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Englands Sorgen.

' Das liberale Kabinett in England hat ge­genwärtig mit zwei Sorgen zu kämpfen, die ge­rade für eine liberale Regierung ganz unge­wöhnlich unbequem sind, da sie voraussichtlich zu einem gewaltsamen Eingriffe zwingen werden, der sich mit der viel gerühmten liberalen The­orie von Geschehen- und Eewährenlassen nur schlecht vertragen wird.

Es gürt in Irland und in Indien. Und in loidenmKällen läßt sich nicht bestreiten, daß ge­rade der Wechsel im Kabinett zu: Verschärfung der Krisen beigetragen hat. Seit Gladstones Tagen schien die irische Frage von der Tages- ordnung der britischen Politik fast abgesetzt zu sein. Nun erleben wir wieder, daß wie in den achtziger Jahren Mondscheinbanden die grüne Insel durchstreifen, Vieh verstümmeln und die Aufteilung der Weidefarmen fordern, weil sie nicht länger dulden wollen, daß nach dem be­kannten Wortedie Schafe die Menschen auf- iressen". In innerer Verwandtschaft mit dieser Erneuerung der Agrarunruhen steht die Erbit­terung des Volkes über die vereitelten Hoffnun­gen auf irische Selbstregierung. Die Verwer­fung der Biffelschen Homerulvorlage, die als das Ergebnis der Verständigung zwischen dem liberalen Kabinett und den irischen Abgeord­neten seit Monaten mit so viel Pauken- und Trommelschlägen verkündet wurde, durch den Dubliner Nationalkonvent hat die jetzigen bri­tischen Staatslenker aus allen Träumen geris­sen. Auch der Ministerpräsident Sir Henry Campbell Bannermann wird nun erkannt ha­ben, daß sich die große irische Schuld nicht durch Versprechungen tilgen läßt, und daß das katho­lische Irland nichts Geringeres erwartet, als was Gladstone ihm in den achtziger Jahren bie­ten wollte,-und was in England jenen Sturm des Unwillens erregte, der zu der unionistischen Paarung der Konservativen und Liberalen ge­gen Gladstones Politik führte. Ganz wie in den Tagen Parnells trachtet Irland heute wieder nach einem eigenen Parlamente mit selbstän­diger Verwaltung, Exekution und Finanz. Daß dies schließlich zur völligen Lostrennung der grünen Insel von dem verhaßten England füh­ren würde, ist klar und keinem Engländer neu. Die irische Frage spitzt sich immer mehr darauf zu, ob das Kabinett seinen liberalen Grund­sätzen getreu den Iren etwas Aehnliches ge­währen wird, wie neuerdings den Buren iim fernen Afrika, oder ob es die irischen Verbündeten im Stichs lassen und zu der unio- ßristischen Polittk zurückkehren will, die Rosebery, Haldane und Grey auch im jetzigen Kabinett zur Geltung zu bringen bestrebt sind. Noch peinlicher muß für die Regierung die Notwen­digkeit einer Entscheidung gegenüber den agra­rischen Ausschreitungen sein, die namentlich im Westen und Süden der grünen Insel an jene

5 (Nachdruck verboten.)

Heimweh nach Glück.

Roman von Erich Friesen. '(Fortsetzung).

Der Fürst ist entschieden ein schöner Mann. Kaum von Mittelgröße erscheint er durch das vollendete Ebenmaß der Glieder fast groß. Die breite Stirn und das etwas hervortretende Kinn zeugen von außergewöhnlicher Willens­kraft, welche durch den weichlichen, fast schlaffen Zug um die vollen Lippen beeinträchtigt wird. Das dunkle Haar ist kaum an den Schläfen et­was gelichtet. Ein langer schwarzer Schnurr­bart und starke, scharfgezeichnete Brauen heben noch die interessante Blässe der Züge. Das eigen­tümlichste aber an dem ganzen Gesicht sind die Augen bald grünlich schillernd, gleichsam phosphorezierend, bald tiefdunkel verschleiert, unergründlich.....

In diesem Augenblick zeigt dieses eigenartige Gesicht den Ausdruck überlegenen Mitleids.

Mein armer Freund zog vor, hinunter nach der Grande Marina zu gehen, um früh mit der ersten Gelegenheit die Insel verlassen zu kön­nen," fährt der Fürst fort, indem er mit der Shmalen, aristokratisch geformten Hand seinen unklen Spitzbart liebkost.

Rolf antwortet nicht. Finster blickt er vor sich hin.

Wieder huscht jenes spöttische Lächeln um die Lippen des Fürsten. Er zieht ein silbernes Zi- garetten-Etui aus der Brusttasche seines tadel­los sitzenden Fracks und hält es Rolf hin.

Danke. Ich rauche nicht."

Der Fürst zuckte die Achseln.

Mit vornehmer Gelassenheit zündete er sich eine Zigarette an und beginnt, blaue Ringel­wölkchen in die Luft zu blasen.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sormtaasbeilaaer Aüuttrirte- Eonutaasbrätt.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Ioh. Ang. Koch, UniverfitätS-Buchdruckerei 42.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Soziale Fürsorge der Reichs-Postoerwal» hing. Bei den diesjährigen Beratungen de« Postetats wurden die unzulänglichen Gehalts» Verhältnisse des Personals der Reichspostverwal» hing eingehend besprochen. Erfreulich war die Tatsache, daß alle Parteien für eine allgemeine Neuregelung der Besoldungsverhältnisse für 1908 stimmten und daß für dieses Jahr bereits eine Teuerungszulage von 150 hezw. 100 M ge­währt wurde. Auch auf dem Gebiete der Woh­nungsfrage machen sich bei der Reichs-Postver- waltung soziale Fortschritte bemerkbar. Von 1902 bis 1905 sind für Zwecke der Wohnungs­fürsorge für die Unterbeamten und minderbesol­dete Beamte der Reichs-Postverwaltung 5 555 000 M verwendet worden. Nach den An­gaben des Reichs-Postamts betrug 1905 di« Zahl der Unterbeamtenhäuser 730; hiervon waren 515 reichseigene und 215 gemietete Häu­ser. Diese Häuser enthielten 1863 Familien­wohnungen für Unterbeamte und 47 für gerino besoldete Beamte; außerdem waren in diesen Häusern noch 160 Stuben für unverheiratete Unterbeamte vorhanden. Unter den 730 Häu­sern, von denen sich 41 in städtischen Orten be­finden, sind 33 Einfamilienhäuser, 442 Zwei­familienhäuser, 78 Dreifamilienhäuser, 155 Viersamilienhäuser und 22 Häuser für fünf und mehr Familien. Von den für das Jahr 1906 zur Errichtung und zum Ankauf von Wohnhäu­sern bewilligten 800 000 M und für Mietszwecke bewilligten 104 700 M werden voraussichtlich 50 Häuser mit 146 Familienwohnungen fib Unterbeamte geschaffen werden.

Die Zubelspende für den Allg. Deutschen Schulverein, deren Sammlung aus Anlaß des 25jährigen Bestehens dieses ältesten unserer na­tionalen Schutzvereine von Freunden der wich­tigen nationalen Kulturarbeit des Schulvereins angeregt wurde, hat nach dem endgültigen Ab­schluß der Sammlung das erfreuliche Ergebnis einer Bruttoeinnahme von 78 781,62 M gehabt. Bei der Verwendung dieser Summe ging der Ausschuß von der Ueberzeugung aus, daß der Haupiteil der Einnahme für zwei große Schul­gründungen im bedrohtesten Kampfgebiete zu benutzen sei, die aus den gewöhnlichen Mitteln des Vereins niemals zu bestreiten wären. So wird in Böhmen und in Mähren fortan je ein deutsches Schulhaus als Denkmal der Jubel­spende dastehen. Evangelische und katholische Gemeinden sind bedacht und auch das Deutsch­tum über See ist nicht ganz vergessen worden. Es wurden bewilligt: Für di Schulneubau in Braunbusch (Böhmen) 22000 M, für Errichtung einer neuen Schule in Nemile (Mähren) 18000 cH, für eine nicht zu nennende Schule in einem besonders bedrohten Gebiet 5000 M, für den Schulbau in Rudolstadt (bei Vudweis) 6000 M, für den Schulbau in Windisch-Feistritz <Steier- mark) 3000 M, für den Schulbau in Kanitz (Böhmen) 3000 M, für den Schulbau in Sponau

Deutsches Reich.

Der Kaiser reiste gestern vormittag 11 Uhr 20 Minuten von Wildpark nach Hannover ab.

Die Höhe der Matrikular-Beiträge für 1907. Berlin, 10. Junst Nach den berichtigten Zahlen betragen die Matrikularbeiträge für 1907 in den einzelnen Bundesstaaten: in Preu­ßen bei nahezu 37,3 Millionen Einwohnern 179,9 Millionen Mark oder 2,2 Mill. Mk. mehr als im Etat für 1906 angssetzt, in Bayern bei 6,5 Mil­lionen Einwohnern 29,87 Mill. Mk. ( 256 000 M), in Sachsen bei 4,5 Millionen Einwohnern 21,74 Mill. Mk. (+ 282 000 M), in Würtemberg bei 2,3 Millionen Einwohnern 10,76 Mill. Mk., in Baden bei 2 Millionen Einwohnern 5,83 Mill. Mk., in Mecklenburg-Schwerin bei 625 000 Einwohnern 3 Mill. Mk., in Hamburg bei 874 000 Einwohnern 4,2 Mill. Mk., in Bremen bei 263 400 Einwohnern 1,3 Mill. Mk., in Lü­beck bei 105 900 Einwohnern 511000 M, in El- saß-Lothringen bei 1,8 Millionen Einwohnern 8,75 Millionen Mark. Der Rest der insgesamt 290 598 225 M betragenden Matrikularbeiträge verteilt sich auf die kleineren Staaten.

Die Aufbesserung der Beamtengehälter. Berlin, 11. Juni. Entgegen den verschiedenen Angaben über bereits vorliegende Vorschläge und Einzelheiten der kommenden Neuregelung der Beamtenbesoldungen erfährt dieT. R.", daß die Vorarbeiten für die allgemeine Aufbes­serung der Beamtengehälter, welche in erster Linie dem preußischen Finanzminister und der Reichsverwaltung obliegen, noch nicht so weit ge­diehen sind, daß bestimmte Vorschläge den Fach­ressorts zugegangen wären. Endgültige Ent­scheidungen werden natürlich erst gefaßt werden können, wenn die Frage der Deckungsmittel ihre Erledigung gefunden hat. Daß es in Preußen ohne eine Erhöhung der Einkommensteuer nicht gehen wird, hat der Finanzminister bereits er- klätt; aber auch für das Reich steht es außer Zweifel, daß wir ohne neue Steuern zu Gehalts­aufbesserungen nicht in der Lage find.

warten von der liberalen Regierung die Auf­schiebung der den indischen Gefühlen zuwider­laufenden Teilung des alten Königreiches Ben­galen in zwei Provinzen, die von der früheren Regierung verfügt worden waren. Doch sah sich . Indien hierin ebenso schmerzlich getauscht, wie in der Hoffnung auf ähnliche paritätische Refor­men, wie England sie jetzt dem Transvaal ge­währt hat. Und so ist es eine bittere Ironie gerade auf di» liberalen Grundsätze, daß auch in Indien das Kabinett zu straffer Handhabung der Disziplin drängen muß, und daß gerade unter ihm der Bezwinger der Buren, Lord Kit- chener, die Reorganisation der indischen Armee durchführen muß, durch deren Kraft allein die englische Herrschaft in Indien haltbar erscheint.

Zustände des Landkrieges und der Landliga er­innern, die schließlich selbst Gladstone zwangen, mit eiserner Hand einzugreifen. Die Verlegen­heit, in die durch dies alles das Kabinett gegen­über dem irischen Abgeordneten gerät, ist um so größer, als die irisch-amerikanischen Freunde der letzteren lärmend nach Taten schreien. Die Fenier scheinen die Hoffnung aufzugeben, Ir­land durch das brittsche Parlament zu befreien, und da sie über genügende Dollars verfügen, spukt in ihren Köpfen der Plan, diese Befreiung durch andere Mittel zu versuchen. Auch die gälische Liga und die Wiedergeburt des irischen Volksgeistes in der keltischen Sprache und Lite­ratur bilden einen starken Einschlag in diesem Gewebe. Grund genug für das Kabinett, um den Schluß dieser über die Maßen unbequemen Parlamentssession herbeizuwünschen wie Wel­lington den Abend oder die Preußen am Tage von Waterloo!

Wenn alles dies auch nicht von heute auf morgen Irland von England losreißen wird, so hat man es doch mit verschiedenen Grundstim­mungen zu tun, die unverkennbar alle auf dies gemeinsame Ziel hinsteuern. Aehnlich liegt die Sache in Indien. Auch dort ist die jetzt in Fluß geratene Bewegung schon zu Gladstones Zeiten deutlich erkennbar hervorgetreten. Namentlich aber wurde sie vor 10 Jahren bemerkbar bei der Begründung einesindischen nationalen Kon­gresses" in Bengalen, den die englische Presse in verhängnisvoller Verkennung als ein Anzeichen der innerlichen Aussöhnung Indiens mit der englischen Herrschaft begrüßte. Man hoffte in England damals, ähnlich wie heute gegenüber den Buren, daß durch die Mitwirkung der geistig hochstehenden Indier die Verwaltung des Lan­des besser werde, immer mehr 'aber haben diese Hoffnungen sich als trügerisch erwiesen. Die unge­heuren Schwierigkeiten, die England bei der Bewältigung des kleinen Häufleins Buren fand, konnten den Indiern um so weniger entgehen, als die indische Einwanderung nach Südafrika eine so starke geworden ist, daß z. B. die Kolonie Natal geradezu als eine indische und nicht eine englische bezeichnet werden kann. Wenn aber der Burenkrieg ein furchtbares Eingeständnis der englischen Schwäche bedeutete,, so zeigte an­dererseits der russisch-japanische Krieg Indien die den asiatischen Völkern innewohnende Kraft. Japanische Schriftsteller, die Indien bereisten, haben die Hindus dazu gedrängt, auch ihrerseits ihre Nation neu zu schaffen und unabhängig zu machen. Und so geht trotz des englisch-japani­schen Bündnisses einerseits der ehrgeizige Traum der Japaner auf ein großes Kaiserreich im Osten aus, während andererseits die indischen Hoff­nungen gerade jene Rückendeckung von Japan erwarten, die das englisch-japanische Bündnis verhüten sollte. Auch diese Hoffnungen wurden ganz wesentlich genährt durch den in London eintretenden Kabinettswechsel. Die Indier er-

Marburg

Donnerstag. 13. Juni 1907.

Vierteljährlicher Bezugspreis- da ser Expedition 2 SNL, -ep «Oft da allen Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).

J12. löv JnsertionSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfg.

Neclanicn: die Zeile 30 Psq.

Sie ersuchten mich um eine Unterredung" beginnt Rolf mit unverhohlener Ungeduld, da der andere gar keine Anstalten macht zum Sprechen.Darf ich bitten, mir den Grund zu nennen, dem ich die Ehre verdanke?"

Ach so ja. Aber gewiß." Nonchalant streckt der Fürst die Beine von sich.Sehen Sie ich fühle, ich bin Ihnen eine Erklärung schul­dig über den unerwarteten Besuch, der heute Abend so plötzlich in die Festesatmosphäre der Villa Helios hereingeschneit kam."

Durchaus nicht," erwidert Rolf schnell, fast abweisend, indem et aufsteht.

Er fühlt eine instinttive Abneigung gegen das aufgedrungene Vertrauen dieses Mannes.

Der Fürst lächelt.

Wenn es mir aber Vergnügen macht, mit Ihnen darüber zu sprechen? Wenn ich Sie bitte, mir zuzuhören?"

Dann freilich muß ich zuhören," lautet die noch immer widerstrebende Entgegnung.Aber ich bemerke im Voraus, daß ich über den Besuch weder erstaunt, noch unangenehm berührt war."

Fast brüsk setzt Rolf sich wieder und tätschelt Nero's Kopf, der aufmerksam die beiden Herren beobachtet.

Fürst Torlonia tut, als ob er die ersichlich schlechte Laune seines Gegenübers gar nicht merke. Mit dem zufriedensten Gesicht von der Welt pafft er munter drauf los.

Sie find ein braver junger Mann," lächelt er mit der ihm eigenen überlegenen Gelassen­heit.Es ist eine der größten Tugenden, sich so wenig wie möglich um die Angelegenheiten an­derer Leute zu kümmern eine Tugend, der man leider auf unserem taumelnden Erdball immer seltener begegnet. Sie scheinen diese Tu­gend zu besitzen, Herr Alsen. Ich würde deshalb auch kein Wort zu Ihnen verlieren wegen de« nächtlichen Abenteuers, wenn Sie nicht ent Peri

wandter der Familie wären, der ich innig be­freundet bin und der ich nächstens noch--

Er bricht ab und streicht mit der Hand, an der mehrere große Brillanten funkeln, über sei­nen Spitzbart eine etwas kokette Bewegung, die Rolf während des Abends bereits mehrere Male wahrgenommen.

Ich hätte Ihnen da eine Mitteilung ge­macht, zu der ich noch nicht befugt bin," fährt der Fürst selbstgefällig fort, indem er auf die Spitzen seiner Lackstiefel blickt.Eine überaus reizende, aber ebenso eigenstnnige kleine Dame hat es mir verboten. Aber mir wurde nicht verboten, ihnen meine Freundschaft zu offerie­ren, und da ich hoffe, daß wir bald, recht bald gute Freunde sein werden" er streckt Rolf die lange, schmale Hand hin, welche der junge Mann nur widerwillig und flüchtig be­rührtso halte ich es für meine Pflicht, Sie über jenen seltsamen nächtlichen Besuch auf­zuklären. . . . Zuerst eine Frage: was denken Sie von dem Manne?"

Ich habe noch nicht darüber nachgedacht."

Hm. . . . Aber welchen Eindruck machte er auf Sie?"

Einen durchaus anständigen."

Nichts weiter? . . . Fiel es Ihnen nicht als etwas ungewöhnliches, ja bizarres auf, wie ein Mann in solchem Wetter zur nächtigen Stunde"

Nein, Herr Fürst. Denn ich tat dasselbe." Das war etwas anderes. Sie gehören hier ins Haus und wurden erwartet. . . . Aber mein armer alter Freund" ... ein Fremder hier . . . konnte er nicht bis morgen »orten? Oder bis übermorgen?"

Ich kann darüber nicht urteilen. Ich kenne seine Gründe nicht."

Der Fürst lacht. Doch hat das Lachen dies­mal etwas Gezwungener - -----

Hm Sie find wirklich sehr unbefangen, mein verehrter junger Herr. Jeder andere würde aus dem exzentrischen Benehmen meines armen alten Freundes" Schlüsse ziehen. . .. Nun, umso besser! . . . Uebrigens wissen Sie, wer er ist?"

Der Fürst wirft die Frage leicht, im ober­flächlichsten Konversationston, hin. Rolf sieht den lauernden Blick, der die harmlosen Worte begleitet.

Nein," erwidert er ruhig.Er weigerte fich mir seinen Namen zu nennen."

Wie befreit atmet der Fürst auf. Dann bricht er in lautes Lachen aus ein unnatür­lich lautes Lachen, welches seltsam mit seinem sonstigen gemessenen Wesen kontrastiert.

Hahahaha natürlich! . . . Sieht ihm ganz ähnlich! . . . War stets verrückt der Alte! Kein Mensch mit gesunden fünf Sinnen"

Ich bitte Sie, mein Herr," unterbricht ihn Rolf unmutig, indem er aufsteht,lassen Sie Ihren Freund aus dem Spiel! Es ist mit wirklich ganz gleichgültig, wer er ist und was ihn hierher zu Ihnen geführt hat. Ich liebe es nicht, Abwesende zum Gegenstand meiner Unter­haltung zu machen!"

Der Fürst hat sich in seinen Stuhl zurückge­lehnt.

Nun, nun sachte, junger Brausekopf!" spöttelt er.Ich glaube kaum, daß Sie einem Fürsten Torlonia Verhaltungsmaßregeln zu er­teilen brauchen. . . . Was den alten Mann zu mir geführt hat?" wiederholt er mit gemachter Gleichgültigkeit.Ganz einfach er brauchte Geld. Und da er früher einmal mein Freund wat vor vielen, vielen Iahten so gab ich es ihm." -

Aber Herr Fürst* fällt Rolf jetzt ernstlich, erregt ein ich litte Eie nochmals" -------.(Fortsetzung folgt.)