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Zweites Blatt

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. Verantwortlich für die Mäüatt'röni "

Dr. Johannes Otto in Marburg. ^

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stellung zu übernehmen, und dabei die Frage aufwarf, ob ich auch nach Düsseldorf kommen könnte, habe ich mir gesagt, das will bei den Repräsentationspflichten überlegt sein. Ich habe es getan, weil es für die Stadt Düsseldorf ist. Mein heutiger Einzug, der Blick aus die fröhlichen Menschen, auf die Blumen und die Ausstellung hat mich reich belohnt für meinen Entschluß. Ich bitte Sie, mit mir in ein Hoch einzustimmen: Unser verehrter Herr Ober­bürgermeister Marx, die Stadt Düsseldorf und die reizenden Damen, die ich auf der Straße ge­sehen habe, hurrah!" Finanzminister v. Rheinbaben widmete sein Glas dem Ausstellungsvorstande. Rach dem Festmahl begab sich der Kronprinz nach dem Stadttheater. Als er mit dem Gefolge, begleitet von Ober­bürgermeister Marx und Finanzminister von Rheinbaben, in der Hofloge erschien, brachte ihm das Publikum lebhafte Ovationen dar. Nach­dem das Orchester Webers Jubel-Ouverture ge­spielt hatte, wurde die Nationalhymne into­niert, die das Theaterpublikum stehend mitsang. Hierauf wurde Wolzogens musikalisches Lust­spielFlauto solo" gegeben. Eine vor dem The­ater angesammelte unabsehbare Menschenmenge begrüßte den Kronprinzen mit begeisterten Hoch­rufen. Die angrenzenden Straßen waren reich illuminiert. Gegen 10% Uhr reiste der Kronprinz nach Merseburg ab.

martk 2

Hommer, Emil, Sörth, Phil., Frankfurter» straße 7 . i

Hack, Christian, Mülheim a. Rh., Med^

Barfüßerstraße 33 j

Marburg

Dienstag, 14. Mat 1907.

rfc« ei» mit icht, iftee len: bte Ilie» und teilt 9L7. It.

straße 13

575. Haberlah, Walther, Löthen, Phil. Grün34 " Heiler, Carl, Bieberich, Phil., Haspelstr. 19 Hahn, Emil, Maschwitz, Phil., Schuh»

Renthof 30

Günther, Werner, Cöthen, Theo!., Friede richstraße 11 ,,

Hakmann, Julius, Lengerich, Math, Schloßtreppe 7

Hezel, Ludwig, Cassel, Math., Wilhelm

Hochschulnachrichten.

X Eia Bvrschenschaftertag la Deutschböhmea. In Trebnitz findet in den Pfingsttagen, 19,

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Erscheint wöchentllch sieben meL

Druck imb Verlag-. Joh. Aug. Koch, UmverfitätS-Buchdruckerei 42. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

weitaus größten Teil davon selbst, und dem Gp. port steht ein ebenso großer Import aus anderes Ländern gegenüber. Am meisten Bier wird in Deutschland, in den Vereinigten Staaten und im Vereinigten Känigreich getrunken. Die größte« Trinker überhaupt aber sind die Belgier,' |i< werden nur im Biertrinken von den Bayer« übertroffen, die mit nahezu 52 Gallonen jährlich pro Kopf den Rekord halten. Die Steuern auf alkoholische Getränke bilden einen nicht uner­heblichen Teil der Gesamteinnahme der Staaten, im Vereinigten Königreich 28 Prozent, in Deutschland 17 Prozent, Frankreich 15 Prozent, Rußland 17 Prozent, Belgien 17 Prozent, Ver­einigte Staaten 23 Prozent. Bei einem fünf­jährigen Durchschnitt betragen die jährlichen Beisteuern zu den Staatseinnahmen in runden Zahlen: Vereinigtes Königreich 722*/, Millio­nen, Deutschland 270% Millionen, Frankreich 341, Rußland 6891/2, Belgien 70%, Vereinigte Staaten 805 Millionen Mark. j

Ein Dorado für geplagte Steuerzahler. Ein Ort ohne jegliche Nebsnsteuern ist, wie den ,L Ilmenau i. Th. Das stattliche Städtchen besitzt Ilmenau in Thüringen. Das stattliche besitzt große Gemeindeforsten und bedeutende Por­zellansandgruben. Diese beiden Geldquellen werfen so viel Nutzen ab, daß sich der Ort er­lauben darf, auf die Einziehung von Gee meinde-, Kirchen-, Schul- und Wassersteuer zis verzichten und den Einwohnern sogar noch ei» bestimmtes Quantum Brennholz zu liefern.

und 20. Mai, wie in den beiden Vorjahren eine Zusammenkunft deutscher und öster­reichischer Burschenschafter statt. Trebnitz ist ein deutscher Borposten an der Sprachgrenze und wird von den dortige« Deut­schen unter Führung des Obmannes des deut­schen Volksrates in Böhmen, Dr. Titta, gegen den tschechischen Ansturm wacker verteidigt. Es gilt auch zugleich durch die Tagung dis Kamp- fesfreudigkeit der Volksgenoffen zu stärken. Zu­dem bietet eine Fahrt oder Wanderung von Lobositz an der Elbe, das mit Schift oder Eisen­bahn zu ereichen ist, nach Trebnitz durch die um diese Zeit in reichsterBaumblut" prangende Landschaft herrliche Naturgenüffe. Der deutsche VereinGermania" veranstaltet am Pfingst­sonntag zu Ehren der Gäste einen Begrüßungs- abend: die Beratung der Burschenschafter, die dem Zwecke engeren Aneinanderschlusses der reichsdeutschen und österreichischen Burschenschaf­ten gelten, beginnen Pfingstmontag vormittags 9 Uhr, daran schließt sich nachmittags 5 Uhr ein Kommers. Anschließend an die Tagung kann im Einvernehmen mit der Ortsgruppe Teplitz desVerbandes alter Burschenschafter in Oester­reich" eine Maifahrt ins böhmische Mittelge­birge erfolgen. Anmeldungen an Dr. med. Titta, Arzt in Trebnitz.

Berzeichnis

der an hiesiger Universität für das Sommer- Semester 1907 immatrikulierten bezw. inskribier­ten Studierenden.

546. Dehne, Richard, Sibbesse, Med., Jägerstr. 3

547. Danziger, Felix, Jllow, Med., Wehrdaer- weg 26 :

548. Dudden, Bernhard, Fedderwarden, Theolq Barfüßerstraße 4 ,

549. Denz, Wilhelm, »innigen b. Basel, Theol. Biegenstraße 38 _

550. Dechent, Friedrich, Frankfurt a. M., Jura, Renthof 30 m

551. Endter. Guido, Schnellbach, Math., Haspel-

552. Gngetting, Carl, Rodenberg, Phil., Haspel, straße 12

553. Erb, Friedr., Neviges, Phil., Haspelstr. 19

554. Führ, Wilhelm, Mühlhausen i. Th., Jura, Neustadt 10

555. Frey, Hans, Meiringen (Schwerz), Med, Roserstraße 24

556. Finke, Franz, Aachen, Phil., Wilhelm« fttdfte 4 A

557. Berger, Otto, Wetzlar, Med., Wehrdaer« weg 36%

558. Fingerhut, Fritz, Borgentreich, Med., Bre- genstraße 4a

559. Freyer, Arnold, Elbing, Theol.,Schulstr. 16

560. Francks, Heinrich, Exten, Theol., Markt 10

561. Fenerabend, Otto, Jestädt, Phil., Haspel- straße 1 _ 1

562. Friderichs, Wilhelm, Eller a. M., Phil, Kasernenstraße 35

563. Genzel, Paul, Franzburg, Phil Hofft. 8

564. Grothues, Heinrich, Beckum, Phil., Haspel- strahe 33

565. Gloege, Georg, Croffen a. O., Phil., Ritter-

566. Gail, Otto, Ballersbach, Phib, Erün 27 !

567. Gümpel, Carl, Kalteneber, Phil., Ritter« ftwfic 3

568. Gober, Franz, Ransbach, Med., Markt 2

569. Geschke, Franz, Hohenjalza, Med., Afföllev straße 5 . .

570. Gletscher, Ernst, Zosingen (Schwerz)« Theol., Renthofstraße 30

571 Günther, Viktor, Löbau, Theol. et Phil,

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. *

. Sonataasbeilaaer IUuktrirteS SonntaaSbllätt. "

Hessen-Naffan und Nachbargebiete.

Eaffel, 9. Mai. In der am 7. d. M. abgehal­tenen Stadtverordneten - Versammlung wurde das Projekt ddr Errichtung einer Stadthalle, die mit einem Kostenaufwand von 1% Mill. Mk. gegenüber der Hessischen Aktienbrauerei er­richtet werden sollte, mit 43 gegen 5 Stimmen abgelehnt.

Bom Meißner, 8. Mai. Schwalbenthal wird geräumt. Der Forstfiskus hat die sofortige Räumung des bekannten GasthofsSchwalben­thal" auf dem Meißner angeordnet. Auf den kürzlich am Wege nach dem Viehhaus erfolgten Bergrutsch, der etwa 1000 Kbm. in Bewegung setzte, sind jetzt neue Erdrutschungen gefolgt. Seit etwa 3 Wochen zeigen sich auf dem zur Kalwe führenden Wege Riffe. Das große Lo­gierhaus ist ins Wanken geraten, feine Mauern haben sich bedenklich gegeneinander verschoben. Die hinter der Restauration errichtete Schutz­mauer hat dem drängenden Berge nicht stand­halten können. Herr Goßmann wird nunmehr den Wirtschaftsbetrieb nach dem Viehhaus ver­legen. Wie verlautet, wird der Forstfiskus ne­ben diesem ein Blockhaus zur Vergrößerung des Betriebes erbauen.

Butzbach, 3. Mai. Gelegentlich des diesjäh­rigen Heimatpflege- und Volkstrachenfestes zu Butzbach soll ein Harmonika-Preisspielen statt­finden. Der Vorstand des Vereins für ländliche Heimat-, Wohlfahrt- und Kunstpflege in Heffen hat 6 Preise, bestehend aus: 1. einer silbernen Uhr, 2. einer zweireihigen Harmonika, 3. einem Spazierstock mit Silbergriff, 4. einer Meer­schaumzigarrenspitze, 5. einem Bierkrug mit Deckel und 6. einer langen Tabakspfeife für die 6 besten Spieler auf der zweireihigen Ziehhar­monika ausgesetzt. Zur Konkurrenz zugelaffen werden Spieler aus hessischen Landorten, und denjenigen außerhessischen Orten, die sich bei dem vorjährigen Trachtenfestzug beteiligt ha­ben. Die Spieler müffen im Spielen auf der zweireihigen Harmonika Uebung besitzen. Je­der Konkurrent hat eine Volksmelodie, die er sich selbst wählen darf, vorzutragen. Das Spiel findet Sonntag, den 16. Juni l. I., nachmittags um 4 Uhr in der Festhalte statt, woselbst auch später die Preise verteilt werden. Die Reihen­folge der Vorträge richtet sich nach der Zeit der Anmeldung. Ueber die Zulassung zum Spiel entscheiden die Preisrichter. Ist die Zahl der Anmeldungen zu groß, so können diejenigen, welche sich zuletzt gemeldet haben, nicht berück­sichtigt werden. Die Anmeldungen mit Angabe des vorzufragenden Liedes müffen bis spätestens zum 9. Juni l. Js. bei Herrn Reallehrer Schweitzer zu Butzbach eingetroffen fein. Das Preisgericht besteht aus den Herren Reallehrer Schweitzer-Butzbach, Musikdirektor Schmidt- Friedberg und Musiklehrer Marguth-Bad Nau­heim.

Darmstadt, 8. Mai. Um den hohen Fleisch­preisen entgegenzuarbeiten, haben, dem Ver­nehmen nach, eine große Anzahl Darmstädter Bürger beschloffen, eine Genossenschaft zu grün­den, um den Einwohnern durch gemeinsamen Einkauf von Schweinefleisch und Bildung von Fleischbänken den Bezug von billigem Fleisch zu ermöglichen.

Eröffnung der Düsseldorfer Kunstausstellung durch den deutschen Kronprinzen.

r Düsseldorf, 11. Mai. Heute vormittag 11 Ahr wurde in der Ausstellungshalle die N a - tinonale Kunstausstellung in Gegen- Mart des Kronprinzen feierlichst eröffnet. Graf p. Brühl hielt die Festrede, in der er den deutschen Charakter der Ausstellung betonte. Aus ganz Deutschland sei das Beste beigesteuert Morden, und über alle Richtungen und Strö­mungen des modernen Kunstschaffens gewährten die ausgestellten Kunstwerke einen umfassenden Ueberblick. Deutsch solle unsere Kunst fein, von deutscher Art solle sie zeugen. In der Scholle, in der heimischen Erde muffe sie wur­zeln, wenn sie wirklich ein Teil unseres geistigen Lebens fein wolle. Redner gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Ausstellung dazu beitragen werde, der Periode der geistigen Abhängigkeit vom Auslande ein Ende zu bereifen, und daß die deutsche Kunst wieder echtes deutsches Em­pfinden zum Ausdruck bringe. Dann werde sie überall segensreich unter den Fahnen des deut­schen Vaterlandes auftreten. Redner schloß seine Ansprache mit einem Hoch auf den deut­schen Kaiser, unter dessen Schild die deutschen Künste sich entwickelten, blühten und gedeihten. Sodann ergriff für den behinderten Kultus­minister der Finanzminister Frhr. v. Rhein- babe« das Wort und führte folgendes aus: Die Stätte, die als köstliche Frucht der unver­geßlichen Ausstellungen in den Jahren 1902 und 1904 an den Ufern des Rheines als ein Denk- Mal der Kunst errichtet worden, habe wieder Ihre Pforten eröffnet, um eine deutsche natio­nale Kunstausstellung zu beherbergen. Glück- perheißend, wie der Beginn gewesen, möge auch Fortgang und Ende derselben fein. Die Aus­stellung bilde einen Ansporn für die künstleri­schen Fortschritte auf dem Wege zum Tempel der Vollendung. Die Ausstellung möge zugleich un­serem Volke den Durst stillen nach wahrer Kunst und unserem Vaterlande neue Quellen tiefen Empfindens erschließen. Glückverheißend sei das Beginnen auch deswegen, weil der Kronprinz der Eröffnung der Ausstellung beiwohne und das Protektorat über die dritte Düsseldorfer Ausstellung übernommen habe. Der Kronprinz, der nicht nur ein Protektor des Namens, son­dern auch ein Protektor des Herzens, ein Pro­tektor nicht mit Worten, sondern mit der Tat fei. Zum Dank für die Entgegennahme des Protektorats durch den Kronprinzen und für die Anwesenheit desselben brachte der Minister £in begeistert aufgenommenes Hoch auf den Kronprinzen aus. Nach der Rede des Finanz- Ministers erklärte der Kronprinz die Aus­stellung für eröffnet, woran sich ein Rundgang unter Führung des Grafen v. Brühl und er­läuternde Vorträge des Profeffors Clausmeyer pnschloffen. Am Nachmittage fand um 6 Uhr iu Ehren des Kronprinzen im Kaisersaal der städtischen Tonhalle ein Festmahl statt. Der kommandierende General des 7. Armeekorps, General der Kavallerie Freiherr v. Bissing, brachte einen Trinkspruch auf den Kaiser aus, den er als den Träger der Macht und der Kraft pes Vaterlandes und als Schutz- und Schirm­herrn alles Schonen und Guten pries. Hierauf hielt Oberbürgermeister Marx eine längere Rede, in der er u. a. ausführte: Wir huldigen heute der alles einigenden und umfassenden Munst, beten Schöpfung dem Volk zur Freude hnd zur Erbauung offen stehen soll. Die Be­strebungen der Kunst erfreuten sich der Zustim­mung des Herrscherhauses und insbesondere leihe der Kaiser solchen Bestrebungen seinen gnädigen Schutz, wofür ihm der tiefste Dank des Dandes, der Künstlerschast und der Stadt Düssel­dorf gewiß sei. Der Oberbürgermeister äußerte |um Schluß den Wunsch, bald einmal die Kron­prinzessin in Düsseldorf begrüßen zu können und schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch .auf den Kronprinzen. Auf die Rede des Ober- ibürgermeisters Marx erwiderte der Kron­prinz ungefähr das Folgende:Ich betrachte es als meine Pflicht, Ihnen Allen am heutigen Abend meinen herzlichen Dank auszusprechen für die freundlichen Worte und den freundlichen Empfang, der mir heute, wie so ost in Düssel­dorf zuteil geworden ist. Als ich vor die Wahl gestellt wurde, daß Protektorat üher die Aus-

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Ueber Kahlköpfigkeit. Anläßlich einer Er­örterung dieses vielbesprochenen Themas in bet Kölnischen Zeitung wirb bieset von einem Phi­lologen folgenbes geschrieben: Mir fiel babei eine Stelle aus den Geschichten Herodots ein, welcher im 3. Buche Kap. 8 bet Erwähnung des Sieges der Perser unter Kambyses, des Kyros Sohn, über die Aegypter folgendes schreibt: Von den Gebeinen derer, die in dieser Schlacht gefallen, die da aufgeschüttet liegen von jedem besonders (denn die Gebeine der Perser liegen besonders, wie sie gleich anfangs gesondert wa­ren, und gegenüber die Gebeine der Aegypter) sind die Schädel der Perser so schwach, daß, wenn man auch nur mit einem Steinchen dagegen wirft, man ein Loch darin macht) der Aegypter Schädel aber sind so stark, daß man sie kaum zerschmettert, wenn man auch mit einem dicken Stein dagegen schlägt. Als Ursache geben sie (die Leute der Gegend) an und das glaube ich ihnen auch gern: weil die Aegypter gleich von der frühesten Kindheit an den Kopf scheren; so wird der Knochen an der Sonne hart. Eben da­her kommt es auch, daß sie nicht Kahlköpfig wer­den; denn bei den Regyptern wird man unter allen Völkern die wenigsten Kahlköpfe finden. Das ist der Grund, warum diese so starke Schä­del haben. Daß aber die Perser so schwache haben, das kommt daher: sie gehen von Kindheit an mit bedecktem Kopf, denn sie tragen ihre Tiarahüte. So war das, was ich gesehen; ich sah aber auch etwas dem Aehnliches zu Papre- mis, bei denen, die mit Arhämenes, des Darias Sohne, erschlagen worden von dem Libyer Jnaros." DaHerodot,der Vater der Geschichte," von 484 bis (etwa) 424 v. Chr. lebte, so sind also die jetzt wieder betonten ungünstigen Er­fahrungen einer ständigen Kopfbedeckung schon in alten Zeiten richtig gewürdigt worden. Lei­der helfen aber alle alten Erfahrungen bekannt­lich sehr wenig, wenn die Mode in Betracht kommt. Die oben mitgeteilte geschichtliche Er­innerung zeigt aber auch, wie gut man schon damals zu beobachten verstand.

Was die Welt trinkt. Aus London wird be­richtet: Das englische Handelsministerium ver­öffentlicht eine Statistik, in der der Verbrauch von alkoholischen Getränten bei den verschiede­nen Kulturvölkern übersichtlich zusammenge- stellt wird. Di« Zahlen beziehen sich auf das Jahr 1905 und sie zeigen, daß der Gesamtkon­sum von Wein, Bier und Spirituosen im briti­schen Reiche und in 14 anderen Ländern, die in der Statistik angeführt werden, in diesem Jahre nicht weniger als 8 272 300 000 Gallonen (eine Gallone 4,54 Liter) ausmacht. Bemerkens­wert ist besonders eine Tabelle, die den Konsum der Hauptländer pro Kopf der Bevölkerung in Gallonen ausweist, wobei die entsprechenden Zahlen für die Zeit vor vierzehn Jahren in Klammern hinzugesetzt sind:

Bier: Wein: Spirituosen: Vereinigtes König­

reich 27.7(30.2) 0.27(0.39) 0.91(1.03) Deutschland 26.3(23.2) 1.61(0.57) 1.43(1.69) Frankreich / 7.5 (4.8) 33.9(23.0) 1.37(1.68) Rußland ' - 1.03(0.70)-- 0.95(0.89)

Belgien 48.8(39.2) 1.03(0.90) 1.10(1.87) «er. Staaten 16.8(12.6) 0.35(0.36) 1.26(1.24)

Die Zahlen lassen erkennen, wie der Geschmack der Völker sich im Laufe der Zeit wandelt. Be- fonbers bemerkenswert ist die Tatsache, daß das Vereinigte Königreich allein den Konsum in allen drei Arten von Getränken verringert hat. Die Franzosen sind die größten Weintrinker, wie fie auch die größten Weinproduzenten sind. Ob­wohl inte Produktion über 1126 Millionen Gal­lonen tm Jahre betragt, trinken sie doch den

vierteljährlicher Bezugspreis: bet bei Expedition 2 Mk» "W8 111 bei allen Postämtern 2,25 Ml. (exct, Bestellgeld).

m JnfertiooSgebühr: die gespattene Zelle oder deren Raum 15 Pfg.

Reclamen: die Zeile 30 Pfg.