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Stellenvermittler angesprochen würden, zumal hier durchweg eine Täuschung und Ausbeutung des Publikums in Frage stehe. Zurzeit könnten aber die Vorschriften auf die Herausgeber von Stellenliften nicht angewendet werden, weil das Reichsgericht in einer Entscheidung vom 2. Mai 1903 ausgesprochen habe, daß die Herausgabe von Stellenlisten begrifflich nicht zur Stellenvermittlung gebäre. Nach Meinung des Ministers haben sich die Neuerungen in folgender Richtung zu bewegen:
1. Das Recht der Gewerbetreibenden, Selbsttaxen zu erlassen (§ 75 a a. a. O.), muffe in Fortfall kommen; dafür sei den Polizeibehörden die Befugnis zum Erlast obrigkeitlicher Taxen einzuräumen.
2. Die Landeszentralbehörden oder die von ihnen zu bezeichnenden anderen Behörden müßten die Berechtigung erhalten, die Vorschriften der Gewerbeordnung über die gewerbsmäßige Stellenvermittlung und die dazu ergangenen Ausführungsbestimmungen auch auf nichtgewerbsmäßige Stellenvermittlungen auszudehnen. Ein entsprechender Vorgang finde sich in 8 33 Abs. 5, 6 der Gewerbeordnung.
3. Der Begriff der Stellenvermittlung sei so zu bestimmen, daß auch die Herausgeber von Stellenlisten als gewerbsmäßige Stellenvermittler behandelt werden könnten.
4. Die Erlaubnis zum Betriebe des Stellen- vermitlungsgewerbes dürfe fortan nur erteilt werden, wenn ein Bedürfnis für die Erteilung vorliege. Die Bedürfnisfrage sei stets zu verneinen, wenn durch gemeinnützige, insbesondere kommunal« Arbeitsnachweise für eine ausreichende Gelegenheit zur Stellenvermittlung gesorgt sei.
Der Reichskanzler habe sich diesen Anregungen gegenüber zustimmend verhalten, so daß die Hoffnung auf eine Aenderung der Gesetzgebung in absehbarer Zett begründet erscheine.
Man wird diese Neuerungen als zweckmäßig anerkennen dürfen.
Sammlung das erfreuliche Ergebnis einer Brutto-Einnahme von 78781,62 Mark gehabt. Hiervon gingen u. a. ein: von deutschen Städten und Gemeinden 9711,35 -tt, von Banken und Geldinstituten 3170 -ü, von Kreisausschüssen und ähnlichen Behörden 765 dl. von Buchhändlern 685 dl, von Landesverbänden und Ortsgruppen des Schulvereins 32 029,70 dl (darunter von Dresden 6052,36 dl, Heidelberg 2000 dl, Mainz 1689 dl, Lübeck 1500 -ü, Thüringen, Württemberg und Darmstadt je 1000 dl, Quedlinburg 989 dl, Plauen 977 dl, Leipzig, Hanau und Greiz je 900 dl, Bremen 856 dH, Braunschweig 842 dl, Frankfurt a. M. 757 dl, Cassel 675 <H, Ma^eburg 578 dl, Breslau 525 dl, Essen 500 dl), von Exz. R. 2000 dl, von Major K. 1000 dl, vom Allgemeinen Deutschen Sprachverein, der Allgemeinen Deutschen Burschenschaft und dem Verbände Deutscher Hochschulen (Hamburger Tagung) je 500 dl. Ueber- dies hat die Ortsgruppe Effen 2000 dl zur Verfügung gestellt, die mit Zustimmung des Jubel- spendenausschuffes direkt den bedrängten Deutschen in den Ostseeprovinzen zugewiesen wurden, und der Deutsch-Amerikanische Nationalbund 1000 dl, die ebenfalls unmitelbar, an das deutsche Lehrerseminar zu Minnesota gingen. Endlich haben mehrere Städte infolge der Eingabe um einen Beitrag zur Jubelspende ihren Jahresbeitrag erhöht (Berlin um 1000 dl. ferner Aschaffenburg, Brandenburg, Dömitz, Elsterwerda, Leipzig, Steglitz), oder einen Jahresbeitrag bewilligt. Bei der Verwendung dieser Summe ging der Ausschuß von der Ueberzeug- uug aus, daß der Hauptteil der Einnahmen für zwei große Schulgründungen im bedrohtesten
Asien stammt, sondern aus dem europäischen Norden, und daß mithin die Quelle der lichten Völker, welche nacheinander Hellenen, Thraker, Römer, Kelten und Germanen schuf, entweder in Skandinavien oder auf benachbarten, unter Wogen und Eis verschwundenen Inseln zu suchen sei. Mit großem Scharfsinn erweitert er in seinem neuesten Buche „Menschwerdung" (Verlag von Strecker u. Schröder in Stuttgart) diesen Eedankengang zu einer allgemeinen Hypothese über den Ursprung des Lebens auf der Erde. Es war schon von früheren Gelehrten erkannt, daß nach der siderischen. Stellung der Erde nicht, wie man früher annahm, in den heutigen afrikanischen oder südasiatischen Zonen das Leben auf der Erde entstanden sein könne, sondern an den Polen und zwar vermutlich hauptsächlich am Nordpol. Dieser erkaltete zuerst, ging aus flüssigem in festen Zustand und schließlich zu einem mäßig warmen Klima über, vermutlich Jahrmillionen, ehe die kochende Hitze am Aequator wich. Zuerst mit Pflanzen und einfachen Lebewesen beginnend und dann langsam in der Entwicklung aufsteigend, erzeugte der Pol in aufsteigender Linie immer höhere und vollendetere Geschöpfe. Das Paradies des Menschen liegt also nicht etwa am Euphrat, sondern unter Meereswogen und Eisbergen zwischen Grönland und der Novaja-Semlja. Von hier aus rückte das gesamte Leben, Flora wie Fauna, in stärkeren oder dünneren Strömen nach dem Süden vor. Und da die niederen Lebewesen auf der Erde zweifellos die früheren gewesen sind, so gelangten auch sie zuerst an den Wendekreis des Krebses, an den Aequator, und schließlich an den Wendekreis des Steinbocks, als die ersten Pioniere des Lebens. In dieser geistvollen Hypothese erklärt Wilser zutreffend die eigentümliche Erscheinung, daß man gerade in der Gegend des Wendekreises des Krebses und südlicher manche der ursprünglichsten und rückständigsten Glieder der verschiedenen tierischen Entwicklungsreihen findet, z. V. in Australien Ursäuger, Beuteltiere, Erasbäume und ^Kasuarien. auf Neuseeland die Brückenesche.
der Vogel Kiwi, der Eulenpapagci und das altertümlichste Säugetier, der Waitoteke, aus Celebes der Urbüffel (Anoa) und der Hirscheber, auf Madagaskar der Borstenigel und zahlreiche Halbaffen, in Südafrika Erdferkel und Schleichkatzen, in Südamerika Beutler und Straußvögel. Damit stimmt aufs beste überein, daß in diesen Gebieten auch die niedrigsten Menschenraffen, Australneger, Wedda, Andama- nesen, Buschmänner und Feuerländer, wohnen. Früher schloß man gerade daraus, daß der Süden der Lebenerzeuger sei. Diese Wilsersche Hypothese erklärt auf das meisterhafteste auch die anthropologischen Schwierigkeiten. Erwachte am Nordpol und in Nordeuropa das menschliche Leben zuerst und entwickelte es sich dort immer höher, fortwährend Jahrmillionen voraus den südlicheren Gebieten, so mußte mithin auch dben in Nordeurova schließlich der vollendetste Menschentyp erscheinen, der Weißblonde, welcher sowohl durch körperliche Größe und Vollkommenheit, wie durch Edelheit des Gesichtes und Stärke1 des Charakters und Geistes alle anderen Raffen s übertraf. Es ist schon nicht mehr anthropologische Forschung, sondern Tatsache historischer Forschung, daß die Mischung dieser lichten Raffe seit vielen Jahrtausenden alle bedeutenderen Völker geschaffen hat. Hier setzen die Forschungen von Gobineau, Lapouge, Wilser. Chamberlain. Vollmann usw. an. — Politiker und Historiker, bemerkt hierzu die „Nhein.-Westf,; Ztg.", können heute an der Raffeforschung nichts mehr vorübergehen. Sie bildet vor allem eine' besondere Stütze in den Erörterungen über die' Herkunft und Zukunft des Deutschtums, denn' dieses hat, abgesehen von den Engländern,1 Schweden und Norwegern den stärksten Einschlag > des germanischen lichten Volkes erhalten und, zwar bis zu einem solchen Grade, daß es sich: bis zum heutigen Tage als Nachkomme dieser i Germanen fühlt, wenngleich eine ziemlich starke ‘ Vlutmischung mit Ureingeborenen und Ginge*1 wanderten eingetreten ist. — *4
gegenüber dem Jahre 1902. In derselben Zeit ist die Zahl der zu dem Bezirk des Kammergerichts und in den 13 Oberlandesbezirken tätigen Schiedsmänner von 18 292 auf 18 427 gestiegen. Es hat also die Zahl der bürgerlichen Streitigkeiten, die zur ersten Entscheidung vor die Schiedsmänner gebracht wurden, auch in den letzten Jahren sehr bedeutend abgenommen. Blickt man auf einen längeren Zeitraum zurück, so kann man mit Fug von einem nahezu völligen Mißerfoglg des Schieds- mann-Jnstituts sprechen, denn der abnormen Summe von rund 91000 Sachen, die im Jahre 1880 von Schiedsmännern zu bearbeiten waren, stehen im letzten Jahre kaum noch 6300 gegenüber. Unter den gegenwärtigen Zuständen, die für die Gestaltung des Rechtslebens in Frage kommen, scheint demnach das Schiedsmännerwesen seine Berechtigung verloren zu haben.
— Die Jubelspende für den Allgemeinen Deutschen Schulverein, deren Sammlung aus Anlaß des 25jährigen Bestehens dieses ältesten unserer nationalen Schutzvereine von Freunden
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Dnrck imb Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckerri Marbmg, Markt 21. — Telephon 55,
Marburg
Donnerstag, 20. Juni 1907.
nationalen Kulturarbeit
Deutsches Reich.
— Di« Tätigkeit der Schiedsmanner erstreckt sich auf bürgerliche Rechtsstreitigkeiten und auf Beleidigungen und Körperverletzungen. Die Zahl der ersteren, soweit sie die Schiedsmänner beschäftigen, ist andauernd im Rückgang begriffen. Es betrug die Zahl der Sachen 1902: 9576, 1903 : 8605, 1904 : 7492, 1905 : 6944 und 1906 nur noch 6298. Innerhalb der letzten fünf Jahre hat also eine Abnahme um 3278 Sachen oder um rund 33 Prozent stattgefunden. Dagegen ist bei den Beleidigungen und Körperverletzungen, mit Ausnahme des Jahres 1905, eine stetige, wenn auch langsame Zunahme zu beobachten. Die Zahl der Sachen betrug 1902: 195 613, 1903 : 200 143, 1904 : 204 354, 1905: 201610 und 1906: 206 492. Die Zunahme betrug rund 11000 Sachen oder etwa 4 Prozent
dem endgültigen Abschluß
Hessen-Nassau uud Nachüargebiete.
Lich, 16. Juni. Der Eisenbahn-Beamten- Verein von Marburg und Umgegend unternahm heute einen Sommerausflug nach hier. Um 1.30 Uhr traf ein Extrazug mit ca. 700 Personen hier ein. Während die Hälfte der Teilnehmer einen Spaziergang nach Kloster Arnsburg unternahm, blieb die andere Hälfte bei Gastwirt Hailand hier, wo sich die Teilnehmer mit Tani und Kinderspielen amüsierten, bis der Zug um 7.30 Uhr sie wieder nach ihrer Heimat zurück» beförderte.
Hanau, 17. Juni. In Sen Mainkanal sprang in selbstmörderischer Absicht gestern Abend ein 11 jähriges Mädchen, das der Versuchung nicht widerstehen konnte, mit einer anderen Schü- lerein die Schule zu schwänzen. Die vom Batet zu erwartende verdiente Strafe riß das Mädchen zu der Tat hin. Die Mutter war dem ' Mädchen nachgegangen und hatte den Sprung desselben ins Wasser bemerkt. Mit Hilfe eines in der Nähe des Tatortes beschäftigten Arbeiters konnte das Kind noch rechtzeitig aus den Fluten gezogen werden.
Nordheim (Rhön), 17. Juni. Schon längere Zeit besteht hier ein Bauerntheater, welches unter der Leitung des Gutsbesitzers Schlots steht und alljährlich Schaustellungen gibt. Von der Bedeutung des Unternehmens mag man sich daraus eine Vorstellung machen, daß in einem einzigen Winter 1200 dl für die Ueberschwemm- ten erspielt wurden, wie denn auch für andere wohltätige und vaterländische Zwecke ganz bedeutende Summen zur Verfügung gestellt werden konnten. Zum ersten Male in diesem Jahre wagt man sich auf ein neues Feld, indem in einem zu diesem Zweck im Freien erbauten Theater Schillers „Wilhelm Teil" gegeben wird.
Lungenflügel unter Luftdruck, der gerade so stark bemeffen werden muß, daß er die Ausdehnung des Lungenflügels beim Einatmen verhindert. Die ganze Atmungstätigkeit wird dem gesunden bezw. minder erkrankten Lungenflügel überlasten. Die Anwendung des Heilmittels erfor- bert praktische Erfahrung und eine genaue Erkenntnis des Zustandes des erkrankten Lungenflügels, ist aber unter diesen Voraussetzungen nicht schwierig. Ist es gelungen, den kranken Lungenflügel unbeweglich zu machen, so beffert sich das Allgemeinbefinden des Kranken sehr rasch; das Fieber nimmt ab, der Nachtschweiß bleibt aus. In allen Fällen, in denen der eine Lungenflügel noch gesund ist, die Atmung durch die Kur also nicht behindert wird, ist der Erfolg unfehlbar. Dem erfahrenen Arzte gelingt es, durch den künstlichen Luftdruck selbst die Cavernen mechanisch zu reinigen. Die Tavernen werden aneinandergedrückt wie zwei Flächen einer Wunde. Die Caverne selber verschwindet also, und das ganze Jnfektions- matettal, das die Caverne füllte und ein Zentrum zerstörender Tätigkeit in der Lunge bildete, wird rasch ausgeworfen. Die Caverne vernarbt dann wie eine beliebige andere Wunde Prof. Forlanini hat seine Methode an zahlreichen Kranken erprobt und zeigte ein reiches Material anatomischer Präparate und Röntgenphotographien von tuberkulösen Lungen vor während und nach der Kur. — Man darf begierig sein, ob diese neue italienische Erfindung eines allgemein als ernsthaften Forschers bekannten Gelehrten vor der internationalen Kritik standhalten wird.
* Reuest« Forschungen über die lichte Raffe. Eine ganz neue und durchschlagende Theorie über die Raffenentwicklung verteidigt der bekannte Anthropologe Dr. Ludwig Wilser in Heidelberg. Seine Studien hatten zuerst ihn darauf geführt, daß die blonde, nordeuropäische Raffe, von welcher seit mehr als drei Jahrtausenden aller menschlicher Fortschritt ausgeht und welche ihren letzten und stärksten Haupt- strom in den Germanen entsandt hat, nicht aus
Kampfgebiete zu benutzen ist, die aus den ge* wöhnlichen Mitteln des Vereins niemals zu be< streiten wären. So wird in Böhmen und ist Mähren fortan je ein deutsches Schulhaus al», Denkmal der Jubelspende dastehen. Evangelisch»' und katholische Gemeinden sind bedacht und auch' das Deutschtum über See ist nicht ganz vergessest' worden. Es wurden bewilligt: Für den Schul* neubau in Braunbusch (Böhmen) 22 000 dl, für Errichtung einer neuen Schule in Nemile (Mäh* i ren) 18 000-st, für eine nicht zu nennende Schule' in einem besonders bedrohten Gebiet 5000 dl, für den Schulbau in Rudolstadt (bei Dudweis) 6000 dl, für den Schulbau in Windisch-Feistritz (Steiermark) 3000 dl, für den Schulbau iit Kanitz (Böhmen) 3000 dl, für den Schulbau in Sponau (Mähren) 2000 dl, für den Schulbau in Außerfloruz (Tirol) 4000 dl, für den Verein deutscher Lehrer im Auslande (Brüste!) zu Agitationszwecken 300 dl, zusammen 63 300 dl. — Der Rest der Jubelspende wird für einen besonderen Notfall aufgespart.
Wissenschaft, Kunst und Leben.
# Hebet die Heilung bet Schwindsucht durch künstliche Lufteinführung in den Brustkorb wird dem „Berliner Börsen-Kurier" aus Mailand Vom 11. d. M. geschrieben: Profestor Forlanini von der Universität Pavia hielt heute in der Mailänder Medizinischen Gesellschaft einen Aufsehen erregenden Vortrag über seine auf ganz neuen Prinzipien fußende Bekämpfung der Lungentuberkulose. Forlanini erblickt in dem Köchschen Bazillus den Träger der Schwindl- sucht, aber nicht die Ursache der Zerstörungen im Lungengewebe der Kranken. An und für sich richtet der Kochsche Bazillus in der Lunge keine größeren Zerstörungen an, als in anderen, von der Tuberkulose ergriffenen Körperteilen, d. h. also ganz geringfügige. Diese kleinen Verletzungen werden vergrößert und dem Kranken verhängnisvoll durch die Tätigkeit der Lunge, die beständige Ausdehnung und Zusammenziehung des Lungengewebes. Hierdurch werden die pri- mären Verletzungen nach und nach mechanisch vergrößert, und es kommt zur Bildung von Cavernen, die mit ihren Bazillen, Eiter und Fäulnisprodukten dem Arzte unerreichbar sind und der Tuberkulose in solchen vorgeschrittenen Fällen den Charakter der Unheilbarkeit geben. Forlanini verwirft durchaus nicht die moderne Methode der Schwindsuchtsbehandlung, aber er -fügt ihr noch ein neues, entscheidendes Kur- sMittel ein; die künstliche Lufteinführung in den «Prustkorb. Sein Ziel geht dahin, die Atmungsstätigkeit des erkrankten Lungenflügels zu verhindern. Das kranke Gewebe soll in völliger Ruhe verharren, sich weder ausdehnen noch zu- /sammenziehen. In diesem Zustande der Ruhe Jehl, bei einer sonst geeigneten Lebensweise und Ernährung, die Ausheilung und Vernarbung der Tuberkelherde überraschend schnell und sicher Por sich. Das angestrebte Ziel wird nun dadurch Erreicht, daß der Arzt in den Brustkorb des Kranken vom Rücken aus ein gewisses Quantum pust einpumpt. Dadurch gerat der kranke
Stellenvermittlung.
Das preußische Haus der Abgeordneten hat In der vergangenen Woche einen großen Stoß .von ^Petitionen erledigt. Die Bedeutung der ^einzelnen Bittschriften konnte in den knapp gefaßten Parlamentsberichten nicht immer klar shervortreten, und so wird noch mancher Stoff »nachträglich ergänzend zu beleuchten sein. Einer her letzten von der Handels- und Eewerbekom- smisfion schriftlich erstatteten Berichte betrifft das Stellenvermittlungswesen, besten Schattenseiten ja immer wieder unzählige kleine Staatsbürger beiderlei Geschlechts durchzukosten haben. Aus Anlaß zu der Erörterung über die Stellenvermittlung bot eine Eingabe des Bundes der deutschen Stellenvermittler, der dem Parla- imente die Beschlüffe seiner jüngsten Hauptversammlung mit der Bitte unterbreitete, sie bei den hier in Aussicht genommenen gesetzlichen Maßnahmen wohlwollend zu berücksichtigen. Obwohl die gesetzlichen Maßnahmen über das Etellenvermittlergewerbe dem Reich zukommen, »st die Kommission in die Erörterung der Peti- stion eingetreten, und diese Beratung ist nach tzdem vorliegenden Bericht durch Sachlichkeit und Gründlichkeit in gleicher Weise ausgezeichnet.
Mit Recht klagte man in der Kommission, daß non den Stellensuchenden häufig unverhält- Mismüßig HSHe Gebühren gefordert werden und daß nicht selten festzustellen ist, wie das vom Arbeitgeber gemietete Personal mit Wissen und «ruf Veranlaffung der Stellenvermittler den Dienst nicht antritt oder ihn bald nach dem An- 'Iritt wieder verläßt, um durch denselben Vermittler einem anderen Arbeitgeber vermittelt jju werden. Die Kommission war ferner ein- Mütig der Meinung, daß di« von den Petenten Beklagte Unterstützung von Arbeitsnachweisen der Provinzen und Kommunen aus öffentlichen Mitteln sehr segensreich wirke und weiter aus- tzedehnt werden sollte.
1 Andererseits wurde von dem Vertreter des Nandelsministers erklärt: Die Beschwerden der /gewerbsmäßigen Stellenvermittler über die Vermittelungstätigkeit der Vereine entbehrten Vicht einer gewißen Berechtigung, denn vielfach Erfolge die Vereinsbildung in der ausgesproche- hen Absicht, dadurch die Vorschriften über den Gewerbebetrieb der Eesindevermieter und jStellenvermittler, die der Minister für Handel und Gewerbe auf Grund des § 38 Abs. 1, 3 der »Gewerbeordnung erlaßen habe, zu umgehen. »-Auch abgesehen hiervon seien die Eeschäfts- »tzrundsätze mancher sogenannten gemeinnüfrigen Dereine nicht einwandsfrei. Ebenso berechtigt fei das Verlangen, daß die Herausgeber von /Vakanzen- und Stellenlisten als gewerbsmäßige
Vierteljährlicher Bezugspreis- bet der Expedition 2 MH, M 142 ... bet allen Postämtern 2,25 M. (excl. Bestellgeld).
JnsertfnSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfg, Neclamen: die Zeile 80 Pfg.
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