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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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Erstes Blatt.

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lNachdruck verboten.)

verstorbenen Prinz-Regenten, gewesen Sicherlich aus mehr als blos persönlicher Neigung gegen diesen, unter seinen Augen gewachsenen liebenswürdigen und klugen,

feindlichen Erundanfchauungen so unverkennbar bewiesen hat, braucht darum vom rein deutschen Standpunkte aus doch nicht geringer geschätzt zu werden^ denn im letzten Grunde ist es eine echt germanische Tugend, die alte deutsche Treue, die der welfischen Bewegung so lange Kraft ver­liehen hat. Das zähe Festhalten an der Ge­schichte und an der Eigenart ihres Stammes, die den Ostfalen in Braunschweig, wie in Han­nover eigen ist, kann aber im geeinten deutschen Reiche keinen Anlaß mehr zu Befürchtungen irgend welcher Art geben. Die Zeit wird all­mählich der welfischen Agitation die Schärfe nehmen, sodaß die Bewegung langsam verblaßt. Gewiß wird auch die verbindliche Art des neu­gewählten Herzogregenten dazu beitragen, den welfischen Berufsagitatoren den Wind aus den Segeln zu nehmen.

sein. Zu- auf- jun-

gen Prinzen. Er mag sich als klarblickender Staatsmann gesagt haben, daß mit der reichs- feindlichen Gesinnung der letzten Unversöhn­lichen unter den Welfen nicht besser aufgeräumt werden könne, als durch die Wahl eines Hohen- tollern-Prinzen, der im Gegensätze zu seinem Vater die Braunschweiger Bevölkerung ganz für sich gewinnen und in seiner Persönlichkeit die Unabänderlichkeit der preußisch-deutschen Ge­schichte auch Braunschweig gegenüber verkörpern würde. Diese Auffassung wurde zweifellos auch von den an Zahl vielleicht geringeren, an Ein­fluß und Bedeutung aber desto wertvolleren diplomatischen Köpfen im Regentschaftsrate uild der sonstigen Umgebung des Staatsministers geteilt. Sie vermochte sich aber gegen die Hart­näckigkeit der unversöhnlichen Welfen nicht durchzusetzen. Und da man nicht gerade nach geschriebenen Gesetzen, aber doch nach Brauch und Herkommen die Einstimmigkeit der Wahl als Voraussetzung für ihre Annahme betrachtet, nutzte der Regsntschaftsrat wohl oder übel von »er Wahl eines Hohenzollernprinzen absehen, tnd so verfiel man auf den Herzog Johann kllbrecht zu Mecklenburg, der weder preußisch noch welfisch ist. Der reichstreuen Bevölkerung

Regenten von Braunschweig gewählten Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg Hunderte von Glückwunschtelegrammen aus ganz Deutschland zugegangen. Das erste Glückwunschtelegramm traf auf Schloß Willigrad vier Stunden nach dem Beschlüsse des braunschweigischen Landtage» von Kaiser Wilhelm ein und war in äußerst herzlichen Worten gehalten, was an­gesichts des Unterliegens des preußischen Kan­didaten in Braunschweig besonders angenehm bemerkt wurde. Glückwunschtelegramme ginge» ferner u. a. ein vom Prinz-Regenten von Bay­ern, dem Könige von Sachsen und fast sämtlichen übrigen deutschen Bundesfürsten.

Der britische Handelsminister über die deutschen und belgischen Eisenbahnen. Vor we- nigen Tagen kehrte der britische Handelsminister Lloyd-George von einem Aufenthalt in Ant­werpen und Hamburg zurück. In einer Rede sprach er sich darüber folgendermaßen ans: Staat, Gemeinde und private Unternehmung hätten im Zusammenwirken zwei der hinsichtlich ihrer Einrichtungen schönsten Häfen, die di« Welt je gesehen habe, geschaffen, doch besäßen beide nicht die natürlichen Vorzüge Londons,' wenn in London ein ähnliches Zusammenwirken bestände, könnte keiner der beiden Häfen je hof­fen, in meßbare Nähe an die britische Metropole heranzukommen. Was ihm während seines Be­suches am meisten Eindruck gemacht hätte, sei die Nolle gewesen, die die Staatseisenbahnen bei der Entwicklung des Handels und Wandels der beiden Völker spielten; während man in Eng­land über Freihandel und Schutzzoll rede, ver­gäße man, was der größte Faktor bei der Organisation des auswärtigen Handels in Deutschland und Bel­gien sei. Herr Lloyd-George schloß, er sei. - seit er die von den Staatsbahnen im Handel Deutschlands und Belgiens gespielte Rolle ge­sehen habe, mehr denn je überzeugt, daß man in England mehr Aufmerksamkeit auf diesen Faktor im Kampfe um die Vorherr­schaft im Welthandel, der zwischen England und den beiden Völker« stattfinde, richten müsse.

Entwurf eines Quellenschutzgesetzes. Aus den dringenden Wunsch der Eigentümer von Heil- und anderen gemeinnützigen Quellen hat die Staatsregierung dem Landtage in der lau­fenden Tagung den Entwurf eines Quellen- fchutzgesetzes vorgelegt. Dieser Entwurf ist zu­nächst dem Herrenhause unterbreitet und dort nach eingehender Beratung mit einigen Modi­fikationen genehmigt worden. Er liegt jetzt dem Abgeordnetenhause vor, das ihn zur Vor­beratung einer besonderen Kommiffion über­wiesen hat. Die Verbände der verschiedenen

Der Herzogregent von Braunschweig.

Unser Zeitalter hat keine besondere Vor­liebe für das starke Durchfechten von Kämpfen, sondern liebt es, Konflikten möglichst aus dem Wege zu gehen. Die im Wesen kernigen und Srund-iederen Ostfalen nehmen unter den deut­schen Stämmen in dieser Beziehung keine Son­derstellung ein. Ihr Wünschen und Trachten war in der weit über die Grenzen ihres Landes hinausreichenden hochpolitischen Frage der Re­gentschaftswahl von vornherein nicht auf den herrschenden Oberton der deutschen Geschichte ge­stimmt, freilich auch nicht auf den welfischen Un­terton. Sie liebten sich vielmehr eine Harmonie, in der diese Gegensätze sanft verklingen. Und bei dieser Stimmung muß man zugeben, daß sie in dem Herzog Johann Albrecht zu Mecklen­burg den richtigen Mann ihres Landes gefun­den haben. Der Staatsminister v. Otto freilich scheint anders es sich gewünscht zu haben. Er soll von Anfang an ein entschiedener Befür­worter der Kandidatur des Priilzen Friedrich Wilhelm von Preußen, des jüngsten Sohnes des

Erscheint wöchentlich siebe« mal.

Druck md Verlag' Joh. Aug. Koch, UniverfitätS-Buchdmcktkch 42. Jahrg« Marburg, Markt 21. Telephon d5.

Deutsches Reich.

Der Kaiser traf gestern auf dem Truppen­übungsplatz Döbcritz ein, wo das 2. Earde-Jn- fanterie-Regiment unter der Führung des Kai­sers eine Gefechtsübung gegen einen markierten Feind ausführte. Beiden Teilen war Kavallerie und Artillerie und eine Maschinengewehrabtei­lung beigegeben. Später hielt der Kaiser eine halbstündige Kritik ab, nach der ein größeres Gefecht begann, das bis 12 Uhr dauerte. Nach >er Kritik und dem Vorbeimarsch der Truppen führte der Kaiser die Fahnenkompagnie in das Barackenlager zurück. Im Kasino des Lagers nahm der Kaiser an dem Frühstück des Offizier­korps teil. Die Kaiserin wohnte der Uebuno zu Pferde bei. Anwesend waren außer den hohen preußischen Militärs der österreichisch-un­garische Feldmarschall-Leutnant v. Hötzendorff und eine Abordnung des spanischen Dragoner- Regiments Numanica, dessen Chef der deutsche Kaiser ist. Bei dem auf die Gefechtsübung folgenden Frühstück im Kasino, das etwa 2y3 Stunden dauerte, saß der österreichisch-ungarische Generalstabschef v. Hötzendorff neben dem Kai­ser. Dieser hielt eine Ansprache, in welcher er sagte, der heutige Tag sei ein Ehrentag für die zweite Earde-Jnfanteriebrigade, um so mehr, als der Chef des Eeneralstabs des verbündeten Reiches hier wäre. Der Kaiser brachte ein drei­faches Hurra auf die österreichisch-ungarische Armee aus.

Die Kaiserin wohnte mit der Oberhof­meisterin Gräfin Brockdorf am Dienstag der 9. Delegiertenversammlung der Frauenhilfe im Sitzungssaals des Herrenhauses bei, welche von 500 Delegierten besucht war.

Zur Braunschweiger Regentenwahl. Wie aus Schwerin gemeldet wird, sind dem zum

Braunschweigs erscheint et willkommen als ein Fürst von unbezweifelt deutscher Gesinnung, und den Welfen bietet seine Verschwägerung mit dem Herzoge von Cumberland eine tröstliche Genugtuung.

Den Freunden der goldenen Mittelstraße ist mit dieser Wahl also in jeder Beziehung genügt, und sie werden, wenn am Dienstag übernächster Woche der festliche Einzug des neuen Regenten erfolgt, voll und ganz begeistert sein, und es wird jedenfalls für Braunschweig ein sehr schö­ner Tag werden. Selbstverständlich kann man auch vom reichsdeutschen Standpunkte aus der Wahl nur innerlich zustimmen. Denn der Her­zog Johann Albrecht bietet in seiner Persönlich­keit hinreichende Bürgschaft dafür, daß er die Regierung des nun ihm anvertrauten Landes nicht schlechter führen wird, als er die seines eigenen Heimatlandes während der Minder­jährigkeit des jetzigen Eroßherzogs von 1897 bis 1901 geführt hat. Er hat das Bedürfnis, volks­tümlich zu sein, und wird schon aus diesem Grunde den in Braunschweig herrschenden poli­tischen Erundanschauungen um so weniger ent­gegentreten, als diese in ihrer mittelparteilichen Art seinen eigenen Anschauungen und seiner Neigung zur Vermeidung irgend welcher Kon­flikte sehr entsprechen. In letzterer Hinsicht hat sich der Herzog, wie von mehreren Blättern her­vorgehoben wird, ja auch in der Leitung der deutschen Kolonialgesellschaft bewährt, wo er die vorhandenen Gegensätze und auftauchenden Meinungsverschiedenheiten mit ruhiger Sach­lichkeit auszugleichen wußte.

Gerade die diplomatische, schmiegsame Art des Herzogs, dem andererseits redliche Reichs­treue als fester, unverlierbarer Halt dient, wird ihn als Regenten befähigen, feinen hohen Aufgaben trotz welfischer Quertreibereien zu erfüllen.

Was aber die Unversöhnlichen unter den Welfen anlangt, die nun aus Verstimmung über den gänzlichen Mißerfolg ihrer Bestrebungen offen verkündet haben, daß von jetzt ab die bis­her beiderseits aufrecht erhaltene Scheidung zwischen braunschweigischen und hannoverschen Welfen fallen soll, und daß auch die Braun­schweiger nun die Annektion Hannovers als den Urquell aller ihrer Leiden und allen Uebels verwerfen, und die Wiederherstellung des wel­fischen Königreichs erstreben helfen müßten: Die werden schließlich gerade durch ihre Ueber- spanntheiten für die Erstarkung des Reichs­gedankens unter dem vernünftig denkenden Teil der Welfen mehr tun, als alle Talente des auf Volkstümlichkeit bedachten Herzogs cs ver­mögen. Der Kern der Bevölkerung aber, der bei dieser Gelegenheit wieder seine preußen-

Und jetzt entfernen sie sich ganz. Die Tür nach dem Salon klappt zu.

Felicie ist gerettet.

Sie beginnt in dem stockfinsteren Raum herumzutasten. Keine Türklinke nichts. Die Tapetentür ist nur von außen zu öffnen.

Sie hockt sich auf den Boden, um zu warten. Die Mutter kann ja nicht mehr lange fort bleiben.

Etwa eine halbe Stunde vergeht für die Eingesperrte eine Ewigkeit.

Endlich hört sie die leisen, etwas schlürfenden Schritte der Mutter.

Schon will sie klopfen, um sich bemerkbar zu machen. Da vernimmt sie Gerdas Simme:

Lassen Sie mich, bitte herein, liebe Frau Mackay danke! Und nun geben Sie mir das Kind! Recht so! Wie schön er ist, der liebe Kleine!"

»Ja, er gleicht seiner Mama," erwidert die Stimme der Großmutter voll Stolz:meine Licy ist sehr hübsch."

Gewiß, Frau Mackay, und sein Vater ist auch hübsch, aber nichts im Vergleich zu diesem Kind. Sehen Sie nur diese Augen, dieses Lächeln das reine Engelsgesichtchen! Hallo" unterbricht sie sich plötzlich mit einem Blick nach der Taxetenür hinmir war es, als hörte ich ein Geräusch. Haben Sie Mäuse im Zimmer?"

Ich weiß nicht, vielleicht," murmelt Frau Mackay.

Ihr ist sehr unbehaglich. Sie hat keine Ahnung, wo ihre Tochter sich versteckt hält, und möchte Gerda Douglas sobald wie möglich wie­der aus dem Zimmer entfernen.

Doch Gerda scheint nicht die geringste Lust dazu zu verspüren. Mit dem Kleinen, der sein blondes Lockenköpfchen zärtlich an sie schmiegt, auf dem Schoß, läßt sie sich auf die Chaiselongue nieder.

Sie haben doch gehört, liebe Frau Mackay, was der Detektiv Herrn Barrington soeben mit« teilte," beginnt sie ernst.Barrington ist ganz unglücklich und auch Mir tut Ihre Tochter an«

Marburg

Freitag 31. Mai 1907.

In der Schule des Leidens.

Roman aus dem Rew-Porker Leben

von Erich Friesen.

Fortsetzung.»

Ich kann die Nachricht noch nicht fassen," fährt Norbert fort,wie ist es möglich, daß meine Frau aus dem Gefängnis entfliehen konnte?"

Der Polizist zuckt die Achseln.

Ich bedaure,. Ihnen Ungelegenheiten ma­chen zu müssen, mein Herr; aber ich habe stren­gen Befehl, die ganze Wohnung zu durchsuchen."

Sie steht zu Ihrer Verfügung."

An allen Gliedern zitternd lehnt Frau Nackay an der Entreetür. Was werden die näch­sten Minuten bringen? Felicie gefesselt und sie selbst als Helfershelferin womöglich gleich mit eingesperrt.....

Hier mein Schlaftabinett und daneben mein Arbeitszimmer," erklärt Norbert erregt,suchen Cie selbst!"

Der Polizist durch Norberts ersichtliches Be­fremden von dessen Unwissenheit in der Sache bollkommen überzeugt, hält nur flüchtigllmschau. Auch das Kinderzimmer wird nur oberflächlich zemustert.

Mit der Bitte um Entschuldigung wegen der inliebsamen Störung entfernt er sich aus der Wohnung. Norbert begleitet ihn hinaus; er ist ief erregt und drückt dem Polizisten die Befürch- mng aus, daß sich seine Frau das Leben genom­men haben könnte.

Das ist kaum anzunehmen," lautet die be- immtc Entgegnung.Eine Frau, die sich das 'eßen nehmen will, besitzt nicht den Mut und die Geschicklichkeit, aus dem Gefängnis zu entfliehen, der Trick wurde sehr schlau ausgeführt. Ihre $t(tu wechselte die Kleider mit einer anderen, tzr sehr ähnlichen Gefangenen, deren Eefäng- Asftrafe abgebüßt war, und wurde von deren Schwester, ein« gewissen Fra» Milkin« aus

sagbar leid. Das schlimmste ist, daß wir absolut außerstande sind, etwas für die Arme zu tun. da wir ihren Aufenthaltsort nicht kennen. Wäre sie doch gleich nach ihrer Flucht hierher ge­kommen!"

So wäre sie gleich wieder arretiert worden, Fräulein Douglas."

..Ja, ja Sie haben Recht, Frau Mackay. Wie konnte Felicie nur so unvorsichtig sein und einen Fluchtversuch wagen? Ueber kurz oder lang wird die Polizei sie ja doch aufstöbern Und dann wehe ihr! Sie war beim Eefäng. 1 nisdirektor so gut angeschrieben und nun wird sicher ihre Strafzeit verschärft oder gar verlängert werden. Was kann sie nur zur Flucht bewogen haben?"

Verlegen blickt Frau Mackay vor sich hin.

Nun, ich denke sie sehnte sich nach ihre» Mann und dem Kind!"

Aber sie ist doch nicht hergekommen? Ick verstebe das nicht."

Wenn sie heute oder morgen kommen sollte, Fräulein Douglas was soll ich tun?"

Sie natürlich sofort hereinnehmen? W« können Sie noch fragen? Wollte Gott, sie känu bald? .... Ist das nicht Varrington? Er scheint Sie zu suchen, Frau Mackay.

Da steht Norbert schon auf der Schwelle. Er sieht sehr bleich und erregt aus.

Darf ich eintreten?"

Aber bitte, lieber Freund! Es ist ja biv Zimmer Ihres Kindes?"

Leise aufseufzend läßt Norbert sich auf bf/ Chaiselongue neben Gerda nieder.

Frau Mackay wird es immer unbehaglicher zu Mute. Jetzt find gar beide hier? Ach, wenn sie nur wüßte, wo Felicie steckt?

Vielleicht weiß das Dienstmädchen etwas darüber. Felicie wollte ja vorhin mit ihr sprechen!

In der Absicht, das Mädchen auszufragen, verläßt Frau Mackay das Zimmer.

Norbert und Gerda find allein. Der kleine | Walter sitzt zwischen Ihne». '

Philadelphia, abgeholt. Der Betrug wurde erst heute früh durch eine Pflegerin Robinson ent­deckt, die gestern krank und deshalb bei der Ent» lassung der Gefangenen Holm nicht zugegen war. Ein Kollege von mir ist heute früh sofort zu den Wilkins nach Philadelphia gefahren, telegra­phierte jedoch, aus den Leuten sei nichts heraus­zukriegen; sie wüßten entweder wirklich nichts oder sie wollten nichts wissen. Im Hause der Frau Wilkins halte sich niemand verborgen, er habe alles durchsucht. Wahrscheinlich wird die Entflohene sich heute noch bei Ihnen cinfinben, Herr Varrington. Wir hoffen, daß Sie das Gesetz nicht umgehen und der Gefangenen nicht zur fer­neren Flucht behilflich sein werden. Ich empfehl' mich Ihnen."

Als Felicie die Stimmen der beiden Herren im Salon hört, als sie aus den wenigen Worten entnimmt, daß die Polizei auf ihrer Fährte ist wirft sie einen wilden, verzweifelnden Blick im Zimmer umher.....

Wohin sich verstecken, damit jener Detektiv ihrer nicht habhaft wird? Hinter den Vorhang? Oder unters Bett? Alles zu unsicher.

Schon nähern die Stimmen sich der Tür. Großer Gott, was tun?

Da gewahrt ihr scharfes Auge eine schmale, kaum bemerkbare Tapetentür. Sie öffnet die­selbe. Ein kleiner, dunkler Raum wird sichtbar wohl zum Wegstellen von Koffern und Kisten bestimmt.

Hastig schlüpft Felicie hinein und zieht dl« Tür hinter sich zu.

Es ist die höchste Zeit.

Soeben überschreitet Norbert mit dem Detek­tiv die Schwelle des Kinderzimmers.

Felicies Herz klopft zum Zerspringen.

Angstvoll lauscht sie den schwach bis in ihren Schlupfwinkel dringenden Schritten.

Jetzt stößt etwas an die Tapetentür.

Ihr Atem stockt.

Ist ihr Versteck entdeckt?

Gott fei Dank nein! Die Schritte gehen vorüber .», --

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