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solches Zugeständnis schon deshalb ganz unmöglich, weil Herr Charlemagne Tower in seiner Rede ja selbst zugegeben hat, was auch von anderer autoritativer Seite eingeräumt worden ist, daß die deutsche Regierung gar keine Veranlassung habe, den Amerikanern irgendwelche Zugeständnisse zu machen, daß vielmehr die Amerikaner nur dann darauf rechnen können, eine Verlängerung des Handelsprovisoriums zu erreichen, wenn sie ihrerseits ausreichende Konzessionen gewähren. Auch die Zusicherungen, die der Reichskanzler und der preußische Land- wirtschafrsminister in letzter Zeit gegeben haben, kaffen ein solches Zugeständnis als geradezu unmöglich erscheinen. Der Reichstag aber wird in seiner jetzigen Zusammensetzung einer solchen Regelung unserer Handelsbeziehungen, die abermals auf Kosten der deutschen Volksgesundheit und der deutschen Landwirtschaft erfolgen müßte, niemals seine Zustimmung erteilen.
Durch den von Herrn Carnegie im Einver- ständniffe mit der Unionsregierung, um nicht zu sagen: im Auftrage Roosevelts, inszenierten „kleinen Friedenskongreß" in New-York sind die wirtschaftlichen Fragen für den Augenblick scheinbar in den Hintergrund gedrängt worden, aber sie werden gewiß bald wieder auf der Tagesordnung stehen und dann heißt es: deutscher Michel, laß Dich nicht verblüffen; denn Uncle Sam gegenüber ist entgegenkommendes Wesen schlecht angebracht, mit ihm muß deutsch geredet werden.
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Deutscher Reichstag.
Die Beratung des Etats des Reichsamts des Innern wurde am Donnerstag beim Kapitel „R e i ch s g e s u n d h e i t s a m 1" fortgesetzt. Abg. Prinz Echönaich-Carolath (natlib.) verbreitete sich über das Automobilunwesen und fragte an, ob irgend welche Maßnahmen in Vorbereitung wären, um den Uebelständen in bezug auf di« das Publikum in hohem Maße belästigenden Ausdünstungen und der übermäßigen Stauberegung der Automobile zu steuern. Das Publikum, das Erholung im Freien suche, habe ein Anrecht darauf, vor solchen Schädlichkeiten geschützt zu werden. Abg. Severing (603.) forderte vermehrte Anstellung von Aerzten in der Eewerbeaufsicht und empfahl eine von seiner Fraktion eingebrachte Resolution Albrecht, bett. Arbeiterschutz in Walz- und Hüttenwerken, sowie die Anstellung von Arbeiterkontrolleuren. Abg. Wattendorf (Ztr.) forderte Maßnahmen zur Verhütung der Einschleppung pestverdächtiger Ratten durch holländische Schiffe in Emden, sowie Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Ee- nickstare in Westfalen. Abg. Korfantq (Pole) befürwortete eine von seiner Fraktion eingebrachte Resolution, nach der sämtliche Unfallver-
lt. ff.
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Marburg, Markt 2L — Telephon 55.
lisation" für unbedingt erforderlich erachte, die deutsche Flotte zu vernichten. Rur die Angst vor Amerika, wegen Kanadas und der leicht zu verhindernden Weizeneinfuhr für das Insel- reich, habe bis jetzt England von diesem löblichen Vorhaben abgehalten. Es liege also im eigensten Jntereffe Deutschlands, die militärische und wirtschaftliche Schwächung Amerikas zu verhindern; denn wenn auch Deutschland scheinbar dadurch einen wirtschaftlichen Vorteil über Amerika erringen könnte, so würde es doch aus dem Regen in die Traufe geraten und an England einen um so schärferen Konkurrenten haben.
Dem kann man beipflichten, soweit es sich lediglich um diplomatische Unterstützung der amerikanischen Stellung handelt. Keinesfalls aber könnte Deutschland ein Jntereffe daran haben, sich in ein Bündnis mit den Vereinigten Staaten zur Verteidigung ihrer Ansprüche gegen den englisch-japanischen Zweibund einzulassen. Denn wer würde bei dem wankelmütigen Geiste des amerikanischen Volkes und bei deffen Vorliebe für das angelsächsische Bündnis uns im Ernstfall« für einen amerikanisch-englischen Separatfrieden bürgen?
Ebenso können die Liebenswürdigkeiten, die Herr Charlemagne Towe: in seiner New-Yorker Rede uns erwiesen hat,nicht darüber Hinwegtäuschen, daß er die wirtschaftlichen Jntereffen seines Landes und nicht die des unsrigen vertritt. Wenn er mit bestechenden Redewendungen darauf hinwirkt, einen Zollkrieg zu vermeiden, so ist das sein gutes Recht. Wir aber werden ernsthaft zu überlegen haben, wer von beiden Vertragschließenden bei einem Zollkriege mehr zu verlieren haben würde, Deutschland oder die Vereinigten Staaten. Der Wirtschaftliche Ausschuß, der demnächst zusammentreten wird, um diese Frage zu beraten, wird sich der Einsicht nicht verschließen können, daß es in unseren Beziehungen zu den Vereinigten Staaten so nicht weiter gehen kann, wie es bisher gegangen ist, daß diese vielmehr einer grundsätzlichen Revision unterzogen werden müssen. Allerdings wird man sich bei dieser Konferenz im Reichsamte des Innern auch darüber klar bleiben müffen, daß an weitere Zugeständniffe für die landwirtlschaftliche Ausfuhr der Amerikaner nicht gedacht werden kann.
Rach einem Washingtoner Telegramm der „Kölnischen Zeitung" soll sich die deutsche Regierung bereit erklärt haben, als Gegenleistung für die ihr in Aussicht gestellten Zugeständniffe der Vereinigten Staaten von Amerika bestimmte einschränkende Bestimmungen über die amerikanische Fleischeinfuhr zu mildern. Ganz abgesehen von den skandalösen Enthüllungen über die amerikanischen Schlachthäuser, scheint ein
Amerika und toi \
Der Botschafter der Vereinigten Staaten von Nordamerika in Berlin, Herr Charlemagne Tower, der gegenwärtig auf Urlaub in seiner Heimat weilt, hat jüngst in New-York bei dem Bankett der dortigen „Staatszeitung" eine Rede über die Beziehungen der Vereinigten Staaten zum deutschen Reiche gehalten, die in der deutschen Preffe wegen des freundlichen Tones, in dem der Botschafter über Deutschland gesprochen hat, sehr wohlwollend beurteilt worden ist. Auch in Amerika wird die Wirkung vieser Rede sicherlich um so größer sein, als man in den maßgebenden Kreisen der Union Herrn Charlemagne Tower nicht nur persönlich sehr hochschätzt, sondern ihn auch als guten und aufmerksamen Beobachter kennt.
Dies ist im beiderseitigen Jntereffe sehr erfreulich, da sowohl dem deutschen Reiche bei der gegenwärtigen politischen Lage an guten Beziehungen zu den Vereinigten Staaten gelegen ist, wie letztere ihrerseits schon im Hinblick auf die stets wachsende Machtstellung der rührigen Japaner alle Ursache haben, gute Freundschaft mit Deutschland zu halten. Gleichwohl scheint man sowohl in politischer wie in wirtschaftspolitischer Beziehung aus dieser Sachlage allzu weitgehende Schlüffe zu ziehen. So kann man nicht ohne weiteres und durchweg den Ausführungen beipflichten, die Graf E. Reventlow in seinem soeben von Carl Curtius, Berin, heraus- gcgebenen Buche „Weltfriede oder Weltkrieg?" über unsere Pflicht zu einer Unterstützung der amerikanischen Politik macht. Sein Gedanken- gang ist der folgende:
Militärisch sei nichts int Wege, daß die Japaner sich der Philippinen bemächtigen; denn die Vereinigten Staaten seien für diesen Krieg nicht bereit. Sie hätten dann keinen Flottenstützpunkt im Osten, und das Endresultat wäre jedenfalls, da England Japans Bundesgenosse ist, eine schwer« militärische, politische und wirtschaftliche Schwächung der Union. Wer aber hätte den Vorteil davon? Nur England. Das britische Weltreich mit seiner Beherrschung aller Märkte würde kolossale Ausdehnung annehmen. Sei aber die amerikanische Kriegsflotte kein nennenswerter Machtfaktor mehr, dann sei England der jetzigen schweren Sorge ledig. Denn es brauche seine Aufmerksamkeit nicht mehr zwischen Deutschland und Amerika zu teilen, nicht mehr auszurechnen, ob seine Macht nach Niederwerfung Deutschlands zur See noch ausreichen würde, um den Vereinigten Staaten überlegen zu sein. Es sei kaum ein Zweifel möglich, daß die englische Regierung es dann „im Jntereffe des Weltfriedens und der Zivi-
Marburg
Sonnabend 20. April 1907.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntaasbeilaaer StttuftrirM
In der Schule des Leidens.
Roman aus dem New-Yorker Leben von Erich Friesen.
(Fortsetzung.)
Felicie selbst ist nicht sehr glücklich über diese Auszeichnung.
„Ich fürchte, ich kann die Rolle nicht mehr spielen."
„Warum nicht, Licq?"
Barringtons Frage klingt etwas nervös, erregt.
,Zch weiß nicht, Norbert. Aber ich denke mir — ich fühle, als ob ich unglücklich sein müßte, um den Charakter der Rolle zu treffen."
„Und das bist du jetzt nicht, mein Steh?“
Sonnigstes Lächeln strahlt aus den großen schwarzen Augen, spielt um die frischen, halbgeöffneten Lippen.
„Nein, 0 nein! Ich bin das glücklichste Geschöpf der ganzen Welt!"
Mit ausgebreiteten Armen fliegt sie auf den Gatten zu. Fest schmiegt sie ihr Köpfchen an seine breite Brust.
Und er küßt sanft das lockige Haar und streichelt die glühenden Wangen und blickt tief, tief in die voll zu ihm aufgeschlagenen Augen.
„Fühle, wie mein Herz pocht!" flüstert sie unter Tränen. „Es klopft nur aus Liebe, aus Liebe zu dir, mein Einzig-Teurer. O Gott, wenn du dieses treue Herz jemals betrügen könntest! Ich würde wahnsinnig!"
Jetzt lächelt auch er.
„Unsinn, Närrchen! Ich spüre nicht die geringste Luft, mein teures Weibchen zu betrügen."
„Aber viele Männer tun es doch — namentlich viele Künstler!"
„Was gehen uns andere an, mein Lieb! Für mich gibt es nur eine Frau auf der Welt — und das bist du!"
„Und Gerda Douglas? Du machst dir nichts aus ihr?"
Ein Schatten huscht über Norlc soeben noch so heitere Strin.
„Nicht in dem Sinn, wie du es meinst, mein kleines Dummchen. Gerda ist meine, nein, unsere liebe Freundin. Ich schätze und verehre sie hoch — nichts weiter. Und nun bitte ich dich ernstlich, diese Frage ein für allemal abgetan sein zu laffen. Du wirst mich sonst böse machen. Jetzt hole deine Briefe von der Post, Lycy, und dann komm' zur Probe!"
Felicie ist vollkommen befriedigt. Schnell setzt sie ihren Hut auf, streift die Handschuhe über und läuft nach dem in der Nähe befindlichen Postamt.
Gleich darauf hält st« einen Brief von ihrer Mutter in der Hand.
Briefe von der Mutter find keine Seltenheiten für Felicie. Warum zögert sie diesmal, ihn zu öffnen? Warum beschleicht sie beim Anblick der wohlbekannten Schriftzüge ein eigenes Angstgeiiihls Vielleicht, weil die Adreffe etwas zittrig geschrieben ist — wie in großer Erregung oder Schwäche . . .
Unschlüssig dreht sie den Brief ein paar Mal hin und her. Dann öffnet sie zaghaft das Kuvert.
Der Inhalt ist auffallend kurz — ganz im Gegensatz zu den sonst recht weitschweifigen Aus- laffungen der Schreiberin.
Mit einem Blick überfliegt Felicie die wenigen Zeilen.
Tiefe Bläffe überzieht ihre Wangen. Ihre Pupillen verkleinern sich. Aufseufzend zerknittert sie den Brief und schiebt ihn in die Tasche.
Was tun? Was tun?
Sie schließt die Augen, um besser Nachdenken zu können . . .
Dann reißt sie ein Depeschenformular vom Haken, schreibt hastig ein paar Zeilen darauf und schiebt es mit zitternder Hand durchs kleine Schalterfenster.
»Kann das Telegramm sofort abgehen?**
„Ja, Fräulein. “
„Wann ist es in Rewyork?"
„In einer Viettelstunde, Fräulein."
Der Beamte zählt die Worte. Felicie zahlt die gewünschte Taxe und verläßt das Postamt.
So schnell, wie die Füße sie tragen, eilt sie zum Theater.
Die Probe hat schon begonnen. Direktor Furrer, der selten aus seiner Ruhe zu bringen ist, zeigt heute entschieden schlechte Laune. Die Probe konnte ihren Fortgang nicht nehmen, weil Ophelia fehlte.
„Na endlich, Frau Barrington? Ein bißchen schnell doch! Sie halten die ganze Probe auf!"
Felicie zittert am ganzen Körper. Unter dem Jgorgeben, noch etwas Notwendiges holen zu müffen, eilt sie in ihre Garderobe.
Hier sinkt sie leise aufschluchzend in die Knie und bedeckt das Gesicht mit beiden Händen.
Die zweite Liebhaberin, eine von Felicies speziellen Freundinnen, steckt den Kopf durch die Türspalte.
„Aha!" murmelt sie mit höhnischem Herabziehe n der Mundwinkel, und verschwindet eiligst wieder.
„Schnell, Frau Barrington!" erschallt die Stimme des Inspizienten hinter der Tür. „Der Herr Direktor ist wütend. Sie verderben die ganze Probe?"
Hastig haucht Felicie auf ihr Taschentuch und betupft sich damit die heißen Augen. Doch kann sie es nicht hindern, daß bei ihrem Betreten der Bühne jedermann die Röte ihrer Wangen und Augenlider bemertt.
„Armes Ding!" wispert die „zweite Liebhaberin" mit heuchlerischem Augenverdrehen der „komischen Alten" ins Ohr. ,Wie sie mich dauert! Bat ihren hübschen Mann nicht fest genug an der
trippe gehalten! Selbst ein Blinder muß sehen, wo sein Herz —"
Half den Mund, Gelbschnabel!" erwidert „unsere Dick" mit der ihr eigenen Derbheit, während ihre kleinen Aeuglein ägerlich aufleuchten.
Hütungsvorschriften und Verordnungen in Berg- und Hüttenwerken den polnischen Arbeitern in ihrer Muttersprache zur Kenntnis gebracht werden sollen. Eine weitere polnische Resolution forderte weiter noch Erhebungen übet die Lage der Arbeiter in Walz- und Hüttenwerken. Abg. Hoessel (Reichsp.) wünschte, daß den jungen Aerzten die Absolvierung des vorgeschriebene» praktischen Jahres in Zukunft statt in Kliniken bei praktischen Aerzten gestattet werde. So dankenswert es ferner fei, daß eine der vom Zentrum vorliegenden Resolutionen sich auch mit der Wohnungsfrage befaffe. so hielten er und seine Freunde doch daran fest, daß diese Angelegenheit in erster Linie Sache der Gemeinde fei. Abg. Mugdan (frs. Vp.) trat für eine Reform der jetzigen Krankenpflege ein, in der neben der gewiß wertvollen religiösen Krankenpflege auch dafür gesorgt werde, daß Angehörige der gebildeten Stände sich bereitwilliger, als bisher der Krankenpflege widmen. Staatssekretär Graf Posadowsky bemerfte in bezug auf die Wohnungsresolution, daß mehr als ein Viertel des Vermögens bet Jnvalidenversiche- rungsanstalten für Wohnungs- und andere humanitäre Zwecke zu einem niedrigen Zinsfüße zur Verfügung gestellt werden könnten. Es könnten eventuell schon jetzt über 500 Millionen dazu verwendet werden. Die Resolution fordere, daß auch die Bedingungen für Hergabe von Geldern für solche Zwecke günstig sein sollen. Aber der Zinsfuß, zu dem diese Gelder hergegeben werden, sei ja auch sehr niedrig. Eine Hergabe für Eigenhäuser freilich sei unzweckmäßig, denn da liege immer die Gefahr einer spekulativer Ausnutzung vor. Hebet ein Wohnungsgesetz habe vor einigen Jahren Preußen einen Entwurf ausgearbeitet. Wie weit dieses Projekt jetzt gelangt ist, wiffe er im Augenblick nicht. Jedenfalls täte man im Reiche gut, erst einmal die Gestaltung der Dinge in Preußen abzuwar- ten. Was die Unterstützung von Baugenoffen- schaften aus den Kreisen der Beamten und Arbeiter in Militärwerkstätten anlange, so steh« diese unmittelbar bevor. Der Automobilverkehr habe sich stark entwickelt und werde sich jedenfalls noch weiter heben. Umsomehr sei die Forderunz berechtigt, bei Zeiten zu erwägen, wie den Uebelständen abgeholfen werden könne, und ob es möglich sei, durch Vorschriften der Staubentwicklung und dem Benzingeruch entgegenzuwirken. Es werde das weiterer technischer Erfahrungen bedürfen. Die Ausbildung von Krankenwärtern sei Sache der Einzelstaaten, wie er dem Abg. Mugdan gegenüber bemerken müsse. Wenn der Abg. Mugdan ferner eine anderweite Gestaltung des Reichsaesundheitsamtes wünsche, so würde das wenn sein Wunsch durchgeführt würde, gegen die Artikel 4 de: Reichsverfaffung niedergelegten Kompetenzen verstoßen. Der Wunsch des Abg .Wattendorf betreffs Einsetzung einer Kommission in Sachen der Genickstarre werde er an ben Minister für Medizinale Angelegenheiten weitergeben.
Harrington, wollten Sie nicht mit ihrer Frau sprechen?" . _ . .
Norbert, bet gerabe am anderen Ende der Bühne beschäftigt ist, eilt verwundert herbei. <
Auch ihm fällt sofort Felicies verstörtes Aus- ^e"s?tUbir nicht wohl, Licy?" fragt et besorgt, sie beiseite nehmend.
„O doch; nut — ich — ich erwarte heule abends meine Mutier."
Deine Mutter? Heute abends? Um Htm- mels willen — was will sie denn von dir?"
„Sie will mich durchaus sprechen. So telegraphierte ich ihr unsere Adreffe."
Aber Licy, du hast heute abends feine Zeit für deine Mutter! Bedenke — die .Harnlet"- Vorstellung! Du mußt dich für die „OphKia' vorbereiten?"
Nervös zuckt Felicie mit den Schultern.
's hilft alles nichts — ich muß sie sprechen. Ich werde schon pünktlich zur Vorstellung da sein. . . . Run geh', Norbert! Beachte mich nicht weiter? Tu' mir den Gefallen?"
Mit schwerem Herzen betritt Barrington wieder die Bühne. Seine Frau kommt ihm heule gar so seltsam vor. _ ., ,
Felicie haspelt ihre Partie gleichgültig her- untet — ohne Verständnis, ohne Empfindung. Einmal verliert sie sogar ganz den Faden, so baß sich eine ernstliche Rüge von Seiten des Direttors 5U3$arrin8ton ist in Verzweiflung. Selbst Gerda Douglas blickt besorgt darein.
„Ihre Frau wird sich ihre ganze Karrte^ verderben, wenn sie sich nicht aufrafft," bemerkt sie mißbilligend.
„Beachten Sie sie nicht, Gerda! Etwas quält sie augenblicklich. Heute abend wird's besser gehen." _ „ .
„Hosentlich. Nehmen Sie sie nach der Probe gleich mit nach Hause? Sie sieht sehr angegriffe» aus. Sie soll ein wenig schlafen."
, „ (Fortsetzung folgt.)