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(Nachdruck verboten.).
Richtigkeit dessen, was die Kolonialfreunde längst über Klima, Bodenbeschaffenheit, Mineralvorkommen rc. behauptet hatten. — Es brach der Eingeborenenaufstand in Südwestafrika aus. Tausende von alten Soldaten folgten dem deutschen Kriegsbanner und zogen gegen den schwarzen Feind. Das Interesse an ihrem Schicksal übertrug sich auf den Schauplatz der Kämpfe. Gewaltig war die Wirkung der Nachricht, das; etwa 1000 Angehörige der Schutztruppe entschlossen seien, das Land, welches sie in jahrelangen Streifzügen durchforscht hatten, zu ihrer zweiten Heimat zu machen und es als Farmer zu erschließen. Dieses Argument war beim Volk durchschlagend, es galt ihm mehr, als die Ansicht derjenigen, welche seine politischen Führer sein wollten. Als die Regierung vor wenigen Monaten den Reichstag wegen Ablehnung kolonialer Forderungen auslöste und an das Volk appellierte, da brach dessen Meinung mit elementarer Gewalt durch, und es bereitete der Partei, welche die Kolonialpolitik grundsätzlich bekämpfte, eine noch nie erlebte Niederlage.
Unter diesen Umständen liegt die Frage nahe, ob es einer kolonialen Erziehung des deutschen Volkes überhaupt noch bedürfe. Nach reiflicher Ueberlegung wird man diese doch wohl bejahen müssen. Gewiß hat das Volk bewiesen, daß es ein sicheres, treffendes Urteil hat, aber dieses beruht nicht auf selbständigen Beobachtungen und Erwägungen, sondern ist nur die gutgläubige Wiederholung fremder Schlußfolgerungen. Das Volk muß aber durch eigenes Denken die innere Ueberzeugung gewinnen, daß seine vitalsten Interessen die energische Durchführung einer zielbewußten Kolonialpolitik gebieterisch fordern. Zn diesem Zwecke muß es darüber aufgeklärt werden, daß die deutsche Volkswirtschaft, durch die Verhältnisse gezwungen, in den letzten Jahrzehnten neue Bahnen eingeschlagen hat, daß sie sich aus einer vorwiegend heimatlichen zu einem bedeutsamen Faktor der Weltwirtschaft entwickelt hat, und daß diese in innigstem Zusammenhangs mit den Lebensbedingungen des deutschen Volkes steht.
Dieser Unterricht müßte, wie Geh. Rcgierung- rat Fuchs in der „Knlonialzeitung" ausführt, in der Volksschule zu beginnen. Damit er aber in zweckentsprechender Weise stattfindet, sei in erster Linie zu fordern, daß auf den Lehrerseminaren koloniale Lehrstunden eingeführt werden. Naturgemäß könnten den Volksschülern nur die Elemente kolonialer Wissenschaft beigebracht werden; ein tieferes Verständnis sei erst in reiferen Jahren möglich, deshalb müffe die Belehrung in Fortbildungsschulen, technischen, kaufmännischen Lehranstalten usw. fortgesetzt werden. Natürlich dürften die höheren Schulen nicht unberücksichtigt bleiben: Gymnasien, Real- und Mittelschulen müßten den kolonialen Unterricht
von Erich Friesen.
«Fortsetzung.) Frau Mackay tritt ein.
in ihren Lehrplan aufnehmen. Einen besonders wichtigen Platz aber nehmen in unserem System die Universitäten, technischen und Handelshochschulen ein. Von der Voraussetzung ausgehend, daß alle Personen mit Hochschulbildung auch wenn sie nicht den Lehrberuf ergreifen, vorzugsweise bestimmt sind, das Volk geistig zu leiten, müßte man erwarten, daß an den Hochschulen, wo es angängig ist, koloniale Lehrstühle errichtet und die volkswirtschaftlichen vermehrt werden, daß aber auch jeder Besucher einer Hochschule zum Hören solcher Vorlesungen verpflichtet werde. Zur Verwertung der hierdurch erlangten Kenntnisse biete sich im späteren Leben für jeden hinreichende Gelegenheit; denn zur Vervollständigung der Ausbildung des Volkes erscheine es erforderlich, demselben durch Vorträge und Schriften kolonialen Inhaltes fortgesetzt Anregung und Unterweisung zu geben.
Zur Durchführung dieses Programms erscheint nach ihren Satzungen und ihrer geschichtlichen Entwicklung die „Deutsche Kolo- n i a l g e s e l l s ch a f t" in erster Reihe berufen. Vermöge ihrer Organisation über das ganze Reich verbreitet, ist sie in der Lage, durch Vorträge und andere Veranstaltungen durch Gründung von Bibliotheken und Ausstattung derselben mit kolonialen Karten und Werken sowie durch Verbreitung geeigneter Flugblätter und Broschüren auf das Volk direkt einzuwirken. Durch ihr Vereinsorgan kann sie die politische Tagespresse und die Zeitschriften anderer Vereine im Sinne der kolonialen Zielpunkte beeinflussen. Soweit gesetzgeberische und Verwaltungsmaßnahmen notwendig erscheinen, wird sie diese bei den Regierungen und Parlamenten zu beantragen haben. Sie bedarf aber zur Erfüllung ihrer Aufgaben der tätigen Mitarbeit aller deutsch- nationalen Kreise; wenn diese sich um sie scharen, wird der Erfolg nicht ausbleiben.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck tntb Verlag: Joh. klug. Koch, UmverfitätS-Buchdruckerel 42. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon üb.
In der Schule des Leidens.
Roman aus dem New-Yorker Leben W
tatsächliches Gehalt den Betrag von jährlich 4200 Mark nicht übersteigt. Es kommen dabei i» Betracht 127 846 Unterbeamte mit je 100 Mark, und 80 410 mittlere Beamte mit je 150 Mark. Hierbei kommen aber diejenigen Beträge in 8fr zug, um welche die Beamten für das Rechnungsjahr 1907 in ihrer Besoldung aufgebessert werden. Durch diesen Ergänzungsungsetat wird der bekannten Resolution der Budgetkommisfion entsprochen. Dem Ergänzungsetat ist eine Aen- derung des Etatgesetzes hinzugefügt, wonach di« durch die Teürungszulagen erforderlichen Matri- kularbeiträge, die aus den Einnahmen des Etatsjahres 1907 keine Deckung finden, den ordentlichen Ausgaben im Etat für das Rechnungsjahr 1909 hinzutreten sollen. Der andere 6fr gänzungsetat enthält, abgesehen von einer Ausgabe von 25 000 Mark aus Anlaß der Taifun- Schäden auf den Westkarolinen, die dauernden Ausgaben, die sich aus der Beendigung des Kriegszustandes in Südwestafrika ergeben. Gegenüber einer Verminderung der Anleihe um etwas über 31 Millionen Mark werden dis dauernden Ausgaben um etwas über 17 Millionen Mark erhöht.
Reichsschatzsekretär Frhr. v. Stengel begründete diese Forderungen und erklärte es für ein« Ehrenpflicht der Einzelstaaten, für ihre Beamten, die unter der gleichen Lebenshaltung zu leiden haben, mit denselben Teuerungszulagen einzutreten. Aus diesem Grunde werde der Vorschlag gemacht, die Matrikularbeiträgeindem laufenden Jahre mit diesen Reichsbeihülfen n i ch t zu belasten. Nach kurzer Debatte wurden beide Ergänzungsetats an die Budgetkommission überwiesen.
Darauf wurde die Beratung des Etats für Kamerun fortgesetzte Zunächst wurde abermals der Fall Puttkammer erörtert, wobei Kolonialdirektor Dernburg erklärte, daß er auch heute noch nicht mitteilen könne, ob seitens der Verwaltung Berufung in Sachen v. Puttkamers eingelegt werden würde, oder nicht, weil bisher der Verwaltung das Urteil mit den Gründen noch nicht zugestellt worden sei. Nach weiterer Debatte über Kamerun wurde der Etat fül Kamerun bewilligt, ebenso für Togo, für dir Südseeinseln und für Kiautschou. Damit sink die Schutzgebiete erledigt bis auf Südwestafrika, das erst heute in der Budgetkommission zur Verhandlung kommt.
Es folgte die Beratung des S p e z i a l e t a t t der Reichseisenbahnen. Minister Breitenbach als Chef der Verwaltung der Reichseisenbahnen teilte mit, daß eine organische Ee- haltsregulierung der Beamten im nächsten Jahre erfolgen werde. Nach ausgedehnter Debatte wurde auch dieser Etat bewilligt.
In vorgerückter Stunde ging das Haus zur Beratung des Etats der Marineverwaltung über.
Deutscher Reichstag.
In der 47. Sitzung am Montag wurde der Kolonialetat erledigt. Präsident Graf Stolberg eröffnete die Sitzung mit der Verlesung eines Schreibens des zweiten Vizepräsidenten Kaempf, wonach dieser sein Amt niederlegt. Die Neuwahl erfolgt zu Beginn der nächsten Sitzung. Der Präsident erbat die Genehmigung zu einem Glückwunsch an den Kronprinzen aus Anlaß seines 2 5. Geburtstages.
Zur ersten Beratung standen zunächst die beiden neuen Ergänzungsetats, der vierte und fünfte der diesjährigen Tagung. Der eine verlangt eine Ausgabe von 23 151 000 Mark zur Gewährung außerordentlicher einmaliger Beihilfen an alle etatsmäßigen und diätarisch beschäftigten Unterbeamten und mittleren Beamten, deren
Marburg
Mittwoch, 8. Mat 1907.
„Nun also!"
Jetzt erhebt sich Gerda. Himmlisches Leuchten verklärt ihr Angesicht.
„Geben Sie ibn uns beiden, Barrington! Wir wollen ihn hegen und pflegen, bis seine Mutter zurückkommt. Nicht wahr, Frau Mackay? Nun, was sagen Sie dazu, mein Freund?"
„Nichts. Ihre Güte ist über jedes Wort erhaben."
Rasch verläßt er das Zimmer.
, In seinen Augen schimmern Tränen. ""
-T- XIX. ■"r"'
Ein gewitterschwüler Sommervormittag.
Mit mehreren anderen Gefangenen soll beute die Gefangene Felicie Barrington vom Brooklyner Hilfsgefängnis nach dem Hauptge- fängnis in New-York transportiert werden.
Sie weiß noch nichts davon. Niemand auch hat bis jetzt den Mut gefunden, ihr mitzuteilen, daß ihr die Trennung von dem Kind bevorstebt.
Den kleinen Walter auf dem Schoß, sitzt sie in ihrer Zelle, Wiegenlieder vor sich hin summend.
Da tritt eine Wärterin ein.
Das Kind wendet das Köpfchen und lächelt der Frau entgegen.
„Sieht er nicht wohl aus?" fragt Felicie voll echten Mutterstolzes.
„Gewiß, sehr wohl! Er ist überhaupt der hübscheste kleine Kerl, den ich je gesehen habe. Hm —"
Die Kehle ist der Wärterin wie zugeschnürt. Das, was sie sagen soll, will nicht über ihre Lippen. Rasch bückt sie sich, nimmt das Kind von Felicies Schoß, drückt es zärtlich an sich und legt es der Mutter wieder in die Arme.
„Uebrigens — Sie sollen Ihre Sachen zusammenpacken und Ihr Sonntagskleid anziehen!" >i JXL?.»
Endlich faßt sie sich ein Herz. "
! Sie sieht besser aus als früher. Seit jener Gerichtsverhandlung vor zehn Monaten wohnt sie bei Gerda Douglas als deren Gesellschafterin. Die ersten Tage fürchtete sie sich vor ihrem Mann und kehrte deshalb nicht nach Hause zurück. Dann erhielt sie die Nachricht von seinem plötzlichen Verschwinden.
Und nun blieb sie erst recht bei Gerda Douglas, deren Garderobe sie in Ordnung hält, und für die sie kocht und all jene Kleinigkeiten besorgt, um die eine Künstlerin in Ausübung ihres Berufes sich kaum kümmern kann.
‘ Bei Frau Mackays Eintritt gibt Norbert rasch Gerdas Hand frei.
! „Ich störe doch nicht," fragt die alte Dame ein wenig mißtrauisch. „Ich wollte nur fragen, ob ihr wißt, daß Felicie in paar Tagen nach dem Hauptgefüngnis in Newyork überführt wird?"
. Da die anderen beiden schweigen, fähtt sie etwas erregter fort:
„Ich wollte euch noch fragen, was aus dem Kind werden soll?"
..Wieso?" -
Norberts Stimme klingt gleichgültig, monoton.
„Ich habe alle Bücher über das hiesige Gefängniswesen durchstudiert. Kinder dürfen nach dem Hauptgefüngnis nicht mitgenommen werden. Was soll also aus Ihrem Sohn werden, Barrington? Wollen Sie, daß er ins Armenhaus —"
„Ins Armenhaus?" wiederholt Norbert entsetzt. „Um Gotteswillen — nein!" -
Koloniale Erziehung des deutschen Volkes.
Als das deutsche Reich vor mehr als 20 Jahren die ersten Kolonien erwarb, fand dieser Ent- ! schluß in weiten Dolkskreisen begeisterte Zustimmung. Freilich war den Deutschen damals der Begriff von Handels- und Plantagenkolonien noch völlig fremd, aber der ihnen im Blute steckende Auswanderungstrieb erhielt neue Nahrung; große Scharen rüsteten sich, die deutschen Ueberseegebiete zu besiedeln, es ertönte der Ruf: „Nach Afrka, nach Kamerun, nach Angra Pequena!"
Die Reichsregierung hatte Mühe, dieses stürmische Drängen zu beschwichtigen, sie konnte die Verantwortung für die Auswanderung nicht übernehmen; zunächst mußten die neuerworbenen Länder erforscht und pazifiziert, die deutsche Herrschaft befestigt, die ersten Schritte zu rationeller Erschließung eingeleitet werden. In den nächsten Jahren schwand das Interesse des Volkes an den Kolonien immer mehr, je länger die erwarteten Nachrichten über greifbare politische und wirtschaftliche Erfolge ausblieben. Mangels jeder kolonialen Schulung und Erfahrung vergaß man, daß die Entwicklung roher, von europäischer Kultur völlig unberührter Gebiete sich nicht in wenigen Jahren vollziehen könne. Dazu kam, daß sich zahlreiche unberufene Kritiker fanden, welche, ohne jemals eine unserer Kolonien gesehen zu haben, diese als wertlose Steppen, Stein- und Sandwüsten schilderten, daß die parlamentarische Vertretung des deutschen Volkes jede materielle Förderung der Schutzgebiete „im Interesse der deutschen Steuerzahler" verweigerte, daß zeitweise sogar bei den maßgebenden Regierungsstellen die Absicht bestand, die Kolonien „auf Abbruch" zu veräußern, und daß mit der Verschleuderung aussichtsreicher Länderstrecken bereits der Anfang gemacht wurde.
Weiter blickende Kreise erkannten freilich schon damals den namentlich für die heimische Volkswirtschaft hochbedeutsamen Wert der Kolonien. Sie schlossen sich in der Deutschen Kolonialgesellschaft zusammen und waren unablässig bemüht, ihren Anschauungen die weiteste Verbreitung zu verschaffen. Wohl wuchs der Verein stetig an Mitgliederzahl und Bedeutung — er wurde eine öffentliche Macht; aber die große Masse des Volkes stand ihm fern und schien kolonialen Ideen unzugänglich.
Dieser Zustand änderte sich nur ganz allmählich. Im Laufe der Jahre kehrten immer mehr Söhne des Volkes, welche in der Schuhtruppe gedient oder die Kolonien als Handwerker, Ve- amte, Landwirte kennen gelernt hatten, in die Heimat zurück; ihre Erzählungen bestätigten die
„Wozu?"
Die Wärterin zuckt schweigend die Achseln und verläßt die Zelle.
Ein unbehagliches Gefühl beschleicht Felicie. Der kleine Walter hebt sein dickes Grübchen- Händchen und streichelt die rosige Wange der Mutter.
„Mir scheint, man hat etwas mit uns vor, Walter!" seufzt Felicie. „Vielleicht gehen wir wo anders hin ... Ob wir es dort so gut haben werden? Ich würde gern hier bleiben. Mir erscheint das alte, öde Gefängnis wie eine Art Heimat, weil du darin geboren wurdest, mein Liebling!"
Wieder und wieder küßt sie die lächelnden Lippen des Kindes. Dann fetzt sie es auf den Boden, gibt ihm ihren zinnernen Suppennapf zum Spielen und beeilt sich, ihren alten grauen Leinwandkittel mit der Sonntagskleidung von besserem Stoff zu vertauschen.
Auch die paar Stück Wäsche sind bald nebst den Briefen ihres Gatten und der Mutter in ein Bündel zusammengepackt, und nun sitzt Felicie, mit dem Kind auf dem Schoß, auf dem Bettrand, der kommenden Dinge harrend.
Nach einer Weile rasselt draußen vor der Zellentür der Schlüsselbund.
Diesmal kommt die Hausmutter selbst. Sie erscheint erregt, ja verlegen.
„Ich möchte das Kind ein bißchen halten" beginnt sie zögernd. „Bitte, geben Sie es mir!
Warum? Was haben Sie mit ihm vor, Frau Davis? Weshalb sollte ich meine Sachen packen? . . . Sie waren stets so gut mit mir, liebe Frau Davis. Bitte, bitte, sagen Sie mit — was ist geschehen?"
Felicie hat sich vom Bettrand erhoben. Ihre Augen stehen voll dicker Tränen. Das Kind greift mit beiden Patschhändchen in das Haar der Mutter und zieht und zerrt daran herum, vor Vergnügen laut auskreischend, -----
„Was hat man mit Walter vor?" wiederholt Felicie dringend. „Um des Himmelswille» — sagen Sie mir die Wahrheit? Ich lasse mess. Kind nicht eher aus meinen Armen, bis ick weiß, was mit ihm geschieht!"
Warnend hebt Frau Davis die Hand.
„Stille, stille!" gebietet sie ernst. „Ich darf solche Worte nicht hören; sie sind Insubordination." ,
Trotz der absichtlichen Strenge in dem To» der Hausmutter klingt etwas wie Mitleide» hindurch. Ihre Augen vermeiden Felicies Blich
Sie werden sogleich nach dem Hauptgefäng- nis in New-York transportiert werden," fähtt sie freundlich fort. „Es ist ein großes, schönes Gebäude, und in mancher Beziehung haben « die Gefangenen dort besser als hier. Es ist ge gen die Gefängnisregeln, daß ich Ihnen so viel mitteUe, Felicie Barrington, aber ich habe Sv und das Kind lieb gewonnen."
„Sehen Sie mich an, Frau Davis!" Felicie stellt sich dicht vor die Hausmutter hin und blickt ihr fest in die Augen. „Sehen Sie mich an! Obgleich Sie zu mir und Walter stets freundlich waren, so weiß ich doch, daß Sie nicht weichherzig sind. Warum sind Ihre Augen trüb, als ständen sie voll Tränen? Wenden Sie sich nicht ab, Frau Davis! Antwotten Sie mir! Warum weinen Sie?"
Rasch wischt sich die Hausmutter mit dem Schürzenzipfel die Augen.
„Wer sollte nicht traurig sein, wenn solch eie kleines Ding, wie dieses hier, einen verläßt? Geben Sie ihn mir, Felicie! Es ist nicht rocht, daß Sie mir den Abschied von dem lieben Schlingel mißgönnen."
Erleichtert atmet Felicie auf.
„Ich darf Walter also mit mir nach New- York nehmen?"
Wieder wendet sich die Hausmutter all.
(Fortsetzung folgt.)
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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