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te« nach Deutschland fast 2-13 Millionen Dollar. Hingegen war der Wert der Einfuhr aus Deutschland viel geringer, nämlich noch nicht 151 Millionen Dollar. Somit kaust Deutschland für rund 386 Millionen Mark mehr von Amerika, als dieses von unfern Waren aufnimmt. Man steht, wie bedeutsam es ist für Amerika, mit uns «eiter seine guten Geschäfte machen zu können. Unter den von Amerika bezogenen Waren be­finden sich erhebliche Posten solcher Erzeugnisse, die wir besser dem eigenen Lande abkaufen sollten, so für IM Mill. Dollar landwirtschaft­liche Gerät«, Baumwollwaren und Garn für 1,159 Mill. Dollar, für 959,000 Dollar Näh­maschinen, fiir fast 1 Mill. Dollar Schreibmaschi­nen, für 373,000 Mill. Dollar Stiefel und Schuhe, für 17,6 (I) Mill. Dollar Schweine­schmalz und für 164 000 Dollar Möbel. Unter solchen Umständen sollte es nicht so schwer er­scheinen, die Bereinigten Staaten zu einem für Deutschland günstigen Handelsvertrag« zu be­wegen. Zu beachten bleibt hierbei noch, daß die deutschen Anschreibungen, die wohl als zuver- läsfiger gelten dürfen, den Vorteil Amerikas gegenüber Deutschland noch größer erscheinen lasse«.

$ew verderblichen Rückgang der Land­wirtschaft unter der Herrschaft des Freihandels |dgt die wissenschaftliche Arbeit des Dr. 8. Skalweit, der als landwirtschaftlicher Sach­verständiger in unserem Generalkonsulat in London tätig ist. Er schreibt u. A.:

Während bis 1871 nur geringe Schwankun­gen Vorkommen, in Schottland und Irland so­gar vorübergehend «in Zugang angegeben wird, findet in dem Jahrzehnt 1871 bis 1881, in besten zweiter Hälfte der überseeische Wettbewerb und damit der Preisfall «insetzte, der di« landwirt- fchaftliche Krisis herbeiführte, eine erheblich« Ab­nahme in der Zahl der selbständigen Farmer statt.- Diese Darstellung wird durch ein reich- halttges Zahlenmaterial unterstützt. So betrug tm^Pereinigten Königreich Großbritannien und Irland Me Zahl der selbständigen Farmer

im Jahre 1861 ____ 1871

W 1881 r i89i .1901

696 000

667 000

633 000 598000| 578 000

Der Verfasser bemerkt zu diesen Zahlen, daß die meisten der heuttgen Farmer ihren Betrieb ft nur bei großer Einschränkung in der Lebens- »eise und schärfster Mitarbeit halten können. Fürst Bismarck begegnete bekanntlich dieser verheerenden Wirkung für Deutschland durch di« Einführung der Schutzzölle, zum Besten der Eesamtbevölkerung.

Roch in den fünfziger Jahren überwog vereinigten Königreich« das lank^inschastliche Element bet weitem. schon 1870 war di« ländlich« ®«£euntg der städtischen nur um *^?^«L?Hchwindend kleinen Bruchteil überlegen und trat zum Schluffe des Jahrhunderts bereits Danz in den Hintergrund.

Bei den letzten drei Berufszählungen entfie- Jen auf 100 Erwerbstätige

im Jahre 1881 nur 18,8

Jfe 1891 16,2 ?

<*** 1901 13,6 '

Wissenschaft, Kunst und Leben.

Landwirtschaftlich Erwerbstättge.

Der Weizenpreis, der in den Jahren von 18661870 in England für 1 Quarter (217,72 Kilogramm) noch 54 eh 8 d betrug, stand in den Fahren 19011905 nur noch auf 27 eh 6 d. Die Frachtkosten, die vor der Entwicklung des ameri­kanischen Eisenbahnwesens und der Dampfschiff­fahrt von Chicago nach England im Jahre 1870

T * «erologische Forschungen. Di« 6. M. 6. »Planet- für serologische Arbeiten mitgegebenr Luvrüstung für Drachen- und Ballonaufftieg« p>«rde nach den Erfahrungen auf der Drachen- fiation d«r Deutschen Seewatte, beschafft. Eine neue Drachenwinde, etwa 50 Drachen, ebensoviel große Ballons und «och mehr Nein« Pilot­ballons, Stahldraht und Instrumente in reich­licher Menge wurden S. M. 6.Planet" mit- gegeben oder nachgesandt. Solch «in Instru­ment, welches vor dem Aufstieg in den Drachen hinein oder an den Ballon unten angebunden wird, zeichnet auf einer von einem Uhrwerk > langsam gedrehten Trommel Barometerdruck V»d damit die Höhe, Temperatur, Feuchtigkeit, Windrichtung und -gefchwindigkeit fortlaufend in Kurvenform wieder auf, und zwar entweder Mit Trat« auf Papierstreifen, oder wie bei den Meisten der Apparate, mittels einer spitzen La- Melle auf berußtes Metallpapier. Di« Rußauf- geichnung wird «ach dem Aufstieg fixiert »ad kann meist beffer abgelesen «erden al» die Auf- geichaung mit Tinte, da die Kurven feiner find. Außerdem hat man nicht das Einfttere» oder Austrocknen der Tint« zu befürchten.

Aus zahlreichen Drachen- und Pilotballoa- «ufstiegen in den Tropen wurde erkannt, daß im NO- und 80-Paffat des Atlanttsche« Ozeans sowie im 80-Paffat des Indischen Ozeans diese Winde schon in 2000 Meter Höhe fast in Wind- stille übergehen und daß in größerer Höhe, etwa von 6- bis 7000 Meter an, ein frischer Lntipaffat in der entgegengesetzten Richtung weht. Die Drache« konnten aus biefen Gründen dort nur schwer bis 2000 Meter Hohe gebracht «erden, zu­mal die Cchiffsgeschwindigkeit nicht genügend künstlichen Wind erzeugte, um dadurch allein die Drachen höher zu bringen. In den Kalmen wurde in über 2000 Meter Höhe stärkerer Wind und zwar Ostwind angetroffen. Am günstigsten fiir die Drachenaufstiege war der 8^V-Monsun im Indische« Ozean, wo die Drache« öfter über

noch 15 sh 11 6 für 1 Quarter betrugen und so» mit als ein Schutzzoll wirtten find jetzt gesunken auf 3 sh 11 d. Aber trotzdem man in England die Landwirtschaft zu Gunsten des Freihandels fast zu Grunde richtete und sich dadurch des sichersten Absatzmarktes für die eigene Jndusttte beraubte, haben die Engländer weder billigeres Brot noch billigeres Fleisch, als wir in Deutschland.

Die Feldpost i« Südwestasrika bleibt bis auf weftrres bestehen. Wenn auch im allgemei­nen die Feindseligketten in Eüdwestafrika einge­stellt find und der Ktt«gvzustand für aufgehoben erklärt wird, so bleibt doch eine erhebliche Zahl von Truppen im Schutzgebiet. Den Angehöri­gen dieser solle« die Vorteile der Feldpost bis zu ihrer Zurückziehung erhalten bleiben. Feld­postkarten find bekanntlich ganz frei, die Srief« bis zu einem gewiffen Gewicht, während Pakete Lis fünf Pfund nur eine Mark kosten. Auch die Einrichtung der Feldtelegramme wird beibehal­ten. Ebenso ist es seinerzeit in China und in Ostafrika geschehen. In beiden Gebieten haben Me Vergünstigungen der Post für Me ausgesand­ten Truppen noch lange Zeit nach dem Einttttt des Friedens fottbeftanden.

Stellenvermittlung für ehemalige Eckutz- truppenangehörig«. Der Dorsttzend« der Abtei- lang Crimmitschau, Herr Reinhard Strauß, In­haber der gleichnamigen Firma, Jmpsrthaus IBt Baumwolle und Sinters, erklärt sich bereit, solch« ehemalige Beamte und Unteroffiziere der Kaiserlichen Schutztruppen, die kaufmännisch ge­bildet find, falls ste sich bei ihm melden, ent­weder selbst für eine Anstellung in Betracht zu ziehen oder an seine Geschäftsfreunde »eiter in empfehlen. Die Abteilung Oldenburg i. Gr. hat sich erboten, ihre Stellenvermittlung auch für vertabschiri>rie Militärbeamte und Anter- offiziere auszudehnen.

Das Anwachsen der Invalidenrenten. Als bald nach dem Jnslebentreten des neuen Jnva- lidenverficherungsgesetzes Me Zahl der Inva­lidenrenten ungewöhnlich stark anwuchs, wurde es erforderlich, den vorhandenen Ursachen dafür nachzugehen, und zwar umsomehr als feit 1900 zur Erzielung einer gerechteren Vetteilung der Rentenlast ein Teil der von den einzelnen Ver- ficherungsträgern benöttgt«« Renten, die soge­nannte Esmeinlast, von allen Verficherungs- trägern zu tragen ist, und deshalb eine außerge­wöhnlich hohe Zunahme der Rentenzahl Bei ein» Seinen Verficherungsträgern auch ja einer Mehr­belastung der anderen führt. Aus diesem Grunde hat da» Reichsverficherungsamt seit einigen Jah­ren di« Bezirk« der eine besonders hohe Zu­nahme aufweisenden BersichrrungsanstMen durch Beauftragte bereffm »affen, um an Ort und Stelle di« Ursachen der Erscheinung zu er- fassen.; Den Beauftragten des Reichs-Verfiche- - kbngsamtes haben sich in der Regel auch solche des Staatssekretärs de» Innern und in mch- teten Fällen auch ein Beauftragter des preußi­schen Handelsminifters angeschloflen. Die Er­hebungen betrafen bis Ende 1906 die Anstalten Ost- und Westpreutzen, Elsaß-Lothringen, Sach­sen-Anhalt, Heffen-Raffau, Schlesien, Branden­burg, Rhernprovinz, Hansestädte, Braunschweig, Hannover, Oldenburg und Berlin. Bei den Steifen wurde Wert darauf gelegt, mit möglichst vielen unteren Verwaltungsbehörden Erörte­rungen zu pflegen. Bei den Beratungen wurde jedesmal darauf hingewiesen, daß der Zweck der Bereisung lediglich die Erforschung der Ursachen de» bedeutenden Ansteigen» der Zahl der Invali­denrenten sei, und besonders betont, daß die Reichsbehörden keineswegs auf besondere Strenge bei der Rentenbewilliaung bringen wollen; der Rentenempfänger soll« tunlichst schnell und sicher in den Besitz der Rente gelan­gen, jedoch müff« eine falsche Handhabung der bestehenden Bestimmungen vermieden werden. Zu den mündlichen Beratungen mit den unteren llj_.-- -- ----------------

4000 Meter Höhe erreichten. Doch auch hier pellten fich in 7- bis 8000 Meter Höhe Winde au» anderen Richtungen, au» ONO, ein, wie aus Aufstiegen von Pilotballons erkannt wurde, die hier wie allenthalben ohne Instrument hoch- gelassen und so lang« als möglich mit dem Fern­rohr anvifiett wurden, em nur das wichtigste der meteorologischen Elemente in der Höhe, die Rich­tung und ungefähre Stärk« des Windes, festzu- stelle«.

Die Registrierballonaufstiege auf demPla­net", Bei denen der ost ungünstigen, schnell wechselnden Himmelsbedeckung wegen anfangs mit viel Mißerfolgen und z. T. ganz neuen Ver­suchen zu kämpfen war, geschahen so, daß zwei Gummiballons von etwa 1,5 Meter unausge- dehntern Durchmesser mit Wasserstoff gefüllt und da» leichte Registrierinstrument sowie ein ge­schlossener leerer Blechkasten angehängt wurden. Je höher Me Ballons steigen, desto mehr dehnt sich infolge des außen immer geringer werdenden Luftdrucks der Gummi aus, bi» ein Ballon schließlich platzt. Der ctnbeie kann das Instru­ment, den Blechkasten und den zerrissenen Ballon allein nicht tragen, er hemmt nur Me Geschwin­digkeit des Falles. Die Länge der Berbindungs- schnüre ist na« so gewählt, daß zuerst der Blech- stfften, der besser überhaupt fortfallen würde, da er zuviel Ballast Metet und der zerrissene Ballon ins Wasser fallen, während das Instru­ment, dem übrigens ebenso wie der Rutzaufzeich- nung das Seewaffer vorübergehend nicht schaden würde, von dem etwa 50 Meter hoch über Wasser schwebenden Ballon etwa 20 Meter über Wasser gehalten wird. Dieser Ballon dient gleichzeitig als Marke für Me Wiederauffindung, wenn man ihn aus dem Gesicht verloren hat, aber doch die ungefähre Gegend des Riederfallens kennt. Der Planet" folgte natürlich stets, so «eit es feine geringe Geschwindigkeit zuließ, den Ballons «ach. Doch nur allzu häufig flog der Ballon schneller, platzte nicht frühzeitig genug ober Dunst- und gar Wolkenschichten stellten fich plötzlich ei« und ließen den Ballon aus den Ragen verschwinden.

p, k. a

Verwaltungsbehörden wurden auch verfihiHene Jnvalidenrentenempfänger geladen.

Das Ergebnis der Erhebungen läßt fich dahin zusammenfassen, daß nur vereinzell örtliche Gründe für das Ansteigen der Rentenzahl fest- gestellt werden konnten, daß dagegen Renten­bewilligungen in erheblicher Zahl wegen nicht genügender Aufklärung der tatsächlichen Ver­hältnisse und wegen Verwischung der Grenzen Mischen Berufsinvalidität und reichsgesetzlichcr Erwerbsunfähigkeit, insbesondere aber auch in zahlreichen Fällen wegen zu milder oder unzu­treffender ärztlicher Beurteilung bemängelt werden mußten.

Bierverbrauch und Biererzeugung. Deutsch­land, das noch immer der größte Bierproduzent ist, ist als der größte Bierkonsument verschrieen. Mtt Unrecht. In zwei anderen Staaten ist der Bierverbrauch erheblich größer als in Deutsch­land; in Belgien und England nämlich, wie eine foeben erschienene Veröffentlichung des englischen Handelsamtes nachweist. Danach kamen in Bel­gien im Jahre 1905 auf den Kopf der Bevölke­rung 48,8 Gallonen (1 Gallone 4,54 Liter), i« dem Vereinigten Königreich Großbritannien 27,7 und im Deutschen Reich 26,3 Gallonen. Belgien steht also hinsichtlich des Vierverbrauchs wett voraus. Belgien ist neben den Vereinigten Staaten von Amerika auch das einzige Land, das feinen Bierkonfmn in den letzten Jahren gesteigert hat. Der Verbrauch, auf den Kopf der belgischen Bevölkerung Berechnet, Betrug 47,1 Gallonen in 1902, 47,7 in 1903, 48,2 in 1904 und 48,8 in 1905. In den Vereinigten Staaten ist der Verbrauch in den Jahren 19011905 von 14,6 auf 16,8 Gallonen auf den Kopf der Be­völkerung, also in noch erheblich höherem Ver­hältnis al» in Belgien, gestiegen. Zurückgegan­gen ist dagegen der Bierverbrauch, offenbar in­folge der immer mehr erstarkenden Temperenz­lerbewegung, in allen übrigen Länder«, die al» Bierkonsumenten in Frage kommen. So ist-in England der Konsum seit 1901 stetig gefallen und zwar von 30,8 auf 27,7 Gallonen, in Oester­reich von 15,8 auf 14,3 Gallonen, in Frankreich von 8,1 auf 7,5 Gallonen, in Dänemark von 21.1 auf 20,5 Gallonen. In Deutschland ist die rück- läufige Bewegung, Me im Jahr« 1902 eingesetzt hatte der Konsum ging von 27,3 auf 25,5 Gal­lonen zurück feit 1903 wieder unterbrochen. Die Jahre 1903 und 1904 brachten einen Ver­brauch von 25,7 Gallonen, das Jahr 1905 einen Verbrauch von 26,3 Gallonen. Immerhin hat also auch in Deutschland seit 1901 eine Abnahme des Verbrauches um 4y2 Liter auf den Kopf der Bevölkerung stattgefunden. Besonders lebhaft hat fich dieser Rückgang in demjenigen deutschen Bundesstaat bemerkbar gemacht, der den weitaus stärksten Bierverbrauch hat, im Königreich Bayern. Dori betrug der auf den einzelnen fal­lende Konsum im Jahre 1899 noch nahezu 55 Gallonen, im Jahre 1905 dagegen nur noch 51,7 Gallonen; jeder einzelne Bewohner des König­reichs hat danach seinen jährlichen Bierverbrauch um ca 14 Liter gegenüber dem des Jahres 1899 eingeschränkt. Immerhin bleibt Bayern, als besonderes Bierkonsum-Land bttrachtet, immer noch dem Königreich Belgien nach Maßgabe des Bierverbrauchs überlegen.In die Tierproduk­tion teilen fich, von kleineren Erzeugungsländern abgesehen, Deutschland, die Vereinigten Staaten, Amerika und England. In England geht die Produktion zurück; fie belief fich im Jahre 1905 aus 1,22 Milliarden Gallonen gegenüber 1,3 Gal­lonen im Jahre 1901. In Deutschland und in den Vereinigten Staaten ist die Produktton im Steigen begriffen; nach der Angabe des Board of Trat« wurden im Jahre 1905 in Deutschland 1,6 Milliarden Gallonen oder 7,3 Milliarden Liter, in den Vereinigten Staaten 1,41 Milliar­den Gallonen oder 6,4 Milliarden Liter herge­pellt.

Di« polnische Jugend auf deutsche« Hai« uerfitäten. Polnische Blätter veröffentlichen folgende Statistik für das Jahr 1906, die fich auf 21 deutsche Universitäten und 10 Technische Hoch­schulen usw sowie auf die Priesterseminare er­streckt. Auf den Universitäten ftuMetten 337 Polen aus dem preußischenAnteil" (darunter 227 aus der Provinz Posen, 62 ans Westpreu­ßen, 45 aus Schlesien und 3 aus der Emigra­tion), 81 aus dem Königreich" Polen und 28 aas Galizien. An den Technischen Hochschulen nimmt da»Königreich" Polen mit 125 Hörern die erste Stelle, die Provinz Posen mit 52 die zweite und Galizien mit 16 die dritte ein. Von den Akademien weist die höchste Zahl Polen die Handelsschule z« Leipzig auf (76), darunter 73 aus demKönigreich". Dann folgen die land- «ittschastlichen Hochschulen mtt 29 (22 aus Po­sen, 5 aus dem .Königreich" und 2 aus Gali­zien), die Forstakademie mit 15 und Me Berg­akademien mit 14 polnischen Hörern. In den Seminare« zu Posen, Pelplin und Breslau stu­dieren 186 Polen Theologie. Unter den Städ­ten wttst Berlin-Charlottenburg die meisten studierende« Pole« auf, nämlich 145, dann folgt Breslau mit 135, wo sehr viel Oberschlefier (39) Theologie studieren. Aus die einzelnen Fakul­täten verteilen fich die Polen wie folgt: (Aus dem preußischenAnteil") Jura 80, Medizin 74, Philologie 22, Chemie 11, Tierarznei 3, Apo­theken 42, Agronomie 26, Zahnheilkunde 14. Von den 52 Polytechnikern des preußischen Anteils haben 18 Maschinenkunde, 13 Architektur, 9 Wegebau usw. und 1 Elektrotechnik gehört. Die Zahl der polnischen Studenten im Jahre 1904 war folgende: PreußischerAnteil": 295 (377), Königreich" Polen: 64 (81), Galizien 38 (28).

Marösr- irnb Umgegend.

iNachdruck aller Drtpnalartiid ist ßemöfc $ Id 6t 1 Urheberrecht» nur mit der deutliche« Quellenangabe .Oberhesi. Ltg ' gestattet)

Wardnrg, 2. April.

Lehrlinge und jugendliche Arbeiter. Es ist verschiedentlich vorgekommen, daß Handwerker lange Lentz Me die Absicht haben. Has Berief.

sende Gewerbe iu erlernen, nicht mehr als Lehr- finge, sondern lediglich als jugendliche Arbeiter in Beschäftigung nehmen. Es geschieht dies, weit die Lehrherren nicht die Pflichten auf fich neh­men wollen, welch« das Gesetz ihnen den Lehr­lingen gegenüber auferlegt. Deshalb mag hier ausdrücklich darauf hingewiesen sein, daß Me Ausbildung eines ordentlichen Handwerkers notwendigerweise Me Ableistung einer in der Regel auf 3 Jahre festgesetzten Lehrzeit voraus­setzt, und daß eine Beschäftigung als jugendlicher Arbeiter nicht Me Vorteile für einen junge« Mann mit sich bringt, die er für fich aus einer Beschäftigung als Lehrling erlangen kann« Einesteils bietet schon der Lehrvertrag die Ee-> währ für eine andauernde, Unterbrechung«« nicht unterworfene Ausbildung, wohingegen ein nur als jugendlicher Arbeiter angenommener junger Mann darauf keinen Anspruch Bat; an­derseits ist nur ein Lehrling, nicht auch etn )U» gendlicher Arbeiter, zur Ablegung der Gesellens Prüfung berechttgt, welche nach den Besttm- mungen der Reichsgewerbeordnung die unum­gängliche VorausseHung bildet zur Erlangung des Rechtes, späterhin auch selbst einmal Lehr­linge anletten zu dürfen. Ferner können Mr Meisterprüfung, mit deren Ableistung die Be­rechtigung zur Führung de» Meistertitels ver­bunden ist, nur solche Bewerber zugelassen wer­den, welche zuvor die Gesellenprüfung bestände« haben.

)( Gewerbegerichtswahlen. Am Donnerstag, den 4. April, findet ffn großen Quenttnfche« Saale eine öffentliche Versammlung der christ­lich-nationalen Arbeiter statt. Cs handelt sich um die Frage der Gewerbegerichtswahle«.

Atters«, Invaliden« a. Krankenrrnten. Mr den Kreis Marburg «Stadt) stellen sich die SrgebttifTe bet Bewilligung von Alters-, Invaliden» und Kranknrenten in der Zeit vom L Januar 1891 bis Ende Dez. 1906 wie folgt: Die eingeganaenen Anträge auf Atterstrentr betrugen 28. Davon sind erledigt durch Reuten« Betoiaiguno 20, durch Ablehnung 5, durch Tod bet Antragsteller re. 1. Der Gesamt-^hmSbettaa der be­willigten Renten belief sich auf 787.60 DL Bon der» Rentenempfängern find bezw. waren beschäftigt ttt bet Landwirtschaft tn der Industrie 5, im Handel und Verkehr 0, durch Lohnarbeit wechselnder Art 10, im Staatsdienst 1 und im Gesindedienst 4. Rach Abgemg durch Tod ic. bieiben noch zu zahlen 8 Postenmi Be­trage von 1318.60 Mk. Die «»gegangenen Anträge ausJnvalidenrente betrugen 284. Davon find eilebiqt durch Rentenbewilligung 192, durch ÄHebmm« A durch Tod der Antragsteller k. 16. Ter Eesomtbrtraa der bewilligten Renten belief fich auf 28 477.<X) Mu Bon den Rentenempfängern find bezw. waren beschäftigt, in der Landwirtschaft 8, in bet Industrie 47, ml Handel und Verkehr 7. durch Lohnarbeit wechselnder Att 67, im Staatsdienst 10, im Eesindo. dienst 53. Nach Abgang durch Tod ic bleibe« noch zu zahlen 122 Posten im Betrage von 18314.80 Matt. Die einaegangenen Anträge auf Krankenrrntm betrugen 20. Davon sind erledigt durch Renten» bewillraung 20. Der Eefamt-JahreÄb-trag der be­willigten Renten belief fich auf 3223.00 Mk. Do« den Rentenempfängern find bezw. waren befchastigtr in der Landwirtschaft 3, in der Industrie 8 durch Lohnarbeit wechselnder Art 2, im Staatsdienst 0, wt Eesindedienft 6. Nach Abgang durch Tod bleiben noch zu zahlen 8 Posten im Bettage von W2.4U Matt. Der Gefamt. JahreSbetwg der bewilligte» Rente« betrug überhaupt 84487 60 Mk. Von der Landes- Versicherungsanstalt Hesfen-Nastau, deren Bezirk di« Regrerungsvezttke Lasset und Wiesbaden, fowre da» Fürstentum Waldeck umfaßt, find seit dem 1. Januar 1891 überhaupt bewilligt: 9541 Altersrente« w> «t. sammt-Jahreibettage von 1327 708.20 SIL, 83406 In­validenrenten im Gesamt JahreSbetrage , von 4911028.90 Mk., 2683 Krankenrenten im Sefamt- JahreSbettage von 430876.00 Ult, im Ganzen 45639 Renten mit einem Gefamt JahreSbettage von 6669613.10 Mk. Hiervon find nach BerücksichttgunU der durch Tod x. erfolgten Abgänge Sn de Tez. ISO» noch zu zahlen 2708 Altersrenten im Gefamt- IahreSbettaae von 418709.H0 Mk.. 18041 Invaliden­renten im Gesamt-Jahresbettage von 2718664.80 SSt, 877 Krankenrenten im Gefamt - JahreSbettage . iw« 145267.90 Mk., im Ganzen 21621 Renten mtt einem Gesamt» JahreSbettage von 3269642.00 Mk. Ter vom Reiches leistete Zuschuß beträgt IVSIOMMk. Mithin bleiben Ende Dez. 1906 cu8 Mitteln der Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Naffau an Rente« zu zahlen iähttich 2188582.60 Mk.

Kirchhain, 2. April. Bei bet am 28. März in Cassel stattgefundenen Hufschmiede- i Prüfung in bet Hufschlaglehrschmiede unter dem Vorsitz des. Herrn Beterinärrat Tietze, Major, Junici, Kreisarzt Echlitzberger und Schmiede- ' meister Schade, bestanden sämtliche eiet Prüf­linge. SB. Seibert-Kirchhain erhielt M« höchste angefetzte Prämie von 20 JA, die drei anderen, E. Meist aus Schwebda, I. Eibhardt aus Ober-' zwehren und W. Kleinschmidt aus Membresse:r,> erhielten je 10 M Prämie.

Schweiusberg, 2. April. An Stelle des hier früher stationierten Gendarmerie-Wachts Meisters Finis ist Gendarmerie-Wachtmeister! Wsrneburg hierher versetzt worden und hat' feinen Dienst jetzt angetreten.

X Frankenbetg, 2. April. Wie man «NS mitteilt, beruht die Nachricht, daß auf Domäne Wottersdorf eine Feldscheune abgebrannt |ei, avf einem Mißverständnis.

HchkA-Nassau imd Äschöar^-Lirke.

Cassel, 1. April. 6in »egen Straßenraubes, von der Kriminalpolizei verhafteter Gelegen­heitsarbeiter sprang während des Verhörs au», einem Fenster des dritten Stocks des Polizei, Bureaus, wobei er mit unbedcutend«» Ber- letzungen davonkam. Er konnte alsbald wieder/ verhaftet werden.

Meirnbresse«, 1. April. Das Fest der gM», denen Hochzeit feierten em 29. v. M ts. im be­nachbarten Hombressen der Landwirt Tölle und Gattin. Dem Jubelpaare wurden viele Glück- wünsche und Aufmerksamkeiten zuteil.

Eichenberg, 1. April. Der Zulauf zu tem Wunderdoktor" Ausmeier im benachbarte« Kirchgandern wird neuerdings fo groß, daß zur Beförderung der Heilungfuchenden von Bahrch«^ Arenshaufen nach Kirchgandern vom 1. April ad eine ftänMge Automobilverbindung einscrichtet «erde« soll.