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Marburg

Dienstag, 4. Juni 1907.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Berlage Joh. Ang. Koch, Univerfitäts-Buchdruckerä 42. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon d5.

BefichLigmlgsreise hessischer Landwirte nach dem Ansiedelungsgebiet in Posen.

Alljährlich, wenn die Aussaat beendet ist, sammeln sich in dem Westen und Süden Deutsch­lands viele Landwirte, um das Anfiedelungs- gebiet in Posen zu bereisen und gegebenen Falles sich eine bessere Existenz zu verschaffen. Bei der Casseler Geschäftsstelle der Königlichen Ansiedelungskommission waren in diesem Früh­jahr über 30 Anmeldungen zu der Bestchti- gungsreise nach Posen eingelaufen. Da jedoch verschiedene Reiselustige in letzter Stunde an der Reise noch verhindert wurden, so hatten sich schließlich 22 Landwirte am Morgen des 22. Mai auf dem Hauptbahnhofe in Cassel ein­gefunden, um unter Führung des dortigen Ver­trauensmanns der Königl. Ansied elungskom- mission, Herrn W. Schaumburg, die Fahrt nach dem fernen Osten anzutreten. Die lange Fahrt war wohl etwas beschwerlich, aber, da es sich in Gesellschaft viel angenehmer reist, als einzeln, so gelangte man abends %12 Uhr ganz wohl­gemut in der Hauptstadt Posen an. Am Bahn­hof in Posen standen Wagen bereit, welche die Reisegesellschaft nach dem 4 Kilometer von der Stadt liegenden Gute Solacz brachten, wo die erste Rachtherberge bezogen wurde. Am an­deren Morgen wurden zunächst die Ansiedelun­gen im Kreise Posen-Ost besichtigt, und zwar Schönherrenhausen, wohin in diesem Frühjahr 3 Familien aus der Provinz Hessen-Nassau über­gesiedelt sind, ferner Piontkowo, wo sich mehrere Familien aus Bayern seßhaft machen wollen. Die bereits eingetroffenen Ansiedler aus Bay­ern und Heffen waren gerade mit dem Aufbau ihrer Gehöfte beschäftigt. Alsdann wurde das bereits völlig besiedelte Dorf Moraskow befich- ttgt. Auch hier haben sich einige Hessen seßhaft gemacht. Rach Solacz zurückgekehrt, würde ein gemeinsames Mittagsmahl eingenommen, und dann die Fahrt nach dem Bahnhof angetreten. Die Eisenbahn brachte die Reisegesellschaft nach Krojanke, 2 Stunden hinter Schneidemühl. Auf Station Krojanke standen Gespanne, welche die Reiseteilnehmer nach dem staatlichen Gute See­hof brachten. Man war sehr erfreut, auch hier einen Landsmann anzutreffen, Herrn Schmidt von Guntershausen, welcher vor einigen Wochen nach dort übergesiedelt war. Rach dem Abend­essen wurde noch viel geplaudert von der alten Heimat in Hessen und dem neuen Bauernland im Osten. Es war schon reichlich spät, als man das Nachtlager aufsuchte. Am Vormittag des andern Tages wurde Seehof besichtigt. Es sind bereits etwa 20 Ansiedler zugezogen, darunter der vorerwähnte Schmidt, welcher 100 Morgen

63 Wpchdruck Verbote«.),

In der Schule Ks Leidens.

Roman aus dem New-Porker Leben von Erich Friese«.

(Fortsetzung.)

.Verräterin!" schreit sie auf und will sich auf Gerda stürzen.

Da plötzlich was ist das?

Unwillkürlich läßt Felicie die wie zum Schlag erhobene Hand wieder finken. Gleich den übrigen peugt sie lauschend den Oberkörper vor . .. r Sind das nicht Angstrufe aus dem Zuschauer- Iaum, gefolgt von dumpfem Gemurmel, hastigem Mus- und Zuklappen der Stühle? , ..

i Und jetzt

|Feuer! Feuer!"

(Eine allgemeine Panik entsteht.

f Aufkreischend stürzen die in leichte Gewänder tzehüllten Mädchen in ihre Garderoben. Schnell, Wenn auch mit mehr Fassung, folgen die Herren.

Niemand kümmert sich mehr um die fremde, düstere Frauengestalt, die, am ganzen Leib zit­ternd, an der Tür lehnt.

l-Wo wo ist das Feuer?"

iAuf der Galerie!"

* Mit einem wilden Aufschrei springt Felicie 'empor.

Auf der Galerie? O Gott, dort ist dar Rind! Lass' mich! Lass' mich, Norbert! Mein Mnd, mein armes, süßes Kind!"

; Ehe Norbert noch den Sinn ihrer Worte be- -greift, ist Felicie bereits verschwunden.

« Jetzt will auch er davoneilen, als Gerdas ^Stimme ihn zurückhält.

Laufen Sie in meine Garderobe, Barring- ;'tx>n, und holen Sie meinen Gummimantel, einen Dicken Schal und ein paar Stecknadeln! Rasch, rasch, ohne Aufenthalt!"

Schweigend gehorcht Norbert und kehrt gleich darauf mit dem Gewünschten zurück.

i In fliegender Hast steckt Gerda ihr mattfar- Henes Seidenkleid eng über den Hüften zusam­men, wirft den Gummimantel über und wickelt

gekauft hat. Die übrigen find Pommern und deutsche Rückwanderer aus Rußland. Sechs bis sieben Stellen in Größe von 5080 Morgen find noch zu vergeben. Nach einem eingenommenen Frühstück wurde per Wagen die Fahrt nach den staatlichen Gütern Seedorf, Kunau und Vik- torsau angetreten. Diese Güter, welche durch­gängig vorzüglichen Boden besitzen, sollen im nächsten Jahre zur Verteilung gelangen. Hier­auf ging die Fahrt nach der Stadt Lobsens, wo Mittagsraft gemacht wurde. Von Lobsens aus wurde das Gut Wolfshagen besichtigt, welches gerade in der Besiedelung begriffen ist. Auch in Wolfshagen sind die Bodenverhältnisse sehr günstig. Mehrere der Reiseteilnehmer gaben ihre Absicht kund, sich dauernd in Wolfshagen niederzulassen. Von Wolfshagen ging die Fahrt nach der Stadt Wirsitz, wo Nachtquartier bezogen wurde. In Wirsitz haben sich im vo­rigen Jahre vier Heffen angesiedelt. Zwischen den Landsleute«, die bereits angestedelt find, und denjenigen, die stch ansiedeln wollen, fand ein reger Meinungsaustausch statt. Am andern Tage wurde die Reise in der Richtung nach Bromberg fortgesetzt, und zunächst die Anstede- lungsgüter Schlieperhof und Erlau besichtigt. Besonders war es das Gut Erlau, welches we­gen seines außerordentlich guten Bodens das Erstaunen aller Reiseteilnehmer hervorrief. Dazu kommt noch die eminent günstige Lage. Die Gemarkung von Erlau grenzt direkt an die annnähernd 10000 Einwohner zählende Stadt Rackel, und diese Stadt liegt wiederum nur 20 Kilometer entfernt von der Stadt Bromberg, welche starke Garnison besitzt. In Rackel wurde das Mittagsmahl eingenommen und dann die Weiterfahrt nach der 10 000 Morgen großen Herrschaft Landenwald angetreten. Dieses Rie­sengut, das unter der Verwaltung des Herrn Baron von Grote steht, ist eine Musterwirtschaft ersten Ranges. Lindenwald soll, womöglich ganz, für die Besiedelung durch Hessen reserviert werden. Herr Baron von Grote empfing die Reisegesellschaft an der Grenze der Gemarkung und geleitete dieselbe durch die ausgedehnten Felder, die einen wahrhaft herzerquickenden Anblick gewährten. Mustergiltig waren vor allem auch die Stallungen, welche annähernd 1000 Stück Rindvieh und weit über 1000 Schafe bargen. Dazu kam ferner, daß die Bewirtung in Lindenwald eine außerordentlich gute war, indem Herr Baron von Grote für das leibliche Wohl seiner Gäste in geradezu mütterlicher Weise gesorgt hatte. Rach der Besichtigung von Lindenwald trennten stch die Reisegenoffen. Die aus dem Kreise Hofgeismar stammenden Herren reiften nach dem Kreis« Hohensalza, um dortige Landsleute zu besuchen. Die aus Waldeck stam­

menden Ansiedler besichtigten noch das Gut Po- pielewo bei Gnesen, während der Rest über Rackel, Schneidemühl, Berlin nach der Heimat zurückkehrte.

Auch die diesmalige Bestchttgungsreise hat bei allen Teilnehmern die angenehmsten Ein­drücke von der Provinz Posen hervorgerufen und dazu geführt, daß die Mehrzahl der Reise­gesellschaft die Ueberstedelung nach Posen ernst­haft ins Auge faßt. Da für viele Landwirte der Zeitpuntt der diesmaligen Reise nicht pas­send war, so soll in allernächster Zeit eine noch­malige Besichtigungsreise nach Posen stattfin­den. Bei genügender Beteiligung soll die Reise noch vor der Heuernte, andernfalls nach der Heuernte angetreten werden. Landwirte, welche stch b iligen wollen, muffen stch umgehend bei dem hiesigen Vertrauensmann der Königl. An- siedelungskommiffion, Herrn W. Schaumburg, Caffel, Friedenstraße 11, melden, welcher kosten­los jede weitere Auskunft über diese neue Reise gewährt.

Deutsches Reich.

Der Kaiser nahm am Sonnabend auf dem Tempelhofer Felde die Frühjahrsparade der Berliner Garnison ab.

Bom kaiserlichen Hofe. Berlin, 2. Juni. Gestern abend 6 Uhr fand beim Kaiserpaare im Weißen Saale des Königl. Schlaffes Parade­tafel statt. Der Kaiser führte die Kaiserin, der Kronprinz die Prinzessin Friedrich Leopold von Preußen, Prinz Georg von Bayern die Kron­prinzessin, Prinz Ettel Friedrich die Prinzessin Albert zu Holstein-Glücksburg, Prinz Oskar von Preußen die Prinzessin Eitel Friedrich. Die Majestäten saßen bei der Tafel nebeneinander. Den Majestäten gegenüber saßen der Reichs­kanzler und der kommandierende General von Kessel. Im Verlaufe des Mahles trank der Kai­ser dem Prinzen Georg von Bayern, dem Gene­ral von Kessel und dem Reichskanzler zu. Rach der Tafel hielten die Majestäten Cercle ab. Abends 8 Uhr fand Gala-Oper im Königlichen Opernhaus« statt.

Die braunschweigische Abordnung ist am Sonnabend im Schloß Wiligrad vom Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg empfangen worden. Auf die Ansprache des braunschweigi­schen Staatsministers v. Otto erklärte sich der Herzog bereit, die Wahl zum Regenten des Her­zogtums Braunschweig anzunehmen.

Der Bundesrat trat am Sonnabend zu einer Plenarsitzung zusammen; vorher hielten die vereinigten Ausschüsse für Zoll- und Steuerwesen und für Handel und Verkehr sowie

der Ausschuß für Zoll- und Steuerwese« Sitzungen.

Der neue bayrische Landtag. München, 2. Juni. Der neue bayrisch« Landtag wird nach den bisher vorliegenden Meldungen folgend« Zusammensetzung zeigen: Zentrum 99 (bisher 102), Liberale 25 (bisher 23), freie Vereini­gung 19 (bisher 20), Sozialdemokraten 20 (bis­her 12) Mandate; erledigte Sitze im alte» Landtag 2, zusammen 163 (bisher 159) Sitze.

Dir englischen Journalisten, die am Samstag abend vom Generalkonsul Schwabach zu einem Abschiedsfeste geladen waren, reiste« am Sonntag vormittag von Berlin nach Dres­den, wo sie durch die staatlichen und städtische» Behörden eine festliche Aufnahme fanden. Eine Abordnung der Gäste wurde vom König Fried­rich August empfangen.

Geplante Gehaltsaufbesserung der Unter* beamten. Der dem preußischen Abgeordneten­haus« zugegangene Gesetzentwurf, betreffend di« Feststellung eines Nachtrages zum Staatshaus­haltsetat für das Etatsjahr 1907 sieht zur Ge­währung außerordentlicher einmaliger Beihilfe» an alle etatsmäßig und diätarisch beschäftigten Unterbeamten die Summe von 11208 480 JA vor. Dazu wird bemerkt:Für das Etatsjahi 1908 ist in Aussicht genommen, neben einer Neu­regelung der Bestimmungen über die Gewäh­rung des Wohnungsgeldzuschuffes die Gehälter der Beamten, insbesondere der mittleren unb unteren Beamten, zusammenfassend anderweit zu ordnen. Bei der großen Mannigfaltigkeit der in Betracht kommenden Kategorien von mitt­leren Beamten erfordert eine solche organische und für längere Zeit befriedigende Regelung umfangreiche Vorarbeiten. Dagegen ist bei den Unterbeamten einerseits die Vielfältigkeit bet historisch gewordenen Klaffen nicht so grob wie bei den mittleren Beamten, andererseits ist bei ihnen das Bedürfnis einer möglichst baldraen Aufbesserung der Bezüge besonders dringlich. Es erscheint deshalb geboten, den Unterbeamten alsbald schon für das Jahr 1907 eine antizi­pierte Gehaltsaufbesserung durch Gewährung einer einmaligen Beihilfe von je 100 JA zuteil werden zu lassen. Mit letzterer sollen auch all« Unterbeamten bedacht werden, welche sich am L Juni d. I. im Staatsdienste befunden haben. Dabei würde denjenigen Unterbeamten, welche bereits durch den Etat für 1907 eine Besoldungs- aufbesserung erfahren haben, diese auf die jetzt beabsichtigte Beihilfe von 100 JA in Anrechnung zu bringen sein. Daneben sind für 45 Unterbe­amten bei der Königlichen Seehandlung (Preu­ßischen Staatsbank), der Preußischen Zentral- genoffenschaftskasse und den Kanalbaudirektio­nen, denen ebenfalls die Beihilfe von 100 JA zu gewähren ist, die erforderlichen Deckungsmittel aus Fonds dieser Behörden bezw. (bezüglich der Unterbeamten bei den Kanalbaudirettionen) aus Anleihefonds zu stellen."

So weit st« blicken kann kein Mensch zu sehen. Alle scheinen gereitet zu sein gewiß auch Walter.

Der Rauch beißt ihr in di« Augen. Fast ge­blendet schließt sie dieselben.

Da horch kommt dort von jener Bank her nicht leises Wimmern!

Noch einmal rafft Gerda sich auf. Ihr ist, als erkenne sie die Stimme des kleinen Walter.

Vorwärts strebt sie durch Rauchgewölk, vorbei an auflohenden Flammen, an berstendem Gebälk dem leisen, auch immer leiser werden­den Gewimmer nach.

Halt liegt dort neben einer gierig zün­gelnden nicht ein schottisch-karriertes Bündel?

Gerda reißt ihre schmerzenden Augen weit auf. Das ist ja Frau Mackays Umschlagetuch!!

Die Flamme züngelt weiter und weiter . ..

Jetzt leckt sie an der Bank, auf welcher das Bündel liegt. Noch einen Augenblick, und pe schlägt über ihm zusammen.

Durch Rauch unb Qualm dringt Gerda vor­wärts. Die Flamme hat sich bereits zwischen sie und das Bündel geschoben. . . .

Und jetzt noch einmal ganz leises, fast er- sttcktes Wimmern.

Gerda wirft sich auf den Boden. Auf Hän­den und Füßen kriecht sie langsam vorwärts, unter den über ihr zusammenschlagenden Flam­men hindurch.

Jetzt erfaßt sie mit ihren schmerzenden, halb­versengten Händen einen Zipfel des Umschlag­tuches. Sie zieht das Bündel zu sich heran. Zwei Aermchen schlingen sich matt um ihren Hals.

Walter!"

Aufjauchzend drückt Gerda das Kind an ihre Brust.

Dann fürchterliches Krachen, ein wild aufloderndes Flammenmeer--

., Besinnungslos sinkt Gerda zu Boden.

jM'? * XXXIL : : ff r Als Felicie bei dem SchreckensrufFeuer auf

der fliehenden Menschenmenge mit fortqerissen Sich gegen diesen Knäuel stemmen, die Treppt

zur Galerie erreichen unmöglich.

Vor dem Theater großer Menschenanflauf, Feuerwehr rückt an; Spritzen beginnen ihr Msch« werk. ~ ,

Mit gerungenen Händen rennt Felkci« vor dem Hauptportal auf und ab. Verschiedene Male versucht sie, in das brennende Gebäude einNt- dringen. Rauh weisen die Polizisten si', zurück.

Da löst sich aus einer der herumstehend«« Gruppen eine schlichte Männergestall dem Aeußeren nach ein Arbeiter, der st« schon ein« Zeitlang beobachtete.

Sie haben Kummer, Fräulein. Kann ich Ihnen irgendwie helfen?"

Mein Kind, mein Kind!" schluchzt Felicie.

Was ist's mit Ihrem Kinde?"

Krampfhaft, umklammert Felicie den Arm des Mannes.

Da drinnen ist es. Ach, retten Sie, retten Sie mein Kind!" a .

Der Mann schüttelt traurig den Kopf.

Unmöglich. Niemand kann durch bte Flam­men hindurch. Ich habe selbst Frau und sechs Kinder daheim; darf mein Leben nicht frivol aufs Spiel setzen." ,

Es ist mein einziges Kind mein aller auf der Welt!"

Wie alt ist Ihr Kind?"

.^Dreizehn Monate." , .. .

Dreizehn Monate? Wie kam es in diesem Alter ins Theater?" , .

Ich nahm es mit mir auf die Galerie und gab es später einer Frau zu halten, weil uh ste stocktweil ich etwas Böses uorhaüe.

Große Tränen rollen die bleichen Wangen herab. Voll tiefen Mitleids blickt der Mann in das jugendliche Gesichtchen, auf welches Kummer und Sorqen unverkennbar ihreStempel druckten.

Die Frau wird Ihr Kind mitgerettet ha- den," sucht er zu trösten.Es war kem Mensch mehr auf der Galerie, als sie etnsturzte.

----- (Fortsetzung fotzt.)

den dunklen Wollschal um ihr üppiges Blond­haar.

Mit steigender Verwunderung folgt Norbert diesen Vorbereitungen.

Was ist? Was fcebeuiet diese Vermum­mung, Gerda?"

Haben Sie nicht gehört, was Ihre Frau sagte?"

Meine Frau? Sie hat stch schon gerettet!"

Aber das Kind, das Kind!"

Was für ein Kind?"

Ihr Kind!" _

Mein Kind? Walter? Was ist's nut ihm?"

Er ist oben auf der Galerie!^

Der Schrecken macht Barrington einen Augen­blick sprachlos. Sein Kind oben auf der bren­nende« Galerie! . . .

.Norbert, raffen Sie sich auf!" Gerda rüttelt ihn am Arm.Suchen Sie Ihre Frau! Ich hole das Kind?"

Rein, nein, Gerda! Bleiben Sie! Unmög­lich können Sie die Treppen rur Galerie hinauf. Der herunterdrängende Menschenknäuel erdrückt Sie! Gerda, Gerda!"

Er will ihr «ach, um sie zurückzuhalten. Doch sie ist flinker als er.

Ich benütze die kleine Wendeltreppe, die von der Bühne aus direkt auf die Galerie führt und von dort aufs Dach!" ruft sie im Davon­eilen.Halten Sie mich nicht auf!"

Gerda, Gerda, Sie gehen in den Tod!" ?

Er erhält keine Antwort mehr.

Schon erklimmt Gerda die schmale Wendel­treppe.

Von oben schlägt ihr stickiger Qualm ent­gegen. Fast verliert sie die Besinnung.

Doch vorwärts und vorwärts eilt sie keu­chend, atemlos.

Es gilt das Kind zu retten!

Sein Kind!!

: : Jetzt hat sie die Galerie erreicht.

Einen Augenblick hält sie an, um Umschau zu halten . . .

lleberall hellzüngelnde Flammen, dicke Rauch­