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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Marburg
Sonntag. 23. Juni 1907.
Erscheint wöchentlich sieben mal. __
Druck und Verlag' Joh. Lug. Koch, UnivcrsitätS-Buchdruckerel 42.Jayrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Zweites Blatt.
Rückblick.
Während im Haag die Friedensglocken läuten, deren Klang die Völker der Erde besänftigen und versöhnen soll, während man daselbst mit dem Gedanken umgeht, den Grundstein zu einem Friedcnspalaste zu legen, dessen Türen allezeit den Sendlingen Friede suchender Nationen zu Vergleichs- und Einigungsverhandlungen offen stehen sollen, gewährt das Welttheater einen nichts weniger als friedfertigen Anblick. Mutz es nicht als eine Ironie der Weltgeschichte erscheinen, datz der Beginn der Haager Konferenz zeitlich zusammenfiel mit der Auflösung der russchen Volksvertretung, durch welche das gewaltige Reich des Zaren, von dem bekanntlich die Anregung für den Friedenskongretz ausgegangen ist, neuen schweren Krisen entgegengeführt wird! Ist es nicht ein eigenes Zusammentreffen, datz, während die Friedenskonferenz in der holländischen Residenz tagt, Südfrankreich sich im offenen Aufruhr gegen die Negierung der Republik befindet, datz in Narbonne und Montpellier Barrikadenkämpfe und Kundgebungen stattsanden, die blutige Opfer forderten! Türmen sich nicht in der mühselig zusammengehaltenen Doppelmonarchie an der Donau schwierige politische Fragen auf, deren befriedigende Lösung immer aussichtsloser erscheint? Scheint es nicht, als ob in Teheran der Pfauenthron des Schahs ins Schwanken gekommen sei, während in der Nordwestecke Afrikas die fcherifische Majestät vor ihren gläubigen und ungläubigen Untertanen und noch vielniehr vor ihren „freund- willigen" Nachbarn aus dem Lande der Franzmänner zittert? Und endlich bereitet sich nicht ganz ferne, jenseits der Meere ein Konflikt vor zwischen den „Söhnen der atlfgehenden Sonne", den gelbhäutigen Japanern und den Amerika-, nein, die schon längst mit Mitztrauen und Neid die Fortschritle der rührigen Inselmongolen verfolgten!
Trotz dieser Häufung gefährlicher Konfliktstoffe hat die vom Herrscher aller Reutzen angeregte Diplomatenversammlung ihre Beratungen ausgenommen. Allein schon jetzt kann es gesagt werden: es ist kein frischer, ehrlicher Geist, der die zweite Friedenskonferenz beherrscht. Recht bezeichnend hierfür ist die geradezu ängstliche Heimlichtuerei. Als am 19. d. Mts. die Konferenz im Rittersaal zu ihrer zweiten Vollsitzung zu- sammentrak, war wiederum die Oeffentlichkeit strengstens ausgeschlossen. Schon dies zeigt, wie recht die Pessimisten hatten, die von der neuen
Marburger
Studenten - Erinnerungen.
Von L. M ü l le r.
(Fortsetzung.)'
Ei» Mitgründer des Corps Hasto-Rastooia.*)
Am 29. Dezember 1886 feierte ein alter Marburger Bekannter seinen 70. Geburtstag, nämlich der Professor der Physiologie Ludwig in Leipzig. B. Fr. Wilhelm Ludwig war Ehrenmitglied und Begründer des Corps Hasto- Nassovia im Jahre 1839. Er studierte Medizin in Marburg und hat als Student das seltene Beispiel gegeben, datz man als Corpsbursche die Freuden des Etudentenlebens vollständig geniesten und dabei sein Studium eifrig und erfolgreich betreiben kann. Während er in den ersten Semestern hervorragendes Mitglied des angesehenen Corps Guestphalia gewesen war, hatte er sich noch gegen Ende seiner Studienzeit zur Aufgabe gestellt, den damals bei den Verbindungen bestehenden etwas ausgeartsten Ton durch Stiftung eines neuen Corps mit,feinerer Richtung zu heben. Durch Stiftung des jetzt noch blühenden Corps Hasso-Rassovia im Jahre 1839, dessen Ehrenmitglied er später wurde, hat er seinen Zweck erreicht und sich um das Marburger Studentenleben sehr verdient gemacht. Im Alter von 26 Jahren habilitierte sich Ludwig als Privatdozent an der heimatlichen Universität Marburg, die ihn 1846 zum Professor der vergleichenden Anatomie beförderte, wo er bis 1849 blieb und dann einem Ruf nach Zürich folgte; er starb in Leipzig.
Studentenleben um 1858 in Marburg.
In seiner Selbstbiographie schreibt der ver- vcrstorbcne E.-R. Professor F. Melde aus seiner
1848 war Prof. Ludwig Mitglied des Vaterlanösvereins in Marburg, er beteiligte sich mit Eifer an der damaligen Bewegung des Volkes
Friedenskonferenz nur eine Vermehrung der bestehenden Streitigketen erwarteten, die sich ja auch schon im voraus bei den Kämpfen um das Konferenz-Programm abgespielt haben. Aeutzer- lich freilich verläuft alles in schönster Ordnung, und die von den Zeitungsberichterstattern ausgehorchten Diplomaten können nicht genug betonen, datz überall und namentlich in den wichtigsten Streitfragen zwischen den Hauptgegnern das allerschönste Einvernehmen bestehe. In Wahrheit liegt die Sache so, datz die Mächte sich fast zu keinem einzigen der 5 Programmpunkte, aus die sic sich „grundsätzlich, aber unter Vorbehalten" geeinigt haben, eine gleichmähig zustimmende Stellung einnehmen. Wie bekannt, handelt es sich bei diesen 5 Programmpunkten um folgendes:
Erstens um die Ausgestaltung der Haager Beschlüsse betreffend die friedliche Schlichtung internationaler Streitigkeiten in den Bestimmungen über das ständige Haager Schiedsgericht.
Zweitens um Ergänzung der Haager Beschlüsse betreffend de Gesetze und Gebräuche des Landkrieges, unter anderm durch genauere Bestimmungen über den Beginn der Feindseligkeiten und über die Rechte der Neutralen zu Lande. Insbesondere soll die bereits abgelaufene Deklaration von 1899 betreffend das Verbot, aus Luftschiffen explosive Stoffe auf feindliche Ortschaften fallen zu lassen, erneuert werden.
Drittens soll ein Abkommen getroffen werden über die Gesetze und Gebräuche des Seekrieges, wobei namentlich die Fragen des Bombardements von offenen Häfen, der Legung von Seeminen. Umwandlung von Handelsschiffen in Kriegsschiffe, Schutz des Privateigentums zur See, die Frage der Kriegskonterbande und der Versenkung von neutralen Prisen zur Beratung stehen. Viertens soll, die Ausdehnung der Genfer Konvention auf den Seekrieg erörtert werden, und
fünftens schlägt Grotz-Vritannien mit der Unterstützung von Spanien und Amerika eine Abgrenzung der Rüstungen vor, ohne sreilich bis jetzt klar die Wege gekennzeichnet zu haben, auf denen es dies Ziel erreichen will. Dazu kommt dann noch der geplante Antrag Drago, der den europäischen Mächten verbieten will, Schulden süd- amerikanischer Staaten mit Waffengewalt beizutreiben.
Sehen wir von dieser fantasievollsten völkerrechtlichen Blüte ab, so schien anfangs der englische Abrüstungs-Antrag den Hauptzankapfel der ganzen Konferenz zu bilden. Es ist auch über allen Zweifel klar, datz England diesen Antrag in der Hoffnung eingebracht hat, Deutschland damit in die Ecke manöverie- ren zu können. Diese freundliche Absicht ist aber
Studentenzeit: 1853 bezog ich mit meinem Bruder Wilhelm die Universität Marburg. Wir wohnten damals beim Instrumentenmacher Schneider in der Wettergasse in einem gemeinsamen Logis. Der Ausblick nach Spiegelslust war entzückend. Wir hatten damals manchen Freund und Bekannten beim Corps Hasso-Nassovia und schlosien uns diesem als sog. Stockkneipanten an. Denn um Corpsburschen zu werden, dazu hatten wir keine Mittel. Nach zwei Semestern ging mein Bruder weg, und ich schloß mich keiner Verbindung mehr an. Bei studentischen Korporationen wurde ich jedoch gern gesehen, so datz ich häufig auf ihren Kneipen erscheinen konnte. Auch beim Wingolf hatte ich einige Bekannte, mit denen ich mehrere Semester verkehrte, doch waren es hauptsächlich die beide: Corps der Nassoven und Teutonen, mit denen ich verkehrte, wie denn mein Sohn Richard später im Corps Teutonia einsprang. Das damalige Marburger studentische und das übrige gesellschaftliche Leben war wesentlich anders wie heutzutage. Marburg hatte 230 bis 250 Studenten und diese waren, einige Ausländer abgerechnet, meistens Söhne hessischer Beamten und aus hessischen Familien. Es kam daher vor, datz ein Student fast alle seine Kommilitonen kannte, und im Zusammenhang hiermit herrschte ein patriarchalisches Lebe». Ein Luxus bei den Studenten war nicht üblich, weder im äußeren Leben noch im Esten und Trinken. Auswärtige Biere trank man damals nicht, die Marburger Brauereien stillten allein den Durst, der übrigens damals gerade so groß war wie heutzutage, nur war er mit viel weniger Geld zu stillen. Ein Student, der einen Wechsel von 300 Taler besaß, galt für gut situiett. Die Assistenten in den Kliniken und den paar anderen Instituten bekamen 200 Taler, und wohl selten kams vor, daß diese Herren einen besonderen Zuschuß von Hause beanspruchten. Ich habe die längste Zeit als Student für 30 Pfennige zu Mittag gespeist und mit mir viele andere. Das Abendeffen fm Museum
vereitelt durch die vom deutschen Reichskanzler abgegebene Erklärung, daß unsere nationalen Jnteresten uns nicht gestatten, uns an der Erörterung dieser Frage zu beteiligen. Damit war diese ganze Angelegenheit natürlich prakttsch erledigt, und die Engländer scheinen es beinahe müde geworden zu sein, diese Rolle zu Ende zu spielen. Dies findet auch eine Bestätigung darin, daß der deutsche Delegierte, Freiherr von Marschall, einem Berichterstatter der italienischen „Tribuna" gegenüber ausgesprochen haben soll, er glaube nicht, daß bie Abrüstungsfrage zu Schwierigkeiten führen werde.
In allen anderen Punkten tritt indesten der Widerstreit der Jnteresten sehr deutlich hervor. Der Versuch, das fakultative Schiedsgericht im Haag zu einem obligatorischen zu machen, das unter allen Umständen angerufen werden müßte, wird auf starken Widerspruch stoßen. Die Forderung betreffend den Beginn der Feindseligkeiten entspricht den Erundanschanungen aller europäischen Kulturvölker. Aber der japanisch-russische Fall beweist, wie schwer cs sein wird, diese Forderung in der Praxis durchzuführen.
Die im vierten Punkte des Programms geforderte Anwendung der Genfer Konvention auf den Seekrieg ist gleichfalls theoretisch ganz aussichtsvoll. Aber die Verwendung von Dum- Dum-Eeschosten im Vurenkriege zeigt, daß England nicht einmal zu Lande an die Genfer Konvention sich kehrt. Es hat noch jüngst amtlich den Grundsatz ausgesprochen: „Das Völkerrecht muß durch Einschränkung der feindlichen Operationen so ausgestalte tw erden, wie es der Aufrechterhaltung der Sicherheit Englands entspricht." Dieser von erfrischender nationaler Selbstsucht zeugende Grundsatz tritt ja auch in dem zweiten Programmpunkte englischerseits geäußerten Wunsche hervor, die Deklaration von 1899 zu erneuern. England befürchtet freilich nicht so sehr, daß offene Städte aus Luftschiffen mit Sprengbomben beworfen werden, als daß diese einstweilen freilich noch recht fragwürdige, aber vielleicht doch entwicklungsfähige Waffengattung im Seekriege früher oder später eine für Englands Flotte verhängnisvolle Rolle spielen könnte.
England geht eben bei seiner ganzen Politik von der naiven Auffastung aus, datz unser Herrgott ihm die Welt zum persönlichen Spielzeuge geschenkt habe. Und es wird ernsterer geschichtlicher Abwandelungen als dieser Friedenskonferenz bedürfen, um es hierin zu anderen Anschauungen zu bekehren.
Dies tritt namentlich auch in dem meistum- strittenen dritten Punkte des Programms her
kostete bei Quentin 20 Pfennige. Somit war in Marburg billig leben, zumal da die Wohnungen sich im Preise zwischen 10 bis 18 Taler im Semester bewegten. Für den letzteren Preis wohnten nut sehr wenige, nut . Bestsituierte. Meiner musikalischen Fertigkeit wegen war ich in den Familien gern gesehen und erhielt ost Einladungen, zumal da die junge Damenwelt, gerade wie heute, den Bruder Studio gerne sah und ihm freundlich entgegenkam. Es wurde in solchen Gesellschaften einfach gespeist, musiziert und oft ein Tänzchen arrangiert usw. Geh.- Rat Prof. Franz Melde starb am 17. März 1901 in Marburg, 69 Jahre alt, er war eine sehr populäre Persönlichkeit.
Das Stipendium.
Wie es früher mit Stipendien in Marburg gehalten wurde, mag folgender Vorfall bartun. Seit 1827 war ein Student der Chirurgie, Namens Klockenbring, in Marburg, welcher feit 1831 ein Stipendium aus den Einkünften des fekularifierten Klosters Möllenbeck bei Rinteln bezog. Nachdem im Anfang der vierziger Jahre der von den Corps angenommene Paukarzt Müller, genannt Mohrenpinscher, nach Amerika ausgewandert wat, wurde dieses Amt an genannten Klockenbring übertragen wo'Lr et von jedem Mitglied der Corps für das Semester 2 Taler als Honorar erhielt. Dafür mußte er bei jeder Paukerei zugegen fein und die Verwundung ärztlich behandeln"). Klockenbring verwaltete dieses Amt bis zu Anfang bet fünfziger Jahre, bem Beginn bet hessischen Reaktion. Et bezog immer noch, trotzdem et feine Kollegien mehr hörte, das Möllenbecksche Stipendium bis zum Iahte 1857, in welchem Iahte das Kurfürstliche Ministerium ihm dasselbe entzog. Klockenbring wohnte im Renthof im Rösterschen
*) Das Pauklokal stand damals im deutschen Hause, hinter der Elisabethenkitche, und der alte Harms, der Großvater des jetzigen Fechtmeisters, erteilte Fechtunterricht.
vor, der die dringend wünschenswerte Reform des Seekriegsrechtes anstrebt. Deutschland hat hierzu den Antrag auf Einsetzung eines internationalen Prisengerichtes gestellt. Die Betechttgung dieses Antrages ist über allen Zweifel klar; denn es bedeutet geradezu eine heillose Rechtsunsicher- heit, daß bisher die kriegführende Macht selbst das Prisengericht ernannte. Vor der Reform de» Seekriegsrechtes hat die Erste Haager Konferenz infolge des englischen Einspruches Halt machen müssen. Inzwischen ist durch englische und russische Hebelgriffe die Notwendigkeit einer klareren Bestimmung bargetan, aber die englische Haltung ist nut in Einzelheiten und nicht im Grundsätze eine andere geworden. Weil man nämlich in England erkannt hat, datz im Falle eines Seekrieges auch England gelegentlich ein stärkerer Teil seiner Zufuhr abgeschnitten und damit die Ernährung der Bevölkerung erschwert werden könnte, ist man jetzt zu dem „Zugeständnisse" geneigt, bas Privateigentum zur See al« unantastbar zu erklären. Dagegen verlangt Eng- lonb bie Beibehaltung bes Rechtes auf Blockade offener Häfen unb fordert wiederum das Verbot des Legens von Seeminrn. Zu deutsch: England will seine eigene Zufuhr gesichert wissen, will aber mit seiner überwiegenden Flotte feindlich« offene Häfen bombardieren dürfen und will sich hierin und in dem Angriffe auf feindliche Küsten nicht durch Seeminen gehindert sehen. Run haben die schwimmenden Minen, die aus bei Koreastraße weit hinaustrieben, in bei Tat ein« heillose Gefährbung bes ganzen neutralen See- hanbels gezeigt. Anderseits kann aber ein Land mit langgestreckter Küste, wie Deutschland z. B., nicht auf die Verteidigung durch Seeminen verzichten. Ebenso kann Deutschland in die Freiheit des Privateigentums zur See nur unter der Voraussetzung willigen, daß auch das Blockaderecht fällt. Entweder beides oder kein« x>on beiden!
Es versteht sich ganz von selbst, daß Deutschland entsprechend seiner klar vor der,Welt liegenden Ueberlteferung für die volle Anwendung der Grundsätze des Landkrieges auf den Seekrieg grundsätzlich eintreten wird, aber die Preisgabe feiner natürlichen Jnteresten an englisch« Wünsche ist eine Forderung von unerlaubter Naivetät.
Deutsches Reich.
— Bundesrat. In der am 20. b. M. abgehaltenen Plenarsitzung bes Bundesrats wurde bei Vorlage über bie Nachträge zu ben Erunbsätzen über bie Besetzung der Subaltern- unb Unter- beamtenstellen mit Militäranwärtern bie Zustimmung erteilt. Annahme fanben ferner die
Garten, jetzt den Erben des Apothekers Hill« gehörig, in einer Dachstube; er wurde nun, da er völlig mittellos war, in seine Heimat verwiesen. Nach einiger Zeit krank, kam er nach der Irrenheilanstalt in Haina, wo er, obgleich ei nicht geisteskrank war, später gestorben ist. Auch Söhne höherer Staatsbeamte genosten Stipendien, welche auf diese Weise den weniger bemittelten Studenten entzogen wurden. Es gab Studenten in Marburg, die ihren ganzen Unter- halt während ihrer Studienzeit aus Stipendien bestritten und 3 bis 4 Jahre hier auf Kosten dieser und Rechnung ihres Hauswirtes ihr Leben fristeten und studierten. Das geringste Stipendium war der sogen. Freitisch, welcher bis zum Jahre 1849 in der Probstei gegeben wurde; es war ein gemeinsamer Tisch, wo bet letzte Earkoch Helbmann bie Küche besorgte. Nach Aufhebung besselben würben jebem Sti- »enbiaten pro Monat 6 Taler bafür ausbezahlk; für dieses Geld konnte er nun zu Mittag speisen, wo et Lust hatte. Gewöhnlich stellte bet Hauswirt dem Stubenten eine Bescheinigung aus, daß er bei ihm bas Mittagesten gehabt habe, biese unterschrieb Prof. Hessel, so gelangte sie bei bem Obervogt zur Auszahlung.
Abschied von Marburg.
Marburg, wir sah'n uns zum ersten Mal, Als Rauhteif die Zweige deckte, Als in der Sonne Frühmotgenstrahl Dein Bergschloß die Mauern reckte.
Marburg, wir sah'n uns zum zweiten Ma! Als Frühling durchritt bie Lande, Als mailufttrunken rauschte durchs Tal Der Lahnsttom im Silberbande.
Marburg, und hör' ich zum letzten Mal Die fröhlichen Butschenliebet — Marburg, dir gilt der letzte Pokalk Marburg, wann seh'« wir uns wieder?
W. Kcti'?r.
(Fortsetzung folgt.)