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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

SonrrLaasbeilaae: AlluttrirteS Sonntag-Matt.

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J2 154

vierteljährlicher Bezugspreis; btt der ErpLitiou 2 ML, bei allen Postämter« 2,25 M. texet. Bestellgeld).

AnserttonSgebühr: die gespaltene Zeile oder vcrcn Raum 15 Pfg.

Reclamen: die Heile 80 Pf«.

Marburg

Donnerstag. 4. Juli 1907.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlage Joh. Aug. Koch, UnivcrsttätS-Buchdnickerei

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

42. Jahrg.

Zweites Blatt.

Bestellungen für das dritte Quartal auf die »Oberhessische Zeitung" nebst ihren ----- -Beilagen werden von unserer Expedition Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch Hain, Neustadt und Wetter, sowie von lallen Postanstalten und Landbriefträgern ent- Degengenommen.

Die Teilung des Reichsamts -es Innern.

C Die Behauptungen, daß die angekündigte, oder vielmehr in Erwägung gezogene Teilung des Reichsamts des Innern derart durchgeführt werden solle, daß ein selbständiges Reichs-Ar­beitsamt oder ein Reichsamt für Sozialpolitik errichtet werde, beruhen auf Vermutungen. So leicht, wie man vielfach anzunehmen scheint, läßt sich die Teilung der miteinander verwachsenen Aufgaben, die dem Reichsamt des Innern zuge­wiesen sind, nicht bewerkstelligen. Zudem würde die Abzweigung der sozialpolitischen, bezw. die Wohlfahrt der Lohnarbeiter betreffenden Ob­liegenheiten von dem Reichsamte des Innern, und ihre Absonderung in einer selbständigen Zentralbehörde schweren Bedenken begegnen.

Es ist in weiten Kreisen viel zu wenig be­kannt, welchen Umfang die Eeschäfte des Reichs­amts des Innern haben und von welcher Viel­seitigkeit sie sind. Das Reichsamt des Innern ist in vier Abteilungen gegliedert: Der ersten Abteilung unterstehen alle Angelegenheiten, die die Verfassung, die Behörden und Beamten, die Staatsangehörigkeit, die Polizei, Vereins- und Fremden-Polizei, das Postwesen, die Auswan­derungssachen, sowie alle nicht anderen Aemtern zugewiesenen Reichsangelegenheiten betreffen. Die zweite Abteilung hat sich mit folgenden Auf­gaben zu befasien: mit den sozialpolitischen An­gelegenheiten, deck gewerblichen Sachen ein­schließlich des Versicherungswesens, dem Ee- noffenschafs-, Aktien- und Hypothekenbankwesen, sowie den Freizügigkeits- und Armensachen. Die dritte Abteilung ist zuständig für das Medi­zinal- und Veterinärwesen, die Angelegenheiten des geistigen Eigentums, Patentwesen, Modell-, Marken- und Musterschutz, See- und Binnen­schiffahrt, Fischerei, sowie Maß- und Eewichts- wesen. Die vierte Abteilung endlich umfaßt das Bank-, Börsen- und Münzwejen, die Handels- und Wirtschaftsangelegenheiten sowie die .Statistik.

Aus diesem Verzeichnis der Aufgaben, die dem Reichsamte des Innern überwiesen sind, ivird man ersehen, daß die Halbierung der Ge­schäfte ein recht schwieriges Unternehmen ist, zu­mal die den einzelnen Abteilungen übertra­genen Obliegenheiten vielfach aus einer Abtei­lung in die andere hinübergreifen und ohne weiteres mechanisch nicht getrennt werden kön­nen. Man hat sich schon bisher damit geholfen, Einzelne Sonderorganisationen zur Entlastung der Zentralbehörde, doch unter deren Aufsicht einzurichten. Diese sind folgende: 1. Zentral­direktion der Monumente Germaniae histo- riae. 2. Die Reichskommissare für das Auswan­derungswesen. 3. Die Reichsschulkommission. 4. Technische Kommission (für Seeschiffer usw.). 6. Ständige Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt. 7. Börsenausschuß. 8. Berufungskammer in Börsen-Ehrengerichtssachen. 9. Bundesamt für Heimatswesen. 10. Schiffsvermessungsamt. 11. Disziplinarhof und Disziplinarkammern. 12. Oberseeamt. 13. Statistisches Amt. 14. Normal- pichungskommission. 15. Reichsgesundheitsamt. 16. Reichspatentamt. 17. Reichsversicherungs­amt. 18. Physikalisch-technische Reichsanstalt. 19. Kolonrulamt zu Kiel und 20. Aufsichtsamt für Privatversicherung.

Wenn also wirklich der Plan bestände so­viel verlautet, war der bisherige Staatssekre­tär Graf von Posadowsky dafür gewonnen, ein Reichsarbeitsamt zu errichten, so würde dies vermutlich eine Organisation ähnlich den vor­stehend aufgezählten, also keinesfalls ein selb­ständiges Reichsami werden. Immerhin aber würde auch die Errichtung eines nicht selbstän­digen Reichsarbeitsamts schwere Bedenken un- terliegen; denn es würde stets Gefahr laufen.

für die sozialdemokratische Propaganda ausge- nützt zu werden. Gerade jetzt macht ein Artikel die Runde durch die sozialdemokratische Presie, in dem die Absicht, ein solches Reichsamt klaffen­kämpferisch auszugestalten, deutlich kundgetan wird. Darin heißt es, die bisherige Behörden­organisation bedürfe einer wesentlichen Ergän­zung:Sie muß nämlich durch weitgehende Be­teiligung der Jntereffenten aus dem bureaukra- tischen Schematismus gelöst werden. Das Reichs­amt für Sozialpolitik muß die Krönung einer umfassenden organischen Gliederung aller in unserer Volkswirtschaft tätigen Elemente wer­den. Die sozialdemokratische Partei Deutsch­lands hat derartige Gedanken seit langer Zeit schon parlamentarisch und publizistisch mit Nach­druck vertreten."

Auf eineHalbheit" in dieser Hinsicht will die Sozialdemokratie sich nicht einlaffen.Wir können so heißt es in dem erwähnten Artikel weiter nur einer solchen Einrichtung unsere Zustimmung geben, die uns einen direkten Ein­fluß der Arbeiter-Organisationen auf die So­zialpolitik des Reiches gewährleistet. Hebet die Einzelfragen der Einrichtung werden wir gern mit uns reden laffen, denn es kommt uns nicht auf die Form, sondern auf die Sache an. Da die Teilung des Reichsamts des Innern, wie immer sie auch vorgenommen werden mag, nicht ohne etatrechtliche Folgen sein kann, so muß sie dem Reichstag zur Genehmigung vorgelegt werden. Da will es uns höchst wünschenswert erscheinen, daß die sozialdemokratische Fraktion die Ge­legenheit zur Vorlage eines gründlich durchge­arbeiteten und umfaffenden Eesetzesvorschlags nicht ungenützt vorübergehen ließe."

Hieraus dürfte ersichtlich sein, daß es ein sehr bedenkliches Experiment sein würde, in irgend einer Weise den sozialdemokratischen Wünschen entgegenzukommen. Selbst dieHalbheit" eines abhängigen Reichsarbeitsamtes würde der So­zialdemokratie immer nur dazu dienen, auf diese Abschlagszahlung" hin weitgehende Forder­ungen zu stellen und die Arbeiterschaft aufzu­hetzen.

Marburg «nd Umgrgend.

(Nachdruck aller Criginolartifd ist gemäß § 1b bei Urheberrecht« nur mit der deutlichen Quellenangabe .Lberhefl. 8tg.* gestattet)

3. Juli.

M. K. Die Witterung des Juni 1907. Noch auf lange Zeit hinaus und bei vielen der jetzt Lebenden wird der verwichene Juni in naßkal­ter, wenn nicht noch schlimmerer Erinnerung bleiben. Während der Luftdruck im Verlauf des ganzen Monats sich auf den abnorm hohen Mo­natsmittel von 759.4 mm hielt und das normale Mittel noch um 4 mm überstieg, befand sich die Temperatur in fast fortwährendem Schwanken zwischen rasch steigender, wenn auch nicht ab­norm hoher Tageshitze (Max. am 28. VI. mit 24,6° C) die denn regelmäßig Gewitter herbei­führte und empfindlicher Abkühlung (Min. 6,0° am 17. VI.). So kam es denn, und zwar nicht wenig durch die in den meisten Nächten stattfindende Temperaturerniedrigung unter­stützt, daß die Mitteltemperatur des Juni statt der normalen 16,8° nur 14,8 C betrug. Es muß also der Juni 1907 zu den kühlsten, seit 1842 da­hier beobachteten Junimonaten gerechnet wer­den,' kühler waren nur noch die gleichnamigen Monate in 1844, 1869, 1871, 1882, 1884, 1892 und 1898. Daß übrigens die abnorm geringe Wärmeentwickelung des Juni 1907 der Vegeta­tion nur sehr wenig Nachteil gebracht hat, das lehrt ein kurzer Blick auf die Entwickelung und den Bestand der Gärten, Felder und Wiesen am Monatsende! Obgleich im Juni einige recht schwüle Tage vorkamen, so blieb der Waffer- dampfgehalt der Luft, im Mittel 8,7 gr pro cbm hinter dem normalen (9,9 gr) zurück; die feuchteste Luft hate mit 12,0 gr der gewitter- hafte 29. Juni. Daß, wie wir schon früher in der Darstellung des Witterungscharatters des Juni betonten, gerade dieser Monat in den mei­sten Jahren einen feuchten Verlauf zu nehmen pflegt, hat auch der diesjährige bewiesen. Bei einer fast fortwährenden westsüdl. Strömung und einer mittleren Bewölkung von 68 %' fiel an 16 Tagen Niederschlag (Regen, einmal mit leichtem Hagel) in einer Gesamtmenge von 97,0 mm also 37 mm mehr als normal dem Juni zukommt. An 9 Tagen wurden nahe oder ferne Gewitter beobachtet; besonders hefttg war das Nachmittagsgewitter des 10., während die am 24. Juni morgens 11 Uhr aus Südweft ein- setzende und bis weit nach Norddeutschland hin sich erstreckende Gewitterböe meteorologisch höchst

intereffant war. Der Schaden, den die Juni- gewitter auf weite Strecken hin durch Blitz, Hagelschlag und Wolkenbruch anrichteten, war sehr groß und noch stehen genauere Berichte über die Verwüstungen durch die Gewitter vom 28. und 29. in Ostwestfalen, Lippe, Grafschaft Schaumburg und Witzenhausen nebst Umgegend, wo die ganze Kirschenernte vernichtet sein soll, zur Stunde noch aus. Die über die Entwicke­lung des Pflanzenlebens im Juni, welche einen ganz normalen Verlauf nahm, gemachten Beob­achtungen sind mit wenigen Worten darzu- stellen: Die verschiedenen Rosen begannen um den 5. zu blühen, als der Flieder eben am Ver­blühen war; am Monatsende entwickelte die Rose ihre volle Blütenpracht; Akazie, Sambucus, Jasmin und Clematis blühten um den 6., wäh­rend der Rotdorn verblühte. Heuernte begann am 11. im Lahntal unterhalb Marburg, bald auch im Ohmtale; sie konnte wegen Ungunst der Witterung im Juni nicht ganz beendet werden. Johannisbeere begann am 18. sich zu röten. Linde in der Frankfurterstraße blühte am 26.

* Rosenduft. Um ein Zimmer mit Rosenduft zu erfüllen, sammelt man im Sommer die Ro­senblätter (am besten duften die Blätter der Centifolie) und schichtet dieselben frisch mit etwas flüchtigem Salz (Ammoniak) in Stein­töpfe sehr fest ein, beschwert sie mit einem Stein und verbindet den Topf luftdicht mit Blase. Im Winter eine Kleinigkeit von diesen also ein­gesalzenen Rosenblättern auf die Ofenplatte ge­legt natürlich darf diese nicht so heiß sein, daß die Rosenblätter sengen erfüllt das Zimmer den ganzen Tag über mit Duft.

* Wie gefährlich es ist, nach dem Genuß von Kirschen Wasser zu trinken, zeigt der folgende betrübende Fall. Zwei 7- bis 8-jührige Knaben in der Neuen Glogauerstraße in Liegnitz hatten sich an Kirschen satt gegessen, und tranken hierauf Waffer. Die Folge davon war, daß nach einem schweren Unwohlsein am anderen Tage bereits beide Knaben starben.

"Schont die Felder und Wiesen! Wir befin­den uns gegenwärtig in der Zeit, wo die Feld­früchte zu reisen beginnen. Die Landleute sehen mit Sorgen der Zukunft entgegen, da ihnen die Heu- und Klee-Ernte den Unterhalt für ihr Vieh im Sommer sowohl wie für den nächsten Winter bringen muß. Leider wird den Land­bewohnern von Spaziergängern vielfach dadurch großer Schaden zugefügt, daß Kinder und selbst Erwachsene die Felder und Wiesen betreten, um Blumen zu pflücken. In unbesonnener Weise wird dabei die Gras- und Halmfrucht niederge­treten, um eine Hand voll Blumen zu erbeuten, die in den meisten Fällen in der nächsten Wirt­schaft, in die man einkehrt, achtlos liegen bleiben. Sonntags sieht man oft in den ver­schiedenen Sommerwirtschaften auf den von Gästen verlassenen Tischen ganze Bündel solcher Blumen verschmäht liegen, durch deren Pflücken den Wiesenbesitzern empfindlicher Schaden zuge­fügt worden ist.

Hrssen-Nasiilll und Nachögrgebiete.

Landau (Waldeck), 30. Juni. Bei dem gestrigen schweren Gewitter schlug der Blitz in das Wohnhaus des Ackermanns Heinrich Behr und zündete leider, sodaß in wenigen Minuten das ganze Haus in Flammen aufging und die Bewohnerschaft nichts als das nackte Leben retten konnten. Zwei Schweine, sowie mehrere Stück Geflügel wurden getötet bezw. kamen in den Flammen um. Die Freiwillige Feuerwehr war prompt zur Stelle und beschräntte das Feuer auf seinen Herd. Leider hat der Abge­brannte von Möbeln usw. nichts versichert.

Eschwege, 30. Juni. Ein originelles Gesuch um Strafaufschub hat ein zu vier Wochen Ge­fängnis verurteilter Landbewohner im Januar an den Kaiser gerichtet.Ich beuge mich vor der Magistät seinen Füßen, ich habe 4 Wochen Gefängnis abzubüßen. Das ist für mich eine große Last, ich möchte sie abmachen, wenn es mir paßt. Sr. Majestät zu seinem Geburtstag ein dreifach donnerndes Lebehoch!"

Oberkalbach, 30. Juni. Einem nach dem be­nachbarten Eichenried gesandten Casseler Krimi- nalschutzmann ist es erfreulicherweise gelungen, den Täter, welcher das neuliche Feuer dortselbst angesteckt hat, in der Person des eigenen Sohnes des abgebrannten Bauern zu ermitteln und zur Untersuchungshaft zu bringen.

Schmalkalden, 30. Juni. Der hessische und hennebergische Geschichtsverein wird im Juli eine Ausstellung von Altertümern veranstalten, die ein Bild aus Schmalkaldens Vergangenheit bieten soll.

Frankfurt, 30. Juni. In einem Zimmer der Hilfsärzte der chirurchischen Abteilung des Städtischen Krankenhauses fand man vorgestern in einem Regal unter Büchern und alten Pa­pieren vier mit Gravüren versehene Kupfer­platten, daneben eine Radierfeder rmd ein Päckchen mit Reservrmcheln. Die Oberflächen

der Platten zeigten künstlerisch ausgeführke Gravüren der Vorder- und Rückseiten von Zwanzigmark- und Fünfmarkscheinen. Man nimmt an, daß die Falsifikate von einem In­sassen des Krankenhauses dorthin gebracht worden sind. Die Polizei hat umfangreiche Untersuchungen angestellt, die aber bis jetzt ohne Erfolg geblieben sind.

Langenaubach, 1. Juli. In dem Steinbruch­betrieb der GewerkschaftKonstanze" verun­glückte am Samstag Nachmittag der 25jährig« Bergmann Weiß von hier, der Sohn einer Witwe durch herabfallendes Gestein tötlich. Gleich nach seiner Einlieferung ins Haigerer Krankenhaus erlag der Bedauernswerte seinen Verletzungen. Im gleichen Betrieb wurde zwei Tage früher ein Italiener ebenfalls schwer ver letzt, sodaß seine Ueberführung ins Haigerer Krankenhaus notwendig ward.

Betzdorf, 1. Juli. Die Kruppsche Bergver­waltung in Kirchen wird derBetzd. Zig." zu­folge nach hier verlegt. Für Burcauzwecke ist das Dr. Euteneuersche Wohnhaus für den Preis von 40 000 M erworben worden. Für den je­weiligen Direktor wird ein Wohnhaus auf dem Stößchen, dem Felsvorsprung bei dem Hote' Deutsches Haus" erbaut, wofür die Gemeinde den Bauplatz käuflich abgegeben hat. Für Kir­chen bedeutet diese Veränderung einen schmerz­lichen Verlust. Ausschlaggebend ist die günstigere Lage Betzdorfs, die so hoch veranschlagt wird, daß selbst so alte, wir möchten fast sagen historische Beziehungen, wie sie zwischen Krups und Kirchen bestanden haben, nichts mehr gelten.

Darmstadt, 30. Juni. Verhaftet wurde gestern in Lampertheim, lautRhein. Kur/ durch die Gendarmerie der 20 Jahre alte rohe Wüstling Philipp Beyerle daselbst, der am Freitag im Felde in der Nähe des Ortes eine 53 Jahre alte Frau aus Bürstadt überfiel und zu vergewaltigen suchte. Als die energische Gegen­wehr der Frau ihn an der Ausübung der Tat verhinderte, nahm er, wohl aus Furcht vor Ver­rat, der Frau die Sichel ab und brachte ihz zuerst mit der stumpfen Seite und dann mit del Spitze eine Anzahl gefährlicher Hiebe im Gesichf und am Kopfe bei, sodaß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Als die Sichel zuletzt im Köpft stecken blieb, ging der Lustmörder durch. Bei seiner Festnahme leugnete er zunächst, f-rt banr aber vor dem Amtsrichter in Oc"" s:? Ta' eingestanden.

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HochjÄulnachrichten.

X Zur Ausländerfrage an bet Berliner Universität. Nunmehr raf­fen sich die Berliner Behörden energisch gegen das Ausländerunwesen an der dortigen Uni- versität aus. Man hat neuerdings entdeckt, daß an der Spitze der Berliner Geheimgruppe der russischen Sozialdemokratie sieben Vertrauens« männer der armenischen, lettischen, polnischen usw. russischen Sozialdemokraten stehen, deren Namen und Adressen bei der Haussuchung auch festgestellt wurden. Diese sieben Vertrauens, leute, unter denen sich auch einige Frauen be­finden, werden in nächster Zeit ausge» wiesen werden. Die Behörden haben sich auch, demLok.-Anz." zufolge, an die Universi» tüt mit folgendem Ersuchen gewandt, um di« weitere Zuwanderung sozialdemokratischer und anarchistischer, russischer Studenten zu net* hindern. Zunächst sollen nur solche zum Studium zugelaffen werden, die nicht nur die nötige Vor- bildung, sondern auch die nötigen Mittel nach, weisen, daß sie ein Leben wie die deutschen Studenten führen können. Ferner sollen die. jenigen, die sich nicht des Studiums wegen, sondern aus politischen Gründen in Berlin auf« halten und ihre Immatrikulation nur als Aus­hängeschild benutzen, relegiert werden. Di« gleiche Strafe ist denjenigen russischen Stu» deuten, insbesondere den neu aufzunehinenden, anzudrohen, die den Lesehallen als Mitglied bei­treten sollten.

Wissenschaft, Kunst inib Leben.

# Ein afrikanisches Vineta. Nach Mitteil­ung derDep. Tun." wurde kürzlich an der Küste von Tunis eine bedeutende archäologische Entdeckung gemacht. Eine Anzahl von Schwammfischern kreuzte an der Küste bei Sfax, als kürzlich einer der Taucher berichtete, er hab« aus dem Grunde des Meeres die Ruinen einer ausgedehnten Stadt gefunden. Er tauchte noch­mals, drang in die Ruinen ein und brachte eine Anzahl Marmor- und Bronzestatuen ans Tageslicht, die nach Sfax befördert wurden. Der Führer des Schiffes, Kapitän Kallikouni, sprach die feste Ueberzeugung aus, daß diese Kunst- gegenstände nicht durch den Schiffbruch eines damit beladenen Schiffes in das Meer gekom­men sind, sondern daß sie zu einem Tempel ge­hören, der vor vielen Jahrhunderten mitsamt der dazu gehörigen Stadt von den Fluten ver» schlungen worden ist. Der Taucher der di« erste