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Zweites Blatt

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Der linksliberale Gedanke, der das Signum der wohl etwas zu allgemein alsDeutscher Protestantentag" bezeichneten Konferenz bildete, hat sich auch in anderer Beziehung bemerkbar gemacht und zwar in einem A u f r u f e der frei­sinnigen, pardonlinksliberalen" Parteien, wie insbesondere die Herren vommännlichen" und weiblichen" Freisinn gern ihre merklich zusam- rnengeschmolzenen Heerden zu nennen lieben. In phrasenreichem Manifeftstil wird darin der Fortbestand des linksliberalen Dreibundes, be­stehend aus der Freisinnigen Volkspartei, der Freisinnigen Vereinigung und der Deutschen Volkspartei der Welt verkündet, um angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen in Bayern und Sachsen etwas Eindruck zuschinden", wie Bruder Studio sagt. Ob aber der Aufruf, der zum Teil mit recht veralteten Schlagworten ar­beitet, geeignet ist, neue Anhänger um die zer- schlisienen Freisinnsfahnen zu sammeln, muh stark bezweifelt werdens zumal der linksliberale Wunschzettel bei der Allgemeinheit seiner Aus­drücke beinahe von jedem konservativen Manne unterschrieben werden könnte. Wahrlich . diese Farblosigkeit des Aufrufes gleicht doch sehr einem Armutszeugnis für dengroßen linksliberalen Gedanken"!

Auf wirtschaftliches Gebiet wird unsere Auf­merksamkeit gelenkt durch eine Zuschrift, die Auf­klärung über die Fleischpreise verheißt, sie ent­stammt derAllg. Fleischerztg.", dem Organ der Groß schlächter, das seinerzeit an der Spitze der Fleischnotschreier nachdrücklichst die Oefsnung der Grenzen verlangte, um durch Lieh einfuhr aus dem Auslande billigere Fleisch preise herbeizu­führen. DieseAufklärung" aber ist in Wirk­lichkeit nur ein Rechtfertigungsversuch in dem Sinne, daß es für die Fleischer unmöglich sei, von den teuren Fleischpreisen herunterzugehen, ob­gleich von anderer Seite ziffernmäßig nachgewie­sen worden ist, daß augenblicklich Deutschland auf einem bisher noch selten erreichten Tiefstände der Viehpreise angelangt ist, die durchweg nie­driger sind, als im Auslande. Es liegt uns gänzlich fern, es dem heimischen Fleischergewerbe zum Vorwurfe zu machen, daß es bestrebt ist, aus der gegenwärtigen Situation Nutzen zu ziehen; denn zweifellos entbehren die Klagen derAllg. Fleischerztg." insofern nicht ganz der Berechtig­ung, als darauf hingewiesen wird, daß heutzu­tage auch alle Ausgaben für den Fleischereibe­trieb ungeheuer gestiegen sind, daß die Miets­preise und Arbeitslöhne sowie die Ausgaben für Beköstigung gegen früher eine starke Erhöhung zeigen, daß sich die Kosten für Gebühren und Steuern vermehrt haben und daß insbesondere durch die Fleischbeschau der Fleischereibetrieb in jeder Beziehung kostspieliger geworden ist. Allein es gilt zu bedenken, daß andererseits auch die Le-

Erscheint wöchentlich sieben mal. , _

Druck und Verlag' Joh. Äug. Koch, Universitäts-Buchdrucker« 4Z. «JUylQt

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

benshaltung der fleischverbrauchenden Bevölke­rung infolge der wirtschaftlichen Entwickelung in neuerer Zeit eine so erhebliche Verteuerung er­fahren hat, daß der Aufschlag der Preise für Fleischwaren allgemein als eine schmerzliche Be­lastung des häuslichen Budgets empfunden wird, die wenn sie länger andauert, die ärmeren Klaf­fen mehr und mehr zum Verzicht auf die nahr­hafte Fleischkost nötigen muß. Es erscheint umso­mehr angezeigt, auf diesen offenbaren Mißstand hinzuweisen, als wir hierbei einen circulus viti- osus vor uns haben; denn wenn die Fleischpreise einen solchen Tiefstand erreicht haben, wie heute, schränkt der kleine Landwirt seine bescheidene Viehzucht ein, weil er dann seine Fruchternte auf andere Weise bester verwerten kann, wodurch natürlich eine Verminderung der Viehproduktion, namentlich der Schweinezucht herbeigeführt wird, die ihrerseits wieder ein Aufschnellen der Vieh­preise zur Folge haben muß. Durch diese an­dauerndeSpannung" aber würden auch die Fleischpreise im Einzelverkaufe auf einer Höhe erhalten werden, die zu unhaltbaren Zuständen führen muß und eine Reaktion zur Folge haben könnte. Eine solche würde natürlich nicht vom kaufenden Publikum ausgehen; denn dieses steht ja derartigen Zuständen wehrlos gegenüber, son­dern von den Viehproduzenten, die auf dem Wege genostenschaftlichen Zusammenschlustes auf dem Lande selbst Metzgereien errichten und den Fleischoerkauf selber in die Hand nehmen könn­ten. Wie verlautet, soll bereits im Vorjahre seitens desBundes der Landwirte" die Er­richtung derartiger landwirtschaftlicher Neben­betriebe ins Auge gefaßt worden sein. Daß aber hierdurch dem Metzgerstande eine schwere Kon­kurrenz erstehen würde, die namentlich den klei­nen und mittleren Betrieben sehr gefährlich werden müßte, dürfte jedem einleuchtend er­scheinen, der die von den Freihändlern so scharf befehdete Organisation der deutschen Landwitte näher kennt, die schon heute eine wirtschaftliche Macht bedeutet, mit der zu rechnen ist.

Daß auch seitens der Regierungen der un­natürlichen Preisbewegung auf dem Fleisch­markte Aufmerksamkeit zugewendet wird, beweist ein Runderlaß des bayerischen Ministeriums des Innern, durch den sämtliche Regierungsstellen aufgefordert werden, darüber zu wachen, daß die . Fleischer dem Publikum keine höheren, als die auf den Anschlagetafeln in ihren Geschäften an­gegebenen Preise für das Fleisch abnehmen. Den Stadtmagistraten soll in Erinnerung gebracht werden, sich darum zu kümmern, daß die Fleisch­preise endlich in Einklang zu den Schlachtvieh­preisen gebracht würden. Als erstes Mittel hierzu wird eine ständige Publikation der tatsächlich gezahlten Vieh- und Fleischpreise anempfohlen. Wenn die

Rückblick. *

Die Pfingstwoche ist bekannt als die hohe Zeit her Perbandstage und Kongresse. Auch diesmal hat es nicht an solchen Veranstaltungen gefehlt, Heren wir bereits >v mehr oder weniger ausführ­licher Weise gedachten. Am meisten Beachtung sverdienen natürlich die Beratungen solcher Or- tzanisationen, die bestrebt sind, Gesundheit jund Wohlfahrt des deutschen Volkes igu fördern, wie die Generalversammlung des juntcr dem Protektorat der Kaiserin stehenden ^deutschen Zentralkomitees zur Be­kämpfung der Tuberkulöse", die Dele- yiertenversammlung desVaterländischen F. r a u e n v e r e i n s" welcher wie schon berichtet die Kaiserin selbst beiwohnte, sowie die Jahres- persammkung des deutschen Vereins für -6 ch u l g e s u n d h e i t s p f l e g e" und die Ver­handlungen und Beschlüste von Körperschaften $ür Förderung großer nationaler Aufgaben, wie hieDeutsche Kolonialgesellschaft", und der AllgemeineDeutsche Schulver- e i n, der die Erhaltung des Deutschtums im Auslände erstrebt. Die genannten Körperschaf­ten verfolgen hohe ideale Ziele, für die leider jim deutschen Volke noch lange nicht allgemeines Verständnis vorhanden ist. Da sie vollkommen Wer den politischen Parteien und einseitigen Bestrebungen auf wirtschaftlichem Gebiete stehen, skann man nur wünschen, daß die vorgenann­ten Perbände immer mehr Freunde und An­hänger gewinnen, damit nicht länger das heutsche Völk infolge seiner parteipolitischen Zer­klüftung sich hinsichtlich des Verständnistes für nationale und patriotische Fragen von fremden Nationen beschämen lasten mutz. Auch der evan­gelisch-soziale Kongreß", der diesmal in Straß- slmrg abgehalten wurde, verdient hervorgehoben szu werden, umsomehr, als der Gedanke einer ^Sozialpolitik auf christlicher Grundlage" auch hinsichtlich der praktischen Auffassung Fortschritte gemacht zu haben scheint, wenn auch betreffs der Mittel , und Wege, die zur Verwirklichung des idealen Gedankens dienen sollen, noch mancherlei Meinungsverschiedenheiten vorhanden sein mö­gen. Auch auf demDeutschen Protestantentage", her vom freisinnigen Reichstagsabgeordneten sSchra^t begrüßt wurde, ist manches Wort ge­sprochen worden, das der Beachtung wert er­scheint, wenngleich vielfach Ansichten geäußert piurden, die den Widerspruch weiter Kreise Her­vorrufen mästen, die eine andere kirchliche Rich­tung verfolgen.

Marburg

Sonntag. 26. Mai 1907.

einem Oelzweige erscheint. Aus der Sitte, Oel- bäume als Grenzmarken zu setzen, läßt sich das Sprichwort erklären:lieber die Oelbäume hinausschweifen."

Der heilige Baum der Skandinavier war die . Esche Pgdrasil. Sie breitet ihre Zweige über die ganze Welt aus und sie reichen hinauf in den Himmel. Drei Wurzeln halten den Baum auf­recht und dehnen sich aus die eine zu den Äsen, vor denen Odin der oberste ist, die andere zu den Grimthursen (den Forstriesen), die dritte steht über Nifelheim, dem nebeligen Teile der Welt im Norden. Die Esche Pgdrasil, dieses Sinnbild des Lebens in Zeit und Raum, ist der ewig grüne llrbaum, besten Blätter weiße Nebel netzen und von dem der Tau kommt, der in die Täler fällt.

Den Fuß der Esche befeuchten zwei Brunnen, der des Mimir und der llrdebrunnen. Der Brunnen des Mimir ist voll Weisheit und Ver­stand. Mimir trinkt täglich von dem Master und deshalb ist er der weiseste der Äsen und Odin reitet zu ihm am Tage des Weltunterganges, um sich Rat zu holen. Der zweite Brunnen ist den drei Nornen, den Schicksalsgöttinnen llrd, Skuld und Werdandi, (Vergangenheit, Gegen­wart und Zukunft) geweiht, die auch über irdische Schwellen schreiten, um das Schicksal be­vorzugter Menschenkinder zu bestimmen. Der Brunnen führt seinen Namen von der llrd, der ersten der Nornen, denn ohne Vergangenheit gibt es keine Gegenwart und Zukunft. Sein Master ist so heilig, daß alles, was in denselben kommt, schneeweiß wird, und der Kelch, gefüllt aus Urdas Quell, wird gekräftigt mit urkalter See und sühnendem Blut.

Neben dem Brunnen wölbt sich der Saal der erhabenen Jungfrauen. Täglich begießen sie den Baum mit der heiligen Flut, daher sein ewiges Grün. Die Stätte ist sehr heilig: da haben die Götter ihre Gerichtsstätte und die Lichtelfen ihre Wohnungen; dort ist der Saal

mit dem Hochsitze Odins, von dem aus er die ganze Welt übersieht.

Vielfach ist die Ansicht vertreten worden, datz nur Eichenhaine unfern Vorfahren als Tempel gegolten hätten. Die Buchen- und Tannenwäl­der bilden aber auf deutschem Boden nicht min­der hohe und Schauer erregende Wölbungen als die Eichen, und das Bedürfnis lehrte, dem Kultus der Götter die Haine und Wälder zu widmen, welche die Bergs und Täler des Stam­mes bedeckten, bei dem das Bedürfnis sich gel­tend machte. Der heilige Wald auf der Insel der Langobarden weist uns deutlich auf Rügen oder Fehmarn hin, die sich von jeher durch ihre schönen Buchenwaldungen auszeichneten. Auf der Insel Seeland befand sich der schönste Bu­chenhain in ganz Skandinavien und es wurden in demselben nach dem Bericht des Thietmar von Merseburg noch in später Zeit alle neun Jahre grauenvolle Feste mit Opfern von Menschen und Tieren gefeiert. Bei unfern Vorfahren waren also die Tempel nicht auf Eichenhaine beschränkt, wie es auch nicht eine bestimmte Baumgattung gab, welche ausschließlich Gegenstand der Ver­ehrung hätte sein können. Die heiligen Runen wurden aus dem Holz der Buchen und Eichen angefertigt, die Verstorbenen mit Lindenholz verbrannt.

Bei dem Dorfe Geismar unweit Fritzlar a. d. Eder stand eine große dem Donar geweihte Eiche. Hier versammelten sich die heidnischen Hesten, ihr Opferfest zu feiern. Dabei wurden sie von Bonifatius überrascht. Zornig blickten die wilden Gesellen zu dem Fremdling auf, der es wagte, in das Heiligtum ihres Gottes einzu­dringen und ihren Gottesdienst zu stören. Er­füllt von Mitleid über den Unglauben des Volks ynd von heiligem Eifer für fein Werk beseelt, hielt er den versammelten Heiden eine ergrei­fende Predigt über die Ohnmacht ihrer Götter und über die Herrlichkeit und Allmacht des einen Gottes Himmels und der Erden. Zuletzt kün-

Metzger auch dann noch an den übertriebenen Preisforderungen festhielten, müßte man sich mit Landwirten in Verbindung setzen, nm mit Hilfe ermäßigter Frachtsätze einen direkte» Fleischbezug in die Wege zu leite«.

Ganz ähnliche Mahnungen wurden auch im WürttembergischenStaatsanzeiger" an die Ge­meindebehörden gerichtet. Es wird da schon als ungebührlicher Preisaufschlag gezeichnet, datz die Metzger sich das Schweinefleisch mit 70 «Z pro Pfund bezahlen lietzen, während sie Schweine la Qualität mit 54-55 A pro Pfund Schlacht­gewicht einkauften und den wertvollen Kram noch unentgeltlich dazu bekämen.

Auf den Runderlaß der bayerischen Regie­rung hatten die Fleischer im Bajuvarenlande einenoffenen Brief" an das vorbezeichnete Ministerium gerichtet, besten Inhalt sich fast mit der, wie schon bemerkt, auch uns zum Abdruck übermittelten Zuschrift aus derAllgemeinen Fleischerzeitung" deckte. Darauf aber ist den Interpellanten eine amtliche Antwort zu teil geworden, die Hörner und Zähne hatte. Zur Aufklärung seien die Hauptstellen jener amt­lichen Antwort hier wieder gegeben, sie lauten:

Wie es sich mit dieser Behauptung in Wirk- lichkeit verhält, mag aus nachstehenden Zahlen ersehen werden, deren Grundlage die Erhebun­gen der amtlichen Notierungskommissionen und der städtischen statistischen Aemter bilden. Da­nach betrug die Spannung zwischen Ein­kaufs- und Ladenpreisen im Jahre 1904, in welchem bekanntlich ein Heb er - flutz an Schweinen vorhanden war, die Einkaufspreise einen ungewöhnlich tiefen Stand erreicht hatten, und aus Metzgerkreisen nirgends Klagen über zu hohe Preise für Schlachtschweine laut wurden, in München im Jahresdurchschnitt 19 A für das Pfund, 1905: 15 A. im Jahre 1906, dem Jahre derHochkonjunktur", in dem die Einkaufs- und Ladenpreise den höchste« Stand erreicht hatten, aber wieder 19 A! bie Spannung für das Pfund Fleisch war also ebenso hoch, wie in dem für den Einkauf von Schlachtschweinen besonders günstigen Jahre 1904. In manchen Monaten, so im Juli, Sep­tember, Oktober ,November und Dezember 1906, war die Spannung noch größer, als in den gleichen Monaten des Jahres 1904 und in den ersten vier Monaten des Jahres 1907 betrug sie sogar im Durchschnitt 21 A- Aehnlich wie in München liegen die Verhältnisse in anderen Städten des Landes. . . Auch aus verschiedene» kleineren Städten brachte die Preste lebhafte Klagen über zu hohe Fleischpreise, obwohl hier die Geschäftsunkosten der Metzger wesentlich niedriger sind, als in den großen Städten. Mehrfach wurde bei einem Einkaufspreis von 5054 4 für das Pfund Schlachtgewicht eia

1 Ladenpreis von 70 und 80 A für das Pfund Schweinefleisch verlangt..... Seldstverstand

, lich ist, daß der über den Einkaufspreis hinaus­gehende Mehrerlös beim Flci'^v^rkauf für den digte er den erschrockenen Zuhörern an, daß er die Eiche fällen werde und daß kein Gott ihn daran hindern solle.Haben die Götter Grimm, so mögen sie mir zürnen; haben sie Macht, s» mögen sie mich treffen, wie ich diesen Stamm", mit diesen Worten schwang er die Axt gegen den Baum.Und nun heran meine Diener, daß ihr den Baum fällt mit kühnem Streiche", gebot Bonifatius. Und die atemlose Menge erwartete vergebens, datz ein Götterblitz den Frevler treffe. Und sie knieten nieder vor Bonifatius und beteten mit ihm zum allmächtigen Christen­gotte. '

In dem schon erwähnten heiligen Hak« Romonte in Ostpreußen stand eine heilige Eiche, auf ihr sah man, mit Tüchern verhängt, die Bil­der der Götter. Kein Baum durfte hier gefällt, kein Zweig verletzt und kein Tier in diesem i Hain getötet werden.

Bei Gotha stand eine große heilige Buche, die man öfters nachts erleuchtet gesehen habe« wollte. Das hielten fromme Gemüter für einen Fingerzeig Gottes und erbauten an dem Ott« ein Kloster. So entstand das Kloster Reinhards- brunn. , . .,

Die Jungfrau von Orleans erklärt in ihre« Bekenntnissen:Es ist wahr, datz es in Dom- remy eine Buche gibt, die man Schönmai oder Feenbaum nennt Alte Leute sagen, die Feen seien einst zu diesem Baume gekommen; eine Frau des Orts hat bekundet, sie habe dieselben gesehen; ich für mein Teil weiß nicht, ob das wahr oder falsch ist, aber ich habe sie nie ge­sehen."

Die Haselstaude war unverletzlich und man verwendete sie darum hauptsächlich zur Umgren­zung heiliger Stätten. Eine solche stand auch in der Nähe des Feenbaums. Und Johanna be­kennt:Unter der Haselstaude soll eine Alraun­wurzel sich befinden, mittelst deren man Schatze heben und sich bereichern könne, deren Ausgra­bung aber der Seele gefährlich sei,"

slEchluß folgt)

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

S nntttaasbeilaaer Allustrtrte» -----

Der Waldkultus.

Bon Fr. W. Steknbruch. lFortletzimg.);

In Athen erfreute sich der Oelbaum der höchsten Verehrung. An der Akademie standen die der Athene geweihten unantastbaren Oel­bäume; sie stammten von der Mutterolioe auf der Burg, die von der Göttin selbst geschaffen und später nach der Verbrennung durch die Per­ser von selbst aus der Wurzel wieder aufgesproßt sein sollte. Die Athener waren stolz auf den Besitz des Oelbaums und hielten ihn für das edelste Geschenk. Im Oedipus auf Kolonos preist ,ihn der Chor mit den Worten:

Hier auch blüht ein Gewächs, wie im Gefild Asien keins,

Noch auf der dorischen Flur, dort in dem weit Prangenden Eilande des Pelops

Erwachs; von selbst ohne Pflege kommt es; Der Feinde Schrecken ists,

Das mächtig aufblüht in dieser Landschaft: Mein svrotznährender, blauschimmernder Oel­baum

Den kein bejahrter, kein junger Heerfürst Je mit feindlicher Hand tilgend verheert; Denn mit dem ewigen wachen Blick Sehn Zeus Morios Augen ihn

Und blauäugig Athene."

Wie schon in Griechenland ein Kranz von Oelzweigen die höchste Auszeichnung für den um das Vaterland verdienten Bürger und der höchste Siegespreis bei den Olympischen Spielen -war, so trugen bei den Römern die nicht im Feld geweseneit Diener lorberrgeschmückter Feld­herren einen Kranz von Oelzweigen. Der Oelr zweig war das Sinnbild des Friedens und Be­siegte, die un» Frieden beten, trugen Oelzweige in den Händen. Auf de« Frieden der höheren Welt ist dies übertragen, wenn auf den Grab- itoLnen der ältesten. Christen eine Taube mit

Vierteljährlicher Bezugspreis- bei der G$>itiou 2 AL, Ty» 494 bei allen Postämter« 2,25 Mt (ejet Bestellgeld).

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