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Hessen-Nassau und NachbargeLiete.

? Sie&cn, 23. März. Der Theater-Bauverein Hat das neue Theater für drei Spielzeiten dem tisherigen Thcaterdirektor Eteingötter ver- sachtet.

G. Schlüchtern, 24. März. Der Minister der Sffentlichen Arbeiten hat die Kgl. Eisenbahn» Direktion Frankfurt a. M. angewiesen, die Vor­arbeiten für eine Eisenbahnverbindung zwischen Klieden und Schlüchtern (Strecke Bebra-Hanau) auszuführen.

4- Melsungen, 22. März. Anläßlich seines kvjährigen Doktor-Jubiläums wurde Herrn Dr. Lambert von der Marburger Universität das Doktor-Diplom erneuert.

«etter, 23. März. Heute Nacht brannten Ue Scheuer nnd Stallung der Nächstenmühle »ebst Scheuer der Witwe Backes hier ab. Ent- Pehuagsurfache bis jetzt unbekannt.

Vermischtes.

Som Instinkt der Tiere wird in Kiel ein tznerkwürdiger Fall erzählt. Als am Donners­tag Abend kurz vor dem Hauseinsturz in der Ringstraße das Fuhrwerk eines in der Nähe der Unfallstelle wohnenden Schlächtermeisters »om Schlachthose kam, blieb das Pferd plötzlich pehen und drängte den Wagen rückwärts. Wäh­rend der Führer des Geschirrs, der ebensowenig wie die Insassen von der drohenden Gefahr et­was gemerkt hatte, sich noch abmühte, das Tier tum Weitergehen zu bewegen, stürzte etwa 20 Schritte vor dem Wagen der fünfstöckige Neubau Mit donnerartigem Getöse zusammen, mehr als die halbe Straßenbreite mit seinen Trümmern bedeckend. .

Weshalb er Elyzerinöl einnahm. Eine mtzergewöhnlichs Kur machte kürzlich auf einem Lute bei Meißen ein junger Knecht polnischer Nationalität, um seine in der Kälte aufgerisse- Hctt Hände zu heilen. Die Gutsfrau, der der junge Pole fein Leid klagte, meinte zu ihm, daß tt Elyzerinöl nehmen müsse, und gab ihm zu- aleich eine mit der genannten Flüssigkeit ge- mllte Flasche, die für vorkommendcn Bedarf immer in der Wirtschaft vorrätig gehalten wurde. Das sonst vorzüglich wirkende Del ver­sagte aber in diesem Falle vollständig. Nach »erlauf einiger Tage, wo die Hände eher noch schlimmer aufgeriffen waren, kam der Knecht wieder zu seiner Herrin, um sich bei ihr besseren Rat zu holen. Doch wiederum meinte diese, er (olle nur tüchtig Elyzerinöl nehmen, dann wür- >en die Hände schon heilen. Da schüttelte der Patient" aber energisch mit dem Kopfe, schnitt eine jämmerliche Grimmasse und meinte:Das Zeug könne er nicht wieder nehmen, das helfe auch garnichts. Es habe bloßganz schlecht süß"

geschmeckt und fei nicht bei ihm geblieben. Da­mit stellte sich heraus, warum das Oel nicht ge­holfen hatte. Der junge Pole, der wohl meinen mochte, daß alles, was in einer Flasche sei, auch trinkbar sein müsse, hatte diese trotz der Auf­schriftAeußerlich" in seinen Schlund entleert und wartete nun freilich auf die Heilkraft des Deles vergebens, die sich aber dafür zu seiner Ueberraschung schon nach den ersten Einreibun­gen einstellte.

Mitteilungen aus dem Tierkreise.

Lvr btt unter dieser Rubrik oerf ,ftti{H<fifen Artikel über­nimmt die Kciahion nut bie presigesetzkich« Verantwor­tung, nicht ober die dem puh'ifnm gegenüber.

Zur Wahl eines neuen Oberbürgemeisters.

Seit Monaten beschäftigt die Neuwahl eines Oberbürgermeisters die Vertreter der Stadt und die Bürgerschaft.

Unter den vielen Bewerbern wurden von einer Kommission einige besonders geeignete, mit vorzüglichsten Zeugnissen versehene Herren ausgesucht, und die Bürgerschaft erwartete nun eine rasche und sachliche Vornahme der Wahl. Es kam aber anders, einer dieser wirklich brauch- »aren Herren ist zwar selbst evangelisch, aber eine Frau und eine Tochter ist katholisch. Die- es Moment genügte, diesen Herrn auszu- chließen.

Nun hatte der frühere Bürgermeister von Ruhrort alle Aussicht, gewählt zu werden, und diese Wahl wäre wohl eine glückliche gewesen, da es sich bei ihm um einen Herrn handelte, der den hiesigen Verhältnissen mit vollster Objektivität gegenübergetreten wäre, ohne sich durch Ein­flüsterungen von irgend welcher Seite von dem als richtig erkannten Weg ablenken zu lasten. Die Verzögerung bei der Vornahme der Wahl ist daher mir und meinen Freunden besonders auffällig und schwer begreiflich.

Es mag an dieser Stelle ausgesprochen wer­den, daß die Bürgerschaft die Wahl eines Herrn erwartet, welcher ohne Anhang, ohne Vetternwirtschaft sein Amt übernimmt, welcher unbeeinflußt von den in der Stadt herrschenden Nebenftrömungen Entschlüsse faßt und welcher neben anderen wichtigen Fragen auch eine verständige Bodenpolitik betreibt.

Ob aber unter dem Rest der von der Kom­mission vorgeschlagenen Herren solch einer ist, wird bezweifelt und deshalb vorgeschlagen. eine erweiterte Kommission nochmals mit der Ange­legenheit zu betrauen.

Es war eben von einer verständigen städti­schen Bodenpolitik die Rede, welche uns nottut, warum? das ergibt sich aus folgendem Fall:

Es ist kürzlich hier eine Gesellschaft gegrün­det worden zu dem Zweck, gesunde und billige Arbciterwohnungen zu bauen. Diese Gesell­schaft hat ein Terrain im Afföller für fast 8 -tt per Quadratmeter erworben oder wird es dieser Tage erwerben.

- Da muß man sich denn doch sehr wundern, daß die Stadt kein Terrain für solche Zwecke um­sonst oder sehr billig zur Verfügung stellen kann. Andere Städte taufen vor Auflegung von neuen Straßen einen Teil des zukünftigen Bau­landes billig auf und treten dasselbe dann, so­weit nicht für städftsche Jnteresten notwendig, mit einem kleinen Nutzen an die Reflettanten ab, solches Bauland kommt dann billig für die Stadt und für Baulustige. Die Stadt hat hier mit bedauernswerter Kurzsichtigkeit anderen, auch Mitgliedern der Stadtverwaltung über­lasten, Bodenpolitik zu betreiben, leider haben das jene Herren nicht gerade in städtischem In­teresse getan und er wäre deshalb hohe Zeit, daß sich die Stadt auf ihre Pflicht besinnt und eine vernünftige Bodenpolitik in die Wege leitet, damit den horrenden Preisen von Bauplätzen gesteuert und dadurch die Vergrößerung der Stadt gefördert wird. L. 8.

Vom Büchermarkt.

** Julia Jobst ift die Schriftstel­lerin des Tages geworden. Als eine feinsinnige Deuterin des Frauenherzens zeigt sich Julia Jobst, die Verfasterin des vielgelesenen. BuchesM u ßte es fein?" in ihrem neuesten Roman ..Schwimmendes Land". (Verlag von M. Vobach u. Co., Berlin, Leipzig. Preis 3 Jt.) Zwei scharf umristene Frauencharaktere stellt sie scharf einander gegenüber, Toinette Tosti, eine typische Figur für die internationale Eleganz, und Schön-Eyke, das herbe, unberührte Kind der nordischen Hallig. Beide kreuzen sie den Weg des Malers Rettberg, der sich im Laufe des Ro­mans zu den Höhen des Ruhmes und Erfolges cmporringt. Die einzelnen Figuren sic > sckarf umrifien und voll pulsierenden Lebens unb wer­den nicht so leicht vergessen werden. Wundervoll sind die Naturstimmungen gegeben, besonders ist die Schilderung der stillen meerumspülten Hallig von einem seltenen Reiz. Kein Leser wird das Buch ohne tiefe Ergriffenheit aus der Hand legen. Der Roman >>t in allen Buchhandlungen zu haben.

"etzte Nachrichten.

Wiesbaden, 25. März. (Eigene Drahtmeldung) Wie derRhein. Kurier" meldet, ist heute mor­gen Profestor v. Bergmann, nachdem auf seinen Wunsch nochmals eine Operation vorgenommen worden war, um 11% Uhr gestorben. Seine Leiche wird nach Potsdam übergesührt.

Krefeld, 25. März. (Eigene Drahtmeldung.) Der Kolonialpolitiker und Reichstagsabgeord­nete Prinz v. Urenberg (Zentr.) ist heute Vor­mittag 10 Uhr gestorben.

Berlin, 25. März. In Friedenau fanden am Sonntag zwei Kinder den Tod durch Rauch­vergiftung, während die Eltern auf der

Arbeitsstelle «eilten. Im Osten Berlins sand' ein Krankenkastenbeamter und fein einjähriges Kind den Tod infolge von E a s v e t g i f t u n g, (B. L.-A.)

Bukarest, 25. März. Schon Hundert« von Dörfern und Gutshöfen sind ver-i wüstet.

Tanger. 24. März. Der kürzlich zum Gou­verneur der Andscheras ernannte Abdessadeck, der diese Stämme gegen El Valiente führte, ist von den Andscheras ermordet worden, nachdem sie eine blutige Niederlage erlitten hatten. Die Andscheras marschieren jetzt mit El Valiente gegen den Maghzen.

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Oeffentliujer Wetterdienst.

Dienststelle Weilburg (Landwirtschaftsschule).

Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend be8 25. März bis zum nächsten Abend.

Bei veränderlichen Winden vorwiegend hei­ter trockenes Wetter. Nachttemperatur kühler, Tagestemperatur wärmer.

Geschäftliche Mitteilung.

Neumanns Courstabellen der Berliner Fonds- Börse." 18. Jahrg. 1906.

Die bereits seit 18 Jahren von dem Bank­geschäft Alfred Neumann in Berlin, Charlotten­straße 32 a, alljährlich herausgegebenenCours­tabellen" sind soeben in neuer Ausgabe erschie­nen. Das mit besonderer Sorgfalt bearbeitete Buch ermöglicht den raschesten Ueberblick über die Coursbewegung jedes einzelnen an der Ber­liner Börse gebandelten Pavieres im abgelaÄ fenen Jahre, wie über die höchsten und niedrig­sten Course während der letzten sechs Jahre. Di« Courstabellen" sind zum unentbehrlichen Nach­schlagewerk sowohl für Bankiers, als auch für Prioatkaoitalisten geworden.

jW- Der heutigen Nummer liegt ein Pro­spekt der Firma Schwetasch u. Seidel, Tuchfabrik in Spremberg (Niederlausitz) bei.

Verantwortlich für die Redaktion: Dr. Johannes Otto in Marburg.

Ihre Vermählung

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Prof. Dr. E. Haselhof, Ella Haselhof. geb. Bahne.

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MWMMF ¥|ie städttlcken Behörden haben o* mit Zustimmung der Volizej. Verwaltung für die Neustadt And den an diese Straße sich anschließenden Teil der Stent- Hofstraße einen Ctraßenflnckt- linienplan ausgestellt. Derselbe liegt im Magisttatsoüreau 4 Wochen vom 26. März bis 25. April b. I. zu Jedermanns Einsichtnahme offen und stebt jedem Bürger frei, innerhalb dieser Frist Einwendunaen da- gegen mündlich oder schriftlich iei dem Magistrat zu ergeben

Marburg, den 24. März 1907

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