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Sie Spieleraffäre ht Hannover hat «ach Mitteilung derDtsch. Tagesztg." 48 verhei­ratete und unverheiratete Offiziere betroffen, die noch vor Ankunft des Kaisers dar Militär« Reitinstitut verlassen mutzten.

Zur Personeatarifrefor«. Auch nach Ein­führung der Personentarifreform legt der Mi* nister der öffentlichen Arbeiten Wert darauf, über die durch die Fahrkartensteuer hervorgeru­fene Abwanderung der Reisenden in niedrigere Wagenllassen unterrichtet zu bleiben. Der Minister hat deshalb in einer soeben an die Eisenbahndirettionen erlassenen Verfügung bestimmt, datz die durch einen frü­heren Erlaß angeordnete« Nachweisungen über die Benutzung der verschiedenen Wagenklassen bis auf weiteres fortzuführen find; und zwar solle«, um brauchbare Vergleichszahlen zu er­langen, in den Verkehren, in denen die Reform durchgeführt ist, die bisherigen Rück­fahrkarten als zwei einfache Karten gerechnet werden.

Dee deutsche Zolltarif und die Handels- »ertrage. Als der Zolltarif vom Jahre 1902 fertiggestellt wurde, wurde der Ansicht Ausdruck gegeben, datz es unmöglich sein würde, auf seiner Grundlage Handelstarifverträge zum Abschluß zu bringen. Daß diese Ansicht falsch war, ist durch die tatsächliche Entwickelung der Zwischenzeit deutlich bewiesen. Es wurden nicht Llos Tarifverträge mit den Auslandsstaaten, mit denen solche früher abgeschlossen waren, er- neuett, auch andere Staaten wurden in diesen Kreis gezogen, so Bulgarien und Schweden. Letzteres Land hatte sogar bis dahin einen Tarifverttag überhaupt noch nicht abgeschlossen. Die Aera der Handelstarifvertragsabschlüsse auf Grund des neuen deutschen Zolltattfs ist aber noch nicht zum Ende gelangt. Am 1. Juli wird das neue Abkommen mit den Vereinigten Staa­ten von Amerika in Kraft treten. Demnächst werden ferner die Verhandlungen zwischen den beiderstaatlichen Unterhändlern zu Berlin über den Abschluß eines deutsch-dänischen Tatifvet- ttages beginnen. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, so wird sich der Reichstag darauf ein­richten können, in seinem nächsten Tagungsab­schnitt wieder einen Handelsvertrag in Bera­tung zu nehmen, wie er dies nunmehr seit eini­ger Zeit regelmäßig tun mußte. Allmählich ge­langt so fast der ganze europäische Kontinent mit Ausnahme Frankreichs, dessen Handels­beziehungen zum Reiche ja durch den Frank­futter Friedensvertrag geregelt find, in ein Tarifverhältnis zu Deutschland. Von den be­deutenderen Staaten würden, wenn die Ver­handlungen mit Dänemark zu einem positiven Ergebnis führen sollten, nur noch die Türkei, Spanien, Portugal, Holland und Norwegen außerhalb dieses Kreises stehen. Vier von ihnen genießen in Deutschland gegenwärtig die Meist­begünstigung. Es waren schon im Vorjahre Verhandlungen angeknüpft worden, um mit 0- .1,... re-.ifvMuuge zu gelungen. Sie haben sich zerschlagen, indessen dürfte auch hier aufgeschoben nicht aufgehoben sein. Zunächst wird allerdings wohl das Meistbegünstigungs­verhältnis über den 1. Juli hinaus verlängert werden. Nur mit Pottugal steht Deutschland überhaupt in keinem Vertragsverhältnis. Ob mit ihm sowie mit Holland und Norwegen überhaupt Tarifverträge abzuschließen in Aussicht genom­men ist oder noch wird, steht dahin. Jedenfalls ist schon jetzt sicher nicht nur, datz es möglich war, auf Grund des neuen Zolltarifs Tattfverttäge mit dem Auslande abzuschließen, sondern auch, datz noch in keiner Aera Deutschland soviel Ta- rifvetträge, wie in der des neuen Zolltarifs, vereinbart hat. Der neue Zolltarif hat sich also auch nach dieser Richtung besser bewahrt, als seine Gegner glauben machen wollten.

Widerlegte Tendeuzmeldung. Berlin, 12. Juni. DieNordd. Allg. Ztg." meldet: Die Köln. Volksztg." behauptet, das Reich müsse demnächst wieder mit einer neuen Anleihe von rund 200 Millionen Mark an den Geldmarkt herantreten, um seine dringendsten Bedürfnisse zu decken. Abgesehen davon, daß die noch offenen Kredite nicht 144, sondern 137 Millionen betra­gen und daß die Kreditvorlage über 50 oder 60 Millionen Mark für Etatsüberschroitungen an­läßlich des südwestafttkanischen Ausstandes ge* genwättig überhaupt nicht in Frage kommt, weil diese Etatsüberschreitungen noch nicht feststehen, kann das Reich seine Ausgaben bis auf weitere» noch aus dem Erlös für die im April 1907 be­gebenen 200 Millionen 4proz. Schatzanweisungen bestreiten. Es ist also zur Zeit nicht ge­zwungen, eine neue Anleihe auf den Martt zu bringen. Die sich aus der Stundung der Ma» tttkularbeiträge ergebenden Eeldbedürfnisse des 'Reiches fallen gegenüber den von den Postoer­waltungen zu leistenden Vorschüssen für die lln- fallverficherung, welche ebenfalls durch die Dis- kontterung kurzsichttger Schatzanweisungen ge­deckt werden, nicht in das Gewicht; denn wäh- . rend die im abgelaufenen Rechnungsjahre ge­stundeten Matttkularbeiträge nach Eegenrech- nung der lleberschüsse nur etwa 35 Millionen Matt! betragen, erreichten die Vorschüsse für die Unfallversicherung Ende März 1907 die Höhe von 177 Millionen Matt und werden für da» Jahr 1907 noch weiter steigen.

Die Verlängerung de» Spiritussyndikats ist in letzter Stunde noch vollzogen worden. Die Zentrale für Spitttusverwertung teilt hierzu Folgendes mit:Die Prüfungskommission stellte fest, daß durch den noch zuletzt erfolgten kräftigen Zuzug die Beitrittsziffer für Rorddeutschland auf 162,4 Millionen, für Süddeutschland auf 11,04 Millionen Liter Kontingent gestiegen ist. Da auch die sonstigen Bedingungen erfüllt find,

wurde Ser neue Hauptoettrag al» verbindlich er- klätt. Damit ist die Verlängerung des Spiritus* syndikats vollzogen."

Der erste internationale Fleischerkongretz faßte nach längeren Ausführungen deutscher und ausländischer Delegierter über die das Fleischer- gewerbe angehenden Fragen den Beschlutz, all­jährlich in verschiedenen Ländern einen inter­nationalen Fleischerkongretz abzuhalten. Die Leitung der Geschäfte bleibt in den Händen des deutschen Verbandes. G» gelangte eine Resolutton zur Annahme, in'wel­cher der Kongreß u. a. sich ausspricht für die Ein­führung der allgemeinen Fleischbeschau in allen Ländern (da diese Maßnahme lediglich im In­teresse der Konsumenten getroffen wurde, sollen die Kosten aus öffentlichen Mitteln -Dritten werden) für den Erlaß von Vieheinfuhrverboten lediglich bei vorliegenden triftigen veterinären Gründen, für strenge Bekämpfung der Vieh­seuche«, eventuell sogar Entschädigung, für inter­nationale Regelung der Wanderbücher, sowie für Einsetzung eines internationalen Komitees zur Verfolgung der internationalen gewerblichen Angelegenheiten. Das Komitee soll au» den je­weilige« Verbandsprästdenten der einzelnen Länder oder deren Etellvertteter bestehen.

Ausland.

Der internationale Wein, und Spiri­tuosen-Kongreß, der gegenwärtig in Borde­aux tagt, faßte mehrere Beschlüsse betreff enb die Herabsetzung der Einfuhrzölle auf Weine «ach Belgien, den Niederlanden, Rußland und den Unionstaaten.

= Konferenz de» Roten Kreuze». Wie au» London berichtet wird, fand daselbst gestern die zweite Sitzung der Konferenz statt. Den Vor­fitz führte Marquis de Logue (Frankreich). Auf der Tagesordnung standen folgende Puntte: L Bericht über den Augustafonds und Verteilung der Einkünfte feit der letzten Konferenz und die für die Zukunft (das internationale Komitee); 2. Organisation und Tätigkeit derBureaus der Kriegsgefangenen", soweit die Gesellschaften vom Roten Kreuz davon betroffen werden (Ruß­land, Referent Staatsrat v. Martens) und eine in diesem Sinne abgefatzte Resolution; 8. die im Juni 1906 gefällten Entscheidungen der neuen Genfer Konvention, die für die Gesell­schaften vom Roten Kreuz von Wichtigkeit find (Deutschland, Referent: v. d. Knesebeck); 4. Mittel, um dem Mißbrauch des Abzeichens des Roten Kreuzes vorzubeugen (Frankreich); 5. Stellung und Rolle der Frauen in den Sani­tätsformationen und Hospitälern tn Kriegs­zeiten (Frankreich).

Marburis mrd Umgegend.

(Nachdruck aller Ottgmalarttktt ist gemäß 8 18 M Urheberrecht» nut mit der deutlichen Quellenangabe .Oberheff. Ztg." gestattet»!

Marburg, 13. Juni.

) ( Ihr @g»mcn ala ®t. mcb'.

bestand bei der hiesigen medizinischen Fakultät Fräulein Hildegard Völsch aus Magdeburg. Die erste Dame, die hier vor zwei Jahren ihr Doktor­diplom bekam, war eine Japanerin.

) ( Versetzung. Am 1. Juli d». I». wird Herr Landmesser Jörgen» nach Siegburg versetzt, an seine Stelle tritt Herr Landmesser Ungemach aus Frankenberg.

)( Steuerreklamatione«. Heute fand im Fürstenhause zum ersten Male nach dem Jnkrast- tieten des neuen Einkommensteuergesetzes eine Sitzung der Einkommensteuer-Kommission statt, und zwar handelte es sich um die Erledigung der Reklamationen. Früher war dies Sache der Kgl, Regierung zu Cassel.

)( Zur Berufszählung. Seit gestern find die Zähler bei der Arbeit, die von ihnen ausgege- benen Formulare wieder abzuholen. Trotz aller Mahnungen in der Presse hat es doch seine Schwierigkeit, denn es gibt immer Säumige. So bleibt dem Zähler weiter nichts übrig, als den Weg nochmals zu machen.

)( Dragoner-Konzert. Wir machen noch ein­mal auf das heute abend im Museum stattfin­dende Dragoner-Konzert besonders aufmettsam.

* vom Vertin »Frauenbildung-Frauen- studium" (Abt. Marburg) wird uns geschrieben: Bet der diesjährigen Allgemeinen Mitglieder­versammlung unseres Vereins in Weimar vom 9. bis 12. Mai wurde auf den Ausbau der Aus- kunstsstellen über Ausbildungsmöglichkeiten und Erwerbsausfichten in allen den Frauen zugäng­lichen Berufen großer Wert gelegt. Der Eesarnt- verein wird durch periodisches Anonzieren in größeren Zeitungen die Arbeit der Abteilungen zu fördern suchen. Die meisten der 25 Abteil­ungen des Vereins unterhalten solche Auskunfts­stellen und unterstützen fich gegenseitig mit ihrem gesammelten Material; als letzte Instanz, die Aufschluß über alle Fragen gibt, dient die Auskunstszentrale des Bundes deutscher Frauen­vereine in Berlin. Leiterin der Auskunftsstelle unserer Abteilung ist Fräulein Staubesand; im Behinderungsfalle wird ste von Fräulein Krug vettreten. Sprechstunde ist jeden Dienstag von 2 bis 4 Uhr Wilhelmstraße 3. Auf Grund lokaler Erhebungen verfügen wir über ein gut geord­netes Rachrichtenmaterial über Erwerb- und Ausbildungsmögltchkeiten auch am hiepgen Otte, das wir bestrebt find, stetig zu vervoll­kommnen und zu vermehren. Wir bemühen uns, jede Art von Anfrage, jeden einzelnen Fall ge­wissenhaft und sorgfältig zu erledigen und ihn zugleich als Quelle neuer Erfahrung und ver« mehtten Wissens zu verwetten, um immer besser bienen zu können. Ausführliche Prospekte find bei Fräulein Staubesand erhältlich. Die Aus­kunft erfolgt kostenlos (bei brieflichen Anfrage« stach auswärts gegen Einsendung von 5Q Pfg. in Briefmarken.) Mit der Auskunftsstelle verbunden ist eine Sprechstelle des Allgemeinen Deutschen Verein» für Hausbeamtinnen. Dieser.

Berel«, stn Jahre 1894 in Berlin gegründet, verdient einen geachteten Platz in der Reihe derjenigen Wohlfahrtsvereine, die von Frauen tn» Leien gerufen sind. Er macht sich zur Auf­gabe, das Wohl solcher Frauen, die im stemde« Haushalt eis Stützen, Wirtschastsfräulein, Kin­dergärtnerinnen, Kinderstäulein, Kinderpfle­gerinnen, als Xepräfentantinnen. Haushalt­ungslehrerinnen ihren Erwerb finden, durch eine geregelte Stellenvermittlung, Hebung der Berufsbildung und Errichtung von Darlehens-, Hilfs-, Alters- und Krankenkassen zu fördern. Bei Gelegenheit der letzten Generalversammlung int Juni 1905 wurde festgestellt, daß durch seine Vermittlung seit seiner Gründung 7281 Stellen besetzt worden finb. Welche Summe von opfer­freudiger Arbeit hierfür erforderlich gewesen, kann nur der verstehen, der in ähnlicher Arbeit gestanden hat. Rur dadurch, daß alle Helferinnen des Vereins ihre mühe- und verantwortungs­volle Arbeit zum besten ihrer kämpfenden Mit­schwestern unentgeltlich tun, war es möglich, eine Darlehens- und Hilfskasse für kranke und stellenlose Mitglieder und einen Reservefonds zu schaffen. Verglichen mit dem Bedürfnis und bet oft so großen Not unter dieser Klasse von Arbeitsuchenden, die fich ja bekanntlich aus allen Gesellschaftskreisen zusammensetzt, findet der Verein kaum die Unterstützung, die et ver­dient und deren er bedarf, wenn et sein Ziel, die soziale und wittschaftliche Lage der Haus- beamtinnen zu heben, in wirkungsvoller Weife erreichen will.Unser Verein," schrieb einmal eine treue Mitarbeiterin,ist so recht das Stief­kind der Frauenbewegung. Ich habe mit schon die Finger ganz krumm geschrieben zu feinem Dienst, und doch möchte ich diese Arbeit mit keiner vertauschen. Könnten wir Alten nut diese unsere Begeisterung auf unsere jungen Nachfol­gerinnen übettragen!" Unsere hiesigeSprech­stelle" bedeutet einen kleinen Liebesdienst unseres Vereins an einen Schwesterverein. Als Cprechstelle" haben wir zunächst nut die Ge­suche von Aufttaggebern und Stellensuchenden zu prüfe« und nach Eassel weiter zu befördern, ohne selbst Stelle« zu vermitteln. Doch hoffen wir, in absehbarer Zeit die Sptechstelle zu einer Agentur erweitern zu können, die dann auch die Stellenvermittlung übernimmt. Die nächste Generalversammlung de» Deutschen Vereins für Hausbeamtinnen findet am 22. und 23. Juni in Eassel statt. Alle fich dafür Jnteresfierenden find steundlich dazu eingeladen."

Alters-, Invalide«- «. Kraukeureute«. Für ben Kreis Kirchbain stellen sich die Ergebnisse der Bewilligung von Alters-, Invaliden, und Krankenrenten in der Zeit vom 1. Januar 1891 bi» Ende März 1907 wie folgt: Die eingeganaenen Anträge auf Altersrente betrugen 236. Davon find erledigt durch Renten* bewimanna 182, durch Ablehnung 44, durch Tod der Antragsteller rc. 7. Der Gefamt-JahreSbetrag der 6e- willigten Renten belief fich auf 22769.80 Mk. Don den Rentenempfängern find bezw. warm beschäftigt in der Landwirtschaft 186, in der Industrie 6, im Handel und Verkehr 1, durch Lohnarbeit wechselnder Art 9, im Staatsdienst 28 und im Sefindedimst 7. Rach Abgang durch Tod re. bleibm noch zu zahlen 42 Posten im Be­ttage von 5642.20 Mk. Die eiugegangenen Anttäge ausJnvalideurente betrugen 583. Davon find erledigt durch Rentenbewilligung 460, durch Ablehnung 81, durch Tod der Antraasteller re. 35. Der Gesamtbetrag bev vewmrgren Renten Belief sich auf 62399.60 Mk. Von den Rentenempfänger« find bezw. warm beschäftigt in der Landwirtschaft 269, in der Industrie 101, im Handel und Verkehr 4, durch Lohnarbeit wechselnder Att 29, im Staatsdienst 26, im Befinde- dienst 41. Rach Abgang durch Tod rc. bleibm «och zu zahl« 262 Posten im Betrage von 85176.20 Mark. Die einaegangmm Anträge aus Krankenrenten betrugen 37. Davon find erledigt durch Renten- bewilligung 87. Der Hesamt-IahreSbetrag der be- willigtm Rentm belief fich auf 5386.20 Mk. Don dm Rentenempfängern find bezw. waren beschäftigt: i« der Landwirtschaft 15, in der Industrie 11, durch Lohnarbeit wechselnder Att 2, im Staatsdienst 0, im Gesindedienst 9. Nach Abgang durch Tod bleibm noch zu zahlm 11 Posten im Betrage von 1611.40 Mark. Der Gesamt - IahreSbettog der bewilligttn Rmtm B überhaupt 90545.20 Mk. Von der Landes* erungSanstalt Hessen-Nassau, deren Bezitt die rngSbezitte Eassel und Wiesbaden, sowie daS Fürstentum Waldeck umfaßt, find seit dem 1. Januar 1891 überhaupt bewilligt: 9596 Altersrenten im Ge* sammt-IahreSbettage von 1840 557.70 Mk., 34252 In­validenrenten im Gesamt » Jahresbettage von 5048830.20 Mk., 2788 Krankenrenten im Gesaurt» IahreSbettage von 448012.60 Mk., im Ganzen 46630 Rentm mit einem Gesamt Jahresbettage von 6836900.50 Mk. Hiervon find nach Berücksichtigung der durch Ttt> rc. erfolgten Abgänge Ende März 1907 noch zu zahlm 2604 Altersrenten im Gesamt- Jahresbetrage von 895 966.50 Mk., 18832 Invaliden­renten im Gesamt-JahreSbettage von 2782 469.40 Mk. 724 Krankenrenten im Gesamt - JahreSbettage von 116095.10 Mk., im Ganzen 21660 Rmtm mit einem Gesamt Jahresbettage von 8294581.00 Mk. Der vom Reiche zu leistende Zuschuß beträgt 1083 006 Mk, Mithin blechen Ende März 1907 aus Mitteln der LandeS-Verficherungsanstalt Hessen-Nassau an Rentm ,u zahlm jähttich 2211531.00 Mk.

)( Raiffeisen-Berbandstag. Die Raiffeisen- Organisation des hessischen Verbandes feiert ihren Jahres-Verbandstag am 9. und 10. Juli d. I. in Cassel in der Faßhalle. Aus dem um­fangreichen Programm, in dem auch wichtige Be­ratungsgegenstände der Molkerei-Genossenschaft und der Kornhausgenossenschast diesmal in brei­terem Rahmen Platz fanden, ist u. a. hervorzu­heben: Am 10. Juli Vertreterversammlung von 2V2y/a Uhr, Voroersammlung von 57 Uhr, in der auch der heutige starke Eeldmartt und der Grundstückshandel besprochen werden sollen, um 71/2 Uhr beginnt der Familienabend, zu deyl na» mentlich auch die Frauen eingeladen werden. Es wird ein neues FestspielAuf dem rechten Wege" von Lehrer Frendt zur Aufführung gelangen. Die Hauptversammlung findet am 11. Juli, vor­mittags 10 Uhr, statt, in welcher außer Rechen­schafts- und Jahresbericht ein Vortrag des Herrn Pfarrer Meyenschein:Rückblick auf 25 Jahre Raiffeisen-Arbeit" vorgesehen ist. Um 2 Uhr fin­det gemeinsames Festessen statt. Besonders wir­kungsvoll wird der Verbandstag dadurch werden, daß die Raiffeisen-Veteranen, also Leute, die be­reits 25 Jahre in der Raiffeism-Arbeit stehen, besondere Ehrungen erhalten werden. Da bisher die Versammlungen in Cassel so zahlreich besucht waren, daß die größten Säle nicht ausreichten, ist diesmal die Festhalle, wo 5000 Personen Platz

finden können, gewählt, ha bet diesmalige BW Landstag vorausfichtlich ganz besonder» stark sucht werden dürfte. Auch aus hiesiger Segen« werden zahlreiche Raiffeisen-Männer gn dem Berbandtag teilnehmen. j

)( Eine böse Bitte. Wir finden in ausroarx tigen Zeitungen folgende Notiz: Marburg« Hier besteht «och eine alte, böse Sitte, wonach die Mütter, die ihre Kinder in dem von der Be- Hörde angesetzten Termin zum Impfen bringen, nachher fich im Wirtshaus versammeln und das Ereignis durch eine kleine Kneiperei feiern. Da­bei kam es dieser Tage vor, daß zwei Mütter in der Animiertheit die auf den Wirtsbänken nie­dergelegten Kinder verwechselten. Das Ge­schehene wurde erst am folgenden Tage durch den Mann der einen der leichtsinnigen Frauen ent­deckt. (Wir bemerken dazu, daß hier in Mar­burg von dieser bösen Sitte glücklicherweise nicht» bekannt ist. Das kommt aber davon, wenn man aus unserer Zeitung Notizen ungenau abdruckt. Der fragliche Fall hat sich in Cassel ereignet.) ,

)( Schöffengericht. Am 1. Mai d. I., gele­gentlich des Walpurgismarttes, hatten sich ver­schiedene ältere Herren in einer Wirtschaft eine der umherziehenden Musikkapellen engagiert und verübten bei diesem Konzett einen großen Lärm. Da sich einer der Betreffenden mit dem Rück« nach der Straße ins Fenster setzte, schritt schliess­lich die Polizei ein. Bei dieser Gelegenheit, sowie später noch einmal auf dem Polizeiamt wurde auch der Polizei-Kommissar schwer belei­digt. Der deshalb Angeklagte wurde heute |tt: 80 M Geldstrafe und wegen ruhestörenden Lärms zu 10 Geldstrafe verurteilt. Letztere Strafe erhielten auch die übrigen Beteiligten. Außer­dem wurde dem Beleidigten die Pnblikations- befugnis zugesprochen. Die Vorgänge wurden damals in unserer Zeitung bereits mitgeteilt Ein Mann aus Cappel, der mit seinem Wagen unbefugter Weise über eine Wiese gefahren war, gab an, er habe geglaubt, die Wiese gehöre dem Forstfiskus. Es wurde ein weiterer Termin an- beraumt, um festzustellen, ob der Mann das Recht hat, über dem Forstfiskus gehörige Wiesen zu fahren.

* Das endgültige Ergebnis der Viehzählung am 1. Dezember 1906 gestaltete sich für die Kreise des Regierungsbezirks Cassel wie folgt: In 111271 viehbesitzenden Haushaltungen waren 57 342 Pferde, 355 710 Stück Rindvieh, 166 670 Schafe und 475 640 Schweine.

§ Todenhausen, 13. Juni. Gestern traf ein sog.kalter Schlag" das Haus des Müller Metz. Es entstand nur geringer Schaden.

* Kirchhain, 12. Juni. Der hiesige Gesang­vereinConcordia" begeht am 16. und 17. Juni sein 25stes Stiftungsfest. Das Fest findet in der großen schönen städtischen Festhalle statt, die bei ungünstiger Witterung alle Festteilnehmer auf­zunehmen vermag. Obendrein werden besondere Hallen für ein Wein-Restaurant und ein CafS mit Konditorei errichtet. Der Festplatz und die Halle werden abends im Glanze elektrischen Lichtes erstrahlen. Der wegen seiner vorzüg­lichen Leistungen auf diesem Gebiete anerkannte hiesige Turnverein wird an beiden Festtag­abenden Keulenschwing-Uebungen veranstalte« und Pyramiden stellen.

X Schreufa, 13. Juni. Das gestrige Mis- fionsfest erfreute sich eines recht guten Besuches. Als Festprediger waren erschienen die Geistlichen Superintendent Happich-Marburg, Pfarrer Lan- dau-Fronhausen und Metropolitan Koch-Fran- kenau. Der Posaunenchor von Röddenau trug wesentlich zur Verherrlichung der Feier bei.

Laasphe, 12. Juni. In dem Bergwett Heinrichsegen bei Littfeld wurden zwei Arbeiter durch Sprenggase getötet. Ein dritter Arbeiter konnte wieder zum Leben erweckt werde«.

Heffeu-Nassau und NachSargebiete.

Raboldshausen, 10. Juni. Ein Bewohner des Nachbarortes, O. H., welcher wochentags über Rechen fabriziert und in der Umgegend verkauft, pflegt Sonntags dem edlen Weidwerk obzuliegen. Obgleich man ihn schon lange im, Verdacht des Wilderns hatte, gelang es nicht, ihn zu fassen, bis endlich am vorigen Sonntag ihn sein Schicksal erreichte. Förster T. ertappte den Jäger auf frischer Tat, dieser aber nahm' trotzdem Reißaus, worauf ihm der Förster eine Ladung Schrot nachsandte. Bei einer unter polizeilicher Assistenz vollzogenen körperlichen Untersuchung fielen mehrere Schrotkörner auf die Erde, während zwölf derselben im Fleischs saßen.

Eassel, 12. Juni. Dem Jahresbericht des' Hessischen Diakonissenhauses entnehmen rott., folgendes: Im Jahre 1906 hatte das Mutter­haus 247 815 M Einnahme und 246 990 M Aus­gabe, das Marienheim zu Euntershausen 17 695; <44 Einnahme und 17 685 «M. Ausgabe, das Dia-- konissenheim zu Cassel 34 188 M Einnahme und' 33 793 M Ausgabe; die Erziehungsanstalt; Marienheim bedurfte eines Zuschusses aus beti Mutterhauskasse von 4325 M.. Der Voranschlags für das Jahr 1908 wurde rote folgt feftgestellt:, 201040 <Al Einnahme und 196 640 M Ausgabe; für das Mutterhaus, 14100 M Einnahme und' 19100 Ausgabe für das Marienheim zu Gun-; tershausen, 32 520 M Einnahme und 31920 -44 Ausgabe für das Diakonissenheim zu Cassel« Von den Schwestern des Diakonissenhauses wur­den verpflegt von 92 Schwestern in 64 Gemein­den 7514 Kranke, 1714 Arme; in 11 Kranken- Häusern von 77 Schwestern 7855 Kranke, in 11 Hospitälern 271 Alte; im Hessischen Siechenhaus! von 4 Schwestern 81 Sieche; in der Kinderheil*' anstatt Sooden von 8 Schwestern 572 Kinder;' in 5 Erziehungsanstalten von 19 Schwestern 260s Mädchen; in 29 Kinderschulen 1934 Kinder; i« bet Krippe zu Cassel von 3 Schwestern 148 Kin-j der, Unter bet Leitung der CemeindeschwffterHj