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Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch. «i n, Neustadt und Wetter, sowie von ^llen^ Postanstalten und Landbriestragern ent«
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Deutsches Reich.
— Das Kaiserpaar hat, tote der „Reichsanzeiger" bekannt gibt, anläßlich des ersten Geburtstages seines Enkels eine Prinz Sßil« Helm-Stiftung errichtet, aus der alle
20 Sleittit’i ausstattungen beschafft und erdige und bedürftige Ehepaare in der Mark Brandenburg verteilt werden, denen im Monat Juli das erste Kind geboren wird.
— Fredensbarger Trinkfprüche. Freden?- b'org, 4. Juni. Bei der Galatafel brachte König Friedrich von Dänemark einen Trinkspruch aus, worin er dem Kaiserpaar den wärmsten Willkommen entbot und gerührten
Bestellungen für da» dritte Quartal aus die
eine Miene zu verraten? ... Du bist ein Mpferes Mädchen, Pia!"
• Wehmütig stolzes Lächeln umspielt ihre Lippen.
v „Ich bin ein Weib, Vater. Wir Frauen Müssen tapfer aushalten auf dem Platz, auf den •je Vorsehung uns stellt." - — ■
5 Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Berlag- Joh. A>ig. Koch, Univcrsitätr-Bnchdrucker« 42. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
des Wechselprotestes erinnert werden. Diese beiden Vorlagen werden dem Reichstage bei seinem Wiederzusammentritt am 19. November sofort zugestellt werden können. Da» Gleiche dürste der Fall sein können mit der im preußischen Handelsministerium ausqearbeite« ten Novelle zum Börsengesehe, die in der letzten Bundesratssitztjng de» ausständigen Ausschüßen zur Vorberatung überwiesen wurde. Sie wird sicherlich in dem bis zum Wiederzusammentritt des Reichstages noch ausstehenden Zeiträume so gefördert werden können, daß auch sie zu din in erster Reihe vom Varlamente zu behandelnden Vorlagen wird gehören können. Sicherlich wird der Bundesrat nach der Wiederaufnahme seiner Plenarsitzungen im September oder Oktober noch verschiedene andere Entwürfe zur Erledigung überwiesen erhalten, -es werden sich wahrscheinlich auch solche darunter befinden, die in recht kurzer Zeit für den Reichstag werden vorbereitet werden können. Ob aber der Bundesrat bis zum 19. November den Reichshaushaltsetat für 1908 wird fertigstellen können, erscheint schon seht recht fraglich. An der Aufstellung der Neuforderungen für den nächstjährigen Etat wird in sämtlichen Reichsressorts gegenwärtig eifrig gearbeitet. Der 1. August ist der Zeitpunkt, bis zu dem diese Arbeiten beendet sein muffen; denn dann müssen sämtliche Neuforderungen dem Reichsschatzamt mitgeteilt sein. Die Ausarbeitung des nächstjährigen Etats in diesem Amte wird wegen verschiedener Neuerungen, so der organischen Aufbesserung der Beamtenbesoldungen, der Einstellung eines Postens für die Reichsschuldentilgung, nicht ganz ohne Schwierigkeiten sein, bauptsächlich aber auch deshalb, weil die bisherigen Einnahmen des Reiches zur Deckung der Ausgaben nicht ausreichen. Es ist selbst- verftändlich. daß bei einer solchen Sachlage auch alte Neuforderungen einer noch genaueren Prüfung als sonst schon unterzogen werden, über damit ist auch bte Inanspruchnahme eines größeren Zeitraumes verbunden. Kurz, man kann annehmen, daß die Zeit, die aus die Vorbereitung des Etats für 1908 verwendet werden wird, jedenfalls nicht kürzer fein wird, als die der Vorjahre. Deshalb wird man aber kaum mit einer Fertigstellung des nächstjährigen Reichs« lmushallsetäts durch den Bundesrat vor Ende November rechnen farmen. Der Reichstag wird dadurch nicht etwa in Verlegenheit kommen. Er hat ja, ganz abgfeheir von den oben angeführten. in letzter Zeit vom Bundesrat erledigten unb zu erledigenden Gesetzentwürfen iroch aus dem vorigen Tagungsabschnitte eine ganze Zahl von Vorlagen zu beraten, so die Entwürfe über die Majestätsbeleidigung, den Versicherungsvertrag, den Unterstützungswohnsitz, die Maischbottichsteuer, die Zigarren-Haus- arbeit, den Vogelschutz, den kleinen Befähigungsnachweis, die Sicherung der Bauforderungen, das Hilfskassenwesen. Für die erste Zeit seines Beisammensseins im Herbste wird der Reichstag demnach genügenden Beratungsstoff haben, wenn auch der Bundesrat nicht in der Lage sein sollte, bis zur Mitte November den Reichshaus- haltsetat für 1908 fertigzustellen. ,
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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain,
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Marburg
Somabend, 6. Juli 1907.
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geworfen hat. Das Jahresbudget des deutschen Vereins in Livland sieht ferner — um nur noch einige Zahlen zu nennen — allein für Schulen und Bildungszwecke ca. 200 000 Mk. für das Jahr 1907 vor. Der Rigasche Frauenbund hat ein Jahresbudget von ca 30 000 Mark und unterhält nicht nur Schulen, sondern auch eine Krippe, Kleinkinderbewahranstalten, Ferienkolonie, Bibliothek u. a. m. Eine besonders rege Aufmerksamkeit haben die deutschen Vereine in den baltischen Provinzen der wirtschaftlich en Kräftigung des Deutschtums zugewandt. Seit drei Monaten besteht die Hauptstelle für Arbeitsnachweis des deutschen Vereins in Livland zu Riga. Wie segensreich sie hat wirken können, ergibt sich aus folgenden Zahlen: Gemeldet haben sich hier 1001 Personen als Stellensuchende, denen 922 Stellenvergebende entgegenstanden. Erledigt wurden 573 Fälle, in denen Deutschen Arbeit und Brot nachgewiesen werden konnte.' Die Zahlen würden noch viel günstiger sein, wenn sich nicht auf Schritt und Tritt der Mangel an geeigneten deutschen Ar- bestskräften hemmend in den Weg stellen würde, ein Mangel, dem erst allmählig abgeholfen werden kann. Außer der Rigaschen Hauptstelle bestehen in Livland noch Zweiganstalten in Dorpat, Fellin, Wenden. In Walk, Wolmar, Werro, Per »tau und Ar ensburg folgen sie in kürzester Frist. Kurland hat seine Anstalten gleichfalls nach dem Muster der Rigaer Zentrale eingerich- lef, in Reval (Estland) ist man im Begriff dem zu folgen. Um aber einen Austausch von Arbeitskräften auch außerhalb der baltischen Grenzen Herstellen zu können, um dem Deutschen Gelegenheit zu bitten auch im Innern des Reiches zu Verdienst und Arbeit zu kommen, wird eine enge Verbindung mit den Arbeitsnachtveis- bureaus der innerrussifchen deutschen Vereine in St. Petersburg, Moskau, Odesia, Kiew, Cha- mow, Saratow, Tiflis u. a. Städten angeknüpft und die Gründung eines „Berbandes deutsch e r A rb ei t sn a chw e i sa n sta 1 te n in R n ß l a n d" vorbereitet. Das sind weite Ziele! Möchte das Vollbringen dem Wollen beschieden sein!
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Und wieder loht jener glühende Haß in seinen Augen aus, der dem Wahnsinn ähnelt.
Pia schweigt. Sie
„Wahrhaftig, ja, Du hast Recht!" ruft ihr Vater erregt, indem er den Kopf in die hohle Hand stützt und nachdenklich ~ - sich hin starrt. „Welch seltsames Loos — ; - v ein Frauenloos! Eine Frau wird oft verehrt und gleichzeitig verachtet, geliebt und doch gehaßt, bewundert und dabei in den Staub gezogen . . « Wie mancher Mann erhebt sie zu seiner Herzenskönigin, zur Mutter seiner Kinder — und bald darnach ver- - gißt er sie! Die Frau ist das vollendetste Geschöpf auf Erden — und auch wie>-- das wertloseste Spielzeug. Sie ist schwau, unb an- schmiegend — und dabei stark und mutig. Wenn der Mann verzagt, hofft sie noch immer . . . Ein solch seltsames Wesen bist auch Du, Pia! Ein Kind an Erfahrung und Eedankenreinheit — und ein Weib an Selbstbeherrschung und Energie. Du weißt, was ich getan habe, und trotzdem berührst Du meine Stirn mit Deinen reinen Lippen?"
„Du bist mein Vater!" erwidert das Mädchen einfach, während ein Strahl unendlicher Liebe aus ihren sammetweichen Augen den bleichen Mann trifft. „Und nun* sage mir, mein Vater, was trieb Dich zu dieser schrecklichen
„Ich ionnte nicht anders. Urplötzlich packte es mich wie Wahnsinn. Ich mußte den Wurm zertreten — mußt e!“
^vterhesslsche 3 e i t # n g“ nebst
Beilagen werden von unserer Expedition
Seine Zähne klappern wie im Fieberfrost. Mit seinen zitternden Händen greift er stützesuchend nach den starken kühlen Händen der Tochter.
„Ich — ich fürchte mich!" stößt et ängstlich hervor. „Zum ersten Mal in meinem Leben fühle ich, wie eiskaltes Grausen meinen Rücken herunterrieselt. Ich fürchte mich!! Ich fürchw mich!!?"
Und wieder spricht Pia, und diesmal hat ihre Stimme etwas unendlich sanftes, 6e« ruhiaeitdes.
„Vater, höre mich an? Wenn jener Rats Alfen, den Du kennst, der, wie Du sagst, cm guter junger Mann ist, wenn dieser Rolf Alfen morgen freigesprochen wird, so mag das fun'.-- bare Geheimnis in uns begraben sein. Weu.i aber —“ und hier schwillt die Stimme mächtig an —„wenn aber die Verurteilung erfolgt — dann reden wir! Hör mir zu, Vater — nicht i ch rede, sondern wir reden — Du unb ich, b.e wir eins sind . . . Hast Du mich verstanden, lieber Vater?" -*• t
Er nickt. Doch blicken seine Augen hulfloser denn je. „ , . ...
Wenn er — freigesprochen wirb, wiederholt er hastig, als weilten seine Gedanken nur bei dieser Vorstellung, „wenn er freigesprochen wird — dann verrätst Du mich — nicht?"
„Nein, Vater."
„Dein Wort darauf?"
„Mein Wort darauf!"
Laut schluchzend bricht der gequälte Mann in Tränen aus.
Unb Pia bettet sanft das müde Haupt an ihrer Schulter.
Arme armer Vaterk
r . ■(Fortsetzung folgt.)
..... wagt nicht, weiter zu fragen. Der leere, flackernde Blick des Vaters beängstigt sie unsäglich.
■>-. „Weher weißt Du es?"
f .A'.> Deinem eigenen Munde, Vater."
■:,r , So —? Haben meine Lippen unter der Wirkung des Elixickrs ausgeplaudert, was iiie wissen solltest? . . . Und Du hast chreckliche Geheimnis wochenlang mit »erumgetragen, ohne Dich durch ein Wort
Deutsche Kulturarbeit in den baltischen Provinzen.
' Es wird, so schreibt man aus Riga, stets ein -tuhinesblatt den baltischen Deutschen bleiben, taß sie unbeirrt um die drohenden Gefahren der p.och immer nicht zu Ende gehenden revolutionären Bewegung zielbewußt für den Wiederauf- jbau des in zwanzigjähriger brutaler Russifizie- rmigszeit zerstörten deutschen Schulwesens arbei- jten und der leidigen Politik nicht gestatten, das «nationale und kulturelle Gebiet zu betreten. Mögen sich auch in der deutschen Gesellschaft verschiedene politische Strömungen geltend machen, hie man landläufig unter „konservativ" oder liberal“ einreihen kann, mag bet Kampf um jben einzuschlagenden Weg, auf dem am ehesten 'ein Ausgleich mit Letten und Esten zu erreichen sist, auch bisweilen recht leidenschaftliche Formen piiiichmen, an den Mauern der deutschen Ber- srine macht er Halt schier arbeiten in Vorstand jvnd Ausschuß, in Kommissionen aller Art Man-- tier der verschiedensten Richtungen brüderlich S>anb in Hand. Hervorragendes ist hierin in Estland, Livland und Kurland geleistet werben. Mit den Männern wetteifern dabei die Frauen, beten opferwillige Arbeit in den ..Fraiienbün- ben" über alles Lob erhaben ist. & .letzt sich jein Netz von deutschen Elementar- und Bürgerschulen, an Progymnasien und Realschulen über jfcie drei Provinzen. Selbst ein klassisches und keales Doppelgymnafium hat der deutsche Verein in Livland in der Albertschule zu. Riga begründet, die zu Beginn des neuen (zweiten) Schuljahres trotz hohen Schulgeldes über 250 Schüler haben wird. Sonst sorgen die baltischen Ritterschaften für die Gymnasien: zu Goldingen (Äurlanb), Birkenruh (Livland). Domschule ^Estland) tritt im August das zweite kurländische Landesgymnasium zu Mitau. Welche Opfer die Ritterfchaften trotz ihrer großen Verluste purch die Revolution unb einer enormen Selbst- sbesteuervng für ihre notleidenden Mitglieder ßerabe für deutsche Bildungszwecke bringt, erhellt i'.. a. aus den Bewilligungen des am 25. JDiai in Riga geschlossenen livländischen Adels- skovents, der über 10 000 Mark für Schulen aus- y- S................-—.....'in
'.*4 (Nachdruck tierboteu.jj
5. Heimweh nach Glück.
W Roman von Erich Friesen. (Fotifchiing). -.'i i* Rach mehr als einer Stunde, während Welcher Pia vergebns darauf wartet daß der PJater sie rufen möge, kehrt sie wieder zurück jins kleine Wohnzimmer.
i Mit heiterem Gesicht fitzt der Profesior am Lisch, die Zei vor sich zerstreut hetum- sliegend.
। Pia bemerkt sofort an dem Glanze seiner silugen, daß er einige Tropfen des Elixiers ge- twmmen hat.
Ohne ein Wort zu sagen, geht sie aus ihn zu pnd schlingt beide Arme um feinen Hals.
\ Fast heftig entzieht er sich dieser kindlichen Liebkosung.
' „Laß mich! Du weißt nicht, was ich getan jabe. Weißt niajt, was ich bin!"
* Nur noch inniger schmiegt sie sich an ihtt. ■? cG' „Doch, lieber Vater, ich weiß es."
i ' Durchdringend blickt er in das schöne Gesicht seines Kindes, . , , •
vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 W, ' 4 Kß bet allen Postämtern 2,25 M. (exct. Bestellgeld).
-luv AnstkUonSgebuhr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 15Pfg.
Neclainen: die Zeile 30 Pfg.
Wortlos packt sie die Zeitungen zusammen und will sie wieder in die Schublade legen.
. Da beutet der Professor mit heftiger Eeberde auf das Zeitungsbündel.
„Ich habe alles gelesen. Der junge Mann kann nicht verurteilt werben/*, - —----
Herzens der früheren Besuche gedachte, welche der Kaiser seinem Vater gemacht hatte. Er sprach den Wunsch aus, daß es den Majestäten auch unter den veränderten Verhältnissen wohl gefallen möge.
Der König schloß seine Ansprache mit folgenden Worten: Ich fühle mich genötigt, hier meinen und der Königin herzlichsten unb innigsten Dank nochmals auszufprechen für die unvergeßlichen Tage, die wir im vergangenen Herbst in Berlin zubringen dursten, unb für ben so herzlichen Empfang, den Ew. Majestät uns dort bereitet haben, unb daran meinen unb der meinen wärmsten Dank für Ew. beiden Majestäten uns allen so hoch beglückenden Besuch knüpfend, erhebe ich mein Glas auf das Wohl meiner erhabenen Gäste, Ew. Majestät des deutschen Kaisers, der deutschen Kaiserin, sowie auf dasjenige des ganzen kaiserlichen und königlichen Hauses.
Der deutsche Kaiser antwortete auf den Trinkspruch des Königs von Dänemark mit folgenden Worten:
„Wollen Euere, Majestät gestatten, daß ich im Namen Ihrer Majestät der Kaiserin und in meinem unseren tiefempfundenen herzlichen Dank auszusprechen für den warmen.und herzlichen Empfang, den. wir heute hier gefunden haben. Es ist der Kaiserin eine besondere Freude gewesen, dem Wunsche Euerer Majestät nachkommen zu können unb hier in den trauten Kreis von Eurer Majestät erlauchter Familie eintretert zu dürfen. Unvergeßlich sind und werben mir bleiben die Tage, die ich als East an der Seite Euerer Majestät ehrwürdigen unb liebenswürdigen Vater weilen durste, unter dem Zauber -feiner ritterlichen Persönlichkeit, zu der ich in tiefster Ehrfurcht stets emporblicken werbe. Euere Majestät haben in Gnaden bet Tage gedacht, da Sie in Berlin geweilt haben, und ich kann es von ganzem Herzen versichern, daß es mir unb meinem treuen Volke eine besondere Freude gewesen ist, Eueren beiden Majestäten inigsten Willkommen entgegenzubringen. Voll herzlichen Dankes für die freundliche und gnädige Begrüßung wage ich es, daraus die Hoffnung zu schöpfen, daß sie zu gleicher Zeit bet Ausdruck herzlicher Freundschaft ist zwischen den beiden Häusern. Ich erlaube mir, bas Glas zu erheben unb auf das Wohl Euerer Majestät, der Königin unb des gesamten königlichen Hauses unb auf bas Wohl Euerer Majestät schönen Landes zu trinken."
— Der Bundesrat wirb demnächst die Abhaltung von Plenarsitzungen unterbrechen, um sie Ende September ober anfangs Oktober wieder aufzunehmen. Schon in bet Zeit, die feit der Vertagung des Reichstages oerfloffen ist, hat bet Bundesrat einige Gesetzgebungsaktionen vorbereitet, die im Reichstage während des nächsten Tagungsabschnittes zu Ende geführt werden sollen, es braucht nur an die Fertigstellung der Novelle zum Viehseuche n- gesetz und an den (Entwurf zur Erleichterung
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„Wenn er aber doch verurteilt wirb, Vater?"
„Es wird nicht geschehe». Wozu sich mit Dingen plagen, die nie eintreten!“
Langsam nähert sich Pia dem Vater. Voll blicken ihre großen klaren Augen in die seinen, welche diesen ruhigen, tief in die Seele dringenden Blick nicht aushalten.
Scheu wendet der Mann sich ab.
Ein unsäglich beredtes Lächeln umspielt Pias Lippen — ein Lächeln, in welchem alle Empfindungen dieser starken Mädchenseele zum Ausdruck kommen: innigste Kindesliebe, tiefes Mitleiden, stolze Kraft — das verklärte Lächeln bet Märtyrer, die für ihre Ueberzeugung, fikr ihr Gelübde alles dulden, unb fei es selbst den Tod . . .
Noch höher richtet sie ihre ohnehin hohe Gestalt empor. Es ist, als ob sie plötzlich wachse — nicht mit körperlich, nein, auch geistig, seelisch.
„Vater!" sagt sie mit seltsam tiefer, fester Stimme, indem sie die Hand auf den Arm des in sich zusammengesunkenen Mannes legt. „Ehe ich weiterspreche, noch eines! Was auch eintreten mag, vergiß nie, daß Du in jeder Hinsicht auf mich bauen kannst! Wir beide sind eins — Du und ich, Vater unb Tochter . . . Aber wir dürfen die wahre Sachlage nicht aus ben Augen verlieren. Wir dürfen nicht zugeben, daß ein Unschuldiger leibet für ein Verbrechen, das —"
„Du willst mich also anzeigen?" schreit bet Mann auf. „Du, bas Kind den eigenen Vater?
Eie schüttelt den Kopf.
„Rein, Vater! Sei ruhig! Bei mit bist Du sicher. Aber ich weiß, Du hast ein gutes, edles Herz. Wenn ein Unschuldiger verurteilt werden sollte — um Deines Schuld willen... Du wirst dies selbst nicht zugeben!"
Noch mtzhr sinkt bet Mann in sich zusammen,