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mit dem Kreis-latt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Gottutaa-V-Uaaer ÄvußtrirteA «Miitom

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Neclamen: die Zeile 80 Pfg.

Marburg

Sonntag. 23. Juni 1907.

Erscheint wöchentlich siebe« mal.

Druck und Verlag' Joh. Slug. Koch, UniverfitätS-Bilchdruckerei

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

42. Jahrg«

Erstes Blatt.

Bestellungen für das dritte Quartal auf die

.Oberhessische Zei tung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch. Hain, Neustadt und Wetter, sowie von »llen Postanstalten und Landbriefträgern ent« Zegengenommen.

Deutschlands Einkreisung und Isolierung Englands Weltpolitik.

Wenn wir seit Monaten, ja seit Jahr und Tag immer wieder zu hören bekommen, England treibe Deutschland gegenüber Jsolierungs- jund E i n k r c i s u n g s p o l i t i k, d. h. es gehe darauf aus, Deutschland in die Enge zu treiben, jttm sich so seines gefährlichsten wirtschaftlichen Konkurrenten auf dem europäischen Fsstlande als solchen zu entledigen, so dürfte dieses poli­tische Schlagwort doch kaum dazu angetan sein, der großen Masse ein besonders klares Bild zu geben über das politische Weltkonzert, in dem Deutschland das Recht, auch ein Instrument zu führen, doch so schlechterdings bei allenfried­fertigen" Wünschen unsererFreunde" nicht ab­zusprechen sein dürfte. Sicherlich wäre wohl kaum etwas unangebrachter, als uns auch nur jeinen Augenblick dein trügerischen Glauben hin­zugeben, England sei unser politischer Freund, könnte es je fein; und alle Freundschafisbeteu- trungen, mögen sie kommen, woher sie wollen, tnögen als ihre Apostel die Vertreter englischer Städte oder der englischen Presse dienen, sie dür­fen uns nie darüber Hinwegtäuschen, daß wir in England unseren überzeugtesten Widersacher, «nferen zähesten Gegner zu suchen haben. Auch die sich immer von neuem wiederholenden Be­teuerungen, daß wir wirtschaftlich auf einander angewiesen seien, werden an der Tatsache nichts kndsrn, daß England den fühlbaren Druck, den das Emporblühen Deutschlands auf feine wirt­schaftliche und auch kulturelle Entwicklung aus­übt, nicht- als die liebenswürdig kosende Hand eines zärtlichen Bräutigams, der das Los seiner zukünftigen Lebensgefährtin in Freud und Leid teilen will, ansieht, sondern als die roher Ge­walt entspringenden Schläge eines rücksichtslosen Rivalen. Druck erzeugt Gegendruck, und Sieger wird der sein, der dem Gegendruck stand zu hal­ten weiß. Ist es aber nicht etwa eine etwas un­würdige Position, in die wir uns versetzen, wenn wir immer und immer wieder Klagelieder

14 «Nachdruck verboten.),

Heimweh nach Glück.

Roman von Erich Friesen.

'(Fortsetzung).

Hier ruht Pias Eedankengang für einige Augenblicke. Leise aufseufzend läßt sie dis Hand mit dem durchlöcherten Strumpf in den Schoß sinken. Eine Ahnung dämmert in ihrem Kopfe auf, daß dasElixier" der körperliche und viel­leicht auch geistige Ruin des Vaters ist.

Und wieder fliegen ihre Gedanken zurück diesmal nur um wenige Jahre. . . .

Noch entsinnt sie sich, als wäre es gestern ge­wesen, wie der Vater eines Tages auf einem Spaziergang durch die Straßen der toten Stadt Pompeji mit müder, resignierter Stimme zu ihr sagte:

Ich hab' das Reisen satt, Kind! Meine Ge­sundheit hält es auch nicht mehr aus."

So kehren wir zurück nach Damaskus?" fragte Pia erstaunt.

Da war dem Vater das Blut zu Kopf ge­schoßen und er hatte die Tochter mit solch' wildem Blick angesehen, daß sie nie wieder Da- mcrslus zu erwähnen wagte.

Roch erstaunter war Pia, als der Vater sie Tags darauf durch eine Masse Straßen vor die Stadt Neapel hinaus führte, bis an ein kleines, unansehnliches Häuschen.

Hier werden wir wohnen," sagte er mit filtern Seufzer der Erleichterung.Hier bin ich geboren; hier starben meine Eltern. Seit vielen Jahren ist das Häuschen nur von einer alten Frau bewohnt, die einst die Dienerin meiner Mutter war. Sie mag auch unsere Dienerin sein!"

Bald darauf hielt Professor Lambo mit seiner Tochter Einzug in das düstere Häuschen.

anstimmen über EnglandsPerfidien", die wir in seiner sogenannten einkreisenden Bündnis­politik erblicken sollen? Hat England nicht das volle Recht, das zu tun, was es im Interests seiner politischen Stellung für gut hält? Jeder ist seines Glückes Schmied, und wenn es Eng­land gelingt, unseinzukreisen" und zuiso­lieren", so kann feine Regierung sich dieses Er­folges freuen, zumal es gewißlich dieses Ziel weniger verfolgte, als in erster Linie das seiner politischen Stärkung, zu welchem Zweck es fremde Mächte heranzieht. Unsere Aufgabe aber ist cs, uns im Gefühl des Vollbesitzes unserer Kraft aufrecht zu halten, uns nicht in durchaus nutzlosen Jeremiaden zu gefallen, uns aber auch nicht betören zu lasten durch allzu friedliche Schalmeienklänge, welche von jenseits des Ka­nals zu uns in Form von inzwischen genügend gekennzeichneten Abrüstungs- bezw. Rüstungs- einschränkungsvorschlägen herüberklingen. An­dererseits sollen wir uns aber auch von unseren Vettern jenseits des Kanals nicht unnötig reizen lassen, um uns womöglich in gereizter Stimmung Blößen zu geben, durch die wir uns selbst unendlich viel schaden können. Dent kön­nen wir entgehen, wenn wir jede Gelegenheit wahrnehmen, die uns geboten wird, unser Ver­ständnis für England und seins Politik zu er­höhen. Das vermag in ganz hervorragender Weife ein soeben von dem bekannten Verlage von Karl Curtius» Berlin W. 35, heraus- gegsbenss Buch des bekannten Londoner Kor­respondenten derMünchener Allgemeinen Zei­tung" Dr. Hans Plehn, betiteltNach dem englisch-japanischen Bündnis" (3,50 <ll).

Der Verfasser, von dem bereits eine große Anzahl interestanter histori sch-politi scher Ab­handlungen in der Tagespreste und in Fachblät­tern erschienen ist, gibt in dem Buche seine Stu­dien und Beobachtungen wieder, die er während eines dreijährigen Aufenthalts in London ge­macht hat. Seine Absicht' ist es, die gegenwärtige weltpolitische Lage aus ihren' historischen Ur­sachen zu erklären, einen Abriß der Geschichte der Weltpolitik zu geben, soweit eine zeitgenöstische Geschichtsschreibung eben möglich ist. Dabei ergab sich aus der Natur der Dinge, daß die ostasiati­schen Verhältntste in den Vordergrund gestellt wurden und daß das englisch-japanische Bünd­nis, das der gegenwärtigen Weltlage die Sig­natur gibt, zum Ausgangspunkt gewählt wurde. Die Grundlagen und Ursachen der weltpoliti­schen Verhältnisse der Gegenwart werden in Hinblick auf Japan, Rußland und die Vereinig­ten Staaten in vorteilhafter Weise durch eine geschichtliche Uebersicht ihrer Politik entwickelt. Bei England wählte dagegen der Verfasser eine andere Methode. Hier schildert er zunächst die gesellschaftlichen, politischen und psycholo­gischen Faktoren, die der englischrn Politik zu Grunde liegen und deren Kenntnis zum

Das war vor sechs Jahren, und trotzdem in dieser Spanne Zeit sich nichts veränderte, nur, daß der Vater nervöser und nervöser wurde und seine Tochter zur herrlichen Jungfrau erblühte trotzdem erscheinen Pia diese sechs Jahrs wie eine halbe Ewigkeit.

Sie ist jung, kräftig und energisch, und ihre, kerngesunde Natur verlangt nach einer sie be­friedigenden Beschäftigung, verlangt nach Leben, verlangt nach Menschen, und außer dem Vater und der alten Astunta sieht sie fast nie­manden. Der Vater hat ihr aufs strengste ver­boten, je ohne ihn das Haus zu verlästert, und mit der ihr eigenen Gewissenhaftigkeit befolgte sie diesen Befehl aufs peinlichste.

Eine Abwechslung in dies ewige Einerlei brachte die plötzliche Meldung des Vaters, er müsse auf einen Tag verreisen. Er sah dabei so eigentümlich aus, halb verstört, halb tri­umphierend, daß Pia aufs heftigste erschrak. Doch sagte sie nichts; sie hatte sich daran ge­wöhnt, nie nach etwas zu fragen, was der Vater ihr nicht von selbst mitteilt. ... .

Pia beugt sich tiefer auf die Arbeit herab. Sie will nicht weiter grübeln. Wozu auch? Seins Pflicht tun, an welchem Platze es auch sei das ist Pias Grundsatz. An ihm will sie fefthalten.

Trotz aller guten Vorsätze heute vermag sie es doch nicht, die Gedanken ganz auf die geistestötende Handarbeit zu richten.

Ohne, daß sie es will, sind sie bei dem vor­nehmen Fremden angclangt. der vor etwa vier­zehn Tagen abends so urplötzlich in die Oede ihrer Wohnung hereingeschneit kam. . . .

Wie nannte er sich? ... Fürst Torlonia? Und er war ein alter Freund des Vaters? . . . Warum durste sie nicht bei dem Wiedersehen der beiden Freunde dabei sein? .. . Und warum, war der Vater so böse, als feinFreund"

Verständnis der englischen Politik notwendig ist. Diese find in der neuen deutschen Literatur noch nicht im Zusammenhänge gegeben und ihre Darstellung stillt hier vorteilhaft eine recht fühl­bare Lücke aus. Es ist hierbei den Erörterun­gen über die öffentliche Meinung und die Preste ein ziemlich breiter Raum eingeräumt worden.

Es dürfte an dieser Stelle zu weit führen, näher auf die einzelnen Kapitel einzugehen, so gerne wir in Hinblick auf ihren durchgängig überaus inkerestanten Inhalt dazu Gelegenheit nähmen; es feien nur einige der interessantesten Kapitel herausgegriffen, um auf diese ganz be­sonders hinzuweisen. Der Ursprung der W e l t p o l i t i k ist es, den der Verfaster zum Ausgangspunkt seiner Studien macht. Sehr richtig weist Plehn darauf hin, daß der an sich so einfache Begriff, Weltpolitik nicht selten durch ein dichtes Gewebe von Vorurteilen, Irrtümern und Mißverständnissen verdunkelt wird. Im Auslands nicht minder, wie in Deutschland wird das Wort Weltpolitik immer noch häufig in einer Weiss gebraucht, als sei es mit Anfüh­rungsstrichen einzurahmen, um den Leser oder Hörer zu erinnern, daß etwas Besonderes, Ge­heimnisvolles oder gar Gefährliches dahinter stecke. Was den Franzosen alspolitique mon­diale" den Engländern inworld policy" längst ein geläufiger Ausdruck ist, ruft in Deutschland, dem Ursprungslande des Begriffes, alsWeltpolitik" jene Mißverständnisse hervor, die wohl in dem sprachlichen Eleichklang mit Weltreich" liegen mögen; steigt bei diesem Worte doch rasch die Erinnerung an das römische Weltreich und das mittelalterliche Imperium über die Schwelle des Bewußtseins. Wie un­endlich bescheidener aber sind Wesen und Ziele der deutschen Weltpolitik, als die der römischen Imperatoren!

Nach kurzer Darlegung des europäischen Staatensystems, wobei dis Aufteilung Af­rikas berührt wird, beschäftigt sich Plehn mit dem O st asiatischen Problem, als dem Markstein und dem Ausgangspunkts unserer heutigen weltpolitischen Eepoche. Daß dem p o - litischen Verhältnis von England zu Japan eine ganz eingehende Behandlung zu teil wird, ist durch dis heutige weltpolitische Entwicklung bedingt und wird durch den für das Buch gewählten Titel bereits angedeu- tet. Wir sehen Japan sich aus seinen ersten po­litischen Anfängen der 50er und 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts heraus entwickeln, sehen es nach Aufhebung der Exterritoralität zu einer Großmacht emporsteigen. Es schließt sich an Europa an und zum ersten Mal geschieht es, daß eine europäische Macht mit einet asiati­sche« auf der Grundlage völliger Gleich­heit ein Schutz- und Trutzbündnis ab- schließt. Es ist das Bündnis Englands mit Japan, welches in Europa, mehr aber noch in den europäischen Kolonien in Ostasien auf

ihr die Hand zum Gruß bot? . . . Freilich, nur der Fürst nannte sichFreund" des Vaters! Der Vater selbst sprach von seinemFeind" seinemTodfeind" . . . Und dann von feinem Verbündeten, feinemKompagnon"! ...

Wie seltsam, wie beängstigend das alles ist!

Sie blickte sich um im Zimmer.

Ach, alles fehlte, was einen Wohnraum trau­lich und gemütlich macht! Mehr noch man sieht ihm an: es fehlt ihm die Zufriedenheit, das Herzensglück.

Pia erschauert. Ihr ist auf einmal, als ob zwei graue Gespenster mit ihren dunklen Fit­tichen die kahle» Wände entlang huschten die Resignation und die Verzweiflung, im erbitter­ten Kampf um eine arme Menschenseele. . . . Und diese arme Menschenseele ist die eigene Seele ihres Vaters. . . .

Und eine namenlose Sehnsucht nach Glück er­faßt sie nach wahrem Herzensglück, das sie nie gekannt, das sie aber so oft im Traum in greifbarer Deutlichkeit gesehen, als wollte sie es umschlingen und festhalten und nie und nimmer loslassen ein tiefes, tiefes Heimweh nach Glück--

Hallo, Kind! Wo bist Du? ... Wieder am Nähtisch? Hol s der Kuckuck! ,, . Komm mal her!"

Mit jugendlicher Lebhaftigkeit ruft es der Professor von seinem Zimmer herüber.

Pia springt auf und eilt ins Nebenzimmer.

Auf einem verschossenen Divan, ein dick­bäuchiges Werk über die neuesten Ausgrabungen auf dem Forum Romanum vor sich, liegt der Vater, die Augen glänzend in jenem ver­räterischen Glanz, den Pia seit einiger Zeit fürchten gelernt hat.

Hier bin ich, lieber Vater!"

So! Komm mal näher! Recht so!" Er faßt ihr ans Kina enb hebt den gesenkten Kops

das Rasiegefühl einen so tiefen Eindruck machte, daß in der Empfindung, die weiße Rasse müsse der gelben solidarisch gegenüberstehen, alle euro­päischen Mächte außer England wahrend des japanisch-russischen Krieges den SBaffenerfol; auf russischer Seite wünschten.

Im Jahre 1895 legte Japan durch den Krieg mit China seine Probe als moderner Militär­staat ab. 7 Jahre darauf schloß England mit ihm sein erstes Bündnis und bald sehen wir Ja­pan in den Rang einer militärischen Großmacht emporftetgen. Expansionstendenzen komme« zum Ausdruck und finden eine scharfe Reibungs­fläche an der asiatischen Politik Rußlands, die schließlich zu dem für Rußland so verhängnis­vollen russisch-japanischen Kriege führen. 1905 erneuert England sein Bündnis mit Japan, welches es wohl versteht, seinen Verbündete« gegenüber höhere Ansprüche zu stellen und durch­zudrücken. Das Bündnis mit England hat Ja­pans Stellung als Weltstaat außerordentlich festigen helfen; durch dieses ist ihm noch für eine Dauer von 8 Jahren die Möglichkeit ge­sichert, die Früchte seiner letzten Siege zu ernten. Der politische Blick der Japaner richtet sich auf die Vorherrschaft in Ostasien und über den Pa­cific, und man hört bereits von einer ostafiaii- schen Monroe-Doktrin sprechen. Noch während des Krieges sagte Graf Okuma:Machen wir es, wie die Vereinigten Staaten. Sie habe« zuerst Amerika okkupiert, ehe sie daran gingen, die Welt zu okkupieren. Okkupieren wir Ost­asien."

Sehr interessant weiß uns der Verfasser auch den Wandel zu schildern, der sich in der aus« wärtigen Politik der Vereinigte« Staaten in den letzten 12 Jahren vollzogen hat. Von hohem Interesse für uns ist es, zu be­obachten, wie wiederum England seins Stim­mung zu meistern weiß, wenn es solchen Geg­nern gsgenübersteht, deren offene Feindschaft ihm nichts weniger als angenehm wäre. Der Verfasser unseres Buches widmet diesem Thema wiederum ein volles KapitelEngland und Amerika" und der ganze 2. TeilGrund­lagen der auswärtigen Politik Englands" führt uns nun die Engländer näher. Es ist ausgezeichnet dazu angetan, uns reiferes Verständnis für so Vieles jenseits des Kanals zu verschaffen, was unserer Einsicht und unserem Empfinden bisher vielfach fern gelegen hat. Wir fügen hier nur dis einzelnen Kapitel an, in welchen der Verfasser diesen Abschnitt seines Buches teilt und glauben, daß dieses ge­nügen wird, einen Einblick in die Reichhaltig­keit der hier behandelten Materie zu geben. Vielleicht können wir demnächst noch einmal Ge­legenheit nehmen, auf diesen Teil des Buches von Dr. Hans Plehn eingehender zurückzukom- men. Dis in diesem Teil behandelten Themata lauten: Gesellschaft und Politik. Auswärtige Politik und Parlament. Auswärtige Politik

hoch.Was für ein trübseeliges Gesicht ziehst Du denn, Mädel? Wie drei Tage Regenwetter? Lach doch, lach! In ein paar Tagen sind wir reich, reich. Freilich, jedes Bild hat auch seine Kehrseite. Schönheit und Reichtum bedeut. I nicht immer Glück, hahaha! . . . Na, egal. Kleine! . . . Sag mal, möchtest Du nicht in dem schönen Wetter mal ausgehen in Ke Stadt, und Dir was hübsches kaufen? Ein schönes Seidenband? Oder eine Brosche? £):.« so was ähnliches?"

Ein frohes Lächeln verklärte Pias ernste Züge, und dieses seltene Lächeln läßt sie fit einige Augenblicke dem Bilde ihrer Muster frappant ähnlich erscheinen.

Auch dem Professor muß dies auffallen. Mil großen Augen starrt er seine Tochter an.

Dann schiebt er sie plötzlich unsanft von sich Hier hast Du zwei Lire. Nun mach, daß Du fortkommst! Und nimm Assunta mit, hörst Du? Daß Du mir nicht allein über die Straßen gehst, verstanden?"

Pia nimmt die zwei schmutzigen Silberstücke und eilt zur alten Assunta. Ihr Antlitz strablt weniger aus Freude darüber, daß sie sich etwas kaufen kann, als über die Erlaubnis, ein­mal das alte Haus verlassen und in den Stra­ßen umherwandern zu dürfen.

Rasch setzt sie ihren einfachen weißen Stroh- Hut auf, hängt ein verschossenes Mäntelchen über das schlichte, blaue Kattunkleid, und schon steht sie vor der knurrenden, brummenden alten Dienerin.

Meiner Treu! Ist der Herr Professor ver. rückt geworden?" stöhnt die Alte kopfschüttelnd. Spazieren gehen? Und zwei Lire obendrein? Gewiß, er ist verrückt!"

(Fortsetzung folgt.)