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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain»

Sanulaa-beilaaer ^Uuftrirtei

«iertcljährlicher Bezugspreis: bet der Expedition 2, 102 b« allen PostLmtem 2,25 Mk. «icL Bestellgeld).

1U AuftrttonSgkbühr: di« gespalten« Zeile oder deren Raum 15 Pf,. Neclauien: die Zeile 80 Psg.

Marburg

Donnerstag, 2. Mai 1907.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Joh. Äug. Koch, UnivrrsstLtS-BuchdruckWi 42. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Zweites Blatt.

Das Avouaemeat auf dieOberhesfifche Zeituug", daS grötzte, meiftgelesenfte «ad weit» '* *erbreite tfte Blatt Marburgs «ud der Umgegend kostet vierteljährlich nur 2.25 Mk. Inserate haben besten Erfolg.

Deutscher Reichstag.

Bei starkem Besuch von Haus und Tribüne begann am Dienstag die Beratung des Etats des Reichskanzlers und der Reichskanzlei. Sie erstreckte sich zunächst auf die Fragen der aus- artigen Politik. Erster Redner war der Abg. Frhr. v. Hertling (Ztr.). Er wies auf die in letzter Zeit pessimistische Darstellung unserer auswärtigen Lage durch die Presse hin und meinte, dadurch sei eine Beunruhigung im deut­schen Volke entstanden in der Besorgnis vor einer unbestimmten Gefahr. Was jedoch alle die, politischen Ereignisse der letzten Zeit be­träfe, so hätte man keine Ursache, diesen eine so ernste Bedeutung beizumessen, wie es teilweise geschehen sei. Alles in allem glaubt er, daß die Gruppierung der Mächte keinesfalls so gedeutet werden könnte, als ob England, Frankreich, Rußland, Spanien und Italien wie eine ge­schloffene Macht Deutschland feindlich gegenüber- ständen. Wünschenswert sei deshalb eine be­ruhigende Klärung seitens des Reichskanzlers und eine öftere Behandlung der auswärtigen Politik im Reichstage. Abg. Winkler (tonst) meinte, man brauche die Lage weder opti­mistisch noch peffimistisch zu betrachten: der Ernst derselben stünde aber auch seinen Freun­den vor Augen. Mit Freude begrüßte er die in Amerika gesprochenen Worte des Prof. Münster- .berg, der erklärt habe, das deutsche Volk sei stolz auf seinen Militärdienst und sehe ihn nicht als ,eitic Last an. In der Abrüstungsfrage schließe auch er sich den Worten des Vorredners an, der sfie bestenfalls als eine akademische Doktorfrage Bezeichnet habe, die von der Tagesordnung ver­schwinden möchte. Ein Erbteil jenes großen Zeitalters des Fürsten Bismarck sei für unser deutsches Volk das feine Gefühl für stationale Ehre und Würde. Es lehne alles ab, was seine freien Entschließungen über das Maß seiner Rüstungen beeinträchtigen könnte. Abg. Basser« Dann (nl.) bemerkte, eine Zunahme der inter­nationalen Spannung sei nicht zu bestreiten, das beweise die Preffe aller Länder. In der Abrüstungsfrage käme jedoch für Deutschland vor allem die Rücksicht auf seine geographische Lage als ausschlaggebendes Moment in Be­tracht. Seine Partei empfehle eine Politik der Ruhe, nicht der Reden und Telegramme. Abg. Fürst v. Hatzfeldt (Rp.) erklärte, im ganzen Lande und bei den Parteien herrsche das unbe­dingte Vertrauen zu dem Manne, der das ßtaatsruder führe: auch im Reichstage werde

Wissenschaft, Kunst und Leben.

* Moderne Bildung.Manche Gebildete müssen alte Sprachen kennen, viele müffen neue ^Sprachen beherrschen, aber jeder muh etwas naturwissenschaftliche Bildung besitzen wenn er unsere Zeit überhaupt nur be­greifen will." Dieser Satz hat in unserem Zeit­alter eine so hervorragend praktische Bedeutung Igewonnen, daß sich feiner allgemeinen Eültig- :k«it niemand ungestraft entziehen wirb. Der ungeheure Einfluß, den die Ergebniffe der Ra- turforschung auf das gesamte Kulturleben ge- wonnen haben, und namentlich die staunens­werten Fortschritte der Technik legen es jeder, msnn gebieterisch nahe, sich mit dem Wesen der Naturerscheinungen und den Lehren der an­gewandten Naturwiffenschaften bekannt zu ma- .chen. Das ist jedoch leichter gesagt als getan: wie soll sich der Unkundige auf diesem ausge­dehnten Gebiet zurechtfinden, wo soll er bei der Ueberfiille der Tatsachen und Eindrücke an­fangen? Zn richtiger Erkenntnis dessen ist vor etwa 3 Jahren die Gesellschaft der Na­turfreundeKosmos" gegründet wor­den, die ihren Mitgliedern gediegene, natur- wiffensthaftliche Kenntniffe zu vermitteln strebt, und mit Rat und Tat dem Neuling den rich­tigen Weg zu weisen bemüht ist. Für den ge­ringen Jahresbeitrag von nur J*. 4.80 erhalten die Mitglieder die reichhalttgen, illustrierten

es wenige Mitglieder geben, die die Leitung unserer Politik in anderen Händen sehen möch­ten. Das Ausland blicke aber mit Neid auf uns in dem wirtschaftlichen Wettbewerbe mit anderen Mächten, und die sogenannte Isoliert­heit läge in den besonderen Verhältniffen. Abg. Wirmer (frs. Vp.) bemertte, der heutige Tag habe gezeigt, daß das deutsche Parlament frei von jeder Nervosität und Gespe.nsterseherei sei. Eine Eeheimniskräinerei gegenüber der Volks­vertretung sei nicht am Platze: Offenheit ihr gegenüber würde vielmehr das gegenseitige Ver­trauen heben und vorhandene Besorgniffe ver­scheuchen. Unter großer Spannung ergriff nun­mehr Reichskanzler

Fürst Bülow das Wort, um zu den großen Fragen der auswärtigen Politik Stellung zu nehmen. Der Reichskanzler gab folgende Er­klärung ab: Von allen Rednern ist die bevor­stehende Haager Konferenz berührt worden. Darüber will ich sagen: Ende 1904 hat der Präsident der Vereinigten Staaten Einladun­gen zu einer solchen Konferenz ergehen lassen. Die russische Regierung nahm diese Arbeiten 1905 auf. Die Vorarbeiten sanden die Zustim­mung der Mächte. Die neue Konferenz soll sich mit der Schiedssprechung. dem Landkrieg und mit der Frage der Uebcrtragung der Genfer Konvention auf den Seekrieg beschäftigen. Die deutsche Regierung hat diese Vorschläge sym- pathisch begrüßt. Sie wird bereitwillig Mit­wirken, um ein praktisches Ergebnis der zweiten Konferenz herbeizuführen. Das Programm er­scheint uns zweckmäßig. Dann ist auch die Ab- rüstungssrage angeschnitten worden. Die Vor­schläge haben noch keine feste Gestalt angenom­men. England, Spanien und Rußland haben sich nur das Recht vorbehalten, diese Frage auf der Konferenz zur Diskussion zu stellen. Die Verfechter dieser Abrüstungsidee wollen eine bester« Bürgschaft für den Frieden darin er­blicken. Wer sollte diese Motive nicht billigen? Es ist aber noch keine Formel gefunden worden, die der Verschiedenartigkeit der einzelnen Staa­ten gerecht werden kann und die als Grundlage für ein Abkommen dienen kann. Wir haben diese Formel nicht gefunden. Auch andere Staaten sind, soviel ich weiß, nicht so glücklich gewesen, eine solche Formel zu finde». (Heiter­keit.) So lange aber nicht einmal die sichere Hoffnung auf eine befriedigende Lösung dieser Frage gegeben ist, so lange die Möglichkeit ihrer praktischen Durchführung nicht besteht, so lange vermag ich mir von einer Erörterung dieser Frage nichts zu versprechen. (Beifall.) Wenn nicht die Möglichkeit besteht. Zweckdien­liches zu erreichen, wozu darüber sprechen? (Beifall.) Schon die Aussicht auf eine Behand­lung dieser Frage hat keine beruhigende Wir­kung auf die internationale Lage ausgeübt. Als es sich, ich glaube 1873, darum handelte, in Brüste! über das Kriegsvölkerrecht zu ver­handeln, erklärte der englische Delegierte, daß über diesen Gegenstand nicht verhandelt werden dürfe. Wir hätten es diesmal genau ebenso machen können. Aber wir haben dies nicht ge­tan, sondern haben lediglich erklärt, wir wür­den an der Verhandlung darüber nicht teilneh­men, würden dies vielmehr den anderen Mäch-

Monatshefte desKosmos", Handweiser für Naturfreunde" und 5 für sich abgeschlossene, reich illustrierte Bände aus der Feder erster Autoren völlig kostenlos. Außerdem werden den Mitgliedern weitere gediegene Werke zu ermäßigten Preisen zur Verfügung gestellt, der Austausch und Ankauf naturwissenschaftlicher Objekte und Apparate vermittelt, Rat und Auskunft auf Anfragen erteilt rc., kurz in jeder Beziehung bei den denkbar geringsten Auslagen weitgehendste Unterstützung geboten. Der Bei­tritt zu dieser, nun schon weit über 33 000 Mit­gliedern zählenden Vereinigung wird durch eine schriftliche Mitteilung bewirkt, die jede Buch­handlung entgegennimmt. Prospekte und Satzungen versendet gratis die Geschäftsstelle desKosmos" in Stuttgart.

* Prähistorische Salzgewinnung im Mis­sissippital. Wie die prähistorischen Völker zum Salzgenuß standen, darüber können wir nur Mutmaßungen haben. Da wir noch heute Völ­ker kennen, die dieses nötigen Gewürzes ent­behren z. B. malaiische Stämme, andere aber es leicht durch Abdampfen von Salzwaster erlangen oder als natürliche Bodenausschwitzung gewin­nen, so darf man wohl auch schließen, daß bei den prähistorischen Völkern Salzgenuß wenig­stens teilweise bekannt war. Prähistorische Ein­richtungen zum Salzsieden hat man z. B. in dem sogenannten Briquetage böi Vic in Deutsch- Lothringen in ausgedehntem Maße nachgewie- fen, iibereinandergeschichtete Tonzylinder, die

len allein überlasten. Es ist, m. H., nicht zu be­fürchten, daß uns diese Zurückhaltung in dieser Spezialfrage in den Ruf bringen könne, nicht friedliebend zu sein. Ich habe sogar Grund zu der Annahme, daß auch andere Mächte hierin eine ähnliche Stellung einnehmen, wie wir. Es gibt auch in Frankreich, in Italien Friedens­freunde genug, die glauben, es sei richtiger, Illusionen nicht aufkommen zu lasten und die Realitäten nicht aus dem Auge zu verlieren. Zu meiner Befriedigung wird diese Auftastung sogar geteilt von einem sozialdemokra­tischen Blatte. Spät kommt Ihr, doch Ihr kommt! (Heiterkeit!) Hoffentlich bleibt es nicht bei diesem ersten Schritte der Einsicht. (Heiterkeit.) Um unsere Ruhe zu sichern, hat sich unser Grundsatz der Kriegsbereitschaft bis­her durchaus bewährt. Wir sind seit 1871 von niemand angegriffen worden und haben auch niemand angegriffen. Wir werden das auch niemals tun. Unsere gute Rüstung hat sich als Friedenswerkzeug bewährt: daß wir dieses Rüst­zeug behalten wollen, wird uns niemand ver­argen. Man hat uns zwar geraten, wir sollten auch den Schein meiden und uns deshalb an der Erörterung der Abrüstungsfrage beteiligen. Ich glaube aber nicht, daß eine solche Taktik uns einen besteren Schutz gegen Verdächtigungen unserer Friedensliebe erreichen ließe. Dazu haben wir schon zu viele ungerechte Verdächti­gungen unserer Absichten erlitten. Es erschien mir daher richtiger und würdiger, zu erklären, daß wir uns an dieser Aktion nicht beteiligen würden: wenn aber etwas Praktisches dabei herauskomme, würden wir erwägen, ob das unserem Frieden, ob den nationalen Jntereffen, und ob es unserer besonderen Lage entspreche. M. H., mit Genugtuung stelle ich fest, daß dies die Ansicht auch der Vertreter aller Parteien hier ist! Alle Bestrebungen, die den Frieden, die Zivilisation und die Menschlichkeit zu för­dern geeignet find, werden wir stets unterstützen. (Beifall.)

Den Wunsch des Reichstages, über Gang und Stand unserer auswärtigen Politik unterrichtet zu werden, halte ich für berechtigt. (Bei­fall.) Ich habe danach stets gehandelt. (Zu­rufe.) Der Antrag Hompesch fordert aber die periodische Unterbreitung von Material über die auswärtige Po­litik. Diesem Verlangen muß ich widersprechen. Es gefährdet die Salus publica. In Frankreich fragte man z. B. den Ministerpräsidenten, ob eine Militär- konvention zwischen Frankreich und England be­stehe? Der Ministerpräsident sagte: Ich weiß es, aber ich glaube cs nicht. (Heiterkeit.) So ist es auch in anderen Ländern gewesen, wo der Ministerpräsident aus Fragen nach der auswär­tige» Politik entweder gar nicht oder mit Ja oder Nein antwortete. Ich werde ebenfalls den berechtigten Wünschen der Volksvertretung auf Klarstellung auf dem Gebiete der auswärttgen Politik auch fernerhin entsprechen. Eine Ver­pflichtung kann ich aber nicht anerkennen im Interest« des Volkes. Herr Bastermann hat neulich erklärt, daß die Periode vieler Reden zu Ende fei. (Heiterkeit.) Ich halte nicht alles für gut. was er damals gesagt hat. (Heiterkeit.)

ein Gradierwerk darstellen: st« gehören der Hallstattzeit an. lleber die Salzbereitung bei den Indianern des Misfissippitales aus der Zeit vor der Entdeckung berichtet derGlobus" nach einem Berichte von Bushnell: Am Einfluffe des Mistouri in jenen Strom, wo Salzquellen zu­tage treten, hat er Ausgrabungen vorgenom­men, die ihn, etwa 80 cm. unter der Oberfläche, auf dem Urboden eine weite Fläche entblößen ließen mit zahlreichen alten Feuerlöchern und den gut erhaltenen tönernen Salzpfannen. In­dessen die Abdampfung erfolgte keineswegs über freiem Feuer, sondern in den Feuerlöchern wurden erst Steine erhitzt und diese dann in die mit dem Salzwaster aus den Quellen gefüllten Gefäße geworfen, das so zum Kochen und Ver­dampfen gebracht wurde, bis das Salz zurück- blieb. Diese Indianer waren also sog. Stein­kocher, die es ja heute in Nordwestamerika noch gibt, wo sie selbst in dicht geflochtenen Körben auf diese Art noch kochen: eine Methode die einst weit verbreitet war und von der wir selbst bei den Basken noch Spuren finden.

# Eine niederländische Reuguinea-Expedi­tion. Auf der großen australischen Insel, in deren Besitz das Deutsche Reich mit Holland und England sich teilt, haben die Holländer neuer­dings eine lebhafte Forschungstätigkeit ent­wickelt, und eben ist eine neue Expedition im Begriffe, Süd-Neuguinea zu durchforschen.

* Die Sräbertzügel der erst« japanische« Kaiser Kat der englische Anthropologe W. Eow-

Aber in der Frage der Nachteile des vielen Re­dens stimme ich ihm bei. (Große Heiterkeit^ Es gibt Zeiten, wo es sich empfiehlt, die Lage frei zu behandel», aber auch Zeiten, wo es an­gezeigt erscheint, sich kurz zu fasten. Ich will heute nur wenige Fragen erörtern.

Es heißt, Italien fei nur noch ein unsicherer Teilnehmer am Dreibunde. Die Zusammen- kunft in Gaeta hat viel Nervosität erregt, die im Auslande niemandem imponiert, weil sie wenig selbstbewußte Kraft zeigt. Unser Kaiser hat doch bei jeder Mittelmeerreise Zusammen­künfte mit dem König von Italien gehabt.

Die Vorgänge in Marokko geben keinen An­laß zu Argwohn. Mißverständliche Auftastun­gen können vorkommen, aber durch eine Aus­sprache beseitigt werden. Deutschland verfolgt in Marokko keine anderen als wirtschaftliche Ziele. Es will im wirtschaftlichen Wettbewerb gleichberechtigt fein. Ich sehe keinen Anlaß zu einer Trübung unseres Verhältniffes mit Frank reich. Zwischen uns und England sind keine Streiftragen vorhanden. Auch in Persien lie^ gen für uns keine polittschen Gründe. Die rus­sisch-englische Annäherung kann uns gleichgültig sein. Es ist der Versuch, alte Streitfragen zu begleichen. Eine ruhige, feste und mutige Ve' urteilung der Lage ist noch lange keine Schön­färberei, solange Selbstbewußtsein und Ver« trauen in die Kraft der Nation vorhanden sind, (Beifall.) Erhalten wir uns das Vertraue« und die Achtung, die unsere Macht und unfeu Friedensliebe einflößen. Pflegen wir wahr» Freundschaft! dann brauchen wir vor Bündnis, sen nicht ängstlich zu sein. Lasten wir andere» die Bewegungsfreiheit, die wir selbst verlange«, Streben wir danach, die innere Kraft zu sam­meln und unseren Frieden einmütig zu ver» teidige». (Lebhafter Beifall.)

Abg. v. Bollmar (Soz.) forderte die Betei ligung auch an de» Beratungen über die Ab rüstungsftage und empfahl eine Politik der An Näherung zwischen Deutschland und Frankreich Hingegen billigte Abg. Liebermann von 6a«= nenberg (wirtsch. Vgg.) das Fernbleiben dek deutschen Reiches von den Abrüstungsberatun, gen und hoffte, das deutsche Volk werde feine*. Weg wie bisher ohne Kleinmut und ohick Uebermut vorwärts schreiten. Nach weitere» Reden der Abg. Schrader (frs. Vgg.), Zimmer» mann (Disch. Rp.) und Dr. Semmler (nl.) tr» Vertagung ein.

land zum Gegenstand auch geschichtlich wichtige» Untersuchungen gemacht. Diese sehr zahlreiche» in dieZeit vom zweiten vorchristlichen bis sechsten nachchristlichen Jahrhundert zurücklie­genden Grabhügel zeigen Dolmenform und laft fen chinesischen Ursprung erraten. Die An« Häufung der Denkmäler an den Küsten und Ufern der großen Flüste läßt nur darauf schlie­ßen, daß das japanische Binnenland in jener Zeit noch großenteils von den Ureinwoh­nern, den Ainos, behauptet wurde. Dick Lage der Kaisergräber in vier verschiedenen Gebieten läßt seiner den Schluß zu, daß in jener frühgeschichtlichen Zeit das japanisch« Volk sich in vier Sonderstämme gegliedert hat.' Die Gräber selbst sind in Terrassen angelegt, und von Wällen umgeben. Um jede Terrasse' führen Röhren zu vorderhand noch unbekann­tem, vielleicht rein baulichem Zweck. Reihen- förmig aufgestellte Figuren aus gebranntem Ton sollen wohl einem Kultersatz für Menschen-! opfer bienen. Die Witwen- und Dienerver-, brennungen bei der Bestattung vornehmer Ja­paner wurde nämlich schon im ersten nachchrist­lichen Jahrhundert durch Aufstellung von' Figuren und Weihebildniffen am Grabhügel erseht. Die Gräber fetzt machen durch ihre Große «nd Bauart einen gewaltigen Eindruck.» So ist eins der größten von Eowland unter«' suchten 600 Meter lang.

Preußischer Landtag.

Das Abgeordnetenhaus setzte am Diensta, die erste Lesung der Sekundärbahn: Vorlage fort. Eine große Zahl von Redners trug lokale Wünsche vor. Minister Breitenback griff in die Erörterung ein, um sich noch cinma zu dem Grundsatz zu bekennen, die Verkehrs ärmeren Bahnen müßten vorzugsweise berück; sichtigt werden. Am Ende der fast sechsstündiger Erörterung sicherte der Minister den einzelner Wünschen wohlwollende Prüfung zu. Die Bor, läge ging an die Budgetkommiffion. Mittwock 11 Uhr: Initiativanträge und Petitionen.