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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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Willkommen in (Harburg.

o watbinnk'äumt bet Lahllstrom wogt zu Tale^ Da ruht ein Kleinob hold auf grünem Grnnb, Die Perle Hessens in smaragbner Schale Tut beut erstaunten Blick sich reizvoll kunb. Wie leuchtet sie tut Sommersonnenstrahle: Hier prangt Natur mit Kunst und Geist im Bunb, Indes aus großer Vorzeit, fernen Tagen Ehrwürb'ge Zeuge^^t die Lüfte ragen. - > .

So hast du, Lieb, mit Macht stets bie Gemüter In schwerer Zeit zu heil'ger Glut entfacht. Drt riefst zttni heißelt Kampf bie beutschen Brüder, Dtt tölttest todesmutig in die Schlacht.

So lang bu lebst, sind unsre h fielt Güter Vor Fährlichkeit gefeit in treuer Wacht: Wo stolz das Lied voit Männertrutz erklungen, Ward auch mit fester Faust das Schwert geschungen»

U > ' Prolog zum GgiangswettftreiL

All ihre Schönheit möchth sie Heu? entfalten Die traute Stadt zu festlichem Empfang: Der Musen lieblichste.will Einzug halten Mit zauberschönem, deutschen Liederklang. Gern beugen wir uns ihrem mächt'gen Walten Und grüßen sie aus inncrm Herzensdrang, Und allen ihren wackeren Vasallen

Soll jauchzend ein Willkomm cntgegenschallen.:

Zum Tröster auch in dunkeln Schicksalstunden Ward ost das Lied, das aus der Seele guoll. Wie Balsam floß es sanft in tiefe Wunden Ultd stillte Lebensleid und Gram und Groll. Und höher ward die Freude stets empfunden, Wo traut und treu ein deutsches Lied erscholl; Ein Sonnenblick dem edeln Menschenherzen, Vergoldet es die Lust, verklärt die Schmerzend

Und wenn des heißen Kampfes Müh'n verronnen, -Versenkt in Lethe aller Sorge Qual.

Erquickt und stärkt Euch an der Frettde Bronnens Natur und Freundschaft reichen den Pok"l.

Mög* ungetrübter Festglanz Euch umsonnen Ultd weiterglühn als leuchtendes Fanal, Daß Ihr, wenn heimwärts Ihr die Schritte lenket^ Alt-Marburgs in der Ferne gern gedenket!

Heinrich Winter.

Geheimnisvoll auS bunklett Seelengrünbelt Bricht des Gesanges Wunberstrom hervor; Begeistert darf cs Menschenmund verkünden. Was in der Brust der Genius beschwor; Zum Lied sich innig Wort und Ton verbünde« Und rauschen Wonnen ins erstaunte Ohr Und steigen iticber in der Herzen Tiefen, . Erweckend die Gefühle, die da schliefen. :. '

Was unsre Besten tief und wahr empfunden^ Das lebt als köstlich Gut int Liede fort; Drin liegt des Volkes guter Geist gebullden Als Segenskraft rtnd wirkt dnrch Toit itnb Wort.> Aufs neue sei's erprobt in diesen Stunden, Wie Ihr ihn wahrt, den zaubermächt'gen Hort. Jlt edelem Wettstreit laßt ihn hell erglänzelt Und greifet kühn nach Siegs- unb Ehrenktänzekk

Vom Gesangswettstreit.

_ _ Marburg, 6. Juni.

Wenn diese Zeilen unseren Lesern vor Augen kommen, wird Alt-Marburg wieder einmal sein Alltagsgewand ablegen und sich in festlichen Schmuck kleiden, zu Ehren der Sanger und San­gesfreunde, die einige Tage

fröhlich im Lied«

hier weilen und Marburgs Schönheiten, sowie die Gastfreundschaft seiner Bewohner kennen lernen wollen. Schon mehrmals hatten wir in den letzten Jahrzehnten Gelegenheit fremde Sänger hier begrüßen zu können. Wir erinnern hier nur an die beiden großen Feste des hessischen Sängerbundes und die verschiedenen Veranstal­tungen des Lahntal-Süngerbundes. Immer waren es viele, die der Einladung nach Mar­burg folgten und jedenfalls hat ihr Besuch auch viel dazu betgetragen, den Ruf Marburgs in im­mer weitere Kreise zu tragen. Hoffen und wün­schen wir, daß auch diesmal die Stunden, welche die fremden Gäste in Marburg verleben, nur angenehm für sie sind und in diesem Sinne rufen wir ihnen allen ein

herzliches Willkomm

zu. Und nun zum Feste selbst. Wir haben erwähnt, daß in Marburg schon oft Sänger zu­sammentraten, um gemeinsam zu zeigen, was deutscher Sang und deutsches Lied bedeutet und welchen Einfluß ein schön vorgetragener Gesang, aus den unerschöpflichen Quellen des deutschen Volksliedes auf Herz und Gemüt auszuüben ver­mag. Auch diesmal soll das wieder so werden, hinzugekommeit ist nur, daß es sich zum ersten­mal hier um einen

i Gesangswettstreit

handelt. In verschiedenen kleineren und größe­ren Orten Hessens haben solche in den letzten Jahren stattgesunden und mehrmals hatte der Verein, dem wir die Anregung und Veranstal- tun des jetzigen Eesangswettstreits verdanken, der Gesangverein Liedertafel, Gelegenheit, mit ehrenden Auszeichnungen nach Marburg zurück­zukehren. Daß der Gedanke nicht ausbleiben konnte, auch einmal Alt-Marburg als Ort eines

Gesangswettstreits in Anregung zu bringen, kann nicht wundern. Der Gedanke ist zur Tat geworden und nun ist es soweit, daß das Fest ge­feiert werden kann. Es hört sich das so leicht an, als wenn da garnichts dabei wäre. Wie man's nimmt; auf so ein Fest hinzugehen und sich aus seine A,rt zu amüsieren, ist leicht, da gehört nicht viel dazu, nur Geld und nochmals Geld, der eine macht es billig, der andere braucht viel. Aber welche Arbeit und Mühe es dem festgebenden Verein und den einzelnen Ausschussmitgliedern gekostet hat, bis es soweit war, das wissen nur die, die dabei find oder etwas ähnliches schon mitgemacht haben. Die erste Sorge war die, wo wird das Fest gefeiert, hat man einen paffenden Platz dazu? Der Kämpfrasen war nicht mehr zu haben und der Viehmarktplatz schien manchem zu klein. Diese Sorge war unnötig, denn abge­sehen davon, daß der Kämpfrasen wohl etwas besser durch viele Wege und Straßen zugänglich ist, kann sich der jetzige

Festplatz vor Weidenhause»

doch wohl mit ihm messen. Wir wollen diesen unseren Lesern einmal in großen Umrissen schil­dern. Schon der Eingang, der am Krummbogen angebracht ist, macht einen freundlichen Eindruck. Er ist im Styl des Portals einer alten Ritter­burg gehalten, mit zwei Ecktürmchen gekrönt und in großen Lettern liest man über dem Tor als Begrüßuttgsspruch die Worte:

Im Frieden und im Streit p' Ein Lied ist gut Geleit?

Die Holzarbeit machte der Erbauer der Fest­hallen, Zimmermeister Volland, die Malerarbeit Malermeister Holzknecht und die Dekoration Tapeziermeister Rösser. An der Südseite, da, wo sonst der Eingang vom Erabenweg aus ist, steht die ebenfalls recht nett ausgeftattete Sängerhalle. In der Mitte des umfangreichen Platzes ist eine Musiktribüne erbaut und an den beiden Seiten bemerkt man riesige Tanz­plätze, man glaubt offenbar, daß die Sänger im allgemeinen vergnügte Menschen find und außer dem Singen auch tüchtig das Tanzbein schwingen. Die Vermutung dürste nach unseren Erfahrungen richtig sein, wenn auch der eine oder andere es vorzieht, sich hinter seinem Schop­pen zu verkriechen. Und dazu hat man auch Ge­legenheit, denn die langen überdachten Wiesen­

streifen an den Seiten, die wir bis jetzt noch nicht geschildert haben, bergen auch noch etwas und zwar nicht das Nebensächlichste. Hier schließt sich nämlich eine Wirtschaftshalle an die andere. Für jeden Geschmack ist gesorgt. Marburger Bopp-Bier, Missomelius-Bier, Bay­risch, Paderborner und wie die Biere alle heißen, kann man hier trinken und wer sich geistige Ge­tränke abgewöhnt hat, kann auch Kaffee, Zucker­wasser, Milch, Limonade, Quatsch, Bufti- schnackoder auch gebrannte und unge­brannte Weine trinken". Es ist alles da, es fehlt nur am Trinken. Einen würdigen Hinter­grund des Festplatzes bietet links die Stadt und rechts der Kaiser-Wilhelmsturm. Zu einem würdigen Festplatz gehört auch ein

Juxplatz,

den man auch nicht vergessen hat. Man legte ihn möglichst weit ab von der Sängerhalle und das von Rechtswegen. Wer sich ganz dem Genuß der dargebotensn Gesänge hingeben will, wird eben nicht gern durch bett Lärm gestört, der auf dem Juxplatz nun einmal nicht zu vermeiden ist. Man sieht hier ein Karussell, Schieß- und Sviel- buden, Schokvlad eh allen usw. Nicht vergessen wollen wir den hier noch im besten Andenken stehenden The Royal Biograph, der jetzt sogar Marburger Panoramen bietet. Es ist also für alles gesorgt, nur für etwas nicht, das nicht im - menschlichen Ermessen liegt nämlich für gutes Wetter. Bis jetzt hat es den An­schein, als ob es nicht so gut werden würde. Hoffen wir das Beste und in diesem Sinne wün­schen wir dem Eesangswettstreit ein

fröhliches Gelingen,

Nachträglich erfahren wir noch, daß heute Abend bereits fremde Gesangvereine und zwar diejenigen aus Ems, Oberlahnstein, Sonneberg, Fechenheim und Hanau eintreffen werden. Es gilt also, heute Abend schon Quartier bereit zu halten. Das Konzert beginnt um 7 Uhr, um 10 Uhr werden von der Turngemeinde Gruppen gestellt. Der Festzug morgen nimmt seinen Weg durch die Bahnhofstraße, Elisabethstraße, Ketzer­bach, Steinweg, Neustadt, Wettergasse, Markt, Barfüßerstraße, Plan, Universitätsstrasse, Ru- dolphsplatz, Weidenhausen, Festplatz. Den Übrigen Teil des Programms haben wir schon rnehreremale bekannt gegeben. In dem schon er­wähnten Festbüchlein ist übrigens alles Wissens­werte enthalten.

Deutsches Mich,

Das Kaiserpaar in Dänemark. Äopew« Hagen, 5. Juli. Der deutsche Kaiser und die Kaiserin, Prinz Adalbert von Preußen, der Kö­nig und die Königin sowie bie übrigen Mitglie­der der dänischen Königsfamilie find 2 Uhr 35 Minuten mittels Sonderzuges aus Fredensborg hier angekommen. Nach der Ankunft in Ko­penhagen fuhren sämtliche kaiserliche und könig­liche Herrschaften nach der Frauenkirche und be­sichtigten diese; von dort begaben sie sich nach der deutschen St. Petri-Kirche, wo ihnen die deut­schen Pastoren, das Kirchenkollegium und bie deutsche Mädchenschule vorgestellt wurden. Nach Besichtigung der Kirche fuhren sie nach dem Thor- waldsenmuseum, welches sie mit großem Inter­esse besahen. Vom Thorwalbsenmuseum fuhren der Kaiser und der König nach dem Zeughau'r, während die Kaiserin und bie Königin, sowie die übrigen königlichen Herrschaften itach dem Rosen.- borgschloß fuhren. Vom Zeughause begaben sich der Kaiser und der König gleichfalls nach dem Rosenborgschloß, von wo aus gegen 5 Uhr die Fürstlichkeiten nach dem Zollhaus« fuhren.

Genügt unsere Küstennerteidigung? Diese Frage verneint der Vizeadmiral a. D. Ealftri, einer der besten Kenner unserer Marine- und Küstengeschütze, in einer unlängst erschienenen Broschüre; er fordert einen besseren Schutz unse­rer Küsten, besonders der Nordseehäfen, durch Forts, Torpedoboote, Unterseeboote und Minen.

Ein Vergleich, der zu denken gibt. Der große Unterschied zwischen japanischen Panzer­kreuzern und unseren Linienschiffen ist selbst .Laien während bei Kieler Woche klar geworden. So schreibt ein Besucher, der sich selbst eine Land­ratte nennt, in einer großen Zeitung:Dem Laien erscheinen ja auch unsere Schiffe ganz stattlich, aber auch er sieht, daß die japanischen stärker sind. Ist es nicht ein beschämendes Ge­fühl, daß Deutschland augenblicklich noch nicht imstande ist, seine Kolonien zu schützen, und daß die gelben Kerle uns jeden Tag, wenn sie wol­len, Kiautschou wegnehmen können? Die Not­wendigkeit, rastlos unsere Flotte zu vergrößern und zu verbessern, ist mir noch nirgends so klar geworden, wie hier, und ich möchte alle Leser