SormtaasbeUaaer Alluktrirtes
und
Jtl 129
Lierteljährlicher Bezugspreis: bet brr ExpMirm 2 Mk„ brr allen Postämtern 2,25 W. (qcu Bestellgeld).
Znsertronögebührr die gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfg.
Neclamcn: die Zeile SO Pfg.
Marburg.
MittvoÄ. 5. Juni 1907.
Erscheint wöchentlich siebe« mal.
Druck ttnb Verlag- Joh. Aug. Koch, UniverfitätSÄuchdruckerei 42. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Erstes Blatt
(Nachdruck verboten.)!
54
Warum England nicht abrüsterr kann.
Das Memorandum des Ersten Lords der Admiralität beginnt mit der Erklärung, daß das Personal der Flotte um tausend Mann verkürzt werde. Dies veranlaßt die „Morning Post" zu einer längeren Erörterung über die Stege, qb die Zeiten heute wirklich so friedlich fuu>, daß eine auch nur geringe Herabsetzung der Streitkraft zu Wasser und zu Lande statthaft fei. In dieser Erörterung des englischen Blattes befindet sich folgende interessante Stelle:
„Das Matz der Rüstungen einer Nation muh in Einklang stehen mit der Summe der Bezieh- vngen dieser Nation zu den anderen Mächten. Vor nicht langer Zeit machte England mit Japan einen Vertrag, durch den Japan tatsächlich gegen eine Intervention einer anderen Macht während seines Konfliftes mit Nutzland gesichert wurde. Dieser Vertrag verlangte von Großbritannien, dah dieses stark gerüstet sei. Der Vertrag ist seitdem unter Bedingungen erneuert worden, die kaum mit einer Verkürzung der bewaffneten Stärke Englands in Einklang zu bringen sind. Seitdem hatten wir die Periode der Marokko-Affäre zu verzeichnen, die von unserem Lande ebenfalls verlangte, datz es zu einem ernsten Konflikte bereit war. Internationale Zwistigkeiten erwachsen manchmal aus Kleinigkeiten, oder auch aus der Nervosität von Staatsmännern. Derartige Mißverständnisse sind aber gefährlich: denn sie geben zu den bemerkenswertesten Jntriguen und Kombinationen Veranlasiung. Als König Eduard dem Könige von Italien einen Besuch abstattete, entstand unter denjenigen, dte für die Politik Oesterreich-Ungarns verantwortlich sind, eine vollständige Panik, „die vom englischen Standpunkte aus durchaus unverständlich erschien, da für Engländer der Besuch des Königs Eduard keine andere Bedeutung hatte, als die des Ausdruckes persönlicher und internationaler Freundschaft". Oesterreich-Ungarn und Italien find bis zu gewissem Grade Rivalen. Jeder ist sehr besorgt, was der andere in Albanien tun könnte, wo jede Negierung bemüht ist, ihren eigenen politischen Einfluß und den Handel ihrer Landesangehörigen zu fördern. Die beiden Regierungen haben zwar ein Abkommen, durch das sich jede der Regierungen bindet, nichts in Albanien zu unternehmen, was der anderen unangenehm sein könnte, aber dieses Abkommen hält die Publizisten der beiden Länder nicht davon ab, dem anderen Lande zuzuschreiben, daß dieses die verfehmte Politik im geheimen begünstige. Die österreichische Regierung ist so nervös, datz sie Geld auf Befestigungen an der dalmatischen Küste verwendet und ihre Garnisonen in Süd-Dalmatien verstärkt. Der Besuch
der Schule des Leidens.
..-.man aus dem New-Porker Leben von Erich Friesen.
(Fortsetzung.)
„Die Galerie ist eingestürzt? O, mein Gott, so ist alle Hoffnung vorbei."
„Durchaus nicht. Kommen Sie, stützen Sie sich auf meinen Arm! Wir wollen zusammen nachsehen, ob Ihr Kind sich unter den Geretteten befindet!"
Er führt sie zuerst in den Raum, in welchem die Verletzten untergebracht find. Auf einer Seite liegen nur Kinder — im Alter von einem Jahre bis zu zehn Jahren. Einige davon erscheinen fast unkenntlich vor Brandwunden: andere wurden nur leicht verletzt. Fast alle aber sind besinnungslos. .
Mit weit aufgerisienen Augen starrt Felrne auf all diese kleinen Wesen, die unvernünftige Mütter mit ins Theater genommen und die nun diese Unbedachtsamkeit mit Siechtum, vielleicht gar mit dem Tod büßen müssen ...
Beim Anblick jedes dieser kleinen, bemitleidenswerten Geschöpfe schüttelt Felicie den Kopf.
Walter ist nicht dabei.
: „Ich sagte Ihnen ja," murmelt sie tonlos, „alle Hoffnung ist verloren."
Doch der Mann will davon noch nichts wissen. Er geleitet die arme Mutter zur nächsten Polizeistation und erkundigt sich, ob kein kleines Kind dort abgegeben worden sei.
Der Polizeibeamte schüttelt den Kopf.
* Jetzt erst gibt auch Felicies Beschützer die Hoffnung auf.
„Ich fürchte, nichts mehr für Sie tun zu könaeq, mein arme» Kind.-,
des englischen Königs in Italien wurde tatsächlich in Wien als eine Ermutigung italienischer politischer Unternehmungen auf der Balkanhalbinsel ausgelegt und man nahm es mit dieser Idee so ernst, datz verantwortliche Staatsmänner in Wien sich Mühe gaben, England klarzumachen, datz die Doppelmonarchie kein britisches Vorgehen zu dulden entschlosien sei, durch das auf der Balkanhalbinsel das Vordringen italienischer Jnteresien gefördert werden könnte. Die österreichische Regierung wird natürlich in anti-englischem Sinne von der Regierung in Berlin angetrieben. Die letztere sieht einen Vorstoß gegen sich in der englisch-französischen Erwerbung des Rechtes, die Quais in Konstantinopel zu verwalten. Die österreichische Regierung versichert, mit der Berliner Regierung vollständig solidarisch zu sein, und ihr letzter Schachzug soll ein Vorschlag an Rußland sein, das Mürzsteg-Abkommen zu erweitern, oder zu modifizieren durch Umwandlung des russisch- französischen Doppelpatronates in ein vierfaches Patronat, wobei Deutschland als der Verbündete Oesterreichs und Frankreich" als tret Verbündete Rußlands hineinzubringen sei. Zweck dieses Planes würde natürlich der Ausschluß Englands und Italiens sein, von dem Rechte, in der Balkanfrage mitzureden, d. h. in einer Angelegenheit, von der man noch vor drei oder vier Jahren glaubte, daß sie das europäische Konzert angehe. Der Vorschlag würde natürlich auf eine neue Gruppierung der europäischen Mächte hinzielen. England und Italien würden isoliert und der alte Dreikaiserbund erneuert und durch den partiellen Anschluß Frankreichs verstärkt werden. Wir haben eine der Unterströmungen, die sich soeben in dem Flusie der kontinentalen Diplomatie bemerkbar macht, berührt, um zu zeigen, daß die Zeiten nicht danach eingerichtet und die Beziehungen Englands zu den anderen Großmächten nicht so feste und sichere sind, datz große Ueberraschungen unmöglich wären. Weil dies der Fall ist, ist cs schwer zu erkennen, datz Reduzierungen in der See- und Landmacht Englands angebracht seien."
Und kurz und gut, bemerkt hierzu die „Dtsche. Tagesztg.", aus allen diesen Gründen, die in der Mehrzahl von der bekannten tiefgründigen Logik des Wolfes sind, kann England nicht ab- rüften: was ja auch niemand von ihm verlangt hat. Es ist sehr hübsch, daß die „Morning Post" vom Besuch König Eduards in Italien und auf dem Balkan so munter aus der Schule schwätzt. Selbstverständlich hatte dieser Besuch „für die Engländer keine andere Bedeutung, als den Ausdruck persönlicher und internationaler Freundschaft". Aber ebenso selbstverständlich gehört dieser rein persönliche und internationale Besuch wegen der möglichen Folgen für die Balkanfrage zu den Gründen, warum England nicht abrüsten darf. Das ist zweifellos überzeugend.
Felicie ist ganz still geworden. Kein Weinen mehr, kein Schluchzen, kein Klagen.
Schweigend preßt sie die Hand des Arbeiters an ihr Herz. m v „
„Ich kann Ihnen nrcht mrt Worten danken," murmelt sie leise. „Aber Ihre Gegenwart hat mich vielleicht von einem verzweifelten Schritt abgehalten. Jetzt bin ich ruhig: es ist keine Gefahr mehr."
„Ich mutz Sie nun verlassen. Was gedenken Sie zu tun? Wohin gehen Sie?"
„Zu meinem Gatten."
„Ah, Sie sind verheiratet! Freut mich von Herzen. Bei ihm werden Sie Trost finden. Leben Sie wohl!"
Der Mann ist gegangen.
Felicie sieht ihm nach, bis er um die Straßenecke verschwunden ist.
Dann wendet sie sich und schreitet wie mechanisch der Wohnung ihres Gatten zu.
Die Straßen find noch völlig menschenleer.
Langsam schleicht Felicie die Häuser entlang. Sie hat die Empsindung, als ob alles in ihr tot fei.....
Als sie sich der zehnten Avenue Rr. 32 nähert, bemerkt sie, datz ein Wagen vor der Tür steh. Sie ist zu gleichgültig, um sich darüber zu wundern; die Tatsache fällt ihr eben nur auf.
Und jetzt öffnet sie die Haustür und Norbert geleitete einen ältlichen Herrn an den Wagenschlag.
„Die Rettung des Kindes erscheint mir wie ein Wunder!" hörte sie den Fremden sagen. Es ist nicht einmal verletzt!"
Mit einem Satze ist Felicie bei ihrem Gatten.
„Unser Kind — Walter — er ist gerettet?" keucht sie.
Mit festem Griff umspannt Norbert die Hand seiner Frau. ""
Preußischer Landtag.
Das Herrenhaus trat am Montag in der 13. Sitzung zuM letzten Abschnitt der laufenden Session zusammen. Es nahm die Vorlage auf Erweiterung des Stadtkreises Hannover an und beschäftigte sich dann mit der Novelle zum Berggesetz.
Prof. Dr. Schmoller-Berlin berichtete über die Kommisiionsberatung und empfahl Annahme der Vorlage.
In der Eeneraldiskusiion bemertte Graf Ballestrem: Morituri te salutant. So müssen heute alle sprechen, die bisher die Bergbaufreiheit hochgehalten haben. Die Vergbausreiheit hat erst den gewaltigen Aufschwung der deutschen Industrie ermöglicht. Das Vertrauen in den privaten Bergbau ist vollauf gerechtfertigt; nie hat er dieses Vertrauen mißbraucht. Jetzt werden die noch freien Felder dem Staate reserviert. Die Folgen der Vorlage sind sozialistischer Natur; man will die privaten Unternehmer ausschalten zugunsten des Staates und schützt die Allgemeinheit vor. Wer ist denn die Allgemeinheit? Hier die Kohlenverbraucher, und die werden sich schließlich höllisch wundern. Das Ende vom Liede wird die Verstaatlichung des gesamten Bergbaus sein und dem stelle ich mich entgegen. Man verweist auf die Eisenbahnen. Aber gerade bei den Bahnen sagte man ursprünglich, sie sollen nur eine kleine Rente bringen, und heute sind sie das Rückgrat der Staatsfinanzen. Gewiß braucht der Staat eigene Bergwerke, schon wegen der Bahnen, aber er hat schon genug Bergwerke. Ich lehne die Vorlage ab. Hingegen bin ich ein Freund der Resolutionen. Die Resolution, dte eine Trennung der staatlichen Organe für den Betrieb des staatlichen Bergbaus von den Organen für die Aufsicht im Bergbau verlangt, billige ich ebenso wie die Resolution auf Schaffung einer wirksamen Rechtskontrolle gegen die Entscheidungen der Bergbehörden.
Graf v. Thiele-Winckler: Auch ich bin Gegner der Vorlage, weil ich jedes wirtschaftliche Monopol, das staatliche wie das private- mißbillige. Die Vorlage bringt das Staatsmonopol für Kali und den ersten Schritt zum Staatsmonopol für Kohle.
Oberbürgermeister Becker-Köln: Die Vorredner ziehen aus dem Entwürfe zu weitgehende Schritte. Von Staatsmonopol kann doch nicht die Rede sein. Mir ist aber schließlich das Staatsmonopol lieber, als das unbeschränkte Privatmonopol. (Sehr richtig!) Fahren wir nicht sehr gut mit dem Staatsmonopol bei den Eisenbahnen? (Sehr richtig!) Ich sehe in der Vorlage einen sehr maßvollen Eingriff in das ' Privatmonopol. Das Vorgehen bei den Versuchen zur Verstaatlichung der Hibernia mag nicht ganz geschickt gewesen sein (sehr wahr! und
Heiterkeit), aber das Verhalten des sog. Trotztrustes gab doch zu denken. Dem Staate ist es nicht zu verargen, daß er nach den damalige» Erfahrungen seinen Einfluß zu stärken sucht. (Beifall.)
Minister Dr. Delbrück: Die Vorlage kann nie zum Staatsmonopol führen. Sie soll aber ein Privatmonopol verhindern. Sollten in der Zukunft je Parlament und Regierung so von sozialistischen Ideen durchdrungen sein, daß sie das Staatsmonopol erstreben, so wird die heutige Vorlage darauf keinen Einfluß haben; aber so weit sind wir noch nicht und wir werden diese Entwicklung nicht mehr erleben. Ich bitte die Vorlage unverändert anzunehmen.
Damit schloß die Eeneraldiskusiion.
In der Einzelbesprechung begründete
Herr v. Buch einen Antrag, Artikel 1 in der Fassung der Regierungsvorlage anzunehmen: Art. 1 bestimmt in den Abgeordnetenhausbe- schlüsien u. a., datz die Vorlage hinsichtlich der Steinkohle für Ostpreußen, Brandenburg, Pommern und Schleswig-Holstein nicht gelten soll. Im Fall der Ablehnung dieses Antrages solle wenigstens der letzte Satz gestrichen werden, nach dem die Uebertragung des Rechts der Gewinnung der Steinkohle an andere durch Gesetz erfolgen soll. Das Abgeordnetenhaus habe hier gezeigt, daß das gesetzgeberische Talent in de« Parlamenten immer seltener werde.
Prof. Dernburg-Verlin unterstützte den Antrag Buch. Das Abgeordnetenhaus könne auch einmal nachgeben.
Minister Dr. Delbrück bat die Abgeordnetcn- hausbeschlllsie im Jnteresie des Zustandekommens der Vorlage nicht zu ändern.
Graf Botho Eulenburg wandle sich gegen dis von Buch verlangte Streichung des Satzes, daß die fernere Uebertragung von Bergwerkseigeu- tum durch Gesetz erfolgen solle.
Der Antrag Buch wurde angenommen und die Vorlage dann auf Antrag Eulenburgs an die Kommisiion zurückverwiesen.
Sodann wurde eine Anzahl von Petittonen erledigt. Nächste Sitzung: Dienstag 1 Uhr: Kleinere Vorlagen. Schluß nach 5% Uhr.
Deutsches Reich.
— Der Kaiser empfing gestern vormittag den Ministerpräsidenten, den Finanzmknistor und den Landwirtschaftsminister zu gemeinschaftlichem Vortrag.
— Der Kaiser sandte dem Papste Pius X. zu seinem 72. Geburtstage ein sehr herzliches Glückwunschtelegramm, das ebenso erwidett wurde.
— Reichstagsabgeordneter Rißler f. Der konservative Reichs- und Landtagsabgeordnete Tobias Nißler ist Sonntag nacht in Älfershau« sen am Herzschlage gestorben. Der bayrischen
„Gute Nacht, Herr Doktor!" wendet et sich zu dem ältlichen Herrn, der in dem Wagen Platz genommen bat. „Also bis heute Mittag, nicht wahr?"
„Ich komme um elf Uhr. Auf Wiedersehen, Herr Barrington!"
Ein neugieriger Blick trifft Felicie. Dann ziehen die Pferde an. Der Wagen rollt davon.
Jetzt erst wendet sich Norbert zu seiner Frau.
„Komm' herein, Felicie!"
„Ist unser Kind gerettet?" flüstert sie nochmals mit fast versagender Stimme.
„Ja. Walter lebt. Er schläft oben in seinem Bettchen."
Schweigend sintt sie in die Knie. Kein Wott entringt sich ihrer schweratmenden Brust; nur ihre Lippen bewegen sich leise.
„Komm' hinein, Felicie!" wiederholt Norbert sehr ernst.
Im Salon brennt noch die Lampe und vermischt ihr trübes Licht mit dem immer heller hereinbrechenden Tag. Ein durchdringender Geruch von Karbol und Aether erfüllt den ganzen Raum.
Die Tür nach dem Kinderzimmer steht offen.
Felicie fliegt hin zu dem kleinen Bettchen.
Ruhig atmend, die dicken Händchen geballt, im Schlaf ein wenig lächelnd — so liegt das Kind da, ihr liebes, süßes Kind, welche» sie schon tot wähnte, verbrannt, verkohlt, unkenntlich — durch ihre Schuld.
Mit einer fast heiligen Scheu drückt sie den Kuß auf die reine Kinderstirn. Ach, sie fühlt sich kaum würdig, dieses kleine Engelantlitz mit ihren Lippen zu berühren!"
„Das Kind ist gesund," murmelt sie ängstlich, „weshalb — weshalb war mitten in der Nacht ein Arzt im Haus? Und was bedeutet dieser eipentümndje ®etu($? Norbert, was istge-
Sanft zieht Norbert seine Frau fort voü dem Bett des schlafenden Kindes. :
„Du hast mich noch nicht gefragt, wer unser Kind rettete." sagt er ernst, fast feierlich. „Es war Gerda Douglas — Gerda Douglas, die du haßtest, die du im Begriff standst, öffentlich z» beschimpfen. Sie hörte deinen Aufschrei, sie eilte über die Wendeltreppe nach der brennenden Galerie, sie ergriff unser Kind, kurz bevor die Cmh lerie unter den Flammen zusammenbrach. Ich war ihr mit ein paar Arbeitern nachgestürzt und fand sie ohnmächtig zwischen den Flammen liegend, das Kind fest an ihre Brust gedrückt. Walter ist unverletzt — sie hat ihn mit ihrem eigenen Leib von den Flammen geschützt! Aber Gerda —"
Er stockt. Heiß steigt es ihm in die Kehle hinauf, so daß er momentan nicht weiter sprechen kann.
Felicie wagt nicht zu sprechen. Die Träne in den Augen ihres Gatten sagt ihr genug.
„Tot?,, murmelt sie endlich leise.
„Noch nicht. Folge mir!"
Am Eingang zu Gerdas Zimmer empfängt sie Frau Mackay. Das Eesickt der alten Dame ist aufgedunsen vom vielen Weinen.
»Ist fte bei Besinnung?" fragt Felicie angstvoll. „
„Ja, aber ihr Zustand ist hoffnungslos. ®i' Brandwunden —“
„Ich will zu ihr! Laß mich hinein?"
„Wie kannst du es wagen, ohne ihre Erlaubnis!" preßt Nobert zwischen den Zähnen hervor. „Du, die du durch deinen Leichtsinn den Tod des herrlichsten Wesens, das Gottes Erdboden trügt, verschuldet! O, Gerda, Gerda!"
(Fortsetzung folgt.)