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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und KirckLai-.

Sonntaasbeilaae: AUuktrirtes 6Koittt#*A»RTrtHL

Erscheint wöchentlich siebe« mal.

Druck und Verlag' Joh. Slug. Koch, UmvcrsitLtS-Buchdruckerei 42.

Marburg, Markt 2t. Telephon 55. V B*

Marburg

Mittwoch. 17. April 1907.

Vierteljährlicher Bezugspreise der sei Erprdition 2 Mk>, J2 89 . bei allen Postämlem 2,25 M. ^jcU Bestellgeld).

e/,w Znsertlonsgebühr: die gespaltene Zelle oder oeren Raum 15 Pfg.

Reclanien: die Zeile 80 Pfg.

Zweites Blatt.

Neues aus unserer Kriegsmarine.

: Neubauten, Stapelläufe, Probe­fahrten rc. Der Kl. KreuzerErsatz Wacht" sist am 7. März auf der Vulcan-Werft von Sta­ve! gelaufen und hat den NamenStettin" er­halten. -(Es besitzt eine Wasserverdrängung von «rund 3450 t bei einer Länge von 111, einet SBreite von 13,7 und einem Tiefgang von 4,8 m. ;3ur Fortbewegung dienen Parsonsturbinen, die 14 000 indiz. Pferdekräfte entwickeln und dem 'Schiff eine Geschwindigkeit von 24 sm oeben sollen. Die Armierung wird aus zehn 10,5?dm= und acht 5,2 om-Schnellfeuerkanonen, vier Ma­schinengewehren und zwei Unterwaflertorpedo- . rohren bestehen. Von den int Bau befindlichen Torpedobooten ist8 142" am 6.März in Elbing 'M Wasser gelassen. Der MinendampferNau- .tilus" ist von der Marineverwaltung abgenom- men und Ende Februar nach Wilhelmshaven übergeführt. Das VermessungsschiffMöve" ist am 12. März zu Probefahrten in Dienst gestellt und soll nach Absolvierung derselben den Ver­messungsdienst in den heimischen Gewässern überirehmen.

Die aktive Schlachtflotte hat nach Bestimmung des Kaisers fortan die Bezeichnung Hochseeflotte, die Reserve-Schlachtflotte die Be­zeichnung Reserveflotte zu führen. Sodann hat der Kaiser neuerdings der Hochseeflotte einen silbervergoldeten Pokal als vierten Schießpreis verliehen. Die Bestimmung darüber, welche Schiffe um diesen Preis in Wettbewerb treten sollen, behält er sich vor. In diesem Jahre kom­men hierfür die Kl. Kreuzer in Betracht. Die Aufklärungsschiffe der Hochseeflotte unternah­men vom 18. Februar bis 1. März eine llebungs- reifc nach der Nordsee. Während der Nordwest- . stürme in der Zeit vom 20;24. Februar war ihnen mehrfach Gelegenheit geboten, in Seenot befindlichen Schiffen der Handelsmarine Hilfe zu leisten. Auf Befehl des Kaisers suchten sie am 22. und 23. Februar die Deutsche Bucht nach havarierten Schiffen ab, jedoch ohne solche zu finden . Der Er. KreuzerRoon" wird sich an­fangs April nach Nordamerika begeben, um mit dem dort stationierten Kl. KreuzerBremen" an der gelegentlich der dritten Jahrhundertfeier der Geburt der amerikanischen Nation in Ja­mestown stattfindenden internationalen Flot­tenschau teilzunehmen.

Schiffe im Auslande. Ostasien: Der Er. KreuzerFürst Bismarck" mit dem Chef des 'Kreuzergeschwaders an Bord hat Ende Februar die Philippinen besucht und ist anfangs März nach Hongkong gegangen. Im Sommer wird das Kreuzergeschwader durch den Kl. Kreuzer Arcona" verstärkt werden, der aus der Hochsee­flotte ausscheidet und durchDanzig" ersetzt wird. Australien: Das Vermessungsschiff Planet" wird am 17. März wieder Hongkong . chem Zweck Kapstadt aufgesucht und wird Ende März auf seine Station zurückkehren. West­afrika: Der Kl. KreuzerSperber" hat Mitte Februar Kamerun mit gleichem Ziel verlassen. Amerika: Der Kl. KreuzerFalke" hat auf

Moderne Reiseberichterstatter über Griechenland.

in.

Es war in der Mitte der neunziger Jahre des vorigen Jahrhuirderts, einige Zeit nachdem ich in bet Newyorker Academy of Medicine eine Vorlesung über Griechisch als Sprache der Aerzte und allgemeine Eelehrtensprache gehalten und diese Vorlesung das Interesse der ganzen medi­zinischen Welt erregt hatte, zur Zeit da noch keine Verschwörung bestand, meine Ansichten über Griechisch und Griechenland totzuschweigen, als sich folgendes abspielte.

Einer der Akademiker, dessen Frau selbst Arzt war, ein alter Herr, jetzt einer von denen, welche die FranzosenErzbischöfe" in der Me­dizin nennen, schickte Frau eine sehr gelehrte Dame und Tochter, ohne mich jedoch einer Mitteilung zu würdigen, für sechs Monate nach Athen um Griechisch zu lernen. Während die Damen in Athen waren, teilte mit nun bet alte Herr Kollege und Akademiegenosse mit, daß die Tochter täglich griechische Stunden nähme, er habe ihr empfohlen, das Theater zu besuchen, ^allein zu seiner Verwunderung hätten ihm Frau iunb Tochter mitgeteilt, dass es in Athen gar kein Theater gäbe. Ich sagte ihm darauf, daß es das choste Mittel sei Griechisch nicht zu erlernen, toenn man nach Athen gehe und anstatt auf na­türliche Weise, im täglichen Verkehr, namentlich sin Gesellschaft z. B. bet Tisch, sich mit bet Sprache 'bet Griechen vertraut zu machen, Stunden iNähme und sonst gerade mit denen zu verkehren, die man meiden müsse, nämlich den Landsleuten, die unsere Sprache, aber nicht Griechisch mit uns

verlassen und sich nach dem deutschen Schutzgebiet in der Südsee zurückbegeben, um die unterbro­chenen Vermessungsarbeiten wieder aufzuneh­men. Der Kl. KreuzerCondor" liegt seit An­fang März bis Mitte Mai in Sydney zur Vor­nahme von Reparaturen. Ostafrika: Der Kl KreuzerBussard" hat Mitte Februar zu glei- der Heimreise Dakar, Las Palmas und Lissabon berührt und soll Ende März in den heimischen Gewässern eintreffen, um anfangs April in Danzig außer Dienst gestellt zu werden. Das KanonenbootPanther" soll nach Ablösung sei­ner Besatzung int Juni 1907 zur westafrikani­schen Station übertreten, so daß alsdann die deutsche Flagge nur noch von einem Kriegsschiff, dem Kl. KreuzerBremen", in den amerikani­schen Gewässern gezeigt wird. Letzterer hat an­fangs März Newportnews aufgesucht zur Vor­nahme von Ueberholungsarbeiten, und wird sich später an der internationalen Flottenschau in Jamestown beteiligen. Der DampferRoon" hat mit der abgelösten Besatzung des Kiautschou- gebietes am 28. Februar Tsingtau verlassen und soll fahrplanmäßig am 13. April in Wilhelms­haven eintreffe. Die Beförderung desAblösungs- transportes für das Kreuzergeschwader erfolgt mit dem TruppentransportdampferBorussia" von der Hamburg-Amerika-Linie. Er verläßt Hamburg am 26. April und soll am 30. Juli dort wieder eintreffen.

Als viertes Schulschiff wird in diesem Frühjahr der Er. KreuzerFreya" und für Stosch" das SchulschiffMoltke" in Dienst ge­stellt. Den Schutz der Nordseefischerei wird wie­der das SpezialschiffZielen" übernehmen. Die Stammschiffe der Reserveformation der Ostsee, Aegir" undFrithjof", sowie die Schulschiffe Prinz Adalbert",Vineta" undMünchen" und die Torpedobootsflottillen werden auch in diesem Jahr zu gemeinsamen Hebungen unter dem Oberbefehl des Inspekteurs des Torpedo- wesens auf 4 Wochen, von Mitte April ab, zn- fammengezogen werden.

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Hessen-Nassau und NachLargebiete.

Cassel, 15. April. Eine Konferenz der Eisen- bahnärzte des Direktionsbezirkes Cassel tagte am Sonntag Nachmittag int Konfetenzsaale des Oberstadtbahnhofes im Südflügel des Emp­fangsgebäudes. Nach Durchberatung einiger allgemeinen Fragen hielt der Chefarzt der Lun­genheilstätte für Eisenbahnbeamte bei Melsun­gen, Herr Dr. med. Röpke, den Kollegen einen mit fachmännischem Interesse aufgenommenen Vortrag überDie Gefahren der Lungenschwind­sucht im Eisenbabnbetriebsdienste".

Hofgeismar, 13. April. Ein Teil des Zucht- ergebnisses des Hauptgestütes Beberbeck kam vor einigen Tagen zur Veräußerung. Die Zahl der Kauflustigen wat bedeutender als je zuvor. Es wurden gute Preise bezahlt, int Durchschnitt pro Pferd 1519 Mark. Das meistumworbene Pferd war ein Fuchswallach von Hagen aus Hyazinthe, et erzielte 2800 Mark. Der Eefamterlös für 33 Pferde stellte sich auf 50140 Mark.

Hadamar, 13. April. In der ehemaligen Korrigendenanstalt sind bereits 69 weibliche Geisteskranke, die teils vom Eichbetg nach dort übergeführt werden, untergebracht.

sprächen. Die Damen hatten ein amerikanisches Boarding House entdeckt, hatten fast nur Eng­lisch gesprochen, und während der sechs Monate Aufenthalt in Athen so gut, wie gar nichts ge­lernt. Ich übergab dem Kollegen sofort, nachdem er mir die merkwürdige Theatergeschichte be­richtet, ein ganzes Paket täglicher Athener Zei­tungen, in betten die Theaterprogramme von, wenn ich mich recht erinnere, acht Theatern ange­zeigt waren. Das gehört gewiß zu den merk­würdigsten Reiseberichten, daß es in Athen kein Theater gäbe. Ich will dem Kollegen dieses Blatt, wenn es gedruckt ist, vorlegen.

Nun, es kommt noch besser, wie man zu sagen pflegt, wenn es noch schlimmer kommt, und dies­mal muß ich den Namen des Berichterstatters nennen, weil ohne den Namen der Bericht von wenig Bedeutung fein würde.

Entstellungen in Reiseberichten über Grie­chenland sind manchmal gewissermaßen ehr­würdig, wenn sie nämlich von großen, berühm­ten und sonst durchaus ehrenhaften Männern ausgehen. Freilich verlieren sie, wie in dem Fall, den ich nun mitteiten will, an Ehrwürdig­keit, wenn die Gehässigkeiten, nachdem man sie gerügt, nicht zurückgenommen werden, der Irr­tum nicht zugegeben wird.

Am 12. November 1899 schrieb ich folgenden Brief an den berühmtem Chirurgen Max Schade, Geheimer Medizinalrat. Professor der Univer­sität Bonn, alter Herr des Corps Tigurinia in Zürich und Borussia in Halle, also ein Mann, der sonst gewiß auf bas Strengste auf Ehre und Wahrheit gehalten:Geehrter Herr Kollege! In Ihren Reisebriefen aus Athen, die im Feuilleton der Deutschen Medizinischen Wochen­schrift erschienen, tagen Sie, baß w Kranken-

Wiesbaben, 11. April. Jrn Bürgersaal bes Rathauses wurde gestern Nachmittag die 37. Jahresversammlung des Zweigvereins Wies­baden desVaterländischen Frauen-Vereins" unter dem Vorsitz I. Durchlaucht der Frau Prin­zessin Elisabeth zu Schaumburg-Lippe abgehal­ten. In Vettretung des verhinderten Schrift­führers erstattete Oberstleutnant Wilhelmi den Jahresbericht. Danach war die Haupttätigkeit des Vereins wieder auf die Krankenpflege durch die in feinem Dienst stehenden Diakone gerichtet; auch stand er mit der Armenverwaltung, sowie der Zentralstelle des Arbeitsnachweises in Ver­bindung und übernahm die Mitarbeit in der Fürsorgeerziehung. Hieran schloß sich um %4 Uhr in demselben Saal die 24. Jahresversamm­lung des Bezirks-Verbandes derVaterländi­schen Frauen-Vereine im Regierungsbezirk Wiesbaden" an, deren großer Besuch von einem kräftigen Wachstum des Verbandes und einer erfreulichen Zunahme des Interesses an dessen edlen Bestrebungen Zeugnis gab.

Frankfurt a. M., 14. April. Der Schriftsteller Emil Neubürger ist im Alter von 81 Jahren gestorben.

Offenbach, 13. April. Die Stadtverordneten wählten den sozialdemokratischen Stadtverord­neten Weipers, den die Regierung nicht bestättgt hatte, abermals zum unbesoldeten Beigeord­neten.

Mainz, 14. April. Zu Pfingsten d. I. findet hier die Jahresversammlung des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins statt. Der aus kleinen Anfängen entstandene Verein zählt heute über 10 000 Mitglieder und besitzt Zweigvereine in allen Teilen Deutschlands. Für die Be­ratungen sind vier Tage in Aussicht genommen.

Eisenach, 14. April. Ein tätlicher Unglücks­fall hat sich in den Abendstunden des vorgestrigen Tages ereignet. In der Katharinenstraße wurde von einem Speditionswagen ein drei­jähriges Mädchen überfahren. Das Kind war sofort tot.

Wissenschaft, Kunst und Lebe«.

Beethoven-Feier, Bonn. Die diesjährige Beethoven-Feier (8. Kammermusikfest) wird, wie jetzt feststeht, in den Tagen vom 5.-9. Mai in der rheinischen Musenstadt stattfinden.

* Der vierte wissenschaftliche Ferienkursus für Volksschullehrer in Bonn ist vom 3. bis 6. April abgehalten worden. Etwa 100 Teilneh­mer, darunter 10 Lehrerinnen, nahmen daran teil. Prof. Erdmann behandelte in feinen Vor­lesungen die Psychologie des Urteils, Prof. Clemens die mittelalterliche Kunst in den Rhein­landen, Prof. Weber die Hauptaufgaben der sozialen Hilfsarbeit, Prof. Karsten las über Pflanzenphyfiologie. Im Anschluß an Prof. Clemens wurde die Kirche zu Schwarz-Rhein­dorf eingehend besichtigt. Eine Abschiedsfeier beschloß den Kursus.

-st- Ehrung eines hervorragenden Künstlers. Der König von Sachfen verlieh dem Bildhauer Prof. Max Klinger in Leipzig bas Offiziers­kreuz des Älbrechtordens.

Pflegern in griechische» Hospitälern nur Leute genommen werden, welche lesen und schreiben können?) So ist es in Deutschland, so ist es in Amerika, aber Niemandem wird es einfallen, dieses für Deutschland, ja nicht einmal für Ame­rika, wo es doch sehr viele eingewanderte An­alphabeten gibt, besonders hervorzuheben. I n Griechenland sind Analphabeten gerade so selten, ja noch seltener vielleicht, als in Deutschland! Ich würde ihre gehässige Bemerkung nicht verstehen, wenn ich nicht wüßte, daß man in Deutschland die verkehrtesten, die ungerechtesten Anschau­ungen über Griechenland hat, aber, was noch schlimmer ist, starrköpfig darauf beharrt. Es besteht in Deutschland eine Verschwörung von Bosheit und Unwissenheit den Griechen gegen­über, ganz besonders auch unter sonst wissen­schaftlich hervorragenden Männern. Sie selbst, Herr Geh. Medizinalrat, liefern den Beweis. Ich nehme an, daß Sie ein Mann von Ehre sind und nicht wissentlich einer edlen aber unglück­lichen Nation Unrecht tun wollen. Nun bei Ihrer Ehre fordere ich Sie auf, Folgendes zu widerlegen ober es in Entgegnung auf Ihre ge­hässige Bemerkung in bet Deutschen Medizini­schen Wochenschrift erscheinen zu lassen:Es gibt so wenig einen Berg ohne Tal, als ein griechisches Dors ohneSchule. In Griechenland ist derSchulunter- richt obligatorisch, konfessionslos unbftei.ftetfelbstandenHochschu-

*) Dies erweckt natürlich bei den Lesern den falschen Eindruck, als ob Lesen und Schreiben in Griechenland außergewöhnliche Künste wären.

Anm. d. Red.

Vermischtes.

Im Ballon die Nordsee überflogen. Der Luftballon, der am Donnerstag über der hol­ländischen Insel Texel gesehen worden ist, war ein deutscher, der inzwischen, wie schon gemeldet, in England, dort in der Nähe von Enderby wohl­behalten gelandet ist. Er war Mittwoch Abend 8 Uhr 15 Min. in Bielefeld mit dem Dr. Kurt Wegner und Adolf Reinhold Koch aufgefttegen, erreichte Donnerstag Morgen 6 Uhr 15 Minuten die Nordsee und überflogen sie in etwa fünf Stunden und landete nachmittags 3 Uhr 15 Min. nach englischer Zeit in Enderby. Sofort meldete« sie dem Kaiser drahtlich ihre glückliche Ankunft und reisten nach London ab. Ihr Ballon hatte die Küste bei Amsterdam erreicht und die Nord­see in einer Höhe von etwa 1500 Metern über« flogen. Ihr Ballon war mit Wasserstoffgas ge­füllt. Beim Aufstieg war der Wind östlich, da er aber stetig war und nach den Wetterkarten auf England zuführen mußte, so wagte Dr. Wegner die Fahrt über die Nordsee. Der Ballon würbe unter möglichster Ballastersparnis niedrig gehal­ten, und so kam es auch, daß die Lloydstelle auf Texel den mutmaßlichen Absturz in die Nordsee meldete. Weiter wird gemeldet: Die deutschen Luftschiffer Dr. W'gner und Koch landeten mit ihrem Ballon in vergangener Nacht in Enderby (Grafschaft Leicester). Sie haben die 812 eng­lische Meilen von Berlin in zehn Stunden zurück­gelegt.

Gasexplosion. Eine folgenschwere Gasexplo­sion fand jüngst zu Rixdorf in einem Hause an der Bergstraße statt. Dort hatte der Kauf­mann Hoejer am Vormittag eine Wohnung be­zogen. Abends verspürte er starken Gasgeruch. Er rief den Hauswirt, und dieser zündete un­vorsichtigerweise ein Streichholz an, um die Lei­tung abzuleuchten. Sofort erfolgte eine heftige Explosion. Durch den Luftdruck wurden Türe» und Fenster zettrümmert und eine Balkontür aus den Angeln gerissen. Durch die mächtige Flamme wurden dem Hauseigentümer am Kopf und an beiden Händen, dem Kaufmann Hoejer und dem Klempner Otto Fause im ganzen Ge­sicht schwere Brandwunden zugefügt. Angeblich fehlte an der Leitung, von der eine Krone ab­genommen war, ein Verschluß.

Siebenfacher Mord. Heber den siebenfachen Mord in (Swing bei Dortmund wird noch ge­meldet: Die neuesten Feststellungen ergaben, daß die Eltern nach der Ermordung der fünf Kinder selbst starke Gaben Gift genommen ha­ben, an deren Folgen sie gestorben sind. Die Frau dürfte die jüngsten Kinder erdrosselt haben, denn zahlreiche am Körper der Frau befindliche Kratzwunden lassen darauf schließen, daß die im ersten Schlaf befindlichen Kinder sich stark ge­wehrt haben. Die älteren Kinder sind augen­scheinlich vom Manne umgebracht worben. Spät abenbs wollen Hausbewohner einen gellende» Schrei gehört haben. Irgend welche Aufzeich­nungen hat das Ehepaar nicht hinterlassen. Die Eltern finb mit ben Kindern Freitag in schmuck­lose Särge eingefargt und mittels eines Möbel« wagen nach der Leichenhalle geschafft und ti einer gemeinsamen Gruft beigesetzt worden.

len, am Polytechnikum und an de» Universität!" Warum müssen die Besuche» Griechenlands nur Gehässiges sagen, wo doch s« viel Beranlassung gegeben ist, Schönes und Gu­tes zu besprechen? Ich bitte Sie, mein Buch Die Griechen und ihre Sprache seit der Zeit Konstantins des Großen" zu lesen, das wie ganz besonders für Sie geschrieben erscheint. Hoch­achtungsvoll Ihr ergebenster A. Rose. P. 8. Ein« Abschrift dieses Briefes habe ich an die Redak­tion der Deutschen Medizinischen Wochenschrift geschickt." ,

Schade ist im Jahre 1903 gestorben; man könnte mir Mangel an Pietät ihm gegenüber vorwerfen. Ich habe dazu zu sagen: Schade ist tot, aber seine Bemerkungen finden sich in einer wissenschaftlichen Zeitschrift und sind heute noch der Kritik unterwerfbar, wie die Schriften an­derer verstorbener Autoren. Gerade die Vor­urteile der hervorragenden Männer, tot oder lebend, sind die verhängnisvollsten; und ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, gerade diese unter allen Umständen bloßzustellen, wenn Griechen­land verleumdet wird. Die Griechen selbst können sich ben Deutschen gegenüber nicht aus­sprechen, sie würben nur verhöhnt werben, bas kann nur ein Deutscher ben Deutschen gegenüber tun.

Die Deutsche Medizinische Wochenschrift, diese angesehene, ja eine der wichtigsten medizinischen Zeitschriften in der ganzen Welt, hat von mei­nen Einwendungen keine Notiz genommen. D« ich direkt kein Gehör bei bet Redaktion derselben finden kann, so wende ich mich an den Adel deutscher Station mit meinet Klage.

. A. Rose, Nero-York,