Preußischer Landtag.
Das Abgeordnetenhaus erledigte am Sonn« abend zunächst einen Entwurf auf Bewilligung von 15 Millionen zum Bau von Beamten« und Arbeiterwohnungen, nahm einen Antrag des Abg. Funk (frf. 93p.) aus Aenderung des Gesetzes wegen Umlegung von Grundstücken in Frankfurt a. M. an und befaßte sich dann mit einem Anträge der Abg. Engelbrecht (freikons.) und Dr. Hahn (B. d. L.) Uber gesetzliche Maßnahmen gegen die Aufsaugung des bäuerlichen Besitzes durch das Großkapital. Da Minister v. Arnim zusagte, im Laufe des Sommers über die einschlägigen Verhältnisse ein größeres Material zu sammeln, wurde der Antrag vorläufig zurückgezogen. Darauf wurden noch Petitionen
Das Herrenhaus führte in ausgedehnter Sitzung zunächst die E t a t s b e r a 1 u n g zu Ende. Prof. Riehns-Münster sprach dem Minister wegen feines Verhaltens in der Frage der Schulaufsicht das Vertrauen der Konservativen aus. Nach nochmaligen Auseinandersetzungen zur Ostmarkenpolitik sagte aus eine Anregung des Oberbürgermeisters Struck- mann-Hildesheim Minister v. Studt zu, für
Direktor Dudley stößt einen leisen Pfiff aus
„So— Sie sind verheiratet! Warum sagten Sie mir dar nicht früher? Hätte Sie dann kaum engagiert. Erster Liebhaber und erste Liebhaberin dürfen nicht verheiratet sein. Nimmt beim Publikum das halbe Interesse weg!"
Norbert schweigt.
Das ärgert den Direktor noch mehr.
„Nun? Weshalb teilten Sie mir die Täi- fach« nicht früher mit?"
„Ich hielt es nicht für notwendig. Gleichviel — ich teile es Ihnen jetzt mit. Meine Fran stirbt und ich muß sofort zu ihr."
„Und ich sage Ihnen, Sie bleiben?" ruft der Direktor ärgerlich. „Es tut mir leid, aber die Bt geht vor. Das ganze Haus ist ausvcr- — ich kann dem Publikum keinen zweiter Klasse-Romeo vorsetzen. In wenig Stunden ist das Theater aus — dann können Sie mache», was Ihnen beliebt."
„Dann erreiche ich den Schnellzug nicht mehr, Herr Direktor?"
„Den Schnellzug? Wohnen Sie nicht ganz in der Nähe?"
„Gewiß. Aber — bitte, lassen Sie uns ein wenig zurücktreten: die Arbeiter hören uns Zu! — meine Frau wohnt nicht bei mir —!"
„Ah — also getrennt? Ein Grund mehr, die Vorstellung heute Abend nicht zu stören."
Peinlichste Verlegenheit malt sich in Norberts Zügen.
„Bitte, hören Sie mich an, Herr Direktor? Meine Frau ist augenblicklich nicht bei mir, weil sie eine Strafzeit in New-Pork abbüßt. Weshalb, wird Sie wohl kaum interessieren. Es genügt, wenn ich Ihnen sage, daß sic im Sterben liegt. Hier — der Gefängnisdircktor schickt mir soeben diese Depesche."
. tFortsetzung folgt.)
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*
Erstes Blatt
Der Atem stockt der Wärterin. Ein
Norbert Darrington steht gerade vor dem
paar dann
Ebenso wie der Kaufmann seine Bücher führt, um sich Rechenschaft über seine geschäftliche Tätigkeit abzulegen, bedürfen Regierung und Volk der Statistik, um sich Klarheit über die Grundlagen und Erfolge der volkswirtschaftlichen Arbeit zu verschaffen.
Nervös zerknittert Norbert die Depesche in der Hand. Er weiß, gegen acht Uhr geht ein Schnellzug nach New-Pork ab. Vielleicht kann er den noch erreichen. Dann zieht er rasch seinen Gehrock über und begibt sich nach dem Zimmer des Direktors.
Er klopft.
Keine Antwort....
Er öffnet die Tür.
Niemand drinnen...
Der Schweiß tritt Norbert auf die Stirn. Wo den Direktor suchen? Wenn er den Zug verpaßt und inzwischen vielleicht sein Weib stirbt, ohne ihn noch gesehen zu haben!
In fliegender Hast durcheilt er sämtliche Räume hinter den Kulissen.
93on dem Direktor keine Spur.
Endlich findet er ihn am äußersten Ende der Bühne, mit heftiger Stimme verschiedenen Arbeitern Befehle erteilend.
Aergerlich blickt er auf, als Barrington sich ihm rasch nähert.
„Na, was ist los?"
„Ich fürchte, ich komme ungelegen," erwidert Norbert in verhaltener Erregung. „Aber ich muß Ihnen mitteilen, daß ich heute Abend nicht auftreten kann."
„So? Und was wird aus der heutigen Vorstellung?«
„Ich denke, der zweite Liebhaber —"
„Unsinn! Eine Rolle wie den Romeo kann ich keinem zweiten Liebhaber anvertrauen!"
Norbert ist sehr bleich geworden.
„Herr Direktor, ich würde nicht darum bitten, mich heute freizugeben, wenn es nicht unbedingt nötig wäre."
„Und warum ist es denn unbedingt nötig, wenn man fragen darf?"
„Meine — meine Frau liegt tm Sterbe«. Ich erhielt sesben ein Telegramm —* - -
bern und deren persönlichen Verhältnissen, noch mehr aber mit den Betrieben selbst. Die Betriebe werden nach ihrer Größe unterschieden, um den Großgrundbesitz, die Bauernwirtschaften, den Klein- und Zwergbesitz kennen zu lernen. Ferner wird ermittelt, wieviel von der Fläche Eigentum, wieviel Pachtung ist, und wozu der Boden benutzt wird, ob zum Ackerbau oder zu Wiesen, Weide usw. Auch die Weinberge und die Forsten werden genau verzeichnet, und schließlich wird noch klargestellt, welcher Teil des Bodens als Oed- oder Unland einer Kultur nicht unterliegt. Beim Ackerland wird insbesondere airgegeben, womit es bestellt ist, ob mit Körnerfrüchten der verschiedenen Art, mit Kartoffeln, Zuckerrüben usw. Für alle Erörterungen über und für alle Maßnahmen in bezug auf die Landwirtschaft, deren Besitzverhältnisse, den Getreidebau und den Anbau von anderen Früchten usw. werden dadurch wichtige Grundlagen geschaffen.
Besondere Aufmerksamkeit verlangt die Arbeiterfrage auf dem Lande. Das Personal her Landwirtschaft wird deshalb nach Zahl und Beschaffenheit genau ausgenommen, was früher nicht geschehen war. Selbstverständlich wird auch der Viehstand festgestellt, namentlich an Tieren, die der menschlichen Fleischnahrung dienen. Wegen der Bedeutung der Eeflügelzrulft wird zugleich dem Geflügel näher nachgeforscht. In die Betriebsweise der Landwirtschaft werden die Nachweise über deren Maschinenbenutzung Einblick gewähren. Schließlich kommen noch einzelne wichtige Nebengewerbe der Landwirtschaft, wie Zuckerfabriken, Brennereien, Brauereien, Mühlen usw., zur Darstellung.
Handel und Gewerbe werden ebenfalls eingehend ausgenommen. Auch hier werden die Gewerbetreibenden selbst und ihre Betriebe festgestellt. Bei letzteren kommt es vor allem darauf an, ob cs Handelsgeschäfte sind und worauf sich der Handel erstreckt, oder ob es Handwerks- oder Fabriküetriebe sind und was sie herstellen. Die Ladengeschäfte werden besonders ersichtlich gemacht, um den Kleinhandel überblicken zu können. Die Ausdehnung der Heimarbeit in den einzelnen Gewerben, deren Verhältnisse neuerdings viel erörtert sind, findet eingehende Berücksichtigung. Große Aufmerksamkeit wird dem gewerblichen Personal. gewidmet, das aus mannigfaltigen, kaufmännischen, technischen, künstlerischen und gewerblichen Berufen zusammengesetzt ist. Die Kraft- und Arbeitsmaschinen, die hier noch mehr als in der Landwirtschaft die Betriebe nach ihrer Größe und Produktionskraft kennzeichnen, werden genau erhoben und zur Darstellung gebracht werden. Vermutlich werden alle diese Feststellungen wiederum große Fortschritte von Handel und Gewerbe erkennen lassen und gleichzeitig neues Licht auf die verschiedensten Handels- und gewerbepolttischen Fragen werfen.
Die Berufs- und Betriebszählung 1907 bedeutet eine Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen Kräfte im Deutschen Reiche. Der Vergleich mit der Vergangenheit gestattet auch, Verlust und Gewinn der nationalen Volkswirtschaft festzustellen.
Erscheint wüchcntlich sieben mal.
Druck und Verlag: Iah. Lug. Koch, UmversMS-Vuchdrnckerei 42. 3M.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Marburg
Dienstag, 14. Mai 1907.
86 lRachdruck verboten.)
In der Schule des Leidens.
Roman aus dem New-Porker Leben ? von Erich Friesen.
(Fortsetzung.!
W II |
• mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
SoauiaaSbeUaaer Ällukrttte» Eanvlaasbrätt. ___________
Spiegel in seiner Garderobe, um sich für die heutige Vorstellung herzurichten, als es klopft.
„Ein Telegramm, Herr Barrington!"
Rasch zieht er das faltige Spitzenvorhemd zurecht. Dann öffnet er die Tür. Die Depesche war an seine New-Porker Adresse gerichtet und ist von Gerda Douglas an seine jetzige Adresse nach Baltimore übertragen worden:
„Kommen Sie schnell! Ihre Frau stirbt.
Dr. Warner, Frauengefängnis, New-Park."
Zuerst begreift Norbert den Sinn der Worte gar nicht. Zwei-, dreimal liest er sie:
„Kommen Sie schnell! Ihre Frau stirbt?" Jetzt versteht er.
Seine Frau stirbt — seine liebreizende kleine Licy, der er die schönsten Tage seines Lebens verdankt!
Ein Schleier legt sich vor seine Augen. Er fintt auf einen Stuhl. Sein Blick fällt auf die durkle Lockenperücke, auf den schwarzen Samtspenzer, auf die verschiedenen Toilettegegenstände, welche zu seinem heutigen Kostüm gehören.
In einer Stunde würde er als Romeo auf der Bühne gestanden haben, während sein Weib, sein armes, unglückliches Weib vielleicht mit dem Tode ringt!
Niemand in Baltimore weiß, daß er verheiratet ist. Als er vor acht Tagen sein Engagement ans Exzelsior-Theater antrat, hielt er es für besser, darüber zu schweige.n Die Nachricht, daß seine Frau im Gefängnis sitzt, hätte seine ganze Zukunft verderben können. Wozu also trübe Familienangelegenheiten erwähnen, nach denen niemand fragt und die niemand etwas angehen!
Jetzt ist es seine Pflicht, vor dem Direttor mit der vollen Wahrheit hinzutreten. Wie wird er die Nachricht aufnehmen?
Augenblicke schaut sie wie gebannt zu,' fließt sie schnell die Tür und eilt hinunter zum Gefängnisarzt.
Eine Stunde später liegt die Gefangene Barrington mit einer Eisblase auf dem Kopf In einer Einzelzelle der Krankenabteilung. Das Fieber hat solchen Höhegrad erreicht, die Delirien sind so heftig, daß man sie nicht im allgemeinen Krankensaal unterbringen kann.
Tag um Tag vergeht. Glühende Fieberhitze verzehrt Felicies zarten Körper. Die Schatten des Wahnsinns umlauern ihr umdüstertes Hirn. .Tödliche Angst, Grausen, Entsetzen schütteln ihre abgemagerten Glieder hin und her. . . Bald drückt sie ihr eingebildetes Kind an ihre Brust, es mit den zärtlichsten Namen rufend — bald schreit sie wild auf, weil sie glaubt, daß man es ihr entreißen wolle . . . Dazwischen murmelt sie hin und wieder, wie in Gedanken verloren:
„Das Spiel ist aus! Das Spiel ist aus!"
Der Arzt schüttelt bedenklich den Kopf. Der Zustand der Gefangenen Nr. 301 macht ihm trnsllich Sorge.
Zwischen ihm und dem Eefängnisdirektor finbet eine längere Konferenz statt, wobei der Arzt eindringliche Vorstellungen macht.
„Nun wohl," erwidett endlich der Eefäng- -isdirettor ernst. „Es ist zwar gegen das Regle- nent — aber sei es drum!"
den preußischen Handelsminister angestMe» Erhebungen werde erst nach Ablauf von zwei Monaten vorliegen. Auch die Regierung fei auf das Tiefste durch die Erubenkatastrophe erschüttert worden, die Berggesetzgebung sei jedoch Sache der Einzelstaaten und die Landesregierungen trügen die volle Verantwortung überall da, wo eine Nachlässigkeit nachgewiejen werde. Bei den Katastrophen der letzten Zeit sei jÄoch der Nachweis nicht erbracht worden, daß eine reichsgesetzliche Vorschrift verletzt worden wäre. Preußischer Geh. Rat Meißner ging in seiner Erwiderung auf die Ausführungen der Inter« pellanten in der Hauptsache auf die Erklärungen der Regierung im preußischen Abgeordnetenhause ein. Els.-lothr. Unterstaatssekretär Mandel gab zu, daß Unregelmäßigkeiten auf Klein« Rösseln festgestellt seien; ein direktes Verschulden an dem Unglück habe jedoch nicht nachgewiesen werden können. Zweifellos habe ein Steiger die Sorglosigkeit begangen, den Schacht mit der brennenden Lampe zu betreten, ohne
. die Wetterführung kontrolliert zu haben.
Abg. Dr. Will (Ztr.) bedauerte, daß man in Elsaß-Lothringen achtzehn Jahre auf die Einführung der Reichsgewerbeordnung habe warten müssen. Abg. Haußmann (natl.) forderte peinlichste Untersuchung der Grubenunfälle vor voller Oeffentlichkeit; für gesetzliche Maßnah« ' men zur Sicherung von Leben und Gesundheit der Bergleute sei seine Partei stets zu haben. Abg. Henning (kons.) betonte, ein Mangel an gesetzlichen Bestimmungen sei hier ebenso wenig nachgewiesen, wie eine Vernachlässigung der KontroNvorschristen. Nach weiteren Bemerkungen der Abg. Behrens (wirtsch. Vgg.) und Gießling (frs. 93p.) trat Vertagung ein.
Deutscher Reichstag.
Bei schwachbesetztem Hause genehmigte der Reichstag am Sonnabend zunächst in erster und zweiter Lesung den We l t p o st v e r - trag. Staatssekretär Kraetke gab hierber ein anschauliches Bild von der Entwickelung des Weltpostvereins, dem im Jahre 1874 22 Staaten, insbesondere Europa und die Vereinten Staaten angehörten, und der bis zum 26. Mar v .I. nach Unterzeichnung des neuen Vertrages in Rom, mit 72 Mitgliedern fast die ganze zivilisierte Welt umfaßte. Dementsprechend fer der Verkehr ungeheuer gewachsen; so würden gegenwärtig 31 Milliarden Briefsendungen und 4 Milliarden anderer Sendungen befördert und in Postanweisungsbeträgen allein 30 Milliarden umgesetzt. Deutschland habe es auch durchgesetzt, daß die Eewichtsstufe von 20 Gramm für den ganzen Verein angenommen, und die Taxe für schwere Briefe um die Hälfte ermäßigt sei. Bedeutende Erleichterungen seien auch für Postanweisungen erzielt worden. Die Zusatz- Übereinkunft zum Handelsvertrag mit der Türkei wurde darauf nach erläuternden Darlegungen des Staatssekretärs vo« Tschirschky gleichfalls genehmigt, ebenso wurde der U r h eb e rs ch u tz v e r t r a g mit Frankreich in dritter Lesung verabschiedet. Es folgten die schon vor Ostern auf die Tagesordnung gesetzten aber zwecks näherer Untersuchung vertagten Interpellationen des Zentrums und der Sozial- demokratte über die Grubenunglücke der letzten Zeit. Nachdem sich Staatssekretär Graf Posadowsky bereit erklärt, die Interpellationen sofort zu beantworten, bemerkte zur Begründung der Anfrage Abg. Giesberts (Ztr.), daß sich nach Ansicht von Fachleuten Schlagwetter und Kohlenstaubexplosionen durch regelmäßige Zuführung von Luft zu allen Arbeitsraumen und durch regelmäßige Berieselung vollständig verhüten ließe. Auf Klein-Rosseln habe aber vieles im Argen gelegen und aus übermäßiger Vertrauensseligkeit in die Grubensicherhert habe die Kontrolle versagt. Die Unglücksfalle der letzten Zeit beweisen deshalb die unbedingte Notwendigkeit einer Aufsicht durch das Reichsversicherungsamt und die Einführung von Arbeiterkontrolleuren. Abg. Sachse (Soz.) meinte, int deutschen Bergbau bestehe eine Schlamperei, daß man sich nicht zu wundern brauche, wenn ein Unglück nach dem anderen komme. Man fürchte die Kritik und deshalb verweigere man die Arbeiterkontrolle. Seine Partei verlange zu einer unbeeinflußten Kontrolle vom Staate bezahlte unabhängige Männer, die das Vertrauen der Arbeiter genießen. Staatssekretär Graf Posadowsky erklärte in Beantwortung der Interpellation zunächst, das Ergebnis der durch
......
i Bedeutung der Berufs- und Betriebs- Zählung.
Am 12. Juni d. I. wird, wie schon mehrfach erwähnt» im Deutschen Reich eine allgemeine ^Berufs- und Betriebszählung stattfinden. Sie {fort die gesamte Bevölkerung nach dem Beruf erfassen und weiter alle landwirtschaftlichen und gewerblichen Betriebe aufnehmen, in denen sich Me Bevölkerung betätigt. Die Zählung beruht Auf dem Reichsgesetz vom 25. März d. I., das tine allgemeine Auskunftspflicht hinsichtlich der Gegenstände der Befragung begründet . Die Durchführung der Zählung wird voraussichtlich 'glicht weniger als 4y3 Mill. Mark kosten. Die .Gemeindebehörden werden mit Hilfe von rund 600 000 Zählern die unmittelbare Ausführung Übernehmen. Die statistischen Aemter des Reichs und der Bundesstaaten werden sich in die Bearbeitung des gewaltigen ZMlungsstoffes teilen. Aus den vielen MillioW^von Antworten die die Bevölkerung geben wird, soll schließlich das große Werk der Berufs- und Betriebsstatistik entstehen, das vom Kaiserlichen Statistischen Amt zu veröffentlichen ist. Der erste Teil wird die berufliche und soziale Gliederung, der zweite hie Landwirtschaft und der dritte Handel und Gewerbe im Deutschen Reiche behandeln. Das .Ganze wird in Text und Tabellen "etwa 25 Bände umfassen.
' Die Berussstatistik schildert die Verteilung der Bevölkerung auf die einzelnen Berufe und, -insoweit die Stellung im Berufe sie begründet, 'auch die soziale Schichtung. Die Interessen der Bevölkerung sind beruflich und sozial gegliedert. Deshalb ist es von großer Bedeutung, den Bevölkerungsstand der einzelnen Berufe Nach seiner Stärke kennen zu lernen, zu beobachten, wie er wächst oder zurückgeht, welche Altersklassen in den einzelnen Berufen vertreten sind, wie viele Berufsangehörige ledig und verheiratet sind, wie viele Familienangehörige sie haben, und weiterhin, wie sich die Angehörigen jedes- Berufs nach sozialen Schichten (Selbständigen, Angestellten, Arbeitern usw.) scheiden. Auch die Religion bleibt nicht unbeachtet. Dies alles ermöglicht es, ein genaues Bild von der Zusammensetzung und sozialen Schichtung der einzel- jien Berufe zu geben. Gesetzgebung und Verwaltung können deshalb mit bestimmten Größen rechnen, wenn sie Maßnahmen ergreifen, die auf die beruflichen und sozialen Interessen einwirken. Dadurch, daß hie Veränderungen von einer Zählung zur anderen beobachtet werden, lassen sich auckySchlüffe Dttf die Wirkungen der Wirtschafts- und Sozialpolitik sowie auf die allgemeine Entwicklung bet nationalen Volkswirtschaft ziehen.
Die lanb- unb forstwirtschaftliche Betriebsstatistik liefert bie wichtigsten Angaben, bie zur Beurteilung von Lanb- unb Forstwirtschaft bienen. Sie beschäftigt sich mit ben Betriebsinha
Bierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 MH» -a/i «44 bet allen Postämtern 2,25 Mk. t/icl. Bestellgeld).
m JnserttonSgebühr: bie gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfg.
Neclameu: die Zeile 30 Pfg. ____