mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain, n
SontttaasbeUaaer AüußtrtrteS
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Marburg
Mittwoch 24. April 1907.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Berlage Ioh. Lug. Koch, UmverfitLtS-Buchdruckeret
Marburg, Markt 2L — Telephon 55.
42. Jahrg.
Erstes Blatt.
HauLwerkrrsrage».
BortraZ
gehalten von Schreinermeister H. Schneider auS Wiesbaden auf dem konservativen Delegierlentage der Provinz Hessen-Nassau.
l Schluß.)
Die Einwände, die gegen die Einführung des Befähigungs-Nachweises geltend gemacht werden, sind ja im Allgemeinen bekannt. Der schwerwiegendste ist der, daß es heute nicht mehr möglich ist, die einzelnen Handwerke scharf gegeneinander abzugrenzen. Obgleich von den Befürwortern des Befähigungsnachweises wiederholt erklärt worden ist, dah sie eine scharfe Abgrenzung auch nicht wollen, wird doch immer wieder dieses Argument ins Feld geführt. Wie Ihnen bekannt sein dürfte, hat die von dem Lübecker Handels- und Gewerbekammertag eingesetzte Siebenerkommission zwei Gesetzentwürfe ausgearbeitet; den einen unter Zusammenlegung verwandter Gewerbe, den andern ohne jede Abgrenzung. Den ersten stellte sie als z. Z. u n « erreichbar zurück. Den zweiten, der nur die obligatorische Meisterprüfung forderte, legte sie dem Kölner Kammertag, unter eingehender Begründung vor. Gegen diesen wurde als schwerwiegendstes Argument ins Feld geführt, daß nach Einführung der obligatorischen Meisterprüfung, ohne Abgrenzung, doch alles beim Alien bleiben würde, daß dann jeder, nachdem er die Meisterprüfung in einem Handwerk abgelegt hätte, zu jedenr andern Handwerk übergehen könne. Dieser Einwand wurde sogar von Regierungsseite geltend gemacht. Darauf wurde von dem Referenten der Siebenerkommission folgendes erwidert: „Man hat auch mit unverkennbarer Ironie ausgcstreut: „Sintemal auf Grund irgend einer Meister- Prüfung jedesHandwerk betrieben werden kann, so wird diejenige Meisterprüfung sicher am gesuchtesten sein, die am leichtesten zu machen i ft z. B. d i e d e r B a r b i e r e, man könne ja dann auch die Uhrmache r e i Betretben." Das hat mancher für bare Münze gehalten, obwohl es doch nicht- weiter als ein zweifelhafter Witz -ist. Oder glaubt man wirklich es könne einen Handwerker geben, der absichtlich als Barbier 3 Jahre lernt, dann bis zum 24. Lebensjahr als Barbiergehilfe geht und die Meisterprüfung als Barbier macht! um dann in die Uhrmacherei springen zu können? Ganz gewiß nicht. Wer Barbier lernen und bleiben will, der lernt eben Barbier und wer Uhrmacher werden und bleiben will, der lernt Uhrmacher. Es wird jeder Handwerker wissen, daß er sein Brot doch bester verdienen kann in dem Handwerk, das er gelernt hat, als in dem, das er nicht gelernt hat."
Es ist bemerkenswert, daß Staatssekretär Graf von Posadowsky in der Reichstagssitzung
2Q l Nachdruck verboten.),
In der Schule des Leidens.
Roman aus dem New-Yorker Leben, M
von Erich Friesen. • •*'?■
(Fortsetzung.)
„Ich versichere Sie nochmals, mein Lieber, Sie irren sich," schallt soeben die ärgerliche Stimme des Direktors bis Norbert und Felicie herüber. „Privatangelegenheiten gehören auch nicht ins Theater. Also bitte, entfernen Sie sich!"
„Werd' ich schon tun. Aber erst geben Sie mir Frau Barringtons Adreste!" lautet die insolente Entgegnung.
. „Wozu?" '
'.Das ist meine Sache. Ich bin ihr Vater und will ihre Adreste misten."
Direktor Furrer schwankt.
' „Sagen Sie sie nicht," Herr Direktor!" warnt Gerda Douglas aus einer Ecke des Zimmers her.
M'.t hämischem Grinsen wendet der Mann sich zu der Sprecherin.
„Soso, meine feine Dame! Sie find also auch mit im Komplott, he! Also — zum letzten Mal: ich will Frau Barringtons Adreste wisten, eher weich' ich nicht vom Fleck!"
Sein drohender Blick umfaßt sämtliche Anwesende und schweift dann zur halboffenen Tür hinaus auf den hellerleuchteten Gang.
„Ha, da ist sie ja, das saubere Früchtchen!" lachte er plötzlich roh auf.
Schon ist er zur Tür hinaus. Wie mit eisernem Griff umspannt er Felicies Arm.
„Fort von ihr!" ruft Norbert mit Donnerstimme, den brutalen Angreifer zurückstoßend.
Thomas Mackay taumelt und würde zu Boden stürzen, wenn jener Mann, der vorhin dem Wortwechsel so lebhaft folgte, ihn nicht stützte,
vom 22. November t)06 fast mit denselben Worten dasselbe gesagt hat.
Die andere Hauptforderung: Organisation ist zum Teil erfüllt. Man hat den Handwerkern die Möglichkeit gegeben, sich in freien Innungen zu organisieren und das Zwitterding der freiwilligen Zwangsinnungen geschaffen, die schon viel Zank und Streit verursacht baben. Die letzteren leiden, trotzdem sie die zur Zeit beste Form der Organisation darstellen, an dem schon angeführten Mangel, daß sie jeden aufnehmen müssen, der das entsprechende Handwerk betreibt, ohne Rücksicht auf seine praktischen Kenntnisse und seine moralischen Eigenschaften. Der ominöse Name Zwang sinnung verursacht bei vielen Handwerkern einen entschiedenen Widerwillen. Deshalb müßte er möglichst bald beseitigt werden.
Ein langgehegter Wunsch bet Handwerker ist durch die Errichtung der Handwerkskammern erfüllt worden, und es muß anerkannt werden, daß diese eine der wertvollsten Errungenschaften, wenn nicht die wertvollste der neueren Handwerkergesetzgebung bedeuten. Es darf erwartet werden, daß durch die Tätigkeit der Handwerkskammer das Vertrauen der Handwerker in die Zukunft des Handwerks von neuem belebt und Einrichtungen zur Verbester- ung seiner Lage getroffen werden. Da die Hebung des Handwerks dem aesamten Staatswesen zug-tt kommt, so ist zu fordern, daß den Handwerkskammern zur Erfüllung ihrer Aufgaben aus Staatsmitteln finanzielle Beihilfen gewährt werden, wie das in den meisten süddeutschen Staaten schon geschieht.
Indem ich jetzt zum Schluste komme, faste ich das Gesaate noch einmal kurz zusammen:
Der Befähigungsnachweis bez. die obligatorische Meisterprüfung ist das wirksamste Mittel zur Hebung und Förderung des Handwerks insbesondere des Standes- üewußtseins, sowie einer gründlichen praktischen und theoretischen Ausbildung. Die Forderung der Einführung desselben in einer den gegenwärtigen Verhältnissen angepaßten Form ist daher aufrecht zu erhalten. Als zunächst erreichbares Ziel ist zu fordern der sogenannte kleine Befähigungsnachweis. Bei der Beratung des darauf bezüglichen Gese^nt- wurfs ist darauf zu achten, daß die Wirkung desselben nicht durch zu Ian Uebergangsbestim- mungen beeinträchtigt wird.
Um den Meistertitel begehrenswerter zu machen und den Anreiz zu gründlicher Ausbildung zu verstärken, ist zu fordern daß die geprüften Meister bei Vergebung öffentlicher Arbeiten in erster Linie auch dann zu berücksichtigen sind, wenn sie nicht wesentlich teurer sind, als ihre ungeprüften Konkurrenten. Um auch ben kleineren unb mittleren Handwerkern den Mitbewerb zu ermöglichen, sollen die Arbeiten in möglichst kleinen, nach den einzelnen Handwerken getrennten Losen vergeben werden.
Die Bildung von Rohstoff- und Werkgenosten- schäften ist zu fördern. Als weiterer Mittel zur Hebung des Standesbewutztseins nnt Pflege bei Kollegialität ist der weitere Ausbau der Orga-
,Das ist siel" knirscht Tbomas Mackay, heiser vor Wut. „Tun Sie Ihre Pflicht, Barns!" Sofort nähert sich der Mann Felicien.
„Ich verhafte Sie im Namen des Gesetzes, Frau Barrington. Sie haben einen Scheck gefälscht. Wollen Sie mir ruhig folgen?"
Eine Minute lang herrscht Totenstille. Niemand wagt, sich auch nur zu rühren.
Ue6er Felicie ist es wie eine Erstarrung gekommen. Unbeweglich, die Augen weit aufgerissen — so steht sie vot ihren Anklägern.
Plötzlich schwankt fie. Lautlos, wie eine geknickte Blume, bricht fie an des Gatten Brust
zusammen.
„Pah!" macht Thoma» Mackry verächtlich, in der Luft ein Schnippchen schlagend. „Alles Komödie! Ich kenne ihre Schliche und Tricks — ich, ihr Vater. Ich will Ihnen sagen, mein sehr ehenwerter Herr Barringtvn —" et beugt sich ironisch vor Norbert — „welch nettes Pflänz- chen Sie geheiratet haben! Ihr alle, hört gut zu!"
Tiefe Stille ., .
Norbert steht noch immer bewegungslos da, das bleiche Köpfchen an feiner Brust zättlich streichelnd. ,
„Zum Kuckuck auch! Warum redet ihr nicht! schimpft Thomas Mackay daher. „Habt doch sonst Sinn für derlei Sachen. Hött nur zu! Meinet Seel', warum rennt ihr denn alle fort?"
Eine Handbewegung des Direktors ein bittender Blick aus Gerdas sprechenden Augen — ernst unb schweigend verläßt das ganze Personal das Zimmer.
Ein Seufzer der Erleichterung HM Norberts Brust.
Behutsam läßt et Felicie auf den Boden niedetgleiten uno bespritzt ihr bleiche», ach, so totenbleiches Antlitz mit kaltem Wasser. ..
nisation, möglichst in Fach-Innungen, zu bezeichnen. Das Wott Zwangs-Innung ist durch eine andere geeignete Bezeichnung, etwa Pflicht- Innung, zu ersetzen.
Bei der Abgrenzung zwischen Fabrik und Handwerk darf nicht die Zahl der beschäftigten Arbeiter, auch nicht die Verwendung von Maschinen, sondern es muß die Art des Betriebs ausschlaggebend sein. Handwerkliche Großbetriebe miisien dem Handwerk zugerechnet werden. Solche FabriKetriebe, die handwerksmäßig ausgebildete Hilfskräfte beschäftigen, haben zu den durch die Regelung des Lehrlings- wosens entstehenden Kosten der Innungen und Handwerkskammern Beiträge zu leisten.
Die Bestimmungen über die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter in Fabriken sind für Handwerkslehrlinge überflüssig und deshalb auf Handwerksbetriebe nicht in Anwendung zu bringen. Den Handwerkskammern sind für die Errichtung und Unterstützung von Fach- und Fortbildungsschulen, Meisterkursen und dergl., ebenso wie den Landwirtschaftskammen hinreichende Geldmittel -us Staatsmitteln zur Verfügung zu stellen.
Das wären einige der wichtigsten Forderungen. die im Interests der Förderung des Handwerks erhoben werden müsten. Bei der Kürze der mir zur Verfügung stehenden Zeit war es mir nicht möglich, auf andere wichtige Fragen einzugehen.
Mein Bitte an die heutige Versammlung geht nun dahin, sofern Sie mit meinen Ausführungen einverstanden sind, eine Resolution zu beschließen, in welcher die Mitglieder der konservativen Reichstags- und Landtagsfraktion ersucht werden, den von mir voraetragenen Wünschen für das Handwerk nach Möglichkeit Geltung zu verschaffen. Der Handwerkerstand bildet immer noch eine der kräftigsten Stützen eines geordneten Staatswesens. Deshalb ist seine Erhaltung dringend geboten und es müsten erforderlichenfalls auch einmal außergewöhnliche Mittel angewandt werden. Noch ist es Zeit, daß etwas geschieht. Die auf das Handwerk bezügliche Gesetzgebung der letzten Jahrzehnte leiden alle an einer gewisten Halbheit. Es ist hohe Zeit, daß einmal etwas gründliches geschieht, wenn nicht ein Stein nach dem andern aus dem einst so stolzen Bau des deutschen Handwerks herausbrechen und zuletzt der ganze Bau einstürzen und bei feinem Sturz die heutige Gesellschaftsordnung mitbegraben soll. Ich schließe mit dem alten Handwerksgruß: Gott schütze und segne das ehrbare Handwerk!
Deutscher RMslm.
Im Reichstag wurde am Montag zunächst die erste Beratung der Rechnung Über den Haushalt des Schutzgebietes Kiautschou erledigt und die Vorlage der Rechnungskommission überwiesen. Daraus wurde die erste und zweite Lesung des Vertrages mit ben Nieberlanben bett, bie gegen»
Strtb schlägt sie die Augen auf. Ein Zittern Überfliegt ihre Gestalt.
„Das Spiel ist aus!"
Mechanisch kommen die Worte von ihren Lippen. Sin langer, schmerzlicher Blick auf ben Gatten — bann erhebt sie sich mühsam und schreitet auf ihren Stiefvater zu.
,Ich bin bereit. Was hast du mit mir vor?"
'.Du kommst mit nach New-York — heute noch?" Ein häßliches Lachen verzertt fein Gesicht „In New-York hast du das Verbrechen begangen, in New-York sollst du vors Gericht. Detektiv Barns, nehmen Sie das Mädel fest! Keine Schonung, hören Sie? Haben Sie keine Handeisen bei sich? 's wär' sicherer. Die bat'» hinter den Ohren — ich kenn' sie. Brennt Ihnen noch unterwegs durch."
„Nein, nein! Keine Handeisen!" In fast verzweifeltem Ton schreit Felicie auf. „3dj will mit Ihnen gehen, wohin Sie wollen. Nur nicht fesseln! Bitte, bitte, nicht fesseln!"
Norbert lehnt während der ganzen unerquicklichen Szene an einer Säule. Eine Art von Erstarrung ist über ihn gekommen, c
Da — ein leises Geräusch an der Tür.
Gerda Douglas tritt ein.
Sie schreitet direkt auf Felicie zu. Mit kräf. tigen Armen die schwankende Gestalt umschlingend, lehnt fie deren gefentten Kopf sanft an ihre Brust. , ,„
Bei diesem rührenden Anblick weicht die Erstarrung von Norberts Gliedern. Er macht ein paar Schritte nach seiner Fran hin.
Was — was bedeutet dies alles? Ich werde do^' wohl wisten dürfen, westen matt meine Frau beschuldigt!"
„Namensfälchung! Betrug!" schrett Thomas Mcüay wütend.
„Und weshalb? Wenn Sie fürchtem meine Frau oder ich könnten versuchen, das Gesetz zu
fettige Anerkennung industrieller Unternehmungen, debattelos genehmigt, unb bas Haus trat in bie Fortsetzung bet Beratung bes Etats berJustizverwaltung und der zu diesem Etat vorliegenden Resolutionen ein. Abg. Eraef (wirtsch. Vgg.) äußerte Bedenken über den Zwangsvergleich außerhalb des Konkurses und sprach sich ablehnend gegen die Resolution betr. die Zeugnisverweigerung aus, stimmte jedoch ben übrigen Resolutionen im Namen seiner Freunbe zu. Staatssekretär Dr. Nieberding erklärte, gegen bie Einführung bes Zwangsvergleichs habe sich ber Kaufmannsstand in {einer großen Mehrheit ausgesprochen, und auch die Handelskammern von Hamburg, Bremen unb Königsberg hätten sich bem angeschlossen; er bitte baher um Ablehnung ber Resolution. Abg. Bruhn (Reformp.) sprach sich für bie Resolutionen betr. bie Aufhebung bes Zeugniszwanges ber Rebakteure, ferner betr. Diäten für Geschworene unb Schöffen, sowie Ausdehnung bet Immunität, aus unb wünschte eine Vereinfachung des amtsgerichtlichen Verfahrens. Abg. Göring (Ztr.) forderte den baldigen Schutz der Bauhand- werkerforderungen, während Abg. Held (natlib.) den Anwaltstand gegen die Ausführungen des Abg. Bruhn in Schutz nahm und lebhaft für bie Resolution, betr. Einschränkung ber Haftpflicht des Tierhalters eintrat. Staatssekretär Dr. Rieberding erklätte, sobald ein Beschluß des Hauses über diese Resolution vorläge, würde derselbe den verbündeten Regierungen zugehen. Abg. Müller-Meiningen (frs. Vp.) machte dem Staatssekretär den Vorwurf eines Mangels an Initiative und Energie. An dem langsamen Tempo in der großen Justizreform scheine Preußen das Hindernis zu sein. Auf bie Resolution eingehend trat Rebner für das Zeugnisverweigerungsrecht ber Abgeordneten sowie für Aufhebung des Zeugniszwanges ber Presse ein. Für ben Herrn Reichskanzler sei hier eine Gelegenheit, feine Achtung vor ber Presse zu erweisen, baß sie nich* mit ihren Rebaktionsgeheimnissen aufräume. Bayerischer Ministerialbirektor Treutlem-Mör- bes bemertte dem Vorredner in Bezug auf einer. Nürnberger Fall, er könne auf diesen erst zurück- kommen, wenn ihm ein einwandfreies Material zur Verfügung stehe. Darauf wandte sich Staatssekretär Dr. Nieberding gegen die ihm vom Abg. Müller-Meiningen gemachten Vorwürfe und verwahrte sich gegen die Behauptung,' er habe sich in der Erörterung der vom Abg. Heine vorgebrachten Fälle nicht so verhalten, rohes der Reichstag hätte verlangen können. De» Beuthener Fall sei ihm zu wenig bekannt gewesen, im Breslauer Falle habe der Richter bei den Arbeitgebern das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit verneint, bei den Arbeitnehmern dagegen bejaht; daraus habe der Abg. Heine dann den Schluß eines Messens mit ungleichem Maße gezogen. Was die Resolution zur Jmmunitäts-
umgehen, so irren Sie. Wenn Sie wollen, schlie ßen Sie die Tür ab! Das Zimmer hat keinen zweiten Ausgang. Und dann — dann kann ich ja wohl die Ursache dieses Auftrittes erfahren!"
„Natürlich, zuerst müsten wir die Ursache wisten!" bekräftigt Gerda mit ihrer tiefen, wohlklingenden Stimme sich zu Mackay wendend. „Sie sagen, Frau Barrington habe Namen gefälscht, Betrug begangen . . . Wie, wann unb wo soll bies geschehen sein? Beweisen Sie Ihre schwere Beschuldigung unb vergessen Sie babei nicht, baß die Dame einflußreiche Freunde besitzt, bie für sie eintreten werden» Also Vorsicht unb möglichste Eile, mein Herr!"
„Tata, roerb’s schon beweisen!" erroiberte Mackay, auf ben wider seinen Willen Gerda» bestimmte Worte Eindruck machen. „Kennst du bies hier?"
Er zieht aus seiner Tasche ein schmutziges Portefeuille, öffnet es, entnimmt demselben ein zerknittertes Stück Papier unb fuchtelt bamtt feiner Stieftochter vor bet Nase herum.
„Kennst bu diesen Scheck?"
Heißes Rot steigt in Felicies Wangen.
„Ja," stammelt sie fast unhörbar, in Todesangst.
Jetzt tritt der Detettiv vot.
„Wir wollen bie junge Dame nicht länger quälen," sagt er mitleidig. „Ich werde sie mit mir nach New-York nehmen. Dort wird sich alles entscheiden."
„Ja," fällt Gerda ein. „Und wir, ihr Gatte und ich, werden fie begleiten! Bleiben Sie 6d hr, Barrington! Das arme Kind ist wie zer- chmettert. Suchen Sie, fie aufzurichten! Ich ahre in ihre Wohnung, um warme Kleidet für >ie Reise zu holen I" Damit eilt fie davon.
(Fortsetzung ' lgt.)