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«Nachdruck verboten.)

So!"

es nicht getan hätte. Ach" Geben Sie mit Ihre Hand!

Als am Abend der Arzt kommt, um den Totenschein auszustellen, ist er höchst erstaunt, den kleinen Walter auf dem Wege der Besserung zu finden. >

Ein reines Wunder!" murmelt er kopf­schüttelnd und begibt sich zu einem anderes Kranken.

Felicie aber sitzt selig lächelnd neben dem Lager ihres Kindes.

Ihre Lippen bewegen sich in stillem Dank­gebet.

VXIII.

Die künstlerischen und pekuniären Erfolge des Furrerschen Theater-Ensembles steigern sich von Tag zu Tag.

Direktor Furrer selbst denkt gar nicht daran, in dieser Saison nach New-Pott zurückzukehren. Weiter und weiter dehnt er seine Gastspiel- Tournee aus.

Barrington und Gerda Douglas sind nach wie vor die Hauptanziehungspunkte; besonders über Norberts künstlerische Leistungen sind Kri­tik wie Publikum des Lobes voll.

Zehn Monate sind etwa verflossen, feit Fe­licie Barrington wegen Scheckfälschung zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt worden war.

Norbert hatte feine unglückliche Gattin nicht vergessen; aber die fünf mit ihr verlebten Mo­nate ungestörten Glücks versinken mehr und mehr hinter ihm wie ein schöner Traum. Glich nicht die kurze Zeit seiner Ehe einem Apriltag? Erst Sonnenschein, dann Regen, Gewitter und Sturm! ...

Seit Monaten hat er nichts von ihr gehört.

Als fein Solin geboren wurde, teilte man ihm die Tatsache kurz und amtlich mit, gleich­zeitig mit der Erlaubnis, ausnahmsweise an seine Frau schreiben zu dürfen.

Er machte von dieser Erlaubnis Gebrauch; aber der Brief blieb unbeantwortet.

Seitdem ist Felicie wie fortgewischt aus sei­nem Leben, das er jetzt ganz nur seiner Kunst ^weiht.>

(Fortsetzung folgt.)

Lange, lange verharrt Felicie in dieselben Stellung. Ihre Schläfen hämmern, ihre Pulse fliegen...

Die Wärterin nähert sich ihr Felicie sieht sie nicht

Der Arzt rüttelt sie sie fühlt es nicht.

Draußen tobt der Sturm um die hohen Ge­fängnismauern und rasselt an den vergitterten Fenstern sie hört es nicht

All ihre Gedanken wirbeln durcheinander. Sie meint, wahnsinnig werden zu müssen. Was tun, was tun, um Gott zu versöhnen, auf daß er sie nicht strafe, indem er ihr sündhaftes Bit­ten erfüllt und ihr das Kind fortnimmt!

O mein Gott, mein Gott dort droben höre mich!" fleht sie mit emporgestreckten Händen. Strafe mich, wie du wist! Aber laß mit mein Kind! Latz mit das einzige, was mir in mei­nem Unglück noch geblieben ist?"

Noch "einige Augenblicke verweilt sie unbe­weglich in derselben Stellung. Dann erhebt sie sich langsam.

Eine wundersame Ruhe ist übet sie ge­kommen.

Still setzt sie sich neben das Vettchen und nimmt eines der kleinen, fieberheitzen Händchen in die ihren.

Eine Stunde vergeht. Zwei Stunden ver­gehen . . .

Die Mutter am Bett ihres Kindes weist jede Nahrung zurück. Still fitzt sie da und wartet wartet ...

Inzwischen hat der Sturm sich gelegt; die Regenwolken find geschwunden. Hell und klar erstrahlt die Sonne am tiefblauen Himmel, lugt oben durch das niedrige, vergitterte Fensterchen, spielt mit den blonden Löckchen des Kindes, datz ste wie Gold erschimmern und spiegelt fie in den gläubig emporgewandten Augen der jungen Mutter . . .

Und Felicie fühlt, wie die Fieberhitze in dem kleinen Körper nachläht. Die Atemzüge werden ruhiger, die fliegenden Pulsschläge langsamer.

In der Schule des Leidens.

Roman aus dem New-Potter Leben U

J von Erich Friesen. W

(Fortsetzung.)

Eines Morgens, als Felicie stch über das Lager ihres Kindes beugt, fähtt fie erschrocken zurück.

Das Gesichtchen ist dunkelrot und aufge­dunsen, die Stirne brennt wie Feuer; die Händchen krampfen sich zusammen.

Nur einen Blick wirft der Eefängnisarzt auf den kleinen Kranken; dann sagt er bestimmt: Das Kind hat Gehirnentzündung."

Wie? Was sagen Sie?"

; Ohne auf das entsetzte Gesicht der Mutter zu achten, wiederholt er ruhig:

Das Kind hat Gehirnentzündung. Ich werde ihm etwas verschreiben."

Gleichgültig, wie er gekommen, geht er wieder. In seinen Augen hat das Leben eines im Gefängnis geborenen Kindes wenig Wett. Vielleicht sind die Eltern gar froh, wenn die Bürde von ihnen genommen ist. ... .

Als er am Abend wiederkommt und das Kind untersucht, zuckt er die Achseln.

Schwerer Fall von Gehirnentzündung. In diesem zarten Alter mehr als bedenklich. Machen Sie sich auf das schlimmste gefaßt!"

Wertlos nimmt Felicie dar Kind in ihr- Arme. Es schläft schwer, unruhig. Zwei tiefrote Fieberflecke brennen auf seinen Bäckchen.

Achselzuckend entfernt sich der Arzt. Er hat dach nicht geglaubt, daß fie es gar so ruhig nehmen würde.

Sanft bettet Felicie ihr krankes Kind in sein Vettchen. Dann neigt fie sich über den kleinen Körper und blickt mit großen, tränen­losen Augen in das fieberheiße Gesichtchen lange, lange--

Schon feit einer Weile wird sie von einem elend und verkommen aussehenden Weibe, das

Krampfhaft umklammern Felicies zarte Finger die derbe, schmutzige Hand der Frau.Wir sind Schwestern, Sie und ich. Ich habe Gott ge­beten, noch ehe es geboren war, mein Kind zu sich zu nehmen ich habe es mit meinen Ge­beten getötet. Auch ich bin eine Mörderin. Wir beide find gleich vor Gottes Angesicht!"

Sie sinkt neben dem Vettchen nieder und be­deckt das Gesicht mit beiden Händen. ;-vv. I

Kopfschüttelnd entfernt sich die Frau.' \ I

in sich zusammengesunken auf ihrem Lager hockt, beobachtet.

Jetzt nähert sich ihr das Weib. Die ab­stoßenden Züge zeigen einen eigenen Ausdruck von Teilnahme.

Seien sie froh, daß fie den Wurm" fie deutet mit dem abgezehrten Finger auf das schweratmende Kindso lange besaßen! Es hatte schon von der Gebutt an den Todesblick!"

Felicie schreckt empor.

Den Todesblick? Wie meinen Sie das?" Nun, so! Das Kind guckte immer so in die Welt hinein, als ob es nicht hierher gehörte, als ob es schon droben fie macht eine scheue Handbewegung nach obenmit seiner Seele wäre. Sehen Sie, ich versteh' mich drauf."

.In Felicies Zügen geht eine eigentümliche Veränderung vor. Es ist, als ob etwas Ent­setzliches durch ihre Seele ginge etwas noch viel Entsetzlicheres, als die Angst vor dem Tod ihres geliebten Kindes.

Die Augen starr auf das Weib vor ihr ge­richtet, fragt ste mit harter, wie in Entsetzen erstarrter Stimme:

Sie sind im Gefängnis, weil Sie ein klei­nes, unschuldiges Wesen wie dieses töteten?"

Ein Schauer Überfliegt den abgezehtten Körper J>er Frau.

Schweigend nickt ste.

So find Sie eine Mörderin?"

Ja, ja. Aber sprechen Sie nicht davon! Mein Leben würde ich darum geben, wenn ich

MchW Miüig

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

LonrrtaL-b-Uaar: 5Muktri-te» etamfMtolAtt.

42 105

Aittteliahrlichtr Bezugspreis: bei ver Expedition 2, bei allen Postämtern 2,25 Ml. «.excl. Bestellgeld).

Insertion »gebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pf,.

Reclamen: die Zeile 80 Pfq.

Marburg

Sonntag. 5. Mai 1907.

Erstes Blatt.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck mtb Verlag' Joh. Kug. Koch, Umversitätr-Buchdruckmi Marburg, Markt 21. Telephon 55.

42. Jahrg.

Das Reichsfinanzjahr 1906 und die Belastung der Einzelstaaten.

X Während das Ergebnis des Reichssinanz- ifahres 1905 nicht nur ermöglichte, die den Einzelstaaten für die Jahre 1904 und 1905 gestundeten Matrikularbeiträge, sondern sogar von den 24 Millionen Mark ungedeckter Umlagen noch 6,2 Millionen Mark unerhoben zu lassen, wird das Reichsfinanzjahr X906 für die Einzelstaaten weit un­günstiger abschließen. Wie schon mttgeteitt, haben die Ueberweisungssteuern, die Maisch­bottichsteuer, die Branntweinoerbrauchsabgabe Und die Reichsstempelabgaben, in Wirklichkeit den Etatsanschlag um 0,4 Millionen Mark über­schritte». Um diese Summe würden die in den Etat für 1906 eingestellten 82 Millionen Mark ungedeckter Matrikularumlagen gekürzt werden können. Es ist auch möglich, daß noch eine wei­tere Kürzung eintritt. Nach der sogenannten ßcj Stengel oder vielmehr nach dem durch sie geänderten Artikel 70 der Verfassung sind die Matrikularbeiträge, soweit sie in den Ueber- weisungen keine Deckung finden, den Bundes­staaten am Jahresschlüsse in dem Maße zu er­statten, als die übrigen ordentlichen Einnahmen des Reichs dessen Bedarf übersteigen. Hierauf war ja auch schon die Kürzung der ungedeckten Matrikularumlagen von 1905 um 6,2 Millionen Mark zurückzuführen. Wenn also die Reichs­kasse für 1906 einen Ueberschuß aufweisen würde, so w«rde auch er ebenso wie das Mehr der Ueberweisungssteuern von 0,4 Millionen Mark zur Kürzung der 82 Millionen Mk. ungedeckter Matrikularumlagen verwendet werden. Daß ein solcher Fall aber eintritt, und daß, wenn er Eintritt, eine größere Summe in Frage kommt, ist nicht sehr wahrscheinlich. Im Februar rech­nete der Reichsschatzsekretär im Reichstage da­mit, daß der Abschluß des Finanzjahres 1906 für die Reichskasse sich in Wirklichkeit so stellen Zviirde, wie im Etat vorgesehen. Dabei nahm er aber an, daß die Zölle den Etatsansatz min­destens erreichten. Sie sind nun mit 6,1 Mil­lionen Mk. hinter ihm zurückgeblieben. Und wenn auch einzelne Einnahmequellen wie die Zuckersteuer und die Postverwaltung etwas grö- V jjere Einnahmen abgeworfen haben, als der Schatzsekretär im Februar annahm, so find diese zusammen kaum so bedeutend, daß sie die Min­dererträge und vor allem die Mehrausgabe» ausgleichen. Jedenfalls wird man gut tun, an­

zunehmen, daß sich beim Finalabschluß der Reichshauptkasse in dieser keine größere Summe zur Kürzung der ungedeckten Matrikularumla- 5jen vorfinden wird. Der weitaus größte Teil der 82 Millionen Mk. wird auf dem Lastenkonto der Einzelstaaten st eh e n b le i b en.

Die Erhebung dieser Summe wird sich nun jum elften Male gemäß § 3 des Reichsfinanzreformgesetzes vom 3. Juni 1906 vollziehen. Hier ist vor- gefchrieben, daß, soweit die nach Artikel 70 der Reichsverfassung von den Bundesstaaten aufzu­bringenden Matrikularumlagen in einem Rech­nungsjahre den Sollbetrag der Ueberweifungen um mehr als 40 Pfg. auf den Kopf der Bevöl­kerung übersteigen, die Erhebung des Mehr­betrages für dieses Rechnungsjahr ausgesetzt wird. Der danach auf den Kopf der Bevöl­kerung zu berechnende Betrag macht gegen­wärtig etwa 24 Millionen Mk. aus. Die Er­hebung der Differenz zwischen 24 Millionen Mk. und dem Gesamtbeträge der ungedeckt bleiben­den Matrikularbeiträge würden also für 1906 ausgesetzt werden. Weiter heißt es in dem er­wähnten Gesetze, daß, soweit stch ein solcher Mehrbetrag auch nach der Rechnung ergibt, des­sen Erhebung im Juli des drittfolgenden Rech­nungsjahres stattfinden soll. In diesem Falle würde also die Eehebung im Juli 1909 zu er­folgen haben. Gewiß können stch die Einzel- staaten in der Zwischenzeit auf diese Eventuali­tät besser als früher, da die Zahlung ungedeckter Matrikularumlagen dem Finalabschluß der Reichshauptkasse auf dem Fuße folgen mußte, einrichten, aber die Tatsache, daß es trotz der bisherigen Steuerreform nicht gelungen ist, die Belastung der Einzelstaaten auf 24 Millionen Mark zu beschränken, geschweige denn sie ganz zu beseitigen, gibt doch zu denken.

Soll Frauen die Leitung von höh. Mädchenschulen anvertraut werden?

Zu dieser Frage wird dem Korrespondenz- Blatt für den akademisch gebildeten Lehrer­stand vom 1. Mai 1907 geschrieben:

Die von allen Seiten mit Sehnsucht erwartete Reform des höheren Mädchensschulwesens geht nunmehr ihrer Verwirklichung entgegen. Die Freude an dem endlich Erreichten wird erheblich gedämpft durch die Befürchtung, daß man dem Drängen der Frauenrechtlerinnen nachgebend die Leitung von höheren Mädchenschulen in weitgehendem Maße Frauen übertragen will. Die Frauenrechtlerinnen haben es verstanden.

die öffentliche Meinung für ihre Zwecke mobil zu machen und für stch einzunehmen, wie es z. B. in den letzten Verhandlungen des Abge­ordnetenhauses zum AuÄ>ruck kam; fie haben es unter Beihilfe des starken weiblichen Prozent­satzes der Teilnehmer an der Januarkonferenz in Berlin (1906) erreicht, daß bei Erörterung unserer Frage eine Mehrheit in obengenanntem Sinne zustande kam. Gerade in diesem Zuge­ständnis liegt die größe Gefahr für die höhere Mädchenschule, es bedeutet den Todesstoß für das kam zum Leben Erwachte. Ist es schon heute schwer, für die höheren Mädchenschulen die geeigneten männlichen Lehrkräfte zu gewin­nen, so wird es in Zukunft unmöglich fein. Keinem charaktervollen Mann und solche sind doch die zur Heranbildung unseres weiblichen Geschlechtes wie des männlichen unbedingt nötig, kann es von der Behörde zugemutet wer­den, unter einer Frau zu dienen, keiner wird sich bereit finden, unter der Leitung einer Frau und in Abhängigkeit von ihr feine Lebensarbeit zu vollbringen. Kein schlimmerer Schlag könnte gegen die Lehrer geführt werden als diese Zu­mutung. Wie weit diese Beunruhigung in den betroffenen Kreisen sich schon verbreitet hat sogar über die Grenzen Preußens hinaus zeigt ein Beschluß, der auf der diesjährigen Herbstversammlung des hessischen Oberlehrer­vereins in Friedberg einstimmig gefaßt wurde. Die hessischen Oberlehrer wenden sich entschieden gegen das auf der Januarkonferenz den Frauen gemachte Zugeständnis und geben der Hofinung Ausdruck, daß man in Hessen einem solchen eventuellen Beispiel Preußens nicht folgen werde. Die Oberlehrer an den öffentlichen höheren Mädchenschulen Preußens haben ickon wiederholt ihre Ansichten und Befürchtungen in dieser Hinsicht kundgetan; sie halten es für ihre Pflicht, jetzt, wo wichtige Entscheidungen bevor- stehe», dieser ihrer innersten Ueberzeugung Worte zu leihen; sie kämpfen nicht allein für ihre Interessen, sondern auch für die höhere Mädchenschule, die für sich nicht Selbstzweck ist, die sie aber als ein ihren Händen a »vertrautes heiliges Pfand zu verteidigen gewillt sind. Videant consules!

T?l!tsches Reich.

Wirtschaftliche Hochkonjunktur und An­siedelung im Osten. DerOstdeutschen Korre­spondenz" wird geschrieben:Die Denkschrift über die Tätigkeit der Ansiedelungskommission im Jahre 1906 ist bekanntlich dem Abgeord­netenhaus zugegangen. Vergleicht man ihre Angaben über das Besiedelungsgeschäst mit denen früherer Jahre, so findet man, daß das Verhältnis zwischen Ansiedelungsbewerbern und wirklich angesetzten Ansiedlern immer günstiger wird. Die Zeiten sind längst vorüber, in denen etwa Abenteuerlust ober die Hoffnung mit den

Resten eines zusammengebrochenen Vermöge» eine neue Existenz zu gründen die Triebfeder für viele Leute war, es mit einer Kolonisten, stelle im Osten zu versuchen. Derlei Leute hak die Anfiedelungskommission in den ersten Iah ten ihres Bestehens in Menge abweisen müssen Dagegen find es neuerdings zwei Kategorie« von Ansiedlern, die in größerer Zahl zu kommen beginnen. Einmal industrielle Arbeiter, die bet westlichen ober mitteldeutschen Landwirtschaft entstammen und mit ihren Ersparnissen, von der Liebe zur Scholle getrieben, dem lärmende« Fabriksaal den Rücken kehren und zur freie« Landwirtschaft sich zurücksehnen. Dann aber gibt es noch eine andere Klasse von Anste- delungslustigen, die ebenfalls der wirtschaft­lichen Hochkonjunktur zu verdanken sind. Dies find Bauern in Westfalen oder im Rheinland, denen die vordringende Industrie große Sum­men für ihren Bauernhof gezahlt hat, den sie für einen Kohlenschacht oder einen anderen in­dustriellen Zweck braucht. Es zeugt von einer hohen, wirtschaftlichen Einsicht, wenn diese Leute mit Vermögen bis zu 5060 000 Mark die ihnen im Osten gebotene Gelegenheit ergreifen, um sich und ihren Söhnen Ansiedlerstellen zu erwerben, so daß einst der ganze männliche Nachwuchs einer Familie in einer Gemeinde als behäbige Bauern beieinander sitzen wird. Auch für den Mann der Heranwachsenden Tochter wird oft eine Stelle zurückgelegt. Noch ist für alles dieses wertvolle Menschenmaterial, das dem menschen- und kapitalarmen Osten seine Arbeitskräfte und sein Geld zuführt, Stellenland vorhanden, soll aber weiter für ihr Unterkommen gesorgt werden, so ist baldige Auffüllung des Anstede- lungsfons dringend erforderlich."

- .... Die Entwickelung Kameruns ist der Ge­genstand einer Betrachtung in einem Leipziger nationalen Blatte. Da heißt es: Die aussichts­reiche Erschließung unserer Kolonien, die bisher selbst in amtlichen Kreisen nicht einmal völlig erforscht und bekannt waren, wird sich auch auf Kamerun erstrecken, dessen gesundheitlichen Ver­hältnisse in der letzten Zeit durch Sanierung der Niederlassungen, Abhalzen unnötiger Vege­tation, Trockenlegung von Sümpfen und ähn­liche Arbeiten der neu geschaffenen Sanitäts­kolonnen sehr wesentlich verbessert worden sind. Verschiedene nach dem südlichen, bisher noch un­bekannten Teile des Bezirks Bamenda unter­nommene Expeditionen führten, nach der amt­lichen Denkschrift, zu der Feststellung, daß dort in einer Höhe von 1200 Metern bis 1400 Metern eine zahlreiche, auf verhältnismäßig hoher Kul­turstufe stehende Bevölkerung und ein große? Reichtum an Kolabäumen und Oelpalmen vor­handen ist . Auch der nordwestliche Teil desfel-