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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchbain.

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Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck mtb Verlag- Joh. Lug. Koch, Umverjitätr-BuchdniAerel 42. Jahrg

Marburg, Markt 2t. Telephon a5.

Marburg

Sonnt!« 24. Mörz 1907.

Erstes Blatt.

Das Abonnement

Äuf dieOderhesstsche Zeitung", das größte, «riftgelefeafte «ad weit« Verbreitetste Blatt MarbrrgS «ad der Umgegend kostet vierteljährlich nur r.25 Mk. Inserate habe« beste« Erfolg.

'Rechnungsergebnisse der Jnvaliden- Verstcherungsanstalten für das Jahr

1905.

t Die dem Reichstage zugegangene Nachweisung Pmfatzt die bestehenden 31 Jnvaliden-Verfiche- »ungsanstalten und 9 zugelastenen Kassenein­richtungen.

An Wochenbeiträgen wurden bei den 31 Jn- validen-Versicherungsanstalten rund 619 Millio­nen Stück verwendet, die einen Erlös von X4S 963 617 Mark ergaben. Hiervon entfielen auf polnische Arbeiter russischer oder österreichi­scher Staatsangehörigkeit rund 4,6 Millionen Wochenbeiträge im Werte von 385 386 Mark. Bei den Kasseneinrichtungen betrug die Ein­nahme aus Beiträgen 12 328 222 Mark.

Bei der Abrechnung für das Jahr 1905 wur­den 146 660 Renten als im Jahre 1905 zuge- tzangen behandelt, nämlich 124111 Invaliden­renten, 11883 Krankenrenten und 10716 Alters­renten im durchschnittlichen Jahresbetrage von 159,45 Mark, 160,73 Mark und 159,10 Mark.

Beitragserstattungen wurden im Jahre 1905 festgesetzt bei 151852 Heiratsfällen, 765 Unfällen und 33 941 Todesfällen, wobei sich der durch­schnittliche Betrag auf 37,08 Mark, 75,41 Mark lund 75,07 Mark stellte.

Auf diese reichsgesetzlichen Entschädigungen .uurden allein zu Lasten der 40 Verstcherungs- itrügcr, also ohne den Anteil des Reichs, im Rech­nungsjahre 1905 97724 741 Mark gezahlt, und gwar an Renten 89 553 429 Mark, an Beitrags- vrstattungen 8171312 Mark. Die hierzu noch tretende Leistung des Reichs belief sich auf 47350836 Mark.

Für das Heilverfahren wurden 45156 775 Mark aufgewendet; hierbei find di« Won Krankenkassen, von Trägern der Unfallver- Kcherung und von anderer Seite gezahtten Ko-> penzuschüsfe in Höhe von 2 908 528 Mark bereits In Abzug gebracht. Der obige Betrag umfaßt «. a. die Unterstützungen an Angehörige der in Heilbehandlung genommenen Versicherten in Hohe von 1004115 Mark. Darüber hinaus Krurden aber noch weiters 638 948 Mark gewährt.

Die gesamten Ausgaben für Jnvalidenhaus- jpflege beliefen sich auf 485 727 Mark. Hiervon jr-T-n '"T-ni i'i|'T|" -TI.....-II | )

19 l Nachdruck verboten.)

Schatten.

Roman von B. v. d. Lancken.

kFortsehung).

Ich war die Ursache jenes Duells, ich und «ur ich allein trag» die Schuld am Tode Ihres Wenters. Doch zurück zurück zu jener unseligen Sache, die so verhängnisvoll wurde für so viele Menschen. Früher schon, in Baden-Baden, hatte ich Leo Sebera kennen gelernt und eine kleine Kiaism, entwickelt, die aber nach keiner Richtung hin über das erlaubte Matz hinausging, die eben fo schnell gelöst wie vorher geknüpft war. Nach Zin paar Jahren begegneten wir uns in Wien ich al» Ruperts Braut. Der Prinz näherte fich mir aufs neue, und anfangs mehr aus Koket­terie und um die Eifersucht meines Bräutigams *u reizen, nehm ich feilte Huldigung an. Dies Spiel wurde aber nur zu bald bitterer, gefähr- jficher Ernst. Leo und ich, wir waren Beide jung uns leidenschaftlich. Leo sagie mir, der Reich« rum seiner Stiefvaters gestatte ihm, frei nach seinem Herzen zu wählen. Wir wechselten die feurigsten Liebesbriefe, ja, wir trafen uns sogar einige Male am dritten Orte zu einem Rendez­vous, und ich war fest entfchlosien, mein Berlöb- Nis mit Rupert zu lösen, als die Katastrophe über unsere schuldigen Häupter hereinbrach. Fel­senbach verwundete Jyren Bruder schwer, aber nicht absolut lebensgefährlich: doch hatten die Aerzte größte Ruhe und Vermeidung jeder Er­regung aufs strengste verboten.

,Als ich von dem Duell selbst und seinem Verlause hörte und man mit nicht verschwieg, daß beide Verwundeten in Erfahr schwebten, er- tzrifs mich plötzlich eine wahnsinnige Angst, was «ms mir werden und wie sich meine Zukunst ge­stalten sollte. Wenn Sebera starb und man jene verhängnisvollen Briefe in seinem Besitze fand, so war meine Stellung in der Gesellschaft er­

würben durch Einbehaltung der Renten der Pfleglinge 117 052 Mark erstattet und durch Zu­schüsse von anderer Seite 18965 Mark ersetzt, so daß den Verstcherungsträgern eine Reinausgabe von 349709 Mark erwuchs.

An Verwaltungskosten überhaupt wurden 14 700 390 Mark ausgegeben, was auf 1000 Mark der Einnahme aus Beiträgen eine Ausgabe von 91 Mark, auf 1000 Mark der ge­samten Ausgaben eine solche von 117 Mark be­deutet. Auf die einzelnen Arten verteilten sich die überhaupt als Verwaltungskosten aufzu- fasienden Aufwendungen so, datz von 1000 Mark auf die allgemeine Verwaltung 587 Mark, auf die Kosten für die Einziehung der Beiträge 145 Mark, auf die Kosten der Kontrolle 95 Mark und auf sonstige Kosten 173 Mark entfielen.

Insgesamt haben sich im Jahre 1905 die Einnahmen auf 202 961060 Mk., die Aus - gaben auf 125826328 Mark beziffert, so datz sich ein Vermögenszuwachs von 77 134 732 Mk. ergibt.

Am Schluffe des Jahres 1905 belief sich das Vermögen der Versicherungsanstalten und der für die reichsgesetzliche Versicherung be­stimmte Teil des Vermögens bet Kaffeneinrich­tungen auf 1237 540 200 Mark, wozu noch der Buchwert der Jnventarien mit 4783638 Mark tritt. Don 1000 Mark Vermögen waren 21 Mk. im Kaffenbestande vorhanden, während 934 Mk. in Wertpapieren und Darlehen und 45 Mk. in Grundstücken angelegt waren. Die durchschnitt­liche Verzinsung des in Wertpapieren und Dar­lehen angelegten Teiles betrug 3,53 vH. de» Ankaufspreises.

Deutsches Reich.

Die soziale Tätigkeit der preußischen Kreis- verwaliungen hat bis jetzt im allgemeinen we­nig Beachtung gefunden. Vereinzelte Beispiele besonders bemerkenswerter Einrichtungen wur­den wohl auch weiterhin bekannt, doch im Gro­ßen und Ganzen hat sich diese wichtige Arbeit fast unbemerkt vollzogen. Es ist das Verdienst desDeutschen Vereins sür ländliche Wohl­fahrts- und Heimatspflege", zuerst den Versuch einer einheitlichen Darstellung dieser Arbeit ge­geben zu haben. Auf der elften Hauptversamm­lung am 13. Februar d. Js. wurde über diese Tätigkeit verhandelt an der Hand des von dem genannten Verein herausgegebenen Buches: Aus der sozialen Tättgkeit der preußischen Kreisverwaltungen", auf Grund von 472 Ver­waltungsberichten bearbeitet von der Geschäfts­stelle desDeutschen Vereins für ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege" und in dessen Auftrage herausgegeben von Heinrich Sohnrey. Die zufammenfassende Schilderung aller ge­meinnützigen Einrichtungen auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet, sowett diese Einrichtungen durch die Kreise selbst oder doch unter ihrer Mitwirkung in» Leben gerufen worden sind, ergibt ein ebenso interessante» wie buntes Bild, da die Kreisverwaltungen je nach den örtlichen

fchiittert, ja, ich war unmöglich, und mein stolzer Vater würde diesen Schlag ebensowenig jemals überwunden wie verziehen haben. Lassen Sie mich nicht näher eingehen auf diese martervollen Stunden, diese Ueberlegungen, die dem Entwer­fen eines Planes folgten. Die Angst und Ver­zweiflung schärften mein Denkvermögen, einige Geldmittel standen mir zur Verfügung, und wann, wo wäre es einem Mädchen nicht gelun­gen, sich gerade zur Faschingszeit eine seinen je­weiligen Zwecken entsprechende Verkleidung zu beschaffen? Daß ich dir einer Elisabetherin wählte vielleicht seltsam, aber nichts weiter.

Die Elisabetherinnen, ick wutztc es, hatten die Krankenpflege bei Sebera im Verein ab­wechselnd mit seinem Kammerdiener: so wurde es mir nicht schwer, mir in dieser Verkleidung Zutritt zu dem Kranken zu verschaffen. Es war eilt entsetzliches Zusammentreffen, und nie werde ich den Eindruck vergessen, den es aus mich machte als ich den Mann, den ich zuletzt im Kerzenschimmer dec Ballsaales, als lebensfrohen Offizier, strahlend in Jugend und Schönheit ge­sehen, mit geschloffenen Augen in den weißen Kiffen ruhen sah. Ein kurzes, heftiges Zwie­gespräch sand zwischen uns statt. Ich verlangte von Leo den Schwur, mich im Falle seiner Ge­nesung zu seinem Weibe zu machen auf alle Fälle aber die Ausliefernne jener mich kompro­mittierenden Briefe. Der Kranke wurde aufs Heftigste durch meine Gegenwart sowohl als durch mein Verlangen erregt. Meine Selbst­sucht, die Sorge um meine Zukunft, ließen mich jede Rücksichtnahme außer Acht setzen, und ich erreichte meinen Zweck. Jene Schriftstücke kamen in meine Hand, das geforderte Wort aber ver­weigerte mir Leo mit aller ihm zu Gebote stehen­den Energie. Ich stürzte fort, man hatte mich erkannt. Der Zustand des Kranken aber ver­schlimmerte sich durch das plötzlich eingetre­tene hochgradige Fieber, und am Abend des nächsten Tages durchlief Wien die Nachricht,

Verhältniffen bald dieser, bald jener Aufgabe besondere Aufmerksamkeit zugewandt haben. Auch die eingeschlagenen Wege find verschieden, entweder hat die Kreisverwaltung selbst die Initiative ergriffen oder fie unterstützt vorhan­dene Bestrebungen, besonders durch Bewilligung von Darlehen. Die Kreise sind sich ihrer sozialen Aufgaben in weitestem Umfange bewußt ge­worden.

Gegen die Verunstaltung von Ortschaften. Die Kommission des Abgeordneten­hauses zur Vorberatung des Gesetzentwurfs gegen die Verunstaltung von Ortschaften und landschaftlich hervorragenden Gegenden führte in ihrer letzten Sitzung die erste Beratung der Vorlage zu Ende. Die Debatte wandte sich dem § 2 und folgenden zu, die von der Gestaltung des Städtebildes und dem Schutz historischer Oertlichkeiten und Gebäude handeln. Es wurde unter Beseitigung der Regierungsvorlage ein nationalliberaler Antrag unter Abänderungen int einzelnen einstimmig angenommen, wonach durch Ortsstatut größere Beschränkung in den Veränderungen solcher Plätze und Gebäude ein­geführt werden darf, um das historische Orts- bild zu schützen. Hinzugefügt wurden neu für die Gemeinden, ebenfalls durch Ortsstatut, Be­stimmungen, durch welche die Verunstaltung durch Anbringung von Plakaten und dergl. ver­hindert werden soll, wie auch für bestimmte Teile des Eemeindegebieis größere Beschrän­kungen, als fie bisher zulässig waren, hinsichtlich der Bebauung eintreten dürfen. Die jetzt ge­schaffenen Beschlüsse der Kommission lassen hof­fen, daß das Gesetz zu einem wirklichen Schutz für die Gemeinden werden wird und zugleich die privaten Rechte hinreichend geachtet werden. In der zweiten Lesung, die erst nach der Oster- pause stattfinden wird, soll dann auch der Ver­such-gemacht werden, für den Schutz der Land­schaft geeignete Bestimmungen zu treffen, die in der ersten Lesung zunächst abgelehnt worden find.

Wünsche der Detailreisenden. Der Ver­band zum Schutze des Detailreisens in Deutsch­land hat am letzten Montag zu Stuttgart nach einem Vortrage des Geschäftsführers der Han­delskammer zu Bielefeld und Geschäftsführers des Zentralvereins für die Interessen des De­tailreisens. Dr. Frhr. v. Ascheraden, eine Er­klärung angenommen, welche nach Mittei­lung derKöln. Zig." folgenden Wortlaut hat: Das heuttge Detailreisen ist eine ganz moderne Erwerbsform, die infolge des wittfchaftlichen Aufschwungs des 19. Jahrhunderts und der mit diesem Aufschwung verbundenen Um- und Neu­gestaltung unseres Verkehrswesens entstanden fit. Es ist eine Erwerbsform der wirtschaftlich Schwächeren gegenüber der Macht des sich ton« zentrierenden Kapitals, es ist eine Mittelstands­bewegung, bi« aus eigener Kraft ohne An­rufung bes Staates den neuen Wirtschafts- kampf auf fich zu nehmen bereit ist. Die nach < aes - sb............sss

Prinz Leo Sebera sei infolge der Berwunbung gestorben ich wußte es besser.

Balb brachte ich mein Gewisse« zum Schweigen, unb ich blieb bieselbe, bie ich bisher gewesen. Einige Jahre später lernt« ich be« Prinzen Schwarzenstein in Spaa kennen: er ver­liebte sich in mich, unb ich verstaub es, ihn bet» artig zu täuschen, baß er mir Herz unb Hand bot unb mich zu seiner Gemahlin machte. Ich kann nicht sagen, baß er seine Wahl zu bereuen hatte, benn wenn ich ihn auch nicht liebte, fo umgab ich ihn doch mit Fürsorge, unb er freute fich an meiner Schönheit. Da vor zwei Jahren war es als Rupert Felsenbach mir nach langer, langer Zett mietet begegnete, und von tem Augenblicke an erkannte ich, daß et, wenn jemals ein Mensch mein Herz unb meine Liebe besessen, fie besaß. Er liebte Sie, Gabriele, Sie würben sein Weib, unb von diesem Moment an erwachten in meiner Brust alle bösen Dä­mons. Mein Plan war die Trennung ihrer Ehe. Ihr eigener verzeihen Sie schwankender Charakter und Ulrikens Haß gegen Rupert er­leichterten mir die Ausführung. Ich beschwor die Schatten des Zweifels herauf, Ihr empfindsames Gewissen leistete mir den vesten Vorschub und Ihnen selbst unbewußt, verstand ich es, die lleberzeugung in Ihnen wach zu rufen, daß Ihre Ehe mit dem Mörder Ihres Bruders Sünde fei. Mein Plan gelang, und von der Stunde an um­garnte mich die Sünde vollständig: ich kann Ihnen nicht mehr darüber sagen, verlangen Sie es auch nicht von mir.

Seit dem Tode meines Gatten bin ich unstät unb ruhelos, wie von Furien gejagt, eile ich von einem Ort zu anderen, aber es gibt kein Ent­fliehen vor dem nagenden Wurm da drinnen in der Brust. Vielleicht finde ich Frieden, vielleicht, wenn ich gut mache, was ich noch gut zu machen imstande bin. Gabriele," ruft sie plötzlich mit einer Wärme und einer Innigkeit im Ton, wie Gabi es nie gehört,Gabriele, machen Sie Ru­

der Gewerbeordnung feit dem 1. Januar 1897 bedingte prinzipielle Gleichstellung des Detail­reifens mit dem Gewerbebetrieb im Umherziehen (Hausierhandel) kann daher weder mit Rücksicht auf das Detailreisen an und für fich, noch mfi Rücksicht auf einen den seßhaften Detailgeschäf. ten zu gewährenden Schutz begründet werden. Aber auch die einzelnen gesetzlichen Bestimmun­gen über das Detailreisen geben zu schwerwie­genden Bedenken Anlaß. Die dem Detailreisen zugestandenen Vergünstigungen sind teils lücken­haft, teils haben fie zu einer beklagenswerten Unsicherheit in der Rechtsprechung geführt. Di« Uebertragung der gesetzlichen Vorschriften bes Gewerbebetriebes im Umherziehen auf bas De­tailreisen aber unterwirft bett detailreisenden Kaufmann nicht nur entroiirbigenben Ermitt­lungen bei bet Ausstellung bes Wandergewerbe­scheines, sondern belastet ihn auch ungerecht­fertigterweise mit einer schwer zu tragenden Sondersteuer, die ebenso zweck- und nutzlos wie bie Warenhaussteuer ist. Aus biefen Gründen sprechen sich bie genannten beiben Interessen. Verbände bes Detailreisens bahin aus, baß bar Aufsuchen von Bestellungen bei Privatpersonen von Reisenden eines stehenden Gewerbes aus Grund der Legitimationskarte wieder allgemeir zugelassen werden möge."

Die Rechnungsergebnisse der Berufs- genoffenschaften usw. für 1905 sind dem Reichs­tage vorgelegt worden. Danach umfaßten bU 66 gewerblichen Berufsgenossenschaften durch schnittlich 8,1 Millionen versicherte Personen bie 48 land- unb forstwirtschaftlichen Berufs­genossenschaften durchschnittlich 11,1 Millionen Versicherte. Von ben Reichs-, Staats- unb son­stigen Ausführungsbehörden wurden rund 857 000 durchschnittlich Versicherte nachgewiesen. Von den 114 Berufsgenossenschaften wurden in runden Summen gezahlt: als Entschädigungen 122 Millionen Mark, als Kosten der Fürsorge für Verletzte innerhalb bet Wartezeit 700000 Mark, als Kosten bet Unfalluntersuchungen unb bei Feststellung bet Entschädigungen 4,3 Mill. Mark, als Kosten des Rechtsganges 1,7 Mill. Mark, als Kosten der Unfallverhütung 1,3 Mill. Mark, als laufende Venvaltungskosten 11,8 Mill. Mk., als sonstige Ausgaben 1,2 Mill. Mk., als Einlagen in den Reservefonds 18 Mill. Mk. Die Gesamtausgabe belief sich auf 162, die Ee- famteinnahme auf 164,5 Mill. Mk. Die Ge­samtsumme bet gezahlten Entschädigungs­beträge (Renten usw.) stellte sich auf 135,4 Mill. Mark gegen 126,6 Mill. Mark i. I. 1904 unb gegen 1,9 Mill Mk. i. I. 1886. Die Zahl bet Unfälle, für bie L I. 1905 zum ersten Mal« Enfichäbigungen gezahlt wurden, betrug füi den Bereich ter Betufsgenossenschasten 134 695.

Die deutschen und di« englischen Gewerk- fchaste«. Dem von Legten hetausgegebenen Be« richt des internationalen EewerkfchaftHekre« tariats ist zu entnehmen, daß die Mitglieder«

perl glücklich und lassen Sie nicht die Schatten der Vergangenheit zwischen Sie treten. Selbst wenn Rupert Ihren Bruder getötet hätte er geschah in ehrlichem Kampfe, aber er hat es nicht getan ich bin Leo Seberas Mörderin, er start durch meine Schuld. Ihrem weichen Gemüt wird hieraus eine Beruhigung erwachsen, ich weiß es, Und nun gehen Sie, lassen Sie mich allein."

Was sie gehört, es war fast überwältigend für Gabriele: sie vermochte es nicht, so viel Böses zu begreifen, verständnislos ruhten ihr« Augen auf dem Antlitz der Sprecherin. Sie selbst vermochte nicht ein Wort hervorzubringen, weder des Zornes noch des Schmerzes. Sie ist so hilflos wie kaum je zuvor in ihrem Leben; f» herrscht Minuten lang tiefes Schweigen zwi­schen den beiden Frauen.

Gehen Sie, Gabriele," drängte Isa endlich, gehen Sie, ich muß jetzt allein sein unb noch eins: wollen Sie versuchen, meiner trennte lüh, nachgebend zu gedenken, wollen Sie Rupert bitten, mir zu vergeben?"

Gabi taumelte empew.

Ich will es ihm sagen, Baronin Tromfau, leben Sie wohl."

Gabi---

Isa richtet sich halb vom Sofa auf und streckt ter jungen Frau die Hand hin, in ihren Augen liegt stummes Flehen, aber Gabriele vermag es nicht, ein Wort zu sagen; fie legt nur flüchtig ihre Finger in die Isas.

Sie haben keine Vergebung für mich," sagt Frau von Tromfau bitter.

Nein heute noch nicht, aber ich werde mich bemühen, Ihrer zu gedenken ohne Groll," antwortete Gabriele mit abgewandtem Gesicht und geht langsam hinaus.

Die andere folgt ihr mit den Angern bis bie Tür hinter der jungen Frau sich geschlossen.

Die Rolle ist ausgespielt, der Vorhang kann fallen," sagte sie mit scharfem Spott bann- steht sie still vor sich nieder. (Frts. folgt.)