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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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vierteljährlicher Bezugspreise btt sei Expedition 2 3Jltv bet allen Postämtern 2,25 Mk. <tjcU Bestellgeld).
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Marburg
Sonntag 14. April 1907.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Ang. Soch, llnwersitätS-Buchdnlckerei 42 Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Erstes Blatt.
Amtliche Darlegungen über die Kohlenchndikate.
In der dem Reichstage übermittelten Denkschrift über das Kartellwesen heißt es betreffs der Kohlensyndikate: Die monopolistische Tendenz der Kohlensyndikate findet ihre Stütze in den allgemeinen Verhältnissen des Kohlenbergbaues. Der Betrieb ist unbedingt und örtlich gebunden durch das Vorkommen der Kohle, das auf bestimmte Gebiete beschränkt ist. Begründung und Durchführung des Unternehmens erfordern bedeutende Kapitalien, Sachkenntnis und Erfahrung, und angesichts des mit der Erschließung neuer Felder und mit dem Betriebe verbundenen Risikos besonderenUnternehmungs- geist. Dadurch ist der Kreis der Unternehmen von vornherein begrenzt und eine Verständigung der Besitzer der Bergwerke untereinander erleichtert. Dazu kommen die durch die örtliche Lage bedingte Gemeinschaftlichkeit der Interessen, der bei aller Verschiedenheit der Sorten einheitliche Charakter der Erzeugnisse, die Einheitlichkeit der Kosten der Gewinnung^ insoweit die Unsicherheit im Preise eines Vorproduktes entfällt, und endlich der beschränkte Wert der Erzeugnisie im Verhältnis zu den Transportkosten. Durch das letztere Moment wird in der Regel für jedes Kohlenvorkommen ein sogenanntes unbestrittenes Gebiet geschaffen, innerhalb dessen der Wettbewerb fremder Kohle durch die Höhe der Frachten ausgeschlossen ist. Wird durch diese Vorbedingungen der Zusammenschluß der Zechen eines Kohlengebiets wesentlich erleichtert, so ermöglicht gerade wieder die Bereinigungen der Unternehmungen, unter Uebertragung der Kosten iinb Lasten auf die Gemeinschaft die Grenzen des unbestrittenen Gebietes htnauszuschie- ben und auch im sogenannten bestrittenen Gebiete, d. h. da, wo mit dem Wettbewerbe fremder Kohle zu rechnen ist, mit Erfolg vorzugehen. Befestigt endlich wird der monopolistische Charakter der Kohlenkartelle, und darin liegen zugleich die Gefahren eines Mißbrauchs ihrer Macht, dadurch, daß die Kohle für industrielle und für eine große Zahl landwirtschaftlicher Betriebe einen notwendigen Rohstoff und für die große Masse der Bevölkerung ein unentbehrliches Brennmaterial bildet.
Auf der anderen Seite wird die monopoli- stische Tendenz der Kohlenkartelle durch eine Reihe anderer Faktoren in Schranken gehalten. Der Kohlenbergbau des deutschen Reiches ist nicht ein räumlich zusammenhängendes Wirtschaftsgebiet. Vielmehr stehen die verschiedenen Kohlenvorkommen in Rheinland-Westfalen, an der Saar, im Königreich Sachsen, in Oberschlesien usw. miteinander in Wettbewerb, der nur
14 (WaAörud verboten.)
Zn v. Schule des Leidens.
Roman aus dem Rew-Porker Leben
von Erich Friese«.
(Fortsetzung.»
Besorgt streichelt Frau Mackay die glühenden Mangen der Tochter.
„Aber, mein Herzblatt, du bist ja wie von Sinnen! So hab' ich dich noch nie gesehen!"
„Rur vor lauter Glück, Mutter? Und hungrig bin ich auch! Gib mir etwas zu essen — und zu trinken! Ich fühle neues Blut durch meine Adern rinnen!"
„Hier hast du aller. Kind . . . Ich bin heute gar nicht zu Beit gegangen. Ich fürchtete, die Zeit zu verschlafen, wo ich Thomas Mackay wecken sollte. Er war sehr guter Laune. Eine Masse Geld hat er mir dagelassen. Er sagt, von Hamburg aus schicke er mehr--Jetzt kann ich
dir auch eine kleine Ausstattung anschasfen, Licy, mein Herzblatt! Der Vater —"
„Laß ihn aus dem Spiel, Mutter? Laß uns eine kurze Zeit lang glücklich fein! . . . Ha, wie gut das schmeckt! Bitte, noch ein Schinkenbrötchen, liebe, gute Mutter!"
Felicie hat während der letzten ereignisschweren Tage fast nichts gegessen; jetzt, da die Last von ihrer Brust geschwunden, macht sich die Reaktion geltend. Sie ißt und trinkt und lacht und schwatzt — alles in einem Atem.
Dann kauft sie in einem Blumenladen die schönsten Rosen und Veilchen, welche aufzutret- ben sind, und eilt mit diesem duftigen Rkorgen- gruf; zur Wohnung ihres Bräutigams.
Die Wirtin öffnet.
1 „Guten Tag, liebe Frau Brassey! Ist Herr Barrington schon auf?"
„Er trinkt gerade Kaffee."
„O bitte, rufen Sie ihn doch sofort herunter! Ach warte in Ihrem kleinen Salon."
„Darf ich um Ihren Namen bitten, Fräu- fein?“
* ^Nicht nötig. Rufen Sie ihn nut!“ -
in Zeiten wirtschaftlicher Aufwärtsbewegung durch die Größe des inländischen Bedarfs gemildert, im übrigen naturgemäß durch die Transportkosten beeinflußt wird. In neuerer Zeit hat ferner die Braunkohle an Bedeutung gegenüber der Steinkohle gewonnen, da ihre Verwendbarkeit gewachsen und der Absatz zu industriellen Zwecken gestiegen ist. Vor allem jedoch kommt der Wettbewerb ausländischer Kohle in Bettacht, da Einfuhrzölle für Kohlen und Kohlenfabrikate (Briketts, Koks) nicht bestehen. Die etwa 10 v. H. der Erzeugung betragende Einfuhr von Stein- und Braunkohlen in das deutsche Zollgebiet ist von 4 689 242 t im Durchschnitte der Jahre 1876/1880 aus 17 344 954 t im Jahre 1905 gestiegen. Insbesondere ist die englische Steinkohle, der billige Seefrachten, z. T. unmittelbar vom Orte der Gewinnung, zur Verfügung stehen und außerdem die deutschen, nach der Nord- und Ostsee mündenden Ströme ein natürliches Einfalltor bieten, ein wesentlicher Faktor für den deutschen Kohlenbedarf. Die Einfuhr englischer Steinkohlen zeigt in Jahren, in denen der Bedarf besonders stark ist, wie im Jahre 1900, oder die inländische Förderung nachläßt, wie im Jahre 1905, infolge des Bergarbeiterstreiks. eine unmittelbare und wesentliche Steigerung. Sie betrug im Spezialhandel des deutschen Zollgebiets im Jahre 1900 6 033 316 t gegen 4 873 555 t im Jahre 1899 und 4 506 163 t im Jahre 1898 und stieg 1905 auf 7 483 421 1 gegen 5 808 032 t im Jahre 1904. In diesen Zahlen sind die nach den Zollausschüssen verbrachten und daselbst verbrauchten Kohlen nicht mit enthalten. Nicht unerheblich dürfte namentlich die Versorgung deutscher Schiffe mit englischen Kohlen im Freihafengebiet Hamburg sein. Wesentlich ist ferner für die Beurteilung der Kohlenkartelle der Anteil des Fiskus an der Förderung und sein Besitz an Kohlenfeldern. Die Förderung der in staatlichem Besitz befindlichen Steinkohlengruben ist allerdings prozentual seit 1881 dauernd zurückgegangen und zeigt erst seit 1903 wieder eine Zunahme. Die Förderung betrug im Durchschnitte der Jahre 1881/1890 10143 400 t oder 17,09 pCt .der Eesamtförderung gegen 13 153 800 t ober 15,32 pCt. der Eesamtförderung im Durchschnitte der Jahre 1891/1900 und erreichte 1903 den tiefsten Stand mit 17 019 800 t oder 14,59 pCt. der Gesamtförderung. Die Jahre 1904 und 1905 weisen eine geringe Steigerung mit 17 780 700 t und 18 347 700 t oder 14,72 pCt. und 15,13 pCt. der Eesamtförderung auf. Endlich darf nicht übersehen werden — und das tritt im Vergleiche mit den Verhältnissen in den Vereinigten Staaten von Amerika besonders hervor — daß die Eisenbahnen, auf die der Absatz von Kohle in der Hauptsache angewiesen bleibt, sich in den Händen des Staates befinden, so daß einer einseitigen Ausnützung wirtschaftlicher Machtstellung durch Beherrschung der Frachtsätze Schranken gezogen sind.
Nach wenigen Minuten schon steht Norbert auf der Schwelle — neugierig, wer wohl der unerwartete Damenbesuch sein könne.
„Du, Licy —?"
„Ja, ich!"
Sie fliegt ihm an den Hals und birgt ihr Köpfchen an seiner Brust.
„Hier, diese Blumen hab ich für dich gebracht, Norbert! Und diese — und diese auch? Heute ist ein Festtag. Ach, ich bin so glücklich — so überglücklich!"
„Gestern sahst du nicht überglücklich aus, Licy!"
„Ach, gestern — pah! Aber heute? Heute ist die ganze Welt verändert!"
Forschend blickt Barrington in das entzückende Gesichtchen, welches wie eitel Sonnenschein erglänzt vor lauter Glück.
„Was ist denn passiert, mein Lieb?"
„Mein Stiefvater ist fort! Bald liegt das große, große Wasser zwischen uns. . . Küsse mich, Norbert!"
Innig drückt er seinen Mund auf ihre lächelnden Lippen. Dann sagt er kopfschüttelnd:
„Du hast eine krankhafte Abneigung gegen deinen Stiefvater. Du solltest solch extreme Gefühle nicht nähren, Licy; sie stehen einem Mädchen nicht gut an — höchstens auf der Bühne. Du magst sie mit deinem Theaterkostüm anlegen — aber nicht zum alltäglichen Gebrauch Außerdem — wir heiraten noch in dieser Woche. Was kümmert es dich, ob dein Stiefvater fort ist oder nicht!"
„Es kümmert mich sehr viel, Norbert. Du weißt ja nicht —"
„Was?"
„O nichts, nichts! Mir fuhr nur gerade etwas Dummes durch den Kopf! . .. llebrigens — mit der Hochzeit hat es nicht mehr solche Eile."
„Aber gestern hattest du doch große Eile, Licy!" L * stttiäiadaeÄBI
Sie lacht.
„Ja, gestern!,.. Aber heute — das ist etwas andres."
Deutsches Reich.
— Die Reichstagsersatzwahl in Glauchau- Meerane. Durch das Ableben des sozialdemo- krattschen Reichstagsabgeordneten Auer ist der Wahlkreis Hohenstein-Ernstthal-Elauchau-Meer- ane vor eine Neuwahl gestellt. Auer verttat den Kreis seit dem Jahre 1884, wurde aber bei der Wahl vom 21. Februar 1887 durch den Liberalen Leuschner verdrängt. Am 20. Februar 1890 aber erhielt Auer das Mandat wieder und hat es seit dieser Zeit stets Innegehabt. Den So- zialdemottaten int Kreise kam die Nachricht vom Tode nicht unerwattet, wußte man doch schon längst, daß Auer ein schwerkranker Mann war; aber man gestand dies nicht ein mit Rücksicht auf die politischen Gegner. Die nationalen Parteien werden voraussichtlich wieder Dr. Felix Clauß-Loschwitz aufstellen. Wer von sozialdemokratischer Seite aufgestellt wird, darüber verlautet noch nichts Bestimmtes; man spricht aber von Dr. Eradnauer und auch von Georg Schöpflin- Leipzig. Die nationalen Parteien ziehen, wie die „L. N. N." melden, mit den schönsten Hoffnungen in den Wahlkampf, da das Stimmenergebnis bei der letzten Reichstagswahl in diesem Kreise ein für die Sozialdemokratie niederschmetterndes war.
— Die Wahlprüfungskommission des Reichstages beschloß mit 7 gegen 6 Stimmen, die Wahl des Abgeordneten für den Wahlkreis Schweidnitz-Striegau Frhrn. v. Rtchtfeno Schweidnitz-Striegau Freiherrn v. Richthofen-Damsdorf (konf.) für ungllttg zu erklären. Ausschlaggebend war ein Telegramm des Reichskanzlers, das sich gegen die Sozialdemokraten richtete.
— Kein Umschwung in der Konjunktur. Bon Zett zu Zeit'begegnet man in der Presse Bettachtungen darüber, daß das Wirtschaftsleben In Deutschland den Höhepunkt überschritten hätte und daß ein Umschwung in der Konjunktur baldigst zu erwarten sei. Schon der Umstand, daß diese Betrachtungen nahezu ein Jahr hindurch wiederholt werden, sollte daraus hindeuten, daß sie früher nicht richtig sein konnten. Sie sind es aber auch jetzt nicht. Gewiß zeigen sich auch in der wirtschaftlichen Konjunktur auf- und absteigende Kurven, und es ist mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen, daß nach den Zeiten des großen geschäftlichen Aufschwunges, den Deutschland ebenso wie andere Staaten in den letzten Jahren zu erleben Gelegenheit hatte, auch Jahre einer weniger erfolgreichen Betätigung der wirtschaftlichen Faktoren kommen werden. Daß Deutschland aber bereits in die wirtschaftliche Depression hinabgeglitten ist oder auch nur hinabzugleiten im Begriff steht, darf billig bezwei-
„Liebst du mich heute weniger als gestern?" Schweigend hebt sie die Augen zu ihm empor — Augen, aus denen eine ganze Welt von Liebe leuchtet.
„Verzeihe, ich weiß, wie du mich liebst, Licy!" bittet er fast demütig. „Auch ist es mir recht, wenn wir erst etwas später heiraten. Wir können dann gleich eine kleine Hochzeitsreise antreten. Direktor Furrer macht in vierzehn Tagen mit einem Teil seines Personals eine Tournee durch verschiedene Städte und fragte mich, ob wir beide uns anschließen wollten. Ist es dir recht?"
„Kommt Eerda Douglas mit?"
„Ich glaube wohl. Aber das kann dir doch gleichgültig sein, Licy — besonders, wenn du erst meine liebe kleine Frau bist!"
Verschämt senkt Felicie das Köpfchen.
„Ja, Norbert, du hast recht. Was kümmett mich Gerda Douglas? Was die ganze Wett? Jetzt, da ich so unaussprechlich glücklich bin! Du wirst mich nie wieder eifersüchtig sehen, Geliebter, oder verstimmt oder aufgeregt. Ich fühle wie der Friede in mein Herz einzieht . . . Aber ich muß gehen. Auf Wiedersehen um zwölf Uhr In der Probe?"
Als Felicie gegangen ist, beendigt Barrington fein Frühstück und besteigt darauf den Omnibus, der nach der Clarkstraße zu Gerda Douglas' Wohnung führt.
Er wird sofort vorgelassen.
„Ist alles in Ordnung, Barrington? Was sagt Felicie?"
„Wir kommen mit Und Sie? Haben Sie sich entschlossen?"
„Ja." Eerda läßt sich In einen Fauteuil fallen, Norbert mit einer Handbewegung zum Sitzen einladend. „Es wird zwar Menschen geben, welche mich für verrückt halten, daß ich mitten in der Saison New-Pork verlasse, um in kleinen Theatern herumzumimen. Pah, was macht's, Ich mag Direktor Furrer gern; ich mag Felicie gern und ich Mag auch Sie gern, Barrington —“
Leichte Röte steiat in hi« atm des Mannes.
feit werden. Der hohe Diskontsatz wirtt unangenehm und stellt eine Warnung vor Ueberan- spannung dar. Das aber braucht wohl nicht besonders betont zu werden. Indessen gibt es auch noch andere Maßstäbe, an denen die Höhe der wirtschaftlichen Konjunktur gemessen werden kann, und diese deuten noch durchaus nicht einen Rückgang an. Hierzu gehört einmal die Wechselstempelsteuer. Ihr Ertrag für das Finanzjahr 1906 wird demnächst veröffentlicht werden. Man wird daraus ersehen, daß nicht bloß der Ertrag von 1905 bedeutend überschritten ist, fonbem daß auch ein beträchtlicher Ueberschuß über den Etatsansatz erzielt wurde. Die letzten Monate habe« zu diesem erfreulichen Ergebnis genau so beigetragen, wie die ersteren. Demnach ist hier von einem Stillstände ober gar Rückschritte bes geschäftlichen Lebens nichts zu merken. Ein anderes Barometer für die wirtschaftliche Entwickelung ist der Erlös, den die Versicherungsanstalten für die Jnvalidenbeitragsmarken erzielen. Je höher dieser Betrag ist, umso mehr Arbeiter werden eingestellt, umso lohnender ist die Arbeit, umso besser also auch die Arbeitsgelegenheit. Die Nachweise, die monatlich über die Beitragserlöse veröffentlicht werden, haben bisher immer noch Erhöhungen gegen den gleichen Zeitraum des Vorjahres und fast durchweg auch gegen die kurz vorhergegangenen Monate aufweisen können. Man kann sich auf diese beiden Barometer schon mit ziemlicher Sicherheit verlassen. Tritt in der Entwickelung dieser beiden Einnahmezweige eine Stockung ein, dann iss es Zeit, sich auf einen Rückgang des Wirtschaftslebens in Deutschland gefaßt zu machen. Solange dies aber nicht geschieht, würden auch die Prophezeiungen von der bevorstehenden wirtschaftliche« Krisis besser unterbleiben. Die Propheten erzielen mit ihnen nut den Eindruck, als wollte« sie sich für den Fall, daß tatsächlich die Krisis eintreten würde, den Ruhm sichern, sie hatten den Eintritt vorausgesehen. Das mag ja an sich ein löbliches Streben sein, man hat aber doch auch zu bedenken, daß das Vertrauen in eine günstige Entwicklung nicht ohne Grund gestört werden sollte. Derartige Bestrebungen tragen zu einer solchen Störung sicherlich bei.
— Sind Kriegervereinsbeiträge „hlnausge. worfenes Geld"? Die sozialdemokratische Presse behauptet es und glaubt, die Reservisten besonders darauf aufmerksam machen zu dürfen, daß das in die Kasse von Krieger- und Veteranen- Vereinen bezahlte Geld meist nutzlos hinausge- warfen fei. Dagegen reden die „Genossen" den Reservisten vor, sie fanden nur dann die wahr« Vettretvng ihrer Interessen, wenn sie der sozialdemokratischen Partei sich zuwendeten. Dem. gegenüber stellen die Kriegervereins-Verbände fest, daß vom 1. August 1905 bis 31. Juli 1906
Ein Lob aus Gerdas Mund macht ihn stets Jtoh Obgleich sie ein Jahr jünger ist als er. kav fünfundzwanzig, so sieht er doch mit unfiegter ter Verehrung zu ihr empor. Gerda Douglas i. für ihn der Inbegriff alles Guten, Schönen und Edlen auf der Welt. Gerade diese tiefe Verehrung, dieses unbedingte Sichunterordnen unter ihr Urteil, ließ nie das Gefühl der Liebe zu ib- in ihm aufkommen. Dazu kommt noch, daß e vor einem Jahr, da er als ganz unfertiger kleiner Schauspieler von Chikago nach New-Pork übersiedelte, bei ihr, der damals schon bedeuten- den Künstlerin, dramatischen Unterricht nahm. In seinen Augen ist Gerda Douglas sowohl als Weib wie als Künstlerin für ihn unerreichbar.
Nach Gerdas letzten Worten ist eine kleine Pause entstanden; fast scheint es, als ob beide sich scheuten, das begonnene Thema fottzusetzen.
„Es wird bald Zeit zur Probe," beginnt Eerda ablenkend, indem sie aufsteht. „Hat Fe- licie die Rolle der „Viola" in dem neuen Konversationsstück erhalten?"
„Ja. Glauben Sie, daß sie die Rolle gut geben wird?" , , „
Eerda schweigt eine Zelt lang. Dann sagt sie fast schroff:
„Ich mutz Ihre Frage zuerst mit einer andern Frage beantworten. Wann findet Ihre Hochzett statt?"
„In vierzehn Tagen."
„Hm. das freut mich und tut mit zugleich leid!"
„Wie?"
Barrington blickt Eerda verwundert an.
„Ich freue mich," erwidert sie lächelnd, „well diese Heirat euch beide glücklich machen wird. Es tut mir leib, weil —"
Sie zögert.
„Nun?"
weil Felicie nach der Hochzeit keine gute, Schauspielerin mehr sein wird."
(Fortsetzung iolgt.)