Erstes Blatt.
der
erst
schleudert.
gen Machthabern in Ungarn fatal in den Ohren klingen. Sei es drum? Die „Ostd. Äon.“ wird es um so mehr als ihre Aufgabe betrachten ihnen in Ungarn sowohl wie bei uns im Reiche ein Echo zu wecken. Auch die Bäume der Herren Kossuth und Apponyi werden nicht in den Himmel wachsen. Aufmerksame Beobachter haben schon lange ein unheimliches Knarren und Brechen in den Stämmen gehört. Der ideenlose nationale Chauvinismus der Kossuthiften wird über kurz oder lang an der Tatsache zerschellen, daß er weder die politischen noch die wirtschaftlichen Interessen Ungarns und der Madjaren selbst zu befriedigen vermag. Und dann ist die Bahn frei für eine Politik, die auf den heute in Pest so mißliebigen Gedanken Bismarcks ruht, für eine Politik, von der niemand mehr Nutzen ziehen wird wie die Madjaren.
Sehnsüchtig starrt er in di« grauschwarze Finsternis, nach der Richtung, wo die Strenen- insel Capri liegt. Seine kräftigen, echt germanischen Züge sind von einem weichen, fast schwärmerischen Ausdruck überhaucht.
Inzwischen bemühen sich die herbeigekommenen Fischer eifrig, ein Bott flott zu rnachen.
Es ist nicht leicht. Immer wieder wird es von den hochbrandenden Wogen zurückge«
kerungsgruppe zu erfüllen. Man hat da für weniger wichtige Zwecke reichliche Mittel. Warum hält man also die Taschen zu? Wenn man den Etat durchsieht, könnte man viele Positionen streichen und die so erlangten Mittel für Beamtenzwecke verwenden. Wenn der Wille da ist, den Beamten zu helfen, dann schwinden alle Hindernisse. Aber die meisten Parteien begnügen sich nur mit schönen Worten und lassen es an Taten fehlen. Das muß die Herzen der Beamten mit Bitternis erfüllen. Es handelt sich hier doch bloß um eine einmalige Teuerungszulage. 80 000 Frauen und Mütter rechnen bereits damit. Will man sie alle enttäuschen? Wie kann Preußen im Reiche dafür sein und in Preußen dagegen sprechen? Das ist ein unverständlicher Standpunkt. Ueber der trockenen Zahl steht die Forderung des sozialen Eewisiens.
Abg. Broemel (frs. Vgg.): Die Notwendigkeit der. Teuerungszulage werde nirgends bestritten. Die Deckungsfrage machte zwar Schwierigkeiten, aber die Quotisierung der Einkommensteuer sei das geeignete Mittel zur Abhilfe.
Abg. Frhr. v. Zedlitz (fkons.) zog seinen Antrag zurück, da die Regierung eine Berücksichtigung der mittleren Beamten in «ch^hbarer Zeit zugesagt habe.
Abg. Graf Moltk« (fkons.) bedauerte es, daß sich die Regierung zur Erfüllung ihrer Pflicht gegenüber den Beamten erst drängen laste. Die weiteren Ausführungen des Redners bleiben unverständlich. Um die Rednertribüne hat sich eine kleine Gruppe von Abgeordneten geschart, die den Bemerkungen des Redners mit Aufmerksamkeit folgt.
Inzwischen war ein Kompro mißantrag von den Abgg. Dr. von Heydebrand (kons.), Frhr. v. Zedlitz (fkons.) und Herold (Ztr.) eingegangen, nach dem im Nachtragsetat statt 8 Millionen 13 Millionen bewilligt und davon 5 Millionen zur Verstärkung des Fonds für Unterstützungen von gering besoldeten Beamten verwendet werden sollen.
Abg. Frhr. v. Erssa (kons.) bedauerte die Einbringung des feifinnigen Antrags, der unter Umständen auch die Zulagen für dis unteren Beamten gefährde. Gehe man über die Unterbeamten hinaus, so könne man auch die oberen Beamten nicht übergehen. Er bitte, den Kompromißantrag anzunehmen.
Finanzminister Frhr. v. Rheiubaben erklärte: Ich werde auf die Frage der allgemeinen Gehaltserhöhung nicht eingehen. Ich kann auch dem Antrag Kölle nicht zustimmen. Er zieht eine mechanische Grenze und würde etwa 8 bis 9 Millionen verlangen. Hingegen kann ich mein Einverständnis mit dem Kompromißantrag Heydebrand bekunden. Es wird mir zwar schwer, die 5 Millionen aufzubringen. (Lachen links.) Aber mein Streben geht dahin, in der wichtigen Frage ein Einverständnis mit dem Hause zu erzielen. (Sehr richtig! links.) Aber die Beamten werden die 5 Millionen als Abschlagszahlung willkommen heißen.
Preußischer Landtag.
Das Abgeordnetenhaus nahm am Mittwoch den Entwurf zur Erweiterung des Kaiser- Wilhelm-Kanals an und nahm dann erneut Stellung zu der Frage der einmaligen Zulage für die Beamten. Hier lag außer dem schon am Mittwoch eingebrachten Anträge der Freisinnigen, der den mittleren Beamten eine Zulage von 150 A verschaffen will, noch einige Anträge zugunsten der mittleren Beamten vor. Während der Sitzung ging noch ein Antrag der Abgg. Dr. v. Heydebrand (kons.), Herold (Ztr.) und Frhr. v. Zedlitz (fkons.) ein, nach dem die im Nachtragsetat vorgesehene Summe von 5 Millionen erhöht werden soll zu Unterstützungen von gering besoldeten mittleren Beamten und eigenen Haushalt führenden Lehrern mit weniger als 1200 ck Grundgehalt.
Ein Antrag Schiffer (nl.) will wenigstens den mittleren Bearnten, deren Gebalt den Höchstbetrag des Gehalts der Unterbeamten nicht übersteigt, diese 100 JL gewähren.
Die tags zuvor versäumte Abstimmung über den Antrag Schiffer (nl.) auf Kommsistonsbe- ratung wurde zunächst vorgcNommen und ergab die Ablehnung.
Abg. Luttmann (Deutschsoz. P.) führte aus: Nur wer kein soziales Verständnis hat, kann den Beamten die nötigen Mittel verweigern. Es ist tief bedauerlich, daß das Parlament der Regierung erst ein paar Millionen aufbringen muß, um den Beamten zu helfen. Den Minister möchte ich fragen, ob denn im nächsten Jahre die mittleren Beamten wenigstens auf eine Auf- besterung von 100 M rechnen können. Warum behandelt inan die preußischen Beamten schlechter als die des Reiches? Die finanziellen Bedenken sind wenig stichhallig. Man führt uns ganz unberechtigter Weise immer das Gespenst der ungedeckten Matrikularbeiträge vor. Man sollte nicht kleinlich sein, wenn es sich darum handelt, die berechtigten Wünsche einer großen Bevöl-
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Der alte Fischer zuckt die Achseln.
„Das Boot ist gemietet — von dem Signor« da —" er deutet auf Rolf Alsen, der schweigenden Fremden beobachtet .
Rolf kann das Gesicht des Fremden nicht sehen. Nur die eigentümlich hastigen, ja stoßweisen Bewegungen fallen ihm auf. Und dann die Stimme — diese eigentümlich wohltönend« und doch schrille Stimme, bei der es Rolf ist, als gelle eine Dissonanz hinein in die herrlichste Harmonie. . . .
„Bitte, mein Herr, nehmen Sie mich mit?' fleht diese seltsame Stimme aufs neue, diesmal so beweglich, mit fast bebender Angst, daß Rolf sich eigentümlich bewegt fühlt.
Noch kurze Zeit ist er unentschlossen.'
Dann sagt er ruhig, bestimmt:
„Steigen Sie ein, mein Herr! Aber rasch? Wir haben keine Zeit zu verlieren?"
Mit einem Sprung ist der Fremde im Book. In die äußerste Ecke drückt er seine schmächttg« l^stalt, während ein tiefer, befreiender Seufzer seine Brust hebt. Das Boot stößt ab.
Tiefes Schweigen. Keiner der Insassen redet ein Wort. Die braven Fischer haben genug zu tun, um das leichte Boot geschickt durch die brandenden Wogen zu lenken. Schaurig fegt der Sturm über das aufgeregte Meer. All' die Felskanten, Klippen, Abgründe, Steinblöcke benutzt er zu feiner Schauermusik als ein einziges gewaltiges Instrument und durchrast darauf in vollem Orchester alle Tonarten. Jetzt fetzt et ein mit tiefem Geheul. . . wimmert die ganz« Skala einige Oktaven empor . . . geht über in spitzes Pfeifen, klar und schneidend wie scharfgeschliffener Stahl. ...
Nun Windstoß auf Windstoß, Gedröhn aus Gedröhn.
Der seltsame Fremde hockt zusammengeduckt am Ende des Bootes, starr, unbeweglich. Etwas entfernt von ihm sitzt Rolf, der feine Aufmerksamkeit teilt zwischen dem grandiosen Toben der Elemente und der dunklen Gestalt bort hinten. /Forts. kolatZ J
An die Adresse des ungarischen Handelsministers.
Herr Kossuth in Ofen-Pest hat der von Prof. Buchholz in Posen herausgegebenen „Ostdeutschen Korrespondenz für nationale Politik" den Postdebit für die Länder ungarischer Krone entzogen. Hierzu bemerkt der genannte Herausgeber kn seiner Korrespondenz:
Ich bin dem Herrn Handelsminister aufrichtig dankbar für die wirksame Reklame, mit der er sich im Interesse meines kleinen Unternehmens zu belasten die Zeit findet trotz so mancher Arbeiten und Sorgen, die ihm heute den Kopf warm machen mögen, und trotzdem er sehr wohl weiß, daß die „Ostd. Kon." künftig nicht minder gut und sicher ihren Weg. in die gefährdeten Länder der ungarischen Krone finden wird als bisher. Ich bin stolz darauf mit meinem bescheidenen Blättchen die Aufmerksamkeit eines Mannes auf mich gezogen zu haben, dessen Name das heutige Regierungssystem in Ungarn deckt. Aber ich kann zu gleicher Zeit die Empfindung des Erstaunens darüber nicht unterdrücken, daß dieses Regierungssystem so viel Empfindlichkeit gegenüber den Aeußerungen eines ausländischen Beobachters an den Tag legt, der weit davon entfernt den Madjaren übel zu wollen, sich vielmehr bewußt ist mit seiner Beurteilung der österreich-ungarischen Frage und speziell unseres Verhältnisses zu Ungarn ganz auf dem Boden der bismarckschen Politik zu stehen. Haben die Herren in Pest vergessen, wie Bismarck in diesen Fragen urteilte und ist es heute ein Staatsverbrechen in seinem Sinne das in Ungarn herrschende Madjarentum daran zu. erinnern, in wie hohem Maße es auf ein gutes Verhältnis nicht bloß zum deutschen Reiche, sondern auch zu den in Ungarn eingeborenen Deutschen angewiesen ist? Gefährdet cs die Ruhe der Länder der Stephanskrone, wenn man es offen ausspricht, daß die Madjaren sich in ihrem Staat, inmitten der slawischen Völkerflut die sie umgibt und die einen großen Teil des ungarischen Bodens selbst bedeckt, nur werden behaupten können, indem sie sich auf das engste an das Deutschtum anschließen und von dem selbstmörderischen Beginnen ab- pehen die einzigen treuen Bundesgenossen, die sie im eigenen Lande noch haben: die zwei Millionen Deutschungarn, durch ihre kurzsichtige Nationalitätenpolitik mit Gewalt in das Lager Ihrer slawischen Gegner zu treiben?
In der Tat, es will scheinen, als ob solche, ich wiederhole: bismarcksche Wahrheiten den heuti-
Abg. Trimborn (Ztr.) bedauerte es, daß hier Preußen hinter dem Reiche zurückbleibt.
Nachdem noch die Abgg. Dr. Friedberg (nl.) und Kölle (b. k. F.) ihre Anträge begründet hatten, wurde ein Antrag auf Schluß der Debatte angenommen. Der Kompromißantrag und die übrigen Anträge, soweit sie nicht zurückgezogen sind, wurden mit dem Entwurf an die Budegetkommission verwiesen.
Auf die Frage des Abg. Dr. Friedberg (nl.), was aus dem freifinnigenAntrage geworden sei, teilte unter dem Beifall der Linken und unter der Unruhe der Rechten und des Zentrums Präsident v. Kröcher mit, auch dieser Antrag sei der Kommission überwiesen.
Unter dem Beifall der Freisinnigen ver- blieb es bei dieser Regelung.
Darauf wurde der Entwurf einer Wegeordnung für die Provinz Posen nach unerheblicher Erörterung in zweiter Lösung angenommen.
Ein Antrag des Abg. Nielsen (Däne), bet die Kreisordnunq für Schleswig-Holstein vom 26. Mai 1888 abändern und einige damals fest- S'etzte Ausnahmezustände zu Gunsten der nen beseitigt wissen will, wurde auf Antrag des Abg. v. Heydebrandt durch Uebergang zur Tagesordnung beseitigt.
Es folgte die Beratung des Antrages der Abgg. Viereck (kons. und Genossen auf Beseitigung des Dualismus im Strafvollzug. Zur Begründung des Antrages bezeichnete es Abg. Viereck als zweckwidrig, daß der Strafvollzug teils dem Ministerium des Innern, teils dem Justizministerium unterstellt fei. Hier sei eine erhebliche Regelung notwendig. Das Haus bricht darauf die Beratung dieses Gegenstandes ab, erledigte noch einige Petitionen und vertagte sich dann auf Freitag 11 Uhr. Schluß 4V, Uhr.
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Das Herrenhaus beriet in 16. Sitzung den Gesetzentwurf bett. die Ausübung des Jagd- rechts. Die Vorlage bezweckt eine Neuregelung der Frage der gemeinschaftlichen Jagdbezirke, und zwar handelt es sich um Beseitigung der Parzellenwirtschaft. Das Jagdgesetz von 1859 bezweckt große Jagdbezirke,' da aber die zugleich vorgelegte Gemeindeordnung^ die groß« Gemeindebezirke vorsah, nicht zustande kam, ließ sich diese Absicht nicht durchführen. Nach fünfmaligen vergeblichen Versuchen der Regierung, zuletzt 1883, ein neues Gesetz mit einet Kodifikation des gesamten Jagdrechts zustande zu bringen, wurden die einzelnen Materien gesondert geregelt, im Jagdgebührengesetz, demGe- setz über den Wildschaden, dem Jagdschongesed, und die gegenwärtige Vorlage soll den Schlußstein bilden. Das Abgeordnetenhaus, dem der Entwurf bereits im vorigen Jahre vorlag, hat die bisher stets gescheiterte Kodifikation des Jagdrechts zuwege gebracht und sie als Anlage zum Gesetz beschlossen. Die Kommission des . Herrenhauses hatte die Beschlüsse des Abgeordnetenhauses in einigen Punkten, u. a. über die
j „Heute noch."
„Das Schiff von Neapel ist nicht gekommen, Signore . . . Der stürmische Schirokko — Sie Verstehen —“
- Ungeduldig wehrt Rolf Alsen ab.
„Ich weiß, ich weiß. Darum bin ich eben hier In Sorrento. Mit schnellen Pferden von Neapel direkt herkutschiert. Nehmen wir also ein Boot!" ' Pasquale bekreuzigt sich entsetzt.
„Ein Boot? ... Bei dem Wetter?"
„Warum nicht? Hast doch keine Angst, Bursche? An den Kragen wird's nicht gehen!"
„Hm — aber--"
„Ich zahl's gut. Rur vorwärts! Vorwärts!" Der Bursche kraut sich im schwarzen Kraushaar.
„Ich hab' eine Braut, Signor Alsen. Wenn die Madonna mich nicht in Schutz nimmt und ich nicht zurückkomm' —"
„Unsinn, Pasquale! Sei keine Memme! Ich muß noch heute Abend hinüber nach Capri — koste es, was es wolle!"
„Hm — was zahlen Sie, Signor Alsen?" seinethalben — hundert Lire?"
Begehrlich blitzt es in den Augen des Burschen auf. Doch verbirgt er geschickt seinen Eeldhunger.
Mein Leben ist mir lieber . . . Und ich kann's nicht allein schaffen. Der Vater muß mit und die Brüder!"
„Ra, sagen wir hundertundzwanzig. Aber keinen Soldo mehr! Verstanden? ; . . Jetzt los! Ruf Deine Leute!"
Pasquale verschwindet und der blonde Hüne beginnt mit langen festen Schritten am Strande auf und ab zu gehen.
„Wär' noch besser, wenn ich heute Abend nicht drüben in der Villa Helios sein könnte!" murmelte er in sich hinein. „Den ganzen Tag bin ich gefahren, um noch zur Zeit zu kommen. Und jetzt vor Toresschluß — — was würde Angelina sagen!"
Er bleibt stehen.
Marburg
Sonnabend, 8. Juni 1907.
„He, Bursche! Komm mal her!"
Mit katzenartiger Geschmeidigkeit eilt Fischer herbei.
„Ah, Signor Alsen! Erkenn' ich Sie jetzt! . . . Signore befehlen?"
„Nichts befehl' ich, Pasquale. Aber hinüber
nach Capri will ich."
„Nach Capri? . . . Heute noch?"
Endlich gelingt es. Der alte Fischer steigt ins Boot, während seine Söhne Kissen und Decken herbeffchaffen.
Ruhig sieht Rolf Alsen zu. Er scheint nicht die geringste Furcht vor dem Tosen der Elemente zu empfinden. Im Gegenteil — ein befriedigtes Lächeln umspielt seine von einem kurzen, blonden Vollbart umschatteten Lippen, als Pasquale ruft:
„Fertig, Signore! Es kann losgehen?"
Noch einmal sucht der Alte zweifelnd den ganzen Himmel ab, der voll tiefer schwarzer Wolken hängt.
„Wollen Sie nicht lieber bis morgen warten, Signor Alsen? ... 's ist wirklich nicht ungefährlich —"
„Nein. Vorwärts!"
Der blonde Hüne wirst seine elegante Handtasche ins Boot und springt dann selbst hinein.
Ein paar kräfttge Ruderschläge und--
Lebhafte Zurufe von der sich sanft zum Meeresstrande herabschlängelnden Straße lassen die Fischer innehalten.
Alle drei lauschen gespannt.
„Halt! Halt! Ein paar Stunden noch! Ich bin gleich unten! . . . Halt!" schreit es durch das Tosen des Sturmes hindurch.
Etwas wie Unmut zuckt in Rolfs Augen auf. Jede Minute Verzögerung erscheint ihm wie ein Raub an seinem zukünftigen Glück.
Doch sein gutes Herz siegt.
„Warten wir!" entscheidet er auf den fragenden Blick des alten Fischers.
Hastig, mit jugendlicher Elastizität, eilt eine schmächtige Mannergestalt den Weg herab, direkt auf das Boot zu. Sie hat den schwarzen Dolmanmantel fest um den Leib gezogen. Der breitkrempige Kalabreser sitzt tief in die Stirn gedrückt.
Jetzt ist der Mann unten.
„Wohin — wohin geht das Boot?" keucht er atemlos.
„Nach Capri." . '
" „Nach Capri? ,,» Dann nehmt mich «ft!"
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhaiu.
SonuiaaSbeUaaer AAuKrtrtes
l Nachdruck verboten.),
Heimweh nach Glück.
Roman von E r i ch F r i e s e n. MjW 1.
Hallo! . . Bernardo! ., Pasquale? , , Niemand hier?"
Ein jäh herabzuckender Blitz mit fast gleichzeitigem Donnerschlag als Antwort.
Dann tiefe Stille, nur unterbrochen von dem Rauschen der sturmgepeitschten Flut und dem unheimlichen Heulen des entfesselten Schirokko.
Der hochgewachsene, blonde Mann hüllt sich fester in seinen Reisemantel. Ungeduldig spähen die graublauen Augen den Strand von Sorrento entlang, der wie ausgestorben erscheint.
„Zum Kuckuck noch mal! ... Ist denn niemand hier? . . . Will sich keiner ein gut Stück Geld verdienen? . . , Heda! Pasquale! Pietro!"
Hinter einem der auf dem Strand geborgenen, grellbemalten Böte wird ein schwarzer Krauskopf sichtbar. Verwundert starren die blitzenden Augen den Mann an, der in solchem Wetter am Meer herumspaziert.
Jetzt bemerkt der Fremde den Fischer.
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