und Kirschen. Wie gefährlich es I deren Tochter auf dem Vorwerk Wiebelshof bei 1 iH gedarrtem Mixed, hält an; auch La Plata
ist, nach dem Genuß von Kirschen Wasser zu I Bomst ermordet hatte, zürn Tode und wegen I und Donau Mais finden zuletzt bessere Auf-
triNten, zeigt nachstehender Fall. In der neuen I Unterschlagung zu 2 Monaten Zuchthaus. Der I nähme
Elogauerftraße in Liegnitz hatten sich ein 7- und I Mitangeklagte Parawski wurde freigesprochen. 1
ein 8-jähriger Knabe an Kirschen tüchtig satt ge- I — Köln, 6. Juli. .Heute früh brach ' in der
gessen und dann Wasser darauf getrunken. Bald I Papierfabrik von Ulmer zwischen Ebrenfeld und
hernach stellte sich heftiges Unwohlsein ein und I Müngersdorf Feuer aus. Bald stand der große am folgenden Tage starben beide Knaben. I Papierschuppen in Flammen. Dichte Rauchwol-
I ken wälzten sich auf Ehrenseld zu. Die Benzin- I Berlin werke, sowie eine Ceresinfabrik schwebten eine I zeitlang in großer Gefahr. Den Feuerwehren I ännnntot ".US den anliegenden Vororten gelang es nach Kannbttm einstundcger angestrengter Tätigkeit des Feuers I Frankfurt a M 215 (-) Herr zu werben. — Dortmund, b. Juli. Das I ? - L-
Schwurgericht hat ben Bergmann Haak aus I