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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain."

Somttaasbetlaae: AllrrttrirteS Lou«raa4blatt. -

Jtß. 114

vierteljährlicher Bezugspreis: btt ver Erpeditioa 2 Mk>, b« allen Postämtem 2,25 M. (.ejci. Bestellgeld).

JnserttonSgebühr: die gespaltene Zelle oder deren Raum IS Psg.

Reclamen: die Zeile 90 Pfg.

Marburg

gttitog. 17. Mat 1907.

Erscheint wöchentlich sieben mal. s_

Druck und Verlag: Zoh. Sug. Koch, UmverfitätS-Buchdruckrrei 42. Jahr«.

Marburg, Markt 2L Telephon 55,

Zweites Blatt.

Kannibalismus in Kamerun.

Aus dem Gäben des Kamerungebietes wird derKöln. Ztg." von einem deutschen Kauf- Mann geschrieben: Im Dezember 1905 durch­querte ich zum ersten Male das Gebiet der Rordmaka auf dem Wege von Nangaam obern Ssanaga nach Vertu« und traf am 15. Dezem­ber in Nsana bei ihrem Oberhäuptling ein. Die dem Kannibalismus huldigenden Mala ver­zehren nicht nur ihre Kriegsgefangenen, rote es die sämtlichen Völkerstämme Kameruns tun, die zwischen dem 2. und 6. Breitegrad östlich des 12. Längegrads leben, sondern auch ihre zum Tode verurteilten Verbrecher, also ihre eigenen Landsleute. Auch bei den an die Maka an­grenzenden Babile findet sich diese Sitte. Ich konnte bei meiner Anwesenheit die Abschlach­tung eines Babile, dessen Weib bei einer Ge­burt starb, wohl vorübergehend aufschieben, aber nicht verhindern,' am nächsten Tage wurde er verzehrt. Nur mit grossen Schwierigkeiten entging ich selbst bei den Maka diesem Schicksal besonders Betugge, der Sohn Nsanas, zeigte Appetit auf mich, und erlangte freien Durch­zug nach Vertua (4° 16 ), das ich am 17. Dezbr. erreichte. Wenige Tage später versuchte eine Regierungskarawane auf der von mir zuruage- legten Route unter Führung des Eouv.- Sekretärs und Leutnant d. L. Mühling aus Jaunde mit 18 Soldaten durch das Gebiet der Rordmaka zu ziehen; sie mutzte sich aber schon den Durchzug erkämpfen. Die Maka töieten von nun an sämtliche schwarzen Händler und Jaunde-Träger, deren sie habhaft werden konn­ten, nach ungefährer Schätzung etwa hundert Mann. Am 2. Januar 1906 stiess ich mit der Kolonne MühUng zusammen, wir marschierten zurück und kamen wiederholt in eine kritische Lage, hatten aber nur drei Verwundungen bei einer Kopfstärke von 600 Mann aufzuweisen. Ende 1906 unternahm Hauptmann Dominik eine Expedition zur Unterwerfung der Maka, die sich in der Zwischenzeit stets feindlich gezeigt halten. Am 10. Dezember traf ich mit der Ex­pedition zusammen, und erhielt von Hauptmann Dominik die Erlaubnis, mich ihm bis Bertua anzuschlissen. Von Bertua marschierte ich am 7. Januar d. I. nach Beri. Die dem Stamm der Kaka zugehörigen Einwohner pflegen den Kannibilismus noch derart, dass auf öffentlichen Märkten Menschenfleisch ausgeboten wird. Auch das geringste Verbrechen wird mit dem Tode bestraft, nur um ständig Menschen­fleisch zu haben, so auch unbeschadet der sonsti­gen Laxheit der Sitten der Ehebruch. Am 15. Januar 1907 kehrte ich nach Bertua zurück und traf zwei Tage darauf auf dem Weitermarsch nach Dengdeng in Ndia den Häuptling Bitarri mit seinen Kriegern und Leuten aus Bertua, insgesamt etwa 300 Mann, im Begriff, einer Anzahl Maka nachzuspüren, die auf das Gerücht des Herannahens Dominiks geflüchtet waren. Nach teilweise gemeinschaftlichem Marsch mar­schierte ich vor bis zur Gabelung der Wege nach Ounde und Tumbo, als etwa 40 Leute aus

r (Nachdruck ocrbotcn.)

Im Blütenschnee.

Ein Psingstnovellette von O. Elster.

(Forfiehung.)

~Na ja, ist schon gut man muss doch für Euch junge Leute etwas sorgen und meine Fra- meinte, daß man bei einem solchen Besuch osch auf Komtesse Erika etwas Rücksicht nehmen müsse. Verdammt kalt ist's ja da oben im Ge­birge und wir fahren nur, wenn's gutes Wetter ist. Mein Rheumatismus verträgt das nass­kalte Frühlingswetter im Gebirge nicht. Aber um Pfingsten werden wir wohl schon warmes Wetter haben.....Da kommt Komtesse Erika

Sie können ihr die Neuigkeit gleich Mit­teilen.« ...

Das tat denn Walter auch und Erika war hocherfreut.

Das ist herrlich," sagte fte und blickte ihm mit glückseligem Lächeln in die Augen.

iIch freue mich doch sehr," entgegnete er. ,/Dort werde ich Ihnen alles sagen können, Erika, was in diesem Lärm und Trubel fad und »lbern klingen würde. Wollen Sie es mir gestatten, Erika?«

Ja" flüstert sie verschämt und ein leiser inniger Druck ihrer Hand bekräftigte die Er­laubnis, dass sein Herz ungestüm pochte. . .

Und jetzt stand Pfingsten vor der Tür und hie Berge ringsum trugen eine schimmernde Schneedecke und ein eisiger Nordwind sauste um das alte Schloss und brauste in den meilen­weiten, deren Bäume unter dem eisigen Hauch Mnd den nasskalten Schneeschauern erzitterten.

Das war kein Wetter für Pfingsten und kein Metter für den Rheumatismus des alte» Ge-

Ounde an meinem Lager vorbeikamen und nach Bitarri fragten. Ich folgte ihnen; kaum hatten sie Bitarri erreicht, als Schüsse krachten und 13 Ounde dalagen. Die Leute aus Bertua, dem Stamm der Baia angehörig , schlachteten die Leichen sofort aus und zerlegten sie zum svä- teren Schmaus. Bitarri erzählte später, die Ounde seien ausgesandt gewesen, ihn zu er­morden. Von besonderem Interesse ist es, dass die menschenfressenden Baia zum grotzen Teile strenggläubige Moslim sind; in dem Ort Bertua werden die rituellen Gebete täglich vorgenom­men. Es ist dies auch einer der Beweise, wie wenig der zu irgend einer Religion bekehrte Neger ihren ethischen Satzungen folgt, sobald es sich bei ihm um althergebrachte liebe Gewohn­heiten handelt. Einen furchtbareren Anblick hat wohl selten ein Mensch haben können, als diese Wilden in höchst tierischer Leidenschaft ihre Stammesgenossen zerhacken und dann die Teile zusammenpacken und zum grausigen Fratz fortschaffen zu sehen.

Marburg und Umgrgend.

< Nachdruck aller Orfgtnalartito ist gemäß § 18 bei Urheberrecht» nur mit der deutlichen Quellenangabe .Oberheff. Ztg-' gestattet).

Marburg, 16. Mai.

* Bertretertag. Der diesjährige Vertreter­tag der Innungen, Handwerker- und Eewerbe- vereine des Handwerkskammerbezirks Cassel findet am Sonntag, den 9. Juni d. I., in Cor- bach (Waldeck) statt. Die Verhandlungen wer­den im grotzen Saale desWaldecker Hofs" ab­gehalten. Zu gleicher Zeit findet im Hotel Zum goldenen Engel" eine Ausstellung von Lehrlingsarbeiten aus dem Fürstentum statt, welche äm 8. Juni d. I. vormittags 10 Uhr er­öffnet wird. Die Tagesordnung für den Ver­tretertag ist wie folgt festgesetzt: 1. Eröffnung des Handroertages durch den Vorsitzenden der Handwerkskammer und Begrüssung der Herren Vertreter der Behörden und Korporationen, 2. Vortrag übet:Die Handwerkerfrage in der Gesetzgebung." (Schutz des Baugewerbes, Siche­rung der Bauforderungen und Kleiner Be­fähigungsnachweis für das gesamte Handwerk.) Redner: Syndikus der Handwerkskammer Than- heiser. 3. Freie Aussprache, 4. Mitteilungen und Anträge aus der Versammlung. Nach Schluss der Verhandlungen findet eine gemein­same Besichtigung der Ausstellung und gemüt­liches Beisammensein mit musikalischer Beglei­tung unter Mitwirkung des Corbacher Musik- und Gesangvereins statt. Wünsche betreffend Mittagessen oder Uebernachtung sind an den Ortsausschuss des Handwerkertages, z. H. der Herren Drechslermeister Fr. Eigenbrodt oder Zimmermeister Fr. Bankert in Corbach zu rich­ten. An diesen Verhandlungen können sich alle Handwerker aus dem Kammerbezirk, also auch nicht korporierte beteiligen. In Anbetracht der für das gesamte Handwerk hochwichtigen Ver­handlungsgegenstände ist es von Bedeutung, wenn alle Innungen und Vereine zu diesen Verhandlungen Vertreter entsenden würden.

* Schonzeit für Fische. Eegenwärttg haben bekanntlich die Fische Schonzeit, d. h. es dürfen keine Fische gefangen werden. Die Schonzeit ist

nerals, der dann auch heute Morgen schon ge­schrieben hatte, daß er seinen Besuch verschieben müsse, wenn sich das Wetter nicht ändere.

Dazu machte das Wetter aber gar keine Miene. Im Gegenteil, es wurde immer stür­mischer und rauher und wenn das so fortging, würde man Pfingsten int Schnee feiern können.

Sm Schloss Waldau herrschte denn auch eine gedrückte Stimmung. Die Gräfin konnte es ihrem Gatten nicht verzeihen, dass et sie so früh­zeitig in das Gebirge entführt, nut um einen Auerhahn zu schiessen, bet Graf ärgerlich, weil ein unvorsichtiger Schritt den Auerhahn aufge­schreckt hatte, daß et abgestrichen roar ehe bet Graf zum Schuss kommen konnte, und Erika war traurig, weil bet Frühling noch immer nicht kommen wollte.

Drunten im Tal grünte und blühte schon alles, hier oben zeigten kaum die Lerchen und Weiden die ersten grünen Triebe, und wenn auch die Knospen der Kirschbäume dick aufge­schwollen waren, so wagten sich die zarten Blütenblätter doch noch nicht hervor, sondern warteten auf die warme Frühlingssonne, die sich noch immer hinter grauen Wolkenschleiern verbarg.

Heute war ein besonders böser Tag gewesen. Schneetreiben und Regen hatten miteinander abgewechselt, und der Sturm hatte um den alten Turm des Schlosses geheult, geseufzt und gepfif­fen, als ob er sich über die Traurigkeit Erikas so recht von Hetzen lustig machen wollte.

Erika war in ihrer Verzweiflung in Sturm und Schnee und Regen im Park und im Wald umbergelaufen und hatte nach bett Knospen geschaut, ob sie sich nicht entfalten wollten. Dann stieg sie auf einen Berg, umjui sehen, ob sich die Wolken nicht zerteilen wollten, um die

nicht nur aus dem Grunde eingeführt, dass die Fische nicht beim Laichen gestört werden, son­dern auch aus gesundheitlichen Ursachen. Der Fischgenuß ist jetzt nämlich direkt gesundheits­schädlich und kann unter Umständen sogar recht gefährliche Folgen haben. Umsomehr es ist nicht zu begreifen, dass jetzt immer noch so unter der Hand Fische zum Verkauf angeboten, auch ge­kauft und gegessen werden.

Hessen-Nassau und Nachbergebiete.

Frankfurt a. M 14. Mai. Morgen treffen zu dreitägigem Aufenthalte etwa 50 englische Bürgermeister zum Besuche der Stadt Frank­furt hier ein. Am Dienstag ist offizieller Emp­fang, am Mittwoch ist vorgesehen Rundgang durch die Stadt, u .a. Besuch des Eoethehauses, Fahrt nach dem Stadtwald und Besuch der Oper, am Donnerstag werden die Akademie und verschiedene Frankfurter Schulen besichtigt.

Volkmarsen, 14. Mai. In unserem Nachbar­orte Niederelsungen wurde in der vergangenen Nacht das Wohnhaus nebst Scheune und Stal­lung des Ackermanns I. Georg Gerhardt durch Blitzschlag total eingeäschert. Hier hatte der Blitz in einer Strohdieme gezündet. Dem Eigen­tümer trifft ein Verlust von fast 300 Mark.

Aus Thüringen, 14. Mai. Recht beneidens­werte Verhältnisse, deren ganzer Wert in der gegenwärtigen teuren Zeit besonders wohltuend empfunden wird, herrschen noch in einigen Or­ten des Thüringer Waldes und in der immer als arm verschrieenen Rhön. So zahlt z. B. das Dorf Martinroda bei Ilmenau nicht keine Gemeinde- und Kirchensteuern, kein Schulgeld und keinen Wasserzins, sondern es wird dort bereits feit langen Jahren im Frühjahr an jeden nutznietzungsberechtigten Ortseinwohner je 1 Raummeter weicher Stöcke und 100 Wellen Reisig unentgeltlich aus dem Eemeindeforst ab­gegeben. So kamen in diesem Frühjahr mehr als 170 Meter Stöcke und ebenso viele hundert Wellen Reisig zur Verteilung. In derselben Gegend gibt es noch eine Reihe anderer Orte, welche fast ebenso günstig gestellt sind wie Mar­tinroda. Ganz ähnlich liegen die Verhältnisse auch in einigen weimarischen Rhöngemeinden. Dort erhalten die Bürger außer Holz vielfach Wiesen und Land zur Nutznietzung von der Ge­meinde. Zu diesen beneidenswerten Rhöndör­fern gehört u. a. Sondheim v. b. Rhön.

Verzeichnis

bet an hiesiger Universität für bas Sommer- Semester 1907 immatrikulierten bezw. inskribier- ten Stubierenben.

706. Abraham, Walter, Canstein, Jura, Elisa- bethstratze 17

707. Adomat, Franz, Czuppen, Theol., Marft 10

708. Brünjes, Theodor, Elmlohe, Phil., Schul- strasse 14

709. Boldyren, Nikolai, St. Petersburg, Phil., Breiterweg 2

710. Becker, Otto, Wolferborn, Phil., Schloß- treppe 2

711. Blum, Fritz, Dresden, Phil., Ketzerbach 50

712. Becker, Richard, Langenschroalbach, Phil., Haspelstrasse 23

warme Frühlingssonne durchscheinen zu lassen. Aber nichts hatte sie gesehen, als verschneite Berge und Wälder und drunten über die Ebene ein graues Nebelmeer lagern, das durch stets er­neute Nebelmassen aus den Schluchten des Ge­birges gespeist wurde, so dass es immer höher anzuschwellen schien.

Da war Erika trostlos in das Schloss zurück­gekehrt, und brachte nichts heim, als einen tüch­tigen Schnupfen, der sie zwang, sich ins Bett zu legen und Kamillen- und Fliäoertee zu trinken.

Ach, und in drei Tagen war Pfingsten, das Fest der Freude für Erika ein Fest der Trauer und Enttäuschung, denn bei diesem fürchterlichen Wetter würde bet rheumatische General sicherlich nicht kommen unb Oberleut­nant Walter musste bann auch auf den Besuch in Schloss Waldau verzichten.

Am Sonnabend vor Pfingsten erhob sich Erika wieder, bet Schnupfen war fort, aber braussen regnete es noch immer. Freilich, es war nicht bet eisige mit Schnee gemischte Re­gen bet letzten Tage, bet von einem rauhen Nordwind gepeischt würbe, sonbern leise unb sanft riefelte ein warmer Regen niebet unb ein lauer Sübwinb umhauchte schmeichelnd bie er­sten Frühlingsknospen.

Unb gegen Abend hörte bet Regen ganz auf. Die Wolken zerteilten sich unb bie untergehende Sonne warf glühend goldige Reflexe übet bie regenfeuchte Welt. Der ganze westliche Himmel flammte auf, wie in einer riesigen Feuers­brunst. Von Schnee bebeckt, zeichneten fich bie Schneekoppe unb bie anderen höheren Berge gegen die Gluten des Himmels schimmernd ab, während auf den niedrigeren Bergen der Schnee verschwunden war. so dass sie sich kn dem röt- lichen Licht bet finkenden Sonne bunkekviolett

713. Buttlar, Hans, Frhr. von, Berka a. b. Ilm, Jura, Wörthstratze 6

714. Bremer, Ernst, Bottrop i. W., Jura, Bi« genstratze 40

715. Setting, Karl, Frankfurt a. M., Jura, Eisselbetgersttatze 11

716. Barnbrock, Friedrich, Hamburg, Jura, Haspelsttatze 17

717. Bippart, Ernst, Wanfried, Inta, Hotel

Rittet

718. Bielefeldi, Waltet, Zoppot, Jura, FtiÄ richstratze 11

719. Brinkmann, Otto, Oberhausen, Jura, Re tenberg 2

720. Birckmann, Gisbert, Calcar, Jin helmstrasse 20

721. Bemmer, Gustav, Hanau, Med., Wehrdaet weg 2

722. Becker, Karl, Hersfeld, Jura, Biegenstr. I

723. Bauer, Fritz, Wiesbaden, Jura, Wilhelm strasse 6

724. van Bebber, Karl, Appeldorn, Phil., Hain weg 2

725. Becher, Johannes, Greiz, Phil., Ketzerb. 2t

726. Biehler, Ferdinand, Horb a. N., Phatm§ Grün 33

727. Bellardi, Rudolf, Hamburg, Phil., Wehr daerweg 36

728. Dornfeld, Ernst, Köln, Phil., Wcl - weg 6

729. Dorn, Otto, Limburg a. L., Jura. Weh daerweg 5

1730. Damerow, Fritz, Schwedt a. O., Jut<x Hirschberg 9

731. Daniel, Leroy, Amerika, Theol., Univerfi- tätsstraße 28

732. Dewenter, Karl, Bühne, Med., Elisabeth- strasse 17

733. Dünkel, Kurt, Westhausen, Jura, Marft 12

734. Dörfel, Alfred, Neudamm, Pharm., Bahn­hofstrasse 36

735. Eisenmann, Adolf, Frankfurt a. M., Jura, Wilhelmstraße 6

736. Elmore, Karl, Amerika, Theol., Univerfi- tätsstratze 28 1

737. Eggeling, Hans, Edinburg, Phil., Gissel- bergerstraße 11 i

738. Everts, Hermann, Oberwiddert, Math. Barfützerstrahe 27

739. Fenner, Karl, Marburg, Med.dent., Frank furterstraße 43

740. Frey, Paul, Attendorn, Pharm., Frank­furterstratze 2 A

741. Franke, Werner, Bernsdorf, Jura, Af« föllet 4

742. Fricke, Karl, Fulda, Jura, Biegenstt. 4«

743. Fromme, Karl, Niederbeisheim, Theol, Haspelstraße 35

744. Frohwein, Hans, Mainz, Jura, Friedrich« stratze 11 <

745. Göbel, Heinrich, Darmstadt, Jura, Stein­weg 5

746. Eohmann, August, Düsseldorf, Jura, Pil­grimstein 22

747. Grämlich, Ernst, Friedrichsdorf, Ium, Keherbach 54

Verantwortlich für die Reda" i"n: Dr. Johannes Otto in Marburg.

gegen bett strahlenden Hintergrund abhoben. In den Tälern und bet Ebene aber waren die Nebelwolken verflogen; wie ein blühender Garten lag bie Ebene zu Füßen des Schloss- berges ba und entzückt schweifte das Auge übet bie grünen Wiesen, bie saftigen Felder, die dunk­len Wälder, aus denen bie Hellen Birken und Lerchentannen wie lichtgrüne Flammen tagten.

Erika stanb versunken in den prachtvollen Ausblick da. Die gefalteten Hände hinget! schlaff herab; eine Trane stahl sich in ihr blau« Auge und blieb an den langen dunklen Wim­pern hängen.

Nun will es doch Frühling werden," flü­sterte sie mit zuckenden Lippen.Aber nun ist es zu spät unb bet Frühling wird sehr trau­rig und einsam füt mich fein." . . .

Die Flammen des Sonnenunterganges er­loschen, und graue Dämmerung breitete fich gleich einem Bahrtuche über bie Erde aus. Drunten im Tal klangen die Glocken, welche bas Pfingstfest einläuteten, aber Erika klangen diese Glocken durchaus nicht froh unb lustig, sonbern als läuteten sie den Frühling zu Grabe.

Der Abend verstrich in trüber Stimmung, bie bet Graf vergeblich durch einige lustige Jagdgefchichten aufzuheitern sich bemühte. Et hatte feine gute Laune wieder gewonnen, denn es wat ihm doch noch gelungen, einen Auerhahn zur Strecke zu bringen, und heute Mittag hatte et einen Brief erhalten, bet ihn ganz besonders zu erfreuen schien.

Bist wohl seht traurig, baß bet General nicht kommt, Erika?" fragte er in neckendem Tone.Ra, vielleicht schickt et einen Stellver­treter. bet ba» nasskalte Wetter nicht fürstet

j(Schluß folgtJ ' 1