mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Marburg
Sonntag. 31. März 1907.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Ioh. ilug. Koch, UnwerfitätS-Buchdriickerek Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
42. Jahrg.
Das Abonnement auf die „Oberhesfifche Zeitnug", das -rStzte, meiftgelefeufte «ad weitverbreitetste Blatt Marburgs und 'der Umgegend kostet vierteljährlich nur 2,25 Mk. Inserate haben besten Erfolg.
Ausland.
Aufhebung der russischen Feldgerichte. St. Petersburg, 29. März. Die Abendblätter melden, daß der Ministerrat beschlossen habe, alle feldgerichtlichen Urteile der Bestätigung des Ministers des Innern zu unterwerfen. Damit wären die Feldgerichte tatsächlich aufgehoben und die Regierung hätte doch dem Drängen der Reichsduma nachgegeben, was Stolypin neue Sympathien einbringen würden
= Die Strafe der Nihilistin. In dem Thuner Mordprozesse wurde die Angeklagte Tatjana Leontiew zu 4 Jahren Zuchthaus, Ausweisung aus Bernischem Staatsgebiet auf 20 Jahre, 800 Francs Kosten und 1 Francs Entschädigung an die Zivilpartei verurteilt. — Die Geschworenen haben Vorsatz und Vorbedacht — was die Angeklagte selbst ja auch gar nicht in Abrede stellte — angenommen, aber zugleich auch verminderte Wille ns freiheit, und sie haben auch mildernde Umstände zugebilligt, und diesem Verdikt ensprechend hat der bernische Gerichtshof die Strafe so niedrig bemessen, genau um die Hälfte niedriger, als der Staatsanwalt beantragt hatte.
Ausnahmegesetz für Rumänien. Bukarest, 29. März. In den beiden Kammern wurde gestern ein Gesetzentwurf angenommen, durch welchen die Regierung ermächtigt wird, den Belagern ngs zu st and über alle Ortschaften zu verhängen, in denen dies sich gut Wiederherstellung der R u h e notwendig erweisen sollte. Der Ministerpräsident brachte sodann eine königliche Botschaft zur Ver- kesung, in der die Schliessung der Session ausgesprochen wird. In der Botschaft heisst cs, das Parlament habe wiederum bewiesen, dass alle Söhne der Nation, wenn das Vaterland sich in einer schweren Lage befinde .alle Zwistigkeiten ivergesse, um sich zu vereinigen in Erfüllung Hhrer Pflicht gegen das Vaterland. Die Sitzung .wurde unter Hochrufen auf Rumänien und den «König geschlossen.
= Zum marokkanischen Zwischenfall. Paris, 29. März. Wie aus Lalla Marnia gemeldet «wird, brachen die französischen Truppen heute
Marbumer
Studenten - Erinnerungell.
• Von L. Müller.
(Fortletzung.i
22. @tubeiitenerinnerii«8 »»h 187'
Seine Erlebnisse zu Beginn des Krieges cr- «zLhlt ein Kriegsfreiwilliger Student von damals /wie folgt: Die Kriegserklärung überraschte uns am Abend des 16. Juli 1870 auf Bopps Terrasse, jwo meine Verbindung exkneipte. Die kommen- Sben Ereignisse hatten noch viele Marburger Würger und Studenten an dem kühlen Orte und an de: guten Bierquelle zusammengeführt. Die ün der Luft liegende politische Bewegung erhitzte die Gemüter, so dass laute Rede hin- und Zergingen und dem Bierkrug besonders zuge- ßprochen wurde. Wir waren gerade bei der Erörterung, was tun, wenn es „losgeht", als plötzlich etwas Sonderbares geschah. Einer der unseren stürzte herein, sprang auf den Tisch, tzestikulierte und gestikulierte, ohne zu Worte kommen zu können. Erst nach einigen Augenblicken kam es aus ihm heraus: „Leute, der Krieg Ä|t erklärt! hoch! hoch! hoch!" (Damals war das Hurra rufen noch nicht in der Mode.) Unbeschreiblich war die Wirkung: Aufspringen von den Plätzen, Hochrufen, improvisierte begeisterte Ansprachen halten. Bier und Kneipe im Stiche lassen, auf die Gasse hinaus und zum Steinweg hinunter und wieder herauf: Hoch! Hoch! Hoch! ».Und brauset der Sturmwind des Krieges heran," jetzt war der^Sturmwind Ernst Moritz Arndts gekommen, dessen Wehen schon 1840 verspürt war. als Thiers die Franzosen aufgeregt hatte, nun durchbrauste es die jungen Patriotenherzen, da es galt, die vaterländischen Güter verteidigen zu helfen. Verlassen war der Hörsaal, vergessen die Pflichten gegen Eltern und Philister, losgelöst alle Bande mit der Universität, der Verbindung, der Freundschaft, hinaus zs den Waffen t Ohne elterliche Erlaubnis und Bc»
Drittes Blatt.
früh 4 Uhr nach Udschda auf: General Liautey folgte ihne heute um 8 Uhr früh. — Udschda ist heute Vormittag 10 Uhr ohne Widerst a nd besetzt worden.
Hessen-Nassau nnd NachöargeLiete.
Cassel. 28. März. Herr Oekonomierat Rexe- rodt ist vom Kreistag des Landkreises Cassel einstimmig in den Kommunallandtag gewählt worden.
Friedberg, 27. März. Welch grosse Sympathien sich hier das Projekt des Volksbades erfreut, ersieht man daraus, dass nunmehr die fehlende Summe von SO 000 M durch freiwillige Zeichnungen von der Bürgerschaft bis auf 17 000 Mark aufgebracht ist. Das Voklsbad ist gesichert, die Erbauung beginnt jedenfalls noch dies Jahr. 50 000 oW hat ein Wohltäter, 30 000 M die Stadt gestiftet. (Giess. Anz.)
Darmstadt, 29. März. Der Verein hessischer Zahnärzte feierte hier sein diesjähriges Stiftungsfest, an welchem äusser den Hess. Kollegen auch solche aus verschiedenen Teilen Deutschlands und der Schweiz herbeigeeilt waren, da eine ganze Reihe von interessanten Fachvorträgen hervorragender Verufsgenossen stattfand. U. a. sprachen: Zahnarzt Dr. Rumpel-Berlin, Dr. Port-Heidelberg, Dr. Michel-Würzburg, Dr. Per- kert-Heidelberg, Witzel-Wiesbaden, Dr. Euler- Heidelberg. Ferner sprachen noch: Dr. Cremer- Darmstadt, Zahnarzt Wolpe-Offenbach, Köhler, Witt und Dr. Rahn-Darmstadt.
Worms, 27. März. Bei lebendigem Leibe verbrannt ist gestern Nachmittag in ihrem Wohnzimmer die 74 Jahre alte Witwe des Postschaffners Georg Seifert. Die Genannte kam am ganzen Körper lichterloh brennend aus ihrer Wohnung, verschiedene Nachbarsleute kamen ihr zu Hilfe und erstickten die Flammen. Inzwischen war ein Arzt herbeigeeilt, der ihre Ueberführung in das stüdt. Krankenhaus veranlasste. Bereits gegen 7 Uhr abends war nach grässlichen Schmerzen der Tod eingetreten. Nach den im Zimmer vorgefundenen Spuren liegt der Verdacht nahe, dass die Frau in selbstmörderischer Absicht gehandelt hat. (Worms. Ztg.)
Miltenberg, 28. März. Bei Ziegelanger wurde die Leich« eines gut gekleideten Fremden aus dem Main geländet. In den Kleidern des Unbekannten fand man neben verschiedenen Postwertzeichen und einer wertvollen Uhr de» Barbetrag von 15 Mark. Es scheint Selbstmord oder ein Unglücksfall vorzuliegen.
Eisenach, 28. März. Für die Gründung eines Thüringer Landschaftstheaters bei Eisenach wird von einflussreichen Persönlichkeiten aus Weimar und Eisenach gegenwärtig eifrig gearbeitet.
nachrichigung, ohne Bezahlung der Miete, der Ess- und anderen Schulden, ohne Legitimationspapiere und ohne Abmeldung bei der Universität, ja zum Teil ohne Barmittel in der Tasche, fand sich am anderen Tage ein grösserer Trupp Studenten, Bekannte und Unbekannte, die verschiedensten Verbindungen gemischt, jeglichen Hader vergessend, alle einig im Ziele sobald als möglich nach Cassel, zu den Fahnen zu eilen, am Bahnhof zusammen, der Züge harrend, die sie etwa noch mitnehmen konnten, denn der regelmässige Personenverkehr hatte bereits aufgehört. Die meisten strömten in die Eüterzüge und gelangten ohne Zahlung weiter und schliesslich nach Cassel. Einen kleinen Rest, darunter auch der Erzähler, dem es in Cassel bei den Regimentern unterzukommen nicht geglückt war, führte schliesslich das Geschick »ach Hofgeismar zu den hellblauen Husaren: wo im Laufe der nächsten Woche wohl fünfzig Kriegsfreiwillige eintraten, es waren Studenten, Gymnasiasten, Kaufleute, Oekonomen u. a., die der Ausbildung harrten. Wieviele von den 431 Marburger Studenten des Sommersemesters 1870 mögen zu den Fahnen gelangt sein? Grosse Erbitterung erfasste bei der Mobilmachung manchen, als er sich zum freiwilligen Eintritt bei dem Marburger Jägerbataillon Nr. 11 meldete und abgewiesen wurde, z. B. Stud. phil. Hossbach aus Nenhausen, der auch zurückgewiesen wurde, kam so aufgeregt nack Hause, — er wohnte in der Mainzergasse bei einem Schuster — dass er in seiner Wohnung alles zertrümmern wollte und in seinem Zorn seinem Hauswirt das Treppengeländer abriss. Er „pumpte" sich nun Geld und ging nach Cassel, wo er mehr Glück hatte und bei dem 83. Regiment ausgemustert wurde. Es waren aus Marburg 32 Studenten, die als Kriegsfreiwillige cintraten.
Die Hörer der Universität hatten sich bedeutend gelichtet, wer nicht Soldat wurde, ging in die Lazarette, und mancher Professor stellte we- gcn Mangels an Hörern das Kolleg ein. Der Dekan der medizinischen Fakultät, Prof. Nasse,
Wissenschaft, Knust und Leben.
* Biologische Untersuchungen des deutschen Südsee-Bermessungsschiffes „Planet'. Während der letzten Jahrzehnte ist nicht nur die rein wissenschaftliche Biologie des Meeres, sondern im besonderen Matze auch die wirtschaftliche Bedeutung der biologischen Fragen in den Vordergrund der Meeresforschung getreten, wie wir unter anderem aus dem jetzt fünf Jahre bestehenden Zusammenschlutz der nordeuropäischen Mächte erkennen. Auf der „Plant"-Expedition konnten biologische Fragen nur in zweiter Linie Berücksichtigung finden, da allein der Schiffsarzt eigens für diese Reise als Biologie vorgebildet wär. Vor allem wurden daher zoologische und botanische Funde gesammelt und konserviert, um später an Land untersucht werden zu können. Mit Fangapparaten, Planktonne^n, La- boratoriumsinstrumenten rc, war der „Planet" reichlich ausgerüstet. Unter anderem wurde für spätere Kieselsäurebestimmung Meerwasser durch Filtration vom Plankton befreit und in Zink- gefätze eingelötet. Immerhin wurden auch eine grössere Reihe von Untersuchungen schon an Bord ausgeführt. Die vertikale Verteilung des Planktons ,ber Urnahrung der Fische, in den verschiedenen Meeren wurde untersucht, indem Planktonnetze, die vom Schiff aus leicht zu schliessen und zu öffnen find, nacheinander von 200 bis 100 m Tiefe, von 100 bis 5 m und von 5 bis 0 m geöffnet durch das Wasser heraufgezogen wurden. Dr. Eraef schreibt vom „Planet" aus: Die Ergebnisse solcher Stufenlänge lassen den Einflutz der Meeresströmungen bezüglich der Arten und ebenso unzweifelhaft die der Land- ferne bezw. der Kiistennähe erkennen. Dies kommt in der Grösse der Fänge zum Ausdruck. Ersteres war z. B. besonders deutlich im Cuinea- strom .letzteres beim Aiilgten von Freetown fest« zustellen." Im wesentlichen handelte es bei den Untersuchungen darum, in den verschiedenen Meeren und Meeresteilen den Stoffwechsel zu studieren durch guantitative und qualitative Bestimmung desPlanktons, der gelösten Stickstoffverbindungen der Nitrite, Nitrate und des Ammoniaks und der denitrifizierenden — den Stickstoff zerstörenden — Bakterien. Die Stickstoffverbindungen wurden durch mehrmalige Destillation des frischen Meerwassers erhalten, nach der Methode von Dr. Raben, und dann quantitativ kolorimetrisch bestimmt. Die bakteriellen Untersuchungen erstreckten sich besonders auf Züchtung der im Meerwasser lebendenBakterien, indem einigen Kubikzentimetern Meerwasser künstliche Nährböden beigemengt und ständig auf Wachstum, Nitritbildung und Dentrifika- tion unter dem Mikroskop beobachtet werden.
Bernüschles.
Bedenkliche Sprengstoffbereitung. Das seit einiger Zeit in Steinbruchs- und Tiefbau-Be
förderte die noch anwesenden Studenten der Medizin auf, da noch eine Anzahl Heilgehülfen fehlte, sich freiwillig bei ihm zum Eintritt in die Armee zu melden und sogleich marschbereit zu machen.
23. Dem Corps Teutonia 1895.
- Zur Fahnenweihe gewidmet.
Folgendes Gedicht, das wert ist, daß es erhalten bleibe, wurde anlässlich des siebzigjährigen Bestehens dem Corps Teutonia von einem alten Corpsbruder (dem Professor E. Th. Dieth- mar) gewidmet. Da der alte Herr um das Jahr 1828 hier studierte, kommen manche Erinnerungen an diese Zeit in dem Erdicht vor.
Singet, jubelt deutsche Brüder, Söhne der Teutdnia!
Kling's in deutschen Herzen wieder. Welche schlagen fern und nah.
Siebzig Jahre sind verschwunden Seit das Band die Brust umwunden. Schönste Farben, die das Corps, Sich als „Blau-rot-gold" erkor.
Weihen wir ein Angedenken Denen, die gelegt den Grund. Wohin wir die Augen lenken, Keinen trägt das Er'MP-und. Mögen sie aus lichten Höhen Freudvoll auf uns niedersehen. Wie Viktoria sie umtaubt, Kränzt auch Lorbeer unser Haupt.
Deutsche Universitäten Hegten Freiheit stets als Hort, Freiheit leuchtete in Reden, Freiheit war ein goldnes Wort. Selbst der Karzer ward zur Kneipe, Hochgenuss dem Geist und Leibe, ‘
Ein geprief'nes Sanssouci Sprungvoll heit'rer Poesie.
Las man da nicht tausend Namen, . In der Tür, in Wand und Ela»,
trieben in Gebrauch gekommene Verfahren einen Sprengstoff, der aus an sich nicht spreng- kräftigen und leicht erhältlichen Bestandteile» zusammengesetzt wird, zur unmittelbaren Ver« wendung an Ort und Stelle herzustellen, gibt ge erheblichen Bedenken Veranlassung. Da eine solche Herstellung von Sprengstoffen an der Verbrauchsstelle häufig ohne die nötige Sachkunde und Vorsicht erfolgt, also beispielsweise keine genügende Sicherheit gegen die ungleichmässige Durchmischung oder die Verunreinigung der Einzelbestandteile des Sprengstoffes bietet so besteht bei dieser Herstellungsweise die Gefahr, dass unbeabsichttgt sprengkräftige Mischungen am unrechten Orte entstehen. Ferner mangelt e« in solchen Fällen an jeder hinreichenden Kontrolle über den Verbrauch des Sprengstoffmaterials. Endlich ist diese Herstellung von Sprengstoffen an der Verbrauchsstelle geeignet, die Kenntnis von der einfachen Herstellungsweise gewisser brisanter Sprengstoffe in weiteren Kreisen zu ver breiten und unbefugte Personen zur missbräuchlichen Herstellung solcher Sprengstosse anzu- reizen. Aus Rücksichten der öffentlichen Sicher^ beit haben deshalb die Minister für Handel und Gewerbe und des Innern die Anordnung getroffen, die zuständigen Behörden mit der AnweU jung zu versehen, dass die Erlaubnis zur Herstellung von Sprengstoffen nur für die Herstellung in einer gemätz § 16 der Reichsgewerbe- ordnung genehmigten, im Erlaubnisscheine genau zu bezeichnenden Anlage ober für die Herstellung kleiner Mengen von Sprengstoffen zu wissenschaftlichen Zwecken in einer hierfür errichteten Anstalt zu erteilen ist, und baß ausserdem, soweit zurzeit eine Erlaubnis zur Herstellung von Sprengstoffen an Personen erteilt ist, die weder über eine gemäss § 16 der Reichsgewerbeordnung genehmigte Anlage verfügen, noch sich auf die Herstellung in kleinen Mengen zu wissenschaftlichen Zwecken in einer hierzu bestimmten Anstalt beschränken, die Zurücknahme unverzüglich zu erfolgen hat.
Eine Million Ehe« geschieden. Amerikanischen Blättern zufolge sind innerhalb der letzten 20 Jahre rund 1000 000 Ehen im Vereinig- ten-Staaten-Gebiet geschieden worden und in mindestens 2 500 000 Fällen die Gerichte von Ehemüden vergeblich angerufen worben. Im Durchschnitt fallen auf jedes Jahr 50 000 Scheidungen, auf den Tag — die Sonntage, an denen Gerichtssitzungen nicht ftattfinben, abgerechnet — 170 und auf die Stunde 8. Zn zwei Jahrzehnten mag die Zahl der Ehescheidungen unter Berücksichtigung der Zunahme der Bevölkerung, sich mehr als verdoppelt haben. Nach abermals zwei Jahrzehnten, meint ein westliches Blatt,' wirb sie sich, wenn es in dem bisherigen Schritt weitergeht, vervierfacht ober gar verfünffacht haben l '
Ein gemütliches Gefängnis. In Kerville, einer kleinen Stadt in Texas, scheint die Für« sorge für die Ortsgefangenen eine recht weit«
Und sogar im Fensterrahmen, Zeugend, wer vergnügt hier fass? Wer gelärmt und ungezügelt Einen Schnurren hat geprügelt. Dem Philister gab kein Geld, Einen Juden hat geprellt.
Bopp und Moritz hat's gegeben Noch nicht in der Gründerzeit, Und es war der Saft der Reben, Von dem Bacchus nicht geweiht. Bald auf des Philisters Rosse, Bald in Kriminells') Karosse Gings noch Gladenbach zum Glas, Dort gabs barmstädtisch Gemätz. .
Herrschaft übte keine Mode, And Manschetten gab es nicht, ßiebfte Farbe war die rote, •-»
. Blaue wies auf Treu und Pflicht, _ Funkelnd Gold gab Glückes Hoffen, Wem stand nicht der Himmel offen, - Wem hat nicht ein Stern gelacht. Ihn zum Glücklichsten gemacht?
Heimisch war der Kontraboden, Und vertraut war das Rapier. Wenn zum Kampf war ausgeboten, Ging's in grünen Wald's Revier: Wenn die Wahlstatt dort gefunden, Kling' und Klinge war gebunden. Lieber als Volalkonzert
Ward der Schläger Schlag gehört.
Allen unj’ren schönen Damen Klinge laut jetzt Lob und Preis, Die mit neuer Fahne kamen. Schönster auf dem Erdenkreis.
Lasst uns schlingen um sie Kränze, Lasset folgen frohe Tänze, Der „Teutonia“ geweiht Bist du, Tag der Herrlichkeit,
•) Hauderer, wohnte in der Barsützerstrahe,