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Jnsertlo nSgebü hrr die gespaltene Zeile oder oeren Raum 15 Pfg.
Neclamen: die Zeile 30 Pfg.
Marburg
Donnerstag. 4. April 1907.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Lug. Koch, UmverfitAS-Buchbruckerek
Marburg, Markt 21. — Telephon 65.
42. Zahrg.
Erstes Blatt
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lNachvruck Vorboten.)
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Fürsorge für entlassene Gefangene.
In einem gemeinsamen Erlaß der Minister des Innern der Justiz und der geistlichen An- tzelegenheiten heißt es:
Die Bestrebungen, den entlassenen Gefangenen durch eine zweckmäßig geordnete Fürsorge die Rückkehr zu einem geregetten sozialen Leben zu erleichtern, haben bisher' anscheinend einen gedeihlichen Fortgang genommen. In allen Provinzen sind Zentralstellen für das Fürsorge- tvesen gebildet, denen sich die bestehenden und neugegründeten Vereine zum größten Teile angeschlossen haben. Dieselben arbeiten im Einvernehmen mit den kirchlichen Fürsorgeorganen. .Daher hat in § 9 der Instruktion für Ausführung der §§ 38 und 39 des Strafgesetzbuches für das Deutsche Reich, betreffend die Stellung ;linter Polizeiaufsicht, vom 30. Juni 1900 folgendes angeordnet werden können:
So lange der Verurteilte einer geordneten Kürsorge untersteht, sind alle Maßregeln, welche »geeignet sind, ihm eine geordnete Tätigkeit zu Erschweren, wie z. V. Erkundigungen nach ihm 'burcf) Polizeibeamte, unbedingt zu vermeiden. 'Die Polizeibehörden haben von Zeit zu Zeit bei den Fürsorgeorganen anzufragen, ob der Verurteilte der Fürsorge noch untersteht. Die Für- jsorgeorgane werden ihrerseits von dem Eintritt ,«nd der Beendigung der Fürsorge den Polizei- Beamten Kenntnis geben.
( In dem Erlasse vom 4. Februar ds. Js. über jbic Aufenthaltsbeschränkungen bestrafter Personen ist vorgesehen, daß vor Anordnung der ^Ausweisung eines Bestraften auch festgestellt itoetben soll, ob er sich unter die Aufsicht eines ^ürsorgevereins gestellt habe, event. soll er hierzu direkt oder durch Vermittlung eines Für- llorgeoereins angeregt werden. Personen, welche »ich einer solchen Aufsicht unterstellt haben, sind jin der Regel nicht auszuweisen.
> Damit ist den Fürsorgeorganen eine weitere handhabe gegeben, entlassene Gefangene zur
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I» der Schule des Leidens.
j Roman aus dem New-Parker Leben
/ von Erich Friesen.
<3ort»*tzung.
/ Der kalte, sarkastische, etwas berechnende Norbert Barrington verliebte sich sogar auf den ersten Blick in das kleine, zierliche Persönchen, und bald war es hinter den Kulissen kein Geheimnis mehr, daß Felicie diese Liebe aufs leidenschaftlichste erwiderte.
Felicie übertrieb nicht, wenn sie zu ihrem Bräutigam sagte, sie „würde alles für ihn tun". Jede Fiber ihres Herzens, jeder Atemzug, jeder Gedanke gehört dem Geliebten — aber sie beansprucht dasselbe auch von ihm. Deshalb ist sie eifersüchtig auf jeden und jede, mit denen er in Berührrmg kommt — besonders auf Gerda Douglas, deren Geistesüberlegenheit und Charaktergröße sie dunkel ahnt. —
Es ist schon beinahe Mitternacht, als Felicie >nach jenem ereignisreichen Gespräch mit ihrem "Verlobten das Wohnzimmer betritt.
Wie gewöhnlich erwartet die Mutter sie hinter dem Teetisch.
„Guten Abend, Licy! Wo ist Barrington? Kat er dich schon satt?"
Unwillig ziehen sich die feinen Brauen des jungen Mädchens zusammen. Wie kleinlich und slächerlich erscheint ihr auf einmal die im Wim- -nertone hervorgebrachte stereotype Frage der Mutter.
„Rein, nein, Norbert liebt mich! Ich bin nur abgespannt und ein wenig nervös."
' „Dann nimm schnell eine Taffe Tee! Hier — End den Apfelkuchen dazu? Wir sind ungestört,' er Vater kommt heute Abend nicht nach Hause.
Ich erhielt vorhin ein Telegramm von ihm aus firooklyn. Scheint dort wieder geschäftliche Un- »nnehmlichkeiten zu haben. Ach, Kind, ich fürcht'
Annahme der Fürsorge geneigt zu machen und sie an sich zu fesseln. Aus diesen Bestimmungen ergibt sich aber für die Fürsorgeorgane weiter die Notwendigkeit, in vollstem Einvernehmen mit den Polizeibehörden ihre Tätigkeit auszuüben und auf diesem schwierigen Gebiete der Wiedergewinnung des Rechtsbrechers für das geordnete soziale Leben sich gegenseitig zu unterstützen. Es wird nun die Aufgabe der Zentralstellen sein, dahin zu wirken, daß in den einzelnen Vereinen und namentlich in denen der größeren Städte geeignete Personen sich finden, die als Fürsorger mit den entlaffenen Gefangenen in Verbindung bleiben, die Schwierigkeiten, welche sich ihrer Retablierung namentlich in der ersten Zeit entgegenstellen, überwinden helfen und in dieser Tätigkeit enge Fühlung mit den Polizeibehörden halten. Es wird sich empfehlen, daß die Zentralstellen den Polizeibehörden, namentlich in den größeren Städten, die Vereine und Fürsorgeorgane bezeichnen, die eine solche Tätigkeit auszuüben geneigt sind. Die Fürsorger müssen der Ortspolizeibehörde Mitteilen, daß sie die Fürsorge über einen entlassenen Gefangenen, der unter Polizeiaufsicht gestellt ist oder gegen den die Ausweisung zulässig ist, übernommen haben und welche Maßnahmen in dieser Beziehung von ihnen getroffen worden sind.
Deutsches Reich.
— Eine neue Finanzreform. Daß eine neue Finanzreform in absehbarer Zeit im Reiche vorgenommen wird, dürfte als sicher anzusehen sein, es ist ja auch schon darauf hingewiesen worden zu der Zeit, als es sich herausstellte, daß die Reform, die im Gesetz vom 3. Juni 1903 ihren Ausdruck gefunden hat, nicht hinreichte, die Reichsfinanzen völlig zu sanieren. Ist hier also noch etwas nachzuholen geblieben, so ergeben sich auch für eine nahe Zeit Aufgaben, deren Lösung Geldmittel in einer Höhe erheischen, wie sie durch die natürliche Steigerung der jetzt vorhandenen Einnahmen nicht zu beschaffen sind. Hierhin gehört zunächst die Neuregelung der 23 e» amtenbesqldungen, die ja noch kurz vor dem Beginn der Osterferien im Reichstage in Aussicht gestellt ist. Dahin gehört weiter die Regelung des Wohnungsgeldzuschusses, die einer gesetzlichen Bestimmung gemäß in der nächsten Reichstagstagung vorgenommen werden muß. Aber dies sind nicht die einzigen Geldmittel erheischenden Neuerungen. Man wird sich erinnern, daß schon zweimal eine Entlastung des Jnvalidenfonds durch Ilebernahme von eigentlich auf ihn entfallenden Ausgaben in den ordenftichen Reichsetat erfolgt ist. Die
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mich jetzt schon vor der Zeit, wenn du verheiratet bist und ich mit ihm allein sein werde."
Felicie liegt mit gefalteten Händen zurückge- lehnt in ihrem Stuhl. Der Tee steht noch unberührt vor ihr.
„Wenn wir verheiratet sind, ziehst du zu uns, Mutter. Norbert liebt mich: er wird mir diesen Wunsch nicht versagen — besonders wenn —"
Sie stockt.
„Besonders wenn?" wiederholt die alte Dame fragend. .
„O, nichts, nichts, Mutter!"
„Felices Wesen ist so eigentümlich — so zerstreut und erregt, daß Frau Mackay besorgt wird.
„Du bist krank, mein Kind; leg' dich bald nieder," bittet sie, den duntten Lockenkopf sanft an sich ziehend. „Du bist ja mein Sonnenschein, das einzige, was mir im Leben noch geblieben ist."
Zwei große Tränen rollen die welken Wangen herab. Ungestüm schlingt Felice die Arme um den Hals der Mutter.
„Liebste Mutter, willst du mir einen großen, großen Gefallen tun?“
„Wenn es in meiner Macht steht — gewiß!' „Du erzähltest mir früher einmal von einem kostbaren Andenken der Großmutter —"
lleberrascht hebt Frau Mackay den Kopf.
„Ja. Und was weiter?"
„Und daß ich es erst haben dürfte, wenn ich zwanzig Jahre alt bin —"
Stummes Nicken als Antwort.
„Wie wär's, Mutter — könnte ich es nicht schon jetzt erhalten —“
„Du bist erst siebzehn, Licy?"
„Ich weiß, Mutter. Aber du würdest mir eine so große Freude damit bereiten."
Ernst schüttelt Frau Mackay den Kopf.
.Das geht nicht, mein Kind. Ich hab's deinem guten seligen Vater auf dem Totenbett versprochen — und das Versprechen halt' ich!"
Der Ton der alten Dame klingt ungewohnt bestimmt — Felicie senkt das Köpfchen.
Summe, die ihm dadurch abgenommen ist, beläuft sich im Etatsentwurfe für 1907 auf rund 21 Millionen Mark. Trotzdem wird der Reichs- invalidenfonds in naher Zeit aufgebraucht sein. Die Jahre, die er noch vorhalten wird, kann man an den Fingern einer Hand abzählen. Er hat gegenwärtig einen Bestand von etwa 150 Millionen Mark. Für 1907 ist zur Deckung der auf ihn noch angewiesen gebliebenen Ausgaben seine Verkürzung um rund 35 Millionen Mark vorgesehen. Sobald der Fonds aufgebraucht sein wird, wird seine Belastung auf den allgemeinen Etat ganz übernommen werden müssen. Des Weiteren ist in dem schon erwähnten Reichsfinanzreformgesetz vom 3. Juni 1906 bestimmt, daß vom Rechnungsjahr 1908 ab die Reichsanleiheschuld jährlich mit 8/g Prozent zu tilgen ist. Soll diese Tilgung nicht zur Farce werden d. h. soll nicht ein Teil der Schuld getilgt werden dadurch, daß eine neue eingegangen wird, so wird dafür zu sorgen fein, daß, wie dies im preußischen Budget der Fall ist, Mittel für die Schuldentilgung vorhanden sind. Bei einer Schuld von über 3yä Milliarden Mark handelt es sich auch bei dieser Tilgung nicht um eine Bagatelle. Dazu kommt, daß aus früheren Gesetzen, so aus dem Flottengesetz, noch längere Jahre Mehrausgaben erwachsen. Die Zinsen der Reichsschuld werden sich vorläufig auch noch von Jahr zu Jahr steigern. Andere Etatsposten, wie der Allgemeine Pensionsfonds, haben gleichfalls einen expansiven Charakter. Kurz, darüber, daß die Ausgaben sich bedeutend erweitern werden, kann kein Zweifel herrschen. 'Man könnte höchstens überlegen, ob die Ausgabeerhöhung durch die natürliche Einnahmesteigerung würde ausgeglichen werden können. Auf diese Frage gibt ein Blick in die letztjährigen Etats Auskunft. Für 1906 ist danach mit einem ungedeckten Matrikular- beitrag von einigen 80, für 1907 mit einem solchen von einigen 60 Millionen Mark gerechnet. Selbst wenn die Summe für 1907 im Reichstage noch etwas verringert werden sollte, so kann doch eine solche Finanzlage nicht die Hoffnung aufkommen lassen, da ohne eine neue Finanzreform noch lange auszukommen sein wird. Wie die Reform durchzuführen sein wird, ist eine andere Frage. Vorläufig wird man festzu st el- len haben, wie groß die Mittel zur Deckung der neuen notwendigen Ausgaben sein müssen. Dann wird man an die Aufstellung der Pläne zu ihrer Herbeischaffung gehen.
— Professor von Bergmann als Helfer seiner Landsleute. Berlin, 30. März. Ernst von Bergmann war stets ein Sohn seiner baltischen Heimat geblieben und hatte ihre Entwickelung mit
Aber sehen könntest du es mich doch lassen?" „Ein andermal, Licy. Heute sind wir beide müde. Jetzt geh' zu Bett!"
Das Gesicht der alten Dame sieht so bleich und eingefallen aus, ihre Lippen sind so schmerzhaft zusammengepreßt — Felicie wagt nicht, weiter in sie zu bringen.
„Gute Nacht, Mutter!"
„Gute Nacht, mein Kind? Ich werde wohl nicht viel schlafen: ich habe Kopfschmerzen."
„Soll ich dir einen recht heißen Grog brauen, Mutter? Dann schläfst du gleich ein."
„Wenn du willst, mein Kind—"
Ein paar Minuten später liegt Frau Mackay im Bett und Felicie hantiert in der kleinen Speiftfammer herum..
„Hier, Mutter, jetzt krinke! ... So — immer «eiter!... Recht so!"
Ein dankbarer Blick aus den eingesunkenen Augen trifft die kleine Pflegerin.
„Danke, mein Kind! Ich fühle schon, wie ich müde werde. Gute Nacht, mein Herzblatt!"
Und der graue Kopf legt sich behaglich in den Kissen zurecht.
Noch ein zärtlicher Kuß auf die bleichen Lippen der Mutter — und Felicie nimmt den Leuchter, um ihr Kämmerchen aufzusuchen. . . .
Da fällt ihr Blick auf das kleine Schlüsselbrett, an welchem der Schlüsselbund der Frau Mackay hängt.
Sie stutzt. . . .
Wie mit Blitzeseile fährt es durch den Sinn:
„Such' selbst nach dem Brillantkollier? Es ist dein Eigentum. Niemals bietet sich wieder eine solche Gelegenheit, und morgen muß Norbert das Geld haben!"
Wenn nur die Mutter nichts merkt! Furchtsam blickt Felicie sich um . . .
Die alte Dame rührt sich nicht. Schlaftrunken murmelt sie ein paar unverständliche Worte.
Eilig steckt Felicie den Schlüsselbund in die
warmem Interesse verfolgt. Er war es auch, der, als durch die russischen Wirren die Deutsche« in Rußland, vor allem aber im Baltenlande, in eine politische und wirtschaftliche Notlage geraten waren, gemeinsam mit Professor Harnack die Einladung zu einer Versammlung angesehener Männer aller bürgerlichen Parteien ergehen ließ, in der die Bildung des Hilfsausschusses für die notleidenden Deutschen Rußlands erfolgte. Dieser Hilfsausschuß hat seitdem etwa 15 000 notleidenden Deutschen Hilfe gewährt und ist auch zahlreichen anderen Deutschen in Rußland eine moralische Hilfe gewesen, die sie zum Aus- harren in ihrer schwierigen Lage ermutigte. — Professor von Bergmann hat auch die Tätigkeit des Hilfsausschusses als Mitglied des erweiterten Ausschusses eifrig unterstützt durch unentgeltliche Behandlung kranker Flüchtlinge sowie durch Unterbringung vertriebener Deutschen in geeignete Stellung. Hierbei ist auch Professor von Bergmann eifrig von seiner Gattin unterstützt worden, die vor allem auch das Interesse der Frau Großherzogin von Baden für das nationale Liebeswerk gewann und dadurch zahlreichen jungen deutschen Mädchen aus den baltischen Provinzen eine Unterkunft in badischen Bildungsstätten und Ausbildungsschulen verschaffte.
— Der Deutsch« Handwerks- und Gewerbekammertag hat sich in einem Gutachten an den preußischen Minister für Handel und Gewerbe dahin ausgesprochen, daß die Wäscherei und die Plätterei nach ihrer gegenwärtigen Entwicklung als Handwerk nicht anzusehen sind, denn in beiden Gewerben sei nicht wie sonst bei allen handwerksmäßig betriebenen Gewerben ein Gehilfen* stand und ein Meisterstand vorhanden. Ferner seien die Anforderungen, die die Ausübung des Wäscherei- und Plättereigewerbes an die berufliche Ausbildung der darin beschäftigten Hilfs« hafte stelle, so gering, daß im allgemeinen eine Lehrzeit non mehreren Wochen genüge, auch sei ihre Tätigkeit im großen und ganzen einseitig und mechanisch, sodaß sie mit der Ausübung etneti Handwerks, zu dessen Erlernung auch das Gesetz im § 130 a Abs. 1 der Gewerbeordnung eins Dauer von 3—4 Jahren als notwendig eracht^ nicht verglichen werden könne. Die in beii Wäscherei und Plätterei tätigen Arbeiter könn* ten daher nicht als „gelernte" Arbeiter irt eigentlichen Sinne, sondern höchstens als „(riße* lernte" Arbeiter bezeichnet werden.
— Material für die neuen Handelsverträge- liebet den Handel der Vereinigten Staaten vo' Amerika mit Deutschland bringen die im Reichsamt des Innern zusammengestellten Nachrichten für Handel und Industrie die Zahlen für da Jahr 1906, nach amerikanischen Quellen. Da nach betrug die Ausfuhr der Vereinigten Statt»
Tasche, ergreift den Leuchter und eilt in ih> Zimmer.
Von Müdigkeit keine Spur .... Dazu bit Erregung der letzten Stunden .... Wenn mn die Mutter erst schliefe!
Auf den Fußspitzen schleicht sie zum Schlaf zimmer der alten Dame. Leise, ganz leise öffnet sie die Tür. •
„Bist du's, Licy?" fragt eine verschlafen« Stimme hinter dem Vorhang. „Mir träumt« eben, du seiest — eine Prinzessin — und Bar rington--"
Das weitere erstirbt in undeutlichem Ge murmel.
Gleich darauf verkünden tiefe, undeutlich» Atemzüge, daß Frau Mackay fest schläft.
Klopfenden Herzens schleicht Felicie im Zim mer umher. Jede Schieblade wird geöffnet, jede». Kästchen durchsucht. Vergebens. Ihre Wangen glühen, ihre Pulse fliegen. Wie, wenn sie den Schmuck nicht fände — Norbert müßte morgen Gerda Douglas sagen —
Und mit aufquellender Energie sucht sie weiter und weiter....
Nicht einen Augenblick kommt ihr der Gedanke, daß sie ein Unrecht begehe. Das Kollier gehört ihr: was sie damit macht, ist gleichgültig, nut, daß sie sich etwas früher in feinen Besitz setzt — zu ihrem und des Geliebten Glück.
Jetzt öffnet sie den Wäscheschrank. Vorsichttg schiebt sie die Hand zwischen die Reihen sorgsam zusammengefalteter Leinentücher....
Nichts? 1
Da — hinter einem Stoß vergilbter Servietten — fühlt sie plötzlich etwas Hartes. Sie räumt die Servietten hinweg und erblickt ei« filberbeschlagenes Kästchen.
Mit zitternden Händen betastet sie dasselbe. Es ist fest verschlossen
Eine furchtbare Aufregung bemächtigt sich ihrer. Eine Ahnung sagt ihr, daß das Msuchtt sich in diesem Kästchen befindet.
Doch wie cs öffnen? Und wenn jetzt dttz Mütter erwachte? . trittst folgH