Einzelbild herunterladen
 

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

< SonntaAsbeila-er^JllüstrlrleS Äo»vtaa--Latt» * 1

e

Vierteljährlicher Bezugspreis: bet der ExkÄitio« 2 3JIL, TR/e jnn bet alle» Postämter» 2,25 M. (c$cL Bestellgeld).

e'Ä* -100 ZnserttonSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfg.

Neclamcn: die Zeile 80 Pfg.

Marburg

Sonnabend, 15. Juni 1907.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck imd Verlag'. Ioh. Ang. Koch, Umversitäts-Buchdruckerei 42. Jahrg.

Marburg, Mattt 2t. Telephon 55.

Zweites Blatt.

Das Zeitalter der Motor- Lnstschiffajrt

betitelt sich ein Buch, das Regierungsrat Rudolf Martin, der bekannte Verfasser vonDie Zu­kunft Rußlands und Japans", soeben heraus­gegeben hat. (Verlag von Th. Thomas, Leip­zig.) Die volkswirtschaftlichen, sozialen, mili­tärischen und politischen Wirkungen der Luft­schiffahrt werden in eingehender und lebhafter Schilderung vor Augen geführt. Während Mar­tins andere Schrift, die so viel Aufsehen erregte: Berlin-Bagdad, das deutsche Weltreich im Zeit­alter der Luftschiffahrt 19101931", sich mit einer Zukunftsphantasie beschäftigte, bleibt der Verfasser bei der vorliegenden Arbeit streng auf dem Boden der Gegenwart. Die Beherrschung der Luft macht täglich Fortschrittes wir habend schon vor einiger Zeit bei der Besprechung der Reichsunterstützung an den Grafen Zeppelin da­rauf hingewiesen, wie notwendig es sei, daß die Regierung der Motorluftschiffahrt die größte Aufmerksamkeit zuwende und hinter fremden Staaten nicht zurückbleibe.

1 Reben den volkswirtschaftlichen und techni­schen Fragen wird auch die internationale Po­litik unter dem Gesichtspunkt des Aufschwungs der Motorluftschiffthrt behandelt. Die Möglich­keit der Landung eines deutschen Heeres in Eng­land auf dem Luftwege wird ebenso interessie­ren, wie die Möglichkeit eines Krieges zwischen Japan und Amerika, in dem Motorluftfahr­zeuge eine wichtige Rolle spielen. Im Falle eines deutsch-englischen Krieges würde nach Rartins Ansicht die deutsche Aeronautik der nglischen überlegen sein:

Für die Entwicklung der Motorluftschiffahrt ist Deutschland ein bester geeigneter Boden als England. Der Motor in der Luft gedeiht auf dem Kontinent bester, als auf einer Insel. Im Jahre 1905 wurden in England 119 415 Kubik­meter Gas für motorlose Luftballonfahrten kon­sumiert, in Deutschland aber 258 410. Mit Aengstlichkeit vermeidet jeder Luftschiffer die See. Die größere der beiden britischen Inseln, die England und Schottland umfaßt, hat einen Flächeninhalt von 224 000 Quadratkilometer, während das deutsche Reich 540 656 Quadrat­kilometer Fläche hat. Ueberdies steht dem deut­schen Aeronautiker der ganze Kontinent von Europa zur Verfügung. Kein Wunder, daß die Aeronautik in Deutschland bester gedeiht als in England. Allerdings wird die Motorluftschiff­fahrt eine ungeheure Vermehrung auch der eng­lischen Aeronautik hervorbringen, da sich die Engländer des Motorluftschiffes bedienen wer­den, um den Kontinent zu besuchen. Aber die Motorluftschiffahrt wird in den ersten zehn Jahren am Lande kleben. Die kontinentalen Fahrten werden immer eine weit größere Rolle spielen als die ozeanischen. Für die Luftschiffer ist England keine Insel mehr."

In Frankreich hat man schon frühzeitig die Bedeutung des Motors in der Luft für den ärieg erkannt. Reben dem Automobilismus und den Radfahrerbataillonen hat man auch die Luftschiffahrt, soweit schon möglich, Kriegs­zwecken dienstbar gemacht. Die Ausgestaltung des Automobilverkehrs in Frankreich wird bei einer Mobilmachung von wesentlichem Vorteil sein. Sehr richtig schätzt dies der Verfaster ein, wenn er schreibt:

In höherem Maße aber noch als für den Automobilverkehr zeigt sich die französische Na­tion für die mit dem Automobilismus so eng verwandte Motorluftschiffahrt beanlagt. Selbst wenn man die gegenwärtige militärische Ueber- legenheit Deutschlands über Frankreich auf 40 Proz. veranschlagt, wird man zugestehen muffen, daß ein Zurückbleiben Deutschlands auf dem Ge­biete der Motorluftschiffahrt in wenig Jahren zugunsten des schwächer bevölkerten Frankreichs ausgleichend wirken würde. Die französische Hee­resverwaltung hat sich bei Einführung des Mo­tors in der Lufr in das Kriegswesen vollkommen auf der Höhe der Zeit gezeigt. Der Vorsprung der französischen Luftmacht gegenüber der deut­schen ist nicht wegzuleugnen."

Im Laufe des Jahres 1907 werden verschie­dene Proben der Leistungsfähigkeit der Motor­sluftschiffe veranstaltet werden. General v. Zep­pelin wird versuchen, mit seinem aus Alumi- ilium gefertigten starren Luftschiff vom Boden­see aus landeinwärts zu fahren, Major v. Par- |

seval wird mit seinem unstarren, losen Motor­luftschiff, das bisher nur bei Tegel aufgestiegen ist, größere Probefahrten unternehmen. Ebenso macht man in Frankreich neue Versuche. Das erste Kriegsluftschiff der französischen Armee, La Patrie", soll in Verdun stationiert werden. Wie weit Reg.-Rat Martin die Einwirkun­gen des Motors in der Luft auf Frieden und Krieg richtig geschildert hat, bleibt den kommen­den Jahren vorbehalten, sicher aber wird man aus dem Buch wertvolle Anregungen schöpfen können.

Deutsches Reich.

Der Entwurf eines Reichs-Bereins- und Versammlungs-Gesetzes, welches in der Vorbe­reitung bereits vorgeschritten ist, stellt sich die Aufgabe, mit allen veralteten, aus der Zeit des Polizeistaates herrührenden, in den verschie­denen Landesvereinsgesetzen enthaltenen Be­schränkungen der Vereins- und Versammlungs­freiheit aufzuräumen und dieser freie Bahn zu schaffen. Dieses Ziel wird allerdings nicht da­durch erreicht werden können, daß man sich be­gnügt, wie dies in der Preste angedeutet worden ist, etwa den betreffenden Satz der Preußischen Verfassung einfach wiederzugeben oder die über­aus einfachen Bestimmungen des Württem- bergischen Vereinsgesetzes zu übernehmen, viel­mehr werden nach zwei Richtungen hin notwen­digerweise Schranken gegen Mißbrauch der Ver­eins- und Versammlungsfreiheit vorzusehen sein. Zunächst ist es erforderlich und der Natur eines geordneten Staatswesens entsprechend, da­für zu sorgen, daß auch bei dem Gebrauch der Vereins- und Versammlungsfreiheit jeder et­waigen Störung der öffentlichen Ruhe, Ordnung und Sicherheit wirksam entgegengetreten und vörgebeugt werden kann. Weiter aber wird auch Fürsorge dafür zu treffen fein, daß das Vereins­und Versammlungsrecht nicht zur Vorbereitung verbrecherischer Handlungen, insbesondere auch gegen den eigenen Staat und seine Sicherheit, gemißbraucht werden kann. Schon die Erfah­rungen, welche in dieser Hinsicht in unseren Ost- Marken zu machen waren, lasten eine solche Vor­sicht unerläßlich erscheinen. Aber auch im übri­gen mahnen die Bewegungen unserer Zeit auf das deutlichste, dem Staate und seinen Behörden nach dieser Richtung hin die nötigen Befugniste zu belasten. Indessen liegt es auch in dieser Hinsicht in der Absicht, sich bei den Ordnungs­bestimmungen auf das unbedingt Notwendige zu beschränken und der Bewegungsfreiheit auf dem Gebiete des Vereins- und Versammlungsrechtes so weiten Spielraum zu lasten, wie dies mit den unbedingten Forderungen der Staatsnotwendig­keit irgend vereinbar ist.

Ein polnischer Zukunststraum. Es ist vielfach in letzter Zeit betont worden, wie die Polen eifrig die Konstellation der auswärtigen Politik verfolgen und zu ihren Gunsten zu deuten suchen. Man wird erinnert an' die Worte des Abgeordneten Kulerski, der im Reichstage sagte:Der Dünkel, der Hochmut Preußens ist so groß, daß man sich unwillkürlich fragt, wenn wird die Katastrophe eintreten'?" Diese Katastrophe als eine möglichst nahe zu schildern, mühen sich die polnischen Blätter und Blättchen mehr denn je ab. Werden in irgend einem europäischen Parlamente einige wohlfeile polenfreundliche Phrasen laut, die polnische Preste verzeichnet sie getreulich und knüpft phantasievolle Kommentare daran. Unternimmt der große politische commis-voyageur an der Themse eine seiner beliebten Entente-Reisen, gleich jubelt die polnische Preste über die nun völlig gelungene Einkreisung Deutschlands und stellt dieKatastrophe Preußens" in allernächste Aussicht. Dabei ist eins ganz besonders zu be­achten: die veränderte Taktik, die die polnische Preste Rußland gegenüber befolgt. Rußland war früher die verkörperte Eottes- geißel für alles, was polnisch fühlte. Heute schreibt dieGazeta Erudzionska" (Graudenzer Zeitung), indem sie anknüpft an die Aeußerung eines russischen Duma-Abgeordneten, der die Polen das aufgeklärteste Slawenvolk genannt hatte:Wir sehen, wie sich die Verhältniste in Rußland zu Gunsten der polnischen Nation än­dern, während sich indesten das hoffärtige Preu­ßentum das Hirn austrocknet beim Nachfinnen neuer Ausrottungsmittel für die Pylen. Das hochmütige Preußentum speit auf die polnische Kultur, die andere Völker achten.... die preußische Regierung verkündet unaufhörlich, daß sie weitergehen wird auf dem Wege der antivolnischen Politik. Run. mag sie planen, was sie will. Unseren Widerstand werden keine Gewalttaten, keine Ausnahmegesetze brechest. Unsere polnische Kultur und alles, was polnisch ist, werden wir um so heißer lieben, je mehr wir

sehen, daß andere Völker unsere Kultur bewun­dern und achten. Die Politik, die das Preußen­tum gegen uns führt, wird sich an ihm selbst einmal fühlbar machen. Für uns steigt im Osten die Morgenröte einer besseren Zukunft auf." DieMor­genröte im Osten", was ist sie für den Polen anderes als die Hoffnung, daß künftig an Stelle des sich zersetzenden Rustentums das Polentum die Führung der slawischen Welt übernehmen wird? Denn das, nicht etwa bloß die Autonomie Russisch-Polens, ist heute das letzte Hochziel polnischer Herzen. Gespannt ver­folgen sie den Gang der großen Weltgeschäfte, spähen nach den Zeichen der Zeit unb deuten sie mit einem Optimismus, über den es verkehrt wäre, sich lustig zu machen. Was von dem ein­zelnen gilt, daß die Ideale, die er sich gesetzt hat, den Menschen ausmachen, das gilt nicht minder von den Völkern. Wir wären verblendet, woll­ten wir uns nicht klar machen, daß uns in den Polen ein Gegner gegenübersteht, in besten Zu- kunftsträumen ein granbioser Idealismus steckt. Man kann bett Polen vielerlei vorwerfen, Mangel an Spannkraft bes nationalen Bewußt­seins jedenfalls nicht.

Einkommensteuerstatistisches aus Preußen, Württemberg, Naben unb Hefien. Die durch­schnittliche Einkommensteuerbelastung eines Be­steuerten in den verschiedenen Einkommensstufen und die zahlenmäßige Besetzung bet Einkom- mensstufen in Preußen, Württemberg, Baden unb Hessen läßt sich annähernb vergleichen, wenn man bie Steuerstufen unter 900 bezw. 950 für Hessen unb Württemberg fortläßt unb weiter be­achtet, baß bie babische unb hessische Statistik in den nachstehenden Gruppierungen auch die Per­sonenvereinigungen mit einbezogen hat, während für Preußen und Württemberg nur die Einzel­personen (physischen Zensiten) berücksichtigt sind; infolge dieser Verschiedenheit erscheinen in Vaden und Hessen die höheren Stufen mit etwas erhöh­ten Durchschnittszahlen. DieStatistische Kor­respondenz" veröffentlicht hierzu die entsprechen­den Tabellen. Hiernach ist die Steuerbelastung auf den Kopf der Besteuerten durchschnittlich am höchsten in Hessen (49,42 <«), demnächst in Würt­temberg (46,05 e«) und in Preußen (42,83 Zl), am niedrigsten in Baden (34,36 Jt). Bezeichnet man die Stufen bis zu ungefähr 3000 <M als I. kleine Einkommen, die von ungefähr 3000 bis zu 6000 M als II. mäßige Mitteleinkommen, die von 6000 bis etwa 10000 dl. als III. reichliche Mitteleinkommen, die von 10 000 bis etwa 30 000 -K als IV. große Einkommen, die von 30 000 bis etwa 100 000 M als V. sehr große Ein­kommen und mehr als VI. Rieseneinkommen, so ergibt sich eine steuerliche Belastung der ein­zelnen Einkommensgruppen in Mark

w Ti CO O O 00

e CO 00 »O <_> o> »L CT TH CO o CO' eg

w 05 8 S K S

I» O

3 8 s 5 3

s* £ g 5 8*

e

£1 <2 3! 12 >O m

ts CD* CQ^ (0 co

* S jg CO co'

& - ® 8 $ S

00 tD CO o

tt o Ä

5

R n>

Die Besetzung bei Steuerstufen (Einkommens­gruppen) unb ihre steuerliche Leistung kennzeich­net in allgemeinen Zügen bas Wirtschaftsleben bei verglichenen Staaten unb bie Verteilung bes Volkseinkommens.

Die Notwendigkeit starker Reserven. Wie­derholt ist sowohl in der Budgetkommission wie im Plenum vom preußischen Finanzminister nachdrücklich betont worden, wie notwendig es mit Rücksicht auf das finanzielle Verhältnis zum Reiche ist, starke Reserven in dem Etat für 1907 sich zu bewahren. Rach dem Reichshaushalts­etat find zur Herstellung des Gleichgewichts in ihnt ungedeckte Matrikularumlagen in fehl viel höherem Maße erforderlich, als dies nach hem Anteile Preußens im Etat für 1907 vorgesehen

ist. Das Rechnungsjahr 1907 muß also Heber» schüffe in erheblichen Betrügen bringen, wenn der Mehrbedarf des Reichs an Matrikularumla» gen aus den laufenden Einnahmen hes Jahres gedeckt werden soll. Aus diesen nahezu zwin- genden Gründen ist bekanntlich der Nachtrags­etat für die Einstellung von 8 Millionen Mark Mehreinnahme bei der Einkommensteuer auf bie Berücksichtigung bei Unterbeamten beschränkt worben. Wenn trotz bei schweren Bedenken, welche sich aus den erwähnten Gründen gegen eine weitere Erhöhung des Etatsansatzes der Einkommensteuer ergeben, der Finanzminister gleichwohl letzthin im Abgeordnetenhause sich be­reit erklärt hat, dem von den beiden konserva­tiven Parteien und dem Zentrum vereinbarten Anträge zuzustimmen, weitere 5 Millionen Mk. zur Unterstützung besonders bedürftiger mitt­lerer Beamten in den Nachtragsetat einzustellen, so liefert dies den schlagenden Beweis von dem hohen Maße liebevoller Fürsorge, die di« Staatsregierung, insbesondere der Finanz­minister, den preußischen Beamten aller Grade widmet. Man wird erwarten dürfen, daß die­ses weitgehende Entgegenkommen der Finanz­verwaltung in den beteiligten Kreisen der amten Anerkennung finden unb bei ihnen bit Ueberzeugung stärken wirb, daß die ungleich« Behandlung der preußischen mittleren Beamten gegenüber den gleichen Beamten des Reichs nur durch zwingende, von der Staatsregierung nicht zu beseitigende Gründe veranlaßt ist.

Die Schiffsjungenlaufbahn in der Kaiser­lichen Marine. Durch eine neuerdings erlaßene Verfügung der Marineverwaltung ist der Ein­stellungstermin für Schiffsjungen der Kaiser­lichen Marine vom Frühjahr auf den Herbst ver­legt worden. Dementsprechend werden Anfang Oktober d. I. 850 Schiffsjungen zur Einstellung gelangen. Das Eintrittsalter als Schiffsjunge soll durchschnittlich 15(4 Jahre betragen, der einzustellende Junge darf aber nicht jünger als 14(4 und nicht älter als 18 Jahre fein; die Ein­stellung unter 15 Jahre Lebensalter setzt beson­ders kräftige Körperentwickelung voraus. Gleich­zeitig mit dieser Neuordnung des Eintritts hat auch der Ausbildungsgang der Schiffsjungen eine Veränderung erfahren. Sie werden in Zu­kunft für das Winterhalbjahr auf dem in Mür­wik bei Flensburg verankerten alten Panzer­schiffKönig Wilhelm" untergebracht, um in d« Anfangsgründe ihres neuen Berufes eingeweiht zu werden, und treten erst im nächsten Sommer bie übliche längere Auslandsreise an. Nach zwei­jähriger Dienstzeit als Schiffsjunge erfolgt bie Ernennung zum Matrosen und nach ungefähr vier weiteren Jahren, also in einem ungefähren Lebensalter von 22 Jahren, die Beförderung zum Unteroffizier. Die Marineverwaltung über­nimmt ohne Zuschuß von sei en der Eltern von dem Augenblick der Einstellung des Jungen die Sorge für Weiterbildung, Bekleidung und Ver­pflegung, verlangt aber, drß der Junge sich zu einer über die gesetzliche Dienstzeit von drei Jah­ren hinauslaufenden weiteren Dienstzeit in der Marine als Entgelt für feine Lebrjahre ver­pflichtet. Die Anmeldungen für die Schiffs- jungeneinstellung sind bis zum 1. August an die zuständigen Bezirkskommandos, die auch über die Einzelvorschriften näheren Bescheid erteilen, zu richten.

Aus dem Süden von Drutsch-Südwest. afrika. DieDeutsch-Südwestafrikanische Zig.' veröffentlicht einen Brief aus Liideritzbucht, bet allerlei Interessantes über bie Verhältnisse im Sübcn zu berichten weiß. Der Briefschreiber glaubt, daß Aus, das einen sehr freundlichen Eindruck macht, in Zukunft für die Bewohner von Lüderitzbucht als Erholungs- und Ausflugs­platz in Betracht kommen werde. Weiter ist zu erhoffen, daß sich nördlich und südlich von Aus Farmen entwickeln werden. Im ganzen hält unser Gewährsmann die Gegend für wasser­reicher, als man bisher annahm. Heute werden dort täglich 160 Kubikmeter Wasser gehoben unb verbraucht. Auf dem Wege nach Keetmanshoop hat zu Mitte April unser Briefschreiber nichts mehr vom Kriege bemerkt: allerdings waren einem Farmer ein paar Ochsen von Hottentotten abgetrieben wordenSolche Räubereien wei­den voraussichtlich noch recht lange andauern, so­lange man die Räuber selbst nicht erwischt und gleich aufhängt." Im letzten Monat, d. h. also im März, hatte es sehr gut geregnet, und das Land war mit frischem Grün, teilweise mit einem Blumenteppich bedeckt, und machte dem Briefschreiber einen recht schönen und hoffnungs­vollen Eindruck. Allerdings wurde am Bai-Weg viel Heufchreckenbrut beobachtet. Keetmanshoop macht infolge seiner großzügigen Anlaae mit